DE19844024A1 - Zweiwegefahrzeug zur Beförderung von Personen oder Frachten - Google Patents
Zweiwegefahrzeug zur Beförderung von Personen oder FrachtenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Zweiwegefahrzeug zur Beförderung von Personen oder Frachten, mit einem zumindest an einer Achse angetriebenen, mit bereiften Rädern versehenen Fahrwerk und einem zweiten anhebbaren und absenkbaren Fahrwerk, für einen Schienenbetrieb, die getrennt voneinander antreibbar sind. Mit der Erfindung soll ein Zweiwegefahrzeug zur Verfügung gestellt werden, das kostengünstig herstellbar und ökonomisch betreibbar ist. Erfindungsgemäß sind hierfür an den beiden genannten Fahrwerken jeweils Elektromotore vorhanden, die mit Elektroenergie von einer zentralen Elektroenergieversorgungseinheit über eine elektronische Steuerung versorgt werden.
Description
Die Erfindung betrifft ein Zweiwegefahrzeug zur Be
förderung von Personen oder Frachten nach dem Oberbe
griff des Anspruchs 1. Ein solches Fahrzeug ist für
einen herkömmlichen Betrieb von Fahrzeugen, z. B. im
öffentlichen Straßenverkehr, und auch schienengebun
den auf Gleisen geeignet. Daraus folgt, daß mit sol
chen Fahrzeugen durch die erhöhte Flexibilität Zeit
ersparnisse für den Transport erreicht werden können.
Bisher bekannte Zweiwegefahrzeuge basieren in der
Regel auf Kraftfahrzeugen, die zusätzlich mit Schie
nenfahreinrichtungen ausgerüstet werden. In einfach
ster Form erfolgt der Antrieb über die Räder des
Kraftfahrzeugfahrwerkes und die Schienenfahreinrich
tung sichert lediglich die Spurführung. Daraus resul
tieren einige wesentliche Nachteile, wie Antriebs-
und Bremsprobleme bei der Fahrt auf Gleisen.
Aus diesem Grunde sind entsprechende Fahrzeuge ausge
rüstet worden, indem ein zusätzlicher Antrieb für die
Schienenfahreinrichtung verwendet wurde. Es sind
Fahrzeuge bekannt, bei denen über einen Nebenantrieb
des Fahrzeugmotors (Verbrennungskraftmaschine) ein
hydraulischer Antrieb für die Schienenfahreinrichtung
verwendet wird. Mit einer solchen Lösung ist es je-
doch nicht in jedem Fall möglich, fahrbedingungsab
hängig die Verbrennungskraftmaschine optimal zu be
treiben, so daß der Wirkungsgrad stark beeinträchtigt
ist. Außerdem tritt ein stark erhöhter Lärmpegel auf,
so daß zusätzliche Schallisolationsmaßnahmen erfor
derlich sein können.
Außerdem müssen von solchen Fahrzeugen Vorschriften
von Betreibern der Gleisanlagen eingehalten werden.
So fordert z. B. die Deutsche Bahn AG, die Einhaltung
eines bestimmten Lichtraumprofiles über und neben dem
Schienenkopf, so daß die beiden unterschiedlichen
Fahrwerke eines solchen Fahrzeuges entsprechend kon
struiert sein müssen und bei einer Schienenfahrt, das
andere Fahrwerk entsprechend angeordnet werden kann,
so daß ausreichende Freiräume verbleiben. Hierfür ist
es üblich, die Räder bzw. die Achsen parallel zum
Ausfahren der Schienenfahreinrichtung soweit anzuhe
ben, daß die Einhaltung eines vorgegebenen Lichtraum
profiles oberhalb und neben dem Schienenkopf ge
sichert ist, wobei zusätzlich eine mechanische Arre
tierung vorhanden sein muß.
Aus statischen und fahrdynamischen Gründen sind die
unterschiedlichen Räder bzw. Achsen eines solchen
Zweiwegefahrzeuges in der Regel unmittelbar benach
bart angeordnet.
Die bekannten Bauformen sind nicht nur relativ laut,
sondern auch mit einer großen Masse behaftet, so daß
die Wirtschaftlichkeit beim Betrieb solcher bekannten
Fahrzeuge stark eingeschränkt ist. Zusätzlich können
durch die verwendeten Antriebskonzepte nur kurze
Strecken schienengebunden, bei relativ geringer
Geschwindigkeit befahren werden, so daß die eigent
lich konzeptbedingt vorhandenen logistischen
Vorteile nicht ausreichend ausgenutzt werden
können.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Zweiwegefahr
zeug zur Verfügung zu stellen, das kostengünstig her
stellbar ist und ökonomisch betrieben werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestal
tungsformen und Weiterbildungen ergeben sich mit den
in den untergeordneten Ansprüchen enthaltenen Merkma
len.
Das erfindungsgemäße Zweiwegefahrzeug zeichnet sich,
ausgehend von der bekannten Ausgangslösung, nämlich
der Verwendung zweier verschiedener Fahrwerke, die
einmal für einen Straßenbetrieb und zum anderen für
einen gleisgebundenen Schienenbetrieb geeignet sind,
wobei das Fahrwerk für den Schienenbetrieb angehoben
bzw. abgesenkt werden kann, dadurch aus, daß der An
trieb der beiden Fahrwerke ausschließlich mittels
Elektroenergie erfolgt, die mit einer zentralen Elek
troenergieversorgungseinheit erzeugt wird. Die von
der zentralen Elektroenergieversorgungseinheit zur
Verfügung gestellte Elektroenergie gelangt über eine
elektronische Steuerung zu zumindest einem Elektromo
tor, der an jeweils einem der beiden Fahrwerke vor
handen ist und dessen Antrieb realisiert, wobei diese
Elektromotoren unabhängig voneinander mit Elektro
energie versorgt und elektronisch gesteuert werden
können.
Vorteilhaft ist es, mindestens eine Achse der jewei
ligen Fahrwerke mit einem Elektromotor anzutreiben.
Es können aber auch zwei Elektromotore an einer ange
triebenen Achse vorgesehen werden, die jeweils ein
Rad wiederum unabhängig voneinander antreiben können.
Für viele Fälle kann es aber auch günstig sein, Elek
tromotore an allen Rädern der Fahrwerke vorzusehen,
so daß diese jeweils einzeln und bei Bedarf auch un
abhängig voneinander angetrieben werden, so daß da
durch in gewissen Grenzen das Fahrzeug allein mit dem
Antrieb lenkbar ist.
Günstigerweise können die Elektromotore als handels
üblich bereits, z. B. bei Autobussen verwendete Radna
benmotore, bevorzugt mit integrierter Scheibenbremse,
ausgewählt werden.
Die erforderliche Elektroenergie kann einmal, wie
dies bereits bei Kraftfahrzeugen bekannt ist (Hybrid
antrieb), mittels einer Verbrennungskraftmaschine,
die einen Generator antreibt, zur Verfügung gestellt
werden. Geeignete Verbrennungskraftmaschinen sind
beispielsweise Gasturbinen, Ottomotore und aus be
triebswirtschaftlicher Sicht Dieselmotore geeignet.
Mit einem solchen Konzept ist es möglich, die jeweils
verwendete Verbrennungskraftmaschine in einem Lastbe
reich zu betreiben, bei dem Leistung, Kraftstoffver
brauch, Schadstoffausstoß und gegebenenfalls der Ge
räuschpegel optimiert werden kann, so daß sich ganz
besonders die Wirtschaftlichkeit und der Umweltaspekt
positiv beeinflussen lassen.
Zum anderen kann aber auch, die für den Antrieb er
forderliche Elektroenergie mittels einer Brennstoff
zelle, bevorzugt in Verbindung mit einem Reformer zur
Verfügung gestellt werden. Der Reformer erhöht zwar
die Eigenmasse eines solchen Fahrzeuges, bietet aber
die Möglichkeit, auch flüssige Kohlenwasserstoffe für
die Elektroenergieerzeugung zu verwenden, die gegebe
nenfalls in größerer Menge an einem solchen erfin
dungsgemäßen Zweiwegefahrzeug, z. B. in einem Tank
mitgeführt werden können, so daß die Reichweite ent
sprechend vergrößert werden kann.
Durch den nahezu vollständigen Wegfall einer mechani
schen Kraftübertragung kann die Fahrzeugeigenmasse
erheblich reduziert werden, was sich wiederum auf die
Fahreigenschaften und die Wirtschaftlichkeit des er
findungsgemäßen Zweiwegefahrzeuges auswirkt.
Insbesondere durch den Antrieb des Schienenfahrwerkes
mittels Elektroenergie, kann dieses Fahrgestell ge
genüber den bekannten Lösungen wesentlich einfacher,
innovativer konstruiert werden, wodurch Freiräume
geschaffen sind, die andere Komponenten, z. B. dem
Mechanismus für das Anheben und Absenken, größere
Gestaltungsfreiräume lassen.
So kann beispielsweise bei einem Fahrwegwechsel von
Straße auf Schiene dieser Vorgang elektronisch ge
steuert und pneumatisch realisiert werden. Hierfür
können bekannte Luftfederungssysteme mit Gummibälgen
und eine als Lifteinrichtung dienende Federspeicher
einheit, die mechanisch verriegelbar ist, in Kombina
tion verwendet werden. Dabei müssen die Fahrwerke,
zumindest jedoch ein Fahrwerk ohnehin gefedert wer
den, so daß der Aufwand verringert werden kann. Beim
Anheben bzw. Absenken des Fahrwerks für den schienen
gebundenen Betrieb eines erfindungsgemäßen Fahrzeu
ges, wird die Luftfederung mit dem Federspeicher über
elektronisch schaltbare Ventile verbunden, so daß ein
Befüllen bzw. Entleeren der Federspeichereinheit auf
diesem Wege möglich ist.
Die bereits erwähnten Radnabenmotoren, die erfin
dungsgemäß verwendet werden können, sind im Kraft
fahrzeugbereich bereits bewährt und es stehen außer
dem Komponenten für deren Steuerung (Leistungselek
tronik) zur Verfügung, die ohne weiteres verwendet
werden können.
Außerdem können die aus dem Fahrzeugbau bekannten
elektronischen Systeme, wie z. B. ein Antiblockiersy
stem, eine Antischlupfregelung oder Diagnosesysteme
ohne weiteres beibehalten und unabhängig von den je
weiligen Einsatzbedingungen auf Straßen oder Schienen
benutzt werden.
Durch das mögliche Konzept mit einer relativ hohen
Anzahl angetriebener Räder, kann, wie bereits ange
deutet, eine elektronische Allradlenkung während des
Straßenbetriebes realisiert werden. Diese Tatsache
wirkt sich insbesondere positiv beim Einspurvorgang
eines erfindungsgemäßen Zweiwegefahrzeuges durch die
gute Manövrierfähigkeit des Fahrzeuges aus, so daß
die erforderliche Zeit verringert werden kann. Außer
dem kann dieser Vorgang auch zumindest durch ein ge
wisses Maß an Automatisierung unterstützt werden,
indem Farbmarkierungen und optische Sensoren in Ver
bindung mit einer Erkennungssoftware verwendet wer
den. Solche Farbmarkierungen sind dann im Einspurbe
reich der Gleise vorhanden, die von den Sensoren er
kannt werden können, deren Signale wiederum die elek
tronische Steuerung der Elektromotore beeinflußt.
Anstelle der optischen Sensoren, kann aber auch eine
elektronische Bildverarbeitung für diesen Zweck ver
wendet werden.
Nachfolgend soll die Erfindung an einem Beispiel nä
her erläutert werden.
Dabei zeigt:
Fig. 1 ein Blockschaltbild eines Beispiels eines
erfindungsgemäßen Zweiwegefahrzeuges.
In der Fig. 1 ist ein Blockschaltbild eines mögli
chen Aufbaus eines Beispiels eines erfindungsgemäßen
Zweiwegefahrzeuges schematisch wiedergegeben.
Bei diesem Fahrzeug verfügen die beiden Fahrwerke
über jeweils einzeln mit Radnabenmotoren 4 und 5 an
getriebene Räder 6 und 7, die über stromführende Lei
tungen (mit durchgezogenen Linien dargestellt) mit
der zentralen Elektroenergieversorgungseinheit, die
bei diesem Beispiel aus einem Dieselmotor 1 und einem
Generator 2 und elektronischen Steuerungen 3 und 3'
verbunden sind.
Die Steuerung der Radnabenmotoren 4 bzw. 5 kann über
Signalleitungen (gestrichelt dargestellt) zentral von
den elektronischen Steuerungen 3 bzw. 3' oder zusätz
lichen eigenen Steuerungen für jeden der Radnabenmo
tore 4 oder 5 an den einzelnen Rädern 6 bzw. 7 geson
dert in nicht dargestellter Form erfolgen. Mittels
der elektronischen Steuerungen kann nicht nur die
Antriebsdrehzahl sondern auch die Drehrichtung beein
flußt werden.
Vom Generator 2 kann je nach Bedarf eine Gleich- bzw.
eine Wechselspannung zur Verfügung gestellt werden,
die gegebenenfalls gleichgerichtet wird und in dieser
Form bei hierfür geeigneten Antriebsmotoren und auch
für das normale Bordnetz eines solchen Fahrzeuges
verwendet werden.
In ebenfalls nicht dargestellter Weise kann ein Elek
troenergiespeicher (Batterie) in den Stromkreis ge
schaltet werden, wobei eine Reihen- oder Parallel
schaltung gewählt werden kann. In diesem Fall kann
die Elektroenergieversorgung des normalen Bordnetzes
aus dem Elektroenergiespeicher erfolgen, so daß kein
zusätzlicher Aufwand erforderlich ist.
Der Dieselmotor 1 kann außerdem weitere Aggregate,
wie dies schematisch angedeutet ist, antreiben, die
für den Betrieb eines Fahrzeuges erforderlich sind.
Claims (11)
1. Zweiwegefahrzeug zur Beförderung von Personen
oder Frachten, mit einem zumindest an einer Ach
se angetriebenen, mit bereiften Rädern versehen
em Fahrwerk und einem zweiten anhebbaren und
absenkbaren für einen Schienenbetrieb geeigneten
Fahrwerk, die getrennt voneinander antreibbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb der beiden Fahrwerke aus einer
zentralen Elektroenergieversorgungseinheit (1,
2), einer elektronischen Steuerung (3, 3') und
zumindest einem Elektromotor (4, 5) für jedes
der beiden Fahrwerke besteht.
2. Zweiwegefahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß an jeweils
mindestens einer Achse der beiden Fahrwerke ein
Elektromotor (4, 5), diese antreibend, angeord
net ist.
3. Zweiwegefahrzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei
Elektromotoren (4, 5) an einer angetriebenen
Achse der beiden Fahrwerke vorhanden sind.
4. Zweiwegefahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektromotore
(4, 5) als Radnabenmotoren ausgebildet sind.
5. Zweiwegefahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß an allen Rädern
(6, 7) Radnabenmotore (4, 5) vorhanden sind.
6. Zweiwegefahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Elektromo
tor (4, 5) einzeln steuerbar ist.
7. Zweiwegefahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroener
gieversorgungseinheit aus einer Verbrennungs
kraftmaschine (1) und einem Generator (2) be
steht.
8. Zweiwegefahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroener
gieversorgungseinheit aus einer Brennstoffzelle
besteht.
9. Zweiwegefahrzeug nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroenergie
versorgungseinheit aus einem Reformer und einer
Brennstoffzelle besteht.
10. Zweiwegefahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis
9, dadurch gekennzeichnet, daß in den Radnaben
motoren (4, 5) Scheibenbremsen integriert sind.
11. Zweiwegefahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß das Schienen
fahrwerk pneumatisch mittels einer mechanisch
verriegelbaren Federspeichereinheit, die mit
pneumatischen Federungssystemen der beiden Fahr
werke zusammenwirkt, anheb- bzw. absenkbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19844024A DE19844024A1 (de) | 1998-09-25 | 1998-09-25 | Zweiwegefahrzeug zur Beförderung von Personen oder Frachten |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19844024A DE19844024A1 (de) | 1998-09-25 | 1998-09-25 | Zweiwegefahrzeug zur Beförderung von Personen oder Frachten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19844024A1 true DE19844024A1 (de) | 2000-04-06 |
Family
ID=7882236
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19844024A Withdrawn DE19844024A1 (de) | 1998-09-25 | 1998-09-25 | Zweiwegefahrzeug zur Beförderung von Personen oder Frachten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19844024A1 (de) |
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|---|---|---|---|
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