Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Transport von
Bogen in einer Bogenbearbeitungsmaschine, insbesondere
einer Druckmaschine, in der die Bogen durch mindestens
einen in Transportrichtung verlaufenden Schnitt in eine
Mehrzahl von nebeneinander liegenden Teilbogen geteilt wer
den, wobei die Teilbogen quer zur Transportrichtung ausein
ander bewegt werden, so daß zwischen ihnen ein Abstand
gebildet wird, und die Teilbogen in einem Ausleger fre
fallend auf nebeneinander liegende Stapel abgelegt werden.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine zur Durchführung die
ses Verfahrens geeignete Bogenbearbeitungsmaschine.
Aus der DE 196 53 403 A1 ist eine Bogenbearbeitungsmaschine
mit einem Bearbeitungszylinder und einer mit diesem zusam
menwirkend angeordneten Längsschneideeinrichtung bekannt,
durch die die Bogen in eine Mehrzahl von nebeneinander lie
genden Teilbogen geteilt werden. Zum Transport der Bogen
weist der Bearbeitungszylinder zwei in axialer Richtung
nebeneinander liegende Greifersysteme auf. Das eine Grei
fersystem ist in axialer Richtung relativ zum anderen
bewegbar und führt, sobald die beiden Teilbogen durch einen
Längs schnitt vollständig getrennt sind, mittels einer mit
einer Kurvenscheibe zusammenwirkenden Kurvenrolle in axi
aler Richtung einen Hub aus, durch den die beiden Teilbogen
auseinander bewegt werden. Die auseinander bewegten Teilbo
gen werden dann an ein Kettengreifersystem eines Kettenför
derers übergeben und in einem Ausleger auf nebeneinander
liegende Stapel abgelegt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, das einfach und mit
geringem maschinellen Aufwand durchführbar ist und das die
Nutzungsbreite der Bogenbearbeitungsmaschine nicht ein
schränkt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren
gelöst, demzufolge die Teilbogen im Ausleger während des
Niederfallens beim Ablegen auseinander bewegt werden. Das
Auseinanderbewegen der Teilbogen kann durch Entlanggleiten
an einer Trenneinrichtung und/oder durch einen Luftstrom
bewirkt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß der
Bogentransport der auseinander geschnittenen Teilbogen in
der Bogenbearbeitungsmaschine sich nicht vom Bogentransport
eines einzigen Bogens doppelter Breite unterscheidet. Erst
innerhalb des Auslegers und nachdem die Bogenfördereinrich
tung, beispielsweise ein Kettengreifersystem, die Teilbogen
freigegeben hat, werden diese auseinander bewegt und auf
zwei getrennten, nebeneinander liegenden Stapeln abgelegt.
Der für den Zwischenraum zwischen den Stapeln erforderliche
Platzbedarfist in Bogenauslegern in aller Regel vorhanden,
so daß zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
abgesehen von dem Einbau einer Trenneinrichtung zum Ausein
anderbewegen der Bogen keine baulichen Veränderungen an dem
Ausleger erforderlich sind. Das erfindungsgemäße Verfahren
eignet sich daher besonders zur Anwendung bei Druckmaschi
nen, um beispielsweise Bogen im Großformat zu drucken und
hierbei mit Hilfe einer Schneideinrichtung in zwei Mittel
formatbogen zu trennen, wobei die Mittelformatbogen
getrennt gestapelt und weiterverarbeitet werden können.
Eine Bogenbearbeitungsmaschine, insbesondere eine Druckma
schine, zur Durchführung des Verfahrens weist erfindungsge
mäß eine Schneideinrichtung, in der die Bogen durch minde
stens einen in Transportrichtung verlaufenden Schnitt in
eine Mehrzahl von nebeneinander liegenden Teilbogen geteilt
werden, einen Ausleger, in dem die Teilbogen in freien Fall
auf nebeneinander liegende Stapel abgelegt werden und eine
Trenneinrichtung auf, die zwischen den Stapeln angeordnet
ist und durch die die fallenden Bogen auseinander bewegt
werden. Die Trenneinrichtung kann leicht demontierbar mit
dem Ausleger verbunden sein, damit eine Umrüstung auf Voll
bogen- oder Teilbogenablage in kurzer Zeit möglich ist.
Weiter kann am Ausleger ein elektrischer Fühler vorgesehen
sein, der erfaßt, ob die Trenneinrichtung eingebaut ist
oder nicht, und der ein den jeweiligen Einbauzustand kenn
zeichnendes elektrisches Signal erzeugt. Das elektrische
Signal kann der Maschinensteuerung übermittelt werden, um
diese zu veranlassen, für die Bearbeitung von Teilbogen
erforderliche Steuervorgänge auszuführen. Weist der Ausle
ger in ihrem Abstand automatisch verstellbare Bogengerad
stoßer auf, so kann mit Hilfe des elektrischen Signals ein
Auseinanderfahren der Bogengeradstoßer um ein der Breite
der Trenneinrichtung entsprechendes Maß bewirkt werden.
Für die Weiterverarbeitung der Teilbogen kann es wünschens
wert sein, daß die Faserrichtung des Bedruckstoffs parallel
zur Zylinderachse verläuft. Um dies zu erhalten müssen die
Vollbogen im doppelten Format Breitbahn gedruckt werden, d. h.
die Faserrichtung des Bedruckstoffs verläuft in Umfangs
richtung des Zylinders. Dies stellt jedoch höhere Anforde
rungen an die Bogenführung. Erfindungsgemäß kann für diesen
Fall die Bogenbearbeitungsmaschine an den Zylindern zusätz
liche, abschwenkbare Bogenführungsrollen haben, die auf der
Schneidelinie angeordnet sind, da dort im Regelfall die
Bogen kein Sujet enthalten.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbei
spielen näher erläutert, die in der Zeichnung dargestellt
sind. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines mit einer
Trenneinrichtung ausgerüsteten Auslegers einer
Bogenbearbeitungsmaschine,
Fig. 2 eine Trenneinrichtung mit schwenkbaren Platten,
Fig. 3 eine Trenneinrichtung mit horizontal bewegbaren
Platten,
Fig. 4 eine Trenneinrichtung mit Rollkörpern,
Fig. 5 eine Trenneinrichtung mit aufwärts gerichteten
Luftstrahlen,
Fig. 6 eine Trenneinrichtung mit abwärts gerichteten
Luftstrahlen,
Fig. 7 eine Trenneinrichtung mit Luftpolstern.
Fig. 1 zeigt die Rückseite eines Auslegers 1 einer Bogen
druckmaschine, in der großformatige Bogen nach dem Drucken
mittels einer Schneideinrichtung durch einen in Transport
richtung in der Bogenmitte verlaufenden Schnitt jeweils in
nebeneinander liegende Teilbogen 2a, 2b geteilt werden. Die
nebeneinander liegenden Teilbogen 2a, 2b werden in der
gleichen Weise wie ungeteilte Bogen mittels einer Förder
einrichtung in den Ausleger 1 gefördert und dort getrennt
auf zwei nebeneinander liegende Stapel 3a, 3b abgelegt. Die
beiden Stapel befinden sich auf getrennten Paletten 4, die
auf einer Hubbühne 5 des Auslegers 1 abgestellt sind. Durch
die Verwendung getrennter Paletten besteht die Möglichkeit,
die Stapel 3a, 3b einzeln der Weiterverarbeitung zuzufüh
ren. Die getrennte Ablage der Teilbogen 2a, 2b auf den Sta
peln 3a, 3b wird durch eine Trenneinrichtung 6 ermöglicht,
die in der Mitte zwischen den Stapeln 3a, 3b angeordnet ist
und die jeweils ankommenden Teilbogen 2a, 2b auseinander
bewegt und auf die beiden Stapel 3a, 3b lenkt. Die Trenn
einrichtung 6 besteht aus einer sich in Richtung der Trenn
linie der ankommenden Teilbogen 2a, 2b erstreckenden, hoch
kant angeordneten Schiene, die in dem Ausleger 1 befestigt
ist. Der obere Rand der Schiene befindet sich über der
Ablageebene der Stapel 3a, 3b. Er weist nach Art eines Sat
teldaches zwei symmetrisch zur vertikalen Mittelebene der
Schiene geneigte Flächen 7 auf, die mit ihren oberen Längs
seiten aneinanderstoßen und dadurch eine scharfe Kante (8)
bilden. Nach unten schließen sich an die geneigten Flächen
7 zur vertikalen Mittelebene parallele Seitenflächen 9 an.
Beiderseits der Trenneinrichtung 6 sind in einem der Breite
der Teilbogen 2a, 2b entsprechenden Abstand in üblicher
weise ausgestaltete Bogengeradstoßer 10 vorgesehen.
Im Betrieb werden die nebeneinander liegenden Teilbogen 2a,
2b von der nicht dargestellten Transporteinrichtung über
die Trenneinrichtung 6 gefördert und dann losgelassen.
Durch ihr Gewicht und durch von oben auf die Teilbogen 2a,
2b einwirkende Blasluft fallen die Bogen nach unten, wobei
sie mit ihren einander zugekehrten Schnittkanten auf die
geneigten Flächen 7 der Trenneinrichtung 6 treffen. Hier
durch werden die Teilbogen 2a, 2b auseinander bewegt und
auf den jeweiligen Stapel 3a, 3b gelenkt. Die Geradstoßer
10 verhindern hierbei, daß die Teilbogen 2a, 2b zu weit
nach außen abgelenkt werden und sorgen in Verbindung mit
den Seitenflächen 9 der Trenneinrichtung 6 für eine genaue
Seitenausrichtung, indem sie in bekannter Weise eine
schwingende Bewegung quer zu den Stapeln 3a, 3b ausführen.
Die Schiene der Trenneinrichtung 6 kann feststehen, sie
kann aber auch quer zu ihrer Längsrichtung horizontale
Schwingungsbewegungen ausführen, um das Entlanggleiten der
Bogen an den geneigten Flächen zu erleichtern. Die Schwin
gungen können an den axialen Enden auf die Schiene übertra
gen werden, z. B. durch einen mit einer Unwucht versehenen
Elektromotor, der mit der Schiene verbunden ist.
Zum Auseinanderbewegen der Teilbogen 2a, 2b und zur Bildung
gerader Stapel 3a, 3b genügt es, wenn sich die Trennein
richtung 6 wie in Fig. 1 dargestellt, zwischen dem oberen
Teil der Stapel 3a, 3b befindet. Unterhalb der Trennein
richtung 6 ist zur Sicherung der Stapel 3a, 3b gegen Ver
rutschen ein in seiner Länge veränderbares Trennelement 11,
z. B. ein aufrollbares Seil, eine Teleskopstange oder eine
Teleskopwand vorgesehen. Das Trennelement 11 ist an der
Trenneinrichtung 6 und an der Hubbühne 5 befestigt und kann
zusammen mit der Trenneinrichtung 6 ausgebaut werden. Das
Abbremsen, Fangen und Ausrichten der Teilbogen 2a, 2b in
Transportrichtung erfolgt durch üblicherweise hierfür vor
gesehene Mittel, die aus Vereinfachungsgründen in der
Zeichnung nicht dargestellt sind. Bei der Gestaltung der
Trenneinrichtung 6 kann der erforderliche Platzbedarf für
diese Mittel berücksichtigt werden.
Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele zeigen
Abwandlungen der Trenneinrichtung 6, die das Auseinanderbe
wegen und Ablegen der Teilbogen noch verbessern und die
einzeln oder teilweise auch in Kombination miteinander ver
wendet werden können.
Bei der in Fig. 2 gezeigten Trenneinrichtung 6 werden die
geneigten Flächen 7 von separaten Platten 12 gebildet, die
jeweils mit ihrer unteren Längsseite an einem zwischen den
Platten 12 angeordneten Träger 13 schwenkbar gelagert sind.
Durch einen in dem Träger 13 angeordneten Antrieb können
die Platten 12 nach Art eines Bogengeradstoßers im Takt der
ankommenden Teilbogen hin und her geschwenkt werden, um so
die Querbewegung der Teilbogen und damit das Erreichen der
Endlage zu beschleunigen.
Fig. 3 zeigt eine Abwandlung der Trenneinrichtung 6, bei
der die geneigten Flächen 7 und der obere Teil der Seiten
flächen 9 von horizontal beweglichen Platten 14 gebildet
werden, die in Führungen an dem Träger 13 gelagert sind.
Durch einen Antrieb können die Platten 14 in eine schwin
gende Horizontalbewegung versetzt werden. Auch hierdurch
wird das Auseinanderbewegen der Teilbogen und die Stapel
bildung verbessert.
Die Trenneinrichtung 6 gemäß Fig. 4 weist im Bereich der
Flächen 7 eine Mehrzahl um eine Längsachse drehbare Roll
körper 15 auf, die derart antreibbar sind, daß sich ihre
außenliegenden Mantelflächen jeweils nach unten bewegen.
Die mit den Rollkörpern 15 in Kontakt kommenden Kanten der
Teilbogen erhalten hierdurch einen nach unten und nach
außen gerichteten Bewegungsimpuls.
Fig. 5 zeigt eine Trenneinrichtung 6 in Form einer langge
streckten Schiene, die entlang der oberen Kante 8 eine
Anzahl an eine Blasluftquelle angeschlossener Luftaus
trittsöffnungen hat. Durch die Luftaustrittsöffnungen wer
den nach oben gerichtete Luftstrahlen 16 erzeugt, die die
ankommenden Teilbogen auseinander treiben. Die Luftstrahlen
16 können stoßartig im Takt der ankommenden Bogen erzeugt
werden, um Luftverwirbelungen zu vermeiden. Diese pneumati
sche Einrichtung zur Trennung der Teilbogen kann mit den
zuvor beschriebenen mechanischen Einrichtungen kombiniert
werden.
Bei der in Fig. 6 gezeigten Trenneinrichtung 6 sind in den
Flächen 7 Luftaustrittsöffnungen 17 vorgesehen, aus denen
bei Zuführung von Blasluft nach unten entlang der Flächen 7
strömende Luftstrahlen 18 austreten. Durch die Luftstrahlen
18 werden die Ränder der ankommenden Teilbogen erfaßt und
nach unten gefördert, wodurch das Ablegen beschleunigt
wird. Diese Ausgestaltung kann auch mit der in Fig. 5
gezeigten kombiniert werden.
Fig. 7 zeigt eine Ausgestaltung der Trenneinrichtung 6 bei
der die geneigten Flächen 7 eine Vielzahl kleiner Luftaus
trittsöffnungen haben, aus denen Blasluft mit geringer
Geschwindigkeit diffus austritt. Hierdurch werden über den
Flächen 7 Luftpolster 19 gebildet, die für ein nahezu
berührungsloses Entlanggleiten der Teilbogen an den Flächen
7 sorgen.