DE19858785A1 - Endoskopobjektiv sowie Endoskop mit einem derartigen Objektiv - Google Patents
Endoskopobjektiv sowie Endoskop mit einem derartigen ObjektivInfo
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Abstract
Ein Endoskopobjektiv, das auch bei großen Gesichtsfeldwinkeln nur eine geringe Verzeichnung aufweist, ohne daß asphärische Flächen und/oder Materialien mit variierendem Brechungsindex eingesetzt werden müssen, besteht aus einer ersten Linsengruppe negativer Gesamtbrechkraft, einer Aperturblende und einer zweiten Linsengruppe positiver Gesamtbrechkraft, wobei in der ersten und/oder der zweiten Linsengruppe wenigstens eine Linse mit einer Brechkraft, deren Vorzeichen entgegengesetzt dem Vorzeichen der Gesamtbrechkraft der jeweiligen Linsengruppe ist, angeordnet ist, und bei dieser Linse die Brechkraft und der Abstand von der Aperturblende derart bemessen sind, daß die von dieser Linse erzeugte Verzeichnung die Gesamt-Verzeichnung des Objektivs auf einen geringen Wert reduziert. Die Erfindung umfaßt auch ein Endoskop mit einem derartigen Objektiv.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Endoskopobjektiv gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 sowie auf ein Endoskop mit einem derartigen Objektiv.
Herkömmliche Endoskope weisen ein distal angeordnetes Objektiv auf, das ein
Bild der zu betrachtenden Szene entwirft, und einen Bildweiterleiter, der das
vom Objektiv entworfene Bild vom distalen zum proximalen Ende des Endo
skops überträgt, an dem es beispielsweise mit einem Okular betrachtet oder mit
einer Videokamera aufgenommen wird. Der Bildweiterleiter besteht hierbei zu
meist aus Linsensystemen, den Relaislinsensystemen, die das Bild jeweils aus
einer in die nächste Zwischenbildebene abbilden. Endoskopobjektive müssen
einen sehr großen Gesichtsfeldwinkel (2w bis zu 80°) erreichen, und alle Linsen
müssen einen gleichermaßen kleinen Durchmesser haben, so daß sie in einem
engen Rohr unterzubringen sind.
Die bei bekannten Endoskopen verwendeten Objektive bestehen in der Regel
aus 2 Linsen oder Linsengruppen, die durch die Aperturblende getrennt sind;
hier und im folgenden wird, da zumeist weitere abbildende Systeme nachge
schaltet sind, unter "Aperturblende" auch das Bild der Aperturblende verstan
den. Die in Strahlrichtung erste Linse oder Linsengruppe, die vor der Aper
turblende angeordnet ist, hat negative Brechkraft, um einen möglichst großen
Bildfeldwinkel zu gewinnen, und besteht in der Regel aus einer einzigen negati
ven Linse. Nach der Aperturblende ist eine zweite Linsengruppe angeordnet,
deren Gesamtbrechkraft positiv ist und die in der Regel aus mehreren Linsen
besteht. Die Aperturblende zwischen den beiden Linsengruppen wird im vorde
ren Fokuspunkt der zweiten Linsengruppe plaziert, damit die Hauptstrahlen auf
der Bildseite parallel zur optischen Achse verlaufen; dies ist günstig für die An
kopplung an die Relaislinsensysteme. Zu dem vorstehend genannten Stand der
Technik wird auf die Fig. 1 bis 3c der US-PS 5,005,957 oder den Artikel
"Telecentric relay systems having distortion and their application in endos
copes" von Eberhard Dietzsch, SPIE Vol. 2774, Seite 276 bis 281 verwiesen.
Nachteilig bei den beschriebenen bekannten Endoskopobjektiven ist die starke,
vom Gesichtsfeldwinkel abhängige, negative, d. h., tonnenförmige Verzeich
nung, die beispielsweise bei einem Gesichtsfeldwinkel 2w = 70° . . . 80° Werte
von -20% . . . -25% erreicht. Bislang besteht - hierzu wird auf den zweiten Ab
schnitt des genannten Artikels verwiesen - die Auffassung, daß diese Verzeich
nung von Endoskopobjektiven zumindest dann nicht reduziert werden kann,
wenn das Objektiv ausschließlich Linsen in Standard-Technik, d. h., mit sphäri
schen Flächen und konstantem Brechungsindex, aufweist.
In der US-PS 5,005,957 wird deshalb vorgeschlagen, Linsen mit asphärischen
Flächen zu verwenden. Hierdurch gelingt es, die Verzeichnung auf wenige Pro
zent zu reduzieren. Da man asphärische Flächen in vielen Fällen durch Linsen
aus einem Material mit axial variierendem Brechungsindex ersetzen kann, ist
auch vorgeschlagen worden, die Verzeichnung der bekannten Endoskopobjekti
ve durch den Einsatz von Linsen zu korrigieren, deren Brechungsindex in axia
ler Richtung variiert. Sowohl die Verwendung von Linsen mit asphärischen Flä
chen als auch die Verwendung von Linsen mit variierendem Brechungsindex
führen zu zusätzlichem Fertigungsaufwand gegenüber herkömmlichen Objekti
ven mit sphärischen Flächen und Materialien mit konstantem Brechungsindex,
sowie aufgrund von Fertigungstoleranzen zu zusätzlichen Bildfehlern am Bild
rand.
Aus dem bereits genannten Artikel von Eberhard Dietzsch ist es ferner bekannt,
unsymmetrische Relaislinsensysteme zu verwenden, deren Verzeichnung entge
gengesetzt der Verzeichnung des Objektivs ist und diese damit teilweise korri
giert. Diese Lösung hat jedoch den Nachteil, daß die Korrektur von der Zahl der
verwendeten Relaislinsensysteme und damit von der Länge des jeweiligen En
doskops abhängt. Außerdem sind unsymmetrische Relaislinsensysteme in der
Herstellung aufwendiger als symmetrische. Die Unsymmetrie führt darüber hin
aus prinzipiell zusätzliche Bildfehler ein wie Koma und laterale chromatische
Fehler, die z. T. schwer korrigierbar sind.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Endoskopobjektiv anzuge
ben, das auch bei großen Gesichtsfeldwinkeln von bis zu 80° nur eine Verzeich
nung aufweist, die vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen wird, ohne
daß asphärische Flächen und/oder Materialien mit variierendem Brechungsindex
eingesetzt werden müssen.
Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Patentanspruch 1 angege
ben. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Ansprüche 2ff.
Damit ist es entgegen dem in der Fachwelt herrschenden Vorurteil doch mög
lich, Endoskopobjektive des genannten Typs in Standard-Technik so auszule
gen, daß die Verzeichnung des Objektivs auf einen Wert reduziert werden kann,
der vom Betrachter nicht als störend empfunden wird. Insbesondere kann der
Absolutwert der Gesamt-Verzeichnung damit auf einen Wert von weniger als
6%, typischerweise sogar auf 4% oder noch weniger reduziert werden.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß der Beitrag einer Linse zur
Gesamt-Verzeichnung des Objektivs nach Größe und Vorzeichen von der
Brechkraft der Linse und von der Position der Linse relativ zur Aperturblende
bestimmt wird. Je nachdem, ob die Aperturblende vor einer Linse oder dahinter
liegt, hat dieser Beitrag unterschiedliche Vorzeichen. Der Abstand zwischen der
Aperturblende und der Linse bestimmt die Größe des Beitrags zur Verzeich
nung. Ebenso bestimmt die Brechkraft einer Linse in bekannter Weise Vorzei
chen und Größe des Beitrags der Linse zur Gesamt-Verzeichnung des Systems.
Erfindungsgemäß wird eine nahezu vollständige Korrektur der. Verzeichnung
des Objektivs dadurch erreicht, daß in der ersten und/oder der zweiten Linsen
gruppe wenigstens eine Linse mit einer Brechkraft, deren Vorzeichen entgegen
gesetzt dem Vorzeichen der Gesamtbrechkraft der jeweiligen Linsengruppe ist,
angeordnet ist. Die Brechkraft und der Abstand dieser Linse(n) von der Aper
turblende sind derart bemessen, daß die von dieser Linse erzeugte Verzeichnung
die Gesamt-Verzeichnung des Objektivs auf einen Wert reduziert, der von ei
nem Betrachter nicht als störend empfunden wird. Die Bestimmung der Para
meter der zusätzlichen Linse(n) sowie die Anpassung der übrigen Elemente des
Objektivs kann in bekannter Weise unter Benutzung gebräuchlicher Optik-
Design-Software erfolgen.
Besonders überraschend ist dabei, daß es mit dieser erfindungsgemäßen Kon
zeption möglich ist, nicht nur die Verzeichnung auf nicht störende Werte zu re
duzieren, sondern auch die anderen Bildfehler weiterhin gut zu korrigieren.
Überraschend ist auch, daß die Auflösung der erfindungsgemäßen Objektive
gegenüber herkömmlichen Endoskopobjektiven mit sphärischen Flächen und
Linsen mit konstanten Brechungsindex erhöht werden kann: Die Auflösung der
erfindungsgemäßen Objektive ist in der Mitte um 20% und am Rand sogar um
50% besser als die bekannter Endoskopobjektive.
Ferner kann die Bildfeldkrümmung des Objektivs in bekannter Weise so ge
wählt werden, daß sie die Bildfeldkrümmungen der Relaislinsensysteme kom
pensiert. Selbstverständlich kann das Bildfeld des Objektivs auch eben sein.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist zur Reduzierung der Verzeichnung
lediglich in der ersten Linsengruppe eine Linse mit positiver Brechkraft vorge
sehen, die insbesondere vor der zweiten Linse mit negativer Brechkraft ange
ordnet sein kann; eine Linse mit positiver Brechkraft vor der Aperturblende er
zeugt eine positive Verzeichnung, die die negative Verzeichnung, die das Ob
jektiv sonst hätte, kompensiert. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß der Ab
stand von der Aperturblende, der für die Größe der Verzeichnung entscheidend
ist, vergleichsweise groß sein kann, so daß eine positive Linse relativ geringer
Brechkraft zur Korrektur der Verzeichnung ausreicht. Die positive Linse kann
eine bikonvexe, eine plankonvexe Linse oder eine positive Meniskuslinse sein.
Sie kann mit der negativen Linse in der ersten Linsengruppe verkittet sein oder
einen kleinen Luftabstand davon haben.
In gleicher Weise ist es möglich, in der zweiten Linsengruppe eine Linse mit
negativer Brechkraft anzuordnen, die eine bikonkave Linse, eine plankonkave
Linse oder eine negative Meniskuslinse sein kann; eine negative Linse hinter der
Aperturblende hat ebenfalls eine positive Verzeichnung, die die negative Ver
zeichnung, die das Objektiv sonst hätte, kompensiert. Die negative Linse in der
zweiten Linsengruppe, die zur Korrektur der Verzeichnung beiträgt oder diese
herbei führt, sollte dabei einen großen Abstand von der Aperturblende haben,
denn dann reicht eine Linse mit relativ geringer Brechkraft zur Korrektur der
Verzeichnung aus. Weiterhin ist es bevorzugt, wenn die negative Linse, die zur
Korrektur der Verzeichnung dient, zwischen einer weiteren negativen Linse und
einem Achromaten oder zwischen zwei Achromaten mit positiven Brechkräften
angeordnet ist. Wenn die zweite Linsengruppe aus nur einem einzigen Achromat
besteht, ist es bevorzugt, wenn die zusätzliche negative Linse objektseitig des
Achromaten angeordnet ist.
Diese Lösung, eine negative Linse in der zweiten Linsengruppe anzuordnen,
kann allerdings gegenüber der Anordnung einer positiven Linse in der ersten
Linsengruppe den Nachteil haben, daß durch die negative Zusatzlinse der
Durchmesser des Strahlenbündels größer wird.
In beiden Fällen wird jedoch eine positive Verzeichnung durch die zusätzlich
eingeführte Linse erzeugt, die die negative Verzeichnung des Objektivs auf die
genannten kleinen (negativen) Werte reduziert. Die Anpassung der übrigen Pa
rameter des optischen Systems, die aufgrund der zusätzlich eingeführten Linse
notwendig ist, kann in bekannter Weise mit den gängigen Methoden und Werk
zeugen des Optik-Designs erfolgen.
Das erfindungsgemäße Endoskopobjektiv kann insbesondere in einem Endoskop
eingesetzt werden, bei dem der Bildweiterleiter weitgehend verzeichnungsfrei
ist und insbesondere wenigstens ein symmetrisches Relaissystem mit Stablinsen
aufweist. Aber auch in einem Endoskop mit einem flexiblen Bildweiterleiter und
auch in einem Endoskop mit einem distal angeordneten elektronischen Bildauf
nehmer ist ein erfindungsgemäßes Objektiv vorteilhaft einzusetzen. Unter "En
doskop" werden hier auch andere Arten von Sehrohren, etwa Periskope, ver
standen.
Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfin
dungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die
Zeichnung exemplarisch beschrieben, auf die im übrigen hinsichtlich der Offen
barung aller im Text nicht naher erläuterten erfindungsgemäßen Einzelheiten
ausdrücklich verwiesen wird. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem in der ersten
Linsengruppe eine positive Linse zur Korrektur der Verzeichnung
vorgesehen ist,
Fig. 1b eine Modifikation dieses Ausführungsbeispiels,
Fig. 1c eine weitere Modifikation dieses Ausführungsbeispiels, und
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem in der
zweiten Linsengruppe eine zusätzliche negative Linse zur Korrektur
der Verzeichnung vorgesehen ist.
In den Figuren sind Linsenschnitte der Ausführungsbeispiele dargestellt. Ferner
sind in Fig. 1a und c jeweils 3 Strahlen (1 Hauptstrahl und 2 Randstrahlen) von
mehreren Objektpunkten aus dem Gesichtsfeld dargestellt, in Fig. 1b sind ein
marginaler Strahl aus der Gesichtsfeldmitte und ein Hauptstrahl vom Gesichts
feldrand eingezeichnet, und in Fig. 2 sind die optische Achse und ein Haupt
strahl vom Gesichtsfeldrand dargestellt. In allen Figuren sind die Flächen von 1
an fortlaufend durchnumeriert, wobei die Zählung auf der Objektseite beginnt.
In den Tabellen 1a bis 1c und 2 sind die numerischen Daten für die entsprechen
den Ausführungsbeispiele angegeben. Die Zahlen sind teilweise gerundet.
Die planparallele Platte, die von den Flächen 1 bzw. 2 gebildet wird, ist das
Deckglas des Objektivs, während die planparallele Platte, die von den Flächen 6
bis 8 (Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1a), den Flächen 7 bis 9 (Ausführungs
beispiel gemäß Fig. 1b), den Flächen 6 bis 8 (Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1c)
bzw. den Flächen 5 bis 7 (Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2) gebildet
wird, in der Praxis auch ein Umlenkprisma zur Änderung der Blickrichtung sein
kann. Anstelle dieser zweiten planparallelen Platte könnte auch ein entsprechen
der Luftabstand vorgesehen sein.
In Ausführungsbeispiel 1a enthält die erste Linsengruppe eine negative Linse
(Flächen 4 und 5), der zur Korrektur der Verzeichnung eine positive Zusatzlinse
(Flächen 3 und 4) vorgeschaltet ist, die mit der negativen Linse verkittet ist. Die
erste Linsengruppe hat insgesamt eine negative Brechkraft, um einen großen
Gesichtsfeldwinkel zu erreichen. Die zweite Linsengruppe besteht hier aus drei
Achromaten (Flächen 8 bis 10, 13 bis 15 und 18 bis 20) und aus einer positiven
(Flächen 11 und 12) und einer negativen (Flächen 16 und 17) Einzellinse. Der
erste Achromat, die positive Einzellinse und der zweite Achromat, d. h., die Flä
chen 8 bis 15, könnten auch, mit etwas verschlechterten Eigenschaften, durch
einen einzigen Achromat ersetzt werden. Insgesamt hat die zweite Linsengruppe
eine positive Brechkraft. Die Aperturblende befindet sich virtuell im vorderen
Fokuspunkt der zweiten Linsengruppe, d. h., hier in der zweiten planparallelen
Platte (zwischen den Flächen 6 und 8), damit die Hauptstrahlen auf der Bildseite
parallel zur optischen Achse verlaufen; die reelle Aperturblende ist weiter hin
ten, in einem der Relaislinsensysteme, so angeordnet, daß ihr Bild in den vorde
ren Fokuspunkt der zweiten Linsengruppe fällt.
Die vorhandene negative Einzellinse (Flächen 16 und 17) in der zweiten Lin
sengruppe dient, wie bei den genannten bekannten Objektiven, der Korrektur der
verschiedenen Abbildungsfehler; sie erzeugt zwar positive Verzeichnung, die
aber nicht groß genug ist, um die negative Verzeichnung des gesamten Systems
zu kompensieren. Hierzu dient die positive Linse in der ersten Linsengruppe
(Flächen 3 und 4), deren Brechkraft und Abstand von der virtuellen Aper
turblende so bemessen sind, daß die Verzeichnung des gesamten Systems prak
tisch vollständig korrigiert wird.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1b ist ähnlich dem nach Fig. 1a aufge
baut, jedoch besteht die zweite Linsengruppe aus drei Achromaten (Flächen 8
bis 10, 13 bis 15 und 16 bis 18) und nur noch einer positiven Einzellinse (Flä
chen 11 und 12). Der Ort der Aperturblende ist in der zweiten planparallelen
Platte (Flächen 6 bis 8). Der gegenüber dem Ausführungsbeispiel 1a veränderte
Aufbau der zweiten Linsengruppe hat den Vorteil größerer Einfachheit bei eben
so guter Abbildungsqualität.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1c ist wiederum ähnlich dem nach Fig. 1a
aufgebaut, jedoch ist die zur Korrektur der Verzeichnung eingeführte positive
Zusatzlinse in der ersten Linsengruppe (Flächen 3 und 4) nicht mit der negativen
Linse der ersten Linsengruppe (Flächen 5 und 6) verkittet, sondern hat einen
kleinen Luftabstand von dieser. Der Ort der Aperturblende ist innerhalb der
zweiten planparallelen Platte (Flächen 7 bis 9). Die zweite Linsengruppe be
steht, wie in Ausführungsbeispiel 1a, aus 3 Achromaten (Flächen 9 bis 11, 14
bis 16 und 19 bis 21) und aus einer positiven (Flächen 12 und 13) und einer ne
gativen (Flächen 17 und 18) Einzellinse, wobei die ersten beiden Achromate und
die positive Einzellinse (Flächen 9 bis 16) durch einen einzigen Achromat er
setzt werden könnten. Die zweite Linsengruppe ist an die gegenüber dem Aus
führungsbeispiel 1a veränderten Eigenschaften der ersten Linsengruppe ange
paßt.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 besteht die ersten Linsengruppe, wie
bei den bekannten Objektiven, nur aus einer einzigen Linse mit negativer
Brechkraft (Flächen 3 und 4). Die (virtuelle) Aperturblende, die in Fig. 2 einge
zeichnet ist, befindet sich, wie in den vorangegangenen Ausführungsbeispielen,
in der zweiten planparallelen Platte (zwischen den Flächen 5 und 7). Die zweite
Linsengruppe besteht aus 3 Achromaten (Flächen 7 bis 9, 12 bis 14 und 19 bis
21) und aus einer positiven (Flächen 10 und 11) und zwei negativen (Flächen 15
und 18) Einzellinsen, wobei auch zwei Achromate und die positive Einzellinse,
d. h., die Flächen 7 bis 14, durch einen einzigen Achromat ersetzt werden
könnten. Die negative Zusatzlinse, die zur Korrektur der Verzeichnung einge
führt worden ist, ist die plankonkave Linse mit den Flächen 15 und 16. Bei die
ser sind Brechkraft und Abstand von der Aperturblende so gewählt, daß sie eine
positive Verzeichnung einführt, die die negative Verzeichnung des übrigen Ob
jektivs praktisch vollständig kompensiert.
Alle numerisch angegebenen Ausführungsbeispiele weisen eine tonnenförmige
Verzeichnung (negative Verzeichnung) von ca. 4% bei einem Gesichtsfeldwin
kel 2w von ca. 80° auf. Es ist auch möglich, den Betrag der Verzeichnung ggf.
sogar auf unter 2% zu reduzieren, indem sowohl eine positive Linse in der ersten
Linsengruppe als auch eine negative Linse in der zweiten Linsengruppe einge
führt und die übrigen Elemente des Objektivs entsprechend angepaßt werden.
Eine Verzeichnung mit einem Betrag von 4% oder weniger wird jedoch norma
lerweise vom menschlichen Auge nicht mehr wahrgenommen. Damit ist keine
weitergehende Kompensation der Verzeichnung mehr erforderlich.
Claims (28)
1. Endoskopobjektiv mit
- - einer in Strahlrichtung ersten Linsengruppe, deren Gesamtbrechkraft negativ ist,
- - einer Aperturblende, die nach der ersten Linsengruppe angeordnet ist, und
- - einer zweiten Linsengruppe, deren Gesamtbrechkraft positiv ist und die nach der Aperturblende angeordnet ist,
- - daß in der ersten und/oder der zweiten Linsengruppe wenigstens eine Linse mit einer Brechkraft, deren Vorzeichen entgegengesetzt dem Vorzeichen der Gesamtbrechkraft der jeweiligen Linsengruppe ist, angeordnet ist, und
- - daß bei dieser wenigstens einen Linse die Brechkraft und der Abstand von der Aperturblende derart bemessen sind, daß die von dieser Linse erzeugte Verzeichnung die Gesamt-Verzeichnung des Objektivs auf einen Wert redu ziert, der von einem Betrachter nicht als störend empfunden wird.
2. Objektiv nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Betrag der Ge
samt-Verzeichnung weniger als 6% beträgt.
3. Objektiv nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Betrag
der Gesamt-Verzeichnung weniger als 4% beträgt.
4. Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in
der ersten Linsengruppe wenigstens eine Linse mit positiver Brechkraft vorge
sehen ist.
5. Objektiv nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Betrag der
Brechkraft der positiven Linse kleiner als der Betrag der Brechkraft der ersten
Linsengruppe ist.
6. Objektiv nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Lin
sengruppe aus zwei Linsen besteht, von denen die eine positive und die andere
Linse negative Brechkraft hat.
7. Objektiv nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Betrag der
Brechkraft der positiven Linse kleiner als der Betrag der Brechkraft der negati
ven Linse ist.
8. Objektiv nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die positive
Linse in der ersten Linsengruppe in Strahlrichtung vor der Linse mit negativer
Brechkraft angeordnet ist.
9. Objektiv nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
positive Linse in der ersten Linsengruppe eine bikonvexe Linse ist.
10. Objektiv nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die positive Linse in der ersten Linsengruppe eine plankonvexe Linse ist.
11. Objektiv nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die positive Linse in der ersten Linsengruppe eine positive Meniskuslinse ist.
12. Objektiv nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die positive und die negative Linse in der ersten Linsengruppe miteinander ver
kittet sind.
13. Objektiv nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die positive und die negative Linse in der ersten Linsengruppe einen kleinen
Luftabstand voneinander haben.
14. Objektiv nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in
der zweiten Linsengruppe wenigstens eine Linse mit negativer Brechkraft vor
gesehen ist.
15. Objektiv nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Brechkraft der
negativen Linse kleiner als -0.1/mm ist.
16. Objektiv nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die
Brechkraft der negativen Linse kleiner als -0.3/mm ist.
17. Objektiv nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß
die negative Linse in der zweiten Linsengruppe eine bikonkave Linse ist.
18. Objektiv nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß
die negative Linse in der zweiten Linsengruppe eine plankonkave Linse ist.
19. Objektiv nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß
die negative Linse in der zweiten Linsengruppe eine negative Meniskuslinse ist.
20. Objektiv nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß
die negative Linse in der zweiten Linsengruppe mit einer weiteren und insbe
sondere einer Linse mit positiver Brechkraft eine Verbundlinse bildet, deren
Brechkraft negativ ist.
21. Objektiv nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß
die negative Linse in der zweiten Linsengruppe zwischen einer weiteren negati
ven Linse und einem Achromaten angeordnet ist.
22. Objektiv nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß
die negative Linse in der zweiten Linsengruppe zwischen zwei Achromaten mit
positiven Brechkräften angeordnet ist.
23. Endoskop mit einem Objektiv und einem Bildweiterleiter, der das Bild des
Objektivs vom distalen Ende zum proximalen Ende überträgt, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Objektiv gemäß einem der Ansprüche 1 bis 22 ausgebildet ist.
24. Endoskop nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Bildweiter
leiter wenigstens ein Relaislinsensystem aufweist.
25. Endoskop nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Bildweiter
leiter wenigstens ein symmetrisches Relaissystem mit Stablinsen aufweist.
26. Endoskop nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, daß der
Bildweiterleiter im wesentlichen verzeichnungsfrei ist.
27. Endoskop nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Bildweiter
leiter durch flexible Übertragungselemente gebildet wird.
28. Endoskop mit einem Objektiv und einem in der Nähe des distalen Endes an
geordneten Bildaufnehmer, dadurch gekennzeichnet, daß das Objektiv gemäß
einem der Ansprüche 1 bis 22 ausgebildet ist.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE19858785A DE19858785C2 (de) | 1998-12-18 | 1998-12-18 | Endoskopobjektiv sowie Endoskop mit einem derartigen Objektiv |
| PCT/EP1999/010138 WO2000037988A1 (de) | 1998-12-18 | 1999-12-20 | Endoskopobjektiv sowie endoskop mit einem derartigen objektiv |
| US09/883,411 US6618207B2 (en) | 1998-12-18 | 2001-06-18 | Endoscope lens, and an endoscope equipped with such a lens |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19858785A DE19858785C2 (de) | 1998-12-18 | 1998-12-18 | Endoskopobjektiv sowie Endoskop mit einem derartigen Objektiv |
Publications (2)
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