DE19845736A1 - Vorrichtung zur elektroakustischen Geräuschrückführung - Google Patents
Vorrichtung zur elektroakustischen GeräuschrückführungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur elektroakustischen Geräuschrückführung für ein Kraftfahrzeug (10) mit einem Schalldrucksensor (12), einer Signalverarbeitungseinheit (14), welche mit dem Schalldrucksensor (12) verbunden ist und Signale von diesem erhält und verarbeitet, und einer Lautsprechereinheit (16) mit zumindest einem Lautsprecher, welche mit der Signalverarbeitungseinheit (14) verbunden ist. DOLLAR A Die Aufgabe, das Motorgeräusch möglichst natürlich und einfach in den Innenraum des Kraftfahrzeugs zu übertragen, wird dadurch gelöst, daß der Schalldrucksensor (12) im Ansaug- (18) oder Abgastrakt des Kraftfahrzeuges(10) angeordnet ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine elektroakustische Geräuschrückführung für ein
Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Personenkraftfahrzeugen ist es bekannt, ein Sounddesign durchzufüh
ren. Grundsätzlich sollte den Fahrzeuginsassen ein hohes Maß an Akustik
komfort geboten werden, wobei insbesondere auf einen geringen Ge
rauschpegel Wert zu legen ist. Andererseits soll der Fahrer aber auch den
Betriebszustand des Motors exakt kennen, wozu eine Fahrgeräuschrück
kopplung, insbesondere eine Rückkopplung des Motorgeräusches, zweck
mäßig ist. Im übrigen gilt es, die Emissionsvorschriften (dazu gehören auch
die Schallemissionen) einzuhalten.
Um diesen Zielkonflikt zu lösen, ist es bekannt, das Innengeräusch durch
passive Abstimmaßnahmen, beispielsweise durch Aggregatlagerungen, zu
verändern.
Ferner ist neben einer guten Schalldämmung die synthetische Erzeugung
von Innengeräuschen oder aber auch die Abspeicherung von Klangkompo
nenten und die elektroakustische Hinzufügung zu dem Innenraum eines
Kraftfahrzeugs bekannt (vgl. EP 0 469 023 B1, DE 27 34 948 A1).
Eine Quelle mit starker Lastabhängigkeit stellen die Abgasanlage und der
Ansaugtrakt dar. Eine Erhöhung des abgestrahlten Schalls aus diesen Anre
gungsquellen ist aber wegen den oben genannten strengen Emissions- und
Außengeräuschvorschriften nicht zielführend. Im übrigen wird die Einleitung
dieser Geräuschkomponenten in den Innenraum durch eine hohe Karossse
riedämmung, die zur Minderung von Wind- und Rollgeräuschen und zur Un
terdrückung störender, mechanischer Motorgeräuschkomponenten erforder
lich ist, weitgehend unterbunden. Eine gezielte mechanische Einleitung in
den Fahrzeug-Innenraum ist zwar prinzipiell möglich, hat sich aber bezüglich
der Kosten und der Anordnung im Fahrzeug als nachteilig herausgestellt.
Bei synthetisierten Klangkomponenten kann in der Regel kein authentisch
einem Motorgeräusch nachempfundenes Innengeräusch dargestellt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, auf einfache Art und Weise eine akustische
Rückmeldung des Betriebszustands des Motors in den Innenraum eines
Fahrzeugs sicherzustellen, ohne daß das Außengeräusch zu hoch wird oder
die Karosseriedämmung vermindert werden müßte.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale erfüllt.
Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung ist es, den Schalldruck im Ansaug-
oder Abgastrakt aufzunehmen. Diese akustischen Quellen besitzen eine ho
he Lastabhängigkeit. Die erfaßten Geräusche werden dann elektronisch ver
arbeitet und über eine Lautsprecheranlage in den Innenraum des Fahrzeugs
eingespielt. Bereits bei einer sehr einfachen Ausführungsform der Erfindung
kann ein naturgetreues akustisches Signal in den Fahrzeug-Innenraum
übermittelt werden. Ein Fahrzeuginsasse empfindet dieses Signal nicht als
synthetisiert oder künstlich dargestellt.
Vorzugsweise kann der Schalldruck in der Nähe der Ansaugluftöffnung oder
im Ansauggeräuschdämpfer bzw. Luftfilterkasten erfaßt werden.
Von Vorteil ist es ferner, in der Signalverarbeitungseinheit ein oder mehrere
Filter vorzusehen, mit der sich die Klangcharakteristik verändern und an ver
schiedene Fahrzeug- oder Motortypen anpassen läßt. Das Spektrum kann
von einem sonoren "Brabbel"-Sound bis zu einem "Rennsport"-Sound je
nach Anforderung variiert werden.
Bei weiteren Ausführungsformen der Erfindung kann die Signalverarbei
tungseinheit so ausgebildet sein, daß das in den Innenraum des Kraftfahr
zeugs eingespielte Geräuschsignal drehzahlabhängig verändert wird, um
einen gewünschten Pegelverlauf - beispielsweise einen sehr gleichmäßigen
Innengeräuschverlauf über der Drehzahl - zu erzielen.
Auf diese Art kann auch eine Verstärkung eines Dynamikeindrucks erreicht
werden.
Möglich ist ebenfalls eine lastabhängige Veränderung des eingespielten Ge
räusches. Dazu müßte lediglich das Fahrpedal oder Drosselklappenstel
lungssignal von der Signalverarbeitungseinheit aufgenommen und entspre
chend berücksichtigt werden.
Ferner ist es möglich, eine geschwindigkeitsabhängige Lautstärke- oder
Klangcharakteristikanpassung durchzuführen. Eine Anpassung des einge
spielten Geräusches ist überdies in Abhängigkeit von der Getriebeüberset
zungswahl oder einer Kick-Down-Betätigung möglich. Überdies sind natürlich
auch Geräuschanpassung in Abhängigkeit von anderen Größen durchführ
bar.
Beim Einsatz von Filtern kann man natürlich auch die Frequenzgangcharak
teristik in Abhängigkeit von den vorgenannten Parametern Drehzahl, Last
und Geschwindigkeit verändern. Dadurch läßt sich ebenso eine gewünschte
Klangcharakteristik erreichen.
Natürlich ist es auch ohne weiteres möglich, andere Parameter der Signal
verarbeitungseinheit zuzuführen, die die vom Schalldrucksensor kommen
den Signale in Abhängigkeit von solchen Parametern verändern kann.
Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet,
daß eine Schalteinheit vorgesehen ist, mit welcher die Vorrichtung deakti
vierbar oder aktivierbar ist. Dazu können entweder der Schalldrucksensor
oder die Signalverarbeitungseinheit oder die Lautsprechereinheit abge
schaltet werden. Mit dieser Maßnahme läßt sich die Geräuschquelle, wie
vom Fahrzeugbediener gewünscht, zu- oder abschalten. Die Deaktivierung
oder die Aktivierung kann natürlich auch in Abhängigkeit von bestimmten
Fahrbetriebsbedingungen ausgewählt werden. Beispielsweise ist es möglich,
daß die erfindungsgemäße Vorrichtung bei einem Automatikgetriebe mit
manuellem Schaltbetrieb (Steptronik) nur im manuellen Schaltbetrieb akti
viert wird, also dann, wenn ein Fahrzeugbediener eine eher sportliche Fahr
weise wünscht. Im normalen Automatikbetrieb könnte die erfindungsgemäße
Vorrichtung deaktiviert sein, so daß eine leisere Akustik gegeben ist. Natür
lich kann die die Deaktivierung und Aktivierung auch mit einer Einstellung
der Motorcharakteristik oder jeglicher anderer Signale gekoppelt werden.
Insgesamt ist durch die erfindungsgemäße Vorrichtung eine besonders ein
fache akustische Rückmeldung mit angenehm klingenden Klangkomponen
ten zu erzeugen. Das System erhöht insbesondere bei Fahrzeug mit hoher
Leistung die Fahrsicherheit und unterstützt den Fahrer akustisch.
Da eine erfindungsgemäße Vorrichtung nur das Innengeräusch beeinflußt,
erfolgt die verstärkte akustische Rückmeldung an die Fahrzeuginsassen oh
ne das die Umwelt belastet wird. Insbesondere wird über die erfindungsge
mäße Vorrichtung lediglich das bereits natürliche Motorgeräusch aus dem
Ansaug- oder dem Abgastrakt in den Innenraum eines Fahrzeugs einge
spielt, so daß ein natürliches, dem jeweiligen Fahrzeugtyp anpaßbares
Klangbild erzielbar ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Be
zug auf die Zeichnungen näher erläutert, die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 eine schematische graphische Darstellung der erfindungsgemä
ßen Vorrichtung in einem Kraftfahrzeug angeordnet und
Fig. 2 eine schematische Schaltskizze eines Ausführungsbeispiels der
erfindungsgemäßen Vorrichtung.
In Fig. 1 ist ein Kraftfahrzeug in Draufsicht schematisch dargestellt, welches
einen Motor mit einem Ansaugtrakt 18 zeigt. Im nur schematisch dargestell
ten Ansaugtrakt 18 ist ein Schalldrucksensor 12 in Form eines Mikrophons
dargestellt, welches die natürlichen Motorgeräusche im Ansaugbereich auf
nimmt und über eine Leitung an eine Signalverarbeitungseinheit 14 abgibt.
Die Signalverarbeitungseinheit 14 verarbeitet die Signale vom Schalldruck
sensor 12 und gibt sie an eine Lautsprechereinheit 16 ab, die die von der
Signalvorrichtungseinheit 14 erzeugten Signale in akustische Signale um
wandelt. Als Lautsprecher können separate Lautsprecher oder aber auch die
Lautsprecher einer Audioanlage eines Fahrzeugs verwendet werden. Die
Signalverarbeitungseinheit 14 filtert und verstärkt im vorliegenden Fall die
vom Schalldrucksensor 12 abgegebenen Signale.
Ein Beispiel für eine Signalverarbeitungseinheit ist in Form einer schemati
schen Schaltskizze in Fig. 2 dargestellt. Dabei wird das Signal vom
Schalldrucksensor 12 zunächst durch einen Hochpaßfilter 20 geschickt, um
niederfrequente Schallanteile, die zu großen Membranbewegungen führen
würden, zu eliminieren. Das vom Hochpaßfilter 20 abgegebene Signal wird
in zwei Zweige aufgespaltet. In einem Zweig wird das Signal durch einen
Tiefpaßfilter 22 geführt und dann im wesentlichen an ein Potentiometer 26
geleitet, welches je nach seiner Einstellung ein mehr oder minder abge
schwächtes Signal an einen Addierer (+) weitergibt.
Das Signal in dem anderen Zweig läuft zu einem weiteren Potentiometer 24
im wesentlichen ungefiltert und besitzt daher Breitbandanteile. Nach dem
Potentiometer 24 wird es ebenfalls dem Addierer (+) zugeführt. Im Addierer
werden die beiden in den verschiedenen Zweigen geführten Signale ge
wichtet zusammenaddiert und durch einen weiteren Tiefpaßfilter 28 ge
schickt, in dem sie nach oben begrenzt werden. Schließlich werden die so
verarbeiteten Signale in einem Verstärker 30 verstärkt und an die Lautspre
cher 16 des Fahrzeugs abgegeben. Diese wandeln das so erzeugte elektri
sche Signal in ein akustisches Signal um, welches im wesentlichen ein ge
filtertes, natürliches Abbild des im Ansaugtrakt aufgenommenen Geräusches
darstellt. Durch eine Veränderung der Gewichtungsfaktoren durch Justierung
der Potentiometer 24 und 26 zwischen Breitband und Tiefpaßanteil läßt sich
der Klangeindruck einfach verstellen. Die Justierung erfolgt beim vorliegen
den Ausführungsbeispiel manuell.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann die Verstellung der Ge
wichtsfaktoren auch aufgrund der Drosselklappenstellung, des Drehzahlsig
nals oder der Geschwindigkeit erfolgen. Zu diesem Zweck könnte die Sig
nalverarbeitungseinheit 14 an einen CAN-Bus angeschlossen sein und
noch eine zusätzliche Steuerungseinheit besitzen, die die Steuerung der
Potentiometer 24 und 26 in Abhängigkeit von den gewählten Parametern
übernimmt.
Natürlich können alternativ auch andere als die vorgenannten Parameter zur
Steuerung von Gewichtungsfaktoren gewählt werden. Im übrigen ist es auch
möglich, andere Filter zur Veränderung des Klanges zu verwenden.
Die dargestellte Ausführungsform ist auch lediglich eine einfache Version
einer Geräuschrückführungsvorrichtung, die das im Ansaug- bzw. Abgastrakt
aufgenommene natürliche Motorgeräusch in den Innenraum führt.
Claims (9)
1. Vorrichtung zur elektroakustischen Geräuschrückführung für ein
Kraftfahrzeug (10) mit einem Schalldrucksensor (12), einer Signalver
arbeitungseinheit (14), welche mit dem Schalldrucksensor (12) ver
bunden ist und Signale vom diesem erhält und verarbeitet, und einer
Lautsprechereinheit (16) mit zumindest einem Lautsprecher, welche
mit der Signalverarbeitungseinheit (14) verbunden ist, wobei der
Schalldrucksensor (12) im Ansaug- (18) oder Abgastrakt des Kraft
fahrzeuges (10) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Lautsprechereinheit (10) eine Audioanlage des Kraftfahrzeu
ges (10) dient.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Signalverarbeitungseinheit (14) zumindest eine Filtereinrich
tung (20, 22, 28) zur Veränderung der Klangcharakteristik des vom
Schalldrucksensor (12) aufgenommenen Geräusches enthält.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Signalverarbeitungseinheit (14) derart ausgebildet ist, um das
Geräusch, insbesondere dessen Lautstärke oder dessen Frequenz
gangcharakteristik, drehzahlabhängig zu verändern.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Signalverarbeitungseinheit (14) derart ausgebildet ist, um das
Geräusch, insbesondere dessen Lautstärke oder dessen Frequenz
gangcharakteristik, lastabhängig zu verändern.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Signalverarbeitungseinheit (14) derart ausgebildet ist, um das
Geräusch, insbesondere dessen Lautstärke oder dessen Frequenz
gangcharakteristik, geschwindigkeitsabhängig zu verändern.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Signalverarbeitungseinheit (14) derart ausgebildet ist, um das
Geräusch, insbesondere dessen Lautstärke oder dessen Frequenz
gangcharakteristik, in Abhängigkeit von der eingestellten Getriebe
übersetzungsstufe oder einem Kick-Down-Betrieb zu verändern.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Schalteinheit vorgesehen ist, mit welcher der Schalldruck
sensor (12), die Signalverarbeitungseinheit (14) oder die Lautspre
chereinheit (16) deaktivierbar oder aktivierbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schalteinheit auf bestimmte Fahrbetriebsbedingungen an
spricht.
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