DE19858338C1 - Verfahren zur Messung der teufenabhängigen Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in insbesondere aus kohäsionslosem Lockergestein bestehenden Kippen - Google Patents
Verfahren zur Messung der teufenabhängigen Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in insbesondere aus kohäsionslosem Lockergestein bestehenden KippenInfo
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Abstract
Das Verfahren dient der Messung der Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in Kippen. Zur Durchführung des Verfahrens sind Messungen beschreibender Kennzahlen in der Kippe sowie Setzungsversuche im Labor mit für die Kippe typischen Lockergesteinen durchzuführen. Aus den Daten der Setzungsversuche ist ein mathematisches Modell des Setzungsverhaltens zu erstellen. Die Verbindung des mathematischen Setzungsmodells mit den Meßwerten zum Kippenzustand führt auf die teufenabhängige Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in der Kippe. Das Verfahren kontrolliert dabei die Meßfehler der Kippen- und Setzungsmessungen.
Description
Anwendungsgebiet der Erfindung ist in der Geotechnik und Bodenmechanik die
Messung der Häufigkeitsverteilung des Porenanteils vorzugsweise in Kippen.
Der Porenanteil eines Lockergesteins ist der Volumenanteil der gasförmigen und
der flüssigen Phase an dessen Gesamtvolumen. Der Porenanteil ist eine wichtige
bodenphysikalische Kennzahl, von der wesentlich das Setzungs-, Sackungs- und
Verflüssigungsverhalten des Lockergesteins beeinflußt wird. Insbesondere für die
Sicherung, Sanierung und Bebauung von Kippen ist die Kenntnis des Porenanteils
wichtig.
Zur Bestimmung material- und zustandsbeschreibender Kennzahlen von Kippen
existieren eine Reihe bekannter direkter und indirekter Meßverfahren wie
Drucksondierungen, radiometrische Kombinationsdrucksondierungen,
Gefrierbohrungen, geophysikalische Meßverfahren e. t. c.
Kippen sind meist sehr inhomogen aufgebaut. Diese Inhomogenitäten betreffen
sowohl die Materialzusammensetzung als auch die Lagerungszustände. Solche
Inhomogenitäten treten sowohl in Schütt- als auch in Spülkippen auf und sind
technologisch bedingt. Die geotechnische Bewertung und Behandlung einer derart
aufgebauten Kippe erfolgt auf Grundlage der Abschätzung mittlerer Porenanteile
für definierte Kippenareale. Die mit steigender Teufe infolge der
Spannungszunahme zu erwartende Abnahme des Porenanteils wird durch lokale
Schwankungen des Porenanteils überdeckt.
Alle zur Verfügung stehenden Verfahren zur Bestimmung von material- und
zustandsbeschreibenden Kennzahlen von Kippen wirken über einen bestimmten
Raumbereich integrierend. Der für einen Kippenpunkt ausgewiesene Meßwert
stellt den Mittelwert eines diesen Kippenpunkt umschließenden Raumbereiches
dar. Dieser an sich positive, lokale Schwankungen der Meßgrößen dämpfende
Effekt führt bei Wechsellagerungsverhältnissen zu Problemen.
Unter Wechsellagerungsverhältnissen wird die räumlich rasche Aufeinanderfolge
von aus Lockergesteinen mit sich voneinander unterscheidenden
materialbeschreibenden bodenphysikalischen Kennzahlen bestehenden
Schichten verstanden. Die unterschiedlichen materialbeschreibenden Kennzahlen
bewirken Unterschiede in den zustandsbeschreibenden Kennzahlen. An den
Schichtgrenzen ändern sich die Kennzahlen sprunghaft, innerhalb der Schichten
sind diese Änderungen zumeist stetig.
Integrierend wirkende Meßverfahren zur Bestimmung dieser Kennzahlen
verwischen diese Schichtgrenzen. Die von der Messung ausgewiesenen, über
den entsprechenden Raumbereich gemittelten Kennzahlen sind für keines der
beiden die Schichtgrenze bildenden Lockergesteine repräsentativ. Ein Aushalten
der durch die Schichtgrenze beeinflußten Meßwerte wird dadurch erschwert.
Derzeit übliche Praxis ist die Abschätzung mittlerer Porenanteile für definierte
Teufen auf Basis vorliegender Feldmessungen. Bisher ist kein Verfahren bekannt,
welches die teufenabhängige Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in Kippen
bestimmen kann.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines solchen Verfahrens.
Gelöst wird die Aufgabe durch das Verfahren gemäß Anspruch 1.
Der Porenanteil eines Lockergesteins beeinflußt dessen Setzungs-, Sackungs-,
Verflüssigungs- und Wasserdurchlässigkeitsverhalten. Die Kenntnis der
teufenabhängigen Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in einer Kippe, im
folgenden Porenanteilverteilung genannt, erleichtert dem auf dem Gebiet der
Bodenmechanik tätigen Ingenieur Berechnungen und Beurteilungen zum
Setzungs-, Sackungs-, Verflüssigungs- und Wasserdurchlässigkeitsverhalten der
Kippe oder des Kippenbereiches. Gleichzeitig werden Genauigkeit und
Aussagekraft dieser Berechnungen und Beurteilungen verbessert.
Der Aufbau der primären Gefügestrukturen einer Kippe erfolgt, unabhängig davon,
ob es sich um eine Schütt-, Pflug- oder Spülkippe handelt, bei einem sehr
geringen Spannungsniveau. Die Gefügebildung wird von verschiedenen Faktoren
beeinflußt. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise Verdichtungsvorgänge beim
Auftreffen des Schüttstromes auf die Kippenoberfläche, Auflockerungen während
des Abrollens des Schüttgutes auf der Kippenböschung, Entmischungen während
der Sedimentation eines Spülgutes e. t. c.
Jeder dieser Faktoren führt, ein Lockergestein mit identischen
materialbeschreibenden Eigenschaften und konstantem Wassergehalt sowie ein
Fehlen weiterer Faktoren und Störungen vorausgesetzt, zu einem Gefüge mit
konstantem Porenanteil. In situ jedoch fluktuieren die
Lockergesteinseigenschaften und der Wassergehalt um einen Mittelwert. Die
verschiedenen am Gefügeaufbau beteiligten Einflußfaktoren wirken gleichzeitig
und ortsabhängig in einem unterschiedlichen Verhältnis zueinander.
Infolgedessen entstehen in jedem Lockergestein mit ähnlichen
materialbeschreibenden Kennzahlen Verteilungen des Porenanteils mit mehreren
Maxima.
Die primären Gefügestrukturen legen das künftige Verhalten der Kippe unter
Belastung, bei Grundwasseraufgang und Durchströmung fest und sind
beschreibbar durch die material- und zustandsbeschreibenden Kennzahlen der
am Kippenaufbau beteiligten Lockergesteine sowie der Kenntnis des
Verkippungsverfahrens. Zu den zustandsbeschreibenden Kennzahlen zählen
Wassergehalt und Porenanteil. Der Wassergehalt eines zu verkippenden
Lockergesteins beeinflußt dessen Porenanteil nach der Verkippung. Ungeachtet
dessen ist der Wassergehaltseinfluß in der Mehrzahl der Fälle vernachlässigbar,
da Kippen meist aus Lockergesteinen ähnlichen Wassergehalts aufgebaut
werden. Typisch dafür sind Spülkippen oder aus gravitativ entwässerten
Lockergesteinen geschüttete Kippen.
Aus der Verbindung der Porenanteilverteilung in den primären Gefügestrukturen
der am Kippenaufbau beteiligten Lockergesteine mit Modellen des Setzungs-,
Sackungs-, Verflüssigungs- und Wasserdurchlässigkeitsverhaltens dieser
Lockergesteine unter Berücksichtigung der Volumenanteile der Lockergesteine
untereinander ist das künftige Verhalten der Kippe auf Änderungen der Belastung
und/oder des Grundwasserstandes beschreibbar.
Derzeit gehören keine kontinuierlich arbeitenden Verfahren zur Messung des
Porenanteils der primären oberflächennahen Gefügestrukturen direkt nach dem
Kippprozeß zum Stand der Technik. Solche Messungen sind unter Anwendung
direkter und indirekter Meßverfahren nach Abschluß des Schüttvorganges nur
punktuell durchführbar. Messungen in überschütteten Kippenbereichen liefern
keine Porenanteile primärer Gefügestrukturen, da die von den darüberliegenden
Kippmassen erzeugte Überlagerungsspannung bereits verdichtend gewirkt hat.
Für Altkippen sind Messungen des Primärzustandes in der Regel nicht verfügbar.
Der im folgenden skizzierte Weg führt zu Porenanteilverteilungen bei definierten
Überlagerungsspannungen σv für jedes der am Kippenaufbau beteiligten
Lockergesteine. Dieser Porenanteil im spannungsfreien Zustand ist als ein auf
eine konstante Überlagerungsspannung σv normierter Porenanteil interpretierbar.
Im vorliegenden Fall wurde für die Größe der zur Normierung verwendeten
Überlagerungsspannung σv ein Wert von 0 kPa gewählt. Der Porenanteil im
spannungsfreien Zustand n0 ist im Unterschied zum Porenanteil realer primärer
Gefügestrukturen, in denen geringe Spannungen wirken, ein theoretischer Wert,
welcher im erfindungsgemäßen Verfahren als Hilfsgröße verwendet wird.
Zur Verfahrensdurchführung sind an einer hinreichenden Anzahl von Punkten der
Kippe Messungen des Kippenzustandes durchzuführen. Gemessen werden dabei
die Korngrößenverteilung, der Wassergehalt, die Dichte, der Porenanteil und die
Überlagerungsspannung. Auf Basis dieser Daten werden die in der Kippe
vorkommenden Lockergesteine klassifiziert. Der Kippe sind Proben zu
entnehmen, deren Kennzahlen den Klassenmittelwerten der gebildeten
Lockergesteinsklassen entsprechen.
Von diesen Lockergesteinsproben ist das Setzungsverhalten in Abhängigkeit vom
Anfangsporenanteil n0 und der Überlagerungsspannung σv sowie der
spannungsabhängige Grenzlagerungszustand zu bestimmen. Durch einen
Vergleich der gemessenen Porenanteile und Überlagerungsspannungen σv mit
dem Porenanteil im spannungsabhängigen Grenzlagerungszustand ngr lassen
sich die Meßwerte aushalten, für welche das Setzungsverhalten nicht zutreffend
ist. Diese Diskrepanzen können beispielsweise durch Meßfehler sowohl bei der
Bestimmung des Setzungsverhaltens im Labor als auch bei der Messung der in
situ-Lagerungszustände, durch die Nichtbeachtung von Struktureinflüssen bei den
Laboruntersuchungen oder durch das Vorhandensein von Schichtgrenzen
(Wechsellagerungsverhältnisse) in der Nähe der Meßpunkte verursacht werden.
Für alle Meßwerte des Lagerungszustandes, für welche die Gültigkeit des im
Labor bestimmten Setzungsverhaltens nicht ausgeschlossen wurde, werden durch
Anwendung des im Labor bestimmten Setzungsverhaltens auf den
Lagerungszustand die Porenanteile im spannungsfreien Zustand ermittelt. Für
jede der Lockergesteinsklassen ist zu prüfen, ob zwischen dem Porenanteil n0
und der Überlagerungsspannung σv ein signifikanter Zusammenhang besteht. Für
alle Lockergesteinsklassen ohne einen solchen Zusammenhang wird ein
Histogramm der Porenanteile n0 erstellt. Aufbauend auf diesen Histogrammen
lassen sich stetige Verteilungsfunktionen des Porenanteils n0 aufstellen. Im
Regelfall werden diese Verteilungsfunktionen die Form einer Summe mehrerer
unterschiedlich gewichteter Normalverteilungen annehmen.
Für Lockergesteinsklassen mit einem Zusammenhang zwischen dem Porenanteil
n0 und der Überlagerungsspannung σv ist nach Abklärung der Ursachen für das
Vorhandenseins eines solchen Zusammenhanges zwecks Berücksichtigung auf
die bodenmechanische Problemstellung mittels einer geeigneten
Korrekturfunktion der Einfluß der Überlagerungsspannung σv auf den Porenanteil
n0 zu eliminieren.
Ziel des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Aufstellung von teufenabhängigen
Häufigkeitsverteilungen des Porenanteils für die in der Kippe vorkommenden
Lockergesteinsklassen. Zu diesem Ziel führen zwei Wege. Ausgehend von den
stetigen Verteilungsfunktionen des Porenanteils im spannungsfreien Zustand n0
entstehen durch Anwendung der Setzungsmodelle auf die Koeffizienten der
stetigen Verteilungsfunktionen des Porenanteils im spannungsfreien Zustand n0
stetige Verteilungsfunktionen des Porenanteils n für die zugehörige
Überlagerungsspannung σv. Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung der
Setzungsmodelle auf die Porenanteile im spannungsfreien Zustand, so daß man
Porenanteile n für eine zugehörige Überlagerungsspannung σv erhält. Analog der
Vorgehensweise bei der Aufstellung der stetigen Verteilungsfunktionen für den
Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 werden über die Aufstellung von
Histogrammen die stetigen Verteilungsfunktionen des Porenanteils n bei der
Überlagerungsspannung σv erzeugt.
An einem eine erdfeucht geschüttete Abraumförderbrückenvorkippe betreffenden
Ausführungsbeispiel soll das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert
werden. Es sollen die Porenanteile und deren Verteilung in der
Abraumförderbrückenvorkippe nach deren Überschüttung für verschiedene
Überdeckungshöhen bestimmt werden. Nach der Überschüttung ist die Vorkippe
für diesbezügliche Messungen nicht mehr zugänglich. Zur Lösung dieser Aufgabe
wird vor der Überschüttung der Vorkippe von der Brückenarbeitsebene eine
radiometrische Kombinationsdrucksondierung in den Vorkippenkörper
niedergebracht. Als Meßverfahren zur Bestimmung des in situ-
Lagerungszustandes wird eine radiometrische Kombinationsdrucksondierung
eingesetzt, das Setzungsverhalten der am Kippenaufbau beteiligten
Lockergesteine wird in Ödometerversuchen bestimmt.
In Fig. 1 sind die Meßergebnisse einer radiometrischen
Kombinationsdrucksondierung einschließlich der auf Basis dieser Meßergebnisse
vorgenommenen Lockergesteinsklassifizierung abgebildet. Fig. 2 zeigt den auf
Grundlage der Teufen-Dichte-Meßwerte dieser radiometrischen
Kombinationsdrucksondierung aufgestellten Zusammenhang zwischen Teufe und
Überlagerungsspannung. Fig. 3 ist eine idealisierte Darstellung eines Porenanteil
-Überlagerungsspannungs-Diagrammes einer aus einem Lockergestein
bestehenden Kippe zur Erklärung des Verfahrens. Fig. 4 enthält in tabellarischer
Form die beschreibenden Kennzahlen der signifikant am Kippenaufbau beteiligten
Lockergesteine. Fig. 5 zeigt die zur Beschreibung des Setzungsverhaltens dieser
Lockergesteine verwendete Gleichung, Fig. 6 die zur Beschreibung des
spannungsabhängigen Grenzlagerungszustandes verwendete Gleichung. In Fig.
7 ist ein typischer Verlauf des spannungsabhängigen Grenzlagerungszustandes
eines erdfeuchten Lockergesteins dargestellt. In Fig. 8 ist die prozentuale
Häufigkeitsverteilung der Materialklassen am Sondieransatzpunkt abgebildet. In
Fig. 9 wurden bei der Darstellung der prozentualen Häufigkeitsverteilung der
Materialklassen die Ergebnisse der Prüfung des Setzungsverhaltens
berücksichtigt. Fig. 10 zeigt das Histogramm der Porenanteile im
spannungsfreien Zustand n0 einer Materialgruppe, Fig. 11 die zugehörige stetige
Verteilung des Porenanteiles im spannungsfreien Zustand n0, Fig. 12 die
stetigen Verteilungen des Porenanteiles n in verschiedenen Teufen, Fig. 13 die
gewählte Notation der stetigen Verteilungsfunktion und Fig. 14 die Koeffizienten
dieser stetigen Verteilungsfunktion für verschiedene Teufen. In Fig. 15 ist die
Vorgehensweise zum Ausschluß eines Zusammenhanges zwischen Teufe bzw.
Überlagerungsspannung σv und dem Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0
dargestellt.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, besteht die Vorkippe aus zwei
Lockergesteinsklassen. Als Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Klassen
wurde der Feinkornanteil gewählt. Lockergesteine mit einem Feinkornanteil kleiner
15% sind der Materialklasse AE, Lockergesteine mit einem Feinkornanteil größer
15% der Materialklasse VS zugeordnet worden. Die Materialklasse AE ist das zur
Bekiesung der Förderbrückenarbeitsebene verwendete Lockergestein, die
Materialklasse VS das zum Aufbau der Vorkippe eingesetzte Material. Die
Bekiesung reicht bis in eine Teufe von 2 m, das Liegende beginnt in einer Teufe
von 11 m. In einer Teufe von 10,2-11 m befindet sich ein überschütteter
Liegendwassergraben. Der Grundwasserspiegel liegt in einer Teufe von 9,5 m.
Für die weitere Auswertung werden nur die Daten aus dem Teufenbereich 0,5-
10,5 m verwendet. Die Teufenangaben beziehen sich auf das Planum der
Förderbrückenarbeitsebene.
Nach Abschluß der radiometrischen Kombinationsdrucksondierung wurden
sowohl der Arbeitsebene (Proben AE1-AE3) als auch dem Vorkippenkörper
(Proben VS1-VS4) strukturgestörte Lockergesteinsproben entnommen. Von
diesen Lockergesteinsproben wurden beschreibende Kennzahlen ermittelt und mit
den Meßwerten der radiometrischen Kombinationsdrucksondierung verglichen.
Um für die weiteren Untersuchungen Lockergesteinsproben mit Kennzahlen zu
erhalten, die den Mittelwerten der beiden in der Vorkippe enthaltenen
Lockergesteinsklassen entsprechen, wurden die Proben AE1-3 zur Probe AE und
die Proben VS1-4 zur Probe VS gemischt. Die beschreibenden Kennzahlen alter
Lockergesteinsproben sind in Fig. 4 aufgeführt.
Gemäß dem in DE 195 35 209 beschriebenen Verfahren wird das
Setzungsverhalten und gemäß dem in DE 195 35 210 beschriebenen Verfahren
der spannungsabhängige Grenzlagerungszustand beider Mischproben bestimmt.
Im Ausführungsbeispiel wird zur Beschreibung des Setzungsverhaltens die in
Fig. 5 abgebildete Gleichung, zur Beschreibung des spannungsabhängigen
Grenzlagerungszustandes die in Fig. 6 abgebildete Gleichung verwendet.
Aus den Dichte-Teufe-Meßwerten der radiometrischen
Kombinationsdrucksondierung ist über die Bestimmung einer mittleren
Überlagerungswichte für jede Teufe die zugehörige Überlagerungsspannung σv zu
berechnen. Das Ergebnis ist in Fig. 2 abgebildet.
Für jeden Meßwert aus der radiometrischen Kombinationsdrucksondierung ist zu
prüfen, ob der gemessene Lagerungszustand (n, σv) stabil eingenommen werden
kann. Für diese Prüfung wird vorerst die Annahme getroffen, daß das gemäß DE
195 35 209 gemessene Setzungsverhalten ähnlich dem tatsächlichen
Setzungsverhalten des Lockergesteins in der Vorkippe ist. Die Prüfung erfolgt,
indem jedes Wertepaar (n, σv) aus der radiometrischen
Kombinationsdrucksondierung mit dem für das betreffende Lockergestein
geltenden spannungsabhängigen Grenzlagerungszustand (Fig. 7) verglichen
wird. Dieser Vergleich führt für jedes Wertepaar zu der Aussage, ob es sich
bezogen auf das laborativ bestimmte Setzungsverhalten im Bereich stabiler oder
instabiler Lagerungszustände befindet. Für die als instabil ausgewiesenen
Wertepaare kann das gemäß DE 195 35 209 gemessene Setzungsverhalten nicht
gelten, da sich zum Meßzeitpunkt die betreffenden Kippenbereiche eindeutig in
einem stabilen Zustand befunden haben. Die durch den Vergleich als instabil
ausgewiesenen Wertepaare werden deshalb ausgesondert.
In Fig. 8 sind die Volumenanteile beider am Vorkippenaufbau beteiligten
Materialklassen AE und VS dargestellt. Die Klassifizierung erfolgte, wie oben
angegeben, nach dem Feinkornanteil für den Teufenbereich 0,5-10,5 m. In Fig.
9 sind in diese Volumenanteile die Ergebnisse der bezüglich der
Lagerungszustände durchgeführten Prüfung eingearbeitet.
Diese Prüfung dient der Bewertung und Verbesserung der Qualität sowohl der
radiometrischen Kombinationsdrucksondierung als auch der im Labor
durchgeführten Setzungsversuche. Durch Wechsellagerungen/Schichtgrenzen
beeinflußte Meßwerte der radiometrischen Kombinationsdrucksondierungen
können ausgehalten werden. Werden größere Bereiche einer Materialklasse
verworfen, so deutet dies auf Fehler in der bisherigen Verfahrensdurchführung
hin. Als Fehlerquellen kommen die Entnahme nichtrepräsentativer Proben, falsche
und/oder zu weit gefaßte Materialklassifizierung, Differenzen zwischen dem
Wassergehalt im Versuch und in situ oder Nichtbeachtung von
Gefügestruktureinflüssen in Betracht. Gegebenenfalls müssen die
Setzungsversuche nach Ausschaltung der Fehlerquellen wiederholt werden. Diese
Eigenschaft der Selbstkontrolle des erfindungsgemäßen Verfahrens verhindert,
daß das Verfahren falsche bodenphysikalische Kennzahlen liefert. Im Falle des
Ausführungsbeispiels wurde eine Schichtgrenze bei einer Teufe von 2,5 m, ein
Bereich hohen Wassergehaltes bei einer Teufe von 7 m sowie die vom
Grundwasser beeinflußten Kippenbereiche in Teufen größer 9,5 m ausgehalten.
Die vom Grundwasser beeinflußten Kippenbereiche sind nicht Gegenstand der
Untersuchung. Die ausgehaltene Schichtgrenze ist Folge des verwendeten
radiometrischen Meßverfahrens. Durch das vorliegende Verfahren beeinflußbar ist
der ausgehaltene Kippenbereich in einer Teufe von 7 m. Der Anteil dieses
Bereiches an der Kippenmächtigkeit beträgt weniger als 10%. Die Bildung einer
gesonderten Materialklasse ist auf Grund dessen nicht erforderlich.
Im Anschluß an die Prüfung wird für jeden bezüglich eines stabilen
Lagerungszustandes positiv geprüften Meßwert unter Verwendung der in Fig. 5
angegebenen Gleichung der Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0
bestimmt. Im unteren Teil von Fig. 3 ist dieser Verfahrensschritt dargestellt, der
obere Teil enthält die stetige Häufigkeitsverteilung der Porenanteile im
spannungsfreien Zustand n0. Für einen Teil der Meßpunkte sind die zugehörigen
Setzungskurven gezeichnet. Die Porenanteile im spannungsfreien Zustand n0
wurden zwecks Übersichtlichkeit der Darstellung mit der ursprünglichen
Überlagerungsspannung σv verknüpft. In Fig. 1 ist diese Verknüpfung mit der
Teufe für beide Materialgruppen durchgeführt worden.
Im nächsten Verfahrensschritt ist zu prüfen, ob zwischen Teufe bzw.
Überlagerungsspannung σv und den Porenanteilen im spannungsfreien Zustand
n0 ein Zusammenhang besteht. Die Prüfung wird geführt, indem versucht wird,
einen linearen Zusammenhang zwischen Teufe bzw. Überlagerungsspannung σv
und dem Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 herzustellen. In Fig. 15 ist
die Vorgehensweise am Beispiel der Materialgruppe VS visualisiert. Der nahe 0
liegende Regressionskoeffizient R2 weist aus, daß für die Materialgruppe VS kein
solcher Zusammenhang besteht. Demzufolge ist die weitere Durchführung des
Verfahrens für die Materialgruppe VS ohne eine entsprechende Korrektur
zulässig.
Aus den Porenanteilen im spannungsfreien Zustand n0 jeder Materialgruppe ist
durch geeignete Klassifizierung dieser Porenanteile ein Histogramm aufzustellen.
Fig. 10 enthält ein solches, für die Materialgruppe VS des Ausführungsbeispiels
geltendes Histogramm. Auf Grundlage dieser Histogramme ist für jede der
Materialklassen eine stetige Verteilungsfunktion des Porenanteils im
spannungsfreien Zustand n0 aufzustellen. Für die Materialgruppe VS wurde eine
aus drei additiv verknüpften Normalverteilungen bestehende stetige
Verteilungsfunktion gewählt. Diese Verteilungsfunktion ist in Fig. 13 angegeben.
In Fig. 11 ist die Verteilungsfunktion grafisch dargestellt, die
Gleichungskoeffizienten dafür sind in der Spalte σv = 0 kPa der in Fig. 14
enthaltenen Tabelle angegeben.
Verfahrensziel ist die Bestimmung der Häufigkeitsverteilung des Porenanteils n in
definierten Teufen bzw. für definierte Überlagerungsspannungen σv. Zu diesem
Ziel führen, ausgehend von der Häufigkeitsverteilung des Porenanteils im
spannungsfreien Zustand n0, zwei Wege. Es ist möglich, aus den
Klassenmittelwerten des n0-Histogramms unter Zuhilfenahme des
Setzungsverhaltens der jeweiligen Materialklasse die Klassenmittelwerte von
Porenanteil-Histogrammen zu bestimmen, die entsprechenden Teufen bzw.
Überlagerungsspannungen σv zugeordnet sind. Analog der Vorgehensweise zur
Aufstellung der stetigen Verteilungsfunktion aus den n0-Histogrammen werden die
stetigen Verteilungsfunktionen für den Porenanteil n bei der
Überlagerungsspannung σv aus den Porenanteil-Histogrammen ermittelt. Die nach
dieser Vorgehensweise bestimmten stetigen Verteilungsfunktionen des
Porenanteils bei Überlagerungsspannungen von 100, 300, 700 und 1000 kPa
gemäß Fig. 13 für die Materialgruppe VS sind in Fig. 12 dargestellt. Die
zugehörigen Gleichungskoeffizienten sind in Fig. 14 angegeben.
Ein zweiter Weg ist durch Anwendung des Setzungsverhaltens auf die
Gleichungskoeffizienten der stetigen Verteilungsfunktion des Porenanteils im
spannungsfreien Zustand n0 gangbar. Für die Materialgruppe VS des
Ausführungsbeispiels ergeben sich die Koeffizienten µ1-3 bei der
Überlagerungsspannung σv, wenn in der das Setzungsverhalten beschreibenden
Gleichung (Fig. 5) der Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 durch die der
Überlagerungsspannung σv = 0 kPa zugeordneten Koeffizienten µ1-3 ersetzt
werden. Die Koeffizienten σ1-3 können in analoger Weise durch Ersatz von n0
durch (µ1-3 ± σ1-3) bestimmt werden.
Die in Fig. 12 für die Materialgruppe VS abgebildeten Porenanteilverteilungen für
Überlagerungsspannungen σv von 100, 300, 700 und 1000 kPa entsprechen den
Porenanteilverteilungen bei erdfeuchten Überdeckungen von 6, 19, 44 und 63 m.
Für die Überdeckungen von 19, 44 und 63 m sind dies Prognosen für die sich
nach der Überschüttung der Vorkippe in Abhängigkeit von der Überdeckungshöhe
einstellenden Porenanteile. Diese werden als Kennzahlen für die Lösung
geotechnischer und bodenmechanischer Problemstellungen benötigt.
Anstelle des Porenanteils können zur Verfahrensdurchführung auch andere vom
Porenanteil abhängige Kennzahlen wie Porenzahl, Dichte oder Trockendichte
verwendet werden.
σv
Überlagerungsspannung (in der zugehörigenden Teufe wirksame
vertikale Hauptspannung
n0
n0
Porenanteil im spannungsfreien Zustand
n Porenanteil bei σv
n Porenanteil bei σv
AE, VS Lockergesteine mit jeweils ähnlichen bodenphysikalischen
Kennzahlen
g. P. gestörte Lockergesteinsprobe
st. P. strukturgestörte Lockergesteinsprobe
AE1-3
g. P. gestörte Lockergesteinsprobe
st. P. strukturgestörte Lockergesteinsprobe
AE1-3
Lockergesteinsproben
VS1-4
VS1-4
Lockergesteinsproben
SU, ST Lockergesteinsart nach DIN 18196
Er
SU, ST Lockergesteinsart nach DIN 18196
Er
, cf
, ce
Gleichungskoeffizienten Setzungsgleichung
Er
Er
, ngr0
, cegr
Gleichungskoeffizienten Funktion spannungsabhängiger
Grenzlagerungszustand
σ1-3
σ1-3
Gleichungskoeffizienten stetige Porenanteilverteilungsfunktion
µ1-3
µ1-3
Gleichungskoeffizienten stetige Porenanteilverteilungsfunktion
e1-3
e1-3
Gleichungskoeffizienten stetige Porenanteilverteilungsfunktion
e Eulersche Zahl
e Eulersche Zahl
Claims (7)
1. Verfahren zur Bestimmung der Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in
insbesondere aus kohäsionslosem Lockergestein bestehenden Kippen unter
Verwendung bekannter Technologien zur Kippensondierung und zur
Bestimmung des Setzungsverhaltens der am Kippenaufbau beteiligten
Lockergesteine, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) an einem oder mehreren Punkten der Kippenzustand gemessen wird, wobei jeder Datensatz mindestens aus den bodenphysikalischen Kennzahlen Teufe, Dichte, Korngrößenverteilung, Wassergehalt und Porenanteil bzw. diesen Größen äquivalenten Größen besteht,
- b) die am Kippenaufbau beteiligten Lockergesteine entsprechend ihrer Korngrößenverteilung klassifiziert werden,
- c) der Kippe Lockergesteinsproben entnommen werden, deren materialbeschreibende bodenphysikalische Kennzahlen denen der Klassenmittelwerte entsprechen,
- d) das Setzungsverhalten jeder Lockergesteinsklasse in der Form n = f(n0, σv) an den der Kippe entnommenen Lockergesteinsproben in Laborapparaten bestimmt wird,
- e) für jede Lockergesteinsklasse aus dem Setzungsverhalten der Form n = f(n0, σv) der spannungsabhängige Grenzlagerungszustand in der Form ngr = f(σv) bestimmt wird,
- f) aus den Dichte-Teufe-Meßwertepaaren über die Ermittlung einer mittleren Überlagerungswichte Spannungs-Teufe-Meßwertepaare berechnet werden,
- g) für jeden Datensatz geprüft wird, ob der gemessene Lagerungszustand vom jeweiligen Lockergestein stabil eingenommen werden kann, indem das Lockergestein auf Basis der materialbeschreibenden Kennzahlen der entsprechenden Lockergesteinsklasse zuzuordnen ist, der gemessene Lagerungszustand mit dem dieser Lockergesteinsklasse zugehörigen spannungsabhängigen Grenzlagerungszustand zu vergleichen ist, wobei der Datensatz zu verwerfen ist, wenn der bei der Vertikalspannung σv gemessene Porenanteil n größer ist als der Grenzporenanteil ngr,
- h) für jeden bezüglich eines stabilen Lagerungszustandes positiv geprüften Datensatz unter Verwendung des der entsprechenden Lockergesteinsklasse zugehörigen Setzungsverhaltens n = f(n0, σv) der Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 berechnet wird,
- i) für jede Lockergesteinsklasse eine Prüfung erfolgt, ob zwischen den Porenanteilen im spannungsfreien Zustand n0 und der Vertikalspannung σv ein Zusammenhang besteht,
- j) für jede Lockergesteinsklasse ohne einen solchen Zusammenhang zwischen dem Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 und der Vertikalspannung σv ein Histogramm der Porenanteile im spannungsfreien Zustand erstellt wird,
- k) aus diesen Histogrammen stetige Verteilungsfunktionen des Porenanteils im spannungsfreien Zustand f(n0) ermittelt werden, sowie
- l) aus den stetigen Verteilungsfunktionen des Porenanteils im spannungsfreien Zustand f(n0) stetige Verteilungsfunktionen des Porenanteils f(n) bei verschiedenen Vertikalspannungen σv durch Anwendung des Setzungsverhaltens n = f(n0, σv) bestimmt werden.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die stetigen
Verteilungsfunktionen des Porenanteils f(n) bei den Vertikalspannungen σv
durch die Anwendung des Setzungsverhaltens n = f(n0, σv) auf jeden
einzelnen Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 bestimmt werden, wobei
für jede Lockergesteinsklasse ein Histogramm der Porenanteile n bei der
Vertikalspannung σv erstellt wird sowie aus diesen Histogrammen stetige
Verteilungsfunktionen des Porenanteils f(n) bei den Vertikalspannungen σv
ermittelt werden.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die stetigen
Verteilungsfunktionen des Porenanteils f(n) bei den Vertikalspannungen σv
durch die Anwendung des Setzungsverhaltens n = f(n0, σv) auf die den
Mittelwerten der Histogrammklassen entsprechenden Porenanteilen im
spannungsfreien Zustand n0 bestimmt werden, wobei für jede
Lockergesteinsklasse ein Histogramm der Porenanteile n bei der
Vertikalspannung σv erstellt wird sowie aus diesen Histogrammen stetige
Verteilungsfunktionen des Porenanteils f(n) bei den Vertikalspannungen σv
ermittelt werden.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die stetige
Verteilungsfunktion des Porenanteils f(n) bei der Vertikalspannung σv durch
die Anwendung des Setzungsverhaltens n = f(n0, σv) auf die Parameter
Mittelwert µ und Varianz σ der Verteilungsfunktionen des Porenanteils im
spannungsfreien Zustand f(n0) bestimmt werden, indem
- a) im Setzungsverhalten n = f(n0, σv) der Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 durch den Parameter Mittelwert µ der Verteilungsfunktion des Porenanteils im spannungsfreien Zustand f(n0) ersetzt wird, so daß ein Ausdruck der Form f(µ, σv) entsteht,
- b) im Setzungsverhalten n = f(n0, σv) der Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 durch die Summe der Parameter Mittelwert und Varianz (µ + σ) ersetzt wird, so daß ein Ausdruck der Form f((µ + σ), σv) entsteht,
- c) im Setzungsverhalten n = f(n0, σv) der Porenanteil im spannungsfreien Zustand n0 durch den Absolutwert der Differenz der Parameter Mittelwert und Varianz (µ - σ) ersetzt wird, so daß ein Ausdruck der Form f((µ - σ), σv) entsteht,
- d) aus dem Ausdruck f(µ, σv) und dem Mittelwert der Ausdrücke
f((µ + σ), σv) und f((µ - σ), σv) der Parameter Varianz σ der
Verteilungsfunktion des Porenanteils f(n) bei der Vertikalspannung σv
ermittelt wird, so daß eine Verteilungsfunktion des Porenanteils f(n) bei der
Vertikalspannung σv der Form
f(n bei σv, f(µ, σv), 0,5 . (f((µ + σ), σv) + f((µ - σ), σv) - f(µ, σv)) entsteht.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1-4, gekennzeichnet dadurch, daß die
stetigen Verteilungsfunktionen des Porenanteils im spannungsfreien Zustand
f(n0) und des Porenanteils f(n) bei verschiedenen Vertikalspannungen (σv)
Summen mehrerer verschieden gewichteter Verteilungsfunktionen
sein können.
sein können.
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, gekennzeichnet dadurch, daß die stetige
Verteilungsfunktion die Form
annimmt, wobei
k die Anzahl der Einzelverteilungen angibt,
i die Laufvariable zur Indizierung der Einzelverteilungen ist,
e der Wichtungsfaktor einer Einzelverteilung ist,
µ der Mittelwert einer Einzelverteilung ist und
σ die Varianz einer Einzelverteilung ist.
annimmt, wobei
k die Anzahl der Einzelverteilungen angibt,
i die Laufvariable zur Indizierung der Einzelverteilungen ist,
e der Wichtungsfaktor einer Einzelverteilung ist,
µ der Mittelwert einer Einzelverteilung ist und
σ die Varianz einer Einzelverteilung ist.
7. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1-6, gekennzeichnet dadurch, daß
anstelle des Porenanteils n andere den Lagerungszustand beschreibende,
von der Überlagerungsspannung σv abhängige bodenphysikalische
Kennzahlen verwendet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998158338 DE19858338C1 (de) | 1998-12-17 | 1998-12-17 | Verfahren zur Messung der teufenabhängigen Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in insbesondere aus kohäsionslosem Lockergestein bestehenden Kippen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998158338 DE19858338C1 (de) | 1998-12-17 | 1998-12-17 | Verfahren zur Messung der teufenabhängigen Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in insbesondere aus kohäsionslosem Lockergestein bestehenden Kippen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19858338C1 true DE19858338C1 (de) | 2000-07-20 |
Family
ID=7891483
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998158338 Expired - Lifetime DE19858338C1 (de) | 1998-12-17 | 1998-12-17 | Verfahren zur Messung der teufenabhängigen Häufigkeitsverteilung des Porenanteils in insbesondere aus kohäsionslosem Lockergestein bestehenden Kippen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19858338C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7210335B2 (en) | 2004-04-16 | 2007-05-01 | Porous Materials, Inc. | Automated clamp-on sample chamber for flow porometry and a method of using same |
| CN116679035A (zh) * | 2023-08-04 | 2023-09-01 | 安徽省七星工程测试有限公司 | 一种基于传感器技术的原岩应力测试分析方法 |
| DE102022128957A1 (de) | 2022-11-02 | 2024-05-02 | Gmb Gmbh | Verfahren zur Ermittlung eines porenanteilabhängigen Nachbruchpotentials zur Quantifizierung der Verflüssigungsneigung eines vollständig verflüssigungsfähigen Lockergesteins |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19535210C1 (de) * | 1995-09-22 | 1997-04-10 | Lausitzer Braunkohle Ag | Verfahren zur Bestimmung des spannungsabhängigen Grenzlagerungszustandes eines vorzugsweise kohäsionslosen Lockergesteins |
| DE19535209C1 (de) * | 1995-09-22 | 1997-04-10 | Lausitzer Braunkohle Ag | Verfahren zur Bestimmung des Drucksetzungsverhaltens eines vorzugsweise kohäsionslosen Lockergesteins |
-
1998
- 1998-12-17 DE DE1998158338 patent/DE19858338C1/de not_active Expired - Lifetime
Patent Citations (2)
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| DE19535210C1 (de) * | 1995-09-22 | 1997-04-10 | Lausitzer Braunkohle Ag | Verfahren zur Bestimmung des spannungsabhängigen Grenzlagerungszustandes eines vorzugsweise kohäsionslosen Lockergesteins |
| DE19535209C1 (de) * | 1995-09-22 | 1997-04-10 | Lausitzer Braunkohle Ag | Verfahren zur Bestimmung des Drucksetzungsverhaltens eines vorzugsweise kohäsionslosen Lockergesteins |
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| DE102022128957B4 (de) | 2022-11-02 | 2024-08-29 | Gmb Gmbh | Verfahren zur Ermittlung eines porenanteilabhängigen Nachbruchpotentials zur Quantifizierung der Verflüssigungsneigung eines vollständig verflüssigungsfähigen Lockergesteins |
| CN116679035A (zh) * | 2023-08-04 | 2023-09-01 | 安徽省七星工程测试有限公司 | 一种基于传感器技术的原岩应力测试分析方法 |
| CN116679035B (zh) * | 2023-08-04 | 2023-11-17 | 安徽省七星工程测试有限公司 | 一种基于传感器技术的原岩应力测试分析方法 |
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