DE19851489A1 - Mehrschichtige Fronthaube für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Mehrschichtige Fronthaube für ein KraftfahrzeugInfo
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Abstract
Zur Verminderung der Verletzungsschwere bei Kollisionen eines Kraftfahrzeugs mit Fußgängern ist eine Kraftfahrzeug-Fronthaube dadurch energieumsetzend ausgebildet, daß sie zwischen einer lastverteilenden hautartigen Deckschicht (3) und einer biegesteifen Unterstruktur (1) eine beim Unfall aufblasbare Kammern (5) bildende Zwischenschicht (4) aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft eine mehrschichtige Fronthaube für ein Kraftfahrzeug.
In großem Umfange im Einsatz sind Fronthauben, die als wesentliche Bestandteile zwei
Bleche, nämlich ein Außenblech und ein als Unterstruktur zu bezeichnendes Innenblech,
aufweisen, die an den Haubenrändern miteinander verbunden sind. Derartige Hauben
lassen sich relativ steif ausführen, wobei zusätzliche Maßnahmen, beispielsweise nach
Art von Sollknickstellen, getroffen sein können, die bei einem Frontalcrash eine gezielte
Umsetzung von Aufprallenergie in Verformungsarbeit sicherstellen bzw. zum Schutze der
Insassen ein gezieltes Ausknicken nach oben gewährleisten. Während eine derartige
bekannte Gestaltung einer Fronthaube primär dem Schutz von Fahrzeuginsassen bei
einem Frontalcrash dient, befaßt sich die Erfindung mit einer "fußgängerfreundlichen"
Ausbildung einer Fronthaube. Bekanntlich sind Fußgänger bei Kollisionen mit
Kraftfahrzeugen aufgrund physikalischer Bedingungen besonders gefährdet, da der
Vorderwagen eines Kraftfahrzeugs im Vergleich zu einem Fußgänger aufgrund vieler
Anforderungen sehr hart und steif ist. Insbesondere besteht die Gefahr, daß beim
Aufprall eines Fußgängers von oben auf die Fronthaube des Fahrzeugs
Kopfverletzungen entstehen, da die Fronthaube, wie dargelegt, relativ steif ausgelegt ist
und demgemäß erst bei großer Aufprallenergie verformt wird.
Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Fronthaube
zu schaffen, die ohne Beeinträchtigung eines günstigen Verhaltens bei einem
Frontalcrash, d. h. ohne Beeinträchtigung des Insassenschutzes, so aufgebaut ist, daß
sie auch den Erfordernissen des Fußgängerschutzes Rechnung trägt.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht in den kennzeichnenden
Merkmalen des Hauptanspruchs, vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung beschreiben
die Unteransprüche.
Auch bei der erfindungsgemäßen Fronthaube ist also eine für den Insassenschutz und
Fahrbetrieb wichtige große Steife sichergestellt, nämlich durch die steif ausgeführte
Unterstruktur, die zu diesem Zweck mit Rippen oder Hutprofilen versehen ein kann. Die
Steife bzw. Härte dieser Unterstruktur wird sich jedoch bei einem Fußgängeraufprall bei
der erfindungsgemäßen Fronthaube allenfalls in einem geringen Maße äußern, da der
Aufprall des Fußgängers auf die Oberseite der Haube erfolgt die gegen die
Unterstruktur durch die Kammern bildende Zwischenschicht abgedeckt ist. Die Kammern
werden beim Körper- oder Kopfaufprall des Fußgängers unter Abstützung an der steifen
Unterstruktur deformiert, wobei durch die hautartige Deckschicht eine Verteilung der
durch den Fußgänger hervorgerufenen Belastung auf eine Vielzahl von Kammern erfolgt.
Aus diesem Grunde ist es zweckmäßig, die Kammern schubübertragend zumindest mit
der hautartigen Deckschicht zu verbinden.
Eine besonders wirkungsvolle Konstruktion ergibt sich, wenn die Kammern aufblasbar
gestaltet und mit einem nur bei einem Fußgängeraufprall gezündeten Gasgenerator
verbunden sind.
Eine derartige Ausführungsform der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung
erläutert, die einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäß ausgebildete Kraftfahrzeug-
Fronthaube wiedergibt.
Die Fronthaube ist mehrschichtig ausgebildet; man erkennt bei 1 eine steife
Unterstruktur, die mit versteifenden Profilen, hier in Gestalt von Hutprofilen 2, versehen
ist. Die oberste Schicht dieser Fronthaube bildet die hautartige Deckschicht 3, die beim
Aufprall eines Fußgängers eine Lastverteilung auch auf Bereiche der Fronthaube
vornimmt, die nicht unmittelbar unter der Aufprallzone des Fußgängers liegen.
Einen wesentlichen Bestandteil der Fronthaube bildet die Zwischenschicht 4 zwischen
den beiden beschriebenen Schichten 1 und 3, die in diesem Ausführungsbeispiel
airbagartige Kammern 5 bildet, die hier unterschiedlich groß und damit auch
unterschiedlich steif sind und somit eine Anpassung an die Wölbung der hautartigen
Deckschicht 3 vornehmen. Diese Kammern 5 sind zweckmäßigerweise zumindest an
ihrer in der Figur nach oben weisenden Oberfläche mit den anderen Schichten, hier also
der hautartigen Deckschicht 3, schubübertragend verbunden, wodurch nicht nur eine
Lagefixierung erreicht wird, sondern auch die Lastverteilung durch die hautartige
Deckschicht 3 unterstützt wird.
Die hier also airbagartig ausgeführten Kammern 5 sind über bei 6 angedeutete Leitungen
mit dem Gasgenerator 7 verbunden, der zweckmäßigerweise an der Spritzwand bzw. am
Wasserkasten des Kraftfahrzeugs angeordnet und dem der Precrash-Sensor oder
Berührungssensor 8 zugeordnet ist. Dieser ist zweckmäßigerweise an einer vorderen
Oberkante des Fahrzeugvorderwagens angeordnet und erkennt entweder die
Annäherung des Fahrzeugs an einen Fußgänger oder den Beginn der Berührung
zwischen Fahrzeug und Fußgänger, so daß sehr schnell die Auslösung des
Gasgenerators 7 und damit das Aufblasen der Kammern 5 erfolgt. Durch einen
entsprechenden Algorithmus kann der Sensor zwischen Fußgänger- oder
Fahrzeugkontakt unterscheiden.
Infolge dieser Ausbildung der Fronthaube kann diese in ihrem steifen Bereich, d. h. im
Bereich der Unterstruktur 1, im Hinblick auf den Fahrbetrieb und auf einen Frontalcrash
optimiert werden, ohne daß auf einen wirksamen Fußgängerschutz verzichtet werden
muß da dieser durch die beiden anderen Schichten 3 und 4 gewährleistet wird, die aber
zum Fußgängerschutz auch die steife Unterstruktur 1 heranziehen, indem sie sich auf
dieser bei einem Fußgängeraufprall abstützen.
Verständlicherweise ist es zwecks Beschleunigung des Aufblasvorgangs möglich,
einzelnen oder Gruppen der aufblasbaren Kammern 5 individuelle Gasgeneratoren 7
zuzuordnen, die dann auch von individuellen Sensoren 8 her gezündet werden; in diesem
Falle können gezielt nur bestimmte Bereiche der Fronthaube, die gerade von dem
Fußgänger beaufschlagt werden, aktiviert werden.
Claims (7)
1. Mehrschichtige Fronthaube für ein Kraftfahrzeug, gekennzeichnet durch eine
biegesteife Unterstruktur (1), eine hautartige Deckschicht (3) und eine deformierbare
Kammern (5) bildende Zwischenschicht (4) zwischen beiden.
2. Fronthaube nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Zwischenschicht (4), die
als Kammern Waben mit sich zwischen Deckschicht (3) und Unterstruktur (1)
erstreckenden, zumindest mit der Deckschicht (3) schubübertragend verbundenen
Wänden bildet.
3. Fronthaube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammern (5)
aufblasbar ausgebildet und über zumindest eine Leitung (6) mit zumindest einem
Gasgenerator (7) in Verbindung stehen, dem ein Sensor (8) nach Art eines Precrash
oder Berührungssensors am Vorderwagen des Fahrzeugs zugeordnet ist.
4. Fronthaube nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (8) an einer
oberen Vorderkante des Vorderwagens angeordnet ist.
5. Fronthaube nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere
Gasgeneratoren einzelnen oder Gruppen der Kammern (5) zugeordnet sind.
6. Fronthaube nach einem der Ansprüche 3 bis 5, gekennzeichnet durch Kammern (5)
nach Art von Airbags.
7. Fronthaube nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Unterstruktur (1) versteifende Profile (2), wie Rippen- oder Hutprofile, aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998151489 DE19851489A1 (de) | 1998-11-09 | 1998-11-09 | Mehrschichtige Fronthaube für ein Kraftfahrzeug |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Family Applications (1)
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| DE1998151489 Withdrawn DE19851489A1 (de) | 1998-11-09 | 1998-11-09 | Mehrschichtige Fronthaube für ein Kraftfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
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