DE19844698C1 - Rückwärtsleitender Gate Turn Off-Thyristor - Google Patents
Rückwärtsleitender Gate Turn Off-ThyristorInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen rückwärtsleitenden GTO-Thyristor (1), welcher in einem Halbleiter-Substrat (2) ausgebildet einen Thyristor-Bereich (3) und einen Dioden-Bereich (4) umfaßt. Beide Bereiche sind durch ein Trenngebiet (5) voneinander getrennt. Im Bereich des Trenngebiets (5) auf der Anodenseite des Thyristors ist erfindungsgemäß auf der Oberfläche des Halbleiter-Substrates (2) ein Schottky-Kontakt (7) ausgebildet.
Description
Die Erfindung betrifft einen Gate Turn Off-Thyristor (GTO-
Thyristor) und insbesondere einen sogenannten rückwärtslei
tenden GTO-Thyristor.
GTO-Thyristoren zeichnen sich gegenüber Transistoren durch
eine niedrige Durchlaßspannung aus. Eine Schwierigkeit be
steht jedoch darin, daß sich Ladungsträger im Mittelbereich
des Thyristors ansammeln und sich der Thyristor daher nur
schlecht abschalten läßt. Um die Entladung zu beschleunigen,
werden GTO-Thyristoren häufig so ausgebildet, daß die Katho
den in p/n-Bereiche, die sogenannten Emitterfinger, unter
teilt werden. Diese Emitterfinger sind über eine durchgängige
Metallschicht miteinander kontaktiert, welche es erlaubt, La
dungsträger aus dem GTO-Mittelbereich besser abzuziehen. Au
ßerdem sind spezielle Anodenausgestaltungen bekannt, die dem
selben Zweck dienen. Sowohl die Anoden- als auch die Katho
denausgestaltung sollen schnellere Schaltvorgänge des Thyri
stors ermöglichen.
Bei einem sogenannten rückwärtsleitenden GTO-Thyristor ist
ein Thyristor mit einer Diode kombiniert, über welche der
Rückwärtsstrom geführt wird.
Bei derartigen rückwärtsleitenden GTO-Thyristoren tritt das
Problem auf, daß Ladungsträger aus dem Diodenbereich in das
Thyristorgebiet diffundieren können. Bei einem Spannungsan
stieg kann dies dazu führen, daß der Thyristor unerwünscht
gezündet wird. Um dies zu verhindern, muß vermieden werden,
daß sich im Betriebsfall freie Ladungsträger im Thyristor-
Bereich befinden. Gleichzeitig muß das Ausdiffundieren von
Ladungsträgern aus dem Dioden-Bereich unterbunden und außer
dem muß verhindert werden, daß sich Ladungsträger an den
Grenzflächen des Trenngebietes zwischen Thyristor- und
Dioden-Bereich anreichern. Eine Maßnahme hierfür besteht dar
in, die Rückseite des Trenngebietes so auszuführen, daß sie
weder im Dioden-Betrieb (Diode ein) noch im Thyristor-Betrieb
(Thyristor ein) gut emittiert. Beispielsweise enthält die
Rückseite des Trenngebietes zwischen Dioden- und Thyristor-
Bereich abwechselnd schmale p+-Emitter-Gebiete und n+-
Gebiete, die weder im Dioden- noch im Thyristor-Betrieb gut
emittieren. Häufig werden auch keinerlei besondere Maßnahmen
im Hinblick auf die Emittereigenschaften im Trenngebiet ge
troffen. Die Grenze zwischen Emitter des Thyristors und Ka
thode der Diode liegt dann an irgendeiner Stelle zwischen dem
Rand des Thyristor-Bereiches und dem Rand des Dioden-
Bereiches. Im Betrieb sind die beschriebenen, rückwärtsleiten
den GTO-Thyristoren nicht hinreichend zuverlässig, und Fehl
zündungen des Thyristors können nicht in ausreichendem Maße
verhindert werden.
Aus der DE 35 42 570 A1 ist ferner bekannt, zur Trennung von
Dioden- und Thyristor-Bereich einen kathodenseitigen Trenn
graben zwischen Thyristor-Bereich und Dioden-Bereich vorzuse
hen. Außerdem wird vorgeschlagen, den Trenngraben mit einer
Passivierungsschicht zu versehen, die den Trenngraben elek
trisch und mechanisch schützt. Auf der Anodenseite ist ferner
eine Elektrode ausgebildet, die im Trenngebiet zwischen Thy
ristor-Bereich und Dioden-Bereich an einer schwach n-
dotierten Mittelregion anliegt.
Aus der DE 35 21 079 C2 geht weiterhin eine rückwärtsleitende
Abschalt-Thyristoranordnung hervor, die kathodenseitig eine
Elektrode aufweist, die zusammen mit einer Basisschicht eine
Schottky-Diode bildet.
Die EP 32 599 A2 offenbart schließlich einen Thyristor zum
verlustarmen Schalten kurzer Impulse, der eine integrierte
Diode zum Verkürzen der Freiwerdezeit beim Abschalten auf
weist. Die integrierte Diode ist dabei als kathodenseitig an
geordneter Schottky-Kontakt ausgebildet.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, einen rückwärtslei
tenden GTO-Thyristor anzugeben, welcher eine hohe Zuverläs
sigkeit aufweist und bei dem Fehlzündungen weitestgehend aus
geschlossen sind.
Diese Aufgabe wird mit einem rückwärtsleitenden GTO-Thyristor
mit den Merkmalen des Anspruches 1 oder des Anspruches 3 ge
löst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Un
teransprüche 2 und 4.
Im einzelnen betrifft die Erfindung einen rückwärtsleitenden
GTO-Thyristor, in welchem in einem Halbleitersubstrat ein
Thyristor-Bereich und ein Dioden-Bereich ausgebildet sind.
Beide Bereiche sind durch ein Trenngebiet voneinander ge
trennt. Ein derartiger GTO-Thyristor mit Thyristor- und
Dioden-Bereich kann auf jede an sich bekannte Art und Weise
hergestellt sein. Zur Verbesserung der Emittereigenschaften
ist im Bereich des Trenngebietes zwischen Diode und Thyristor
auf der Anodenseite des Thyristors, die im folgenden auch als
Rückseite des Bauelements bezeichnet wird, auf der Oberfläche
des Halbleiter-Substrates ein Schottky-Kontakt ausgebildet.
Im Bereich des rückseitigen Trenngebiets des rückwärtsleiten
den GTO-Thyristors ist also der Kontakt zwischen der Halblei
teroberfläche des Bauelements und rückseitiger Metallbe
schichtung als Schottky-Kontakt ausgeführt.
Der Schottky-Kontakt kann z. B. auf an sich bekannte Weise
dadurch hergestellt werden, daß auf die rückseitige Oberflä
che des Halbleiter-Substrates, in dem der rückwärtsleitende
GTO-Thyristor ausgebildet ist, im Bereich des Trenngebietes
zwischen Thyristor- und Dioden-Bereich eine Metallschicht
aufgebracht wird. Das Metall kann beispielsweise auf das
Halbleitersubstrat aufgedampft werden, bevor der Schottky-
Kontaktbereich durch Temperung formiert wird. Falls ge
wünscht, kann zwischen Halbleiter-Substrat und Metallschicht
eine für Schottky-Kontakte übliche Zwischenschicht aufge
bracht werden.
Der erfindungsgemäße, rückwärtsleitende GTO-Thyristor ist vor
zugsweise in einem n-dotierten Halbleiter-Substrat ausgebil
det, und der an den Schottky-Kontakt angrenzende Bereich des
Halbleiter-Substrats ist vorzugsweise zusätzlich schwach n-
dotiert.
In der anderen Variante des erfindungsgemäßen, rückwärtslei
tenden GTO-Thyristors ist anstelle des Schottky-Kontakts im
Bereich des Trenngebiets zwischen dem Halbleitersubstrat und
der rückseitigen Metallschicht eine elektrisch isolierende
Schicht angeordnet. Bei der elektrisch isolierenden Schicht
kann es sich beispielsweise um eine Oxidschicht (z. B. Metal
loxid) oder eine Nitridschicht (z. B. Metallnitrid) handeln.
Geeignete Isolationsschichten bestehen beispielsweise aus Si
liciumdioxid oder Siliciumnitrid.
Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen können die Emitterei
genschaften eines rückwärtsleitenden GTO-Thyristors im Trenn
gebiet zwischen einer Diode und einem Thyristor positiv be
einflußt werden. Die Erfindung läßt sich grundsätzlich auf
alle üblichen rückwärtsleitenden GTO-Thyristoren anwenden, in
denen die Bereiche des Thyristors und der Diode auf jede an
sich bekannte Art und Weise hergestellt sein können. Durch
die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Trenngebiets zwischen
Thyristor und Diode wird erreicht, daß die Anzahl der La
dungsträger im Trenngebiet und an den Grenzflächen des Trenn
gebiets herabgesetzt wird, so daß Fehlzündungen des Thyri
stors drastisch reduziert sind.
Die Erfindung soll am Beispiel einiger spezieller Ausgestal
tungsformen rückwärtsleitender GTO-Thyristoren unter Bezug
nahme auf die nachfolgende Zeichnung näher erläutert werden.
Darin zeigen
Fig. 1 bis 3 schematisch Querschnitte durch erfindungsgemäße
rückwärtsleitende GTO-Thyristoren im Bereich
von Thyristor, Trenngebiet und Diode.
Im einzelnen ist in Fig. 1 ein rückwärtsleitender GTO-
Thyristor 1 abgebildet, welcher in einem Halbleiter-Substrat
2 ausgebildet einen Thyristor-Bereich 3 und einen Dioden-
Bereich 4 umfaßt. Beide Bereiche 3 und 4 sind durch ein
Trenngebiet 5 voneinander getrennt. Bei dem Halbleiter-
Substrat 2 handelt es sich um ein Material mit einer n--
Grunddotierung. Im Thyristor-Bereich 3 sind im Bereich der
Vorderseite des Halbleitersubstrats 2 die strukturierten Be
reiche n+-dotiert und liegen über einer p-dotierten Wanne.
Der rückseitige Bereich des Halbleiter-Substrats im Thyri
stor-Bereich 3 umfaßt schmale p+- und n+-dotierte Bereiche,
die sich in lateraler Richtung abwechseln. Im Dioden-Bereich
4 ist die Vorderseite des Halbleitersubstrats 2 p-dotiert,
die Kathode auf der Rückseite des Halbleitersubstrats n+-
dotiert. Das Trenngebiet 5 zwischen Thyristor-Bereich 3 und
Dioden-Bereich 4 besteht überwiegend aus dem Halbleiter-
Substrat 2 mit n--Grunddotierung. Der n--dotierte Bereich er
streckt sich bis auf die Rückseite des Halbleiter-Substrates.
Dort ist im Bereich des Trenngebietes 5 eine metallische
Schicht 6 auf das Halbleiter-Substrat 2 aufgebracht. Auf die
se Weise entsteht im rückseitigen Trenngebiet ein Schottky-
Kontakt 7 mit einer Halbleiter-Metall-Grenzfläche.
Der in Fig. 2 dargestellte, rückwärtsleitende GTO-Thyristor 1
entspricht im wesentlichen dem in Fig. 1 dargestellten, rück
wärtsleitenden GTO-Thyristor. Im Unterschied zu letzterem ist
jedoch im Bereich 10 oberhalb der Metallschicht 6 im Trennge
biet 5 eine Schicht vorgesehen, die nicht wie das Halbleiter-
Grundsubstrat 2 n--dotiert ist, sondern zusätzlich schwach n
dotiert. An der Vorderseite des Halbleiter-Substrates 2 ist
der gesamte Bereich von Thyristor über Trenngebiet und Diode
p-dotiert.
Fig. 3 zeigt eine weitere Variante eines erfindungsgemäßen
rückwärtsleitenden GTO-Thyristors, dessen Grundaufbau im we
sentlichen demjenigen der rückwärtsleitenden GTO-Thyristoren
in Fig. 1 und 2 entspricht. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen
gleiche Teile, wie in den vorangegangenen Figuren. Vorder- und
Rückseite des Halbleitersubstrates 2 sind mit metallischen
Schichten 6 und 6' versehen. Im rückseitigen Bereich des
Halbleiter-Substrates 2 erstreckt sich die Metallschicht 6
ohne Unterbrechung vom Thyristor-Bereich 3 über das Trennge
biet 5 zum Dioden-Bereich 4. Im Bereich des Trenngebietes 5
ist auf der Rückseite des Halbleiter-Substrats 2 zwischen
Halbleitersubstrat und Metallschicht 6 eine elektrisch iso
lierende Schicht 8 vorgesehen. Die elektrisch isolierende
Schicht 8 kann beispielsweise aus einem Oxid (z. B. Metal
loxid) oder Nitrid (z. B. Metallnitrid) bestehen, insbesonde
re aus Siliciumdioxid oder Siliciumnitrid.
Die unterschiedlichen Varianten des Trenngebiets 5 im Bereich
der Vorderseite (Kathodenseite) des Halbleitersubstrats 2
können mit den dargestellten Varianten der Ausgestaltung des
rückseitigen Trenngebiets beliebig kombiniert werden. Grund
sätzlich läßt sich das erfindungsgemäße Konzept der Ausbil
dung des rückseitigen Trenngebiets auf jede Art von rück
wärtsleitenden GTO-Thyristoren anwenden.
Claims (4)
1. Rückwärtsleitender GTO-Thyristor (1), welcher in einem
Halbleiter-Substrat (2) ausgebildet einen Thyristor-Bereich
(3) und einen Dioden-Bereich (4) umfaßt, die durch ein Trenn
gebiet (5) voneinander getrennt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich des Trenngebiets (5) auf der Anodenseite des
Thyristors auf der Oberfläche des Halbleiter-Substrates (2)
ein Schottky-Kontakt (7) ausgebildet ist.
2. Rückwärtsleitender GTO-Thyristor gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Halbleiter-Substrat (2) n--grunddotiert und der an
den Schottky-Kontakt (7) angrenzende Bereich (10) des Halb
leiter-Substrates (2) n-dotiert ist.
3. Rückwärtsleitender GTO-Thyristor (1), welcher in einem
Halbleiter-Substrat (2) ausgebildet einen Thyristor-Bereich
(3) und einen Dioden-Bereich (4) umfaßt, die durch ein
Trenngebiet (5) voneinander getrennt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich des Trenngebietes (5) zwischen dem Halbleiter-
Substrat (2) und einer rückseitigen Metallschicht (6) eine
elektrisch isolierende Schicht (8) angeordnet ist.
4. Rückwärtsleitender GTO-Thyristor gemäß Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die elektrisch isolierende Schicht (8) aus einem Oxid
oder Nitrid besteht.
Priority Applications (1)
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| DE19844698A DE19844698C1 (de) | 1998-09-29 | 1998-09-29 | Rückwärtsleitender Gate Turn Off-Thyristor |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19844698C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN112424943A (zh) * | 2019-06-03 | 2021-02-26 | 力特半导体(无锡)有限公司 | 集成多设备芯片和封装 |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US3978514A (en) * | 1969-07-18 | 1976-08-31 | Hitachi, Ltd. | Diode-integrated high speed thyristor |
| EP0032599A2 (de) * | 1980-01-16 | 1981-07-29 | BBC Brown Boveri AG | Thyristor zum verlustarmen Schalten kurzer Impulse |
| DE3542570A1 (de) * | 1985-12-02 | 1987-06-04 | Siemens Ag | Gate-turnoff-thyristor mit integrierter antiparalleler diode |
| DE3521079C2 (de) * | 1984-06-12 | 1993-04-01 | Kabushiki Kaisha Toshiba, Kawasaki, Kanagawa, Jp |
-
1998
- 1998-09-29 DE DE19844698A patent/DE19844698C1/de not_active Expired - Fee Related
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