DE19857888A1 - DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger - Google Patents
DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-EmpfängerInfo
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- DE19857888A1 DE19857888A1 DE1998157888 DE19857888A DE19857888A1 DE 19857888 A1 DE19857888 A1 DE 19857888A1 DE 1998157888 DE1998157888 DE 1998157888 DE 19857888 A DE19857888 A DE 19857888A DE 19857888 A1 DE19857888 A1 DE 19857888A1
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Classifications
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- H—ELECTRICITY
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- Circuits Of Receivers In General (AREA)
Description
Wir stehen kurz von der Einführung eines neuen digitalen Rundfunks, DAB genannt.
Da die Flächendeckung von DAB im Vergleich zu FM-Rundfunk im Moment noch sehr gering ist,
wird der DAB-Hörer mit Einbußen in der Empfangsqualität und der Programmvielfalt rechnen
müssen.
Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist es, eine Strategie zu entwickeln, die bei schlechten
DAB-Empfangsverhältnissen auf das gleiche oder ein gleichwertiges Programm auf FM umschaltet,
um dem Hörer sein gewähltes Programm immer in der bestmöglichen Empfangsqualität anzubieten und
gleichzeitig Bedienkomfort und Funktionalität des Systems 211 erhöhen.
AM: Amplitudenmodulation
DAB: Digital-Audio-Broadcasting
EId: Ensemble-Identifier; identifiziert ein bestimmtes DAB-Ensemble (Länge: 32 Bit)
FIB: Fast-Information-Block
FIC: Fast-Information-Channel
FIG: Fast-Information-Group
FM: Frequenzmodulation
OE: Other Ensembles; signalisiert, welche anderen Ensembles/Services zu empfangen sind
PI: Program-Identifier; identifiziert ein bestimmtes FM-RDS-Programm (Länge: 16 Bit)
RDS: Radio-Data-System
SId: Service-Identifier; identifiziert einen bestimmten DAB-Service
TA: Traffic Announcement/Verkehrsmeldung
TII: Transmitter-Identiflcation-Information
GPS: Global-Positioning-System
DAB: Digital-Audio-Broadcasting
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FM: Frequenzmodulation
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RDS: Radio-Data-System
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TA: Traffic Announcement/Verkehrsmeldung
TII: Transmitter-Identiflcation-Information
GPS: Global-Positioning-System
Sowohl am Anfang, als auch im Verlauf eines jeden Projektes steht man vor Problemen, die diskutiert
und gelöst werden müssen. Das besondere an dieser Thematik ist es, daß hier die digitale Rundfunkwelt,
in Form von DAB, mit der analogen Rundfunkwelt aufeinander trifft.
An dieser Stelle sollen nun die Merkmale, Anforderungen, Vorteile und Einschränkungen eines solchen
Systems erläutert werden.
Ziel eines Diversity-Systems ist es, dem Hörer permanent einen möglichst optimalen Empfang zu
ermöglichen, ohne störende Unterbrechungen oder Umschaltgeräusche.
Hochwertige FM-Doppeltuner-Lösungen bewältigen heutzutage diese Aufgabe unbemerkt, da die FM-
Tuner sehr schnelle Frequenzwechsel beherrschen, sowie über eine reaktionsschnelle Qualitätsbewertung
verfügen.
Wenn allerdings ein digitales System, wie z. B. DAB, mit einem FM-Empfänger zu einem Diversity-
System kombiniert wird, ergeben sich einige Probleme und Einschränkungen, die nach einer genaueren
Analyse verlangen (siehet 2.1.2).
- - DAB-Audiosignal ist gegenüber FM um ca. 0,5 . . . 2 sec zeitverzögert
- - Das Qualitätskriterium des verwendeten DAB-Empfängers reagiert sehr langsam (siehe 4.2.3)
- - Die entstehenden Störgeräusche bei schlechtem Empfang sind für den Hörer inakzeptabel
- - Die Qualität des Audiosignals bleibt bei schlechter werdendem Empfang bis zu einem gewissen Punkt einwandfrei, nimmt dann aber rapide ab.
- - Lange Umschaltzeiten (ca. 0,7 sec) zwischen verschiedenen Frequenzen (Ensembles), bedingt durch Synchronisationsvorgänge, Time-Deinterleaving und Audio-Decodierung des Signals (Vgl.: Dauer des Frequenzwechsels bei FM < 1,5 ms). Dieser Sachverhalt wird durch Abb. 2.1 verdeutlicht.
Abb. 2.1 stellt die Umschaltvarianten dar, die in einem DAB/FM-Divesity-System möglich sind.
Es ist leicht zu erkennen, welche Umschaltwege schnell durchführbar sind und welche nicht.
Bei Schaltvorgängen zwischen den Systemen kann immer direkt umgeschaltet werden, unter der
Voraussetzung, daß beide Empfänger auf das gleiche Programm abgestimmt sind.
Die Senderverfolgung innerhalb FM verläuft in der Regel ebenfalls unbemerkt, da, wie dem Diagramm
zu entnehmen ist, die Umschaltzeit sehr kurz ist.
Wenn aber eine Serviceverfolgung innerhalb DAB erfolgen soll, also zwischen Ensembles umgeschaltet
werden muß (Bsp. "SWR1"), entsteht eine systembedingte Pause von ca. 0,7 sec, die der DAB-
Empfänger benötigt, um den Ensemblewechsel zu vollziehen.
Diese Zeit verlängert sich um die Dauer der Qualitätsbewertung (5 . . . 7,5 sec), da zunächst überprüft
werden muß, ob das neue Ensemble überhaupt in ausreichender Qualität zu empfangen ist, bevor es dem
Hörer angeboten wird. Um diese Pause von 6 . . . 8 sec zu überbrücken, kann, wenn verfügbar, auf ein
inhaltlich gleiches FM-RDS-Programm umgeschaltet werden (Bsp. "SWR1"). Bedenklich jedoch ist
hierbei, daß, in dem relativ kurzen Zeitraum von 8 sec, zwei Mal zwischen den Systemen gewechselt
wird, was zur Folge hat, daß die Zeitverzögerung des DAB-Signals von ca. 1 . . . 2 sec sich sehr störend
bemerkbar macht. Es ist daher empfehlenswert, einfach für eine längere Zeitspanne (< 20 sec) auf FM
zu wechseln, was den störenden Einfluß der Signalverzögerung von DAB etwas mindert und gleichzeitig
eine größere Sicherheit der Qualitätsaussage von DAB mit sich bringt.
Durch die oben beschriebenen Probleme ergeben sich folgende Konsequenzen für
die Umschaltung zwischen DAB und FM:
- - Es sollte nach Möglichkeit nicht zu häufig zwischen den Systemen umgeschaltet werden, da durch die Signalverzögerung von DAB der Umschaltvorgang immer hörbar ist.
- - Die Trägheit der Qualitätsbewertung spricht ebenfalls für längere Zeitintervalle zwischen den Umschaltvorgängen
- - In Anbetracht des rapiden Abfalls der Audioqualität von DAB bei schlechten Empfangsverhältnissen, muß der Grenzwert der DAB-Bit-Error-Rate sehr genau definiert werden, damit ein guter Kompromiß zwischen akzeptabler Hörqualität und hoher Reichweite erzielt werden kann.
- - Es sollten Überlegungen stattfinden, in wie weit sich GP3 einsetzen läßt, um systembedingte Nachteile von DAB zu kompensieren.
Eine elementare Grundfunktion dieses Diversity-Systems ist die Umschaltung zwischen beiden
Systemen. Hierzu ist es notwendig, daß inhaltlich gleiche DAB- und FM-RDS-Programme einander
zugeordnet werden können. Die jeweiligen Spezifikationen sehen, unter anderem, die nachfolgend
beschriebenen Mechanismen vor.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Programmverweisen:
Unter einem Hardlink versteht man den festen Verweis auf ein inhaltlich identisches Programm, der in
den Zusatzdaten (z. B. RDS) des verweisenden Service verankert ist.
Von einem Softlink spricht man, wenn ein Service auf einen inhaltlich assoziierten Service verweist.
Ein Beispiel hierfür sind die Programme-Types (PTy's), welche dazu dienen, den Programminhalt des
gewählten Service nach Art oder Musikstil zu klassifizieren (z. B. Nachrichten, Pop, Klassik,
Katastrophenalarm).
Die Umschaltung zwischen Services gleichen Inhalts wurde als Softlink ausgeführt, wobei die
Erkennung der Services über den DAB-SId, bzw. über den RDS-PI-Code erfolgt.
Die Verwendung von einem Hardlink, in diesem Fall der Verweis auf den RDS-PI-Code im DAB-FIC,
wurde nicht implementiert, da dieser Hardlink in Baden-Württemberg nicht verfügbar ist.
Die Umschaltung auf inhaltlich ähnliche Services, unter Zuhilfenahme von PTy's, wurde ebenfalls nicht
umgesetzt, da dieser Mechanismus auch noch nicht ausreichend verfügbar ist (in Baden-Württemberg
nur im Band III).
Keine OE's, da nicht vorhanden.
Das FM-Radio übernimmt die FM-Senderkettenverfolgung, in gewohnter Art und Weise, über die
Alternativ-Frequenzen (AF-Tables), die im RDS-Datenstrom ausgestrahlt werden. Dieser Mechanismus
war bereits im FM-Gerät vorhanden und bedurfte keiner besonderen Behandlung.
Die Möglichkeit, die Umschaltstrategie durch GPS zu unterstützen, erfuhr im Rahmen der Diplomarbeit
nur eine ausführliche theoretische Betrachtung (siehe 4.5), da auch hier die benötigten Daten im DAB-
Datenstrom fehlten.
Die Umschaltung zwischen dem DAB- und dem FM-NF-Signal wurde verzögerungs- und knackfrei
ausgeführt. Subjektive Tests ergaben, daß sich eine verzögerungsfreie Umschaltung, trotz der
Signalverzögerung zwischen DAB und FM, wesentlich weniger störend auswirkt als eine Umschaltung,
bei der für Zeitspanne (1 . . . 5 sec) das Signal stummgeschaltet wird, um die Signalverzögerung zu
kaschieren.
Die Umschaltung wurde mit dem I2C-Bus-gesteuerten Audio-Prozessor TDA7310 der Fa. SGS-
Thomson realisiert, da dieser bereits im FM-Radio vorhanden ist und sich für diesen Zweck als geeignet
herausstellte.
Hierzu wurde in der Software eine Mittelwertfilterung des EFC vorgesehen, dessen Charakteristik sich
in der Radiosoftware online verändern läßt.
Zusätzlich zur Mittelwertkontrolle wurde auch eine Überwachung des Momentanwerts des EFC
implementiert, um etwaigen kurzzeitigen Einbrüchen im Empfang Rechnung zu tragen. Diese
Überwachung läßt sich ebenfalls online parametrieren.
Diese Bewertungsstrategie wurde später durch Tests optimiert. Die Ergebnisse und die Charakteristik
der Umschaltung wird unter Punkt 4.1 beschrieben.
Das System gliedert sich in vier Funktionsblöcke:
- - DAB-Empfänger
- - FM-Empfänger
- - GPS-Empfänger
- - stätionärer PC oder Laptop
Die drei Empfänger sind mit je einer seriellen Schnittstelle (RS-232) ausgestattet, die, über externe
Pegelwandler, an einen PC angeschlossen sind.
Auf dem PC läuft eine Software die zur Aufgabe hat, den DAB-Empfänger und das FM-Radio zu
steuern, sowie die für die Beurteilung der Empfangsqualität relevanten Daten des DAB- und FM-
Empfängers auszulesen, zu bewerten und daraus eine Umschaltstrategie abzuleiten.
Ferner werden die ausgelesenen Daten zusammen mit den aktuellen GPS-Daten, sprich mit der aktuellen
geographischen Position, der aktuellen Uhrzeit, dem Datum, sowie der Geschwindigkeit und dem Kurs
in einer Datei abgespeichert.
Diese Daten stehen dann für eine spätere Auswertung (visuelle Darstellung, o. ä.) zur Verfügung.
Die Umschaltung der NF-Quelle (DAB oder FM), sowie die Lautstärkeeinstellung erfolgt, über einen
I2C-Bus gesteuert, im Souncontroller TDA7310 des Becker FM-Radios.
Der eingesetzte" DAB-Empfänger ist mit einer sogenannten DAPI-Schnittstelle
(DAB application programmable interface) ausgestattet.
Diese Schnittstelle ermöglicht einen einfachen Zugriff auf die Funktionen des Empfängers.
Es existiert eine Auswahl von Kommandos für die wichtigsten Funktionen wie z. B. Senderwechsel,
Frequenzwechsel und das Auslesen von Daten wie z. B. Sendername, Frequenz und Bitfehlerrate.
Die Kommunikation erfolgt über ein RS-232 Interface und ein von Grundig spezifiziertes Software-
Protokoll. Auf genaue Details zu den Kommandos und dem Protokoll soll hier aus Gründen der
Vertraulichkeit verzichtet werden.
Weiterhin bleibt noch zu bemerken, daß für den Empfänger noch ein EMV-gerechtes Anschlußfeld
hergestellt werden mußte, da diverse EMV-Messungen dies anzeigten.
Für den DAB-Empfänger mußte zu Testzwecken eine Windows-Oberfläche erstellt werden, welche
die DAPI-Kommunikationsmechanismen, sowie einige der DAPI-Kommandos bereitstellt, um
zunächst sicherzustellen, ob dieser Empfänger überhaupt über geeignete Mechanismen verfügt, die eine
Diversity-Strategie ermöglichen.
Da dieses Programmmodul als Basis für die endgültige Software des Testsystems dienen sollte, wurde
sie später um weitere Funktionen erweitert.
Die detaillierte Beschreibung dieser Software findet sich im Anhang.
Der vom DAB-Empfänger bereitgestellte Error-Flag-Counter gibt die Anzahl der aufgetretenen
Bitfehler im FIC wieder, die über einen Zeitraum von 100 CIF's (Common Interleaved Frames) ≘ 2.4
sec auftraten. Diese Kenngröße läßt eine zuverlässige Qualitätsbewertung zu, allerdings mit dem
Nachteil der etwas langsamen Reaktionszeit.
Sehr kurze und starke Empfangsstörungen können somit nicht ausreichend erfaßt werden.
Funktion des EFC's genauer beschreiben (Genauigkeit 10 exp-4)
Nach Durchführung intensiver Tests ergaben sich folgende Richtwerte zur Bewertung:
Diese Richtwerte besitzen einen gewissen Spielraum nach oben, um der etwas langsamen Reaktionszeit
des EFC von 2,4 sec Rechnung zu tragen.
Das FM-Radio stellt folgende Qualitätsparameter zur Verfügung:
- - Feldstärkewert (1 Byte)
- - Multipathwert (1 Byte)
- - RDS-Schwungzähler (1 Byte)
Nach Absprache mit einem Mitarbeiter der Softwareentwicklung des Hauses Becker ergaben sich
folgende Richtwerte zur Bewertung Qualitätsparameter:
Nachfolgend finden sich die Diskussion der Ergebnisse, sowie einige theoretische Betrachtungen und
Ausblicke.
Abb. 4.1 zeigt das prinzipielle Verhalten der DAB-Qualitätsbewertung.
Es handelt sich um eine Laborsimulation, bei der, mit Hilfe eines einstellbaren Dämpfungsgliedes, in der
Antennenzuleitung des DAB-Empfängers eine Verschlechterung des Empfangs hervorgerufen wurde.
Anhand dieses Diagramms soll nun die Funktionsweise der Qualitätsbewertung erklärt werden.
Der linke Teil des Diagramms gibt Auskunft über das Verhalt des Mittelwertfilters.
Die Besonderheit hierbei ist, daß der Mittelwert (grüne Kurve) im DAB-Betrieb dem Momentanwert
(rote Kurve) schneller folgt, als im FM-Betrieb. Der Grund hierfür ist, daß die EFC-Werte im DAB-
Betrieb mit einem höheren Gewicht (hier: Gewicht = 3) in den Mittelwert eingehen, während im FM-
Betrieb die Momentanwerte das Gewicht 1 erhalten.
Somit wird erreicht, daß das System schneller auf Schwankungen des DAB-Empfangs reagiert und
somit in der Lage ist, möglichst früh auf FM umzuschalten, und trotzdem kurzzeitige, kleine
Überschreitungen der Abschaltschwelle zu unterdrücken.
Die um den Faktor 3 langsamere Reaktion auf EFC-Änderungen im FM-Betrieb wurde gewählt, um
sicherzustellen, daß erst wieder auf DAB zurückgeschaltet wird, wenn der Empfang sich ausreichend
stabilisiert hat, um unnötige Umschaltvorgänge zu vermeiden.
Ferner wurde die Mittelwertabschaltung mit einem Hystereseverhalten ausgestattet, das ebenfalls zur
Stabilisierung des Umschaltverhaltens dient. Im obigen Beispiel wurde die Abschaltschwelle auf 3800
Bitfehler, die Einschaltschwelle auf 4300 Bitfehler, und somit die Hysterese auf 500 Bitfehler gesetzt.
Diese Werte wurden im Rahmen von Testfahrten erprobt und bestätigt.
Ein weiteres Merkmal ist, daß der Mittelwert eine Obergrenze (hier: 5500 Bitfehler) nicht überschreiten
kann, um zu vermeiden, daß das System nach Abklingen sehr großer Empfangsstörungen eine zu lange
Zeit benötigt, um wieder einzuschalten.
Im rechten Teil der Abb. 4.1 ist das Verhalten der Sofortabschaltung zu sehen.
Diese hat die Aufgabe, bei schnell ansteigenden Empfangsstörungen, nach Überschreiten der
Obergrenze (hier: 5500 Bitfehler) sofort auf FM umzuschalten.
Dieser Mechanismus ist notwendig, da hier die Mittelwertabschaltung zu träge reagieren würde.
Nach erfolgter Umschaltung wird dann der Mittelwert auf den Wert der Obergrenze gesetzt.
Die erneute Umschaltung auf DAB erfolgt wiederum über die Mittelwertüberwachung, nach
Unterschreiten der Einschaltschwelle.
Zur weiteren Verdeutlichung der oben genannten Sachverhalte ist in Abb. 4.2 das Flußdiagramm
der Umschaltstrategie dargestellt.
In einem Doppeltuner-Empfänger ergeben sich bezüglich der Behandlung von Verkehrsmeldungen (sog.
Traffic-Announcements, kurz TA) einige Besonderheiten, die hier kurz betrachtet werden sollen.
Im FIC des DAB-Datenstromes existieren zwei Möglichkeiten, TA's zu signalisieren:
- - Es wird ein TA im momentan genutzten Service signalisiert
- - Es wird ein TA signalisiert, das in einem anderen Ensemble ausgestrahlt wird (sog. Other-Ensemble-Signalisierung, kurz OE-Signalisierung)
Hinzu kommen dann noch die TA's, die im FM-RDS ausgestrahlt werden
Im Folgenden werden einige Empfehlungen dargestellt, die eine möglichst sinnvolle Nutzung der TA's
ermöglichen sollen.
- 1. Ein momentan gehörtes TA sollte nicht durch ein anderes TA unterbrochen werden.
- 2. Bei gleichzeitigem Auftreten von mehreren TA's hat immer das TA Vorrang, dessen zugehöriges Programm gerade genutzt wird.
- 3. Von einer Nutzung der OE-Signalisierung ist Abstand zu nehmen, da es einen Wechsel des Ensembles bedingt, welcher das Risiko birgt, daß das signalisierte Ensemble im Moment nicht empfangbar ist. Es entsteht dann eine, durch den Wechsel bedingte, Pause von mehreren Sekunden, welche sich für den Benutzer als sehr störend auswirkt.
- 4. Bei gutem DAB-Empfang kann der FM-Tuner die Aufgabe übernehmen, im Hintergrund das FM- Band zyklisch nach RDS-TA's abzusuchen, welche dann dem Benutzer (unter Beachtung von Punkt 1 und 2) in seinen laufenden DAB-Service eingespielt werden können.
Die Behandlung von TA's beschränkte sich im Rahmen der Diplomarbeit auf die theoretische
Betrachtung, da in Baden-Württemberg zu diesem Zeitpunkt die notwendigen Daten im FIC nicht zur
Verfügung standen.
Das Vorhandensein einer Selbstortungsmöglichkeit eines DAB-Empfängers, z. B. mit Hilfe von GPS,
eröffnet neue Betrachtungswinkel im Bezug auf Diversity-Systeme.
Da mittlerweile Navigationssysteme im Fahrzeug immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist durchaus
denkbar, daß in solchen Geräten GPS zur Unterstützung des Diversity-Systems eingesetzt werden
könnte.
Im FIC des DAB-Signals können von den Sendeanstalten einige Daten eingespeist werden, die zu
diesem Zweck durchaus geeignet sind.
Einige Möglichkeiten der Umsetzung sollen im Folgenden beschrieben werden.
Mit Hilfe des Region-Identifiers kann ein Sendegebiet durch Angabe der geographischen Breite und
Länge der Eckpunkte eines Rechtecks definiert werden.
Wenn nun ein Empfänger über ein Ortungssystem (GPS) verfügt, kann auf einfache Art und Weise
bestimmt werden, ob sich der Empfänger im Sendegebiet befindet oder es gerade verläßt.
Es kann dadurch eine Abschätzung getroffen werden, ob qualitativ hochwertiger Empfang möglich ist
oder nicht. Anhand dieser Abschätzung können dann die Qualitätsbewertungskriterien entsprechend
angepaßt werden.
Ebenfalls kann eine Selbstlernfunktion implementiert werden, in der Form, daß der Empfänger alle
empfangenen Region-Id's speichert und somit über das Ortungssystem in der Lage ist, zu erkennen,
wenn in einen neuen Sendebereich eingefahren wird.
Eine solche Funktionalität hat den Vorteil, daß ein Suchlauf gezielt gestartet werden kann, wenn,
angezeigt durch einen gespeicherte Region-Id, neue Services vermutet werden können.
Ein solches adaptives System hat den Vorteil, daß dem Benutzer, in den von ihm häufig befahrenen
Gebieten, bei minimalem Bedienaufwand eine möglichst optimale Programmvielfalt angeboten werden
kann.
Die TII enthält die geographischen Koordinaten der Sendeanlagen, die an der Übertragung des
entsprechenden Ensembles beteiligt sind.
Es liegt nahe, diese Information ähnlich zu nutzen, wie schon unter 4.5.1 beschrieben.
Der Unterschied liegt nur darin, daß, unter Kenntnis der Eigenposition, die Abstände zu den
umliegenden Sendern bestimmt werden können.
Somit kann dann ebenfalls eine grobe Abschätzung darüber getroffen werden, wie sich die
Empfangsqualität verhalten wird. Die Bewertungskriterien können dann entsprechend angepaßt werden.
Eine adaptive Lösung ist ebenfalls denkbar; sie könnte folgendermaßen aussehen:
Jeder bereits empfangenen TII wird ein Radius zugeordnet, der durch die Beobachtung des
Qualitätsverlaufs festgelegt wird.
Es entsteht eine Datenbank in der alle bereits empfangenen Sendestationen mit ihrer geschätzten
Reichweite enthalten sind. Der Empfänger ist nun in der Lage im Voraus zu erkennen, wann in ein
Sendegebiet eingefahren wird und kann, entsprechend der Datenbank, gezielt einige wenige Frequenzen
zyklisch scannen.
Claims (5)
1. DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger
mit einem RDS-Decoder zur Bestimmung der Programmbezeichnung des eingestellten FM-Rundfunkprogrammes,
mit einem DAB-Decoder zur Bestimmung der Programmbezeichnung des eingestellten DAB-Rundfunkprogrammes,
mit einer Qualitätsbewertungseinheit zur Bewertung der Empfangsqualität des DAB- Empfängers und des RDS-FM-Empfängers,
mit einer Steuereinheit, die den DAB-Empfänger und den RDS-FM-Empfänger so steuert, daß sie Programme mit entsprechender Programmbezeichnung empfangen,
mit einem Schalter, der gesteuert durch die Steuereinheit qualitätsabhängig eingangsseitig zwischen dem DAB-Empfänger und dem RDS-FM-Empfänger umschaltet und das zugeführte Empfangssignal einem Ausgang des DAB- Empfängers mit RDS-FM-Empfänger zuführt.
mit einem RDS-Decoder zur Bestimmung der Programmbezeichnung des eingestellten FM-Rundfunkprogrammes,
mit einem DAB-Decoder zur Bestimmung der Programmbezeichnung des eingestellten DAB-Rundfunkprogrammes,
mit einer Qualitätsbewertungseinheit zur Bewertung der Empfangsqualität des DAB- Empfängers und des RDS-FM-Empfängers,
mit einer Steuereinheit, die den DAB-Empfänger und den RDS-FM-Empfänger so steuert, daß sie Programme mit entsprechender Programmbezeichnung empfangen,
mit einem Schalter, der gesteuert durch die Steuereinheit qualitätsabhängig eingangsseitig zwischen dem DAB-Empfänger und dem RDS-FM-Empfänger umschaltet und das zugeführte Empfangssignal einem Ausgang des DAB- Empfängers mit RDS-FM-Empfänger zuführt.
2. DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Einheit zur Bildung über einen vorgegebenen Zeitraum
gemittelte Qualitätswerte vorgesehen ist und deren gemittelte Qualitätswerte der
Steuereinheit zugeführt werden.
3. DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einheit zur Bildung gemittelte Qualitätswerte so ausgebildet
ist, daß der vorgegebene Zeitraum zur Mittelung der Qualitätswerte des RDS-FM-
Empfänger länger gewählt ist als der vorgegebene Zeitraum für den DAB-
Empfänger.
4. DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuereinheit so ausgebildet ist, daß vor einer
Programmumstellung oder vor einem Sendersuchlauf des DAB-Empfängers der
Schalter so gesteuert wird, daß das Empfangssignal des RDS-FM-Empfänger über
den Schalter dem Ausgang zugeführt wird.
5. DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuereinheit so ausgebildet ist, daß nach einer
Programmumstellung oder nach einem Sendersuchlauf des DAB-Empfängers der
Schalter so gesteuert wird, daß das Empfangssignal des DAB-Empfängers über den
Schalter dem Ausgang zugeführt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998157888 DE19857888A1 (de) | 1998-12-17 | 1998-12-17 | DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998157888 DE19857888A1 (de) | 1998-12-17 | 1998-12-17 | DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19857888A1 true DE19857888A1 (de) | 2000-10-19 |
Family
ID=7891183
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998157888 Ceased DE19857888A1 (de) | 1998-12-17 | 1998-12-17 | DAB-Empfänger mit einem RDS-FM-Empfänger |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19857888A1 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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