DE19840562A1 - Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem - Google Patents
Sicherheitsbezogenes Steuer- und DatenübertragungssystemInfo
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Abstract
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem bereitzustellen, mit welchem für die Übertragung eines sicherheitsbezogenen Signals die Unterbrechung einer Bitfolge ausreicht. Hierzu ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der auf einem Feldbus (10) übertragene Datenstrom (15, 23) eine der sicherheitsbezogenen Eingangseinrichtung (12, 13) zugeordnete laufende Nummer (26) umfaßt, und eine Unterbrechung des Datenstroms oder der laufenden Nummer (26) das Schalten der zugeordneten Systemkomponente in einen sicheren Zustand zur Folge hat. Ein Kerngedanke der Erfindung ist somit darin zu sehen, daß bereits in Ansprechen auf die Unterbrechung einer bestimmten Dynamik eine zugeordnete sicherheitsbezogene Systemkomponente abgeschaltet werden kann.
Description
Die Erfindung betrifft ein sicherheitsbezogenes Steuer- und
Datenübertragungssystem gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
Im Zuge einer stetig zunehmenden Automatisierung von
Prozeßabläufen erfolgt die gezielte, aufeinander abgestimmte
Ansteuerung und Abfrage einzelner in den Prozeß eingebunden
Maschinen, Anlagen, Aktuatoren und Sensoren häufig unter
Verwendung von seriellen Feldbussystemen. Je komplexer das
Ausmaß bzw. der Grad der Automatisierung ist, desto höher
sind oftmals auch die sicherheitstechnischen Anforderungen,
welchen ein Feldbussystem genügen muß.
Weisen einzelne Maschinen und/oder Anlagen in Ihrer Funktion
Fehler auf, müssen je nach den vorliegenden
sicherheitstechnischen Vorgaben und Normen z. B. einzelne
Geräte, Anlagenbereiche, oder auch der gesamte Prozeß mit
Hilfe entsprechender Steuersignale (z. B. Notaus) in einen
sicheren Zustand gefahren werden.
Um bestehende Feldbussysteme sicherheitstechnisch
dahingehend zu verbessern, daß zur Übertragung derartiger
Steuersignale weder zusätzliche Leitungen noch redundante,
sicherheitsbezogene Baugruppen erforderlich sind, sieht die
Deutsche Offenlegungsschrift 197 42 716.2 vor, in der
Master-Steuereinrichtung und bei den Busteilnehmern jeweils
sicherheitsbezogene Einrichtungen zum Ausführen
vorbestimmter Sicherheitsfunktionen anzuordneten, so daß
diese sicherheitsbezogenen Einrichtungen über den Feldbus
miteinander kommunizieren können.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein sicherheitsbezogenes
Steuer- und Datenübertragungssystem bereitzustellen, mit
welchem für die Übertragung eines sicherheitsbezogenen
Signals, wie beispielsweise ein Notaus-Signal, bereits die
Unterbrechung einer Bitfolge ausreicht.
Die Lösung der Aufgabe ist durch ein sicherheitsbezogenes
Steuer- und Datenübertragungssystem mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gegeben.
An dieser Stelle sei zunächst ausdrücklich darauf
hingewiesen, daß nachfolgend mit dem Begriff "System" sowohl
eine Vorrichtung als auch ein Verfahren erfaßt wird. Ferner
wird der Inhalt der vorstehend aufgeführten DE-OS-197 42 716.2
durch Bezugnahme vollumfänglich auch zum Gegenstand
dieser Offenbarung gemacht.
Ein wesentlicher Kerngedanke der Erfindung liegt darin, ein
sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
derart auszubilden, daß bereits in Ansprechen auf die
Unterbrechung einer bestimmten Dynamik eine zugeordnete
sicherheitsbezogene Systemkomponente abgeschaltet werden
kann.
Vorgesehen ist ein sicherheitsbezogenes Steuer- und
Datenübertragungssystem mit einem seriellen Feldbus, an
welchen eine Master-Einrichtung und wenigstens ein
Busteilnehmer angeschaltet sind. Je nach Art des
Busteilnehmers sind daran sicherheitsbezogene Eingangs-
und/oder Ausgangseinrichtungen ausgebildet, die mit
einzelnen Systemkomponenten verbunden sind, die so über den
Feldbus kommunizieren können. Der über den Feldbus laufende
Datenstrom wird über die Eingangseinrichtung mit notwendigen
Eingangsdaten aktualisiert, so daß unter Ansprechen auf den
jeweiligen Datenstrom über die Ausgangseinrichtung ein
entsprechendes Schalten einer zugeordneten Systemkomponente
bewirkt wird.
Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, daß in den Datenstrom
zusätzlich eine der sicherheitsbezogenen Eingangseinrichtung
zugeordnete laufende Nummer eingefügt ist, und eine
Unterbrechung des Datenstroms oder der laufenden Nummer das
Schalten der zugeordneten Systemkomponente in einen sicheren
Zustand zur Folge hat.
Unter einer sicherheitsbezogenen Eingangs- bzw.
Ausgangseinrichtung ist hierbei eine Einrichtung zu
verstehen, die im wesentlichen unter Ansprechen auf
Zustandsinformationen der Anlage vorbestimmte
Sicherheitsfunktionen ausführt, die es ermöglichen, daß die
gesamte Anlage, vorbestimmte Baugruppen oder Abschnitte der
Anlage einen definierten Zustand erreichen können. So ist
eine Eingangseinrichtung beispielsweise mit einer
überwachenden Systemkomponente, wie einem Sensor und eine
Ausgangseinrichtung mit einer zu sichernden
Systemkomponente, wie einem Roboter verbunden.
Ein derartiges erfindungsgemäßes System bietet den Vorteil,
daß auf die Übertragung einer Steuer-Information, wie
beispielsweise Not-Aus, als explizites Bit innerhalb des
Datenstroms verzichtet werden kann und die Verwendung der
laufenden Nummer in Abhängigkeit von einer erzielbaren
Restfehlerwahrscheinlichkeit bereits als einzige Maßnahme
für sicherheitsgerichtete Anwendungen ausreicht.
In bevorzugter Weiterbildung ist vorgesehen, eine
busteilnehmer- und/oder verbindungsabhängige dynamische
Abfolge für die laufende Nummer vorzudefinieren, so daß das
Senden einer statischen Information, die kein Glied der
Abfolge repräsentiert zum Abschalten zugeordneter
Systemkomponenten führt. Ermöglicht wird hierdurch auch eine
Voreinstellung bei dem jeweiligen Busteilnehmer, die nicht
bei jeder Unterbrechung zum Abschalten führt, sondern
zunächst ein ein- oder mehrmaliges Nichterkennen einer
zugeordneten Nummer toleriert, so daß dieses zu einem
definierten verzögerten Abschalten führt oder durch die
Verzögerung definiert Zeit lässt, durch Korrekturprogramme
oder -routinen Fehler zu beheben.
Ist der Feldbus als Ring ausgebildet, und weist der
Datenstrom eine der Ausgangseinrichtung zugeordnete
Zieladressierung sicherheitsbezogener Daten auf, können die
Busteilnehmer aktiv auf die durchgereichten Informationen
zugreifen, welches zu einer wesentlich schnelleren
Übertragungsgeschwindigkeit führt.
Ist zusätzlich eine Sicherheits-Master-Einrichtung dem
Feldbus angeschaltet, kann hierüber eine zentrale
Weiterverarbeitung der Eingangsinformationen erfolgen,
insbesondere eine Lokalisierung und/oder Visualisierung
einer möglichen Fehlerquelle. Auch kann beispielsweise das
Abschalten der Versorgungsspannung aller Busteilnehmer eine
vordefinierte Reaktion sein.
In der Praxis hat es sich ferner gezeigt, daß
sicherheitsbezogene Einrichtungen oftmals mehrkanalig
ausgebildet werden müssen, um eine geforderte
Sicherheitskategorie zu erreichen oder die notwendige
Datenmenge übertragen zu können.
Zweckmäßigerweise wird zur sicherheitsbezogenen
Kommunikation über den Feldbus ein vorbestimmter Datenrahmen
verwendet, in welchem über die Eingangseinrichtung
sicherheitsbezogene Daten in Form eines Protokolls oder
Telegramms generiert werden. Vorzugsweise ist vorgesehen,
ein Interbus-Protokoll zu verwenden, wobei der Datenrahmen
als Summenrahmen ausgebildet ist, in dem die Nutzdaten aller
angeschalteten Busteilnehmer enthalten sind.
Erfindungsgemäß wird ferner vorgeschlagen, die
Ausgangsbaugruppe mit einer Verknüpfungslogik
bereitzustellen, wodurch eine sicherheitsbezogene
Programmierung durchführbar ist. Darüber hinaus hat es sich
als vorteilhaft erwiesen, Busteilnehmer mit einem
konsistenten Abbild wenigstens von Teilbereichen des zu
steuernden Prozesses auszustatten. So können die
sicherheitsgerichteten Informationen direkt ausgewählt
werden, so daß eine Kommunikation über den Master nicht mehr
notwendigerweise erforderlich ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines
Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den beiliegenden
Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 ein stark schematisiertes Blockdiagramm einer
beispielhaften Interbus-Topologie zur Verwirklichung
der Erfindung,
Fig. 2 eine Prinzipskizze eines beispielhaften Datenrahmens
mit einem, eine laufende Nummer umfassenden
Sicherheitsprotokoll, und
Fig. 3 ein der Fig. 1 entsprechendes Diagramm einer
Interbus-Topologie, bei welchem jedoch zusätzlich ein
Sicherheitsmaster angeschaltet ist.
Fig. 1 zeigt exemplarisch ein Feldbussystem, das auf dem
Interbus-System für ein Steuer- und Datenübertragungssystem,
wie dieses beispielsweise in der Fachliteratur "Interbus-S,
Grundlagen und Praxis", Hüthig Buchverlag, Heidelberg, 1994,
von Alfredo Baginsky et al. beschrieben wird, basiert und
vorzugsweise der DIN EN 19258 genügt.
An den Interbus 10 sind eine Master-Steuereinrichtung 11 und
drei Busteilnehmer 12, 13 und 14 angeschaltet. Ferner sind
drei Datenblöcke 15 skizziert, die in Richtung des Pfeils
"A" die Ringstruktur durchlaufen. Die Busteilnehmer 12 und
13 umfassen hierbei beispielhaft eine sicherheitsbezogene,
mit einem Sensor gekoppelte Eingangseinrichtung, und der
Busteilnehmer 14 eine sicherheitsbezogene
Ausgangseinrichtung, die mit einer zu sichernden Baugruppe
verbunden ist.
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die vorliegende
detaillierte Beschreibung lediglich auf eine beispielhafte
Ausführungsform Bezug nimmt, wohingegen die Erfindung auf
andere Feldbussysteme sowie auf Systeme aus mehreren
zusammengeschalteten, heterogenen Feldbussystemen anwendbar
ist.
Der Interbus 10 ist in an sich bekannter Weise derart
erweitert, daß der Zugriff auf die übertragenen Datenpakete
15 nicht nur dem Master 11, sondern jedem angeschlossenen
Busteilnehmer bzw. Slave möglich ist. Die Slaves sind somit
in der Lage, die durch sie durchgereichten Informationen
aktiv zu lesen und zu bearbeiten.
Die Datenpakete 15 entsprechen Daten-Containern, die alle
angeschlossenen Buskomponenten durchlaufen.
Die bei Fig. 1 dargestellte Topologie des Systems als
Ringsystem wird besonders für schnelle
Übertragungsgeschwindigkeiten verwendet. Der Master muß im
Bussystem nur noch die Aufgabe haben, die eigentliche
Übertragung z. B. durch Generierung des Taktes zu
gewährleisten.
Jede angeschlossene Einheit 12, 13 und 14 ist in der Lage,
die empfangenen Daten zu lesen und zu verarbeiten, wovon
insbesondere der Busteilnehmer 14 mit sicherheitsbezogenen
Ausgangsmodulen Gebrauch macht.
Sowohl die sicherheitsbezogenen Eingangseinheiten 12, 13 als
auch die sicherheitsbezogene Ausgangseinheit 14 sind intern
sicher, d. h. den vorgegeben Sicherheitsanforderungen
entsprechend, aufgebaut. Sie verfügen in der Regel über
mehrkanalige Hardware, entsprechende Software und die für
die Sicherheitskategorie 2 bis 4 jeweils notwendigen, sich
jedoch in ihrer Wirksamkeit unterscheidenden
Selbsttestroutinen.
Beispielhaft wird das vom Interbus 10 bereits bekannte, bei
Fig. 2 dargestellte Summenrahmenprotokoll 20 verwendet, um
die Eingangsdaten 15 des angeschalteten Teilnehmers 14 zu
übertragen. Der Summenrahmen 20 wird in einem Buszyklus
übertragen. Am Anfang der Übertragung befindet sich
beispielsweise ein Start- und am Ende ein Endezeichen 21
bzw. 22 mit z. B. einer Prüf- oder Check-Sequenz.
Sicherheitsbezogene Informationen schließlich werden in ein
Sicherheitsprotokoll 23 eingeschrieben und durch zusätzliche
Informationen, wie insbesondere auch in der vollumfänglich
durch Bezugnahme hier inkorporierten DE-OS-197 42 716.2
beschrieben, abgesichert.
Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß als
sicherheitsbezogene Daten oder Informationen jeweils Daten
verstanden werden, die den Sicherheitszustand des jeweiligen
Bus-Teilnehmers oder auch der Master-Sicherheitseinrichtung
darstellen.
Die Sicherheitszustände eines Bus-Teilnehmers werden von
Überwachungseinrichtungen, insbesondere Sensoren erfaßt, die
den zu sichernden Baugruppen, die an dem jeweiligen
Busteilnehmer angeschaltet sind, zugeordnet sind.
Beispielsweise erfaßt ein Sensor die Drehzahl einer
Maschine. In diesem Fall zeigen die sicherheitsbezogenen
Daten an, ob die Drehzahl der Maschine im Toleranzbereich
liegt oder eine kritische Drehzahl überschritten hat. Das
beispielhaft dargestellte Protokoll 23 umfaßt dann ein
entsprechendes Sicherheitsdatum 23a einschließlich einer
sicherheitsbezogenen Eingangsinformation 24, und einen
Sicherheitscode 23b. Bei den Daten des Sicherheits-Codes
kann es sich beispielsweise um eine negierte
Eingangsinformation 25, eine laufende Nummer 26, eine
Adresse 27, ein Codesicherungsverfahren z. B. "CRC" 28 und um
eine Teilnehmeradresse 29 handeln.
Alle Informationen können für die Sicherheitstechnik
herangezogen werden, müssen aber nicht alle gleichzeitig im
Sicherheitstelegramm 23 vorhanden sein. Wird beispielsweise
in Abhängigkeit von der geforderten Sicherheitskategorie
keine negierte Eingangsinformation 25 benötigt, kann sie im
Sicherheits-Code 23b unberücksichtigt bleiben.
Die alternative Verwendung der einzelnen Maßnahmen kann
ferner davon abhängen, wieviele sicherheitsbezogene Daten
abgesichert werden müssen. In jedem Fall ausschlaggebend ist
jedoch die geforderte Sicherheitskategorie, beispielsweise
nach EN 954-1, woraus sich entsprechende Maßnahmen zur
Vermeidung bzw. Beherrschung von Fehlern ergeben.
Der Teilnehmer 14 mit sicherheitsbezogener
Ausgangseinrichtung macht sich nun die Eigenschaft des
Bussystems zunutze, die gesamten Informationen, die
übertragen werden, ignorieren, kopieren oder verarbeiten zu
können. Erkennt eine sicherheitsbezogene Ausgangskomponente
z. B., daß ein sicherheitsbezogener Eingang gesetzt wurde
(Notaus, . . .), schaltet sie den ihr zugeordneten Ausgang,
und somit die zu sichernde Baugruppe in den sicheren
Zustand. Auf welchen sicherheitsbezogenen Eingang welcher
sicherheitsbezogene Ausgang reagieren soll, wird dabei vom
Anwender parametriert. Vorprogrammierte Funktionsbausteine
können ihm diese Arbeit besonders bei umfangreichen
sicherheitsbezogenen Daten erleichtern.
Die mit einer Eingangsbaugruppe verbundene
sicherheitsbezogene Eingangseinrichtung 12, 13 generiert den
oben beschriebenen Sicherheits-Code und fügt die notwendigen
Informationen wie z. B. die auf einem Algorithmus basierende
laufende Nummer 26 in den Datenstrom ein. Eine eigene
Programmierung der sicherheitsbezogenen Eingangseinrichtung
ist daher in den meisten Fällen nicht erforderlich. Je nach
Ausprägung des Teilnehmers muß er nicht in jedem Fall auch
sicherheitsgerichtet aufgebaut werden.
Eine Unterbrechung des Datenstroms oder der laufenden Nummer
führt dazu, daß die sicherheitsbezogene Ausgangseinrichtung
14 die ihr zugeordneten Ausgänge in den sicheren Zustand
schaltet, einen sogenannten "(Application-)Watchdog"
realisiert. Dabei ist es möglich, daß nicht jede
Unterbrechung zum Abschalten führt, sondern daß der
Teilnehmer ein ein- oder mehrmaliges Nichterkennen einer
Nummer vordefiniert ignoriert.
Die Festlegung auf eine teilnehmerabhängige, fest
vorgegebenen Wertemenge für die laufende Nummer, erlaubt
ferner die Zuordnung eines Einganges zu verschiedenen
Ausgängen und umgekehrt. Folglich kann bei dem angegebenen
Beispiel die Verwendung der laufenden Nummer 26 in
Abhängigkeit von der erzielbaren
Restfehlerwahrscheinlichkeit auch als einzige Maßnahme für
die sicherheitsbezogene Anwendungen ausreichend sein. Sogar
der Verzicht auf die Übertragung der Information wie z. B.
Notaus als explizites Bit im Sicherheitsprotokoll 23 ist bei
entsprechender Auswahl der Maßnahme(n) im Sicherheits-Code
23b möglich.
Ferner ist eine teilnehmerabhängige bzw.
verbindungsabhängige Definition von Wertemengen für die
laufende Nummer 26 erfindungsgemäß verwendbar. Das
Abschalten der sicherheitsbezogenen Ausgänge könnte auch z. B.
durch das Senden einer statischen Information, die nicht
im Wertebereich der laufenden Nummer liegt, erfolgen.
Im Bussystem können sich mehrere sicherheitsbezogene
Eingangs- und Ausgangseinrichtungen gemischt mit nicht
sicherheitsbezogenen Ein- bzw. Ausgangseinheiten oder aber
auch nur sicherheitsbezogene bzw. nicht sicherheitsbezogene
Informationen befinden.
In vielen Fällen müssen die Sicherheitskomponenten wie zuvor
beschrieben mehrkanalig aufgebaut werden, um die geforderte
Sicherheitskategorie zu erreichen oder um eine entsprechend
hohe Datenmenge übertragen zu können. Für geringere
Anforderungen kann aber auch eine einkanalige Realisierung
ausreichend sein. Speziell die Eingangsbaugruppen können bei
entsprechendem Aufbau des Sicherheits-Codes 23b ohne
Mehrkanaligkeit auskommen.
Besitzen alle Teilnehmer 12, 13 und 14, insbesondere aber
die Ausgangkomponente 14, ein konsistentes Abbild des
Prozesses, werden auf dieser die sicherheitsbezogenen
Informationen eigenständig und direkt ausgewählt. Eine
Kommunikation über den Master 11 oder eine Verarbeitung der
Information auf einer (Sicherheits-) Steuerung wie in
heutigen Master-/Slave-Systemen ist dann nicht mehr
unbedingt erforderlich, jedoch immer noch möglich.
So ist es auch möglich, daß ein Anwender auf einer
Ausgangsbaugruppe Verknüpfungsregeln erstellt und dadurch
eine sicherheitsbezogene Programmierung durchführt. Senden
z. B. die sicherheitsbezogenen Eingangsmodule dynamisierte
Eingangswerte, müssen sie selbst u. U. nicht
sicherheitsgerichtet aufgebaut sein. Die Bearbeitung der
Eingangsinformationen übernimmt dann ein, bei Fig. 3 mit 30
gekennzeichneter Sicherheits-Master. Der Sicherheits-Master
30 lokalisiert insbesondere die Fehlerquelle und zeigt sie
beispielsweise akustisch und/oder optisch an zentraler
Stelle an. Das Ergebnis der Reaktion wird dabei im
Abschalten der Versorgungsspannung aller oder nur einiger
Teilnehmer 12, 13, und 14 bestehen. Der Sicherheits-Master
30 übernimmt im erster Fall dann die Funktion einer
zentralen Abschalteinrichtung, die heute noch vorwiegend mit
Notaus-Relais vorgenommen wird.
Vom Prinzip kann die sicherheitsbezogene Ausgangskomponente
14 auch als verteilte Sicherheits-Master bezeichnet werden.
Claims (10)
1. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
umfassend
- - einen seriellen Feldbus (10) mit einer daran angeschalteten Master-Einrichtung (11) und wenigstens einem Busteilnehmer (12, 13, 14),
- - wobei der Busteilnehmer wenigstens eine sicherheitsbezogene Eingangs- und/oder Ausgangseinrichtung für weitere Systemkomponenten umfaßt, die über den Feldbus (10) kommunizieren können,
- - wobei über die Eingangseinrichtung (12, 13) eine Aktualisierung des Feldbus-Datenstroms (15) erfolgt, und
- - über die Ausgangseinrichtung (14) unter Ansprechen auf den Datenstrom (15) das Schalten einer zugeordneten Systemkomponente erfolgt,
- - der Datenstrom eine der Eingangseinrichtung (12, 13) zugeordnete laufende Nummer (26) umfaßt, und
- - eine Unterbrechung des Datenstroms (15) oder der laufenden Nummer (26) das Schalten der zugeordneten Systemkomponente in einen sicheren Zustand zur Folge hat.
2. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Busteilnehmer- und/oder verbindungsabhängige
dynamische Abfolge für die laufende Nummer (26)
vordefiniert ist.
3. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Feldbus (10) eine Ringstruktur aufweist und über den
Datenstrom eine der Ausgangseinrichtung zugeordnete
Zieladressierung (27) sicherheitsbezogener Daten (23a,
23b) erfolgt.
4. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
an den Feldbus (10) eine Sicherheits-Master-Einrichtung
(30) angeschaltet ist.
5. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Eingangs- und/oder
Ausgangseinrichtungen (12, 13, 14) mehrkanalig
ausgebildet ist.
6. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kommunikation über den Feldbus
(10) unter Verwendung eines vorbestimmten Datenrahmens
(20) erfolgt.
7. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß über die
Eingangseinrichtung (12, 13) sicherheitsbezogene Daten
(23a, 23b) innerhalb des Datenrahmens (20) generiert
werden.
8. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Feldbus ein Interbus nach DIN EN
19258 mit einem Summenrahmen (20) als Datenrahmen ist,
der Eingangs- und/oder Ausgangsdaten (15) des
Busteilnehmers (12, 13, 14) umfaßt.
9. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Ausgangsbaugruppe (14) eine
Verknüpfungslogik umfaßt.
10. Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem
nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Busteilnehmer (12, 13, 14) ein
Abbild wenigstens eines Teils des zu steuernden
Prozesses aufweist.
Priority Applications (1)
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| DE1998140562 DE19840562B4 (de) | 1998-09-07 | 1998-09-07 | Sicherheitsbezogenes Steuer- und Datenübertragungssystem |
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