DE19843575A1 - Mehrspindelige Werkzeugmaschine, insbesondere Mehrspindeldrehautomat - Google Patents
Mehrspindelige Werkzeugmaschine, insbesondere MehrspindeldrehautomatInfo
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Abstract
Die erfindungsgemäße, mehrspindelige Werkzeugmaschine (10) weist in an sich bekannter Weise eine an einem Maschinengestell (11) drehschaltbar angeordnete Spindeltrommel (12) und mehrere, darin drehbar gelagerte Arbeitsspindeln (13) auf, wovon jede mit einem eigenen Antriebsmotor (14) versehen ist. Die Regel- und Stromzufuhreinrichtungen (16 und 17) für die Antriebsmotoren sind erfindungsgemäß entweder unmittelbar an der Spindeltrommel oder an einem mit diesem drehschaltbaren Träger angeordnet, wodurch es möglich ist, die Anzahl der über Schleifringabnehmer o. dgl. zu verwirklichenden Kontakte zwischen dem feststehenden Maschinenteil bzw. einem externen Schaltschrank (18) und den beweglichen Maschinenteilen, d. h. der Spindeltrommel, auf ein Minimum zu beschränken und so einen besonders zuverlässigen und genauen Betrieb der Maschine zu ermöglichen.
Description
Die Erfindung betrifft eine mehrspindelige Werkzeugmaschine,
insbesondere einen Mehrspindeldrehautomat, mit einer an einem
Maschinengestell drehschaltbar gelagerten Spindeltrommel, die
mit mehreren drehbar gelagerten Arbeitsspindeln versehen ist,
denen an der Spindeltrommel angeordnete, regel- bzw. steuerbare
Antriebsmotoren zugeordnet sind, wobei für den Antriebsmotor
Steuer-, Regel- und/oder Stromzufuhreinrichtungen vorgesehen
sind.
Mehrspindelige Werkzeugmaschinen, insbesondere Drehautomaten
werden zunehmend häufig anstelle mit einem gemeinsamen Antrieb
für alle Arbeitsspindeln unter Zwischenschaltung von Getrieben
mit eigenen Antriebsmotoren für die einzelnen Arbeitsspindeln
versehen. Die separaten Antriebe für die Arbeitsspindeln haben
den Vorteil, daß sie eine individuelle Regelung der Drehge
schwindigkeit und -richtung der Spindeln in allen Arbeitsstel
lungen erlauben, was bei den rein mechanischen Antrieben über
eine gemeinsame Antriebswelle in der Spindelachse und daran an
geschlossenen Getrieben nicht oder nur in sehr eingeschränktem
Maße möglich ist.
Es sind bereits mehrspindelige Werkzeugmaschinen mit Einzelan
trieben für die einzelnen Arbeitsspindeln vorgeschlagen worden,
bei denen die Antriebsmotoren direkt an der Spindeltrommel ange
ordnet sind, wobei dann für jeden Antriebsmotor der zu seinem
Betrieb erforderliche Strom vom stationären Teil der Maschine,
also dem Maschinenrahmen, über Schleifringkupplungen an der
Spindeltrommelwelle übertragen werden muß. Auch die für die Re
gelung der einzelnen Motoren erforderlichen, an den Arbeitsspin
deln in den verschiedenen Trommelstellungen abgegriffenen Ist
wertsignale für die dem stationären Maschinenteil zugeordnete
Regeleinrichtung und die von dieser erzeugten Stellsignale wer
den über Schleifringkontakte übermittelt. Die für den Betrieb
einer solchen Maschine erforderliche Anzahl von Schleifringkon
takten ist sehr groß; entsprechend groß ist auch der Verschleiß
bei den Schleifringen und die Störanfälligkeit solcher Maschi
nen.
Um die hohe Anzahl von Schleifringkontakten bei Mehrspindelma
schinen zu reduzieren, wurde durch die DE 34 28 861 vorgeschla
gen, die Istwerte der Betriebszustände der einzelnen Arbeits
spindeln nicht an der schaltbaren Spindeltrommel selbst, sondern
durch am stationären Maschinenteil an den einzelnen Arbeitspo
sitionen der Spindeln angeordnete Sensoren zu erfassen. Zwar
kann dadurch die Anzahl der Schleifringkontakte zwischen Maschi
nenrahmen und Spindeltrommel verringert werden; diese Lösung hat
jedoch den Nachteil, daß während des Weiterschaltens der
Spindeltrommel die Antriebe nicht geregelt betrieben werden kön
nen, da die Istwerterfassungssensoren ortsfest am Maschinenrah
men sind und während des Schaltvorgangs die Betriebszustände
der Arbeitsspindeln nicht ermitteln können. Nach Weiterschalten
der Spindeltrommel kann die Weiterbearbeitung der Werkstücke da
her erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Arbeitsspin
deln in den Erfassungsbereich der Sensoren gelangt und die Ist
werte auf die jeweiligen Sollwerte eingeregelt sind. Durch diese
längeren Nebenzeiten der Maschine vergrößern sich die Herstel
lungskosten der Werkstücke.
Aus der DE 30 25 638 ist eine Werkzeugmaschine mit mehreren Ar
beitsspindeln bekannt, die zur Vermeidung von Schleifringkontak
ten flexible Kabelverbindungen zwischen feststehendem und ro
tierendem Maschinenteil einsetzt, um eine stetige Verbindung von
der Stromversorgung und Regeleinrichtung zu den Arbeitspindeln
zu ermöglichen. Diese Lösung hat jedoch den Nachteil, daß der
Drehwinkel der Spindeltrommel bzw. des dort dargestellten
Schalttisches beschränkt ist und die Trommel immer wieder zu
rückgeschaltet werden muß, um die Kabelverbindung wieder abzu
wickeln. Darüber hinaus wird die Kabelverbindung bei dieser Lö
sung mechanisch stark beansprucht und kann bereits nach ver
gleichsweise kurzer Einsatzdauer der Maschine brechen oder an
derweitig beschädigt sein.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine mehrspindelige Werkzeugma
schine der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß damit
die vorgenannten Nachteile vermieden werden und eine zuverläs
sige Regelung und Stromversorgung der Antriebsmotoren auch wäh
rend des Schaltvorgangs der Spindeltrommel gewährleistet ist.
Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, daß die
Steuer-, Regel und/oder Stromzufuhreinrichtungen an einem ge
meinsamen Träger angeordnet sind, der zusammen mit der Spindel
trommel in Positionen drehschaltbar ist, die den verschiedenen
Arbeitsstellungen der Arbeitsspindeln entsprechen. Besonders
vorteilhaft ist es dabei, wenn der Träger unmittelbar an der
Spindeltrommel angeordnet ist oder von dieser gebildet wird.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung kann darauf verzichtet
werden, für jede Arbeitsspindel bzw. deren Antriebsmotor die
bislang erforderlichen drei Schleifringkontakte für die Strom
versorgung und bis zu fünf Schleifringkontakte für die Über
mittlung der Istwerte und Stellsignale für die Motorenregelung
vorzusehen, da die Stromzufuhreinrichtungen und die Regelein
richtungen nicht länger am stationären Maschinenteil angeordnet
sind, sondern gemeinsam mit der Spindeltrommel bzw. den An
triebsspindeln weitergeschaltet werden und dadurch fest mit
diesen verbunden sein können. Zwar ist es nach wie vor erforder
lich, den Strom zum Betrieb der Antriebsmotoren sowie der zuge
hörigen Regel- und Stromzufuhreinrichtungen sowie ggf. die Soll
werte für die Motorenregelung vom feststehenden in den drehenden
Maschinenteil zu übertragen; die Anzahl der hierfür erforderli
chen Drehkupplungselemente wie beispielsweise Schleifringkon
takte ist aber sehr gering, da nur eine gemeinsame Zuführung für
Strom und ein Bus für die Sollwert-Datenübertragung für alle Ar
beitsspindeln vorgesehen werden muß.
Die Regeleinrichtungen bestehen zweckmäßig im wesentlichen aus
den einzelnen Arbeitsspindeln zugeordneten Istwerterfassungsein
richtungen und aus mit diesen verbundenen Regeleinheiten, wobei
die Regeleinheiten über eine Signalübertragungseinrichtung an
einem am feststehenden Maschinenteil angeordneten Sollwertgeber
anschließbar sein können. Die Signalübertragungseinrichtung
weist hierzu vorzugsweise eine mit den Regeleinheiten verbundene
Signalleiteranordnung auf, die über eine Kupplungseinrichtung
mit Signalleitern vom Sollwertgeber verbindbar ist.
Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Signalleiteranordnung in
der als Hohlwelle ausgeführten Spindeltrommelwelle angeordnet
ist. Die Kupplungseinrichtung kann dann eine Schleifringein
richtung sein, die an der Spindeltrommelwelle angeordnet ist.
Alternativ ist es ebenso möglich, daß die Kupplungseinrichtung
aus einer Funksignalstrecke besteht oder eine optische Daten
übertragungsstrecke ist. Bei Verwendung einer Funksignalstrecke
werden die zwischen feststehendem Maschinenteil und den mit der
Spindeltrommel umlaufenden Regeleinrichtungen auszutauschenden
Daten per Funk, als berührungslos übertragen, wodurch dieser
Teil der Maschine praktisch verschleißfrei arbeitet.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung kann die Kupplungs
einrichtung im wesentlichen auch aus Infrarotempfangs- und Sen
deteilen bestehen, die einerseits am feststehenden Maschinenteil
und andererseits an der drehschaltbaren Spindeltrommel bzw. de
ren Welle angeordnet sind. Bei Übertragung der Daten auf op
tischem Weg besteht die Signalleiteranordnung
vorzugsweise im wesentlichen aus mindestens einem Lichtwellen
leiter, wobei die Kupplungseinrichtung ein zentrisch bzw. kon
zentrisch zur Spindeltrommelachse angeordneter optischer Dreh
übertrager ist. Auch diese Anordnung für die Datenübertragung
zwischen dem feststehenden Maschinenteil und der schaltbaren
Trommel ist besonders einfach und zuverlässig.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist jedem Antriebs
motor eine Stromzufuhreinrichtung zugeordnet ist, die von einer
zugehörigen Stromregeleinrichtung regelbar ist. Die Stromzufuhr
einrichtungen können Einspeisegeräte zur Erzeugung von Gleich
strom für einen Gleichstromzwischenkreis aufweisen, die bevor
zugt ebenfalls an dem gemeinsamen Träger bzw. der Spindeltrommel
angebracht sind. Alternativ können die Einspeisegeräte für die
Erzeugung des erforderlichen Gleichstroms aber auch am Ma
schinengestell oder einem anderen stationären Maschinenteil an
geordnet sein.
Vorzugsweise weisen die Stromzufuhreinrichtungen auch Umrichter
geräte, bevorzugt mit Vektorregelung zur Erzeugung von Wechsel
strom auf, der für den Betrieb der Antriebsmotoren üblicherweise
benötigt wird. Die Stromzufuhreinrichtungen können über an der
Spindeltrommel einerseits und am feststehenden Maschinengestell
andererseits angeordnete Schleifringeinrichtungen an eine ex
terne Energieversorgung angeschlossen sein. Dabei ist es beson
ders zweckmäßig, wenn die Schleifringeinrichtungen an der Spin
deltrommelwelle angeordnet sind bzw. an dieser angreifen.
Alternativ zur Schleifringeinrichtung ist es auch denkbar, die
Stromzufuhreinrichtungen über Induktionskoppeleinrichtungen an
die externe Energieversorgung anzuschließen, also auch hier eine
berührungslose und somit verschleißfreie Verbindung zwischen
feststehendem und drehendem Maschinenteil zu schaffen.
Mit der Erfindung ist es in besonders einfacher Weise möglich,
auch inkrementelle Lagemeßsysteme bei den Istwerterfassungsein
richtungen zum Einsatz zu bringen, wobei nicht nur die Regelein
richtungen, sondern auch die Lagemeßsysteme gemeinsam am drehen
den Maschinenteil angeordnet und auf kürzestem Weg miteinander
verbunden sein können.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung, anhand derer eine
bevorzugte Ausführungsform der Erfindung an einem Beispiel näher
erläutert wird. Es zeigt:
Fig. 1 einen Mehrspindeldrehautomat nach der Erfindung in
einer stark vereinfachten Seitenansicht, teilweise
im Schnitt; und
Fig. 2 einen detaillierten Längsschnitt der Spindeltrommel
eines erfindungsgemäßen Mehrspindeldrehautomaten
nach Fig. 1.
Der in Fig. 1 stark vereinfacht dargestellte Mehrspindeldrehau
tomat 10 weist in bekannter Weise ein Maschinengestell 11 auf,
in dem eine Spindeltrommel 12 drehschaltbar gelagert ist. Die
Spindeltrommel 12 ist mit mehreren, beispielsweise sechs Ar
beitsspindeln 13 versehen, die gleichmäßig über den Umfang der
Spindeltrommel 12 verteilt angeordnet sind. Jeder Arbeitsspindel
13 ist ein eigener Antriebsmotor 14 zugeordnet, bei denen es
sich bevorzugt um vektorgesteuerte Wechselstrommotoren handelt.
Dabei ist die Anordnung so getroffen, daß die einzelnen Arbeits
spindeln selbst unmittelbar die Welle 15 des zugehörigen An
triebsmotors bilden, wodurch eine besonders platzsparende Anord
nung an der Trommel erreicht wird.
Um den Betrieb und die Regelung der Antriebsmotoren zu ermögli
chen, sind für jeden Motor Regeleinrichtungen 16 und Stromzu
fuhreinrichtungen 17 vorgesehen, die nur in Fig. 2 schematisch
dargestellt sind und die mit einem dem feststehenden Maschinen
gestell 11 zugeordneten Schaltschrank 18 verbunden sind.
Wie sich aus Fig. 2 ergibt, sind die Regeleinrichtungen 16 und
die Stromzufuhreinrichtungen 17 unmittelbar an der Spindeltrom
mel 12 angeordnet, so daß sie beim Weiterschalten der Spindel
trommel gemeinsam mit dieser weiterbewegt werden und ihre rela
tive Lage zu den zugehörigen Arbeitsspindeln bzw. Antriebsmoto
ren immer beibehalten. Zu den Regeleinrichtungen gehören hierbei
den einzelnen Arbeitsspindeln 13 zugeordnete Istwerterfassungs
einrichtungen 19, die als Inkremental-Drehgeber ausgestaltet
sein können, sowie mit den Istwerterfassungseinrichtungen ver
bundene Regeleinheiten 20. Die Regeleinheiten 20 sind über eine
Signalübertragungseinrichtung, nämlich einen Datenbus 21 an
einen am Schaltschrank 18 angeordneten Sollwertgeber 22 ange
schlossen. Hierzu ist die den Datenbus 21 bildende Signalleiter
anordnung 23 durch die als Hohlwelle ausgebildete Spindeltrom
melwelle 24 geführt, die an ihrem hinteren Ende 25 mit einer
Kupplungseinrichtung 26 versehen ist, an die die Signalleiter 27
vom Sollwertgeber 22 angeschlossen sind.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel ist
die Kupplungseinrichtung eine Schleifringeinrichtung, wobei für
die Übertragung der Sollwerte vom Sollwertgeber zu den verschie
denen Regeleinheiten für die verschiedenen Arbeitspindeln be
reits zwei Schleifringabnehmer ausreichend sind. Bei alternati
ven Ausführungsformen kann die Kupplungseinrichtung auch aus ei
ner Funksignalstrecke bestehen, über die die Sollwerte vom Soll
wertgeber zu den Regeleinheiten gefunkt werden. Als sehr zuver
lässig hat sich auch eine optische Datenübertragungsstrecke als
Kupplungseinrichtung erwiesen, die aus Infrarotempfangsteil an
der Spindeltrommelwelle und einem passenden Sendeteil am Ma
schinenrahmen bestehen kann. Bei Einsatz einer solchen optischen
Datenübertragungsstrecke besteht die Signalleiteranordnung zwi
schen Kupplungseinrichtung und Regeleinheiten vorzugsweise aus
einem Lichtwellenleiter, mit dem bekanntlich auch große Daten
mengen praktisch verlustfrei übertragen werden können.
Die neben den Regeleinrichtungen ebenfalls an der Spindeltrommel
12 für jede Arbeitsspindel 13 angeordnete Stromzufuhreinrichtun
gen 17 versorgen die Antriebsmotoren mit der erforderlichen
Energie. Jede Stromzufuhreinrichtung 17 wird dabei von der ihr
zugeordneten Regeleinrichtung geregelt, so daß der von der
Stromzufuhreinrichtung beaufschlagte Antriebsmotor entsprechend
den ihm vorgegebenen Sollwerten betrieben wird.
Da für den Betrieb der Regelkreise zur Regelung der Antriebsmo
toren für die Arbeitsspindeln üblicherweise ein Gleichstromzwi
schenkreis erforderlich ist, sind den Stromzufuhreinrichtungen
17 Einspeisegeräten zur Erzeugung von Gleichstrom zugeordnet.
Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel befindet sich ein gemein
sames Einspeisegerät in dem Schaltschrank 18, d. h. am festste
henden Maschinenteil. Der von den nicht dargestellten Einspei
segerät zur Verfügung gestellte Gleichstrom wird über von dem
Schaltschrank zur Spindeltrommelwelle 24 laufende Kabel 29 und
über an der Welle 24 angeordnete gemeinsame Schleifringabnehmer
30 für alle Stromzufuhreinrichtungen 17 zu diesen geleitet.
Diese versorgen einerseits die Regelkreise mit der erforderli
chen Energie und sind andererseits mit Umrichtergeräten mit Vek
torregelung ausgestattet, die aus dem Gleichstrom wiederum den
für den Betrieb der Antriebsmotoren 14 erforderlichen Wechsel
strom erzeugen.
Alternativ zur Anordnung der Einspeisegeräte am feststehenden
Maschinenteil kann diese selbstverständlich auch selbst an der
Spindeltrommel bzw. einem mit dieser weiterschaltenden Träger
angeordnet sein.
Der Strom für das oder die Einspeisegeräte kann bei dieser An
ordnung alternativ zu der Schleifringübertragung auch über eine
Induktionskoppeleinrichtung berührungslos in die Spindeltrommel
12 gebracht werden. In jeden Fall ist es möglich, den Strom für
alle Antriebsmotoren wie auch die erforderliche Energie für die
Regelkreise über lediglich zwei oder drei Schleifringabnehmer
oder Induktionskoppler vom feststehenden in den beweglichen Teil
der Maschine zu leiten, was den baulichen Aufwand gegenüber den
bekannten Maschinen entscheidend verringert und eine
entsprechend größere Zuverlässigkeit ermöglicht. Durch die An
ordnung der Regeleinheiten und Stromzufuhreinrichtungen in un
mittelbarer Nähe zu den zugehörigen, zu regelnden Arbeitsspin
deln ist es möglich, als Istwerterfassungseinrichtungen inkre
mentelle Lagemeßsysteme einzusetzen, die eine besonders hohe Be
arbeitungsgenauigkeit der Maschine erlauben.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt, sondern es ergeben sich verschiedene Änderungen und
Ergänzungen, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. So ist
es beispielsweise möglich, die Regeleinrichtung 16 und Stromzu
fuhreinrichtung 17 nicht - wie dargestellt - in baulichen Ein
heiten zusammenzufassen und in der dargestellten, die Arbeits
spindeln übergreifenden Anordnung vorzusehen, sondern es wäre
ebensogut denkbar, Regel- und Stromzufuhreinrichtungen im räum
lichen Abstand von den Arbeitsspindeln am äußeren Rand der Spin
deltrommel oder aber an einem separaten Träger anzuordnen, der
mit der Spindeltrommel gekoppelt ist und gemeinsam mit dieser in
die verschiedenen Arbeitspositionen geschaltet wird.
Die Erfindung kann auch bei anders als in der Zeichnung darge
stellt aufgebauten Mehrspindelmaschinen zum Einsatz kommen, bei
spielsweise bei Maschinen deren Spindeltrommel nach Art eines
Tellers um eine vertikale Achse weitergeschaltet wird. Natürlich
sind mit der Erfindung auch Maschinen realisierbar, bei denen
die Spindeltrommelwelle den gesamten Arbeitsraum der Maschine
durchsetzt und zusätzlich im gegenüberliegenden Teil des Maschi
nengestells gelagert ist. Auch kann die Spindeltrommel in diesem
Fall sich ebenfalls im gegenüberliegenden Maschinenteil befin
den, in einer Fig. 1 entsprechenden Darstellung also im linken,
aufragenden Bereich des Maschinengestells.
Claims (20)
1. Mehrspindelige Werkzeugmaschine, insbesondere Mehrspindel
drehautomat, mit einer an einem Maschinengestell drehschaltbar
gelagerten Spindeltrommel, die mit mehreren drehbar gelagerten
Arbeitsspindeln versehen ist, denen an der Spindeltrommel ange
ordnete, regel- bzw. steuerbare Antriebsmotoren zugeordnet sind,
wobei für den Antriebsmotor Steuer-, Regel- und/oder Stromzu
fuhreinrichtungen vorgesehen sind, dadurch gekennzeich
net, daß die Steuer-, Regel und/oder Stromzufuhreinrichtungen
(16, 17) an einem gemeinsamen Träger angeordnet sind, der zusam
men mit der Spindeltrommel (12) in Positionen drehschaltbar ist,
die den verschiedenen Arbeitsstellungen der Arbeitsspindeln (13)
entsprechen.
2. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Träger unmittelbar an der Spindeltrommel
(12) angeordnet ist oder von dieser gebildet wird.
3. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Regeleinrichtungen (16) im wesent
lichen aus den einzelnen Arbeitsspindeln (13) zugeordneten Ist
werterfassungseinrichtungen (19) und aus mit diesen verbundenen
Regeleinheiten (20) bestehen.
4. Werkzeugmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Regeleinheiten (20) über eine Signalüber
tragungseinrichtung (21) an einem am feststehenden Maschinenteil
(11 bzw. 18) angeordneten Sollwertgeber (22) anschließbar sind.
5. Werkzeugmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Signalübertragungseinrichtung (21) eine
mit den Regeleinheiten (20) verbundene Signalleiteranordnung
(23) aufweist, die über eine Kupplungseinrichtung (26) mit Si
gnalleitern (27) vom Sollwertgeber (22) verbindbar ist.
6. Werkzeugmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Signalleiteranordnung (23) in der als
Hohlwelle ausgeführten Spindeltrommelwelle (24) angeordnet ist.
7. Werkzeugmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Kupplungseinrichtung (26) eine
Schleifringeinrichtung ist.
8. Werkzeugmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Kupplungseinrichtung (26) aus einer
Funksignalstrecke besteht.
9. Werkzeugmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Kupplungseinrichtung (26) eine op
tische Datenübertragungsstrecke ist.
10. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß die Kupplungseinrichtung
(26) im wesentlichen aus Infrarotempfangs- und Sendeteilen be
steht, die einerseits am feststehenden Maschinenteil (11) und
andererseits an der drehschaltbaren Spindeltrommel bzw. deren
Welle (24) angeordnet sind.
11. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 10, da
durch gekennzeichnet, daß die Signalleiteranordnung
(23) im wesentlichen aus mindestens einem Lichtwellenleiter be
steht und daß die Kupplungseinrichtung (26) ein zentrisch bzw.
konzentrisch zur Spindeltrommelachse angeordneter optischer
Drehübertrager ist.
12. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß jedem Antriebsmotor (14)
eine Stromzufuhreinrichtung (17) zugeordnet ist, die von einer
zugehörigen Stromregeleinrichtung (16) regelbar ist.
13. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 12, da
durch gekennzeichnet, daß den Stromzufuhreinrichtungen
(17) ein oder mehrere Einspeisegeräte zur Erzeugung von Gleich
strom für einen Gleichstromzwischenkreis zugeordnet sind.
14. Werkzeugmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekenn
zeichnet, daß das oder die Einspeisegeräte an dem gemein
samen Träger bzw. der Spindeltrommel (12) angeordnet sind.
15. Werkzeugmaschine nach Anspruch 13, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein gemeinsames Einspeisegerät am Maschinen
gestell (11) bzw. an einem feststehenden Maschinenteil (18) an
geordnet sind.
16. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, da
durch gekennzeichnet, daß die Stromzufuhreinrichtun
gen (17) Umrichtergeräte (31) mit Vektorregelung zur Erzeugung
von Wechselstrom für die Antriebsmotoren (14) aufweisen.
17. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 16, da
durch gekennzeichnet, daß das oder die Einspeisegeräte
(17) über an der Spindeltrommel (12) einerseits und am festste
henden Maschinengestell (11) andererseits angeordnete Schleif
ringeinrichtungen (30) an eine externe Energieversorgung ange
schlossen sind.
18. Werkzeugmaschine nach Anspruch 17, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schleifringeinrichtungen (30) an der
Spindeltrommelwelle (24) angeordnet sind bzw. angreifen.
19. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 18, da
durch gekennzeichnet, daß das oder die Einspeisegeräte
(17) über Induktionskoppeleinrichtungen von einer externen Ener
gieversorgung beaufschlagt sind.
20. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 19, da
durch gekennzeichnet, daß die Istwerterfassungsein
richtungen (19) zumindest teilweise aus inkrementellen Lagemeß
systemen bestehen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1998143575 DE19843575B4 (de) | 1998-09-23 | 1998-09-23 | Mehrspindelige Werkzeugmaschine, insbesondere Mehrspindeldrehautomat |
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| DE1998143575 DE19843575B4 (de) | 1998-09-23 | 1998-09-23 | Mehrspindelige Werkzeugmaschine, insbesondere Mehrspindeldrehautomat |
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| DE19843575A1 true DE19843575A1 (de) | 2000-04-06 |
| DE19843575B4 DE19843575B4 (de) | 2005-05-12 |
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|---|---|
| DE (1) | DE19843575B4 (de) |
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| DE19843575B4 (de) | 2005-05-12 |
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