DE19846824C1 - Lenkrad für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Lenkrad für ein KraftfahrzeugInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Lenkrad für ein Kraftfahrzeug mit einem Lenkradkranz, der einen steifen Kern und eine den Kern umgebende Ummantelung aufweist, und einer eine Nabe sowie wenigstens eine Speiche umfassende Tragstruktur sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung. DOLLAR A Erfindungsgemäß ist an wenigstens einer Speiche der Tragstruktur ein schalenförmiger Aufnahmeabschnitt vorgesehen, der in eine korrespondierende Aussparung in der Ummantelung des Lenkradkranzes eingreift und flächig an dem Kern anliegt. DOLLAR A Verwendung als Lenkrad in Personenkraftwagen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Lenkrad für ein Kraftfahrzeug mit
einem Lenkradkranz, der einen steifen Kern und eine den Kern
umgebende Ummantelung aufweist, und einer eine Nabe sowie
wenigstens eine Speiche umfassenden Tragstruktur sowie ein
Verfahren zu dessen Herstellung.
Aus der Patentschrift DE 195 28 788 C1 ist ein Lenkrad für ein
Kraftfahrzeug sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung
bekannt, das einen Lenkradkranz und eine mit diesem
verbundene Tragstruktur aufweist. Der Lenkradkranz besteht
dabei aus einem Stahlrohrring, auf dem eine mehrteilige
Kunststoffummantelung aufgebracht ist. Gemäß dem
Herstellungsverfahren wird der Stahlrohrring des Lenkradkranzes
zunächst abschnittsweise an Stellen, an denen ein Holzfurnier
vorgesehen ist, mit einer ersten Art eines Kunststoffes
ummantelt, so daß anschließend das Holzfurnier aufgebracht und
fertig bearbeitet werden kann. Nachfolgend wird der
Stahlrohrring an von der Kunststoffummantelung ausgesparten
Bereichen mit der Tragstruktur verschweißt. Abschließend werden
bislang ausgesparte Bereiche mit einer zweiten Art eines
Kunststoffes ummantelt und mit einem Lederüberzug versehen.
In der DE 41 10 171 A1 ist ein Lenkrad beschrieben, dessen
Lenkradspeichen mit einem schalenförmigen Aufnahmeabschnitt für
den Lenkradkern versehen sind. Hier dient der Aufnahmeabschnitt
dazu, den Lenkradkern vor dem Schweißvorgang zu positionieren.
Aus der Patentschrift DE 40 39 138 C2 ist ein Lenkrad für ein
Kraftfahrzeug bekannt, das einen Lenkradkranz und eine Trag
struktur aufweist, die aus einem Metall hergestellt und gemäß
einem ersten Schritt des Herstellungsverfahrens zu einem Me
tallskelett verbunden werden. Anschließend wird das Metallske
lett komplett mit einem Kunststoff umschäumt. Die so gebildete
Ummantelung wird anschließend abschnittsweise entfernt, so daß
vorgefertigte, mit einem Holzfurnier überzogene Halbschalen aus
einem Kunststoff in den freigeschnittenen Bereichen auf das Me
tallskelett aufgesetzt werden können. Abschließend wird die ge
schäumte Ummantelung mit einem Lederüberzug versehen.
Aus der Offenlegungsschrift DE 42 38 893 A1 ist ein Lenkrad für
ein Kraftfahrzeug bekannt, d4 s aus einem ringförmigen Lenkrad
kranz mit eingefügten Speichen und Mittelteil zum Befestigen an
einer Nabe besteht. Der Lenkradkranz und Bereiche der Speichen
sind mit einem Kunststoffmaterial umschäumt, und auf die Um
schäumung ist äußerlich ein Holzfurnier aufgebracht.
Aus der Offenlegungsschrift DE 30 38 820 A1 ist ein Lenkrad für ein
Kraftfahrzeug bekannt, das aus einem Lenkradkranz, einem Spei
chenpaar und einem Nabenteil besteht. Dabei ist der Lenkradkranz
aus einem mit einem gasdichten Kunststoff überzogenen, torusför
migen elastischen Hohlkörper hergestellt, der unter Innendruck
erwärmt, aufgeweitet und erstarrt wird. In einem ersten Ausfüh
rungsbeispiel sind die Speichen gesondert als Stabelemente aus
geführt und mit dem fertigen Lenkradkranz verschraubt. In einem
zweiten Ausführungsbeispiel sind die Speichen als elastische
Schlauchelemente ausgeführt und mit dem Lenkradkranz verschmol
zen. Auf die fertige Einheit bestehend aus Lenkradkranz, Spei
chen und Nabe ist eine äußere Umhüllung aus Leder, Kunststoff
oder Holz aufbringbar.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Lenkrad der eingangs genannten
Art und ein Verfahren zu seiner Herstellung bereitzustellen, das
eine besonders einfache und kostengünstige Anbringung von Ober
flächenelementen aus einem empfindlichen Naturprodukt ermög
licht.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß an wenigstens einer Spei
che der Tragstruktur ein schalenförmiger Aufnahmeabschnitt vor
gesehen ist, der in eine korrespondierende Aussparung in der Um
mantelung des Lenkradkranzes eingreift und flächig an dem Kern
anliegt. Der Aufnahmeabschnitt gewährleistet durch einen paßge
nauen Eingriff in die Aussparung und den flächigen Kontakt mit
dem Kern eine formschlüssige und zuverlässige Festlegung des
Lenkradkranzes an der Tragstruktur. Eine thermische Belastung
der Bauteile, insbesondere durch ein thermisches stoffschlüssi
ges Fügeverfahren, beispielsweise Schweißen, wird durch ein rein
formschlüssiges Fügeverfahren vermieden. Die Ummantelung ist da
her aus einem beliebigen Werkstoff, insbesondere einem Naturpro
dukt wie Holz, und/oder einem Kunststoff herstellbar und direkt
an den Fügebereich zwischen Lenkradkranz und Tragstruktur an
grenzend ausführbar.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren nach Anspruch 8 werden zu
nächst Lenkradkranz und Tragstruktur einschließlich einer je
weils zugehörigen Ummantelung getrennt aufgebaut und weitgehend
fertig bearbeitet. Für ein nachfolgendes formschlüssiges Fügen
ist in der Ummantelung des Lenkradkranzes wenigstens eine Aus
sparung vorgesehen, in die ein korrespondierend ausgeführter,
schalenförmiger Aufnahmeabschnitt seitens der Tragstruktur paß
genau eingreift. Mit Hilfe üblicher, formschlüssiger Verbin
dungsmittel, wie Schrauben oder Nieten, sind die Teile des Lenk
rades zuverlässig, jedoch insbesondere ohne einen Schweißvorgang
und ohne die damit verbundene thermische Belastung miteinander
verbindbar.
In Ausgestaltung der Erfindung ist an dem Kern und/oder der Um
mantelung des Lenkradkranzes ein Paßstück festgelegt, das von
dem an die Kontur des Paßstücks angepaßten Aufnahmeabschnitt
weitgehend spielfrei umgreifbar ist. Das Paßstück ist vorzugs
weise form- oder stoffschlüssig an den Kern angefügt oder ein
stückig mit der Ummantelung ausgeformt. Es weist eine Kontur
auf, die es gestattet, daß der korrespondierende Aufnahmeab
schnitt auf einfache Weise aufgesteckt werden kann und gleich
zeitig im montierten Zustand geringe Toleranzen erreicht werden.
Insbesondere ist eine Zentrierwirkung vorgesehen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist dem Aufnahmeab
schnitt ein schalenförmiges Gegenstück zugeordnet, das in die
Aussparung in der Ummantelung eingreift und gemeinsam mit dem
Aufnahmeabschnitt den Lenkradkranz formschlüssig umgreift. Das
Gegenstück ist vorzugsweise separat aus einem formstabilen
Kunststoff oder aus Metall ausgeführt. Es greift gemeinsam mit
dem Aufnahmeabschnitt seitens der Tragstruktur in die Aussparung
in der Ummantelung des Lenkradkranzes ein. Gegenstück und Auf
nahmeabschnitt bilden somit eine Art Klammer, die den Lenkrad
kranz umgreift und formschlüssig fixiert.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das Gegenstück durch
einen auf der von dem Aufnahmeabschnitt abgewandten Seite des
Kerns angeordneten Teil der Ummantelung gebildet. Dies wird ins
besondere dadurch erreicht, daß die Aussparung nur in einem dem
Aufnahmeabschnitt zugewandten Bereich des Lenkradkranzes vorge
sehen ist.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist eine Trennfuge zwi
schen Lenkradkranz und Tragstruktur mit einem Füllstoff ge
schlossen und/oder kaschiert. Dabei wird die Trennfuge mit einem
Füllstoff, wie Klebstoff oder Spachtelmasse, ganz oder teilweise
ausgefüllt. Es ergibt sich eine Füllung oder Verblendung der
Trennfuge, deren Oberfläche bearbeitbar ist.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist eine Trennfuge zwi
schen Lenkradkranz und Tragstruktur von einer Abdecklage, insbe
sondere einem Lederüberzug, überdeckt. Dadurch lassen sich die
Anforderungen an die Oberflächenqualität einer Verblendung der
Trennfuge stark reduzieren, da sie unter dem Lederüberzug ver
schwindet.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weisen der Lenkradkranz
und/oder die Tragstruktur Oberflächenelemente aus einem empfind
lichen Naturprodukt, insbesondere aus Holz, auf. Durch das form
schlüssige, kalte Fügeverfahren zwischen Lenkradkranz und Trag
struktur, das die beteiligten Bauelemente wenig belastet, wird
ein frühzeitiger Einsatz empfindlicher Materialien sowie eine
getrennte Fertigbearbeitung von Lenkradkranz und Tragstruktur
ermöglicht.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den
Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung, in der be
vorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnun
gen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt in einer Draufsicht einen Abschnitt eines Lenkrad
kranzes für ein erfindungsgemäßes Lenkrad,
Fig. 2 in einer Querschnittsansicht entlang der Linie II-II in
Fig. 1 den Lenkradkranz nach Fig. 1,
Fig. 3 in einer Prinzipskizze eine Aussparung in der Ummantelung
eines Lenkradkranzes und ein in radialer Richtung des
Lenkrades offener Aufnahmeabschnitt an einer Speiche der
Tragstruktur eines Lenkrades,
Fig. 4 einen Teilquerschnitt durch das komplett montierte Lenk
rad im Bereich einer Speiche und
Fig. 5 in einer Prinzipskizze eine Aussparung in der Ummantelung
eines Lenkradkranzes und ein in axialer Richtung des
Lenkrades offener Aufnahmeabschnitt an einer Speiche ei
ner modifizierten Tragstruktur.
Ein Lenkrad 1 für ein Kraftfahrzeug weist einen Lenkradkranz 2
auf, der auf eine Tragstruktur 3 aufgesetzt und mit dieser ver
bunden ist.
Der Lenkradkranz 2 besteht im wesentlichen aus einem steifen
Kern 4 in Form eines Stahl-, Leichtmetall- oder Kunststoffhohl
profils, das zu einem Kreisring gebogen ist. Das Hohlprofil
weist vorzugsweise einen kreisrunden oder elliptischen Quer
schnitt auf. In einem modifizierten Ausführungsbeispiel sind be
liebige andere Querschnittsprofile, insbesondere auch offene
Profile vorsehbar.
Der Kern 4 des Lenkradkranzes 2 ist von einer Ummantelung 5 aus
geschäumtem Kunststoff, insbesondere einem PU-Schaum, einge
schlossen. Als Werkstoff für die Ummantelung 5 kommen ferner al
le solchen Werkstoffe in Betracht, die eine ausreichende Dauer
haltbarkeit, Hitzebeständigkeit und mechanische sowie chemische
Stabilität für einen Einsatz in langlebigen Kraftfahrzeugen auf
weisen. Ferner muß der betreffende Werkstoff geeignete haptische
Eigenschaften und eine ausreichende Verarbeitbarkeit mit allen
anderen Werkstoffen aufweisen. Die Ummantelung 5 umgibt den Kern
4 in weiten Bereichen, weist jedoch auf gegenüberliegenden Sei
ten des Lenkradkranzes 2 Aussparungen 7 auf, in denen der Kern 4
freiliegt. In den Randbereichen 7a und 7b der Aussparungen 7
sind Paßstücke 6a und 6b vorgesehen, die einstückig mit der Um
mantelung ausgeführt oder fest mit dieser verbunden sind. Daraus
ergibt sich, daß die Paßstücke 6a und 6b entweder aus dem Kunst
stoff der Ummantelung 5 oder aus einem Material hergestellt
sind, das mit einem derartigen Kunststoff stoffschlüssig ver
bindbar ist. In einem modifizierten Ausführungsbeispiel sind die
Paßstücke 6a und 6b an den Kern 4 angefügt.
Auf die Ummantelung 5 des Lenkradkranzes 2 sind Oberflächenele
mente in Form eins mehrteiligen Holzfurniers 8 aufgebracht.
Die Tragstruktur 3 für den Lenkradkranz 2 besteht im wesentli
chen aus einer Nabe zur Aufnahme einer Lenkwelle (nicht darge
stellt) sowie einer oder mehrerer insbesondere in radialer Rich
tung des Lenkrades 1 von der Nabe abragender Speichen 10. Mehre
re Speichen 10 können dabei zu einer runden topfförmigen Struk
tur zusammengefaßt sein. Nabe und Speichen 10 bilden ein steifes
Skelett und sind vorzugsweise einstückig als Druckguß- oder Ver
bundgußteil hergestellt oder als mehrteilige Schweißkonstruktion
zusammengefügt. Als Werkstoffe für ein derartig aufgebautes Ske
lett der Tragstruktur 3 kommen insbesondere duroplastische
Kunststoffe, faserverstärkte Kunststoffe sowie Metalle wie Stahl
oder Aluminium in Frage. Das Skelett der Tragstruktur 3 ist wie
der Kern 4 des Lenkradkranzes 2 von einer Ummantelung 11 beste
hend aus einem Kunststoff, insbesondere einem PU-Schaum, einge
schlossen.
An den radialen Endabschnitten der Speichen 10 sind zwei scha
lenförmige Aufnahmeabschnitte 12 angeordnet, die mit den Ausspa
rungen 7 seitens des Lenkradkranzes 2 korrespondieren. Die Auf
nahmeabschnitte 12 greifen im montierten Zustand von Lenkrad
kranz 2 und Tragstruktur 3 formschlüssig in die Aussparungen 7
ein, wobei sie an die Kontur des Kerns 4 sowie der Paßstücke 6a
und 6b angepaßte Kontaktflächen 12a aufweisen. Die Aufnahmeab
schnitte 12 liegen insbesondere flächig an einer Seite des Kerns
4 an. In den Fig. 3 und 5 sind dazu zwei Möglichkeiten der An
ordnung eines Aufnahmeabschnitts 12 an einer Speiche 10 darge
stellt. Gemäß Fig. 3 ist der Aufnahmeabschnitt 12 in radialer
Richtung des Lenkrades 1 nach außen hin offen gestaltet, während
gemäß Fig. 5 der Aufnahmeabschnitt 12 in axialer Richtung des
Lenkrades offen ist.
Für eine vollständige, formschlüssige Festlegung des Lenkrad
kranzes 2 an der Tragstruktur 3 ist jedem Aufnahmeabschnitt 12
ein schalenförmiges Gegenstück 13 zugeordnet, das ebenso wie der
entsprechende Aufnahmeabschnitt 12 in die zugeordnete Aussparung
7 eingreift. Das Gegenstück 13 ist jeweils auf der von dem zuge
hörigen Aufnahmeabschnitt 12 abgewandten Seite des Kerns 4 des
Lenkradkranzes angeordnet und liegt wie der zugehörige Aufnahme
abschnitt 12 weitgehend spielfrei sowohl an dem Kern 4 als auch
an den Paßstücken 6a und 6b an. Dazu ist das Gegenstück 13 an
die Konturen des Kerns 4, der Paßstücke 6a, 6b sowie auch des
Aufnahmeabschnitts 12 angepaßt.
In einem modifizierten Ausführungsbeispiel können der Aufnahme
abschnitt 12 und das korrespondierende Gegenstück 13 ineinander
greifende Verzahnungen aufweisen und/oder miteinander verrastbar
sein.
Das Gegenstück 13 ist vorzugsweise aus einem formstabilen Kunst
stoff oder einem Metall hergestellt, oder es enthält Aufnahme
hülsen, so daß es eine ausreichende Stabilität zur Aufnahme von
Bohrungen für Befestigungsmittel, insbesondere Schrauben oder
Nieten, aufweist. Mit Hilfe der genannten Befestigungsmittel ist
das Gegenstück 13 an dem zugehörigen Aufnahmeabschnitt 12 fi
xierbar, so daß es gemeinsam mit dem Aufnahmeabschnitt eine
Klammer bildet, die den Lenkradkranz 2 weitgehend spielfrei
formschlüssig umgreift.
In einem modifizierten Ausführungsbeispiel ist das Gegenstück 13
einstückig mit der Ummantelung 5 ausgeführt.
Zwischen dem Lenkradkranz 2 sowie dem Gegenstück 13 einerseits
und der Tragstruktur andererseits ergeben sich nach dem Zusam
menfügen Trennfugen, die durch einen Klebstoff, Spachtelmasse
oder einen anderen Füllstoff geschlossen und/oder kaschiert wer
den. Im Bereich der Trennfugen ist darüber hinaus eine Weich
schaumzwischenlage 9 vorgesehen, die als Tragschicht für eine
Abdecklage in Form eines Lederüberzuges 14 dient.
Erfindungsgemäß wird das in den Figuren dargestellte Lenkrad 1
wie folgt aufgebaut. In einem ersten Verfahrensschritt wird der
Kern 4 des Lenkradkranzes 2 geformt und mit der Ummantelung 5
versehen. Bei der Herstellung der Ummantelung werden die Um
fangsabschnitte 7 des Kerns 4 ausgespart, so daß der Kern im Be
reich dieser Aussparungen 7 frei zugänglich ist. In einem modi
fizierten Verfahrensschritt werden die Aussparungen 7 aus einer
den Kern 4 vollständig umgebenden Ummantelung herausgeschnitten.
Auf die Ummantelung 5 des Lenkradkranzes 2 werden anschließend
Oberflächenelemente aus einem empfindlichen Naturprodukt, insbe
sondere aus Holz oder Leder aufgebracht. Die Oberflächenelemente
können mit der Ummantelung verklebt und verpreßt werden sowie
einer gemeinsamen Oberflächenbehandlung unterzogen werden.
In einem zweiten, unabhängigen Verfahrensschritt werden die Nabe
und die Speichen 10 zum Skelett der Tragstruktur 3 des Lenkrades
1 zusammengefügt, wobei an den Speichen die mit den Aussparungen
7 korrespondierenden Aufnahmeabschnitte 12 vorgesehen sind. Das
Skelett der Tragstruktur 3 wird mit einer Ummantelung versehen
und fertigbearbeitet, wobei Oberflächenelemente aus einem emp
findlichen Naturprodukt, wie Holz oder Leder, eingearbeitet wer
den können.
Nach der vollständigen Bearbeitung sowohl des Lenkradkranzes 2
als auch der Tragstruktur 3 werden diese in einem nachfolgenden
Verfahrensschritt formschlüssig miteinander verbunden. Dazu wird
die Tragstruktur derart an dem Lenkradkranz angesetzt, daß die
Aufnahmeabschnitte der Tragstruktur in die Aussparungen 7 sei
tens des Lenkradkranzes 2 eingreifen und flächig an den freili
genden Umfangsabschnitten des Kerns 4 zur Anlage gelangen. Falls
im Bereich der Aussparungen 7 Paßstücke 6a, 6b angeordnet sind,
ist der Aufnahmeabschnitt 12 entsprechend konturiert ausgeführt,
so daß er die Paßstücke weitgehend spielfrei umgreift. Mit Hilfe
der Gegenstücke 13, die mittels Schrauben, Nieten oder ähnlicher
Befestigungsmittel an den Aufnahmeabschnitten 12 der Tragstruk
tur festgelegt werden, wird der Lenkradkranz 2 an der Tragstruk
tur 3 festgelegt.
Die sich zwischen dem Lenkradkranz 2 und der Tragstruktur 3 er
gebende Trennfuge wird in einem abschließenden Verfahrensschritt
verspachtelt, verschliffen und mit einem Lederüberzug abgedeckt,
wobei dem Lederüberzug alternativ zu der Verspachtelung oder er
gänzend dazu eine zusätzliche Weichschaumzwischenlage 9 unterge
legt werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet in vorteilhafter Weise
eine gesonderte Fertigbearbeitung von Lenkradkranz und Trag
struktur, die unabhängig voneinander hergestellt und anschlie
ßend auf einfache Weise, insbesondere ohne eine thermisches Fü
geverfahren miteinander verbunden werden. Dies ermöglicht ein
frühzeitiges Einarbeiten von Oberflächenelementen aus empfindli
chen Werkstoffen, insbesondere einem Holzfurnier, sowohl in den
Lankradkranz als auch in die Tragstruktur. Der Verbindungsbe
reich zwischen Lenkradkranz und Tragstruktur kann innerhalb des
Lenkrades so angeordnet werden, daß er sich optisch und haptisch
in eine gewünschte Oberflächengestaltung des Lenkrades einfügt.
Claims (10)
1. Lenkrad für ein Kraftfahrzeug mit
- 1. einem Lenkradkranz, der einen steifen Kern und eine den Kern umgebende Ummantelung aufweist, und
- 2. einer eine Nabe sowie wenigstens eine Speiche umfassenden Tragstruktur,
2. Lenkrad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
an dem Kern (4) und/oder der Ummantelung (5) des Lenkradkranzes
(2) ein Paßstück (6a, 6b) festgelegt ist, das von dem an die
Kontur des Paßstücks (6a, 6b) angepaßten Aufnahmeabschnitt (12)
weitgehend spielfrei umgreifbar ist.
3. Lenkrad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
dem Aufnahmeabschnitt (12) ein schalenförmiges Gegenstück (13)
zugeordnet ist, das in die Aussparung (7) der Ummantelung (5)
eingreift und gemeinsam mit dem Aufnahmeabschnitt (12) den Kern
(4) formschlüssig umgreift.
4. Lenkrad nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Gegenstück (13) durch einen auf der von dem Aufnahmeab
schnitt (12) abgewandten Seite des Kerns (4) angeordneten Teil
der Ummantelung (5) gebildet ist.
5. Lenkrad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Trennfuge zwischen Lenkradkranz (2) und Tragstruktur (3)
mit einem Füllstoff geschlossen und/oder kaschiert ist.
6. Lenkrad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Trennfuge zwischen Lenkradkranz (2) und Tragstruktur (3)
von einer Abdecklage (14), insbesondere einem Lederüberzug,
überdeckt ist.
7. Lenkrad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
Lenkradkranz (2) und/oder Tragstruktur (3) Oberflächenelemente
(8) aus einem empfindlichen Naturprodukt, insbesondere aus Holz,
aufweisen.
8. Verfahren zur Herstellung eines Lenkrades für ein Kraft
fahrzeug, insbesondere eines Lenkrades nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
- 1. in einem ersten Verfahrensschritt ein Lenkradkranz (2) aus einem steifen Kern (4) und einer den Kern umgebenden Ummantelung (5) aufgebaut wird, wobei die Ummantelung (5) in wenigstens ei nem Umfangsabschnitt (7) des Kerns (4) ausgespart wird,
- 2. in einem weiteren Verfahrensschritt eine Tragstruktur (3) aus einer Nabe, wenigstens einer Speiche (10) und einer zugeord neten Ummantelung (11) gebildet wird, wobei an der wenigstens einen Speiche ein schalenförmiger Aufnahmeabschnitt (12) vorge sehen ist, und
- 3. in einem nachfolgenden Verfahrensschritt der wenigstens ei ne freiliegende Umfangsabschnitt (7) des Kerns (4) flächig in den korrespondierend ausgeführten Aufnahmeabschnitt (12) der Tragstruktur (3) eingesetzt und der Lenkradkranz (2) mit der Tragstruktur (3) verbunden wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
vor dem Verbinden von Lenkradkranz (2) und Tragstruktur (3)
Oberflächenelemente (8) aus einem empfindlichen Naturprodukt an
gefügt und fertig bearbeitet werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
nach dem Verbinden von Lenkradkranz (2) und Tragstruktur (3) ei
ne Trennfuge nachbearbeitet und abschließend das Lenkrad (1)
insbesondere im Bereich der Trennfuge mit einer Abdecklage (14),
insbesondere einem Lederüberzug, versehen wird.
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