DE19850187A1 - Rettungssystem Wasser - Google Patents
Rettungssystem WasserInfo
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Abstract
Das Rettungssystem Wasser besteht in kompakter Bauweise aus einer Auftriebskörpereinheit mit einem Fassungsvolumen von durchschnittlich 6,5 Litern, einer Befülleinheit, die ein selbständiges Füllen und Entfalten des Auftriebskörpers über das Einblasen eines Füllmediums leichter als Wasser sicherstellt und einer Befestigungseinheit zum Tragen des Systems am Unterarm des Benutzers. Das Rettungssystem nimmt je nach baulicher Konfiguration Instrumente oder Werkzeuge zur Unterstützung im Anwendungsfall auf. Das Rettungssystem ergänzt oder substituiert bisherige Verfahrenstechniken hinsichtlich des Überlebens bei Notfällen in Gewässern. Sein besonderer Nutzen erwächst aus der kleinen kompakten Bauweise, die es dem Benutzer ermöglicht, den Beruf oder Sportaktivitäten im und am Wasser weitestgehend unbehindert von größeren bisher üblichen Rettungsaggregationen auszuüben und dennoch über eine praktikable Stütze zum Überleben im Wasser zu verfügen.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung, die das Überleben von Menschen im Wasser
sichern soll. Das Rettungssystem besteht aus einer oder ggf. mehreren aufblasbaren
Auftriebskörpereinheiten, nachfolgend Schwimmkissen genannt, die mittels Druckluft, Gasen
oder Mehrkomponentenschäumen nach Betätigen eines Ventils bzw. ventilähnlichen oder
anderen Vorrichtung eine Gasdruckpatrone, PE-Schaumvorratsbehälter oder Vorrat
gaserzeugender Chemikalien selbständig in eine auftriebserzeugende Form gebracht wird.
Dazu wird die Vorrichtung einsatzvorbereitend, aufgrund der kompakten kleinen Struktur
typischerweise fest mit einem Unterarm oder am Handgelenk verbunden, getragen. Die im
Bedarfsfall aufgeblasene Schwimmkörpereinheit bleibt bauartbedingt relativ flexibel aber
während des Einsatzes dauerhaft mit dem Benutzer verbunden und fungiert jetzt als
Schwimm- oder ggf als Rettungshilfe. Der Auftriebskörper hat dabei ein Volumen von ca.
2,5 bis 10 Litern. Durch Lösen des Klettbandes, welches das Rettungssystem/Schwimmhilfe
vorzugsweise mit einem Unterarm verbindet, kann sich der Benutzer von diesem Aggregat bei
Bedarf mit einem Handgriff innerhalb von 2 bis 3 Sekunden lösen.
Rettungssysteme für Schwimmer oder im, bzw. am Wasser arbeitende Menschen bestehen zur
Zeit aus anlegbaren Rettungsringen, zu tragenden Schwimmwesten oder Sicherungsleinen.
Diese Maßnahmen sind sehr nachteilig in bezug zur gewünschten Bewegungsfreiheit. Sie sind
in der Regel während der ausgeübten sportlichen oder gewerblichen Tätigkeit hinderlich.
Auch tragen das Erscheinungsbild solcher bisherigen Rettungsgeräte/Schwimmhilfen dazu
bei, den Träger insbesondere im sportlichen Bereich zu diskriminieren.
Unter Umständen verhindert oder beschränkt das Tragen von bisher üblichen
Rettungsgerätschaften die eigentliche beabsichtigte sportliche oder gewerbliche Tätigkeit.
Streckenschwimmtraining unter Anlegen einer Schwimmweste vereitelt die sportliche
Aktivität in der Regel. In öffentlichen Bädern sind diese u. U. sogar verboten oder schränken
die Benutzung von Wasserflächen ein. Genauso wird die Pflege von Uferläufen üblicherweise
nicht unter Benutzung einer Schwimmweste vorgenommen, weil diese die
Arbeitsbedingungen extrem erschweren würden.
Diese Situation führt in jeder Badesaison zu vielen Todesfällen von Schwimmern. Häufig
sind Selbstüberschätzung (Kinder/Jugendliche/Senioren durch Entkräftung), gesundheitliche
Problemsituationen (Krämpfe etc.) oder Naturereignisse (z. B. Unterströmungen an Küsten)
ursächlich. Ebenso sind Betriebsunfälle mit Ertrinkungstod in der Binnen- und Seeschiffahrt
bekannt, wobei das prophylaktische Benutzen von bisherigen Rettungsgerät aus o. a Gründen
versäumt wurde.
Das Ziel dieser Erfindung ist es, ein Rettungsgerät von möglichst geringen Ausmaßen
bereitzustellen, so daß das Tragen dieses Systems unauffällig, in möglichst allen Situationen
praktikabel ermöglicht wird. So soll z. B. ein Schwimmer oder Badender den Wassersport
nahezu unbehindert nachkommen können und gleichzeitig die Sicherheit für Problemfälle mit
sich führen, ohne daß es zu den großen Einschränkungen, die die bisherigen o. a.
Schwimmhilfen oder Rettungsgeräte mit sich bringen, kommt, die das Mitsichführen solcher
bisherigen Sicherungsmittel in der Regel ausschloß.
Zweitens soll dieses System von der Handhabung so einfach und von der Trageweise so
unauffällig sein, daß der Benutzerkreis vom jungen Kind bis zum bejahrten Senior gespannt
werden kann. Damit erschließt sich einem Personenkreis, dem das Baden oder Schwimmen in
Naturteichen, Baggerlöchern, Seen, Stränden und wenig beaufsichtigten Badegelegenheiten
aus Risikoabschätzungen bisher nicht wahrnehmen wollte. Insbesondere trifft dies auf wenig
trainierte Menschen zu, die z. B. im Urlaub besonders wassersportlich aktiv werden wollen.
Ebenso sind Kinder, häufig außerhalb der elterlichen Aufsicht oder betagte bzw.
gesundheitlich belaste Menschen nun in der Lage, mit einer deutlich erhöhten Sicherheit
Wassersport zu betreiben.
Auch zur Absicherung von Sport- und Berufsgruppen wie Angler, Beschäftigte in der
Fischerei oder Teichwirtschaft, Taucher, Beschäftigte der kommunalen Wasserverbände etc.
eröffnet dieses System eine tatsächlich praktikable Möglichkeit der Gefahrenbeherrschung.
Auch für Piloten in der Sportfliegerei, z. B. bei Streckenführungen über Wasserflächen und
Fallschirmsportlern in einer Gewässer durchsetzten Topographie, bringt dieses
Rettungssystem eine für den Alltag handhabbaren Lösung bezüglich Wasserlandungen. Im
Bereich Sporttauchen oder Höhlentauchen kann das System bei Desorientierung helfen, die
Gewässeroberfläche wieder anzusteuern.
Drittens soll das System hinsichtlich der Funktionstüchtigkeit so angelegt sein, daß eine
Leistungsüberprüfung der Einsatzbereitschaft auch bei häufigem Tragen der Rettungseinheit
möglich ist, um auch eine mentale Sicherheit für den Benutzer zu erzeugen. Die Fülleinheit
kann außerhalb des Auftriebskörpers liegen und mit einer Zuleitung verbunden werden.
Sinnvoller ist es jedoch vor diesem Hintergrund, die Fülleinheit mit dem Befüllungsmedium
des Auftriebskörpers innerhalb des noch zusammengefalteten Auftriebskörper einzubauen
und damit vollständig abzuschließen. Bei Auftreten von Lecks in der Fülleinheit oder
unbeabsichtigtem Betätigen der Ventilvorrichtung bläht sich die Auftriebseinheit in jedem
Falle auf. Damit ist ein Erkennen der Funktionstüchtigkeit bzw. Hinweis zu Fehlfunktionen in
weiten Grenzen für den Benutzer möglich.
Sicherheitserhöhend, insbesondere auch als Schutz vor Funktionsverlust bei
Fremdkörpereinwirkung, kann als Füllmedium des ~ Schwimmkissens selbsthärtende
Schaumkomponenten (PE/PU) Verwendung finden. Damit wird zudem die Griffsicherheit
deutlich erhöht. Um Beeinträchtigungen für den Benutzer durch die auftretende
Reaktionswärme einzuschränken, ist der Auftriebskörper mit einer wärmeisolierenden
Außenhülle auszustatten.
Griffsicherheitserhöhend ist die Umhüllung des Auftriebskörpers mit einem grobmaschigem
Netz. Des weiteren sind Wandungsausführungen mit Einstülpungen nach innen oder außen,
Noppen und ähnlichem ausführbar.
Das Rettungsgerät kann in Nebenfunktion als Instrumententräger dienen. Damit wird das
System für manche Benutzergruppen auch modisch aufgeschlossen. Die Ummantelung kann
z. B. Kompaß, Uhr, Tiefenmesser etc. aufnehmen. Damit erhöht sich u. U. die
Trageakzeptanz gerade für den jugendlichen und sportbewußten Benutzer.
Ebenso kann weiteres Rettungsgerät aufgenommen werden. Signalpfeife, Farbeinheiten zur
Markierung der Wasserstelle in Notfallen, Taschenlampe, Spiegel, Messer o. ä. dienen dazu,
den Verwendungszweck des Rettungsgerätes zu unterstützen.
Das Rettungssystem sollte nach einer Saison (max. 1 Jahr) durch ein neues ausgetauscht
werden, um Funktionsbeeinträchtigung durch Überalterung aus mechanischer oder
thermischer Belastung etc. auszuschließen. Eine wirksame Kontrolle stellt die farbliche
Ausgestaltung der Ummantelung schon aus der Produktion des Systems dar. Für jedes Jahr
steht eine Farbe.
Die Auftriebskörperwandung muß elastisch dehnbar ausgeführt sein, um einen variablen
Innendruck auffangen zu können. Längere Sonneneinstrahlung, unterschiedliche
Umgebungstemperaturen oder produktionstechnisch variable Füllmengen können zu
unterschiedlichen Volumina führen. Die elastische Wandungsausführung sichert damit die
Funktionstüchtigkeit des Auftriebskörpers.
Um ein mögliches Versagen der Füllkörpereinheit zu kompensieren, kann der Auftriebskörper
mit einem Befüllventil zur manuellen Befüllung mit Atemluft ausgestaltet sein.
Ein Ausführungsbeispiel unter Verwendung einer Gasdruckpatrone soll die Erfindung näher
erläutern. Es zeigen
Fig. 1 Skizze des Rettungssystemaufbäu, Draufsicht
Das Füllmedium für den Auftriebskörper befindet sich typischerweise im noch
zusammengefalteten Schwimmkissen. Damit wird sichergestellt, daß ein auftretendes Leck o. ä. bzw. unbeabsichtigtes Auslösen des Ventils mit dem zwangsweisen Entfalten des
Auftriebskörpers bemerkt werden kann.
Fig. 2 Querschnittsdarstellung
Fig. 3 Auslösen des Ventils und Aufblasen des Schwimmkissens
Die Systemverbindung mit dem Unterarm, Handgelenk (z. B. Klettbänder) verbindet
Schwimmer und Schwimmkissen relativ flexibel aber sicher miteinander.
Claims (15)
1. Vorrichtung zum Schutz vor Ertrinken in Wasser oder wasserähnlichen Medien
dadurch gekennzeichnet, dass das Rettungssystem aufgrund der kleinen kompakten Bauweise
an den menschlichen Gliedmaßen, vorzugsweise Unterarm/Handgelenk getragen werden
kann.
2. Vorrichtung nach dem Anspruche 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aktivierte
Auftriebskörper mit dem Benutzenden fest oder flexibel verbunden bleibt, nach Bedarf
jedoch mit einem Handgriff vom Körper zu trennen ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die
Auftriebseinheit mit Druckluft gefüllt wird.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der
Auftriebskörper mit Gas oder Gasgemischen befüllt wird.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der
Auftriebskörper durch chemische Reaktionen gaserzeugender Substanzen befüllt wird.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der
Auftriebskörper mit sich verfestigenden Schäumen befüllt wird.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Auftriebskörperwandung wärmeisoliert ausgeführt ist.
8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der
Auftriebskörper mit einem Netz umspannt ist.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die
Systemummantelung und/oder Körperbefestigung Instrumente aufnimmt.
10. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die
Systemummantelung und/oder Körperbefestigung weiteres Rettungsgerät oder Werkzeuge
aufnimmt.
11. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Fülleinheit
sich innerhalb der in sich geschlossenen Auftriebskörpereinheit befindet.
12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der
Auftriebskörper mit einer elastischen Außenhaut ausgestattet ist.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der,
Auftriebskörper unter Druck gesetzt wird.
14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der
Auftriebskörper mit einem manuell mit Atemluft zu befüllendes Ventil ausgestattet ist.
15. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung
so kompakt konstruiert ist, so dass nur eine sehr geringe oder keine Beeinträchtigung der
wassersportlichen bzw. beruflichen Aktivitäten auftreten.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998150187 DE19850187A1 (de) | 1998-11-02 | 1998-11-02 | Rettungssystem Wasser |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1998150187 DE19850187A1 (de) | 1998-11-02 | 1998-11-02 | Rettungssystem Wasser |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19850187A1 true DE19850187A1 (de) | 2000-05-11 |
Family
ID=7886231
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998150187 Ceased DE19850187A1 (de) | 1998-11-02 | 1998-11-02 | Rettungssystem Wasser |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19850187A1 (de) |
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|---|---|---|---|
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| 8122 | Nonbinding interest in granting licenses declared | ||
| 8131 | Rejection |