DE19847682C1 - Regeleinrichtung einer Spritzgießmaschine für Kunststoff - Google Patents
Regeleinrichtung einer Spritzgießmaschine für KunststoffInfo
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Abstract
Eine Ablöseregelung (50) bildet Teilstellsignale (U1, U2) für eine Regelung von Vorschubgeschwindigkeit (Y1i) und Druck (Y2i) des Kunststoffes, und leitet hieraus ein Stellsignal (U) zur Regelung von Vorschubgeschwindigkeit oder Druck abhängig von Betriebszuständen der Spritzgießmaschine (1) ab. Ein Korrekturwertgenerator (22) bildet ein Hilfsstellsignal (Ud) zur sprunglosen Ablösung zwischen einer Regelung von Vorschubgeschwindigkeit und Druck zumindest unter Auswertung der Teilstellsignale und schaltet dieses dem Stellsignal (U) auf.
Description
Die Erfindung betrifft eine Regeleinrichtung für eine Kunst
stoff Spritzgießmaschine. Diese enthält eine Ablöseregelung,
welche Teilstellsignale für eine Regelung von Vorschubge
schwindigkeit und von Druck bildet, und hieraus ein Stellsig
nal zur Regelung von Vorschubgeschwindigkeit oder Druck ab
hängig von ausgewählten Betriebszuständen der Spritzgießma
schine ableitet.
Spritzgießmaschinen der betreffenden Art weisen in der Regel
als technologische Komponenten eine Schließeinheit und eine
Einspritzeinheit auf. Dabei stellt die Schließeinheit eine
Form bzw. ein Werkzeug dar, in dem zur Gestaltung des jewei
ligen Formlings erhitzter, zähflüssiger Kunststoff über die
Einspritzeinheit eingepresst wird. Die Einspritzeinheit
stellt eine Förderschnecke für den zähflüssigen Kunststoff
dar, welche von einem elektrischen Antrieb, insbesondere ei
nem drehzahlregelbaren Gleichstromantrieb, angetrieben wird.
Die Herstellung eines Formlings aus Kunststoff in der Spritz
gießmaschine erfordert in der Praxis verschiedene Phasen. So
ist in einer ersten Phase die Schließeinheit mit zähflüssigem
Kunststoff zu füllen. Dies soll in der Regel mit einer mög
lichst konstanten Vorschubgeschwindigkeit der Förderschnecke
erfolgen, so daß in diesem Betriebszustand der Spritzgießma
schine als maßgebliche Regelgröße die Vorschubgeschwindigkeit
des Kunststoffes anzusehen ist. Nach Füllung der Form ist
insbesondere zur räumlichen Ausbildung des Formlings der
Druck des zähflüssigen Kunststoffes zu beeinflussen, so daß
in diesem Betriebszustand der Spritzgießmaschine als maßgeb
liche Regelgröße der Druck des Kunststoffes anzusehen ist.
Hierbei ist zumindest bei einem Übergang zwischen diesen
standardmäßigen Betriebszuständen auch eine Ablösung der auf
die Spritzgießmaschine einwirkenden Regelgrößen erforderlich.
Zur Erzielung eines solchen Verhaltens weist eine Regelein
richtung der vorliegenden Art eine zwischen den beiden Regel
größen Vorschubgeschwindigkeit und Druck des flüssigen Kunst
stoffes ablösende Regelung auf. Eine derartige, sogenannte
Ablöseregelung kann von externen Steuereinheiten betätigt
werden, welche die Betriebszustände der Spritzgießmaschine
insbesondere abhängig vom herzustellenden Formling vorgeben,
und durch entsprechende Beeinflussung der Ablöseregelung die
jeweils entsprechende Regelgröße aktivieren.
In der Praxis kann selbst dann, wenn die zum jeweiligen stan
dardmäßigen Betriebszustand der Spritzgießmaschine gehörige
Regelgröße aktiv ist, eine vorübergehende Umschaltung auf die
jeweils andere Regelgröße erforderlich sein. Die Ablöserege
lung kann hierzu insbesondere die Istwerte der Regelgrößen
Vorschubgeschwindigkeit und Druck auswerten, um den Eintritt
weiterer Betriebszustände detektieren zu können. Bei derarti
gen, nicht standardmäßigen Betriebszuständen kann z. B. bei
Regelung einer der beiden Regelgrößen der Istwert der anderen
Regelgröße eine vorgegebenen Extremwert über- bzw. unter
schreiten. Durch eine in der Regel vorübergehende Umschaltung
der Ablöseregelung auf die Regelung der anderen Regelgröße
soll deren Istwert wieder in das zulässige Toleranzband zu
rückgeführt werden. Ist z. B. die Regelung der Vorschubge
schwindigkeit aktiv, überschreitet aber der Druck des Kunst
stoffes in der Spritzgußform einen Maximalwert, so kann vor
übergehend auf die Regelung des Druckes umgeschaltet werden,
um den Istwert dieser Regelgröße in das vorgesehene Toleranz
band zurückzuführen. Anschließend wird die Regelgröße Druck
wieder durch die Regelgröße Vorschubgeschwindigkeit abgelöst.
Als Stellglied zur Beeinflussung der beiden Regelgrößen kann
der elektrische Antrieb der Förderschnecke in der Einspritz
einheit dienen. Ist dieser insbesondere in Form eines dreh
zahlregelbaren Gleichstromantriebs ausgeführt, so ist dessen
Ankerstrom als Stellgröße verwendbar. Die Ablöseregelung
stellt somit abhängig vom jeweiligen Betriebszustand der
Spritzgießmaschine ein jeweils zur Regelung der Vorschubge
schwindigkeit bzw. des Druckes dienendes Stellsignal für den
Ankerstrom bereit. Dieses stellt wiederum vorteilhaft eine
Auswahl aus Teilstellsignalen dar, welches zur Regelung der
Vorschubgeschwindigkeit bzw. des Druckes bereitstehen.
Bei einer Ablösung von Regelgrößen in der oben beschriebenen
Art sind sprunghafte Änderungen im Stellsignal nicht zu ver
meiden. Dies liegt insbesondere daran, daß die zur Regelung
der Vorschubgeschwindigkeit bzw. des Druckes bereitstehenden
Teilstellsignale vor der Aktivierung als Stellsignal der
Spritzgießmaschine in Regel unterschiedliche Werte aufweisen.
In der Praxis wurde diesem Nachteil bislang keine besondere
Bedeutung beigemessen. Mit zunehmender geometrischer Komple
xität der Formlinge und der Steigerung der Taktgeschwindig
keit der Spritzgießmaschine, d. h. deren Ausstoßrate, wirken
sich derartige Sprünge verstärkt auf die Qualität der Form
linge aus. Insbesondere kann deren innere Homogenität durch
die Stellsignalsprünge beeinträchtigt werden.
Aus der US 5,585,053 ist ein Verfahren zur Regelung einer
Spritzgießmaschine für Kunststoff bekannt. Die verwendete Re
geleinrichtung weist eine Ablöseregelung auf, welche Teil
stellsignale für eine Regelung von Vorschubgeschwindigkeit
oder Druck des Kunststoffs bildet und hieraus ein Stellsignal
zur Regelung von Vorschubgeschwindigkeit oder Druck abhängig
von Betriebszuständen der Spritzgießmaschine ableitet.
Aus der WO 97/12744 ist eine adaptive Steuerungsvorrichtung
für eine Spritzgießmaschine mit einem Korrekturwertgenerator
zur Ablösung zwischen einer Regelung der Vorschubgeschwindig
keit und des Druckes bekannt.
Aus der DE 36 12 439 C2 ist ein weiteres Verfahren und eine
Vorrichtung zur Steuerung des Einspritzvorgangs bei einer
Spritzgießmaschine bekannt, bei dem zur Steuerung der Spritz
einheit der Antrieb derart gesteuert wird, daß die Hubge
schwindigkeit der Spritzschnecke oder des Spritzkolbens dar
stellende Ausgangssignals eines Geschwindigkeitssensors einen
von einem Sollwertsteller für die Einspritzgeschwindigkeit
abgegebenen Sollwertsignal entspricht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Regeleinrich
tung einer Spritzgießmaschine weiter so auszubilden, daß
Stellsignalsprünge bei der Ablösung zwischen einer Regelung
von Vorschubgeschwindigkeit und Druck des Kunststoffes weit
gehend vermieden werden.
Die Aufgabe wird gelöst mit einer Regeleinrichtung mit den
Merkmalen von Anspruch 1.
Die Erfindung beruht darauf, daß die Regeleinrichtung einen
Korrekturwertgenerator aufweist, welcher ein Hilfsstellsignal
zur sprunglosen Ablösung zwischen einer Regelung von Vor
schubgeschwindigkeit und Druck zumindest unter Auswertung der
Teilstellsignale bildet und dem Stellsignal aufschaltet. Dies
hat den Vorteil, daß die Teilstellsignale, welche die Haupt
ursache für mögliche, sprungartige Übergänge im Moment einer
Reglerablösung sind, selbst als Eingangswerte für den Korrek
turwertgenerator zur Bildung eines entsprechenden Hilfsstell
signals herangezogen werden. Eine möglichst sprunglose Ablö
sung der Regler hat eine Verbesserung der Produktqualität
insbesondere dann zur Folge, wenn Formlinge bei hoher Taktra
te mittels einer geometrisch komplexen Schließeinheit herge
stellt werden sollen. Insbesondere nimmt hierbei die innere
Homogenität der Formlinge zu.
Es ist besonders vorteilhaft, wenn der Korrekturwertgenerator
das Hilfsstellsignal zumindest mittels einer, von der Art der
Ablösung abhängigen Differenz der Teilstellsignale bildet.
Diese Ausführung hat den Vorteil, daß Stellsignalsprünge auf
Grund der Erfassung der tatsächlichen Differenz der Teil
stellsignale nahezu vollständig vermieden werden können. Die
Angabe, daß die Bildung der Differenz abhängig ist von der
"Art der Ablösung", hat im Rahmen der vorliegenden Erfindung
die Bedeutung, ob die Ablösung von einer Regelung der Vor
schubgeschwindigkeit auf eine Regelung des Drucks oder umge
kehrt erfolgen soll. Diese sogenannte "Ablösungsrichtung"
wird davon bestimmt, ob die Spritzgießmaschine einen von mög
licherweise mehreren, ausgewählten Betriebszustand eingenom
men hat, welche die Ablösung z. B. einer aktiven Regelung der
Vorschubgeschwindigkeit durch eine Regelung des Druckes er
forderlich macht oder umgekehrt.
Gemäß einer weiteren Ausführung der Erfindung enthält der
Korrekturwertgenerator vorteilhaft ein rekursives Filter mit
einem Filterausgangssignal, welches zur Bildung des Hilfs
stellsignals dient und vor jeder Ablösung zwischen einer
Regelung von Vorschubgeschwindigkeit und Druck aktualisiert
wird. Diese Ausführung ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn die erfindungsgemäße Regeleinrichtung in programmtechni
scher Form realisiert ist, und z. B. in Form einer sogenannten
Abtastregelung mittels einer speicherprogrammierbaren Steue
rung ausgeführt wird.
Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn das rekursive Filter zur
Bildung des Filterausgangssignals für eine anstehende Ablö
sung auf ein Filterausgangssignal, welches zu einer vorange
gangenen Ablösung gehört, eine von der Art der Ablösung ab
hängige Differenz der aktuellen Teilstellsignale aufschaltet.
Dies hat den Vorteil, daß möglichst unmittelbar vor jeder Ab
lösung ein möglichst genauer Wert des für eine sprunglose Um
schaltung jeweils benötigten Hilfsstellsignals mittels des
aktualisierten Filterausgangssignals ermittelbar ist. Ferner
ist diese Form der rekursiven Bestimmung des Hilfsstellsig
nals besonders geeignet für eine mögliche programmtechnische
Implementierung der Regeleinrichtung.
Bevorzugt weist das rekursive Filter den Wert Null als Start
wert für eine rekursive Bestimmung des Filterausgangssignals
auf. Es ist somit vor Inbetriebnahme einer derartigen Ausfüh
rung nicht notwendig, Startwerte in einer aufwendigen Weise
vorab zu bestimmen. Vielmehr schwingt das rekursive Filter in
einer selbst stabilisierenden Weise auf ein für die Bestim
mung des Hilfsstellsignals direkt verwendbares Filteraus
gangssignal ein.
Gemäß einer weiteren Ausführung der Erfindung weist der Kor
rekturwertgenerator vorteilhaft einen Signalumformer auf,
welcher das Hilfsstellsignal dem Stellsignal zeitverzögert
aufschaltet. Hiermit kann eine vorteilhafte Glättungswirkung
erzielt werden, womit die Sprunglosigkeit der Reglerablösung
weiter begünstigt wird. Bevorzugt weist hierzu der Signalum
former ein differenzierendes und zeitverzögerndes Übertra
gungsverhalten auf.
Die Erfindung wird desweiteren anhand der in den nachfolgend
kurz angeführten Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
weiter erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen Regeleinrich
tung, welches bereits vorteilhafte, weitere Ausfüh
rungsformen für einen Korrekturwertgenerator der erfin
dungsgemäßen Regeleinrichtung enthält,
Fig. 2 einen durch Simulation gewonnenen Verlauf des Stellsig
nales für eine Spritzgießmaschine, deren Regeleinrich
tung keinen Korrekturwertgenerator gemäß der Erfindung
aufweist und deren Teilstellsignale sinusförmig vorge
geben sind,
Fig. 3 einen zu Fig. 2 vergleichbaren, durch entsprechende
Simulation gewonnenen Verlauf des Stellsignales für
eine Spritzgießmaschine, deren Regeleinrichtung erfin
dungsgemäß einen Korrekturwertgenerator aufweist, und
Fig. 4 ein Logikdiagramm zur Darstellung der Funktionsweise
eines vorteilhaften rekursiven Filters in einem, gemäß
einer bevorzugten weiteren Ausführung der Erfindung ge
stalteten Korrekturwertgenerator.
Fig. 1 zeigt exemplarisch das Blockschaltbild einer gemäß
der Erfindung gestalteten Regeleinrichtung für eine Spritz
gießmaschine 1 als Regelstrecke, welche eine Ablöseregelung
50 aufweist.
In der beispielhaften Ausführung von Fig. 1 enthält die dort
dargestellte Ablöseregelung 50 einen ersten Regler 3 zur
Regelung der Vorschubgeschwindigkeit des Kunststoffes. Der
Istwert Y1i der Vorschubgeschwindigkeit wird bevorzugt als
Meßgröße in der Spritzgießmaschine 1 erfaßt und über eine
Rückführung 2 dem ersten Regler 3 zugeführt. Dieser bildet
hieraus und mittels eines Sollwertes Y1s für die Vorschubge
schwindigkeit, welcher über einen Eingang 4 zugeführt wird,
ein erstes Teilstellsignal U1 an einem Ausgang 15.
Die beispielhafte Ablöseregelung 50 von Fig. 1 enthält wei
terhin einen zweiten Regler 5 zur Regelung des Druckes im
Kunststoff. Der Istwert Y2i des Druckes wird bevorzugt als
Meßgröße in der Spritzgießmaschine 1 erfaßt und über eine
Rückführung 6 dem zweiten Regler 5 zugeführt. Dieser bildet
hieraus und mittels eines Sollwertes Y2s für den Druck, wel
cher über einen Eingang 8 zugeführt wird, ein zweites Teil
stellsignal U2 an einem Ausgang 17.
Wie oben bereits erläutert wurde, kann die Spritzgießmaschine
1 unterschiedliche Betriebszustände einnehmen, welche den
Eingriff des ersten oder zweiten Reglers 3,5 auf die Regel
strecke 1 erforderlich macht. Zur Erfassung des jeweiligen
Betriebszustandes und zur Ablösung des bislang aktiven Reg
lers durch den jeweils anderen Regler enthält die beispiel
hafte Ablöseregelung 50 eine Stellsignalauswahleinrichtung
10. Diese gibt am Ausgang 20 als Stellsignal U das jeweils
erforderliche Teilstellsignal U1 bzw. U2 des ersten bzw.
zweiten Reglers 3 bzw. 5 aus und schaltet es als Eingangs
stellsignal Ust der Spritzgießmaschine 1 am Eingang 21 auf.
Dieses wirkt bevorzugt als Sollwert für den Strom eines
Gleichstromantriebs der Förderschnecke in der Einspritzein
heit.
Die im Beispiel der Fig. 1 dargestellte Stellsignalauswahl
einrichtung 10 enthält bevorzugt eine Ansteuerschaltung 7,
welche über ein Schaltsignal S am Ausgang 19 auf ein Schalt
element 9 zur Stellsignalumschaltung einwirkt. Zur Erfassung
des aktuellen Betriebszustandes wertet die Ansteuerschaltung
7 einerseits den Istwert Y1i der Vorschubgeschwindigkeit und
den Istwert Y2i des Druckes aus. Hiermit können Grenzwert
überschreitungen einer Regelgröße erfaßt werden, welche ein
möglicherweise nur vorübergehende Umschaltung der Regelung
auf den zugehörigen Regler erforderlich machen. Andererseits
können der Ansteuerschaltung 7 auch externe Umschaltsignale
Se zur Ablösung der aktiven Regelgröße über einen Eingang 13
zugeführt werden. Zur Regelgrößenablösung wird das Schaltele
ment 9 über das Schaltsignal S so umgeschaltet, daß das je
weils benötigte Teilstellsignal U1, U2 vom ersten bzw. zwei
ten Regler 3,5 am Ausgang 20 als Stellsignal U auftritt.
In der Fig. 2 sind durch Simulation gewonnene Zeitverläufe
dargestellt, welche bei einer Regeleinrichtung der bisher be
schriebene Art auftreten können. Dabei wurden zum Zwecke der
Simulation sinusförmige Verläufe U1s und U2s für das erste
und zweite Teilstellsignal U1 und U2 vorgesehen. Ferner sind
beispielhaft sechs Zeitpunkte S1 bis S6 eingezeichnet, in de
nen über die Stellsignalauswahleinrichtung 10 der Ablöserege
lung 50 eine Ablösung der bisherigen Regelgröße durch die an
dere Regelgröße vorgenommen wurde. Es ist deutlich zu erken
nen, daß der Simulationsverlauf Uss des Eingangsstellsignals
Us der Spritzgießmaschine in den Zeitpunkten S1 bis S6 unste
tig zwischen den Verläufen der sinusförmig simulierten Teil
stellsignale U1s und U2s hin- und herspringt.
Die Regeleinrichtung im Beispiel der Fig. 1 weist bereits
einen Korrekturwertgenerator 22 gemäß der Erfindung auf. Die
ser bildet ein Hilfsstellsignal Ud zur sprunglosen Ablösung
zwischen einer Regelung von Vorschubgeschwindigkeit Y1i und
Druck Y2i, und schaltet dieses dem Stellsignal U bevorzugt in
einer Additionsstelle 11 auf. Zu dessen Bildung werden zumin
dest die bereitstehenden Teilstellsignale U1, U2 der beiden
Regler 3,5 herangezogen. Vorteilhaft bildet der Korrektur
wertgenerator 22 das Hilfsstellsignal Ud zumindest mittels
einer, von der Art der Ablösung abhängigen Differenz D der
Teilstellsignale U1, U2. Die Art der Ablösung, d. h. die jewei
lige Ablösungsrichtung, kann der Korrekturwertgenerator 22 im
Beispiel der Fig. 1 dem Schaltsignal S entnehmen.
In Fig. 1 sind ferner weitere, vorteilhafte Ausführungen der
Erfindung dargestellt. So enthält der Korrekturwertgenerator
22 ein rekursives Filter 23, welches ein Filterausgangssignal
Yf unter Auswertung des Schaltsignals S und der Teilstellsig
nale U1, U2 bildet. Dieses wird vor jeder Ablösung zwischen
einer Regelung von Vorschubgeschwindigkeit Y1i und Druck Y2i
aktualisiert, und zur Bildung des Hilfsstellsignals Du heran
gezogen. Eine Änderung des Schaltsignals S löst vorteilhaft
eine Aktualisierung des Filterausgangssignals Yf aus.
Vorteilhaft weist der Korrekturwertgenerator 22 der Regelein
richtung zusätzlich einen Signalumformer 25 auf, welcher dem
rekursiven Filter 23 bevorzugt nachgeschaltet ist und zur
Bildung eines besonders gut angepaßten Hilfsstellsignals Ud
das Filterausgangssignals Yf dem Stellsignal U zeitverzögert
aufschaltet. Bevorzugt weist der Signalumformer 25 ein diffe
renzierendes und zeitverzögerndes Übertragungsverhalten auf.
Ein solches Element wird auch als ein D-T1 Glied bezeichnet.
In Fig. 3 sind zu Fig. 2 unmittelbar vergleichbare, durch
eine entsprechende Simulation gewonnene Zeitverläufe gezeigt.
Wiederum wurden zum Zwecke der Simulation sinusförmige Ver
läufe U1s, U2s für das erste, zweite Teilstellsignal U1, U2
vorgesehen, und es sind die sechs beispielhaften Zeitpunkte
S1 bis S6 eingezeichnet, in denen eine Ablösung der bisheri
gen Regelgröße durch die andere Regelgröße eintritt. Im Ge
gensatz zu Fig. 2 weist allerdings die bei Fig. 3 einge
setzte Regeleinrichtung einen erfindungsgemäßen Korrektur
wertgenerator der oben beschriebenen Art auf. Es ist deutlich
zu erkennen, daß der Simulationsverlauf Uss des Eingangs
stellsignals Us der Spritzgießmaschine in den Zeitpunkten S1
bis S6 nun sprungslos entlang der Verläufe der sinusförmig
simulierten Teilstellsignale U1s, U2s geführt wird, und deren
absolute Werte nicht mehr direkt annimmt.
Eine besonders vorteilhafte Ausführung eines rekursiven Fil
ters 23 zur Bildung des Filterausgangssignals Yf und damit
des Hilfsstellsignals Du wird nachfolgend am Beispiel des in
der Fig. 4 dargestellten Logikdiagramms näher erläutert.
Dieses zeigt die Rechenschritte, welche für eine Aktualisie
rung des Filterausgangssignals Yf durchlaufen werden. Dabei
bedeutet Yf- den Wert des Filterausgangssignals, der bei ei
ner vorangegangenen Aktualisierung für eine in der Vergangen
heit liegende Ablösung ermittelt wurde. Ferner bedeutet Yf+
den Wert des Filterausgangssignals, der für eine aktuell an
stehende Ablösung unter Zuhilfenahme des jeweiligen sogenann
ten Altwertes Yf- des Filterausgangssignals und der von der
Art der Ablösung abhängigen Differenz D der aktuellen Teil
stellsignale U1, U2 gebildet wird.
Eine Aktualisierung des Filterausgangssignals ist davon ab
hängig, ob von der Ansteuerung 7 eine Umschaltung des Schalt
elements 9, d. h. eine Ablösung zwischen den Regelgrößen vor
genommen wird. Der jeweilige Zustand des Umschaltsignals S
wird in einem Bearbeitungsschritt 27 erfaßt. Falls keine Um
schaltung erfolgt, wird über den Schritt 29 auf den Bearbei
tungsschritt 31 verzweigt, welcher eine unveränderte Ausgabe
des ursprünglichen Filterausgangssignals Yf- in Form von Yf+
bewirkt. Im Falle einer Umschaltung wird über den Schritt 28
auf den Bearbeitungsschritt 30 verzweigt, in dem die jeweils
vorliegende der Art der Ablösung ausgewertet wird. Wird dabei
vom Teilstellsignal U1 auf U2 bzw. vom Teilstellsignal U2 auf
U1 umgeschaltet, so hat dies eine Verzweigung auf die Bear
beitungsschritte 32, 34 bzw. 33, 35 zur Folge. In diesen
Schritten 34 bzw. 35 wird dann die von der Art der Ablösung
abhängige Differenz D bestimmt und im letzten Schritt 36 zur
Bestimmung des aktuellen Filterausgangssignals Yf+ auf den
Altwert des Filterausgangssignals Yf- aufgeschaltet, d. h. Yf+
= Yf- + D. Vorteilhaft wird als Startwert für eine rekursive
Bestimmung des Filterausgangssignals Yf+ in der oben be
schriebenen Weise dem das rekursiven Filter 23 der Wert Null
für Yf- vorgegeben.
Claims (7)
1. Regeleinrichtung einer Spritzgießmaschine (1) für Kunst
stoff, mit
- a) einer Ablöseregelung (50), welche
- 1. Teilstellsignale (U1, 15; U2, 17) für eine Regelung von Vorschubgeschwindigkeit (Y1i, 2) und Druck (Y2i, 6) des Kunststoffes bildet, und hieraus
- 2. ein Stellsignal (U) zur Regelung von Vorschubge schwindigkeit (Y1i) oder Druck (Y2i) abhängig von Be triebszuständen der Spritzgießmaschine (1) ableitet,
- b) einem Korrekturwertgenerator (22), welcher
- 1. ein Hilfsstellsignal (Ud) zur sprunglosen Ablösung zwischen einer Regelung von Vorschubgeschwindigkeit (Y1i) und Druck (Y2i) zumindest unter Auswertung der Teilstellsignale (U1, 15; U2, 17) bildet und
- 2. dem Stellsignal (U) aufschaltet (Us).
2. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, wobei der Korrekturwert
generator (22) das Hilfsstellsignal (Ud) zumindest mittels
einer, von der Art der Ablösung (30, 32, 33) abhängigen Diffe
renz (D) der Teilstellsignale (U1, 15; U2, 17) bildet.
3. Regeleinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Korrek
turwertgenerator (22) ein rekursives Filter (23) mit einem
Filterausgangssignal (Yf) enthält, welches zur Bildung des
Hilfsstellsignals (Ud) dient und vor jeder Ablösung zwischen
einer Regelung von Vorschubgeschwindigkeit (Y1i) und Druck
(Y2i) aktualisiert wird.
4. Regeleinrichtung nach Anspruch 3, wobei das rekursive Fil
ter (23) zur Bildung des Filterausgangssignals (Yf+) für eine
anstehende Ablösung (27, 28) auf ein Filterausgangssignal
(Yf-), welches zu einer vorangegangenen Ablösung gehört, eine
von der Art der Ablösung (30, 32, 33) abhängige Differenz (D)
der aktuellen Teilstellsignale (U1, U2) aufschaltet (36).
5. Regeleinrichtung nach Anspruch 3 oder 4, wobei das rekur
sive Filter (23) den Wert Null als Startwert für eine rekur
sive Bestimmung des Filterausgangssignals (Yf+) aufweist.
6. Regeleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
wobei der Korrekturwertgenerator (22) einen Signalumformer
(25) aufweist, welcher das Hilfsstellsignal (Ud) dem Stell
signal (U) zeitverzögert aufschaltet (Us).
7. Regeleinrichtung nach Anspruch 6, wobei der Signalumformer
(25) ein differenzierendes und zeitverzögerndes Übertragungs
verhalten (DT1) aufweist.
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| DE1998147682 DE19847682C1 (de) | 1998-10-15 | 1998-10-15 | Regeleinrichtung einer Spritzgießmaschine für Kunststoff |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998147682 DE19847682C1 (de) | 1998-10-15 | 1998-10-15 | Regeleinrichtung einer Spritzgießmaschine für Kunststoff |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19847682C1 true DE19847682C1 (de) | 2000-03-30 |
Family
ID=7884644
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998147682 Expired - Fee Related DE19847682C1 (de) | 1998-10-15 | 1998-10-15 | Regeleinrichtung einer Spritzgießmaschine für Kunststoff |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19847682C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1344623A4 (de) * | 2000-10-31 | 2008-05-14 | Mitsubishi Heavy Ind Ltd | Elektrische spritzgiessmaschine und verfahren zur regelung der einspritzgeschwindigkeit und des einspritzdrucks einer elektrischen spritzgiessmaschine |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3612439C2 (de) * | 1985-04-12 | 1994-07-21 | Nissei Plastics Ind Co | Verfahren und Vorrichtung zur Steuerung des Einspritzvorganges in einer Spritzgußmaschine |
| US5585053A (en) * | 1994-04-15 | 1996-12-17 | Nissei Plastic Industrial Co., Ltd. | Method of controlling a movable member in a molding machine |
| WO1997012744A1 (en) * | 1995-10-04 | 1997-04-10 | Barber-Colman Company | Adaptive controller for injection molding |
-
1998
- 1998-10-15 DE DE1998147682 patent/DE19847682C1/de not_active Expired - Fee Related
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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|---|---|---|---|---|
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