DE19855292C1 - Digitales Funkkopfhöhrersystem - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein digitales Funkkopfhörersystem. DOLLAR A Um eine kostengünstige Vorrichtung sowie einen Empfänger mit geringem Stromverbrauch sowie geringem Platzbedarf zu ermöglichen, wird ein Geradeausempfänger vorgeschlagen, welcher ampitudengetastete Mikrowellensignale durch Detektion im Kleinsignalfall durch mindestens ein nichtlineares Element empfängt. DOLLAR A Um eine hohe Robustheit der Übertragung sicherzustellen, wird das Sendesignal im Sender durch Frequenzmodulation des Hochfrequenzträgers im Frequenzbereich gespeizt. Weiterhin wird die Verwendung mehrerer Antennen im Empfänger vorgeschlagen, wobei das Empfangssignal mindestens einer Antenne amplitudenmoduliert wird und die Antennensignale anschließend überlagert werden. Es wird empfohlen, ein Spreizsignal und ein Antennen-Modulationssignal mit gleicher Frequenz und 90 Grad gegenseitiger Phasenverschiebung zu benutzen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Funkkopfhörersystem, welches Audiosignale digital von ei
nem stationären Sender an einen portablen Funkkopfhörer überträgt. Bisher verfügbare
drahtlose Systeme für Kopfhörer führen in der Regel eine analoge Audioübertragung
mittels frequenzmodulierter Hochfrequenzwellen oder Infrarotlicht durch. Derartige Sy
steme besitzen naturgemäß ein wahrnehmbares Grundrauschen, eine geringe Signaldy
namik sowie einen relativ hohen Klirrfaktor.
In der DE-Patentschrift 43 28 252 C2 ist ein Verfahren beschrieben, welches eine
Audioübertragung digital mit Hilfe von Infrarotlicht überträgt. Übertragungen mit Infra
rotlicht sind naturgemäß auf eine Sichtverbindung beschränkt und sind zudem anfällig
gegenüber starker Lichteinstrahlung, wie z. B. Sonneneinstrahlung. Weiterhin ist in der
DE-Patentschrift vorgeschlagen, die Übertragung auch mit Hilfe eines mit den Audioda
ten getakteten Hochfrequenzsignals durchzuführen. Übliche Hochfrequenzbänder im
VHF und UHF-Band verfügen nicht über die Bandbreite, welche für die Übertragung der
Audiodaten notwendig ist. Deshalb führt die Erfindung die Audioübertragung digital mit
Hilfe von Mikrowellen durch. Es ist möglich, die Erfindung zusammen mit oben ge
nannter DE-Patentschrift einzusetzen.
Es existieren bereits diverse Systeme zur drahtlosen Übertragung digitaler Daten mit
Hilfe von Mikrowellen. Insbesondere wird gedacht an Wireless-LAN-Systeme. Weiter
hin wird auf das DAB (Digital-Audio-Broadcast)-Verfahren verwiesen, welches Audio
daten digital an portable Empfänger überträgt.
Die geplante Anwendung stellt besondere Anforderungen hinsichtlich Kosten der
Vorrichtung sowie Platzbedarf und Stromverbrauch des Empfängers. Weiterhin muß eine
kontinuierliche Übertragung sichergestellt sein, welche nicht durch Signaleinbrüche un
terbrochen werden darf. Letztere treten insbesondere im Indoor-Bereich aufgrund von
Mehrwegefading, d. h. der destruktiven Überlagerung mehrerer reflektierter Hochfre
quenzkomponenten, auf und bereitet gerade im Mikrowellenbereich aufgrund der kurzen
Wellenlänge und der starken Reflektion an Wänden und Hindernissen Probleme.
Für die Lösung des Problems des Mehrwegefadings existieren verschiedene bekannte
Diversity-Verfahren. Eine bekannte Möglichkeit ist das Vorhandensein von mindestens
zwei Antennen (Antennendiversity), von denen jeweils eine in Abhängigkeit von be
stimmten Bewertungskriterien ausgewählt wird und somit ein Umschalten stattfindet.
Andere Lösungen sehen die Verwendung von regelbaren Phasenschiebern für eine kon
struktive Überlagerung der Signale vor oder eine schaltbare Dämpfung/Verstärkung je
weils einer Antenne und Überlagerung der Signale, wobei eines der Signale somit die
Dominanz erhält, wie z. B. in der DE-Offenlegungsschrift 43 10 256 A1 beschrieben.
Der Nachteil der Verfahren, welche eine Umschaltung durchführen, ist insbesondere
die kurzzeitig sehr hohe Bitfehlerrate während der Umschaltung. Deshalb eignen sich
diese Systeme zwar für datenpaketorientierte Dienste, nicht jedoch aber für kontinuierli
che Datenströme wie Audiodaten. Ein weiterer Nachteil dieser Verfahren ist, daß meist
erst bei Erreichen einer unteren Schwelle umgeschaltet wird und somit oft von einer An
tenne empfangen wird, welche das schlechtere Signal liefert.
Bekannte Wireless-LAN-Systeme besitzen meist nicht die notwendige Robustheit für
die kontinuierliche Datenübertragung. DAB-Empfänger hingegen sind sehr komplexe
Systeme aufgrund der OFDM-Empfangstechnik und eignen sich aufgrund der hohen Ko
sten, des hohen Platzbedarfs und Stromverbrauchs nicht für die gegebene Anwendung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein System anzugeben, welches die
Anforderungen geringer Kosten des Systems, geringen Platzbedarfs und Stromver
brauchs des Empfängers sowie hoher Empfangsrobustheit erfüllt. Diese Aufgabe wird
durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst.
Im folgenden wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele unter Zuhil
fenahme der beiliegenden Zeichnungen weiter erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: eine Übersicht des Senders,
Fig. 2: eine Übersicht des Empfängers,
Fig. 3: ein Ausführungsbeispiel der Hochfrequenz-Sendekomponente,
Fig. 4: ein typisches Spektrum des Hochfrequenz-Sendesignals,
Fig. 5: ein erstes Ausführungsbeispiel der Hochfrequenz-Empfangskomponente,
Fig. 6: ein zweites Ausführungsbeispiel der Hochfrequenz-Empfangskomponente.
Fig. 1 zeigt eine Übersicht des Senders. Vom Audiointerface 10 werden die digitalen
Audiodaten 13 gewonnen. Sofern Signale analoger Quellen übertragen werden sollen, so
enthält das Audiointerface eine Analog-Digital-Wandlerschaltung, welche das analoge
Eingangssignal abtastet und entsprechende digitale Daten zur Verfügung stellt. Sollen
Signale digitaler Quellen wie beispielsweise von CD-Spielern oder DAT-Rekordern
übertragen werden, so enthält das Audiointerface entsprechende Komponenten zum An
schluß dieser Quellen. Weiterhin ist ein Audiointerface möglich, welches sowohl analoge
als auch digitale Quellen verarbeitet. In diesem Fall kann ein Umschalter vorgesehen
werden, womit einer der Eingänge auswählt werden kann.
Die vom Audiointerface bereitgestellten digitalen Audiodaten 13 gelangen an eine
Kanalcodierungseinheit 11, welche die digitalen Audiodaten für die Übertragung über
einen seriellen Kanal formatiert.
In der Hochfrequenz-Sendekomponente 12 wird ein Hochfrequenzträger erzeugt und
mit den von der Kanalcodierungseinheit 11 bereitgestellten seriellen digitalen Daten 14
moduliert, verstärkt und gesendet.
In Fig. 2 ist eine Übersicht des Empfängers angegeben. Das Hochfrequenzsignal wird
von der Hochfrequenz-Empfangskomponente 20 empfangen. Am Ausgang der Hochfre
quenz-Empfangskomponente stehen die rückgewonnenden seriellen digitalen Daten 14
zur Verfügung. Aus diesen werden von der Kanaldecodierungseinheit 21 die ursprüngli
chen digitalen Audiodaten 13 gewonnen, aus welchen durch die Analogkomponente 22
durch Digital-Analog-Wandlung und Verstärkung das analoge Audiosignal 24 generiert
wird. Dieses gelangt schließlich an die Hörmuscheln 23 des Kopfhörers.
Durch die Konzipierung des Empfängers als Geradeausempfänger werden Kosten und
Stromverbrauch verbunden mit der Erzeugung eines Lokaloszillatorsignals sowie Mi
schung des Empfangssignals sowie Filterung und Verstärkung des Zwischenfrequenzsi
gnals eingespart. Weiterhin kann durch das Fehlen eines Lokaloszillators auf eine auf
wendige Hochfrequenzabschirmung verzichtet werden, um die meist strengen örtlichen
Vorschriften bezüglich der maximalen Hochfrequenzabstrahlung durch den Empfänger
zu erfüllen. Zur Erläuterung der Funktionsweise von Geradeausempfängern sei verwie
sen auf "Meinke, Gundlach: Taschenbuch der Hochfrequenztechnik, Springer 1992, Sei
ten Q4f.".
Für die Erzielung einer hohen Robustheit der Übertragung gegenüber Mehrwegefa
ding wird eine Ausführung der Hochfrequenz-Sendekomponente gemäß Fig. 3 vorge
schlagen. Vom VCO/Frequenzmodulator 30 wird ein Hochfrequenzträger erzeugt und
mit einem periodischen Spreizsignal 35 frequenzmoduliert. Dieser frequenzmodulierte
Träger 36 wird anschließend durch den Amplitudenmodulator 31 mit den seriellen digi
talen Daten 14 amplitudenmoduliert, vom Antennenverstärker 32 verstärkt, vom Tiefpaß
33 gefiltert und von der Antenne 34 abgestrahlt. Die Frequenz fS des Spreizsignals 35 ist
mindestens so hoch wie die Bitrate der seriellen digitalen Daten 14.
Durch die Frequenzmodulation mit dem Spreizsignal 35 erfolgt eine Spreizung des
Trägers im Frequenzbereich. Fig. 4 zeigt ein typisches Spektrum des Hochfrequenz-
Sendesignals.
Durch Mehrwegefading werden Signaleinbrüche (Notches) verursacht, welche
schmalbandige Signale beträchtlich stören können. Durch die Breitbandigkeit des Signals
ist eine vollständige Signalunterdrückung unwahrscheinlich.
In der US-Patentschrift 4,363,132 ist ein Verfahren zur Erzeugung von Hochfre
quenzkomponenten durch Frequenzmodulation des Trägersignals beschrieben. Der dorti
ge Grundgedanke ist, einige wenige Hochfrequenzkomponenten zu erzeugen, welche
sich in einem möglichst hohen Abstand voneinander befinden, um eine gewisse Diversi
ty-Ordnung (z. B. 3 oder 5) zu erreichen, wobei dann eine dieser Hochfrequenzkompo
nenten empfangsseitig durch einen Entscheider ausgewählt wird. Es handelt sich dort
ferner um ein phasenmoduliertes Signal. Eine weitere Möglichkeit zur Erzeugung einiger
weniger Hochfrequenzkomponenten ist in der PCT-Offenlegungsschrift WO 99/18676
A1 beschrieben, welche im Empfänger detektiert werden. Im Gegensatz dazu ist der
Grundgedanke in der vorliegenden Erfindung, die gesamte Sendebandbreite auszunutzen
und für eine maximale Robustheit einen möglichst hohen Frequenzhub zu erzielen. Wird
im Gegensatz zur US-Patentschrift im Sender aus Kostengründen auf ein Bandpaßfilter
verzichtet, so kann rechnerisch gezeigt werden, daß der maximal mögliche Frequenzhub
unter der Bedingung, daß außerhalb eines bestimmten Frequenzbandes eine maximale
Abstrahlleistung nicht überschritten werden darf, umso größer ist, je kleiner die Frequenz
des Spreizsignals gewählt wird.
Im folgenden soll die Wirkungsweise des Verfahrens anschaulich im Zeitbereich be
schrieben werden.
Es sei angenommen, daß als Spreizsignal ein harmonisches Signal verwendet wird. Im
Zeitbereich bewegt sich der Träger fT(t) periodisch innerhalb des durch den Frequenzhub
ΔF bestimmten Frequenzbereichs, dem Sendebereich, wobei die Frequenz wie üblich bei
Frequenzmodulation mit einem harmonischen Signal durch Gleichung 1 ausgedrückt
werden kann. Dabei entspricht ΔP dem Phasenhub.
fT(t) = fM + ΔF.cos(2πfS.t) = fM + ΔP.fS.cos(2πfS.t) (1)
Das Hochfrequenz-Sendesignal entspricht somit Gleichung 2, wobei k den Modulations
grad und b(t) die seriellen digitalen Daten, d. h. das Basisbandsignal, beschreibt.
s(t) = [1 + k.b(t)]cos(2π(fM + ΔF.cos(2πfS.t))t) (2)
Tritt keine Störung durch Mehrwegefading auf, so erhält man als Detektionssignal im
Empfänger das ursprüngliche Basisbandsignal.
Nun sei angenommen, daß innerhalb eines bestimmten Frequenzbereiches, dem Fa
dingbereich, innerhalb des Sendebereiches ein Einbruch des Signals stattfindet. Bei
Durchlauf dieses Bereiches durch den Träger bricht die Empfangsfeldstärke beim Emp
fänger ein. Liegt dieser Fadingbereich an einem der Ränder des Sendebereiches, d. h. bei
fM - ΔF oder bei fM + ΔF, so erfährt das Empfangssignal und somit auch das Detektions
signal einmal pro Periode des Spreizsignals einen Einbruch. Liegt der Fadingbereich in
nerhalb des Sendebereiches, so bricht das Empfangssignal zweimal pro Periode des
Spreizsignals ein.
Sofern sich innerhalb des Sendebereiches mehr als ein Fadingbereich befindet, so
bricht das Empfangssignal mindestens zweimal pro Periode des Spreizsignals ein.
Durch den Einbruch des Empfangssignals durch Mehrwegefading wird das Detek
tionssignal d(t) gemäß Gleichung 3 effektiv mit einem Störsignal e(t) amplitudenmodu
liert.
d(t) = (1 + e(t)).b(t) = b(t) + e(t).b(t) (3)
Der Störsignalanteil e(t).b(t) enthält aufgrund obiger Ausführungen keine Kompo
nenten, deren Frequenz kleiner als die Frequenz fS des Spreizsignals ist. Da die Frequenz
des Spreizsignals erfindungsgemäß mindestens so groß wie die Bitrate bzw. mindestens
so groß wie die doppelte maximale Frequenz der seriellen digitalen Daten 14 ist, kann
dieser Störsignalanteil durch einfache Tiefpaßfilterung des Detektionssignals entfernt
werden.
Das beschriebene Verfahren unterscheidet sich von bekannten Frequency-Hopping-
Systemen dadurch, daß die Frequenz des Spreizsignals größer als die Bitrate ist, d. h. pro
Bit wechselt die Frequenz mehrere Male. Bei Frequency-Hopping-Systemen hingegen
werden bei jeder Frequenz mehrere Bits übertragen, wodurch bei Störung durch Mehr
wegefading dort Bündelfehler entstehen können.
Im Gegensatz zur US-Patentschrift ist es beim vorgeschlagenen Verfahren sinnvoll,
nichtharmonische Signale als Spreizsignale zu benutzen, so z. B. ein Dreieckssignal.
Um das Störsignal zuverlässig durch Tiefpaßfilterung entfernen zu können (siehe
Gleichung 3), wird vorgeschlagen, ein Spreizsignal zu verwenden, dessen Frequenz dem
Doppelten der Bitrate des übertragenen Signals entspricht.
Zur Erhöhung der Empfangsrobustheit wird weiterhin die Verwendung mehrerer An
tennen in der Hochfrequenz-Empfangskomponente vorgeschlagen, wobei die Empfangs
signale mindestens einer Antenne mit Antennen-Modulationssignalen amplitudenmodu
liert werden.
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Hochfrequenz-Empfangskomponente mit
zwei Antennen. Das Empfangssignal wird von den beiden Antennen 50 empfangen und
durch die Antennenverstärker 51 verstärkt. Das Empfangssignal einer Antenne wird mit
Hilfe des Amplitudenmodulators 52 mit einem Antennen-Modulationssignal 70 amplitu
denmoduliert und die beiden Signale werden schließlich überlagert. Das Summensignal
71 wird durch den Bandpaß 53 gefiltert, durch den Verstärker 54 verstärkt und in der
Detektorstufe 55 detektiert. Das Detektionssignal 72 wird anschließend mit Hilfe des
Tiefpasses 56 gefiltert und durch den Basisbandverstärker 57 verstärkt. Mit Hilfe der
Bitrückgewinnungsstufe 58 werden schließlich die seriellen digitalen Daten 14 rückge
wonnen und stehen für die weitere Verarbeitung zur Verfügung.
Zur Detektion wird die Verwendung einer Schottky-Diode (Detektordiode) vorge
schlagen, welche mit einem Bias-Strom von einigen µA gespeist wird. Hierdurch kann
eine Detektionsempfindlichkeit von bis zu -60 dBm Signalleistung erreicht werden. So
mit ist es möglich, mit moderater Vorverstärkung des Antennensignals einen hinreichend
empfindlichen Empfänger zu entwerfen, ohne Stabilitätsprobleme zu befürchten.
Für eine kostengünstige Lösung kann die Verstärkung und Modulation des Antennen
signals auch von einem einzigen aktiven Bauelement durchgeführt werden, wodurch pro
zusätzlicher Antenne im wesentlichen lediglich ein zusätzliches aktives Bauelement be
nötigt wird.
Wird als Antennen-Modulationssignal 70 ein Rechtecksignal verwendet, so ergibt sich
das überlagerte Signal 71 in der ersten Halbperiode des Antennen-Modulationssignals
nur aus dem Empfangssignal einer Antenne, während in der zweiten Halbperiode das
Empfangssignal dem addierten Signal beider Antennen entspricht.
Ein Signaleinbruch kann nur auftreten, wenn in der ersten Halbperiode die Feldstärke
der ersten Antenne zu Null wird und in der zweiten Halbperiode die Summe beider An
tennensignale Null ist, d. h. die beiden Antennensignale die gleiche Amplitude aufweisen
und um 180 Grad gegeneinander phasenverschoben sind. Es folgt, daß ein Signalein
bruch während beider Halbperioden nur dann auftreten kann, wenn die Signalamplitude
an beiden Antennen Null ist. Das Empfangssignal ist aufgrund der Amplitudenmodulati
on mit einem Störsignal überlagert, dessen Frequenz gleich der Frequenz des Antennen-
Modulationssignals ist. Die Frequenz des Antennen-Modulationssignals ist entsprechend
hoch zu wählen, damit der Störsignalanteil durch Tiefpaßfilterung sicher entfernt werden
kann.
Wird dieses Verfahren zusammen mit der Spreizung des Trägers in der Hochfrequenz-
Sendekomponente verwendet, so wird vorgeschlagen, die gleiche Frequenz für das
Spreizsignal und das Antennenmodulationssignal und eine definierte gegenseitige Pha
senverschiebung zu verwenden. Dies kann erreicht werden, indem diese beiden Signale
und der Bittakt des übertragenen Signals jeweils von der gleichen Quelle abgeleitet wer
den. In der Hochfrequenz-Empfangskomponente erfolgt die Bitrückgewinnung durch
eine PLL-Schaltung, mit Hilfe derer durch die Bitrückgewinnungsstufe 58 der Taktgene
rator 59 geregelt wird. Durch die PLL-Schaltung ist sichergestellt, daß der Bittakt in
Sender und Empfänger und somit auch die Frequenz des Spreizsignals im Sender und des
Antennen-Modulationssignals im Empfänger gleich ist. Weiterhin haben das Spreizsignal
und das Antennen-Modulationssignal hierdurch eine definierte Phasenverschiebung.
Nachfolgend soll die Kombination der beiden Verfahren anschaulich im Zeitbereich
beschrieben werden. Dabei wird angenommen, daß die Frequenz des Spreizsignals und
des Antennen-Modulationssignals gleich ist und diese beiden Signale eine Phasenver
schiebung von 90 Grad aufweisen.
Der Hochfrequenzträger bewegt sich mit der Frequenz des Spreizsignals innerhalb des
vom Frequenzhub bestimmten Sendebereiches. Durch die Wahl einer Phasenverschie
bung zwischen dem Spreizsignal und dem Antennen-Modulationssignal von 90 Grad
bewegt sich der Hochfrequenzträger innerhalb der ersten Halbperiode des Antennen-
Modulationssignals, in der lediglich von einer Antenne empfangen wird, von einem Rand
des Sendebereiches zum anderen Rand, so z. B. von der unteren Frequenz fM - ΔF zur obe
ren Frequenz fM + ΔF (siehe Gleichung 1). In der zweiten Halbperiode bewegt sich der
Träger wieder zurück zum ersten Rand, so z. B. zur Frequenz fM - ΔF.
Liegen innerhalb des Sendebereiches Fadingbereiche, so treten diese bei Verwendung
von nur einer Empfangsantenne bei den gleichen Frequenzen innerhalb des Sendeberei
ches sowohl beim Hinlauf des Trägers von fM - ΔF nach fM + ΔF als auch beim Rücklauf
von fM + ΔF nach fM - ΔF auf. Diese Redundanz wird durch die Verwendung zweier Emp
fangsantennen und der Wahl einer Phasenverschiebung von 90 Grad zwischen dem
Spreizsignal und dem Antennen-Modulationssignal vermieden und die Empfangsrobust
heit weiter erhöht. Das Empfangssignal bricht somit nur dann ein, wenn das Signal an
beiden Antennen bei sämtlichen Frequenzen innerhalb des Sendebereiches zu Null wird.
Fig. 6 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Hochfrequenz-Empfangskomponen
te, welche aus zwei unabhängigen Empfangszweigen 60 besteht. Die Signale der beiden
Empfangszweige werden jeweils durch die Detektorstufe 55 detektiert und anschließend
im Kleinsignalfall überlagert. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die beiden Detektorstu
fen voneinander hochfrequenzmäßig entkoppelt sind. Eine ausreichende Entkopplung
kann durch die Widerstände R1 und R2 erreicht werden. Das Summensignal 73 wird an
schließend mit Hilfe des Tiefpasses 56 tiefpaßgefiltert und durch den Basisbandverstär
ker 57 verstärkt. Die seriellen digitalen Daten 14 werden wieder durch die Bitrückgewin
nungsstufe 58 gewonnen.
Aufgrund der digitalen Übertragung der Audiodaten können im Gegensatz zu analo
gen Systemen Störsignale akzeptiert werden, welche um Größenordnungen höher sind
als tolerierbare Störsignale bei analogen Übertragungssystemen, ohne jegliche Ver
schlechterung der Wiedergabequalität. Zur Sicherstellung der einwandfreien Wiedergabe
bei sehr starken Störsignalen wird vorgeschlagen, die Übertragung der Audiodaten mit
einer Fehlerkorrektur zu kombinieren.
Da Mikrowellen von Wänden stärker absorbiert bzw. von diesen reflektiert werden als
Signale im VHF- oder UHF-Bereich, ist ein einwandfreier Empfang selbst dann sicher
gestellt, wenn in einem angrenzenden Raum Übertragungen von einem anderen Benutzer
durchgeführt werden, ohne daß eine Frequenzkoordinierung erforderlich ist. Dies ist vor
allem deshalb möglich, da aufgrund der vorgeschlagenen Verfahren ein Einbruch des
eigenen Signals unter die Feldstärke des Fremdsignals aufgrund von Mehrwegefading
und damit ein Überwiegen des Fremdsignals, was bei analogen Funkkopfhörern regel
mäßig auftritt, ausgeschlossen ist.
Durch die Übertragung eines breitbandigen Signals ergibt sich gegenüber Schmal
bandsystemen naturgemäß eine geringere Empfängerempfindlichkeit. Dabei ist die Ver
schlechterung der Empfindlichkeit typischerweise ca. 10 dB gegenüber Schmalbandsy
stemen, d. h. es ergibt sich eine Verringerung der Reichweite ca. um den Faktor 3, was für
die gegebene Anwendung jedoch völlig ausreicht. Auf die dargestellte Weise kann eine
hohe Robustheit der Übertragung bei kostengünstiger Realisierung der Vorrichtung er
reicht werden. Es kann auf eine Frequenzkoordinierung zwischen Sender und Empfänger
sowie entsprechende Mittel zur Kanaleinstellung wie Kanalwahlschalter, Empfänger-
Hochfrequenz-PLL usw. verzichtet werden.
Die beschriebene Vorrichtung wird von den meisten der heute üblichen Systeme, wel
che im Mikrowellenbereich Daten übertragen, kaum gestört, da von solchen Systemen
als Modulation in der Regel Phasenmodulation oder Frequenzmodulation benutzt wird.
Derartige Störsignale enthalten somit keine amplitudenmodulierten Signalanteile.
Claims (8)
1. Digitales Funkkopfhörersystem bestehend aus einer stationären Sendeeinheit und einer
im Kopfhörer integrierten Empfangseinheit, wobei die Sendeeinheit
- - ein Audiointerface zur Gewinnung der digitalen Audiodaten,
- - eine Kanalcodierungseinheit zur Erzeugung der seriellen digitalen Daten sowie
- - eine Hochfrequenz-Sendekomponente zur Erzeugung eines mit den seriellen digitalen Daten modulierten Hochfrequenzsignals enthält
- - eine Hochfrequenz-Empfangskomponente zum Empfang und Demodulation des Hochfrequenzsignals und zur Rückgewinnung der seriellen digitalen Daten,
- - eine Kanaldecodierungseinheit zur Erzeugung der digitalen Audiodaten sowie
- - eine Analogkomponente zur Digital-Analog-Wandlung und Verstärkung des analo gen Audiosignals enthält,
2. Digitales Funkkopfhörersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Phasenhub des frequenzmodulierten Hochfrequenzträgers größer als 3 ist.
3. Digitales Funkkopfhörersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Frequenz des Spreizsignals dem Doppelten der übertragenen Bitrate entspricht.
4. Digitales Funkkopfhörersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Mikrowellensignal in der Hochfrequenz-Empfangskomponente mit
Hilfe mehrerer Antennen empfangen wird und die Signale der einzelnen Antennen an
schließend überlagert werden.
5. Digitales Funkkopfhörersystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Empfangssignal mindestens einer Antenne mit einem Antennen-Modulationssignal, des
sen Frequenz mindestens so hoch wie die übertragene Bitrate ist, amplitudenmoduliert
wird, bevor die Signale der einzelnen Antennen überlagert werden.
6. Digitales Funkkopfhörersystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Spreizsignal in der Hochfrequenz-Sendekomponente und die Antennen-Modulations
signale in der Hochfrequenz-Empfangskomponente vom gleichen Takt wie der Bittakt
abgeleitet werden und die gleiche Frequenz sowie eine definierte gegenseitige Phasen
verschiebung haben.
7. Digitales Funkkopfhörersystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in der
Hochfrequenz-Empfangskomponente zwei Antennen und ein Antennen-Modulationssig
nal verwendet werden und das Spreizsignal in der Hochfrequenz-Sendekomponente und
das Antennen-Modulationssignal die gleiche Frequenz besitzen sowie 90 Grad gegenein
ander phasenverschoben sind.
8. Digitales Funkkopfhörersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Detektionssignale mehrerer Empfangszweige im Kleinsignalfall überla
gert werden und anschließend tiefpaßgefiltert und durch einen gemeinsamen Basisband
verstärker verstärkt werden.
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| GB2346778A (en) | 2000-08-16 |
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