DE19853159A1 - Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen und Reibbelag - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen und ReibbelagInfo
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- F16—ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
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- F16D69/00—Friction linings; Attachment thereof; Selection of coacting friction substances or surfaces
- F16D69/02—Composition of linings ; Methods of manufacturing
- F16D69/025—Compositions based on an organic binder
- F16D69/026—Compositions based on an organic binder containing fibres
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Abstract
Bei einem Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen aus im wesentlichen Faserstoffen, polymerem Binder und Füllstoffen, wird vorgeschlagen, daß die Faserstoffe, der Binder und die Füllstoffe homogen durchmischt werden, die erhaltene Mischung zu einem Preßling kalt verdichtet wird, der Preßling durch einen Schneid- oder Trennvorgang zu wenigstens einem Reibbelag konfektioniert wird und der wenigstens eine Reibbelag ausgehärtet wird. Das vorgeschlagene Verfahren ist äußerst umweltschonend, zeitsparend und damit kostengünstig ausführbar und die danach hergestellten Reibbeläge zeichnen sich durch hervorragende Eigenschaften aus.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von
Reibbelägen, die im wesentlichen aus Faserstoffen, polymerem Binder
und Füllstoffen bestehen. Des weiteren betrifft die vorliegende
Erfindung einen Reibbelag, der nach diesem Verfahren hergestellt ist.
Solche Reibbeläge, die auch als organische Reibbeläge bezeichnet
werden, finden insbesondere bei Kupplungen, Friktionsgetrieben und
Bremsen Anwendung. Dazu werden die Faserstoffe mit dem polymeren
Binder - meist einem Phenolharz - zu einem harten Formkörper
gebunden, wobei je nach Zielsetzung, wie zum Beispiel Hitzebestän
digkeit und Rißfestigkeit, die anorganischen und/oder organischen
Füllstoffe zugegeben werden.
Es ist bekannt die für Reibbeläge vorgesehenen Faserstoffe und
Füllstoffe auf einer Art Papiermaschine auszubringen, zu entwässern,
zu trocknen, mit flüssigem Phenolharz zu tränken und ganz oder
teilweise auszuhärten. Dabei werden die Reibbeläge als bahnen- oder
plattenförmige Papierbögen hergestellt, so daß der beim Konfektionie
ren anfallende Verschnitt, der aufgrund der für rotierende Scheiben
meist ringförmig ausgebildeten Reibbeläge bis zu 70% eines
Papierbogens beträgt, ganz erheblich ist. Aufgrund der bereits
stattgefundenen Aushärtung ist dieser Verschnitt jedoch nicht mehr
recyclingfähig, so daß hier große Abfallmengen anfallen. Die
Entsorgung dieses Abfalls ist wegen des zumeist hohen Anteils des
Phenolharz-Binders problematisch und daher teuer. Die konfektionier
ten Reibbeläge werden in einem abschließenden Verfahrensschritt
dann auf Trägerelementen, wie zum Beispiel Stahllamellen, aufgeklebt,
damit sie als Maschinenelemente eingesetzt werden können.
Darüber hinaus ist in der Druckschrift EP 0 386 652 A1 ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Herstellen einer Reiblamelle beschrieben.
Eine solche Reiblamelle besteht aus einem flachen metallischen
Stützkörper, der an seiner Oberseite und Unterseite mit Reibbelägen
versehen ist, die aus einer kunstharzgebundenen Reibpulvermischung
bestehen. Beim Herstellen der Reiblamelle werden mittels eines
Beschichtungs- und Preßwerkzeugs pulverförmige Reibmaterial
schichten beiderseits an den Stützkörper angepreßt und der so
erhaltene Preßling mittels einer Wärmebehandlung ausgehärtet. Dies
hat den Vorteil, daß die Reiblamelle auf umweltfreundliche Art und
Weise herstellbar ist, aber den Nachteil, daß das Anpressen der
Reibmaterialschichten an den Stützkörper verhältnismäßig kompliziert
ist. Zudem ist nachteilig, daß sich die Reibmaterialschichten beim
Transport des Preßlings vom Preßwerkzeug zu der Heizeinrichtung, in
welcher die anschließende Wärmebehandlung stattfindet, häufig vom
Stützkörper lösen.
Schließlich ist es bekannt, eine streufähige Reibpulvermischung direkt
auf die Trägerelemente zu streuen und innerhalb einer Presse
auszuhärten. Bei diesem Verfahren wird zwar wenig Abfall produziert,
aufgrund der langen Aushärtungszeiten sind aber die Herstellungszei
ten für die einzelnen Maschinenelemente zu lang.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der
vorliegenden Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen
aus im wesentlichen Faserstoffen, polymerem Binder und Füllstoffen
sowie einen Reibbelag, der nach diesem Verfahren hergestellt ist,
bereitzustellen, wobei die Herstellung umweltschonend sowie mit
kurzen Herstellungszeiten erfolgen soll und damit kostengünstig
ausführbar ist.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen
mit den Verfahrensschritten des Patentanspruchs 1 gelöst. Indem die
für die Reibbeläge vorgesehenen Faserstoffe, der Binder und die
Füllstoffe homogen durchmischt werden, die erhaltene Mischung zu
einem Preßling bzw. Grünling kalt verdichtet wird, der Preßling durch
einen Schneid- oder Trennvorgang zu wenigstens einem Reibbelag
konfektioniert wird und der wenigstens eine Reibbelag ausgehärtet
wird, wird ein Verfahren bereitgestellt, das besonders umweltfreundlich
ist. Denn zum einen sind die bei der Konfektionierung der Reibbeläge
anfallenden Reste gering und zum anderen können diese Reste, die
noch nicht ausgehärtet sind, ohne weiteres zerkleinert und einer neuen
Mischung gleicher Zusammensetzung beigegeben werden. Zudem ist
dieses Verfahren in besonderer Weise dazu geeignet, um innerhalb
kurzer Zeiten große Stückzahlen an Reibbelägen herzustellen, da die
durch Vernetzung des polymeren Binders erfolgende Aushärtung der
Reibbeläge nicht innerhalb einer Form ablaufen muß und die Form
somit für die weitere Herstellung von Reibbelägen zur Verfügung steht.
Daher ist dieses Verfahren besonders kostengünstig.
Bevorzugt erfolgt die Mischung der für die Reibbeläge vorgesehenen
Faserstoffe, des Binders und der Füllstoffe trocken. Dadurch kann auf
umweltschädliche Lösungsmittel verzichtet werden, ohne daß es bei
der Herstellung der Reibbeläge zu einer Beeinträchtigung der Qualität
kommt. Außerdem hat dies den Vorteil, daß die Mischung relativ
einfach, sauber und schnell herstellbar ist, so daß in kürzester Zeit
eine Veränderung der Zusammensetzung der Mischung erfolgen kann.
Damit ist eine erhöhte Flexibilität bei der Herstellung von Reibbelägen
mit unterschiedlichen Charakteristiken gegeben.
Wird die Mischung in eine Form gefüllt und darin zu einem Preßling
kalt verdichtet, so sollte die Form auf die Abmessungen der zu
konfektionierenden Reibbeläge abgestimmt sein. Da die Reibbeläge in
der Regel als rotationssymmetrische also kreisringförmige Scheiben
ausgebildet sind, ist die Form bevorzugt hohlzylindrisch ausgebildet,
wobei der innere Durchmesser und der äußere Durchmesser des
Hohlzylinders den Abmessungen der scheibenförmigen Reibbeläge
entspricht und die Höhe des Hohlzylinders im Idealfall ein Vielfaches
der vorgesehenen Dicke der scheibenförmigen Reibbeläge betragen
sollte. Somit kann der hohlzylindrisch geformte Preßling später aus der
Form entnommen und in eine Anzahl von Reibbelägen zersägt werden,
die eine Dicke von 0,5-2 Millimetern aufweisen.
Beim kalten Verdichten der Mischung zu einem Preßling müssen Druck
und Temperatur so gewählt werden, daß der polymere Binder nicht zu
fließen beginnt und die Poren der Reibbeläge nicht verstopft werden
bzw. daß das Aushärten der Mischung für die Reibbeläge unterbleibt.
Das kalte Verdichten der Mischung findet daher zweckmäßig bei einem
Druck von ca. 10-1000 bar sowie bei Raumtemperatur statt, denn mit
diesen Parametern ist gewährleistet, daß die verdichtete Mischung
nicht vernetzt bzw. aushärtet, aber dennoch ein Preßling mit
ausreichend hoher Festigkeit erhalten wird, so daß die weitere
Bearbeitung des Preßlings problemlos erfolgen kann. Dabei sollte die
Festigkeit des Preßlings ca. 0,5-3 N/mm2 betragen und auf die Art des
sich anschließenden Schneid- oder Trennvorgangs abgestimmt sein.
Gemäß einer konkreten Ausführungsform der Erfindung wird der
Reibbelag in einem Ofen bei ca. 140-240 Grad Celsius für die Dauer
von ca. 45-180 Minuten ausgehärtet. Hierbei kann der Reibbelag vor
oder nach dem Aushärten auf ein Trägerelement aufgebracht werden.
Im ersten Fall wird beim Aushärten gleichzeitig eine dauerhafte
Verklebung von Reibbelag und Trägerelement erreicht, so daß das
Aufbringen eines zusätzlichen Klebers entfallen kann. Und im zweiten
Fall wird der bereits ausgehärtete Reibbelag und das Trägerelement in
einem zusätzlichen Arbeitsgang durch einen Kleber miteinander
verklebt. Falls erforderlich könnte der Reibbelag beim Aushärten noch
mit geringem Druck beaufschlagt werden.
Die Aufgabe wird außerdem durch einen Reibbelag gelöst, der nach
dem Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 11 hergestellt ist. Dieser
Reibbelag zeichnet sich durch hervorragende Eigenschaften,
insbesondere hohe Porosität und geringen Verschleiß bei hohem
Reibwert aus. Dies begründet sich darin, daß der so hergestellte
Reibbelag im Vergleich zum Stand der Technik keine Preßhaut
aufweist, wie sie beim Aushärten unter hohem Druck und hoher
Temperatur entsteht.
Ferner begründen sich die hervorragenden Eigenschaften des
Reibbelags auch darin, daß der Anteil des polymeren Binders an der
Mischung ca. 25-75 Gewichtsprozent beträgt. Mit diesem hohen Anteil
an polymerem Binder läßt sich die Mischung in optimaler Weise zu
einem Preßling kalt verdichten, läßt sich der Preßling anschließend
ohne weiteres durch einen Trenn- oder Schneidvorgang konfektionie
ren und ist eine zuverlässige Haftung des konfektionierten Reibbelags
auf einem Trägerelement realisierbar.
Außerdem gilt, daß die Bereichsgrenzen der Faserstoffe und Füllstoffe
für die Mischung bei ca. 0-35 Gewichtsprozent Glasfasern, 0-35
Gewichtsprozent Naturfasern, 0-35 Gewichtsprozent Aluminium- oder
Magnesiumsilikat - sogenanntem Celite, 0-35 Gewichtsprozent
Graphit und 0-35 Gewichtsprozent Friction-Dust liegen sollten.
Die Mischung für einen solchen Reibbelag könnte sich gemäß einem
ersten Beispiel aus 11, 12 Gewichtsprozent Naturfasern, 55, 55
Gewichtsprozent Phenolharz-Binder, 16,66 Gewichtsprozent Celite,
11, 12 Gewichtsprozent Graphit und 5,55 Gewichtsprozent Friction-Dust
zusammensetzen.
Gemäß einem anderen Beispiel könnte die Mischung auch aus 10,00
Gewichtsprozent Glasfasern, 10,00 Gewichtsprozent Naturfasern,
50,00 Gewichtsprozent Phenolharz-Binder, 15,00 Gewichtsprozent
Celite, 10,00 Gewichtsprozent Graphit und 5,00 Gewichtsprozent
Friction-Dust bestehen.
Diese beiden Mischungen ergeben Reibbeläge mit den oben
genannten hervorragenden Eigenschaften.
Claims (13)
1. Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen aus im wesentlichen
Faserstoffen, polymerem Binder und Füllstoffen,
gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte:
- 1. die Faserstoffe, der Binder und die Füllstoffe werden homo gen durchmischt,
- 2. die erhaltene Mischung wird zu einem Preßling kalt ver dichtet,
- 3. der Preßling wird durch einen Schneid- oder Trennvorgang zu wenigstens einem Reibbelag konfektioniert, und
- 4. der wenigstens eine Reibbelag wird ausgehärtet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Mischung der Faserstoffe, des Binders und der Füllstoffe trocken
erfolgt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die erhaltene Mischung in eine hohlzylin
drisch ausgebildete Form gefüllt und darin zu einem Preßling kalt
verdichtet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Preßling durch kaltes Verdichten der Mischung auf einen
Druck von ca. 10-1000 bar gewonnen wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Preßling durch kaltes Verdichten der Mischung
bei Raumtemperatur gewonnen wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Preßling eine Festigkeit von 0,5-3 N/mm2
erhält, die auf die Art des sich anschließenden Schneid- oder
Trennvorgangs abgestimmt ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Preßling zu einer Anzahl von scheibenförmigen
Reibbelägen mit einer Dicke von ca. 0,5-2 mm konfektioniert
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß der wenigstens eine Reibbelag in einem Ofen bei
ca. 140-240°C ausgehärtet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
wenigstens eine Reibbelag in dem Ofen für die Dauer von ca.
45-180 min ausgehärtet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der wenigstens eine Reibbelag vor dem Aushärten
auf ein Trägerelement aufgebracht wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der wenigstens eine Reibbelag nach dem Aushär
ten auf ein Trägerelement aufgebracht wird.
12. Reibbelag hergestellt nach dem Verfahren gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 11.
13. Reibbelag nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der
Anteil des polymeren Binders an der Mischung ca. 25-75 Gew.-%
beträgt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998153159 DE19853159B4 (de) | 1998-11-18 | 1998-11-18 | Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998153159 DE19853159B4 (de) | 1998-11-18 | 1998-11-18 | Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19853159A1 true DE19853159A1 (de) | 2000-05-31 |
| DE19853159B4 DE19853159B4 (de) | 2005-04-14 |
Family
ID=7888201
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998153159 Revoked DE19853159B4 (de) | 1998-11-18 | 1998-11-18 | Verfahren zur Herstellung von Reibbelägen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19853159B4 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| RU2232167C1 (ru) * | 2003-06-19 | 2004-07-10 | Ишков Алексей Владимирович | Способ изготовления фрикционного материала |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1998
- 1998-11-18 DE DE1998153159 patent/DE19853159B4/de not_active Revoked
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| US9709115B2 (en) | 2010-11-26 | 2017-07-18 | Miba Frictec Gmbh | Method for producing a friction element |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19853159B4 (de) | 2005-04-14 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FOERDERUNG DER ANGEWAN |
|
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8331 | Complete revocation |