DE19846306C1 - Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere Fachwerkbauten - Google Patents
Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere FachwerkbautenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere Fachwerkbauten, bei denen mindestens eine der äußeren Gebäudefassaden erhalten bleiben soll. DOLLAR A Ausgehend von den Nachteilen des bekannten Standes der Technik soll ein Verfahren geschaffen werden, mit dem eine wesentliche Verkürzung der Sanierungsdauer erreicht werden kann, das bereits nach kurzer Zeit die volle haustechnische Grundversorgung gewährleistet und eine witterungsunabhängige Sanierung ermöglicht und das zu einer erheblichen Kostenreduzierung der Sanierungsarbeiten führt. Das vorgeschlagene Verfahren besteht aus folgenden wesentlichen Verfahrensschritten: DOLLAR A a) in dem vorhandenen Gebäude wird mindestens ein in vertikaler Richtung tragwerkfreier Bereich 1 ermittelt, DOLLAR A b) um die Mittelachse des tragwerkfreien Bereiches 1 wird in der Gebäudesohle mindestens ein Blockfundament 2 zur Aufnahme mindestens eines vertikalen Haupttragwerksystems 3 aus einzelnen, aus Profilstahlelementen gebildeten Tragwerkmodulen 3a, 3b, 3c errichtet, DOLLAR A c) auf dem errichteten Blockfundament 2 wird das untere Tragwerkmodul 3a befestigt und danach die nachfolgenden Tragwerkmodule 3b, 3c aufgesetzt und montiert, wobei nach der Montage die haustechnischen Ver- und Entsorgungssysteme betriebsbereit angeschlossen werden, DOLLAR A d) in Höhe jeder Geschoßdecke 5 werden unmittelbar unter den vorhandenen Decken an dem errichteten Haupttragwerksystem 3 horizontal verlaufende, konsolenartige Profilstahlelemente 18 angeflanscht, ...
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere Fach
werkbauten, bei denen mindestens eine der äußeren Gebäudefassaden erhalten bleibt.
Im Rahmen der Altbausanierung besteht aufgrund städtebaulicher Vorgaben oder aus
Gründen des Denkmalschutzes das Erfordernis, bei bestimmten Gebäuden die Außen
fassaden in ihrer ursprünglichen Bausubstanz zu erhalten und nicht mitabzureißen.
Dies trifft insbesondere auf Fachwerkhäuser zu, die einer umfassenden Sanierung
unterzogen werden müssen. In der Praxis wird dabei so verfahren, daß das alte Dach
einschließlich Dachstuhl abgerissen wird und danach die Geschoßdecken abgetragen
werden, wobei die zu erhaltenden äußeren Fassaden gesondert abgestützt werden, wie
es z. B. aus der EP 0 253 617 A2 bekannt ist. Das Abstützen der Fassaden - im Falle des
vorgenannten Standes der Technik mittels Gerüsttürme, die durch horizontale
Fachwerkträger miteinander verbunden sind - ist sehr aufwendig und kostenintensiv
und beeinträchtigt die Arbeiten beim Rückbau der inneren Struktur der Gebäude.
Außerdem sind die durchzuführenden Bauarbeiten witterungsabhängig, und vor allem
in der kalten Jahreszeit, bei Außentemperaturen unter 0°C, können die Sanierungs
arbeiten nicht in dem erforderlichen Umfang weitergeführt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Sanierung von Gebäuden,
insbesondere Fachwerkbauten, bei denen mindestens eine der äußeren Gebäude
fassaden erhalten bleibt, zu schaffen, mit dem eine wesentliche Verkürzung der
Sanierungsdauer erreicht werden kann, das bereits nach kurzer Zeit die volle
haustechnische Grundversorgung gewährleistet und eine witterungsunabhängige
Sanierung ermöglicht und das zu einer erheblichen Kostenreduzierung der
Sanierungsarbeiten führt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale
gelöst. Geeignete Ausgestaltungsvarianten sind in den Ansprüchen 2 bis 17
angegeben.
In dem zu sanierenden Gebäude, bei dem mindestens eine der äußeren Fassaden
erhalten bleibt, wird in einem möglichst zentral liegenden Bereich der Gebäudesohle
ein Blockfundament errichtet. Der Bereich mit dem Blockfundament ist so festgelegt,
daß er in vertikaler Richtung nach oben tragwerkfrei ist, damit problemlos in die noch
vorhandenen Geschoßdecken Öffnungen eingebracht werden können, ohne
nachteilige Auswirkungen auf die Gebäudestatik. Die Öffnungen in den
Geschoßdecken und erforderlichenfalls im Dach, die im Bereich um die vertikale
Mittelachse des Blockfundamentes angeordnet sind, weisen eine Querschnittsfläche
auf, die nicht größer als 20% der Gebäudegrundfläche ist. Die Querschnittsfläche des
Blockfundamentes ist in ihrer Größe auf die in den Geschoßdecken eingebrachten
Öffnungen bzw. Durchbrüche abgestimmt und in der Regel nicht größer als diese.
Beim Gießen des Blockfundamentes können entsprechende Leerrohre für die not
wendigen haustechnischen Ver- und Entsorgungsleitungen mit eingelegt werden,
sowie geeignete Befestigungselemente für das aufzusetzende erste Tragwerkmodul.
Je nach Größe des ausgehend von dem umbauten Raum zu errichtenden vertikalen
Haupttragwerksystems, ist das Blockfundament so dimensioniert, um problemlos die
auftretenden Lasten aufnehmen zu können.
Auf dem errichteten Blockfundament wird dann ein Haupttragwerksystem errichtet,
das aus einzelnen Tragwerkmodulen besteht. Bei den einzelnen Tragwerkmodulen
handelt es sich um vorgefertigte Baugruppen, die aus einem stabilen Rahmen als
Profilstahl-Schweißkonstruktion mit Querstreben bestehen. Die im wesentlichen
quaderförmigen Tragwerkmodule sind in ihrer Höhe auf die jeweilige Geschoßhöhe
abgestimmt. In den einzelnen Tragwerkmodulen sind die notwendigen haus
technischen Ver- und Entsorgungsleitungen bereits vorinstalliert. Die einzelnen auf die
Geschoßhöhen abgestimmten Tragwerkmodule werden mittels eines Kranes durch die
Öffnungen im Dach und in den Geschoßdecken aufeinandergesetzt und montiert.
Zuerst wird das unterste Tragwerkmodul auf das Blockfundament aufgesetzt und
mittels der im Blockfundament eingelassenen Befestigungselemente verankert. Je
nach Anzahl der vorhandenen Geschosse werden dann die nachfolgenden Tragwerk
module aufeinander aufgesetzt und mittels Schraubverbindungen befestigt. Während
der Montage der Tragwerkmodule werden auch die vorhandenen Installationsleitungen
miteinander verbunden. Auf diese Weise wird ein stabiles zentrales Tragwerk erstellt,
wobei gleichzeitig alle notwendigen haustechnischen Versorgungssysteme nach
ihrem Anschluß betriebsbereit sind.
In Höhe der vorhandenen Geschoßdecken werden unmittelbar unter diesen horizontal
verlaufende, konsolenartige Profilstahlelemente verlegt, die an dem bereits errichteten
Haupttragwerksystem angeflanscht werden und sich bis an die Gebäudefassade
erstrecken. An ihrem freien Ende werden die horizontalen Profilstahlelemente
zusätzlich noch vertikal abgestützt. Anden Profilstahlelementen und/oder den
vertikalen Abstützelementen wird die vorhandene Gebäudefassade kraftschlüssig
befestigt. Nach der erfolgten Fixierung der zu erhaltenden Gebäudefassade werden die
nicht mehr sanierungsfähigen Gebäudeteile abgerissen, und die anschließend noch
vorhandene Gebäudesubstanz wird in an sich bekannter Weise wieder neu errichtet.
Die vorgeschlagene Verfahrensweise, die insbesondere zur Sanierung von Fachwerk
bauten geeignet ist, ermöglicht die äußere Bauhülle bzw. die Gebäudefassade in ihrer
Grundsubstanz für eine Aufarbeitung zu erhalten. Je nach baulichem Zustand des
Gebäudes wird dann der Innenbereich des Gebäudes neu erstellt. Durch das an einer
im wesentlichen zentral liegenden Stelle des Gebäudes errichtete Tragwerksystem
wird die äußere Bauhülle bzw. die Außenfassade abgestützt. Das Tragwerksystem
bleibt Bestandteil des zu sanierenden Gebäudes und übernimmt wesentliche
Tragwerkfunktionen, wie z. B. die zur Aufnahme der Geschoßdecken und des Daches.
Es ersetzt das vorherige statische System des Gebäudes vollständig. Von großem
Vorteil ist auch, daß nach Errichtung des Tragwerksystems die notwendigen
haustechnischen Versorgungseinrichtungen betriebsbereit sind. Dadurch wird ein
witterungsunabhängiger Innenausbau ermöglicht.
Trotz des zusätzlichen Aufwandes für das Tragwerksystem können die Sanierungs
kosten erheblich reduziert werden, da zusätzliche Baumaßnahmen zur statischen
Absicherung des Gebäudes nicht mehr erforderlich sind.
Bei Gebäuden mit mehr als zwei Geschossen kann es zweckmäßig sein, die vertikalen
Stützelemente im Bereich der Fassade noch durch zusätzliche horizontal verlegte
Profilstahlelemente abzusichern. Dies ist vor allem erforderlich, wenn das vorhandene
Fundament nicht geeignet ist, die von den vertikalen Stützelementen aufzunehmenden
Lasten abzufangen. In dem Blockfundament werden entsprechende Auflager zur
Aufnahme eines der Enden der horizontalen Profilstahlelemente eingelassen. Die in
Höhe der Gebäudesohle verlegten Profilstahlelemente liegen mit ihrem anderen freien
Ende auf dem vorhandenen Ringfundament auf. Erforderlichenfalls können zur
Abstützung der Profilstahlelemente noch Einzelfundamente in der Gebäudesohle
errichtet werden. Die unteren Enden der vertikalen Stützelemente werden dann mit den
horizontalen Profilstahlelementen verbunden, so daß dadurch ein Konsoltragwerk
gebildet wird, das bis in den Dachstuhlbereich ragt. Dabei werden die nach oben
zeigenden freien Enden der vertikalen Stützelemente mit im Neigungswinkel des
Daches verlaufenden Profilstahlelementen verbunden, die mit ihrem anderen Ende an
dem zentralen Haupttragwerksystem befestigt werden.
Im Falle der Sanierung von Gebäuden mit einer großen Grundfläche kann es zweck
mäßig sein, mehrere Haupttragwerksysteme auf entsprechend vorbereiteten Block
fundamenten zu installieren, die untereinander, z. B. mittels den konsolenartigen Profil
stahlelementen für die Aufnahme der Geschoßdecken verbunden werden.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der zugehörigen Zeichnung zeigen
Fig. 1 die Seitenansicht eines zweigeschossigen Gebäudes als Längsschnitt,
während der Sanierung,
Fig. 2 ein Gebäude in vereinfachter perspektivischer Darstellung, während der
Sanierung,
Fig. 3 ein vertikales Tragwerkmodul in perspektivischer Darstellung und
Fig. 4 ein vertikales Haupttragwerksystem in perspektivischer Darstellung.
In der Fig. 1 ist ein zu sanierendes Gebäude dargestellt. Nach der Ermittlung des
tragwerkfreien Bereiches 1 zur Errichtung des Haupttragwerksystems 3, das aus
einzelnen Tragwerkmodulen 3a, 3b, 3c besteht, wird in der Gebäudesohle ein Block
fundament 2 zur Aufnahme des Haupttragwerksystems 3 erstellt.
In dem Blockfundament 2 sind die erforderlichen Leerrohre 6 für die verschiedenen
notwendigen Ver- und Entsorgungsleitungen, wie z. B. für Wasser und Abwasser,
Strom, TV- und Telefonkabel, eingegossen. Außerdem sind in dem Blockfundament 2
zur Befestigung des untersten Tragwerkmoduls 3a senkrecht angeordnete Schraub
bolzen 4 (Fig. 2) in einem definierten Abstand zueinander eingegossen, deren oberes
Teilstück aus dem Blockfundament 2 herausragt.
Vor der Aufstellung des Haupttragwerksystems 3 wird um die Mittelachse des trag
werkfreien Bereiches in den Geschoßdecken 5 eine entsprechend große Öffnung
eingebracht, um die erforderliche Montage der Tragwerkmodule 3a, 3b, 3c bis in den
Dachstuhlbereich zu ermöglichen. Außerdem wird im Dachbereich ein Teil des
vorhandenen Daches 8 entfernt, damit die einzelnen Tragwerkmodule 3a, 3b, 3c mittels
eines Kranes von oben durch das Dach transportiert werden können.
Ein einzelnes Tragwerkmodul 3a für den Erdgeschoßbereich ist in der Fig. 3
dargestellt. Dieses Tragwerkmodul 3a besteht aus einem stabilen Rahmen 10 mit
Querstreben 11 und Seitenwänden 12, 13 an den Schmalseiten. An der Ober- und
Unterseite sind Verbindungsflansche 14 angeordnet, in denen Bohrungen angeordnet
sind. Diese Verbindungsflansche 14 dienen als Auflageflächen für die unmittelbar
übereinander angeordneten Tragwerkmodule 3a und 3b. Die Befestigung der Trag
werkmodule untereinander erfolgt mittels Schrauben, die durch die deckungsgleichen
Bohrungen in den Verbindungsflanschen 14 gesteckt und mit Muttern verschraubt
werden.
Das Tragwerkmodul 3a wird auf das Blockfundament 2 aufgesetzt, wobei die aus dem
Blockfundament 2 herausragenden Schraubbolzen 4 durch die Bohrungen in dem
unteren Verbindungsflansch 14 ragen. Mittels geeigneter Schraubmuttern wird das
Tragwerkmodul 3a auf dem Blockfundament 2 befestigt. An der Oberseite des Trag
werkmoduls 3a befinden sich Auflager 15 für horizontale Profilstahlelemente 18
(Fig. 2). Auf das Tragwerkmodul 3a wird mittels des Kranes das nachfolgende
Tragwerkmodul 3b aufgesetzt und mit diesem verschraubt. Zusätzlich kann auf das
Tragwerkmodul 3b noch ein weiteres Tragwerkmodul 3c aufgesetzt werden (Fig. 4),
das sich dann im Dachbereich befindet, wobei in diesem Tragwerkmodul 3c ein
Gasbrenner 16 mit dem dazugehörigen Warmwasserspeicher 17 vormontiert sein
kann. Aus Platzgründen ist dieses Tragwerkmodul 3c querliegend angeordnet.
Bei den einzelnen Tragwerkmodulen 3a, 3b, 3c handelt es sich um vorgefertigte
Baugruppen, die bereits mit den haustechnischen Ver- und Entsorgungsleitungen
und/oder Einrichtungen ausgerüstet sind. Dadurch wird der Montageaufwand vor Ort
erheblich reduziert. Die medienführenden Leitungen 7, 9 der benachbarten Tragwerk
module 3a, 3b sind mittels flexibler Leitungen oder durch Steckverbindungen
mediendicht miteinander verbindbar.
Die einzelnen Tragwerkmodule bilden ein kombinierbares System für verschiedene
Varianten, in Abhängigkeit vom Aufbau des Gebäudes, der Raumanordnung und der
gewählten Art der Heizung und Warmwasserversorgung. Im wesentlichen gibt es drei
Typen von Tragwerkmodulen, einen Typ K, der für ein Kellergeschoß vorgesehen ist,
einen Typ G (3a, 3b) für die Geschosse oberhalb der Kellerdecke oder Bodenplatte und
den Typ D (3c) als horizontal angeordnete Einheit. Die Tragwerkmodule 3a, 3b vom
Typ K und G weisen im wesentlichen den gleichen konstruktiven Aufbau auf und
unterscheiden sich lediglich in der Höhe, bedingt durch unterschiedliche Höhen des
Kellergeschosses und der übrigen Geschosse. In diesen Tragwerkmodulen sind die
einzelnen Leitungen für Warm- und Kaltwasser, für Abwasser und für die Heizung
vorinstalliert. In der Fig. 3 und 4 sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nur die
Leitungen 7 für Abwasser und die Leitungen 9 für Kaltwasser dargestellt. In den
vertikalen Tragwerkmodulen 3a, 3b sind außerdem Be- und Entlüftungsrohre,
Leerrohre für die Verlegung des Stromkabels sowie für Telefon- und TV-Kabel
vorgesehen. Außerdem können in den betreffenden Tragwerkmodulen 3a, 3b bereits
die Komplettanschlüsse für Toilette, WC-Spülkasten, Dusche und/oder Badewanne
integriert sein. Das horizontal angeordnete Tragwerkmodul 3c ist im Vergleich zu den
vertikalen Tragwerkmodulen 3a, 3b anders dimensioniert. In dem horizontalen Trag
werkmodul 3c ist eine bodenseitige Luke mit einer ausziehbaren Treppe angeordnet,
so daß vom Obergeschoß aus das horizontale Tragwerkmodul 3c begehbar ist.
Die bereits erwähnten Auflager 15 der Tragwerkmodule 3a, 3b für die horizontalen
Profilstahlelemente 18 befinden sich unmittelbar unter den noch vorhandenen alten
Geschoßdecken. Die Profilstahlelemente 18 sind konsolenartig ausgebildet und
werden an den jeweiligen Auflagern 15 der Tragwerkmodule 3a, 3b angeflanscht und
sind in ihrer Länge so bemessen, daß sie bis an die Innenseite der noch vorhandenen
Gebäudefassade reichen. Die freien Enden der horizontal verlaufenden Profilstahl
elemente 18 werden unmittelbar an der Innenseite der Gebäudefassade durch vertikale
Stützen 19 abgefangen und an diesen durch geeignete Profilstahlwandriegel und
Schraubverbindungen befestigt. In den Fällen, wo die Gebäudefassade noch in der
Lage ist, die erforderlichen Lasten aufzunehmen, kann auf die vertikalen Stützen
verzichtet werden, und die Profilstahlelemente 18 werden mit der Gebäudefassade
verankert. Nach dem Abriß der alten Geschoßdecken werden auf die Profilstahl
elemente 18 als Tragschalen dienende Trapezbleche 20 (Fig. 1) aufgelegt, die
anschließend mit Beton vergossen werden, um die neuen Geschoßdecken zu bilden.
Die Abstützelemente bzw. vertikalen Stützen 19 sind zweckmäßigerweise an ihrem
unteren Ende mit einer Fußplatte versehen, die auf dem noch tragfähigen alten
Fundament aufliegt. Bei mehrgeschossigen Gebäuden erstrecken sich die vertikalen
Stützen 19 bis in den Dachstuhlbereich. Durch das auf dem neu errichteten Block
fundament 2 aufgesetzte Haupttragwerksystem 3 und dessen horizontale Verbindung
mit den Profilstahlelementen 18, deren Last durch die vertikalen Stützen 19
abgefangen wird, wird ein eigenständiges stabiles lastaufnehmendes inneres
Tragwerk gebildet. Die nicht mehr sanierungsfähigen Gebäudeteile können nach der
Montage dieses Tragwerkes abgerissen und in an sich bekannter Weise neu errichtet
werden.
Je nach dem vorhandenen Bauzustand des zu sanierenden Gebäudes kann es
erforderlich sein, weitere Maßnahmen vorzunehmen, um die erforderliche Stabilität
und Lastaufnahme des inneren Tragwerkes zu erhöhen. Hierzu sind folgende
Maßnahmen vorgesehen.
In dem errichteten Blockfundament 2 werden zusätzliche Auflager für horizontal zu
verlegende Profilstahlelemente 21 angeordnet (Fig. 2). Die horizontalen, auf der
Gebäudesohle verlegten Profilstahlelemente 21, erstrecken sich bis an die Innenseite
der Außenfassade und werden mit den vertikalen Stützen 19 verbunden. Dadurch wird
das vorhandene alte Ringfundament entlastet. Wenn dieses in einem extrem
schlechten Zustand ist, kann es zweckmäßig sein, im Bereich der horizontal verlegten
Profilstahlelemente 21 neue Streifenfundamente 22 (Fig. 1) zu errichten, als Auflager
für die Profilstahlelemente 21.
In den Fällen, wo der gesamte Dachstuhl erneuert werden muß, können an den
vertikalen Stützen auch im Neigungswinkel des Daches 8 verlaufende Profilstahl
elemente 23 befestigt und miteinander zur Bildung eines neuen Dachstuhles
verbunden werden. Sind im Dachstuhlbereich mehrere horizontal verlaufende Trag
werkmodule 3c angeordnet, so können die die Dachträger bildenden Profilstahl
elemente 23 noch zusätzlich durch entsprechende Halterungselemente an den Trag
werkmodulen 3c abgestützt werden. An den Profilstahlelementen 23 für den Dachstuhl
können vorgefertigte gedämmte Dachelemente aus Stahltrapezprofilsegmenten
befestigt werden. An deren Oberseite werden die Dachlatten zum Auflegen der
Dachziegel befestigt.
Claims (17)
1. Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere Fachwerkbauten, bei denen
mindestens eine der äußeren Gebäudefassaden erhalten bleibt, mit folgenden
Verfahrensschritten:
- a) in dem vorhandenen Gebäude wird mindestens ein in vertikaler Richtung tragwerkfreier Bereich (1) ermittelt, dessen Querschnittsfläche nicht größer als 20% der Grundfläche des Gebäudes ist;
- b) um die Mittelachse des tragswerkfreien Bereiches (1) wird in der Gebäude sohle mindestens ein Blockfundament (2) zur Aufnahme mindestens eines vertikalen Haupttragwerksystems (3) aus einzelnen, aus Profilstahlelementen gebildeten Tragwerkmodulen (3a, 3b, 3c) errichtet;
- c) auf dem errichteten Blockfundament (2) wird das untere Tragwerkmodul (3a) befestigt und danach die nachfolgenden Tragwerkmodule (3b, 3c) aufgesetzt und montiert, wobei das letzte Tragwerkmodul (3c) bis in den Dachstuhl bereich (8) ragt und in den einzelnen Tragwerkmodulen (3a, 3b) zumindest die wesentlichsten haustechnischen Ver- und Entsorgungssysteme (7, 9, 16, 17) vorinstalliert sind und während oder nach der Montage der einzelnen Tragwerkmodule (3a, 3b, 3c) miteinander verbunden und betriebsbereit angeschlossen werden;
- d) in Höhe jeder Geschoßdecke (5) werden unmittelbar unter den vorhandenen Decken an dem errichteten Haupttragwerksystem (3) horizontal verlaufende, konsolenartige Profilstahlelemente (18) angeflanscht, die sich bis an die Gebäudefassade erstrecken und erforderlichenfalls mittels vertikaler Stützen (19) abgestützt werden, und die vorhandene Gebäudefassade wird an den Profilstahlelementen (18) und/oder den vertikalen Abstützelementen (11) kraftschlüssig befestigt, und
- e) anschließend werden die nicht mehr sanierungsfähigen Gebäudeteile abgerissen und in an sich bekannter Weise wieder neu errichtet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß um die Mittelachse des
tragwerkfreien Bereiches in den Geschoßdecken (5) und dem Dach (8) Öffnungen
eingebracht werden, deren Querschnitt größer ist als der Querschnitt der einzelnen
Tragwerkmodule (3a, 3b), die mittels eines Baukranes von oben in das Gebäude
eingelassen werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem zu errichtenden Blockfundament (2) Leerrohre (6) für die Ver- und
Entsorgungsleitungen und Befestigungsaufnahmen (4) für das untere Tragwerk
modul (3a) eingegossen werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
einzelnen Tragwerkmodule (3a, 3b) in ihrer Höhe auf die Höhe der jeweiligen
Geschoßdecken (5) abgestimmt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem
Blockfundament (2) Auflager zur Aufnahme horizontal verlegbarer Profilstahl
elemente (21) angeordnet werden, die Profilstahlelemente (21) in Höhe der
Gebäudesohle bis an die Innenseite der Außenfassade angrenzend verlegt werden,
und die freien Enden der horizontalen Profilstahlelemente (21) mit den vertikalen
Stützelementen (19) verbunden werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine
oder mehrere der vertikalen Stützen (19) bis in den Dachstuhl (8) geführt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die bis
in den Dachstuhlbereich ragenden vertikalen Stützelemente (19) mit im Neigungs
winkel des Daches verlaufenden Profilstahlelementen (23) zur Bildung des Dach
stuhles verbunden werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die im Neigungswinkel
des Daches verlaufenden Profilstahlelemente (23) mit den unter dem Dach
verlaufenden horizontal angeordneten Tragwerkmodulen (3c) verbunden werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an der
Innenseite der Außenfassade wertere horizontal verlaufende Profilstahlelemente
angeordnet werden, die mit den vertikalen Stützelementen (19) verbunden werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die in
Höhe der Gebäudesohle verlaufenden Profilstahlelemente (21) auf neu errichteten
Einzelfundamenten aufliegen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß an
den jeweils äußeren, schräg verlaufenden Profilstahlelementen (23) im Dachstuhl
bereich noch vorhandene Gebäudegiebel verankert werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
vorhandenen Geschoßdecken abgetragen werden und auf den errichteten,
horizontal verlaufenden konsolenartigen Profilstahlelementen (18) in Geschoß
deckenhöhe Tragschalen (20) zur Errichtung neuer Decken befestigt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragschalen (20)
als Stahl-Trapezblechsystem ausgebildet werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß auf
die im Dachstuhlbereich verlaufenden, geneigten Profilstahlelemente (23)
vorgefertigte gedämmte Dachelemente aus Stahltrapezprofilsegmenten befestigt
werden, an deren Oberseite Dachlatten zum Auflegen von Dachziegeln befestigt
sind.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß an
dem obersten vertikalen Tragwerkmodul (3b) mindestens ein horizontal unter dem
Dach verlaufendes Tragwerkmodul (3c) angeschlossen wird, das an den horizontal
verlaufenden konsolenartigen Profilstahlelementen (18) im Bereich der obersten
Geschoßdecke abgestützt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß in dem obersten,
horizontalen Tragwerkmodul (3c) eine Heizungsanlage vorinstalliert wird, deren
Leitungssystem innerhalb des vertikalen Haupttragwerkes (3) verlegt wird, und daß
in dem horizontalen Tragwerkmodul eine bodenseitige verschließbare Öffnung für
die Zugänglichkeit für Personen eingebracht wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß
mehrere Haupttragwerksysteme (3) errichtet werden, die untereinander verbunden
werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998146306 DE19846306C1 (de) | 1998-10-08 | 1998-10-08 | Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere Fachwerkbauten |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1998146306 DE19846306C1 (de) | 1998-10-08 | 1998-10-08 | Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere Fachwerkbauten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19846306C1 true DE19846306C1 (de) | 2000-03-09 |
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| DE1998146306 Expired - Fee Related DE19846306C1 (de) | 1998-10-08 | 1998-10-08 | Verfahren zur Sanierung von Gebäuden, insbesondere Fachwerkbauten |
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|---|---|
| DE (1) | DE19846306C1 (de) |
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