DE19840012C2 - Verfahren zum Herstellen einer Leitungsführungsanordnung - Google Patents
Verfahren zum Herstellen einer LeitungsführungsanordnungInfo
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Description
Der Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen einer
Leitungsführungsanordnung zum Führen von Leitungen, insbesondere von
Versorgungsleitungen wie z. B. Stromleitungen, Wasserleitungen, Druckleitungen.
Die Leitungsführungsanordnung weist gelenkig miteinander verbundene Segmente
auf, die einen Führungskanal begrenzen, in dem die wenigstens eine Leitung verlegt
ist.
Es ist bekannt, daß Leitungsführungsanordnungen, die auch als Energiefüh
rungsketten bezeichnet werden, aus metallischem Werkstoff hergestellt werden. Bei
solchen metallischen Leitungsführungsanordnungen handelt es sich überwiegend um
Spezialausführungen, die in ausgewählten Bereichen, insbesondere beim Vorliegen
aggressiver Medien, verwendet werden.
Durch die EP 0 154 884 B1 ist eine Leitungsführungsanordnung bekannt, die aus
einem Kunststoff hergestellt ist.
Die Leitungsführungsanordnung kann unterschiedlich verlegt sein. Sie kann
beispielsweise horizontal angeordnet sein, so daß die Leitungsführungsanordnung
ein Obertrum und ein Untertrum aufweist. Diese Anordnung einer
Leitungsführungsanordnung ist in der Praxis am häufigsten. In Abhängigkeit von der
Länge des Obertrums kann eine Abstützung des Obertrums notwendig sein. Die
Abstützung ist an und für sich unerwünscht, da durch diese zusätzlicher
Montageaufwand entsteht.
Durch die EP 0 544 027 B1 ist eine Leitungsführungsanordnung zum Führen
wenigstens einer Leitung bekannt, wobei die Leitungsführungsanordnung einen
Leitungsaufnahmekanal aufweist. Der Leitungsaufnahmekanal ist in Segmente
unterteilt, wobei die einzelnen Segmente durch einen gemeinsamen Bodenbereich
miteinander verbunden sind. Die Leitungsführungsanordnung nach der EP 0 544 027
B1 ist einstückig ausgebildet. In den Leitungsaufnahmekanal sind Leitungen
einbringbar. Das eine Ende der Leitungsführungsanordnung nach der EP 0 544 027
B1 wird mit einem ortsfesten Anschluß und das gegenüberliegenden Ende mit einem
beweglichen Anschluß verbunden.
Die bekannten Leitungsführungsanordnungen werden dadurch hergestellt, daß ein
Strang extrudiert und anschließend mittels eines geeigneten Werkzeugs teilweise
durchtrennt wird, so daß der Strang in einzelne Segmente unterteilt ist.
Die Leitungsführungsanordnung dient zur Führung von Leitungen von einem
ortsfesten Anschluß zu einem beweglichen Anschluß. Die Leitungen werden
beispielsweise schleifenförmig geführt, wie dies durch die EP 0 490 022 A2 bekannt
ist. Die Leitungen werden innerhalb eines durch die Stränge begrenzten Kanals
geführt. Hierbei wirkt das Eigengewicht der Leitungen auf ein Obertrum der
Leitungsführungsanordnung. Die freitragende Länge der
Leitungsführungsanordnung ist abhängig von den Eigenschaften der Leitungs
führungsanordnung und der auf die Leitungsführungsanordnung einwirkenden
Gewichtskraft der Leitungen. Beim Überschreiten einer bestimmten vorgegebenen
Kenngröße ist es notwendig, das Obertrum durch entsprechende Maßnahmen zu
stützen. Hierzu ist es beispielsweise bekannt, daß für das Obertrum der
Leitungsführungsanordnung eine entsprechende Laufrinne vorgesehen wird.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Zielsetzung zugrunde, ein Verfahren zum
Herstellen einer Leitungsführungsanordnung anzugeben, welches leicht ausführbar
und durch welches eine Leitungsführungsanordnung bereitgestellt werden kann, die
größere freitragende Längen aufweisen und/oder höhere Leitungsgewichte tragen
kann als herkömmliche Leitungsführungsanordnungen aus Kunststoff.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind
Gegenstand der jeweiligen abhängigen Ansprüche.
Dem erfindungsgemäßen Verfahren liegt die prinzipielle Idee zugrunde, daß durch
plastische Verformung im Sinne einer geringfügigen Verringerung der Wandstärke
der Seitenwände und/oder der Deckwand wenigstens eines Segmentes der
Leitungsführungsanordnung eine Druckvorspannung in die
Leitungsführungsanordnung eingebracht wird. Durch eine solche plastische
Verformung der Seitenwände wird eine geringfügige Verlängerung der Seitenwände
in Längsrichtung der Leitungsführungsanordnung erreicht. Die geringfügige
Verlängerung der Seitenwände geht im gestreckten Zustand mit einer Ausbildung
einer Druckvorspannung der Leitungsführungsanordnung einher. Im gestreckten
Zustand der Leitungsführungsanordnung hebt sich die Leitungsführungsanordnung
bogenförmig von einer Ebene ab. Dadurch, daß die erfindungsgemäße
Leitungsführungsanordnung eine Druckvorspannung aufweist, kann die gebogene
Leitungsführungsanordnung längere freitragende Strecken überbrücken als die
bekannten Leitungsführungsanordnungen nach dem Stand der Technik. Alternativ
kann die Leitungsführungsanordnung größere Leitungsgewichte aufnehmen.
Die wenigstens bereichsweise plastische Verformung der Seitenwände kann mit
einem relativ geringen apparativen Aufwand durchgeführt werden. Insbesondere
kann durch das Ausmaß der plastischen Verformung bei unterschiedlichen
Leitungsführungsanordnungen, diese mit verschiedenen Vorspannungen ausgebildet
werden. Dies hat den Vorteil, daß zur Ausbildung unterschiedlicher Vorspannungen
bei Leitungsführungsanordnungen die verwendeten Werkzeuge nicht verändert
werden müssen, wenn es sich zum Beispiel um extrudierte
Leitungsführungsanordnungen handelt.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Seitenwände eines jeden
Segmentes einer plastischen Verformung unterzogen werden. Das Ausmaß bzw. der
Grad der plastischen Verformung ist vorzugsweise bei den Seitenwänden aller
Segmente gleich. Es kann auch zweckmäßig sein, einzelne Segmente oder eine
Mehrzahl von Segmenten einer Leitungsführungsanordnung unterschiedlicher
plastischer Verformung zu unterziehen. Dies kann auch bei einer
Leitungsführungsanordnung der Fall sein, die wenigstens eine Deckwand aufweist.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Verfahren wird
vorgeschlagen, daß die Verformung durch Aufbringen eines Drucks bewirkt wird.
Die Größe des Drucks kann in Abhängigkeit vom Werkstoff der Seitenwände bzw.
der Deckwand unterschiedlich sein.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird vorgeschlagen,
daß die wenigstens eine Seitenwand oder die wenigstens eine Deckwand zwischen
einen Gegenhalter und einen zu dem Gegenhalter und von diesem weg beweglichen
Stempel eingebracht wird. Der Stempel wird gegen die Seitenwand oder die
Deckwand gedrückt, so daß die Deckwand oder die Seitenwand keiner
Biegebeanspruchung unterliegt, da der Gegenhalter mögliche Biegekräfte aufnimmt.
Der Vorteil dieser Verfahrensführung kann auch darin gesehen werden, daß die
Ausbildung des wenigstens einen plastisch verformten Bereichs reproduzierbar ist,
da eine genaue Positionierung der Seitenwand bzw. der Deckwand möglich ist. Die
Verwendung eines Gegenhalters ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn die
Leitungsführungsanordnung durch ein Profil, insbesondere ein im wesentlichen
geschlossenes Profil, gebildet ist.
Ist die wenigstens eine Seitenwand oder die wenigstens eine Deckwand eines
Segmentes einer Leitungsführungsanordnung frei zugänglich, so wird nach einer
weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens vorgeschlagen, daß die
wenigstens eine Seitenwand oder die wenigstens eine Deckwand zwischen einem
ersten und einem zweiten Stempel eingebracht wird. Der erste und der zweite
Stempel werden gegen die Seitenwand oder die Deckwand gedrückt, so daß beide
Stempel eine plastische Verformung der Seitenwand oder der Deckwand bewirken.
Durch diese Verfahrensführung wird eine schnellere Verwirklichung der plastischen
Verformung erreicht.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird
vorgeschlagen, daß ein den Stempel umgebender Niederhalter vorgesehen ist, der
relativ zum Stempel und in Längsrichtung des Stempels beweglich ist. Der
Niederhalter wird zur Anlage an die wenigstens eine Seitenwand oder die
wenigstens eine Deckwand gebracht. Der Stempel wird gegen die Seitenwand bzw.
die Deckwand gedrückt. Der Bewegungsablauf zwischen dem Stempel und dem
Niederhalter ist vorzugsweise so gewählt, daß der Stempel erst dann eine
signifikante Kraft auf die Seitenwand oder die Oberwand ausübt, wenn der
Niederhalter an der Seitenwand bzw. der Deckwand anliegt. Diese
Verfahrensführung hat den Vorteil, daß im Randbereich des Stempels keine oder nur
eine sehr kleine Wulst entsteht, da der Niederhalter der Entstehung einer solchen
Wulst entgegenwirkt. Hierdurch wird auch eine verbesserte plastische Verformung
der Seitenwand bzw. der Deckwand erreicht, da die plastische Verformung nahezu
vollständig in Längsrichtung der Leitungsführungsanordnung erfolgt.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens wird
vorgeschlagen, daß während der Verformung wenigstens im Bereich der
Druckeinwirkung eine thermische Behandlung erfolgt. Durch die thermische Be
handlung wird ein Fließen des Kunststoffes der Seitenwände oder der Deckwand
begünstigt. Vorzugsweise wird während der Verformung wenigstens im Bereich der
Druckeinwirkung Wärme zugeführt. Bevorzugt ist eine Wärmezuführung, die auch
den Umgebungsbereich erwärmt, so daß auch in diesem Bereich ein verbessertes
Fließen des Werkstoffes der Seitenwände bzw. der Deckwand erzielt wird. Die
Wärmezuführung kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß der Stempel selbst oder
der Gegenhalter mit einer Wärmequelle, beispielsweise eine Heizpatrone, versehen
sind.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird
vorgeschlagen, daß die wenigstens eine Seitenwand oder die wenigstens eine
Deckwand nach der Verformung eine Dicke aufweist, die um 10% geringer ist als
die ursprüngliche Dicke der Seitenwand bzw. der Deckwand. Hierdurch wird auch
sichergestellt, daß die Stabilität der Seitenwand bzw. der Deckwand durch die
plastische Verformung in einem ausreichenden Maße erhalten bleibt.
Weitere Vorteile und Einzelheiten des Verfahrens sowie der Leitungsführungs
anordnungen werden anhand des in der Zeichnung dargestellten bevorzugten
Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Leitungsführungsanordnung in einer Vorderansicht,
Fig. 2 die Leitungsführungsanordnung nach Fig. 1 im Schnitt,
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Leitungsführungsanordnung in
einer perspektivischen Ansicht,
Fig. 4 in einer perspektivischen Ansicht ein drittes Ausführungsbeispiel einer
Leitungsführungsanordnung,
Fig. 5 ein viertes Ausführungsbeispiel einer Leitungsführungsanordnung in einer
perspektivischen Ansicht,
Fig. 6 perspektivisch ein fünftes Ausführungsbeispiel einer Leitungsfüh
rungsanordnung,
Fig. 7 schematisch eine Einrichtung zur plastischen Verformung einer Seiten
wand eines Segmentes.
Fig. 1 und Fig. 2 zeigen schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer
Leitungsführungsanordnung. Die Leitungsführungsanordnung 101 ist durch ein
rechteckförmiges Rahmenprofil gebildet. Das Profil ist durch Quertrennungen 107 in
Segmente 102 unterteilt. Die Quertrennungen 107 verlaufen quer zur Längsrichtung
der Leitungsführungsanordnung 101. Sie sind in gleichmäßigen Abständen
zueinander ausgebildet. Die Quertrennungen 107 weisen Längen bis zu einer
gemeinsamen Basis 106 auf. In dem Ausführungsbeispiel ist dargestellt, daß die
Quertrennungen 107 in Ausnehmungen 108 münden, die einen kreisförmigen
Querschnitt aufweisen. Durch die kreisförmigen Ausnehmungen 108 wird die
Biegebeanspruchung der Basis 106 verringert.
Jedes Segment 102 weist zwei im Abstand zueinander angeordnete Seitenwände
103, 104 auf. Die Seitenwände 103, 104 sind durch die Basis 106 sowie die Deck
wand 105 einstückig miteinander verbunden.
Die Seitenwände 103, 104 eines jeden Segmentes 102 weisen jeweils einen plastisch
verformten Bereich 110 auf. Der plastisch verformte Bereich 110 erstreckt sich von
dem der Basis 106 gegenüberliegenden Rand in Richtung der Basis 106. Der
Bereich 110 endet in dem dargestellten Ausführungsbeispiel mit Abstand zur Basis
106. Die Deckwand 105 weist einen plastisch verformten Bereich 109 auf, der sich
quer zur Längsrichtung der Leitungsführungsanordnung 101 erstreckt. Der Bereich
109 der Deckwand 105 geht einstückig über in die Bereiche 110 der Seitenwände
103, 104.
Aus der Schnittdarstellung der Leitungsführungsanordnung 101 nach Fig. 2 ist
ersichtlich, daß die Deckwand 105 von beiden Oberflächen her plastisch verformte
Bereiche 109 aufweist. In dem Bereich 109 weist die Deckwand 105 eine Dicke d
auf, die kleiner ist als die Dicke D der unverformten Deckwand 105. Gestrichelt ist
in der Fig. 2 der ursprüngliche Verlauf der Oberflächen der Deckwand 105
dargestellt. Durch Ausübung eines Druckes, beispielsweise mittels zweier
gegenüberliegender Stempel auf die Deckwand 105 wird diese plastisch verformt, so
daß das Material in Längsrichtung der Leitungsführungsanordnung 101 ausweicht.
Hierdurch erfährt die Deckwand 105 eine Längenänderung in Längsrichtung der
Leitungsführungsanordnung. Die Längenänderung in Längsrichtung der Leitungs
führungsanordnung ist in der Fig. 2 mit Δs bezeichnet. Durch die Verlängerung der
Segmente 102 in Längsrichtung der Leitungsführungsanordnung erhält die
Leitungsführungsanordnung eine Vorspannung, durch die die Leitungsführungs
anordnung in gestreckter Lage bogenförmig gekrümmt ist, wie in der Fig. 1
schematisch dargestellt ist.
In der Fig. 3 ist ein zweites Ausführungsbeispiel einer Leitungsführungsanordnung
117 dargestellt. Die Leitungsführungsanordnung 117 weist zwei sich in
Längsrichtung der Leitungsführungsanordnung erstreckende Kanäle 115, 116 auf,
die parallel zueinander verlaufen. Der Kanal 115 und der Kanal 116 weisen eine
gemeinsame Basis 106 auf, die bandförmig ausgebildet ist. Mit der Basis 106 sind
Seitenwände 103, 104 einstückig verbunden, die jeweils ein Segment 118 bilden.
Zwischen zwei gegenüberliegenden Seitenwänden 103, 104 ist eine Trennwand 111
vorgesehen. Die Seitenwände 103, 104 sowie die Trennwände 111 benachbarter
Segmente 118 sind durch Quertrennungen 107 voneinander getrennt. Die
Quertrennungen 107 verlaufen quer zur Längsrichtung der
Leitungsführungsanordnung 117. Die Quertrennungen erstrecken sich auch durch
Deckwände 112, 113, 114.
Jede Seitenwand 104 weist eine Deckwand 112 auf, die zur gegenüberliegenden
Seitenwand 103 hin gerichtet ist. Die Seitenwand 103 weist eine Deckwand 114 auf,
die zur gegenüberliegenden Seitenwand 104 hin gerichtet ist. Die Trennwand 111
weist eine Deckwand 113 auf, die einen ersten Abschnitt 113a und einen zweiten
Abschnitt 113b aufweist. Der Abschnitt 113a ist zur Seitenwand 103 hin gerichtet.
Der Abschnitt 113b ist zur Seitenwand 104 hin gerichtet. Zwischen der Deckwand
112 und dem Abschnitt 113b sowie zwischen dem Abschnitt 113a und der
Deckwand 114 ist jeweils ein Spalt vorgesehen, durch den eine Leitung in den Kanal
115 bzw. in den Kanal 116 einbringbar ist. Die Deckwand 112, 113, 114 kann auch
federelastisch ausgebildet sein, so daß diese beim Einbringen einer Leitung in den
Kanal 115 bzw. 116 hineinschwenkt und nach dem Durchtritt der Leitung durch den
Spalt wieder in die Ausgangsposition zurückschwenkt.
In dem in der Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Deckwände 112, 113,
114 mit plastisch verformten Bereichen 109 versehen. Die plastisch verformten
Bereiche 109 sind bündig ausgebildet.
Durch die plastisch verformten Bereiche 109 eines jeden Segmentes 118 weist die
Leitungsführungsanordnung 117 eine Druckvorspannung auf, durch die die
Leitungsführungsanordnung 117 infolge einer Bogenbildung eine größere
freitragende Länge haben kann. Alternativ kann in die Kanäle 115, 116 ein höheres
Leitungsgewicht eingebracht werden.
In der Fig. 4 ist ein drittes Ausführungsbeispiel einer Leitungsführungsanordnung
119 dargestellt. Die Leitungsführungsanordnung 119 ist in Form eines doppelten
Rahmenprofils ausgebildet. Es ist aus einem Kunststoff extrudiert.
Die Leitungsführungsanordnung 119 weist einen sich in Längsrichtung der
Leitungsführungsanordnung erstreckenden ersten Kanal 121 auf. Der Kanal 121 ist
durch eine Basis 106 sowie die Seitenwände 103, 104 und eine Deckwand 105 der
Segmente 120 begrenzt. Die Segmente 120 sind durch Quertrennungen 107, die sich
durch die Deckwand 105 sowie durch die Seitenwände 103, 104 bis zu der Basis 106
erstrecken, in dem Profil gebildet. Die Deckwand 105 eines jeden Segmentes 120
weist einen plastisch verformten Bereich 109 auf. Der plastisch verformte Bereich
109 weist einen im wesentlichen kreisförmigen Querschnitt auf. Durch die plastische
Verformung der Deckwand 105 kommt es zu einer Materialverschiebung innerhalb
der Deckwand 105, so daß die Deckwand 105 leicht gekrümmte Stirnflächen
aufweist. Die Deckwand 105 weist eine geringfügig größere Längserstreckung als
eine Deckwand 105 auf, die keiner Verformung unterzogen worden ist. Hierdurch
erhält die Leitungsführungsanordnung 119 eine Druckvorspannung.
Unterhalb der Basis 106 ist ein zweiter Kanal 122 ausgebildet. Unterhalb der Basis
106 sind Krümmungsradiusbegrenzer 124 ausgebildet, durch die der Krümmungs
radius der Leitungsführungsanordnung begrenzt wird. Benachbarte Krüm
mungsradiusbegrenzer 124 sind durch Einschnitte 123 voneinander getrennt. Die
Einschnitte 123 sind im Querschnitt im wesentlichen V-förmig ausgebildet. Die
Stirnflächen 125 benachbarter Krümmungsradiusbegrenzer 124 schließen einen
Winkel α ein, durch den auch der Krümmungsradius bestimmt wird.
In der Fig. 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Leitungsführungsanordnung
dargestellt. Der prinzipielle Aufbau der Leitungsführungsanordnung nach Fig. 5
entspricht dem Aufbau der in der Fig. 4 dargestellten Leitungsführungsanordnung.
Die Leitungsführungsanordnung nach Fig. 5 unterscheidet sich von der in der Fig. 4
dargestellten Leitungsführungsanordnung dadurch, daß in den Deckwänden 105
keine verformten Bereiche 105 ausgebildet sind, stattdessen sind die Seitenwände
103, 104 mit plastisch verformten Bereichen 110 versehen.
Die plastisch verformten Bereiche 110 weisen einen im wesentlichen kreisförmigen
Querschnitt auf. Es ist nicht zwingend, daß die Bereiche 110 einen solchen
Querschnitt aufweisen. Die Querschnitte sowie die Größe der Bereiche 110 bzw. der
Bereiche 109 können so eingestellt oder angepaßt werden, daß die gewünschte
Druckvorspannung der Leitungsführungsanordnung erzielt wird.
Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Leitungsführungsanordnung. Der
prinzipielle Aufbau der Leitungsführungsanordnung nach Fig. 5 entspricht dem
Aufbau der Leitungsführungsanordnung nach Fig. 4. Insofern wird auf die
Ausführungen zur Fig. 4 verwiesen.
Die Leitungsführungsanordnung, wie sie in der Fig. 6 dargestellt ist, weist Segmente
auf, die plastisch verformte Bereiche 109, 110 aufweisen. Die plastisch verformten
Bereiche 109, 110 sind von der Außenseite der Leitungsführungsanordnung her
ausgebildet. Die plastisch verformten Bereiche 110 in den Seitenwänden 103, 104
sind im wesentlichen länglich. Sie erstrecken sich mit Abstand von der Basis 106 bis
zur Deckwand 105 und gehen einstückig in den plastisch verformten Bereich 109
der Deckwand 105 über.
Die plastisch verformten Bereiche einer Leitungsführungsanordnung können an der
Außenfläche der Segmente einer Leitungsführungsanordnung ausgebildet sein.
Zusätzlich oder alternativ können die plastisch verformten Bereiche an der
Innenfläche der Segmente ausgebildet sein. Durch entsprechende Ausgestaltungen
der Bereiche 109, 110 kann die gewünschte Druckvorspannung der Leitungs
führungsanordnung eingestellt werden.
Fig. 7 zeigt beispielhaft eine Seitenwand 103. Es könnte sich hierbei auch um eine
Deckwand 105 handeln. Soweit im weiteren Bezug auf die Seitenwand 103
genommen wird, gilt dies auf die Deckwand 105 in analoger Weise.
Die Seitenwand 103 ist zwischen einem Gegenhalter 129 und einem Stempel 126
angeordnet. Der Stempel 126 ist in Längsrichtung der Achse 128 hin und her
beweglich. Der Stempel 126 ist umgeben von einem Niederhalter 127, der relativ
zum Stempel 126 in Längsrichtung der Achse 128 beweglich ist. Ein Gegenhalter
129 weist eine Erhebung 130 auf, deren Querschnittsfläche im wesentlichen der
Querschnittsfläche des Stempels 126 entspricht. Die Erhebung 130 ist koaxial zum
Stempel 126 ausgebildet.
Wird die Seitenwand 103 zwischen dem Stempel 126 und dem Niederhalter 127
sowie dem Gegenhalter 129 angeordnet, so liegt die Seitenwand 103 an der
Erhebung 130 an. Der Niederhalter 127 wird in Richtung der Seitenwand 103
verfahren, bis dieser an der Seitenwand 103 anliegt. Der Stempel 126 wird in
Richtung der Seitenwand 103 bewegt und zur Anlage an die Seitenwand 103
gebracht. Durch ein weiteres Bewegen des Stempels 128 wird die Seitenwand 103
zwischen dem Stempel 128 und der Erhebung 130 verquetscht. Durch den
Niederhalter 127 wird eine Ausbildung einer Wulst in der Umgebung des Randes
des Stempels 126 verhindert.
Weist der Gegenhalter 129 keine Erhebung 130 auf, so wird lediglich eine einseitige
Vertiefung in der Seitenwand 103 gebildet, wenn der Stempel 126 zum Gegenhalter
129 hin bewegt wird.
101
Leitungsführungsanordnung
102
Segment
103
,
104
Seitenwand
105
Deckwand
106
Basis
107
Quertrennung
108
Ausnehmung
109
,
110
Bereich
111
Trennwand
112
,
113
,
114
Deckwand
113
a,
113
b Abschnitt
115
,
116
Kanal
117
Leitungsführungsanordnung
118
Segment
119
Leitungsführungsanordnung
120
Segment
121
,
122
Kanal
123
Einschnitte
124
Krümmungsradiusbegrenzer
125
Stirnfläche
126
Stempel
127
Niederhalter
128
Achse
129
Gegenhalter
130
Erhebung
KR Krümmungsradius
d, D Dicke
Δs Längenänderung
δ Winkel
KR Krümmungsradius
d, D Dicke
Δs Längenänderung
δ Winkel
Claims (7)
1. Verfahren zum Herstellen einer Leitungsführungsanordnung (101, 117, 119)
zum Führen wenigstens einer Leitung, die miteinander gelenkig verbundene
Segmente (102, 118, 120) aufweist, wobei jedes Segment (102, 118, 120) sich
in Längsrichtung der Leitungsführungsanordnung (101, 117, 119) erstreckende
einstückige Seitenwände (103, 104) und/oder wenigstens eine, mit wenigstens
einer Seitenwand (103, 104) verbundenen Deckwand (105, 112, 113, 114) aus
einem Kunststoff aufweist, bei dem die Seitenwände (103, 104) mindestens
eines Segmentes (102, 118, 120) und/oder die wenigstens eine Deckwand (105,
112, 113, 114) mindestens eines Segmentes (102, 118, 120) wenigstens be
reichsweise plastisch verformt werden, um zu einer geringfügigen
Verlängerung der Seitenwände (103, 104) und/oder der Deckwände (105, 112,
113, 114) zu gelangen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Verformung durch Aufbringen eines
Drucks bewirkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die wenigstens eine Seitenwand (103,
104) oder die wenigstens eine Deckwand (105, 112, 113, 114) zwischen einen
Gegenhalter (129) und einen zu dem Gegenhalter (129) und von diesem weg
beweglichen Stempel (126) eingebracht und der Stempel (126) gegen die
Seitenwand (103, 104) oder die Deckwand (105, 112, 113, 114) gedrückt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem die wenigstens eine Seitenwand (103,
104) oder die wenigstens eine Deckwand (105, 112, 113, 114) zwischen einen
ersten und einen zweiten Stempel eingebracht und der erste und der zweite
Stempel gegen die Seitenwand (103, 104) oder die Deckwand (105, 112, 113,
114) gedrückt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, bei dem ein den Stempel (126) umgebender
Niederhalter (127) vorgesehen ist, der relativ zum Stempel (126) und in
Längsrichtung des Stempels (126) beweglich ist, wobei der Niederhalter (127)
zur Anlage an die wenigstens eine Seitenwand (103, 104) oder die wenigstens
eine Deckwand (5, 12, 13, 14) gebracht und der Stempel (126) gegen die
Seitenwand (103, 104) bzw. die Deckwand (105, 112, 113, 114) gedrückt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem wenigstens während der
Verformung wenigstens im Bereich der Druckeinwirkung Wärme zugeführt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die wenigstens eine
Seitenwand (103, 104) oder die wenigstens eine Deckwand (105, 112, 113,
114) nach der Verformung eine Dicke aufweist, die höchstens 10%
geringfügiger ist als die ursprüngliche Dicke der Seiten- bzw. der Deckwand.
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1998
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