DE19855670A1 - Verfahren zum Betreiben eines Dampferzeugers und Dampferzeuger zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines Dampferzeugers und Dampferzeuger zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Zur Erreichung eines besonders hohen Wirkungsgrades bei Vermeidung von Verschmutzung und Verschlackung im laufenden Betrieb eines Dampferzeugers (1) mit einer Dampfleistung, umfassend eine Brennkammer (8) und einen Überhitzer (12), der eine Anzahl von Heizflächen (18) aufweist, sowie einen Kamin (30), bei dem die Brennkammer (8), der Überhitzer (12) und der Kamin (30) von einem Rauchgasstrom durchströmt werden, wird erfindungsgemäß die auf die in Strömungsrichtung des Rauchgasstroms gesehen ersten Heizflächen (18) einwirkende Rauchgastemperatur (T1) derart eingestellt, daß die Erweichungstemperatur für im Rauchgasstrom enthaltene Aschepartikel unterschritten bleibt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben
eines Dampferzeugers mit einer Brennkammer und einem Überhit
zer, der eine Anzahl von Heizflächen aufweist, wobei die
Brennkammer und der Überhitzer von einem Medium durchströmt
werden. Sie bezieht sich weiter auf einen Dampferzeuger zur
Durchführung des Verfahrens.
In einer Dampfkraftanlage wird der Energiegehalt eines Brenn
stoffs in eine technologisch nutzbare Energieform umgewan
delt. Dabei wird durch Verbrennung des Brennstoffs ein heißes
Gas als Arbeitsmittel erzeugt, dessen Wärmeinhalt genutzt
wird, um in einem Verdampfer Wasser ganz oder teilweise zu
verdampfen und/oder zu überhitzen. Der so entstandene Dampf
wird einer Dampfturbine zugeleitet, wo er sich entspannt und
dabei Energie auf ein Generatorsystem überträgt.
Als Brennstoff werden dabei insbesondere die fossilen Ener
gieträger Ölschiefer oder Kohlenstaub oder auch Müll herange
zogen. Diesen Brennstoffen ist gemeinsam, daß sie bei ihrer
Verbrennung Aschepartikel freisetzen. Darüber hinaus gibt die
bei der Verbrennung entstehende Flamme bedingt durch beson
ders hohe Verbrennungstemperaturen einen beträchtlichen Wär
mestrom an die Brennkammerwand durch Strahlung ab. Dabei ist
die Flammenstrahlung maßgeblich bestimmt durch den Anteil der
dreiatomigen Gase CO2 und H2O sowie durch den Anteil von
Ruß-, Kohlenstaub- oder Aschepartikeln. Die Flammenstrahlung
ermöglicht die Übertragung der durch die Verbrennung freige
setzten Wärme an die Brennkammerwand. Weiter stromab wird die
verbleibende Rauchgaswärme durch Konvektion auf im Kessel an
geordnete Wärmetauscher, z. B. Überhitzer, Zwischenüberhitzer
oder Economizer, übergeben.
Die Effektivität des Verbrennungsprozesses, d. h. die Größe
des bei der Verbrennung abgegebenen Wärmestromes, ist maßgeb
lich bestimmt durch die Verbrennungstemperatur. Hohe Verbren
nungstemperaturen führen zu einer besonders hohen Wärmeüber
tragung, wodurch der thermische Wirkungsgrad verbessert wird.
Nachteilig dabei ist, daß durch diese hohen Verbrennungstem
peraturen aus im Brennstoff enthaltenen Mineralien klebrige
Aschepartikel entstehen. Eine derartige Erweichung der Asche
partikel, insbesondere im Bereich der Brennkammerwand und im
Eingangsbereich der Heizflächen des Überhitzers, resultiert
jedoch in einen stetig wachsenden glas- oder sinterartigen
Belag oder Überzug an der Brennkammerwand bzw. an den Heiz
flächen, welche dadurch verstärkt wird, daß durch Behinderung
der Wärmeübertragung in der Brennkammer die Rauchgastempera
tur weiter ansteigt.
Daher sind üblicherweise zur Reduzierung der Verschmutzung
und/oder Verschlackung der Brennkammerwand und der Heizflä
chen Reinigungssysteme, z. B. sogenannte Rußbläser oder Was
serlanzen, vorgesehen. Dabei wird in sogenannten Reinigungs
intervallen, die auf Erfahrungen des Anlagenbetriebs zurück
zuführen sind, der Dampferzeuger gereinigt. Die Wirkung die
ser Reinigungssysteme ist aber hinsichtlich der Beseitigung
von glas- oder sinterartigen Überzügen oder Belägen begrenzt.
Diese Beläge bewirken aber generell eine Verminderung der
thermischen Leistung des Dampferzeugers und führen zusätzlich
aufgrund von zwangsläufig durch die Beläge auftretenden Tem
peraturverschiebungen im Dampferzeuger zu einer Erhöhung der
Rauchgastemperatur und somit zu Folgeschäden an den Heizflä
chen. Dies wiederum kann zu unerwünscht kurzen Reinigungsin
tervallen mit entsprechend hohen Wirkungsgradverlusten oder
gar zum Austausch von stark verschmutzten oder korrodierten
Heizflächen und somit zu einem Abschalten sowie längeren
Stillstand des Dampferzeugers führen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Betreiben eines Dampferzeugers anzugeben, bei dem die
Verschmutzung und/oder Verschlackung der Brennkammerwand und
der Heizflächen bei Erzielung eines besonders hohen Wirkungs
grades sicher vermieden ist.
Bezüglich des Verfahrens wird die Aufgabe erfindungsgemäß ge
löst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dazu wird bei Über
schreiten eines oberen Grenzwertes der Rauchgastemperatur im
Kamin und/oder Unterschreiten eines unteren Grenzwertes für
die Dampfleistung die auf die in Strömungsrichtung des Rauch
gasstroms gesehen ersten Heizflächen einwirkende Rauchgastem
peratur derart eingestellt, daß die Erweichungstemperatur für
im Rauchgasstrom enthaltene Aschepartikel unterschritten
bleibt.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, daß beim Be
trieb des Dampferzeugers eine sichere und zuverlässige Reini
gung der Brennkammerwände und der Heizflächen bei einem be
sonders hohen thermischen Wirkungsgrad gewährleistet sein
sollte, indem zwei sich prinzipiell widersprechende Bedingun
gen in geeigneter Weise erfüllt werden. Einerseits ist die
Temperatur des Rauchgases und demzufolge auch die Verbren
nungstemperatur möglichst niedrig zu wählen. Dadurch kann er
reicht werden, daß die Brennkammerwand und die Heizflächen
anstelle von erweichten Aschepartikeln mit schon erstarrten
Aschepartikeln beaufschlagt werden. Dies führt zu einer be
sonders einfachen Entfernung der an den Heizflächen und der
Brennkammerwand auftretenden Verschmutzung, wodurch der Wär
meübergang nachhaltig verbessert wird, was wiederum zu einer
Erhöhung der Dampfleistung führt.
Andererseits wird allgemein in der Kesseltechnik die Tempera
tur des Rauchgases und die Verbrennungstemperatur so hoch wie
möglich gewählt, daß ein besonders hoher thermischer Wir
kungsgrad des Dampferzeugers erzielt wird. Wesentliche Ein
flußgröße für die Erzielung des hohen thermischen Wirkungs
grads ist eine hohe Temperatur von dem Verbrennungsprozeß zu
zuführender Frischluft zur Erzielung der geforderten hohen
Verbrennungstemperatur. Damit besteht ein Zusammenhang zwi
schen dem Wirkungsgrad, der von der Verbrennungstemperatur,
die maßgeblich die Rauchgastemperatur bestimmt, beeinflußt
wird, und dem Verschmutzungsgrad der Brennkammer und der
Heizflächen. Die Erfindung schlägt somit entgegen dem allge
meinen Trend zur Erhöhung der Verbrennungstemperatur vor,
diese für bestehende, besonders verschmutzte Dampferzeuger zu
reduzieren und insbesondere zu vergleichmäßigen, wobei primär
Maßnahmen ergriffen werden, die vorteilhafte Ausgestaltungen
der Unteransprüche bilden.
Zweckmäßigerweise wird die Rauchgastemperatur am Brennkam
meraustritt um mindestens 15K reduziert. Die Höhe der Redu
zierung richtet sich insbesondere nach der Abweichung der
Dampfleistung und/oder der Rauchgastemperatur im Kamin von
der vorgegebenen Untergrenze bzw. Obergrenze. D. h. je höher
die Abweichung desto höher die Reduzierung der Rauchgastempe
ratur am Brennkammeraustritt. Die Abweichungen der Dampflei
stung und/oder der Rauchgastemperatur im Kamin - maßgeblich
bestimmt durch den Verschmutzungsgrad des Dampferzeugers -
können zuverlässig erfaßt werden. Dies ermöglicht in beson
ders einfacher Art und Weise durch entsprechende systemtech
nische Maßnahmen eine Anpassung der Rauchgastemperatur am
Brennkammeraustritt.
Beispielsweise wird hier für Kohlenstaub oder Müll als Brenn
stoff der Rauchgastemperatur am Austritt der Brennkammer ein
Wert von etwa T1 = 1200°C zugrunde gelegt. Für Ölschiefer als
Brennstoff wird hier hingegen der Rauchgastemperatur am Aus
tritt der Brennkammer ein Wert von etwa T1 = 1000°C zugrunde
gelegt. Unter Berücksichtigung dieser Randbedingungen ergibt
die genannte Einstellung einen besonders günstigen Zustand
der Aschepartikel, die eine besonders einfache Reinigung der
Brennkammerwand und der Heizflächen ermöglichen und somit
eine Verschmutzung und/oder Verschlackung der Heizflächen und
Brennkammerwände vermeiden. Dies führt darüber hinaus zu ei
ner Verlängerung der Reinigungsintervalle. Durch diese Maß
nahmen wird die Lebensdauer der Heizflächen verlängert sowie
die Hochtemperaturkorrosion der Heizflächen vermindert und
der zur Reinigung des Dampferzeugers erforderliche Eigenbe
darf reduziert. Die Ascheerweichungstemperatur, die die Höhe
der maximal zulässigen Rauchgastemperatur am Ausgang der
Brennkammer bestimmt, ist dabei primär abhängig von der
Aschezusammensetzung.
Zweckmäßigerweise wird der Brennkammer Frischluft mit einer
um mindestens 15K reduzierten Frischlufttemperatur zugeführt.
Beispielsweise wird der Frischlufttemperatur ein Wert von we
niger als T2 = 280°C zugrunde gelegt. Die üblicherweise im
Stand der Technik deutlich über 300°C liegende Frischlufttem
peratur kann in Abhängigkeit von den Zündparametern des ver
wendeten Brennstoffs auf einen unteren Wert von etwa T2 =
50°C abgesenkt werden. Als Kriterium für die Ermittlung einer
besonders günstigen Frischlufttemperatur geht darüber hinaus
ein, daß bei einem vorgegebenen Brennstoff eine möglichst
gleichmäßige Verbrennung erzielt wird. Ferner beeinflußt die
Absenkung der Frischlufttemperatur primär die thermischen Be
dingungen in der Brennkammer und im Dampferzeuger. D. h. durch
die Absenkung der Frischlufttemperatur kommt es zu einer Ab
senkung der Verbrennungstemperatur, die wiederum zu einem Ab
senken der Rauchgastemperatur führt. Dabei wird die Frisch
lufttemperatur soweit abgesenkt, daß insbesondere die Rauch
gastemperatur im Bereich oder in der Nähe der Brennkammerwand
und/oder der ersten Heizflächen einen solchen Wert aufweist,
der unterhalb des Erweichungspunktes der Aschepartikel liegt.
Dazu wird beispielsweise der Luftvorwärmer modifiziert oder
die im Luftvorwärmer auf die Frischlufttemperatur aufgewärmte
Frischluft mit kälterer Frischluft gemischt. Alternativ oder
zusätzlich kann die Vorwärmung der Frischluft durch weitere
systemtechnische Maßnahmen reduziert werden.
In vorteilhafter Weiterbildung wird die Frischluft in minde
stens zwei Teilströmen aufgeteilt, die der Brennkammer, bei
spielsweise in unterschiedlicher Höhe, zugeführt werden.
Hierdurch wird die Frischluft der Brennkammer in mehreren
Stufen zugeführt, was einerseits zu einer Vergrößerung der
Flamme führt, wodurch heiße Flammenkerne sicher vermieden
sind. Andererseits führt die gestufte Zuführung der Frisch
luft auch zu einer Vergleichmäßigung der Flammen, wodurch
insbesondere die thermische Stickoxidbildung während des Ver
brennungsprozesses deutlich gemindert wird.
In vorteilhafter Ausgestaltung wird in Strömungsrichtung des
Rauchgases gesehen nach dem Überhitzer eine Teilmenge des
Rauchgasstromes abgezweigt und der Brennkammer eingangsseitig
zugeführt. Durch eine derartige Rezirkulation des Rauchgas
stroms wird zusätzlich die Verbrennungstemperatur gesenkt.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird einem dem
Überhitzer nachgeschalteten Vorwärmer (im weiteren Economizer
genannt) Speisewasser mit einer um mindestens 10K reduzierten
Speisewasser-Eintrittstemperatur zugeführt. Die Einstellung
der Speisewasser-Eintrittstemperatur wird maßgeblich beein
flußt von dem zur Verfügung stehenden Wärmeinhalt im Rauch
gas. Diese Maßnahme ist insbesondere erforderlich für Dampf
erzeuger, die schon eine besonders lange Betriebszeit aufwei
sen. Gegenüber der Originalauslegung des Dampferzeugers mit
sauberen Heizflächen und sauberer Brennkammerwand kommt es
bei älteren Dampferzeuger aufgrund von Verschmutzungen zu ei
ner geringeren Wärmeübertragung an die Heizflächen und die
Verdampferrohre umfassenden Brennkammerwand. Daher kommt es
zu einem Ansteigen der Abgastemperatur im Kamin, wodurch die
thermische Leistung des Dampferzeugers vermindert wird. Um
dies zu vermeiden, wird die Speisewasser-Eintrittstemperatur
des Economizers durch systemtechnische Maßnahmen auf den ge
wünschten Wert gesenkt. Beispielsweise wird die Anzahl der
dem Economizer vorgeschalteten Vorwärmer reduziert. Die Ab
schaltung von Vorwärmern, die aus einer dem Dampferzeuger
nachgeschalteten Dampfturbine gespeist werden, führt zu einer
Erhöhung der Leistung der Dampfturbine gegenüber dem Istzu
stand, wodurch der Gesamtwirkungsgrad einer Dampfturbinenan
lage, die einen Dampferzeuger mit der oben beschriebenen Aus
legung umfaßt, erhöht wird. Alternativ oder zusätzlich kann
die Heizflächengröße des Economizers zur weiteren Absenkung
der Speisewasser-Eintrittstemperatur in Abhängigkeit von dem
verbleibenden Wärmeinhalt des Rauchgases angepaßt werden.
Die zweitgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
einen Dampferzeuger mit einer Dampfleistung, umfassend eine
Brennkammer und einen Überhitzer, der eine Anzahl von Heiz
flächen aufweist, sowie einen Kamin, wobei die Brennkammer
und der Überhitzer von einem Rauchgasstrom und der Kamin von
einem Abgasstrom durchströmt sind, wobei bei Überschreiten
eines oberen Grenzwertes der Rauchgastemperatur im Kamin
und/oder Unterschreiten eines unteren Grenzwertes für die
Dampfleistung die auf die Strömungsrichtung des Rauchgasstro
mes gesehen ersten Heizflächen einwirkende Rauchgastemperatur
derart eingestellt ist, daß die Erweichungstemperatur für im
Rauchgasstrom enthaltene Aschepartikel unterschritten bleibt.
Vorzugsweise ist die Rauchgastemperatur am Brennkammeraus
tritt um mindestens 15K reduziert.
Vorteilhaft ist der Brennkammer ein Luftvorwärmer zur Vorwär
mung der Frischluft vorgeschaltet. Dazu weist der Luftvorwär
mer in Abhängigkeit von der einzustellenden Frischlufttempe
ratur eine entsprechende Anzahl von Heizflächen auf. Für den
Fall von zu sanierenden Dampferzeugern kann dies bei einer um
mindestens 15K reduzierten Frischlufttemperatur zu einer Re
duzierung der Anzahl der Heizflächen des bereits im Betrieb
befindlichen Luftvorwärmers führen, der üblicherweise für
eine wesentlich höhere Frischlufttemperatur, mehr als 300°C,
ausgelegt ist.
Zweckmäßigerweise ist dem Luftvorwärmer eine Umführungslei
tung parallel geschaltet. Dadurch kommt es zu einer Vermi
schung der im Luftvorwärmer aufgewärmten Frischluft und der
dem Luftvorwärmer umgehenden kälteren Frischluft, so daß in
Summe die Temperatur der gemischten Frischluft gesenkt ist.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist eine Anzahl von strömungs
technisch parallel geschalteten Zuführungsleitungen in die
Brennkammer geführt. Hierdurch ist die Frischluft der Brenn
kammer in einer der Anzahl von Zuführungsleitungen entspre
chenden Anzahl von Teilströmen zuführbar. Dies ermöglicht in
besonders einfacher Weise, die Oberfläche der Flamme in der
Brennkammer zu vergrößern und damit die Verbrennungstempera
tur zu vergleichmäßigen.
Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist in Strö
mungsrichtung des Rauchgases gesehen nach dem Überhitzer eine
Rückführleitung vorgesehen, die der Brennkammer eingangssei
tig zugeführt ist. Hierdurch wird der Brennkammer bereits ab
gekühltes Rauchgas bevorzugt am unteren Ende der Brennkammer
zugeführt, so daß die Verbrennungstemperatur in der Brennkam
mer reduziert wird.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbeson
dere darin, daß durch die Einstellung der Rauchgastemperatur
des Dampferzeugers auf einen vorgegebenen Wert im Bereich der
Brennkammerwand und im Eingangsbereich der Heizflächen unter
Vermeidung von Verschmutzung, insbesondere Verschlackung, an
Heizflächen und Brennkammerwand dennoch ein hoher Wirkungs
grad des Dampferzeugers sichergestellt ist. Ein derartig aus
gelegter Dampferzeuger ist besonders flexibel an variierende
Erfordernisse beim Einsatz unterschiedlicher Brennstoffarten
anpaßbar. Erst dadurch ist gewährleistet, daß bei der Ver
brennung von Brennstoffen unter Bildung von Aschepartikeln
den besonderen Erfordernissen zur Vermeidung von Verschmut
zung und/oder Verschlackung durch Asche an der Brennkammer
wand und den Heizflächen des Dampferzeugers, insbesondere des
Überhitzers, Rechnung getragen wird, wobei dennoch eine für
einen hohen Wirkungsgrad erforderliche gleichmäßige Tempera
turverteilung auf höchstmöglichen Temperaturniveau im Dampf
erzeuger erreichbar ist.
Ausführungsbeispiele der Erfindungen werden anhand einer
Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt die Figur einen Dampf
erzeuger mit einer Brennkammer und einem Überhitzer in sche
matischer Darstellung.
Der Dampferzeuger 1, gemäß der Figur ist über eine Speisewas
ser-Zuführung 2 und über einen dampfseitigen Ausgang 4 in den
Wasser-Dampf-Kreislauf einer nicht dargestellten Dampfturbine
geschaltet. Dabei ist die Speisewasser-Zuführung 2 an einen
Vorwärmer oder Economizer 6 zur Aufwärmung des diesem zuge
führten Speisewassers S angeordnet. Der Dampferzeuger 1 um
faßt eine Brennkammer 8 zur Erzeugung eines Rauchgases R
durch Verbrennung eines Brennstoffs B. Der Brennstoff B ist
dabei vorzugsweise Ölschiefer, Kohlenstaub oder Müll. Der
Brennstoff B wird der Brennkammer 8 über eine Brennstofflei
tung 10 zugeführt.
Weiterhin umfaßt der Dampferzeuger 1 einen der Brennkammer 8
in Strömungsrichtung des Rauchgases R nachgeschalteten Über
hitzer 12, der über seinen Eingang 14 und seinen dampfseiti
gen Ausgang 16 ebenfalls in den Wasser-Dampf-Kreislauf der
nicht dargestellten Dampfturbine geschaltet ist. Der Überhit
zer 12 umfaßt eine Anzahl von Heizflächen 18, die ausgangs
seitig der Brennkammer 8, d. h. im Rauchgasbereich des Dampf
erzeugers 1, angeordnet sind. Zur Reinigung der Heizflächen
18 und der Wand der Brennkammer 8 sind eine Anzahl von Reini
gungssystemen 19 vorgesehen, die in unterschiedlicher Höhe in
der Brennkammerwand angeordnet sind.
In die Brennkammer 8 münden zwei Zuführungsleitungen 20, die
zu einer gemeinsamen Frischluftleitung 22 zusammengefaßt
sind. Die Frischluftleitung 22 ist sekundärseitig in einen
Wärmetauscher oder Luftvorwärmer 24 geschaltet, der primär
seitig in den Rauchgasstrom geschaltet ist. Dabei ist in der
oberen Zuführungsleitung 20 eine Klappe 21 geschaltet, die in
Abhängigkeit von der Menge an zuzuführender Frischluft diese
obere Zuführungsleitung 20 verschließt. Der Luftvorwärmer 24
dient somit zur Vorwärmung von zugeführter Frischluft F. In
die Frischluftleitung 22 ist darüber hinaus ein Gebläse 26
geschaltet. Das Rauchgas R wird in Strömungsrichtung gesehen
nach dem Luftvorwärmer 24 mit einer Rauchgastemperatur T0 ei
nem Kamin 30 zugeführt. Dem Luftvorwärmer 24 ist darüber hin
aus eine Umführungsleitung 32, in welcher eine Klappe 33 an
geordnet ist, parallel geschaltet.
In Strömungsrichtung des Rauchgases R gesehen ist nach dem
Economizer 6 eine Rückführleitung 34 vorgesehen, die der
Brennkammer 8 eingangsseitig zugeführt ist. In die Rückführ
leitung 34 sind eine Klappe 35 und ein Gebläse 36 geschaltet.
Alternativ kann die Rückführleitung 34 nach dem Luftvorwärmer
24 oder auch vor dem Economizer 6 abgezweigt werden. Maßgeb
lich für die Bestimmung der Abzweigposition der Rückführlei
tung 34 ist die in diesem Bereich vorhandene Rauchgastempera
tur T1 sowie die zu erzielende Verbrennungstemperatur in der
Brennkammer 8.
Beim Betrieb des Dampferzeugers 1 wird der Brennkammer 8 als
Brennstoff B beispielsweise Kohlenstaub zugeführt. Um eine
Ascheerweichung und eine daraus resultierende Verschmutzung
der Heizflächen 18 und der Brennkammerwand zu vermeiden, er
folgt die Verbrennung des Brennstoffs B dabei derart, daß die
Rauchgastemperatur T1 des bei der Verbrennung erzeugten
Rauchgases R im Eingangsbereich des Überhitzers 12 die Erwei
chungstemperatur von im Rauchgasstrom enthaltenen Ascheparti
keln unterschreitet. Bei Überschreiten eines oberen Grenzwer
tes der Abgastemperatur T0 im Kamin 30 und/oder bei Unter
schreiten eines unteren Grenzwertes für die Dampfleistung
wird daher die Rauchgastemperatur T1 um mindestens 15K redu
ziert.
Beispielsweise beträgt die Rauchgastemperatur T1 für einen
Kohlenstaub etwa T1 = 1200°C. D. h. die in Strömungsrichtung
des Rauchgasstroms gesehen ersten Heizflächen 18 des Überhit
zers 12 werden mit einer Rauchgastemperatur T1 von weniger
als 1200°C beaufschlagt. Bei einer Abweichung der Abgastempe
ratur T0 vom oberen Grenzwert kann die Rauchgastemperatur T1
in Abhängigkeit vom Verschmutzungsgrad des Dampferzeugers
beispielsweise einen wesentlich höheren Wert von etwa T1 =
1250°C aufweisen. Demzufolge ist die Rauchgastemperatur T1 um
mindestens 50K zu reduzieren.
Dazu wird der Brennstoff B in der Brennkammer 8 durch Zumi
schung von Frischluft F mit einer um mindestens 15K reduzier
ten Frischlufttemperatur T2, beispielsweise mit einem Wert
von weniger als T2 = 280°C, betrieben. Dadurch wird eine Ab
senkung der Verbrennungstemperatur T3 um mehr als 20K (im Re
gelfall deutlich höher: zwischen 50K und 200K) erzielt. Dies
wiederum bewirkt eine Absenkung der Rauchgastemperatur T1 auf
den vorgegebenen Wert im Bereich der Brennkammerwand und/oder
im Bereich der ersten Heizflächen 18. Das somit auf etwa
1200°C abgekühlte Rauchgas R bewirkt, daß die Erweichungstem
peratur für die im Rauchgasstrom enthaltenen Aschepartikel
unterschritten bleibt. Demzufolge ist eine übermäßige Ver
schmutzung oder gar Verschlackung der Brennkammerwand und der
ersten Heizflächen 18 durch klebrige oder geschmolzene Asche
partikeln infolge der Ascheerweichung sicher vermieden.
Analog zu Kohlenstaub als Brennstoff B wird bei Verwendung
von Ölschiefer als Brennstoff B der Rauchgastemperatur T1 ein
Wert von etwa 1000°C zugrunde gelegt. Je nach zugeführter Art
des Brennstoffs B kann die Rauchgastemperatur T1 Zwischen
werte annehmen oder auch unterhalb der genannten Werte lie
gen.
Ein Wärmeinhalt des Rauchgases R wird über den Überhitzer 12
und den Economizer 6 auf in diesen geführtes Speisewasser S
oder in diesen geführten Dampf D übertragen. Dadurch kühlt
sich das Rauchgas R in Strömungsrichtung gesehen ab. Darüber
hinaus können in Abhängigkeit von der Art des Dampferzeugers
1 weitere Wärmetauscher, z. B. Hochdrucküberhitzer oder auch
Zwischenüberhitzer, vorgesehen sein. Eine Teilmenge des be
reits abgekühlten Rauchgasstroms kann neben der Absenkung der
Frischlufttemperatur T2 zusätzlich zur Absenkung der Verbren
nungstemperatur T3 genutzt werden. Dazu wird die Teilmenge
des abgekühlten Rauchgasstroms der Brennkammer 8 eingangssei
tig über die Rückführleitung 34 zugeführt. Die Menge des ab
gekühlten Rauchgases R und die Menge der Frischluft F ist
mittels der in der Rückführleitung 34 bzw. in der Frischluft
leitung 22 geschalteten Gebläse 36 bzw. 26 einstellbar.
Ein verbliebener Wärmeinhalt des Rauchgases R wird über den
Luftvorwärmer 24 zur Luftvorwärmung auf die der Brennkammer 8
zugeführte Verbrennungs- oder Frischluft F übertragen. Zur
Reduzierung der Frischlufttemperatur um mindestens 15K am
Eingang der Brennkammer 8 wird die im Luftvorwärmer 24 aufge
wärmte Frischluft F mit der über die Umführungsleitung 32 ge
führten kalten Frischluft F in der Frischluftleitung 22 ge
mischt. Alternativ kann anstelle der Umführungsleitung 32 die
Anzahl der im Luftvorwärmer angeordneten Heizflächen redu
ziert werden.
Die Frischluft F wird der Brennkammer 8 über zwei strömungs
technisch parallel geschaltete Zuführungsleitungen 20 zuge
führt. Hierdurch wird die Frischluft F in zwei Teilströme
aufgeteilt, die an unterschiedlichen Orten in die Brennkammer
8 geführt sind. Dies bewirkt eine Vergrößerung und Vergleich
mäßigung der Flamme, wodurch heiße Flammenkerne vermieden
werden.
Insbesondere bei einem eine besonders lange Betriebsdauer
aufweisenden Dampferzeuger 1 kommt es infolge von Verschmut
zungen der Heizflächen 18 zu einer geringeren Wärmeübertra
gung an den Heizflächen 18, was eine Erhöhung der Rauchgas
temperatur T1 im Kamin 30 zur Folge hat. Um dies zu vermei
den, wird dem Economizer 6 Speisewasser S mit einer gegenüber
der Originalauslegung um mindestens T4 = 10K reduzierten
Speisewasser-Eintrittstemperatur T4 zugeführt. Dies erfolgt
beispielsweise durch systemtechnische Maßnahmen, indem die
zur Vorwärmung des Speisewassers S erforderliche Anzahl von
Vorwärmern reduziert wird. Hierdurch wird der Wärmeinhalt des
Rauchgases R wesentlich besser genutzt. Zudem ist beispiels
weise durch Abschaltung einiger Vorwärmer, die zur Speisung
an der Dampfturbine angezapft sind, die Leistung der Dampf
turbine erhöht, wodurch sich der Gesamtwirkungsgrad der den
Dampferzeuger 1 umfassenden Dampfturbinenanlage verbessert.
Bei einem derartig ausgelegten Dampferzeuger 1 ist somit die
Verschmutzung und/oder Verschlackung der Brennkammerwand und
der Heizflächen 18 sehr gering, so daß die Wartungsintervalle
verlängert und zudem Beschädigungen vermieden sind. Darüber
hinaus weist dieser Dampferzeuger 1 eine besonders lange Le
bensdauer auf.
Claims (12)
1. Verfahren zum Betreiben eines Dampferzeugers (1) mit einer
Dampfleistung, umfassend eine Brennkammer (8) und einen Über
hitzer (12), der eine Anzahl von Heizflächen (18) aufweist,
sowie einen Kamin (30), bei dem die Brennkammer (8), der
Überhitzer (12) und der Kamin (30) von einem Rauchgasstrom
durchströmt werden, wobei bei Überschreiten eines oberen
Grenzwertes der Rauchgastemperatur (T0) im Kamin (30)
und/oder Unterschreiten eines unteren Grenzwertes für die
Dampfleistung die auf die in Strömungsrichtung des Rauchgas
stroms gesehen ersten Heizflächen (18) einwirkende Rauchgas
temperatur (T1) derart eingestellt wird, daß die Erwei
chungstemperatur für im Rauchgasstrom enthaltene Ascheparti
kel unterschritten bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Rauchgastemperatur
(T1) am Austritt der Brennkammer (8) um mindestens T1 = 15K
reduziert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Brennkammer
(8) Frischluft (F) mit einer um mindestens T2 = 15K reduzier
ten Frischlufttemperatur (T2) zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die
Frischluft (F) in mindestens zwei Teilströme aufgeteilt wird,
die der Brennkammer (8) zugeführt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei dem in Strömungsrichtung
des Rauchgases (R) gesehen nach dem Überhitzer (12) eine
Teilmenge des Rauchgasstroms abgezweigt und der Brennkammer
(8) eingangsseitig zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem einem
dem Überhitzer (12) nachgeschalteter Economizer (6) Speise
wasser (S) mit einer um T4 = 10K reduzierten Speisewasser-
Eintrittstemperatur (T4) zugeführt wird.
7. Dampferzeuger (1) mit einer Dampfleistung, umfassend eine
Brennkammer (8) und einen Überhitzer (12), der eine Anzahl
von Heizflächen (18) aufweist, sowie einen Kamin (30), wobei
die Brennkammer (8), der Überhitzer (12) und der Kamin (30)
von einem Rauchgasstrom durchströmt sind, wobei bei Über
schreiten eines oberen Grenzwertes der Rauchgastemperatur
(T0) im Kamin (30) und/oder Unterschreiten eines unteren
Grenzwertes für die Dampfleistung die auf die in Strömungs
richtung des Rauchgasstromes gesehen ersten Heizflächen (18)
einwirkende Rauchgastemperatur (T1) derart eingestellt ist,
daß die Erweichungstemperatur für im Rauchgasstrom enthal
tene Aschepartikel unterschritten bleibt.
8. Dampferzeuger (1) nach Anspruch 7, bei dem die Rauchgas
temperatur (T1) um mindestens T1 = 15K reduziert ist.
9. Dampferzeuger (1) nach Anspruch 7 oder 8, bei dem der
Brennkammer (8) ein Luftvorwärmer (24) zur Vorwärmung der
Frischluft (F) vorgeschaltet ist.
10. Dampferzeuger (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei
dem dem Luftvorwärmer (24) eine Umführungsleitung (32) paral
lel geschaltet ist.
11. Dampferzeuger (1) nach Anspruch 10, bei dem eine Anzahl
von strömungstechnisch parallel geschalteten Zuführungslei
tungen (20) in die Brennkammer (8) geführt ist.
12. Dampferzeuger (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, bei
dem in Strömungsrichtung des Rauchgases (R) gesehen nach dem
Überhitzer (12) eine Rückführleitung (34) vorgesehen ist, die
der Brennkammer (8) eingangsseitig zugeführt ist.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998155670 DE19855670A1 (de) | 1998-12-02 | 1998-12-02 | Verfahren zum Betreiben eines Dampferzeugers und Dampferzeuger zur Durchführung des Verfahrens |
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| BR9915876-0A BR9915876A (pt) | 1998-12-02 | 1999-11-17 | Processo para operação de um gerador de vapor egerador de vapor para execução do processo |
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- 1998-12-02 DE DE1998155670 patent/DE19855670A1/de not_active Ceased
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- 1999-11-17 ID IDW00200101181A patent/ID28804A/id unknown
- 1999-11-17 BR BR9915876-0A patent/BR9915876A/pt not_active IP Right Cessation
- 1999-11-17 EE EEP200100300A patent/EE200100300A/xx unknown
- 1999-11-17 WO PCT/DE1999/003654 patent/WO2000032987A1/de not_active Ceased
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| Publication number | Publication date |
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| BR9915876A (pt) | 2001-11-27 |
| EE200100300A (et) | 2002-08-15 |
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