DE19841237A1 - Antiblockier-Bremssystem - Google Patents
Antiblockier-BremssystemInfo
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Classifications
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- B60T8/17—Using electrical or electronic regulation means to control braking
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-
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- B60T—VEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
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- B60T8/176—Brake regulation specially adapted to prevent excessive wheel slip during vehicle deceleration, e.g. ABS
- B60T8/1764—Regulation during travel on surface with different coefficients of friction, e.g. between left and right sides, mu-split or between front and rear
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Regulating Braking Force (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft das Gebiet der Antiblockier-Brems-
Systeme für Kraftfahrzeuge.
Aus dem Patent US 5.480.217, erteilt an Ohtsu am 2.
Januar 1996, ist ein Antiblockier-Bremssystem (ABS) für
Kraftfahrzeuge bekannt. In diesem Antiblockier-Bremssy
stem wird eine Radgeschwindigkeit, die einem zu regelnden
Fahrbahnrad zugeordnet ist, mit einem Referenzwert ver
glichen, wobei der Bremsdruck als Antwort auf das Ergeb
nis dieses Vergleichs geregelt wird. Diese Radgeschwin
digkeit muß nicht notwendigerweise gleich der Ist-Radge
schwindigkeit des zu regelnden Fahrbahnrades sein. Um
diese Radgeschwindigkeit, die mit dem Referenzwert ver
glichen wird, von der Ist-Radgeschwindigkeit zu unter
scheiden, wird sie im folgenden als "kontrollierte Radge
schwindigkeit" bezeichnet. Die kontrollierten Radge
schwindigkeiten werden für sämtliche Fahrbahnräder be
stimmt und dazu verwendet, eine Pseudo-Fahrgeschwindig
keit zu erhalten, die angenähert gleich der Ist-Fahrge
schwindigkeit ist. Anhand dieser Pseudo-Fahrgeschwindig
keit wird der obengenannte Referenzwert bestimmt. Dieser
Referenzwert gibt eine Radgeschwindigkeit an, die etwas
niedriger als eine der Pseudo-Radgeschwindigkeit entspre
chende Radgeschwindigkeit ist, und soll für die Erzeugung
des optimalen Bremszustandes bei dieser Fahrgeschwindig
keit erzielt werden. Die kontrollierte Radgeschwindigkeit
für das zu regelnde Fahrbahnrad wird mit dem Referenzwert
verglichen. Sofort nachdem die kontrollierte Radgeschwin
digkeit den Referenzwert unterschritten hat, wird der
Bremsdruck im Radzylinder reduziert, wodurch die Neigung
des Fahrbahnrades zum Blockieren unterdrückt wird.
Es gibt drei Möglichkeiten zur Bestimmung der kontrol
lierten Radgeschwindigkeiten für die hinteren Fahrbahnrä
der des Fahrzeugs. Sie umfassen eine Hinterrad-Niedrig
wahlregelung, eine unabhängige Hinterrad-Regelung und
eine diagonale Niedrigwahlregelung.
Bei der Hinterrad-Niedrigwahlregelung wird die niedrigere
der Ist-Radgeschwindigkeiten VRR und VRL des rechten
Hinterrades bzw. des linken Hinterrades gewählt und als
kontrollierte Radgeschwindigkeit VwR für die hinteren
Fahrbahnräder verwendet.
Bei der unabhängigen Hinterrad-Regelung wird die Ist-
Radgeschwindigkeit VRR als kontrollierte Radgeschwindig
keit VwRR des hinteren rechten Fahrbahnrades verwendet,
während die Ist-Radgeschwindigkeit VRL als kontrollierte
Radgeschwindigkeit VwRL des hinteres linken Fahrbahnrades
verwendet wird.
Bei der diagonalen Niedrigwahl-Regelung wird die niedri
gere der Ist-Radgeschwindigkeiten eines zu regelnden
hinteren Fahrbahnrades und eines nicht benachbarten,
diagonal angeordneten vorderen Fahrbahnrades gewählt und
als kontrollierte Radgeschwindigkeit für das hintere
Fahrbahnrad verwendet.
Die Hinterrad-Niedrigwahlregelung besitzt einen Nachteil,
der während des Bremsens in einer Kurvenfahrt auftritt.
Fig. 7(a) zeigt anhand von Vektoren die Bremskräfte, die
während eines Bremsvorgangs bei einer Kurvenfahrt nach
links auf jedes der Fahrbahnräder eines Kraftfahrzeugs,
in dem ein Antiblockier-Bremssystem mit Hinterrad-Nied
rigwahlregelung verwendet wird, ausgeübt werden. In
diesem Kurvenfahrtzustand, der in Fig. 7(a) gezeigt ist,
unterliegt das hintere linke Rad einer geringeren Last
als das hintere rechte Rad, so daß sich das hintere linke
Rad mit einer Radgeschwindigkeit VRL dreht, die niedriger
als die Radgeschwindigkeit VRR des rechten Hinterrades
ist. In diesem Fall wird gemäß der Niedrigwahl-Logik die
hintere linke Radgeschwindigkeit VRL als kontrollierte
Radgeschwindigkeit VwR für die Hinterräder verwendet. Die
kontrollierte Radgeschwindigkeit VwR, die gleich der
Geschwindigkeit des hinteren linken Rades ist, wird zur
Regelung des Bremsdrucks in den Radzylindern beider
Hinterräder verwendet. Daher ist die auf das hintere
rechte Rad ausgeübte Bremskraft gleich der auf das hin
tere linke Rad ausgeübten Bremskraft, wie durch die
Vektoren in Fig. 7(a) gezeigt ist. Diese Bremskraft ist
hoch genug, damit sich das hintere linke Rad mit dem
Referenzwert drehen kann, der einer Radgeschwindigkeit
entspricht, der etwas niedriger als die Pseudo-Fahrge
schwindigkeit ist. Sie ist jedoch nicht hoch genug, damit
sich das hintere rechte Rad mit dem Referenzwert dreht,
so daß sich das hintere rechte Rad mit einer Radgeschwin
digkeit drehen kann, die höher als der Referenzwert ist.
Somit verhindert die Hinterrad-Niedrigwahlregelung die
Erzielung einer Reduzierung des Bremswegs bei einem
Bremsvorgang während einer Kurvenfahrt.
Die unabhängige Hinterradregelung besitzt den obigen
Nachteil der Hinterrad-Niedrigwahlregelung nicht. Die
unabhängige Hinterradregelung besitzt jedoch einen Nach
teil, wenn das Kraftfahrzeug auf einer Fahrbahn fährt,
derart, daß die Fahrbahnräder auf einer Seite des Fahr
zeugs mit einer Fahrbahnoberfläche mit niedrigem Reib
koeffizient in Kontakt sind und die Fahrbahnräder auf der
gegenüberliegenden Seite des Fahrzeugs mit einer Fahr
bahnoberfläche mit hohem Reibkoeffizienten in Kontakt
sind. Fig. 7(b) zeigt anhand von Vektoren die Brems
kräfte, die bei einem Bremsvorgang auf jedes Fahrbahnrad
eines Kraftfahrzeugs, das ein Antiblockier-Bremssystem
mit unabhängiger Regelung verwendet, ausgeübt werden,
wenn das Fahrzeug mit seinen linken Fahrbahnrädern auf
einer Fahrbahnoberfläche mit niedrigem Reibkoeffizienten
fährt und mit seinen rechten Rädern auf einer Fahrbahn
oberfläche mit hohem Reibkoeffizienten fährt. In diesem
Fall besteht beim hinteren rechten Rad eine geringere
Neigung zum Blockieren als beim hinteren linken Rad.
Daher hat die Bremsung der hinteren Fahrbahnräder zur
Folge, daß auf das hintere rechte Rad im Vergleich zu der
auf das hintere linke Rad ausgeübten Bremskraft eine
verhältnismäßig hohe Bremskraft ausgeübt wird. Die Aus
übung einer solchen verhältnismäßig hohen Bremskraft auf
das hintere rechte Rad, das mit einer Fahrbahnoberfläche
mit hohem Reibkoeffizienten in Kontakt ist, bewirkt eine
Reduzierung der Seitenführungskraft Sf. Die Reduzierung
der Seitenführungskraft Sf kann ein stabiles Fahrzeugver
halten beeinträchtigen.
Bei der diagonalen Niedrigwahlregelung besteht der oben
erwähnte Nachteil der unabhängigen Hinterradregelung
nicht. Fig. 7(c) zeigt anhand von Vektoren die Brems
kräfte, die während einem Bremsvorgangs auf sämtliche
Fahrbahnräder eines Kraftfahrzeugs, das ein Antiblockier-
Bremssystem mit diagonaler Niedrigwahlregelung verwendet,
ausgeübt werden, wenn das Fahrzeug mit seinen linken
Rädern auf einer Fahrbahnfläche mit niedrigem Reibkoeffi
zienten fährt und mit seinen rechten Fahrbahnrädern auf
einer Fahrbahnoberfläche mit hohem Reibkoeffizienten
fährt. Bei der diagonalen Niedrigwahlregelung wird die
niedrigere der Ist-Radgeschwindigkeiten eines zu regeln
den hinteren Fahrbahnrades und des nicht benachbarten,
diagonal angeordneten vorderen Fahrbahnrades gewählt und
als kontrollierte Radgeschwindigkeit für das hintere
Fahrbahnrad verwendet. Da die Geschwindigkeit VFL des
vorderen linken Rades niedriger als die Geschwindigkeit
VRR des hinteren rechten Rades ist, wird die Geschwindig
keit VFL des vorderen linken Rades als kontrollierte
Radgeschwindigkeit VwRR für das hintere rechte Rad ver
wendet. Daher ist die auf das hintere rechte Rad ausge
übte Bremskraft im Vergleich zu der auf das in Fig. 7(b)
gezeigte hintere rechte Rad ausgeübten Bremskraft gerin
ger, wodurch eine verhältnismäßig große Seitenführungs
kraft Sf im Vergleich zu derjenigen in Fig. 7(b) geschaf
fen wird. Die Seitenführungskraft Sf nimmt nämlich bei
abnehmender Bremskraft zu, während sie bei zunehmender
Bremskraft abnimmt.
Weiterhin besitzt die diagonale Niedrigwahlregelung nicht
den obenerwähnten Nachteil bei einem Bremsvorgang während
einer Kurvenfahrt bei Verwendung der Hinterrad-Niedrig
wahlregelung. Fig. 7(d) zeigt anhand von Vektoren die
Bremskräfte, die während eines Bremsvorgangs bei einer
Kurvenfahrt nach links auf sämtliche Fahrbahnräder eines
Kraftfahrzeugs, das ein Antiblockier-Bremssystem mit
diagonaler Niedrigwahlregelung verwendet, ausgeübt wer
den. Bei der diagonalen Niedrigwahlregelung wird die
niedrigere der Geschwindigkeit VRR des hinteren rechten
Rades und der Geschwindigkeit VFL des vorderen linken
Rades als kontrollierte Radgeschwindigkeit VwRR des
hinteren rechten Fahrbahnrades verwendet. Daher wird die
Geschwindigkeit VRL des hinteren linken Rades nicht mehr
als kontrollierte Radgeschwindigkeit VwRR verwendet. Da
bei einem Bremsvorgang während einer Kurvenfahrt nach
links VFL höher als VRL ist, wird für das hintere rechte
Rad eine ausreichende Bremskraft sichergestellt.
Die diagonale Niedrigwahlregelung besitzt jedoch einen
Nachteil bei einem Bremsvorgang, wenn das Kraftfahrzeug
geradeaus fährt. Fig. 7(e) zeigt anhand von Vektoren die
Bremskräfte, die während einer Geradeausfahrt auf sämtli
che Fahrbahnräder eines Kraftfahrzeugs, das ein Antibloc
kier-Bremssystem mit diagonaler Niedrigwahlregelung
verwendet, ausgeübt werden. Falls in diesem Zustand beide
Vorderräder während eines Bremsvorgangs einen Schlupf
aufweisen, nehmen die Radgeschwindigkeiten VFR und VFL
ab. Bei der diagonalen Niedrigwahlregelung werden die
Geschwindigkeiten VFR und VFL des vorderen rechten Rades
bzw. des vorderen linken Rades als kontrollierte Ge
schwindigkeit des hinteren linken Rades VwRL bzw. als
kontrollierte Geschwindigkeit des hinteren rechten Rades
VwRR verwendet. Daher können die auf die hinteren Fahr
bahnräder ausgeübten Bremskräfte unter einen ausreichen
den Pegel abfallen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antibloc
kier-Bremssystem zu schaffen, bei dem der Nachteil der
diagonalen Niedrigwahlregelung beseitigt ist, so daß bei
einem Bremsvorgang während einer Geradeausfahrt des
Kraftfahrzeugs auf jedes der Fahrbahnräder ausreichend
hohe Bremskräfte ausgeübt werden und dennoch sämtliche
Vorteile der diagonalen Niedrigwahlregelung beibehalten
werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein
Antiblockier-Bremssystem nach Anspruch l. Weiterbildungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angege
ben.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden deut
lich beim Lesen der folgenden Beschreibung zweckmäßiger
Ausführungen, die auf die beigefügte Zeichnung Bezug
nimmt; es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht eines Kraftfahr
zeugs, in dem ein Antiblockier-Bremssystem
gemäß der Erfindung installiert ist;
Fig. 2 einen Hydraulikkreis einer Bremseinheit;
Fig. 3 einen Ablaufplan einer Antiblockier-Rege
lungsroutine;
Fig. 4 einen Zeitablaufplan zur Erläuterung der
Funktionsweise der Antiblockier-Regelung;
Fig. 5 einen Ablaufplan einer Unterroutine zur
Bestimmung der kontrollierten Radgeschwin
digkeiten;
Fig. 6(a)-(c) Ansichten zur Erläuterung der Bremskräfte,
die in einem erfindungsgemäßen System unter
verschiedenen Fahrbedingungen auf die Fahr
bahnräder ausgeübt werden; und
Fig. 7(a)-(e) die bereits erwähnten Ansichten zur Erläu
terung der Bremskräfte, die in herkömmli
chen Antiblockier-Bremssystemen auf die
Fahrbahnräder ausgeübt werden.
Wie in Fig. 1 gezeigt ist, besitzt ein Kraftfahrzeug ein
vorderes linkes Fahrbahnrad FL, ein vorderes rechtes
Fahrbahnrad FR, ein hinteres linkes Fahrbahnrad RL und
ein hinteres rechtes Fahrbahnrad RR. Die Räder FL, FR, RL
und RR besitzen jeweils Radzylinder, wovon in Fig. 2 bei
3 nur einer gezeigt ist. Sämtliche Radzylinder sind mit
einer Bremseinheit 11 verbunden, an die ein Hauptzylinder
1 angeschlossen ist (siehe Fig. 2).
Mit den Fahrbahnrädern FL, FR, RL und RR sind jeweils
Radgeschwindigkeitssensoren 13 funktional verbunden.
Jeder der Radgeschwindigkeitssensoren 13 erzeugt Impulse,
deren Frequenz in Abhängigkeit von der Umdrehungsge
schwindigkeit des entsprechenden Fahrbahnrades unter
schiedlich ist. Die Ausgangssignale der Radgeschwindig
keitssensoren 13 werden an eine Regelungseinheit 12
geliefert, in der sie für die Bestimmung der Radgeschwin
digkeiten VFR, VFL, VRR und VRL verwendet werden. Ferner
sind zwei Längsbeschleunigungssensoren 14 vorgesehen.
In Fig. 1 arbeitet die Bremseinheit 11 als Antwort auf
Regelsignale, um den Bremsdruck in einem Radzylinder
eines zu regelnden Fahrbahnrades zu regeln, während die
Regelungseinheit 12 das Regelsignal bestimmt und in die
Bremseinheit 11 eingibt.
Nun wird mit Bezug auf Fig. 2 ein Hydraulikkreis der
Bremseinheit 11 beschrieben. Fig. 2 zeigt den Teil des
Hydraulikkreises, der mit dem Radzylinder 3 eines der
Fahrbahnräder verbunden ist. Der gesamte Hydraulikkreis
der Bremseinheit 11 ist eine parallele Anordnung vier
solcher Teile.
Eine Betätigung eines nicht gezeigten Bremspedals durch
einen Fahrer bewirkt, daß der Hauptzylinder 1 ein Hydrau
likfluid mit Druck beaufschlagt. Ein Bremskreis 2 verbin
det den Hauptzylinder 1 mit dem Radzylinder 3. Ein Ent
leerungskreis 4 ist mit einem Dreistellungs-Übertragungs
ventil 5 verbunden, das in einer Fluidverbindung im Kreis
2 so angeordnet ist, daß dieser in einen Hauptzylinderab
schnitt und einen Radzylinderabschnitt unterteilt ist.
Das Übertragungsventil 5 besitzt drei Anschlüsse, nämlich
einen Entleerungsanschluß, der mit dem Entleerungskreis 4
in Verbindung steht, einen Hauptzylinderanschluß, der mit
dem Hauptzylinder 1 in Verbindung steht, und einen Radzy
linderanschluß, der mit dem Radzylinder 3 in Verbindung
steht. Das Übertragungsventil 5 besitzt drei Stellungen
5A, 5B und 5C, durch die ein Druckanlegemodus, ein Druck
haltemodus bzw. ein Druckentlastungsmodus geschaffen
werden.
In der Stellung 5A für den Druckanlegemodus ist der
Entleerungsanschluß geschlossen, während sowohl der
Hauptzylinderanschluß als auch der Radzylinderanschluß
miteinander in Verbindung stehen, so daß der Hauptzylin
der 1 den Druck im Radzylinder 3 bestimmt. In der Stel
lung 5B für den Druckhaltemodus ist der Entleerungsan
schluß geschlossen, ferner ist die Verbindung zwischen
dem Hauptzylinderanschluß und dem Radzylinderanschluß
unterbrochen, so daß der Radzylinder 3 vom Hauptzylinder
1 getrennt ist und der Radzylinderdruck gehalten wird. In
der Stellung 5C für den Druckentlastungsmodus ist der
Hauptzylinderanschluß geschlossen, während der Radzylin
deranschluß mit dem Entleerungsanschluß in Verbindung
steht, so daß Bremsfluid über den Entleerungskreis 4
entleert wird, wodurch der Radzylinderdruck reduziert
wird. Somit bewirkt eine Verschiebung des Übertragungs
ventils 5 in eine der drei Stellungen 5A, 5B und 5C eine
wahlweise Steuerung des Radzylinderdrucks.
Der Entleerungskreis 4 ist mit einem Fluidbehälter 6 für
die Speicherung von Bremsfluid versehen. Zwischen dem
Behälter 6 und dem Hauptzylinderabschnitt des Bremskrei
ses 2 ist eine Pumpe 7 angeordnet, die das Bremsfluid vom
Behälter 6 zum Bremskreis 2 in einen Abschnitt zwischen
dem Hauptzylinder 1 und dem Übertragungsventil 5 fördert.
Ein Druckbeaufschlagungskreis 8 ist mit einem Ende mit
dem Abschnitt des Hauptzylinderabschnitts des Bremskrei
ses 2 verbunden, in den die Pumpe 7 das Bremsfluid in den
Bremskreis 2 fördert. Am gegenüberliegenden Ende ist der
Druckbeaufschlagungskreis 8 mit einem Abschnitt des
Entleerungskreises 4 zwischen dem Behälter 6 und der
Pumpe 7 verbunden. Im Druckbeaufschlagungskreis 8 ist ein
normalerweise geschlossenes Einlaßtorventil 9 angeordnet.
Im Hauptzylinderabschnitt des Bremskreises 2 ist ein
normalerweise geöffnetes Auslaßtorventil 10 angeordnet.
Genauer ist das Ventil 10 in einem Abschnitt zwischen dem
Abschnitt, in dem die Pumpe 7 das Bremsfluid in den
Bremskreis 2 fördert, und dem Abschnitt, in dem der
Druckbeaufschlagungskreis 8 mit dem Hauptzylinderab
schnitt des Bremskreises 2 verbunden ist, angeordnet.
In Fig. 2 bilden die Komponenten, die von einem durch
eine Strichpunktlinie gezeichneten Rechteck umgeben sind,
einen Abschnitt der Bremseinheit 11. Der Aufbau der
Bremseinheit 11 wird in dieser Figur für ein Fahrbahnrad
erläutert. In Fig. 1 ist der Gesamtaufbau der Bremsein
heit 11 so beschaffen, daß diese die Bremsdrücke der
nicht gezeigten Radzylinder der Fahrbahnräder FR, FL, RR
und RL getrennt regelt.
Das Übertragungsventil 5, das Einlaßtorventil 9 und das
Auslaßtorventil 10 sind solenoidbetätigte Ventile. Die
Regelungseinheit 12 regelt das Übertragungsventil 5, die
Pumpe 7, das Einlaßtorventil 9 und das Auslaßtorventil
10. Wie oben erwähnt worden ist, werden die Sensoraus
gangssignale der Radgeschwindigkeitssensoren 13 und der
Längsbeschleunigungssensoren 14 in die Regelungseinheit
12 eingegeben. Die Regelungseinheit 12 empfängt Informa
tionen bezüglich der Radgeschwindigkeiten und der Längs
beschleunigung, der das Kraftfahrzeug unterliegt, und
führt eine Bewegungsstabilisierungsregelung für das
Kraftfahrzeug aus.
Die Bewegungsstabilisierungsregelung wird für sämtliche
Fahrbedingungen des Kraftfahrzeugs ausgeführt. Die Bewe
gungsstabilisierungsregelung kann eine Drehmomentschlupf
regelung und/oder eine Gierratenregelung umfassen. Wenn
bei der Drehmomentschlupfregelung bei einer Beschleuni
gung wenigstens eines der Antriebsräder einen Schlupf
aufweist, wird es durch Regeln des Bremsdrucks, der in
seinem Radzylinder aufgebaut wird, gebremst, so daß das
Auftreten eines Radschlupfes unterdrückt wird. Wenn bei
der Gierratenregelung bei einer Kurvenfahrt die Neigung
zu einem Untersteuern oder einem Übersteuern auftritt,
wird ein Giermoment in einer Richtung erzeugt, in der
diese Neigung unterdrückt wird, indem der in wenigstens
einem Radzylinder aufgebaute Bremsdruck geregelt wird.
Die Bewegungsstabilisierungsregelung wird durch Betätigen
der Pumpe 7 nach dem Schließen des Auslaßtorventils 10
und dem Öffnen des Einlaßtorventils 9 begonnen. Die Pumpe
7 fördert Bremsfluid an das Übertragungsventil 5. Das
Übertragungsventil 5 arbeitet als Antwort auf das Rege
lungssignal für die Schaffung des Bremsanlegemodus, des
Bremshaltemodus oder des Bremsentlastungsmodus in zykli
scher Weise, wodurch der Bremsdruck im Radzylinder des zu
regelnden Fahrbahnrades geregelt wird. Die Regelungsein
heit 12 gibt das Regelsignal in das Übertragungsventil 5
ein.
Der Ablaufplan nach Fig. 3 erläutert eine Regelungsrou
tine einer Antiblockierregelung.
Im Schritt S1 führt die Regelungseinheit 12 eine Unter
routine aus, die durch den Ablaufplan nach Fig. 4 veran
schaulicht wird, um die kontrollierten Radgeschwindigkei
ten VwFR, VwFL, VwRL bzw. VwRR für das vordere rechte
Rad, für das vordere linke Rad, für das hintere rechte
Rad bzw. für das hintere linke Rad zu bestimmen.
Im Schritt S2 bestimmt die Regelungseinheit 12 die Radbe
schleunigungen ΔVwFR, ΔVwFL, ΔVwRR und ΔVwRL für das
vordere rechte Rad, das vordere linke Rad, das hintere
rechte Rad bzw. das hintere linke Rad. Die Regelungsein
heit 12 leitet die Radbeschleunigungen aus Veränderungen
der jeweiligen kontrollierten Radgeschwindigkeiten von
einem Zyklus zum nächsten ab.
Im Schritt S3 bestimmt die Regelungseinheit 12 eine
Pseudo-Fahrgeschwindigkeit Vi. In diesem Prozeß setzt die
Regelungseinheit 12 den größeren der Werte VwFR und VwFL
als einen Wert ViF (ViF = max(VwFR, VwFL)) und einen
größeren der Werte VwRR und VwRL als einen Wert ViR
(ViR = max (VWRR, VwRL)). Dann setzt sie den größeren der
Werte ViF und ViR als Pseudo-Fahrgeschwindigkeit Vi.
Mit anderen Worten, die Regelungseinheit 12 wählt die
höchste der Ist-Fahrgeschwindigkeiten sämtlicher Radge
schwindigkeiten.
Im Schritt S4 bestimmt die Regelungseinheit 12 einen
Referenzwert λ1, der durch die Gleichung λ1 = Vi.K - x
gegeben ist. K ist eine Konstante in der Nähe von 0,95, x
ist ein Wert in der Nähe von 8 für eine Fahrbahn mit
hohem Reibkoeffizienten und in der Nähe von 4 für eine
Fahrbahn mit niedrigem Reibkoeffizienten.
Im Schritt S5 bestimmt die Regelungseinheit 12, ob jede
der kontrollierten Radgeschwindigkeiten Vw (Vw = VwFR
oder VWFL oder VwRR oder VwRL) kleiner oder gleich dem
Referenzwert λ1 ist. Wenn dies der Fall ist (Vw ≦ λ1),
geht die Routine weiter zum Schritt S8. Falls Vw größer
als λ1 ist, geht die Routine weiter zum Schritt S6.
Im Schritt S6 bestimmt die Regelungseinheit 12, ob jede
der Radbeschleunigungen ΔVw (ΔVw = ΔVwFR oder ΔVwFL oder
ΔVwRR oder ΔVwRL) niedriger als ein vorgegebener positi
ver Beschleunigungswert B (B < 0) ist. Wenn dies der Fall
ist, geht die Routine weiter zum Schritt S7. Im Schritt
S7 regelt die Regelungseinheit 12 den Hauptzylinder 1 in
der Weise, daß er an den Radzylinder 3 einen Bremsdruck
anlegt, indem das Übertragungsventil 5 in die erste
Stellung 5A gesteuert wird. Falls daher das Bremspedal
niedergedrückt wird, steigt der Bremsdruck im Radzylinder
3 an (Anlegephase). Dieser Wert B ist so gesetzt, daß
dann, wenn er nicht überschritten wird, die kontrollierte
Radgeschwindigkeit Vw gleich einer der Pseudo-Fahrge
schwindigkeit Vi entsprechenden Radgeschwindigkeit ist,
während dann, wenn er überschritten wird, die Radge
schwindigkeit Vw auf die Radgeschwindigkeit ansteigt, die
der Pseudo-Fahrgeschwindigkeit Vi entspricht. Falls im
Schritt S6 die Radbeschleunigung ΔVw (ΔVw = ΔVwFR oder
ΔVwFL oder ΔVwRR oder ΔVwRL) nicht niedriger als der
vorgegebene Wert B ist, geht die Routine weiter zum
Schritt S10. Im Schritt S10 steuert die Regelungseinheit
12 das Übertragungsventil 5 in die zweite Stellung 5B, so
daß der Bremsdruck im Radzylinder 3 gehalten wird
(Haltephase).
Im Schritt S8 bestimmt die Regelungseinheit 12, ob die
Radbeschleunigung ΔVw (ΔVw = ΔVwFR oder ΔVwFL oder ΔVwRR
oder ΔVwRL) niedriger als ein vorgegebener Beschleuni
gungswert A ist, der kleiner oder gleich 0 (null) ist.
Wenn dies der Fall ist, geht die Routine weiter zum
Schritt S9. Im Schritt S9 steuert die Regelungseinheit 12
das Übertragungsventil 5 in die dritte Stellung 5c,
wodurch der Bremsdruck im Radzylinder 3 entlastet wird
(Entlastungsphase). Der vorgegebene Wert A ist in der
Weise gesetzt, daß dann, wenn er nicht überschritten
wird, das Rad zu einem Blockieren neigt, während dann,
wenn er überschritten wird, das Rad aus dem blockierten
Zustand freigegeben wird, so daß seine Geschwindigkeit
auf die der Pseudo-Fahrgeschwindigkeit Vi entsprechende
Radgeschwindigkeit ansteigt. Falls im Schritt S8 die
Radbeschleunigung ΔVw größer oder gleich dem vorgegebenen
Wert ist, geht die Routine weiter zum Schritt S10
(Haltephase). Die Regelungseinheit 12 wiederholt die
Ausführung der Regelungsroutine nach Fig. 3 jeweils nach
Ablauf von 10 Millisekunden (ms).
Fig. 4 zeigt die Veränderungen der kontrollierten Radge
schwindigkeit Vw, der Radbeschleunigung ΔVw und des
Bremsdrucks im Radzylinder. Zum Zeitpunkt t0 wird das
Bremspedal niedergedrückt, um den Bremsvorgang zu begin
nen. Nach dem Zeitpunkt t0 steigt der Bremsdruck auf
einen Pegel an, der dem Niederdrückungsgrad des Bremspe
dals entspricht. Zum Zeitpunkt t1 erreicht der Bremsdruck
diesen Pegel und wird auf diesem Pegel gehalten. Nach dem
Zeitpunkt t1 nehmen die Radgeschwindigkeit Vw und die
Radbeschleunigung ΔVw ab. Zum Zeitpunkt t2 wird die
Radbeschleunigung ΔVw niedriger als der vorgegebene Wert
A, direkt nachdem die Radgeschwindigkeit Vw auf den
Referenzwert λ1 abgefallen ist. Sofort nach dem Zeitpunkt
t2 steuert die Regelungseinheit 12 das Übertragungsventil
5 in die dritte Stellung 5C, wodurch der Bremsdruck im
Radzylinder abnimmt. Dadurch steigt die Radbeschleunigung
ΔVw auf den vorgegebenen Wert A (A ≦ 0) an. Sofort nach
dem Zeitpunkt t3 wird die Radbeschleunigung ΔVw größer
als der vorgegebene Wert A, so daß die Regelungseinheit
12 das Übertragungsventil 5 in die zweite Stellung 5B
steuert, wodurch der Bremsdruck im Radzylinder gehalten
wird. Zum Zeitpunkt t4 übersteigt die Radgeschwindigkeit
Vw den Referenzwert λ1, unmittelbar nachdem die Radbe
schleunigung ΔVw auf den vorgegebenen Wert B angestiegen
ist. Sofort nach dem Zeitpunkt t4 regelt die Regelungs
einheit 12 das Übertragungsventil 5 in die zweite Stel
lung 5B, um die Haltephase aufrechtzuerhalten. Diese
Haltephase wird fortgesetzt, bis die Radbeschleunigung
ΔVw zum Zeitpunkt t5 unter den vorgegebenen Wert B ab
fällt. Sofort nach dem Zeitpunkt t5 regelt die Regelungs
einheit 12 das Übertragungsventil 5 in die erste Stellung
5A, wodurch der Bremsdruck im Radzylinder ansteigt
(Anlegephase). Dies Anlegephase dauert solange an, bis
die Radgeschwindigkeit Vw zum Zeitpunkt t6 auf den oder
unter den Referenzwert λ1 abfällt. In diesem Beispiel ist
die Radbeschleunigung ΔVw zum Zeitpunkt t6 unter den
vorgegebenen Wert A abgefallen. Daher beginnt zum Zeit
punkt t6 oder unmittelbar danach die Entlastungsphase.
Der Zusammenhang zwischen dem Zeitablaufplan und den
Schritten der Regelungsroutine nach Fig. 3 ist der fol
gende: In der Periode zwischen den Zeitpunkten t0 und t2
werden in der Routine die Schritte S1 bis S5, S6 und S7
ausgeführt. In der nachfolgenden Periode (1) zwischen den
Zeitpunkten t2 und t3 werden in der Regelungsroutine die
Schritte S1 bis S5, S8 und S9 für die Entlastungsphase
ausgeführt. In der nachfolgenden Periode (2) zwischen den
Zeitpunkten t3 und t4 werden in der Regelungsroutine die
Schritte S1 bis S5, S8 und S10 für die Haltephase ausge
führt. In der nachfolgenden Periode (3) zwischen den
Zeitpunkten t4 und t5 führt die Regelungsroutine die
Schritte S1 bis S5, S6 und S10 für die Fortsetzung der
Haltephase aus. In der nachfolgenden Periode (4) zwischen
den Zeitpunkten t5 und t6 führt die Regelungsroutine die
Schritte S1 bis S5, S6 und S7 für die Anlegephase aus.
Der Ablaufplan nach Fig. 5 veranschaulicht die obener
wähnte Unterroutine der zweckmäßigen Ausführung der
Erfindung für die Bestimmung der kontrollierten Radge
schwindigkeiten VWFR, VwFL, VwRR und VwRL, die im Schritt
S1 in Fig. 3 erforderlich sind.
Im Schritt S11 empfängt die Regelungseinheit 12 die
Informationen bezüglich der Ist-Radgeschwindigkeiten VFR,
VFL, VRR und VRL nach der Ausführung der Leseoperation
der Sensorausgangssignale von jeden Radgeschwindigkeits
sensor 13. VFR gibt die Radgeschwindigkeit des vorderen
rechten Fahrbahnrades an; VFL gibt die Radgeschwindigkeit
des vorderen linken Fahrbahnrades an; VRR gibt die Radge
schwindigkeit des hinteren rechten Fahrbahnrades an; und
VRL gibt die Radgeschwindigkeit des hinteren linken
Fahrbahnrades an.
Im Schritt S12 führt die Regelungseinheit 12 eine Filte
rungsoperation für die im Schritt S11 eingegebenen Infor
mationen aus, um ein Rauschen zu beseitigen.
Im Schritt S13 setzt die Regelungseinheit 12 VFR als
kontrollierte Radgeschwindigkeit VwFR für das vordere
rechte Fahrbahnrad VR und VFL als die kontrollierte
Radgeschwindigkeit VwFL für das vordere linke Fahrbahnrad
FL.
Im Schritt S14 wählt die Regelungseinheit 12 die höhere
der Geschwindigkeiten VFL und VRL und dann die niedrigere
der gewählten höheren Geschwindigkeit und der Geschwin
digkeit VRR und setzt die gewählte niedrigere Geschwin
digkeit als kontrollierte Radgeschwindigkeit VwRR für das
hintere rechte Fahrbahnrad RR. Die kontrollierte Radge
schwindigkeit VwRR kann durch die folgende Formel ausge
drückt werden:
VwRR = min(VRR, max(VFL, VRL))
Im Schritt S15 wählt die Regelungseinheit 12 die höhere
der Geschwindigkeiten VFR und VRR und wählt dann die
niedrigere der gewählten höheren Geschwindigkeit und VRL
und setzt die ausgewählte niedrigere Geschwindigkeit als
die kontrollierte Radgeschwindigkeit VwRL für das linke
hintere Fahrbahnrad RL. Die kontrollierte Radgeschwindig
keit VwRL kann durch die folgende Formel ausgedrückt
werden:
VwRL = min(VRL, max(VFR, VRR)
Aus der Routine nach Fig. 5 geht hervor, daß die Ist-
Radgeschwindigkeiten VFR und VFL als kontrollierte Radge
schwindigkeiten VwFR und VwFL für die vorderen Fahrbahn
räder verwendet werden. Für ein hinteres Fahrbahnrad auf
einer Seite wird die höhere der Ist-Radgeschwindigkeiten
der Fahrbahnräder auf der gegenüberliegenden Seite ge
wählt, woraufhin die niedrigere der gewählten höheren
Geschwindigkeit und der Ist-Radgeschwindigkeit des be
treffenden Fahrbahnrades gewählt und als kontrollierte
Radgeschwindigkeit VwRR oder VwRL verwendet wird.
Die Fig. 6(a), 6(b) und 6(c) zeigen anhand von Vektoren
die Bremskräfte, die auf die Fahrbahnräder ausgeübt
werden, wenn das Bremssystem der Erfindung unter drei
verschiedenen Fahrzeugfahrbedingungen arbeitet.
Fig. 6(a) zeigt die Bremskräfte auf die Fahrbahnräder,
wenn eine Kurvenfahrt nach links ausgeführt wird.
Bei dieser Kurvenfahrt nach links sind das hintere rechte
Fahrbahnrad RR und das hintere linke Fahrbahnrad RL ein
kurvenäußeres bzw. ein kurveninneres Fahrbahnrad in bezug
auf das Zentrum der Kurve. In diesem Fall wird die Ist-
Radgeschwindigkeit VFL des vorderen linken Rades FL
gewählt und als kontrollierte Radgeschwindigkeit VwRR für
das hintere rechte Fahrbahnrad RR verwendet, weil VFL
höher als VRL, jedoch niedriger als VRR ist.
Wenn die Ist-Radgeschwindigkeit VFL des vorderen linken
Fahrbahnrades als kontrollierte Radgeschwindigkeit VwRR
gewählt wird, ist die auf das hintere rechte Fahrbahnrad
RR ausgeübte Bremskraft größer als diejenige, die auf das
hintere linke Fahrbahnrad RL ausgeübt wird. Daraus ergibt
sich der Vorteil, daß das Bremssystem der Erfindung nicht
den in Verbindung mit Fig. 7(a) veranschaulichten Nach
teil der Hinterrad-Niedrigwahlregelung aufweist.
Fig. 6(b) veranschaulicht die Bremskräfte, die auf die
Fahrbahnräder bei einem Bremsvorgang ausgeübt werden,
wenn das Fahrzeug mit seinen linken Fahrbahnrädern auf
einer Fahrbahnoberfläche mit niedrigem Reibkoeffizienten
fährt und mit seinen rechten Fahrbahnrädern auf einer
Fahrbahnoberfläche mit hohem Reibkoeffizienten fährt.
In diesem Fall wird die Ist-Radgeschwindigkeit VFL des
vorderen linken Rades FL gewählt und als kontrollierte
Radgeschwindigkeit VwRR für das hintere rechte Fahrbahn
rad RR verwendet, weil VFL höher als VRL, jedoch niedri
ger als VRR ist.
Somit ist die auf das hintere rechte Fahrbahnrad RR
ausgeübte Bremskraft so niedrig wie die auf das vordere
linke Fahrbahnrad FL ausgeübte Bremskraft, wodurch eine
ausreichend hohe Seitenführungskraft Sf für das hintere
rechte Fahrbahnrad RR erzeugt wird.
Es ist deutlich, daß in dem Bremssystem der Erfindung der
in Verbindung mit Fig. 7(c) erläuterte Vorteil, der sich
aus der diagonalen Niedrigwahlregelung ergibt, beibehal
ten wird. Darüber hinaus besitzt das Bremssystem der
Erfindung nicht den in Verbindung mit Fig. 7(b) erläuter
ten Nachteil der Hinterrad-Niedrigwahlregelung.
Fig. 6(c) veranschaulicht die Bremskräfte bei einem
Bremsvorgang, wenn das Fahrzeug geradeaus fährt. In
diesem Fall werden die Ist-Radgeschwindigkeiten VRR und
VRL als kontrollierte Radgeschwindigkeiten VwRR und VwRL
für das hintere rechte bzw. das hintere linke Fahrbahnrad
gewählt. Daher werden auf die hinteren Fahrbahnräder
unabhängig von den Änderungen der Radgeschwindigkeiten
der vorderen Fahrbahnräder ausreichend hohe Bremskräfte
ausgeübt.
Es ist deutlich, daß das Bremssystem der Erfindung nicht
den in Verbindung mit Fig. 7(e) erläuterten Nachteil der
diagonalen Niedrigwahlregelung aufweist.
Claims (6)
1. Antiblockier-Bremssystem für ein Kraftfahrzeug,
das ein vorderes rechtes Fahrbahnrad (FR), ein vorderes
linkes Fahrbahnrad (FL), ein hinteres rechtes Fahrbahnrad
(RR) sowie ein hinteres linkes Fahrbahnrad (RL) aufweist,
wobei das Bremssystem enthält:
einen Radzylinder (3) für eines der zu regelnden Fahrbahnräder (FR, FL, RR, RL),
eine Bremseinheit (11), die als Antwort auf ein Regelsignal arbeitet, um den Bremsdruck in dem Radzylin der (3) zu regeln, und
eine Regelungseinheit (12), die das Regelsignal in die Bremseinheit (11) eingibt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Regelungsein heit (12)
eine kontrollierte Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VwRL) für das eine zu regelnde Fahrbahnrad (FR, FL, RR, RL) bestimmt,
die kontrollierte Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VWRL) mit einem Referenzwert (λ1) vergleicht, das Regelsignal als Antwort auf das Ergebnis des Vergleichs der kontrollierten Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VwRL) mit dem Referenzwert (λ1) erzeugt,
die höhere der Ist-Radgeschwindigkeiten (VFR, VFL, VRR, VRL) der Fahrbahnräder auf derjenigen Seite wählt, die in bezug auf die longitudinale Mittenlinie des Kraftfahrzeugs der Seite gegenüberliegt, auf der sich das eine zu regelnde Fahrbahnrad (VFR, VFL, VRR, VRL) befin det,
die niedrigere der gewählten höheren Ist-Radge schwindigkeit (VFR, VFL, VRR, VRL) und der Ist-Radge schwindigkeit des einen zu regelnden Fahrbahnrades (FL, FR, RR, RL) wählt und
die gewählte niedrigere Ist-Radgeschwindigkeit als kontrollierte Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VwRL) setzt.
einen Radzylinder (3) für eines der zu regelnden Fahrbahnräder (FR, FL, RR, RL),
eine Bremseinheit (11), die als Antwort auf ein Regelsignal arbeitet, um den Bremsdruck in dem Radzylin der (3) zu regeln, und
eine Regelungseinheit (12), die das Regelsignal in die Bremseinheit (11) eingibt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Regelungsein heit (12)
eine kontrollierte Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VwRL) für das eine zu regelnde Fahrbahnrad (FR, FL, RR, RL) bestimmt,
die kontrollierte Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VWRL) mit einem Referenzwert (λ1) vergleicht, das Regelsignal als Antwort auf das Ergebnis des Vergleichs der kontrollierten Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VwRL) mit dem Referenzwert (λ1) erzeugt,
die höhere der Ist-Radgeschwindigkeiten (VFR, VFL, VRR, VRL) der Fahrbahnräder auf derjenigen Seite wählt, die in bezug auf die longitudinale Mittenlinie des Kraftfahrzeugs der Seite gegenüberliegt, auf der sich das eine zu regelnde Fahrbahnrad (VFR, VFL, VRR, VRL) befin det,
die niedrigere der gewählten höheren Ist-Radge schwindigkeit (VFR, VFL, VRR, VRL) und der Ist-Radge schwindigkeit des einen zu regelnden Fahrbahnrades (FL, FR, RR, RL) wählt und
die gewählte niedrigere Ist-Radgeschwindigkeit als kontrollierte Radgeschwindigkeit (VwFR, VwFL, VwRR, VwRL) setzt.
2. Bremssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß
für das eine Fahrbahnrad entweder das hintere
rechte Fahrbahnrad (RR) oder das hintere linke Fahrbahn
rad (RL) gewählt wird.
3. Bremssystem nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
Radgeschwindigkeitssensoren (13), die Sensoraus
gangssignale erzeugen, die die jeweiligen Ist-Radge
schwindigkeiten (VFR, VFL, VRR, VRL) der Fahrbahnräder
(FR, FL, RR, RL) angeben.
4. Bremssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Regelungseinheit (12)
die höchste der Ist-Radgeschwindigkeiten (VFR, VFL, VRR, VRL) sämtlicher Fahrbahnräder (FR, FL, RR, RL) wählt,
die gewählte höchste Ist-Radgeschwindigkeit (VFR, VFL, VRR, VRL) als Pseudo-Fahrgeschwindigkeit (Vi) wählt und
den Referenzwert (λ1) in Abhängigkeit von der Pseudo-Fahrgeschwindigkeit (Vi) wählt.
die höchste der Ist-Radgeschwindigkeiten (VFR, VFL, VRR, VRL) sämtlicher Fahrbahnräder (FR, FL, RR, RL) wählt,
die gewählte höchste Ist-Radgeschwindigkeit (VFR, VFL, VRR, VRL) als Pseudo-Fahrgeschwindigkeit (Vi) wählt und
den Referenzwert (λ1) in Abhängigkeit von der Pseudo-Fahrgeschwindigkeit (Vi) wählt.
5. Bremssystem nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch
einen Hauptzylinder (1).
6. Bremssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeich
net, daß die Bremseinheit (11)
in eine Fluidverbindung zwischen dem Hauptzylin der (1) und dem Radzylinder (3) eingesetzt ist und diese miteinander verbindet und
ein Übertragungsventil (5) enthält, das eine erste Stellung (5A) für die Erzeugung eines Druckanlege modus, eine zweite Stellung (5B) für die Erzeugung eines Druckhaltemodus sowie eine dritte Stellung (5C) für die Erzeugung eines Druckentlastungsmodus einnehmen kann.
in eine Fluidverbindung zwischen dem Hauptzylin der (1) und dem Radzylinder (3) eingesetzt ist und diese miteinander verbindet und
ein Übertragungsventil (5) enthält, das eine erste Stellung (5A) für die Erzeugung eines Druckanlege modus, eine zweite Stellung (5B) für die Erzeugung eines Druckhaltemodus sowie eine dritte Stellung (5C) für die Erzeugung eines Druckentlastungsmodus einnehmen kann.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP9244156A JPH1178842A (ja) | 1997-09-09 | 1997-09-09 | ブレーキ制御装置 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19841237A1 true DE19841237A1 (de) | 1999-03-18 |
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ID=17114604
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19841237A Ceased DE19841237A1 (de) | 1997-09-09 | 1998-09-09 | Antiblockier-Bremssystem |
Country Status (3)
| Country | Link |
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| US (1) | US6142587A (de) |
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| JP3747652B2 (ja) * | 1998-10-08 | 2006-02-22 | トヨタ自動車株式会社 | 車輌の車体速度推定装置 |
| DE10026685B4 (de) | 2000-05-30 | 2005-10-20 | Knorr Bremse Systeme | Bremsanlage für mit einer ABS-Anlage bzw. einer Gleitschutzanlage ausgerüstete Fahrzeuge |
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1997
- 1997-09-09 JP JP9244156A patent/JPH1178842A/ja active Pending
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1998
- 1998-09-09 DE DE19841237A patent/DE19841237A1/de not_active Ceased
- 1998-09-09 US US09/150,048 patent/US6142587A/en not_active Expired - Fee Related
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Owner name: HITACHI, LTD., TOKIO/TOKYO, JP |
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