DE19852289A1 - Verfahren und Einrichtung zur Regulierung von Gießstrahlen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Regulierung von GießstrahlenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Regulierung von Gießstrahlen bei der Stahlherstellung, bei dem der Mengenstrom eines aus einer Ausflußöffnung (2) eines Behälters (1) ausfließenden Gießstrahls (3) mechanisch reguliert wird. Erfindungsgemäß ist dadurch, daß der Mengenstrom des Gießstrahls (3) in einer mit dem Behälter (1) verbundenen und eine Einengung (6) enthaltenen Kammer (4) durch ein Gas reguliert wird, eine einfache und exakte Gießstrahl-Regulierung ohne Regulierungsmittel-Verschleiß möglich.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Regulierung von
Gießstrahlen bei der Stahlherstellung.
Die bei der Stahlherstellung bekannten Verfahren und Einrichtungen zur
Regulierung des aus einer Pfanne oder einem sonstigen Lagerbehältnis in die
Verarbeitungsanlage, wie beispielsweise in den Tundish einer Stranggußanlage,
fließenden metallischen Gießstrahls erfolgen mit mechanischen Mitteln, wie
beispielsweise Schieber oder Stopfen, durch welche der Mengenstrom des
Gießstrahls bis hin zu seiner völligen Absperrung reguliert wird.
Diese bekannten Verfahren und Einrichtungen zur mechanischen Regulierung von
metallischen Gießstrahlen bei der Stahlherstellung weisen den Nachteil einer
unzureichend genauen Gießstrahl-Regulierung und einen durch den Gießstrahl
einfluß hervorgerufenen zusätzlichen Verschleiß der eingesetzten mechanischen
Regulierungsmittel auf.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein wirtschaftliches Verfahren und eine
einfache Einrichtung zur optimalen Regulierung des Mengenstroms von
Gießstrahlen bei der Stahlherstellung zu schaffen.
Diese Aufgabe wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß
der Mengenstrom des Gießstrahls durch ein Gas reguliert wird.
Erfindungsgemäß wird dazu das Gas, beispielsweise ein Edelgas wie Argon, ein
Schutzgas wie Stickstoff oder ein Gas in Form einer verdampften Flüssigkeit,
durch einen Gasanschluß in der Doppelwand des konzentrischen Gaserwärmers
und anschließend in die Doppelwand der mit dem Gaserwärmer verbundenen
konzentrischen Kammer zugeführt. Das Gas gelangt durch innenseitige
Einströmöffnungen der Doppelwand in den Innenraum der Kammer in der es
gleichmäßig verteilt durch eine den Kammerboden bildenden und einen Ringspalt
zum Gießstrahl ausbildenden, konzentrischen Einengung strömt und
anschließend durch eine untere Ausströmöffnung des Gaserwärmers ins Freie
abgeleitet wird.
Dabei ist vorteilhaft die Gaseinsatzmenge so gewählt, daß in der Kammer ein
Druck entsteht, der dem aus der Ausflußöffnung des Behälters ausfließenden
Gießstrahl entgegen und somit auf seine Ausflußmenge regulierend wirkt. Der
diesbezügliche Gas-Gegendruck wird im wesentlichen von der eingesetzten
Gasmenge pro Zeiteinheit, der Größe der Ringspaltfläche und der Geometrie der
den Kammerboden bildenden Einengung bestimmt.
Die Gießstrahl-Ausflußmenge aus der Ausflußöffnung des Behälters ist
bekanntlich von der Geometrie der Ausflußöffnung des Behälters und dem
statischen Druck des sich in diesem befindlichen Materials abhängig. Dabei
entspricht der statische Flüssigkeitsdruck der Höhe des Flüssigkeitsspiegels über
der Ausflußöffnung in dem Behälter, also in der Regel der Badhöhe.
Die Regulierung des Gas-Mengenstroms kann somit über die Eintragsmenge des
Gases erfolgen. Der im Bereich der Ausflußöffnung des Behälters auf den aus
diesem ausfließenden Gießstrahl einwirkende Gas-Gegendruck wirkt dem
statischen Gießstrahl-Flüssigkeitsdruck entgegen.
Mit der Erfindung kann somit die aus der Ausflußöffnung des Behälters
ausfließende Flüssigkeitsmenge durch die Gas-Einsatzmenge einfach und
wirkungsvoll in einem Bereich eines vollen Gießstrahl-Mengenstroms bei
nichtvorhandenem Gasgegendruck bis zum Zurückfließen des Gießstrahls in den
Behälter bei einem den statischen Flüssigkeitsdruck übersteigenden
Gasgegendruck reguliert werden.
Für die Wirtschaftlichkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es vorteilhaft,
eine Vorwärmung des Gases vorzunehmen, um ein größeres Gasvolumen zu
erhalten und somit die Gaseinsatzmenge zu verringern. Zur zusätzlichen
Vorwärmung des Gases findet ein Gaserwärmer, in dem das der Kammer
zuströmende Gas durch die Abwärme des aus der Ausflußöffnung des Behälters
ausfließenden Gießstrahls erwärmt wird, Verwendung.
Der Gaserwärmer ist nur als Option zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des
Verfahrens zu verstehen, die bei ungünstigen Verhältnissen, wie beispielsweise
ungünstigen Einbauverhältnissen, entfallen kann. Das in diesem Fall direkt in die
Doppelwandung der konzentrischen Kammer einströmende Gas wird dann bis zu
seinem Einströmen in das Innere der Kammer ebenfalls von der Abwärme des
aus der Ausflußöffnung des Behälters ausfließenden Gießstrahls erwärmt.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens findet mit besonderem
Vorteil die dadurch gekennzeichnete Einrichtung, daß der die Ausflußöffnung
aufweisende Behälter mit der die konzentrische Einengung aufweisenden,
konzentrischen Kammer verbunden ist, Verwendung.
Erfindungsgemäß ist die eine Doppelwandung aufweisende konzentrische
Kammer mit dem konzentrischen, doppelwandigen Gaserwärmer derart
verbunden, daß das durch die Doppelwandung des Gaserwärmers und danach
durch die Doppelwandung der Kammer über in der Kammerwand befindliche
Einströmöffnungen in den Kammerinnenraum einströmende Gas in der
Doppelwand des Gaserwärmers und der Kammer durch die Abwärme des
Gießstrahls mit den bereits aufgezeigten Vorteilen vorgewärmt wird.
Die kühl- und beheizbare, aus Keramik oder Metall bestehende und gasdicht mit
dem Behälter verbundene und den Gießstrahl nur in einem Teilbereich
umschließende, konzentrische Kammer gewährleistet eine gleichmäßige
Gaseinbringung und weist als Kammerboden die konzentrische, zu dem
Gießstrahl den Ringspalt ausbildende Einengung auf.
Die Einengung der Kammer ist derart gestaltet, daß ein möglichst hoher
Strömungswiderstand im Gas und damit ein hoher Gasgegendruck im Bereich der
Ausflußöffnung des Behälters gewährleistet ist. Vorteilhaft hat sich eine Ausbildung der Einengung als spitze Kante erwiesen.
Ausflußöffnung des Behälters gewährleistet ist. Vorteilhaft hat sich eine Ausbildung der Einengung als spitze Kante erwiesen.
Die erfindungsgemäße Einrichtung kann - wie bereits dargelegt - auch ohne
entsprechend der verfügbaren Länge des Gießstrahls ausgebildeten
Gasentwärmer zur Anwendung gelangen.
Die praktische vorteilhafte Anwendbarkeit der Erfindung wurde durch einen
Versuch nachgewiesen, bei dem die einen Ringspalt mit einem Durchmesser von
20 mm ausbildende, scharfkantige Kammer-Einengung mit einer gasförmigen
Stickstoffmenge von 150 m3/h beaufschlagt wurde. Als Gießstrahl wurde eine
dem flüssigen Stahl hydraulisch ähnliche Flüssigkeit mit einem Durchmesser von
10 mm eingesetzt. Durch die gewählten Parameter wurde im Bereich unterhalb
der Ausflußöffnung des Behälters ein Gas-Gegendruck von bis zu 0,5 bar erreicht,
welcher einer Veränderung der Badspiegelhöhe von 0,7 m entspricht.
Damit ist belegt, daß mit der Erfindung Ausfließsysteme in ihrer Gießleistung dem
jeweiligen Bedarf der nachgeschalteten Anlage, beispielsweise einer
Stranggußanlage, angepaßt werden können.
Selbstverständlich ist der Erfindungsgegenstand nicht nur auf die Regulierung von
metallischen Flüssigkeiten bei der Stahlherstellung beschränkt. Er ist auch zur
Regulierung des Mengenstroms von Flüssigkeitsstrahlen unterschiedlicher Art, wie
beispielsweise auch besonders vorteilhaft zur Regulierung des Mengenstroms von
aggressiven Flüssigkeiten, anwendbar.
Die Erfindung wird nachfolgend im Zusammenhang mit dem in der Zeichnung
dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt die einzige Figur im Vertikalschnitt eine erfindungsgemäße
Gießstrahl-Regulierungs-Einrichtung.
Ein in der Zeichnung mit einer zentrischen Ausflußöffnung 2 dargestellter
Behälter 1 in Form einer herkömmlichen Gießpfanne, ist mit einer einen aus der
Ausflußöffnung 2 ausfließenden Gießstrahl 3 umschließenden, aus Keramik oder
Metall bestehenden, konzentrischen Kammer 4 mit einem Gaserwärmer 5
verbunden. Die den Gießstrahl 3 umschließende, konzentrische und
doppelwandige Kammer 4 weist eine den Kammerboden bildende und als spitze
Kante ausgebildete, konzentrische Einengung 6, welche ihrerseits mit dem
Gießstrahl 3 einen Ringspalt 7 ausbildet, auf und ist mit in den Innenraum der
Kammer 4 einmündenden Einströmöffnungen 8 versehen. Der mit der Kammer 4
verbundene konzentrische Gaserwärmer 5 ist mit einem in seiner Doppelwandung
einmündenden, am unteren Ende befindlichen Gasanschluß 9 und mit einer
bodenseitigen Ausströmöffnung 10 versehen.
Das durch die Entrittsöffnung 9 in die Doppelwandung des Gaserwärmers 5
einströmende und bei deren Durchströmen von der Abwärme des Gießstrahls 3
erwärmte Gas strömt weiter durch die Doppelwandung der Kammer 4 unter
weiteren Erwärmung durch die Abwärme des Gießstrahls 3 und anschließend
durch die in den Kammerinnenraum einmündenden Einströmöffnungen 8
gleichmäßig verteilt in den, den aus der Ausflußöffnung 2 des Behälters 1
ausfließenden Gießstrahl 3 umschließenden Innenraum der Kammer 4 ein.
Das in den Innenraum der Kammer 4 eingeströmte, vorgewärmte Gas wird weiter
durch die Abwärme des von dem Behälter 1 aus der Ausflußöffnung 2 in die
Kammer 4 einfließenden Gießstrahls 3 erwärmt und strömt anschließend durch
den im Bereich der Einengung 6 ausgebildeten Ringspalt 7 in den Gaserwärmer 5
ein und wird durch das die Innenwand des Gaserwärmers 5 bildende Rohr mit
der unterseitigen Ausströmöffnung 10 ins Freie abgeleitet.
In dem derart durch die Einrichtung geleiteten Gas wird beim Durchströmen des
durch die Einengung 6 ausgebildeten Ringspaltes 7 aufgrund des sich im Gas
erhöhenden Strömungswiderstandes ein Gasdruck aufgebaut, der im Bereich der
Ausflußöffnung 2 des Behälters 1 dem Gießstrahl 3 entgegen und damit auf den
Mengenstrom des Gießstrahls (3) regulierend einwirkt.
1
Behälter
2
Ausflußöffnung
3
Gießstrahl
4
Kammer
5
Gaserwärmer
6
Einengung
7
Ringspalt
8
Einströmöffnung
9
Gasanschluß
10
Ausströmöffnung
Claims (13)
1. Verfahren zur Regulierung von Gießstrahlen bei der Stahlherstellung, bei
dem der Mengenstrom des aus einer Ausflußöffnung eines Behälters
ausfließenden Gießstrahls mechanisch reguliert wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mengenstrom des Gießstrahls (3) durch ein Gas reguliert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gas den Mengenstrom des Gießstrahls (3) beim Ausfließen aus der
Ausflußöffnung (2) des Behälters (1) in einer mit dem Behälter (1)
verbundenen, doppelwandig und konzentrisch ausgebildeten Kammer (4),
welche mit einer einen Ringspalt (7) zwischen sich und dem Gießstrahl (3)
ausbildenden Einengung (6) versehen ist, reguliert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gas der Kammer (4) durch einen Gasanschluß (9) eines mit der
Kammer (4) verbundenen, doppelwandig und konzentrisch ausgebildeten
Gaserwärmers (5) zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das von dem Gaserwärmer (5) der Doppelwand der Kammer (4)
zugeführte Gas durch in der Innenwand der Kammer (4) vorhandene
Einströmöffnungen (8) in den Innenraum der Kammer (4) gleichmäßig verteilt
einströmt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das in der Kammer (4) eingeströmte und durch die Abwärme des
Gießstrahls (3) volumenvergrößerte Gas durch den Ringspalt (7) der
Einengung (6) strömt und dabei durch den sich in ihm erhöhenden
Strömungswiderstand einen die Regulierung des Mengenstroms des
Gießstrahls (3) unterhalb der Ausflußöffnung (2) des Behälters (1)
bewirkenden Gegendruck aufbaut.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das den Mengenstrom des Gießstrahls (3) in der Kammer (4)
regulierende Gas durch den Innenraum des Gaserwärmers (5) in Richtung
einer im Bodenbereich vorhandenen Ausströmöffnung (10) ausströmt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das die Doppelwandung des Gaserwärmers (5) und der Kammer (4)
durchströmende Gas durch das, durch den Innenraum der Kammer (4) und
des Gaserwärmers (5) in Gegenrichtung strömende und dabei die Abwärme
des Gießstrahls (3) aufnehmende Gas vorgewärmt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Regulierung des Mengenstroms des Gießstrahls (1) das
Gas,vorzugsweise ein Edelgas wie Argon, direkt der Kammer (4) zugeführt
und nach erfolgter Regulierung des Mengenstroms des Gießstrahls (3) durch
den Ringspalt (7) der Einengung (6) direkt aus der Kammer (4) abgeleitet
wird.
9. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 8, mit einem das Gießgut enthaltenen und eine Ausflußöffnung
aufweisenden Behälter, dessen Ausflußöffnung mit einem mechanischen
Schieber, Stopfen oder dergl. versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der die Ausflußöffnung (2) aufweisende Behälter (1) mit einer eine
Einengung (6) enthaltenen Kammer (4) verbunden ist.
10. Einrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die konzentrische Einengung (6) der doppelwandigen und
konzentrischen Kammer (4) mit Einströmöffnungen (8) so ausgebildet ist,
daß zu einem von der Einengung (6) umschlossenen Gießstrahl (3) ein
Ringspalt (7) ausgebildet ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammer (4) mit einem, der Länge des Gießstrahls (3)
entsprechenden und mit einem seitlichen Gasanschluß (9) sowie mit einer
unteren Ausströmöffnung (10) versehenen, doppelwandigen, konzentrischen
Gaserwärmer (5) verbunden ist.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die aus Keramik oder Metall bestehende Kammer (4) beheiz- oder
kühlbar ausgebildet ist.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet
daß die das Bodenteil der Kammer (4) bildende Einengung (6) als
scharfkantiger Vorsprung, vorzugsweise als Spitze, ausgebildet ist.
Priority Applications (7)
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| 8131 | Rejection |