DE19837653C1 - Elektromagnetisches Drehankerrelais - Google Patents
Elektromagnetisches DrehankerrelaisInfo
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Abstract
Das Relais besitzt ein U-förmiges Joch (2) mit einer Spule (3) und zwei parallelen Polschenkeln (21), zwischen denen ein Drehanker (4) zwischen einer Ruhe-Winkelposition und einer Arbeits-Winkelposition schwenkbar ist. Eine Kontaktfeder (7), die mit mindestens einem Festkontakt (81, 91) zusammenwirkt, wird durch den Anker über einen Schaltnocken betätigt. Dabei wird die Ankerbewegung sowohl in Richtung zur Arbeitsposition als auch zur Ruheposition anschlaglos durch Federkraft begrenzt. DOLLAR A Dadurch erzeugt das Relais nahezu kein Schaltgeräusch.
Description
Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches Drehankerre
lais mit
- - einem Sockel aus Isolierstoff, der eine Bodenseite defi niert,
- - einem U-förmigem Joch, das mit zwei parallelen Polschenkeln senkrecht zur Bodenseite auf dem Sockel steht,
- - einer Spule zur Erzeugung eines Magnetflusses in den Pol
schenkeln,
wobei die Polschenkel an ihren Innenseiten jeweils Jochpol flächen in Form von Zylindersegmenten aufweisen, - - mit einem zwischen der Spule und dem Sockel zentrisch zwi schen den Polschenkeln um eine zu diesen parallele Achse drehbar gelagerten Anker, der an seinen äußeren Enden je weils periphere Ankerpolflächen in Form von Zylindersegmen ten aufweist, die den Jochpolflächen bei einer vorgegebenen Arbeits-Winkelposition berührungslos gegenüberstehen, wobei der Anker durch eine Rückstellfeder in eine Ruhe- Winkelposition vorgespannt ist,
- - ferner mit mindestens einem in dem Sockel verankerten Ge genkontaktträger mit einem Festkontakt und
- - mindestens einer durch den Anker betätigbaren Kontaktfeder, die mindestens einen mit dem Festkontakt zusammenwirkenden beweglichen Kontakt trägt und mit einem durch den Sockel geführten Anschluß verbunden ist.
Elektromagnetische Relais zum Schalten von Gleichstromlasten,
wie sie vorzugsweise in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden,
verursachen im Fahrgastinnenraum störende Schaltgeräusche. Um
diese Schaltgeräusche, die durch das Auftreffen eines Klap
pankers auf eine Polfläche bzw. durch Rückfallen auf einen
Anschlag oder durch das Auftreffen von Schaltkontakten ent
stehen, zu vermindern, ist es beispielsweise bekannt, ein
doppeltes Gehäuse mit schalldämmenden Eigenschaften zu ver
wenden und dieses zumindest teilweise mit schallverzehrenden
Materialien zu füllen. Diese bekannten Maßnahmen sind aufwen
dig und teuer, sie vergrößern das Volumen eines Relais und
haben nur eine schalldämpfende bzw. schalldämmende Wirkung,
während das eigentliche Problem der Schallentstehung nicht
gelöst wird.
Ein Relais der eingangs genannten Art, wie es grundsätzlich
aus der US 3 261 943 bekannt ist, besitzt ein Drehanker-
Magnetsystem, welches durch eine Rotationsbewegung schaltet,
wobei die Polflächen des Ankers berührungslos zwischen den
Jochpolflächen gleiten und so zumindest keine Anker-
Anschlaggeräusche verursachen. Allerdings ist das dort be
schriebene Relais im Gesamtaufbau noch relativ kompliziert
und voluminös. So besitzt dort das Magnetsystem zusätzlich zu
dem U-förmigen Joch einen parallel zu den Jochschenkeln ange
ordneten, senkrechten Kern, der die Spule trägt; auf diese
Weise ergibt sich eine relativ große Bauhöhe des Relais. Die
bewegliche Kontaktfeder ist als Brückenkontaktfeder mit dem
Anker verbunden, wobei einer von zwei Kontaktschenkeln zu
gleich die Ankerrückstellung bewirkt, wodurch der Ankeran
schlag in der Ruheposition keine Dämpfung erfährt und somit
ein Schaltgeräusch verursacht. Außerdem ist bei der dortigen
Konstruktion ein Umschaltkontakt, wie er für verschiedene An
wendungszwecke wünschenswert ist, nicht zu verwirklichen.
Aus der DE-PS 11 86 151 ist außerdem bereits ein Drehankerre
lais bekannt, bei dem ein U-förmiges Joch auf seinem Mit
telabschnitt eine Spule trägt und unterhalb der Spule eine
Lagerplatte für einen Drehanker angeordnet ist. Unterhalb des
Ankers trägt eine Grundplatte Kontaktfedern, die vom Anker
über Druckorgane betätigt werden. Auch bei diesem Relais wird
das Schaltgeräusch nicht vermieden, da der Anker mit beiden
Schenkeln auf die Jochschenkel aufschlägt.
Ferner ist aus der DE-AS 10 54 579 ein Drehankerrelais be
kannt, wobei ein mäanderförmig ausgebildeter, an seinen Enden
abgewinkelter Drehanker konzentrisch innerhalb zweier Pol
schenkel eines U-förmigen Rückschlusses angeordnet ist. Der
Anker ist fest mit einem Kern verbunden, der axial innerhalb
einer von dem Rückschluß umschlossenen Spule drehbar angeord
net ist. Die Betätigung von Kontakten ist dort allerdings
nicht näher gezeigt.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Relais der ein
gangs genannten Art zu schaffen, bei dem die geräuschlose
Schaltbewegung des Drehankers genutzt wird, wobei aber zu
gleich ein einfacherer Aufbau, eine vielseitigere Gestal
tungsmöglichkeit mit Öffner, Schließer und Wechslerausführung
ermöglicht und auch beim Rückfallen des Ankers in die Ruhepo
sition jedes Anschlaggeräusch vermieden wird.
Erfindungsgemäß wird dieses Ziel bei einer ersten Ausfüh
rungsform der Erfindung dadurch erreicht, daß die Spule auf
einem zu den Polschenkeln senkrechten, als Kern dienenden
Mittelabschnitt des Joches angeordnet ist,
daß zwischen der Spule und dem Anker eine nichtmagnetische Lagerplatte für den Anker parallel zu Bodenseite angeordnet ist,
daß die Kontaktfeder unterhalb des Ankers angeordnet ist und durch einen mit dem Anker verbundenen Schaltnocken betätigt wird und
daß die Ankerbewegung in die Ruhe-Winkelposition ebenfalls durch Federkraft begrenzt ist.
daß zwischen der Spule und dem Anker eine nichtmagnetische Lagerplatte für den Anker parallel zu Bodenseite angeordnet ist,
daß die Kontaktfeder unterhalb des Ankers angeordnet ist und durch einen mit dem Anker verbundenen Schaltnocken betätigt wird und
daß die Ankerbewegung in die Ruhe-Winkelposition ebenfalls durch Federkraft begrenzt ist.
Bei dem erfindungsgemäß verwendeten Drehankersystem erfolgt
also die Schaltbewegung nahezu geräuschlos, und zwar in bei
den Bewegungsrichtungen des Ankers. Der Anker ist mittels ei
nes Lagerzapfens in der Lagerplatte gelagert, so daß an der
Unterseite des Ankers Platz ist für das Kontaktsystem. Vor
zugsweise besitzt der Lagerzapfen an der Unterseite des An
kers einen Fortsatz, der den Schaltnocken in Form einer ex
zentrischen Umfangsvergrößerung bildet oder trägt. Das heißt,
der Schaltnocken kann einstückig mit dem Lagerzapfen ausge
bildet oder durch Umspritzen oder Aufstecken mit dem Lager
zapfen oder mit dem Anker selbst verbunden sein. Durch diesen
Schaltnocken wird die Rotationsbewegung des Ankers auf die
vorgespannte Kontaktfeder übertragen. Dabei kann durch die
Gestaltung der Schaltkurve die Auftreffgeschwindigkeit der
Kontakte, die ein Maß für das Kontaktgeräusch ist, so gemin
dert werden, daß auch eine wesentliche Geräuschminderung der
auftreffenden Schaltkontakte erreicht wird. Durch die Ausbil
dung der Schaltkurve können der Schaltzeitpunkt und die Auf
treffgeschwindigkeit der Kontakte optimiert und variabel
festgelegt werden.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist die Kontaktfeder
in Richtung der Arbeits-Winkelposition des Ankers hin zu ei
nem Schließer-Gegenkontakt vorgespannt, während die gesondert
vorgesehene Rückstellfeder auf den Anker entgegen der Vor
spannung der Kontaktfeder wirkt. Auf diese Weise wird durch
die Kombination von Kontaktfeder und Rückstellfeder erreicht,
daß die Ankerbewegung sowohl in Anzugsrichtung als auch in
Abfallrichtung jeweils durch Federkraft begrenzt wird und in
beiden Richtungen ein Aufprallgeräusch vermieden wird. In der
Ruhe-Winkelposition des Ankers wird dabei die Kontaktfeder
durch den Schaltnocken unter Einwirkung der Rückstellfeder
entgegen ihrer eigenen Vorspannung gegen einen Öffner-
Gegenkontakt gedrückt, falls ein solcher vorgesehen ist.
In einer zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform wird das
obengenannte Ziel bei einem Relais der eingangs genannten Art
dadurch erreicht, daß die Spule auf einem zu den Polschenkeln
senkrechten, als Kern dienenden Mittelabschnitt des Joches
angeordnet ist, daß zwischen der Spule und dem Anker eine
nichtmagnetische Lagerplatte für den Anker parallel zur Bo
denseite angeordnet ist und daß die Kontaktfeder an der Un
terseite des Ankers befestigt ist und den beweglichen Kontakt
auf einem in Radialrichtung nach außen vorgespannten Gleit
kontaktschenkel trägt, wobei der bewegliche Kontakt zumindest
in einer der beiden vorgegebenen Winkelpositionen des Ankers
mit einem in Radialrichtung gegenüberstehenden Festkontakt
zusammenwirkt.
Bei dieser zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Re
lais wird also ebenfalls die Rotationsbewegung des Drehanker-
Magnetsystems zu einer nahezu geräuschlosen Schaltbewegung
verwendet. Zur Minderung des Schaltgeräusches ist in diesem
Fall jedoch die Kontaktfeder nicht getrennt vom Anker befe
stigt, sondern sie ist mit dem Anker direkt verbunden, wäh
rend der bewegliche Kontakt als Gleitkontakt in einer
Schleifbewegung mit einem entgegenstehenden Schließer
und/oder Öffnerkontakt verbunden wird. Die Stromzuführung zu
dieser mit dem Anker verbundenen Kontaktfeder kann wahlweise
über einen weiteren, dem beweglichen Kontakt radial gegen
überliegenden Gleitkontakt oder über eine flexible Zuleitung
in Form einer Litze erfolgen.
Das erfindungsgemäß bei beiden Ausführungsformen verwendete
Drehanker-Magnetsystem hat den Vorteil, daß die Arbeit des
Magnetsystems, also das Produkt aus Kraft und Weg, nahezu
gleich ist mit der eines konventionellen Klappankerrelais mit
vergleichbarer Baugröße; das heißt, daß bei gleicher Baugröße
gleiche Kennwerte für das erfindungsgemäße geräuscharme Re
lais erzielbar sind wie bei einem herkömmlichen Klappanker
relais mit lautem Schaltgeräusch.
Das erfindungsgemäße Relais erzielt ein besonders effektives
Ansprechverhalten, wenn der Anker an seinen beiden äußeren
Enden zum Sockel hin abgewinkelte Polstücke aufweist, die die
zylindrischen Ankerpolflächen bilden; der Anker besitzt also
in diesem Fall eine U-Form. Die Lagerplatte besteht weiterhin
vorzugsweise aus einem nichtferromagnetischen Metall, und sie
kann sowohl zur Befestigung der als auch als Stromzuführung
für die Kontaktfeder dienen. Weiterhin ergibt sich ein beson
ders einfacher und wirksamer Aufbau des Relais, wenn minde
stens einer der Polschenkel einen durch den Sockel geführten
Anschlußstift als Stromzuführung zur Kontaktfeder aufweist.
Wenn die Kontaktfeder an der metallischen Lagerplatte befe
stigt ist, kann also ohne zusätzliche Teile die Stromzufüh
rung über einen oder beide Polschenkel und über die Lager
platte unmittelbar zur Kontaktfeder erfolgen. Falls höhere
Ströme zu schalten sind, ist es zweckmäßig, den beweglichen
Kontakt unmittelbar über eine Litze mit der Lagerplatte oder
mit einem der Polschenkel zu verbinden.
Wie erwähnt, trägt das einteilige Joch auf seinem Mittelab
schnitt als Kern die Spule. Um den Spulenkörper auf diesem
Mittelabschnitt anordnen zu können, kann er entweder als
Spritzgießteil auf dem gebogenen Joch erzeugt werden oder er
kann mit einem Längsschlitz versehen sein und so nachträglich
aufgesteckt werden.
Um den Kraft/Weg-Verlauf der Kennlinie des Magnetsystems zur
Kraft/Weg-Kennlinie des Feldersatzes zu optimieren, können
die beiden Polschenkel des Ankers im Bereich der Polflächen
variabel ausgeführt sein; das heißt, daß die Ankerpolflächen
gegenüber den Jochpolflächen beispielsweise schräg geführte
oder bogenförmig gekrümmte Begrenzungskanten aufweisen.
Die Erfindung wird nachfolgend an Ausführungsbeispielen an
hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 und 2 ein erfindungsgemäß gestaltetes Relais in per
spektivischer Ansicht von zwei Seiten,
Fig. 3 das Relais von Fig. 1 in Explosionsdarstellung,
Fig. 4 das Relais von Fig. 1 in einem Längsschnitt durch
die Ankerachse,
Fig. 5 das Joch und den Anker des Relais von Fig. 1 -
leicht abgewandelt - in perspektivischer Detaildarstellung,
Fig. 6 und 7 eine Schnittansicht VI-VI aus Fig. 4 auf den
Anker in der Ruhe-Winkelposition und in der Arbeits-
Winkelposition,
Fig. 8 eine Fig. 6 entsprechende Ansicht auf ein Relais mit
abgewandelter Kontaktfeder in Ruheposition (gestrichelt) und
in Arbeitsposition (durchgezogene Linie) des Ankers und
Fig. 9 eine Fig. 8 vergleichbare Schnittansicht eines Re
lais mit weiter abgewandelter Kontaktfederform, ebenfalls in
Ruhe-Winkelposition (gestrichelt) und in Arbeits-
Winkelposition (durchgezogene Linien) des Ankers.
Das in den Fig. 1 bis 5 dargestellte Relais besitzt eine
Sockel 1, auf welchem ein Magnetsystem mit einem U-förmigen
Joch 2 befestigt ist. Das Joch 2 besteht aus zwei parallelen
Polschenkeln 21 und einem mittleren Kernabschnitt 22. Auf
letzterem ist eine Spule 3 mit einem Spulenkörper 31 und ei
ner Wicklung 32 angeordnet. Außerdem besitzt das Magnetsystem
einen Anker 4, der mittels eines Lagerzapfens 5 in einer un
terhalb der Spule mit den Polschenkeln 21 verbundenen Lager
platte 6 drehbar gelagert ist.
Der aus thermoplastischem Kunststoff bestehende Spulenkörper
31 kann unmittelbar durch Umspritzen des Kernabschnittes 22
erzeugt werden. Er kann aber auch mit einem Längsschlitz 33
(Fig. 1 und 3) versehen sein und so auf den Kernabschnitt
22 aufgesteckt werden, bevor er mit der Wicklung 32 versehen
wird. An den Flanschen des Spulenkörpers sind Ansätze 34 an
geformt, in denen eingespritzte Spulenanschlußstifte 35 iso
liert zum Sockel geführt sind, wo sie dann durch den Sockel 1
zu dessen Unterseite, die als Bodenseite 11 dient, und nach
außen geführt sind.
Die beiden Polschenkel 21 des Joches sind an ihren Enden zu
Anschlußstiften 23 geformt, die in Durchbrüchen des Sockels 1
nach außen geführt sind und als Anschlüsse für eine Kontakt
feder 7 bzw. einen mit dieser verbundenen beweglichen Kontakt
71 dienen. Nach dem Aufbringen der Wicklung 32 auf den Spu
lenkörper 31 und dem Verbinden der Wicklungsenden mit den An
schlußstiften 35 wird unterhalb der Spule die Lagerplatte 6
zwischen den beiden Polschenkeln 21 befestigt. Die Lagerplat
te besteht aus elektrisch leitfähigem, aber nicht ferromagne
tischem Metall. Sie dient zur zentrischen Aufnahme des Lager
zapfens 5 für den Anker 4 sowie zum Einhängen einer Rück
stellfeder 51 für den Drehanker. Außerdem ist an der Lager
platte 6 die Kontaktfeder 7 mit einem Befestigungsschenkel 72
(Fig. 2 und 3) befestigt. Für den Fall, daß große Ströme ge
schaltet werden sollen und das Material oder der Querschnitt
der Kontaktfeder hierfür nicht ausreichen, ist im vorliegen
den Beispiel eine zusätzliche Litze 73 vorgesehen, die den
Strom unmittelbar von der Lagerplatte 6 zum beweglichen Kon
takt 71 am freien Ende der Kontaktfeder 7 führt.
In dem aus thermoplastischem Kunststoff bestehenden Sockel 1
dienen weiterhin zwei eingespritzte (runde oder auch) eckige,
elektrisch hochleitfähige Drähte (zum Beispiel aus Kupfer)
als Anschlußstifte und Gegenkontaktelemente 8 und 9, welche
jeweils darauf geschweißte oder gelötete Festkontakte, näm
lich einen Öffnerkontakt 81 und einen Schließerkontakt 91
tragen. Zum Schutz des Relais wird außerdem eine Kappe 10
aufgesetzt, welche mit dem Sockel 1 ein geschlossenes Gehäuse
bildet. Durch einen Verguß 12 wird der Gehäusespalt abgedich
tet.
Der Anker 4 besitzt an seinen beiden Enden nach unten, also
in Richtung zum Sockel, abgewinkelte Ankerpolstücke 41, wo
durch er insgesamt eine U-förmige Gestalt erhält. In diesem
durch den U-förmigen Anker 4 und den Sockel 1 gebildeten Raum
ist das Kontaktsystem untergebracht, wodurch sich eine sehr
kompakte Bauform ergibt. Wie sich in den Fig. 5, 6 und 7
am besten ersehen läßt, sind die Polschenkel 21 in Form von
Zylindersegmenten nach innen gewölbt und bilden so zur An
kerachse rotationssymmetrische Jochpolflächen 24, denen der
Anker mit entsprechend zylinderförmig gewölbten Außenpolflä
chen 42 an den Polstücken 41 mit engem Abstand gegenüber
steht.
Um den Kraft/Weg-Verlauf der Kennlinie des Magnetsystems zur
Kraft/Weg-Kennlinie des Federsatzes zu optimieren, können die
beiden Polstücke 41 des Ankers, die bei der Ausführungsform
gemäß Fig. 3 mit ihren Seitenkanten 43 parallel zu den Sei
tenkanten der Polschenkel verlaufen, auch gemäß Fig. 5
schräg geschnittene, bogenförmig gekrümmte oder auf andere
Weise abgewandelte Seitenkanten 44 aufweisen. Diese stehen
dann nicht mehr parallel zu den Seitenkanten 25 der Polschen
kel, so daß auf diese Weise die Drehmoment-Kennlinie des Ma
gnetsystems verändert wird.
Zur Betätigung der Kontaktfeder besitzt der Lagerzapfen 5 im
Bereich unterhalb des Ankers einen angeformten exzentrischen
Schaltnocken 52, der seitlich an der quer zum Anker verlau
fenden Kontaktfeder 7 anliegt. Dabei ist der Schaltnocken 52
so gestaltet, daß er in der Ruhelage des Ankers die Kontakt
feder 7 mit ihrem beweglichen Kontakt 71 gegen den Öffner-
Festkontakt 81 drückt. Durch eine Überbiegung der Kontaktfe
der 7 wird die notwendige Abbrandsicherheit erreicht.
Nach dem Zusammenbau des Relais ergibt sich die Funktion, wie
sie anhand der Fig. 6 und 7 zu sehen ist. In der Ruhe-
Winkelstellung des Ankers (Fig. 6) befinden sich die Anker
polflächen 42 außerhalb des Bereiches der Jochpolflächen 24.
Diese Position wird durch die Rückstellfeder 51 erreicht. Da
bei drückt der Schaltnocken 52 auf die in die Arbeitsposition
zum Schließer-Festkontakt 91 vorgespannte Kontaktfeder und
drückt sie entgegen ihrer Vorspannung an den Öffner-
Festkontakt 81.
Bei Erregung des Magnetkreises erfährt der Anker 4 mit seinen
beiden Polstücken 41 ein Drehmoment, welches größer ist als
das entgegengesetzte Drehmoment der Rückstellfeder 51; er
dreht in Richtung der beiden Polschenkel 21. Die Nockenkurve
des Schaltnockens 52 gibt die vorgespannte Kontaktfeder 7
frei, so daß der bewegliche Kontakt 71 mit dem Schließer-
Festkontakt 91 geschlossen wird. Je weiter der Anker 4 mit
seinen beiden Polflächen 42 die Jochpolflächen 24 der Pol
schenkel 21 überdeckt, desto kleiner wird das Drehmoment des
Ankers 4; das bedeutet, daß der Anker in seiner Endstellung
anschlaglos und daher geräuschlos stehenbleibt, bei der das
Gegen-Drehmoment der Rückstellfeder 51 und das Drehmoment des
Magnetsystems gleich groß sind (Fig. 7).
Beim Abschalten des Erregerkreises wird der Anker 4 durch das
Drehmoment der Rückstellfeder 51 in seine Ruhelage gemäß
Fig. 6 zurückgedreht, wobei der mit dem Anker verbundene
Schaltnocken 52 die Kontaktfeder 7 mit dem beweglichen Kon
takt 71 gegen den Öffner-Festkontakt 81 drückt. Auch hier
entsteht kein geräuscherzeugender Rückanschlag des Dre
hankers, da die Ruhelage durch das Gegenmoment der Kontaktfe
der-Vorspannung und der zusätzlichen Überbiegung für die Ab
brandsicherheit bestimmt wird.
Bei diesem Relais wird die Auftreffgeschwindigkeit der Kon
takte, also des beweglichen Kontaktes 71 auf die Festkontakte
81 bzw. 91, die ein Maß für das Kontaktgeräusch ist, durch
die Schaltkurve des Schaltnockens gemindert, so daß das Ge
räusch gegenüber herkömmlichen Relais bereits wesentlich ver
mindert ist. Durch die Ausbildung dieser Schaltkurve können
der Schaltzeitpunkt und die Auftreffgeschwindigkeit der Kon
takte je nach den Anforderungen optimiert und variabel fest
gelegt werden.
Eine andere Möglichkeit, das Kontaktgeräusch zu vermindern,
ist in den Fig. 8 und 9 gezeigt, bei denen die Kontakte
jeweils als Gleitkontakte ausgebildet sind.
In Fig. 8, die eine den Fig. 6 und 7 entsprechende Sicht
auf den Anker zeigt, ist eine Ausführungsform dargestellt,
bei der die Kontaktfeder 7 fest mit dem Anker 4 verbunden
ist. Sie besitzt an ihrem freien Ende einen senkrecht abgebo
genen, in Radialrichtung nach außen vorgespannten Gleitkon
taktschenkel 74, der einen beweglichen Gleitkontakt 75 trägt.
Der Öffner-Festkontakt 81 und der Schließer-Festkontakt 91
sind in diesem Fall nebeneinander auf einer Kreisbahn derart
versetzt und schräg angeordnet, daß sie dem beweglichen
Gleitkontakt jeweils bei der Ruhe-Winkelposition des Ankers 4
(gestrichelt gezeichnet) bzw. bei der Arbeits-Winkelposition
(mit durchgezogener Linie gezeichnet) radial gegenüberstehen.
Durch die schräggestellten Festkontakte läuft der Federkon
takt auf und erzeugt den erforderlichen Kontaktdruck und die
Abbrandsicherheit. Im Kräftegleichgewicht (sowohl in der Ar
beitsstellung als auch in der Ruhestellung) bleibt der Anker
anschlaglos stehen. Die Kontaktfeder 7 ist auch in diesem
Fall über eine Litze 73 mit der Lagerplatte 6 bzw. einem der
Polschenkel 21 elektrisch verbunden. Da das Relais ansonsten
genauso aufgebaut ist wie bei dem vorhergehenden Beispiel,
ergibt sich auch die Funktion aus der obigen Beschreibung.
Eine weitere Abwandlung ist in Fig. 9 gezeigt. Wie bei der
Ausführungsform gemäß Fig. 8 besitzt die Kontaktfeder 7 ei
nen beweglichen Gleitkontakt 75, der mit den Festkontakten 81
und 91 in gleicher Weise wie vorher zusammenwirkt. Anstelle
der Anbindung der Kontaktfeder über eine Litze 73 geschieht
dies gemäß Fig. 9 über einen weiteren Gleitkontakt 76, der
an einer Zuleitungs-Kontaktbahn 77 federnd anliegt und in
beiden Endstellungen des Ankers mit dieser in Kontakt bleibt.
Sie besitzt zwei zueinander schräg gestellte Kontaktabschnit
te, auf denen der Gleitkontakt 76 jeweils zum Ende der
Schaltbewegung aufläuft. So wird der gleiche Bremseffekt wie
bei den schräggestellten Gegenkontakten 81 und 91 (wie bei
Fig. 8) und zusammen mit diesen erzielt. Die Ankerendstel
lung wird durch das Gleichgewicht der ansteigenden Kontakt
kräfte in Ruhe- und Arbeitsstellung gegeben. Diese Zulei
tungs-Kontaktbahn 77 kann im Sockel 1 verankert sein oder
auch mit der Lagerplatte 6 verbunden sein. Im übrigen gilt
auch für die Fig. 9, daß die Funktion des Relais die gleiche
ist wie bei den vorhergehenden Beispielen.
Claims (15)
1. Elektromagnetisches Drehankerrelais mit
daß zwischen der Spule (3) und dem Anker (4) eine nichtmagne tische Lagerplatte (6) für den Anker (4) parallel zur Boden seite (11) angeordnet ist,
daß die Kontaktfeder (7) unterhalb des Ankers (4) angeordnet ist und durch einen mit dem Anker (4) verbundenen Schaltnoc ken (52) betätigt wird, und
daß die Ankerbewegung in die Ruhe-Winkelposition durch Feder kraft begrenzt ist.
- - einem Sockel (1) aus Isolierstoff, der eine Bodenseite (11) definiert,
- - einem U-förmigen Joch (2), das mit zwei parallelen Pol schenkeln (21) senkrecht zur Bodenseite (11) auf dem Sockel (1) steht,
- - einer Spule (3) zur Erzeugung eines Magnetflusses in den
Polschenkeln (21),
wobei die Polschenkel (21) an ihren Innenseiten jeweils Jochpolflächen (24) in Form von Zylindersegmenten aufwei sen, - - mit einem zwischen der Spule (3) und dem Sockel (1) zen trisch zwischen den Polschenkeln (21) um eine zu diesen pa rallele Achse drehbar gelagerten Anker (4), der an seinen äußeren Enden jeweils periphere Anker-Polflächen (42) in Form von Zylindersegmenten aufweist, die den Jochpolflächen (24) bei einer vorgegebenen Arbeits-Winkelposition berüh rungslos gegenüberstehen, wobei der Anker durch Federkraft in eine Ruhe-Winkelposition vorgespannt ist,
- - weiterhin mit mindestens einem in dem Sockel (1) veranker ten Gegenkontaktträger (8, 9) mit einem Festkontakt (81, 91) und
- - mit mindestens einer durch den Anker (4) betätigbaren Kon taktfeder (7), die mindestens einen mit dem jeweiligen Festkontakt (81, 91) zusammenwirkenden beweglichen Kontakt (71) trägt und mit einem durch den Sockel (1) geführten An schlußstift (23) verbunden ist,
daß zwischen der Spule (3) und dem Anker (4) eine nichtmagne tische Lagerplatte (6) für den Anker (4) parallel zur Boden seite (11) angeordnet ist,
daß die Kontaktfeder (7) unterhalb des Ankers (4) angeordnet ist und durch einen mit dem Anker (4) verbundenen Schaltnoc ken (52) betätigt wird, und
daß die Ankerbewegung in die Ruhe-Winkelposition durch Feder kraft begrenzt ist.
2. Relais nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anker
(4) mittels eines Lagerzapfens (5) in der Lagerplatte (6) ge
lagert ist, der an der Unterseite des Ankers (4) zur Bildung
des Schaltnockens (52) in seinem Umfang exzentrisch vergrö
ßert ist.
3. Relais nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kon
taktfeder (7) in Richtung der Arbeits-Winkelposition des An
kers (4) zu einem Schließer-Festkontakt (91) vorgespannt ist
und daß die Rückstellfeder (51) entgegen der Vorspannung der
Kontaktfeder (7) auf den Anker (4) wirkt.
4. Relais nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kon
taktfeder (7) in der Ruhe-Winkelposition des Ankers (4) durch
den Schaltnocken (52) entgegen ihrer Vorspannung gegen einen
Öffner-Festkontakt (81) gedrückt wird.
5. Elektromagnetisches Drehankerrelais mit
- - einem Sockel (1) aus Isolierstoff, der eine Bodenseite de finiert,
- - einem U-förmigen Joch (2), das mit zwei parallelen Pol schenkeln (21) senkrecht zur Bodenseite auf dem Sockel (1) steht,
- - einer Spule (3) zur Erzeugung eines Magnetflusses in den
Polschenkeln (21),
wobei die Polschenkel (21) an ihren Innenseiten jeweils Jochpolflächen (24) in Form von Zylindersegmenten aufwei sen, - - mit einem zwischen der Spule (3) und dem Sockel (1) zen trisch zwischen den Polschenkeln (21) um eine zu diesen pa rallele Achse drehbar gelagerten Anker (4), der an seinen äußeren Enden jeweils periphere Anker-Polflächen (42) in Form von Zylindersegmenten aufweist, die den Jochpolflächen (24) bei einer vorgegebenen Arbeits-Winkelposition berüh rungslos gegenüberstehen, wobei der Anker durch Federkraft in eine Ruhe-Winkelposition vorgespannt ist,
- - weiterhin mit mindestens einem in dem Sockel (1) veranker ten Gegenkontaktträger (8, 9) mit einem Festkontakt (81, 91) und
- - mit mindestens einer durch den Anker (4) betätigbaren Kon taktfeder (7), die mindestens einen mit dem jeweiligen Festkontakt (81, 91) zusammenwirkenden beweglichen Kontakt (71) trägt und mit einem durch den Sockel (1) geführten An schlußstift (23) verbunden ist,
6. Relais nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kon
taktfeder (7) einen dem beweglichen Gleitkontakt (75) radial
gegenüberliegenden weiteren Gleitkontakt (76) aufweist, der
in beiden Schaltstellungen des Ankers (4) mit einer Zulei
tungs-Kontaktbahn (77) in Berührung ist.
7. Relais nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kon
taktfeder (4) über eine flexible Zuleitung (73) mit einem zu
gehörigen Anschlußelement (6, 23) verbunden ist.
8. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anker
(4) an beiden äußeren Enden zum Sockel (1) hin abgewinkelte
Polstücke (41) aufweist, die die zylindrischen Ankerpolflä
chen (42) bilden.
9. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lager
platte (6) aus nichtferromagnetischem Metall besteht und zur
Befestigung der sowie als Stromzuführung für die Kontaktfeder
(7) dient.
10. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
einer der Polschenkel (21) einen durch den Sockel (1) geführ
ten Anschlußstift (23) als Stromzuführung zur Kontaktfeder
(7) aufweist.
11. Relais nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der beweg
liche Kontakt (71) über eine Litze (73) mit der Lagerplatte
(6) bzw. mit einem der Polschenkel (21) verbunden ist.
12. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der Spulen
körper (31) als Spritzgußteil auf dem Mittelabschnitt (22)
des Joches (2) angeordnet ist.
13. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der Spulen
körper (31) einen der Dicke des Kernabschnittes (22) des Jo
ches entsprechenden radialen Schlitz (33) über seine gesamte
axiale Länge aufweist.
14. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anker
(4) mittels einer Schrauben-Rückstellfeder (51) in seine Ru
he-Winkelposition vorgespannt ist.
15. Relais nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
eine der Jochpolflächen (42) und die jeweils zugehörige An
kerpolfläche (24) mindestens an einer Seite gegeneinander
nicht parallele Begrenzungskanten (44; 25) aufweisen.
Priority Applications (2)
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| DE1998137653 DE19837653C1 (de) | 1998-08-19 | 1998-08-19 | Elektromagnetisches Drehankerrelais |
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1999
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