DE19837515A1 - Elektrochemischer Meßfühler - Google Patents
Elektrochemischer MeßfühlerInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen elektrochemischen Meßfühler zum Bestimmen einer Gaskonzentration eines Meßgases mit einem elektrochemischen Element, umfassend eine elektrochemische Pumpzelle, die einen ersten Festelektrolytkörper, eine erste und zweite Elektrode und einen über eine Gaszutrittsöffnung mit einem Meßgasraum verbundenen Gasraum aufweist, in dem eine der beiden Elektroden angeordnet ist, und umfassend eine elektrochemische Sensorzelle, die eine dritte Elektrode, einen zweiten Festelektrolytkörper und einen Referenzgasraum aufweist, in dem eine vierte Elektrode angeordnet ist, wobei die Elektroden der Pump- und Sensorzelle eine Elektrodenzuleitung aufweisen, und wobei jeweils zwischen einer der Elektrodenzuleitungen der ersten und zweiten Elektrode und dem zugehörigen Festelektrolytkörper eine elektrisch isolierende Schicht zumindest bereichsweise vorgesehen ist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die elektrisch isolierende Schicht (24) die Elektrodenzuleitungen (7A, 8A) der ersten, zweiten und/oder dritten Elektrode (7, 8, 11) allseitig zumindest über eine Teillänge (T) der Elektrodenzuleitung (7A, 8A) umgibt.
Description
Die Erfindung betrifft einen elektrochemischen
Meßfühler mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1
genannten Merkmalen sowie die Verwendung des elek
trochemischen Meßfühlers zur Bestimmung des
Lambda-Wertes von Gasgemischen gemaß Anspruch 13.
Elektrochemische Meßfühler der gattungsgemäßen Art
sind bekannt. Sie umfassen ein elektrochemisches
Element, welches eine elektrochemische Pumpzelle
mit einem vorzugsweise planaren ersten Festelektro
lytkörper und einer ersten und einer zweiten vor
zugsweise porösen Elektrode aufweist. Diese Meßfüh
ler umfassen weiterhin eine mit der Pumpzelle zu
sammenwirkende elektrochemische Sensorzelle, die
einen vorzugsweise planaren zweiten Festelektrolyt
körper sowie eine dritte und eine vierte vorzugs
weise poröse Elektrode aufweist. Ferner besitzt der
elektrochemische Meßfühler eine Gaszutrittsöffnung
und einen Gaszutrittskanal, der einerseits mit
einem Meßgasraum verbunden ist. Der Gaszutrittska
nal mündet andererseits in einem auch als Gasraum
bezeichneten Hohlraum, der innerhalb des elektro
chemischen Elements liegt. In dem Gasraum ist die
zweite und dritte Elektrode und vorzugsweise eine
Diffusionswiderstandseinrichtung angeordnet. Diese
kann durch eine poröse Füllung gebildet werden. Das
Meßgas gelangt aus dem Meßgasraum über die Gaszu
trittsöffnung und den Gaszutrittskanal in den Hohl
raum, wobei die erste und die zweite Elektrode der
Pumpzelle regulierend auf den Zutritt des Meßgases
in den Gasraum beziehungsweise Hohlraum wirken. So
mit wird ein kontrollierter Partialdruck der zu
messenden Gaskomponente, beispielsweise Sauerstoff,
bereitgestellt. Der elektrochemische Potentialun
terschied zwischen den Elektroden des zweiten Fest
elektrolytkörpers, der sich aufgrund der unter
schiedlichen Gaspartialdrücke in der Diffusionswi
derstandseinrichtung sowie einem beispielsweise im
zweiten Festelektrolytkörper angeordneten Referenz
gasraum einstellt, kann durch eine außerhalb des
elektrochemischen Elements liegende Erfassungsein
richtung, beispielsweise eine Spannungsmeßeinrich
tung, erfaßt werden. Elektrochemische Meßfühler der
eingangs beschriebenen Art haben unter der Fachbe
zeichnung "Planare Breitband-Lambda-Sonden" bei
spielsweise in der katalytischen Abgasentgiftung
von Verbrennungsmotoren Verwendung gefunden.
Aus der DE 38 11 713 C2 ist eine planare Sonde be
kannt. Sie dient zur Bestimmung des Lambda-Wertes
von Gasgemischen. Diese Lambda-Sonde weist eine auf
Aluminiumoxid-Basis aufgebaute Isolationsschicht
auf, wobei jeweils eine Isolationsschicht sich über
die gesamte Breite des Meßfühlers erstreckt. Eine
Isolationsschicht ist zwischen der Leiterbahn der
ersten Elektrode und dem ersten Festelektrolytkör
per angeordnet. Eine zweite Isolationsschicht liegt
zwischen der Leiterbahn der zweiten Elektrode und
dem ersten Festelektrolytkörper vor.
Nachteilig bei den bekannten elektrochemischen
Meßfühlern ist, daß diese insbesondere bei hohen
Betriebstemperaturen eine sogenannte Lambda=1-Wel
ligkeit aufweisen. Dies führt bei Regelvorgängen zu
Problemen, bei denen der Lambda-Wert die Regelgröße
darstellt. Durch die Welligkeit des Lambda-Signals
ist in manchen Fällen eine hinreichend stabile Aus
gangsgröße nicht einstellbar.
Die Erfindung stellt einen elektrochemischen
Meßfühler zum Bestimmen einer Gaskonzentration
eines Meßgases mit einem elektrochemischen Element
gemäß Anspruch 1 bereit. Erfindungsgemäß ist vorge
sehen, daß die Elektrodenzuleitung beziehungsweise
Leiterbahn der ersten, zweiten und/oder dritten
Elektrode allseitig von einer elektrisch isolieren
den Schicht umgeben sind, wobei sich die elektrisch
isolierende Schicht zumindest über eine Teillänge
zumindest einer Elektrodenzuleitung erstreckt. Es
hat sich überraschend herausgestellt, daß sich mit
der erfindungsgemäß vorgesehenen elektrisch isolie
renden Schicht nicht nur die Rückwirkung der Pump
spannung auf die Nernstspannung der Sensorzelle re
duzieren läßt, sondern auch die Welligkeit des
Lambda-Signals reduziert wird, dies insbesondere
bei hohen Betriebstemperaturen des elektrochemi
schen Meßfühlers. In vorteilhafter Weise läßt sich
somit das bekannte, aber unerwünschte Phänomen der
Lambda=1-Welligkeit (Gegenschwing- oder Über
schwingerscheinungen bei sprunghaftem Gaswechsel)
nahezu beseitigen. Damit weist der erfindungsgemäße
elektrochemische Meßfühler eine gegenüber dem Stand
der Technik verbesserte Reglerdynamik auf.
In bevorzugter Ausführungsform ist vorgesehen, daß
die zweite und dritte Elektrode eine gemeinsame
Elektrodenzuleitung innerhalb des elektrochemischen
Meßfühlers aufweisen, die sich vorzugsweise kurz
vor den Elektroden in Teilzuleitungen aufteilt. In
vorteilhafter Weise wird dadurch erreicht, daß le
diglich eine erfindungsgemäße elektrisch isolie
rende Schicht für die zweite und die dritte Elek
trodenzuleitung vorgesehen werden kann.
In bevorzugter Ausführungsform ist vorgesehen, daß
die elektrisch isolierende Schicht, die die Elek
trodenzuleitungen allseitig umgibt, einer oder bei
den Teilzuleitungen zugeordnet ist. Mit anderen
Worten: Die elektrisch isolierende Schicht er
streckt sich über die gemeinsame Elektrodenzulei
tung sowie über zumindest eine der beiden Teilzu
leitungen der zweiten und dritten Elektrode.
Vorzugsweise weist der erfindungsgemäße elektroche
mische Meßfühler eine Heizung auf, mit der der
Meßfühler auf die notwendige Betriebstemperatur ge
bracht wird, bei der die Festelektrolytkörper auf
grund Ionenleitung elektrisch leitend werden.
In besonders bevorzugter Ausführungsform ist vorge
sehen, daß die elektrisch isolierende Schicht zu
mindest eine der Elektrodenzuleitungen zwar voll
ständig umgibt, jedoch nur über eine Teillänge der
Elektrodenzuleitung vorgesehen ist, wobei diese
Teillänge von der Temperaturverteilung - in Längs
richtung des elektrochemischen Meßfühlers gesehen -
abhängt. Das heißt, der vorzugsweise quaderförmige
elektrochemische Meßfühler weist im Bereich seines
einen Endes die Pumpzelle mit der ersten und zwei
ten Elektrode, Nernst- beziehungsweise Sensorzelle
mit der dritten und vierten Elektrode und die Hei
zung auf. Die Heizung wirkt somit lediglich in
einem Teilbereich des Meßfühlers, so daß die Tempe
ratur innerhalb des Meßfühlers in Längserstrec
kungsrichtung der Elektrodenzuleitungen abnimmt. Da
die Festelektrolytkörper erst ab einer bestimmten
Betriebstemperatur elektrisch leitend werden, ge
nügt es, wenn die elektrisch isolierende Schicht
für den sogenannten "heißen Bereich" vorgesehen
ist. Mit anderen Worten: Außerhalb des heißen Be
reichs, beispielsweise unter einer Temperatur von
300°C, muß die elektrisch isolierende Schicht an
zumindest einer Elektrodenzuleitung nicht zwingend
vorgesehen sein, da in diesem Bereich der Festelek
trolytkörper nicht elektrisch leitend ist.
In besonders bevorzugter Ausführungsform ist vorge
sehen, daß lediglich die Elektrodenzuleitung der
ersten Elektrode die erfindungsgemäße Isolier
schicht zumindest über eine Teillänge aufweist.
Vorzugsweise ist dann vorgesehen, daß die elek
trisch isolierende Schicht von einer Schutzschicht
abgedeckt ist. Somit ist diese elektrisch isolie
rende Schicht (Isolierschicht) gegenüber dem Meß
gasraum gegen mechanische und/oder chemische Ein
flüsse gegen Verschleiß geschützt. Selbstverständ
lich kann sich die Schutzschicht auch über den Be
reich der Elektrodenzuleitung erstrecken, der die
erfindungsgemäß vorgesehene Isolierschicht nicht
aufweist.
In einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgese
hen, daß die elektrisch isolierende Schicht porös
oder dichtsinternd ausgebildet ist, wobei bei einer
porösen Schicht zwischen dieser und dem/den Fest
elektrolytkörper(n) eine gasdichte Barriere vorge
sehen sein kann. Damit wird verhindert, daß bei
spielsweise chemisch aggressive Gase an die Elek
trodenzuleitung gelangen, die diese möglicherweise
zerstören oder beschädigen könnten.
In bevorzugter Ausführungsform besteht die elek
trisch isolierende Schicht aus Aluminiumoxid
(Al2O3) oder weist Aluminiumoxid auf.
Die Schutzschicht für die erste Elektrodenzuleitung
besteht vorzugsweise aus Zirkonoxid (ZrO2).
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen elektrochemi
schen Meßfühlers und des elektrochemischen Elements
erfolgt zweckmäßigerweise, indem man von plättchen- oder
folienförmigen Sauerstoff-leitenden Festelek
trolyten, zum Beispiel aus stabilisiertem Zirkondi
oxid, ausgeht und diese beidseitig mit je einer
inneren und äußeren Pumpelektrode (erste und zweite
Elektrode) mit dazugehörigen Leiterbahnen beschich
tet, die die Zuleitung zum elektrischen Kontaktie
ren darstellen. Zwischen den Leiterbahnen und den
Festelektrolytfolien wird die erfindungsgemäße,
auch als resistive Schicht bezeichnete elektrisch
isolierende Schicht aufgebracht. Das heißt, daß die
Leiterbahnen vorzugsweise auf die Schicht aufge
bracht werden, die vorzugsweise als Aluminiumoxid-Paste
vorliegen kann. Die innere Pumpelektrode be
findet sich dabei in vorteilhafter Weise im Randbe
reich eines Diffusions- oder Gaszutrittskanals,
durch den das Meßgas zugeführt wird. Die so erhal
tene Pumpzelle kann dann mit einer in ähnlicher
Weise hergestellten Sensorzelle (Nernstzelle) aus
einer zweiten Festelektrolytfolie und einer drit
ten, gegebenenfalls zu einer Heizereinheit ausge
bildeten Festelektrolytfolie, zusammenlaminiert und
gesintert werden.
Für die Herstellung der porösen Füllungen, bei
spielsweise des Gasdiffusionswiderstands bezie
hungsweise der Diffusionsbarriere im Gasraum, geht
man insbesondere von porös sinternden Folieneinla
gen aus keramischem Material mit geeignetem thermi
schem Ausdehnungsverhalten aus, das demjenigen der
verwendeten Festelektrolytfolien entspricht bezie
hungsweise nahekommt. Vorzugsweise verwendet man
für die Füllung eine Folieneinlage aus keramischem
Material, aus dem auch die Festelektrolytfolien be
stehen. Die Porosität der Einlage kann durch soge
nannte Porenbildner, wie Thermalrußpulver, organi
sche Kunststoffe oder Salze erzeugt werden. Diese
Porenbildner verbrennen, zersetzen sich oder ver
dampfen bei dem Sinterprozeß.
In besonders vorteilhafter Weise betrifft die Er
findung Breitband-Lambda-Sonden zur Bestimmung des
Lambda-Wertes von Gasgemischen in Brennkraftmaschi
nen. Der Lambda-Wert oder die "Luftzahl" ist dabei
als das Verhältnis des aktuellen Luft-Kraftstoff-Ver
hältnisses zum stöchiometrischen Luft-Kraft
stoff-Verhältnis definiert. Die Lambda-Sonden er
mitteln den Sauerstoffgehalt des Abgases über eine
Grenzstromänderung.
Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen
mit Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 in geschnittener Stirnansicht schematisch
einen elektrochemischen Meßfühler,
Fig. 2 ein erstes Ausführungsbeispiel einer
elektrisch isolierenden Schicht,
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
Schicht,
Fig. 4a und 4b jeweils eine stark vereinfachte Darstel
lung der zweiten und dritten Elektrode
sowie den zugehörigen Elektrodenzuleitun
gen mit der elektrisch isolierenden
Schicht,
Fig. 5 eine Schnittansicht entlang der Linie V-V
in Fig. 4a,
Fig. 6 eine Schnittansicht entlang der Linie
VI-VI in Fig. 4b, und
Fig. 7 eine Schnittdarstellung entlang der Linie
VII-VII entlang in Fig. 4b.
Fig. 1 zeigt im Querschnitt, also in geschnittener
Stirnansicht, einen elektrochemischen Meßfühler 1,
der ein elektrochemisches Element 2, eine als Ener
gieversorgungseinrichtung dienende Spannungsversor
gungseinrichtung 3 sowie eine Auswerteeinrichtung
aufweist, die als Spannungsmeßgerät 4 realisiert
sein kann.
Das elektrochemische Element 2 weist eine elektro
chemische Pumpzelle 5 auf, die einen ersten plana
ren Festelektrolytkörper 6, eine erste poröse Elek
trode 7 und eine zweite poröse Elektrode 8 umfaßt.
Die Elektroden 7 und 8 sind vorzugsweise ringförmig
ausgebildet und über jeweils eine Zuleitung 7A be
ziehungsweise 8A zwecks elektrischer Kontaktierung
aus dem elektrochemischen Element 2 herausgeführt.
Die Zuleitung 7A ist der ersten Elektrode 7 zuge
ordnet; die Zuleitung 8A dient als Zuleitung für
die zweite Elektrode 8 und eine dritte Elektrode
11, die ringförmig ausgestaltet sein kann. Die
zweite und dritte Elektrode 8 und 11 weisen also
eine gemeinsame Elektrodenzuleitung 8A auf, die
sich vorzugsweise kurz vor den Elektroden 8 und 11
in Teilzuleitungen 8B und 8C aufteilt, wobei die
Teilzuleitung 8B der zweiten Elektrode und die
Teilzuleitung 8C der dritten Elektrode zugeordnet
ist. Selbstverständlich ist es auch möglich, jeder
Elektrode 8 und 11 eine separate Elektrodenzulei
tung zuzuordnen.
Das im folgenden lediglich als Element 2 bezeich
nete elektrochemische Element weist weiterhin eine
elektrochemische Sensorzelle 9 (Nernstzelle) auf,
die einen zweiten Festelektrolytkörper 10 sowie die
dritte und eine vierte Elektrode 11, 12 aufweist.
Die vierte Elektrode 12 (Referenzelektrode) ist
über Zuleitung 12A aus dem elektrochemischen Ele
ment 2 herausgeführt.
Der Übersichtlichkeit halber sind die Elektrodenzu
leitungen 7A, 8A und 12A in Fig. 1 seitlich aus
dem elektrochemischen Meßfühler 1 herausgeführt.
Tatsächlich erstrecken sich diese Elektrodenzulei
tungen 7A, 8A und 12A jedoch in die Bildebene hin
ein, wobei sich der elektrochemische Meßfühler 1 in
Längsrichtung ebenfalls in die Bildebene hinein er
streckt. Der Meßfühler 1 ist also quaderförmig aus
gebildet, wobei seine Längserstreckung wesentlich
größer als seine Breite sein kann.
Die Pumpzelle 5 wird an der ersten und an der zwei
ten Elektrode 7 und 8 mittels der externen Span
nungsversorgungseinrichtung 3 mit der Pumpspannung
UP versorgt. Alternativ ist es jedoch auch möglich,
eine Stromversorgungseinrichtung vorzusehen.
Der erste und der zweite Festelektrolytkörper 6 und
10 sind miteinander verbunden und umschließen einen
auch als Gasraum bezeichneten inneren Hohlraum 14.
Dieser ist vorzugsweise mit einem porösen Material
15 ganz oder teilweise gefüllt und nimmt die zweite
und dritte Elektrode 8 und 11 auf. Der innere Hohl
raum 14 steht über einen Gaszutrittskanal 17 mit
einem Meßgasraum 19 in Verbindung, wobei der Gaszu
trittskanal 17 vorzugsweise zumindest teilweise mit
einer porösen Füllung 16 ausgestattet ist. Über der
Gaszutrittsöffnung 18 kann eine poröse Abdeckung 20
angebracht sein, die Teil einer porösen Schutz
schicht 21 sein kann. Diese Schutzschicht 21 ist an
einer dem Meßgasraum 19 zugewandten Fläche 22 des
ersten Festelektrolytkörpers 6 angebracht und kann
somit die erste auch als äußere Pumpelektrode be
zeichnete Elektrode 7 der Pumpzelle 5 bedecken.
Der zweite Festelektrolytkörper weist einen Refe
renzgasraum 23 auf. Diesem ist ein hier nicht dar
gestellter Referenzgaskanal zugeordnet, der sich in
die Bildebene hinein erstreckt und vorzugsweise am
anderen Ende des Meßfühlers 1 mündet. Durch den Re
ferenzgaskanal kann ein auch als Referenzgas be
zeichnetes Vergleichsgas in den Referenzgasraum 23
eingeleitet werden.
Aus dem Meßgasraum 19 gelangt das Meßgas über die
Gaszutrittsöffnung 18 und den Gaszutrittskanal 17
in den inneren Hohlraum 14, wobei mittels einer an
die erste und zweite Elektrode 7 und 8 der Pump
zelle 5 angelegte Pumpspannung UP durch Zupumpen
oder Abpumpen von Sauerstoff ein kontrollierter
Partialdruck eingestellt wird. Die Energieversor
gung beziehungsweise Spannungsversorgung der Pump
zelle 5 übernimmt - wie bereits erwähnt - die außer
halb des elektrochemischen Elements 2 angebrachte
Spannungsversorgungseinrichtung 3.
Aufgrund der unterschiedlichen Partialdrücke in dem
Gasraum 13 sowie dem im zweiten Festelektrolytkör
per 10 angeordneten Referenzgasraum, stellt sich
ein elektrochemischer Potentialunterschied zwischen
der dritten und der vierten Elektrode 11 und 12 der
Sensorzelle ein. Dieser Potentialunterschied wird
durch das außerhalb des elektrochemischen Elements
2 liegende Spannungsmeßgerät 4 erfaßt. Selbstver
ständlich ist es auch möglich, hier allgemein eine
Auswerteeinrichtung vorzusehen.
Die Abdeckung 20 und der darunter befindliche Hohl
raum 14 verhindern ein Eindringen von im Meßgas
enthaltenen flüssigen Anteilen. Dies kann beispiel
weise Benzin im Abgas einer Brennkraftmaschine
sein. Mithin wird verhindert, daß dieses Benzin
über die Gaszutrittsöffnung und den Gaszutrittska
nal 17 in den Gasraum 13 gelangt.
Dem Meßfühler 1 ist vorzugsweise eine Heizung H zu
geordnet, die als Heizwendel realisiert sein kann.
Die Heizung H ist vorzugsweise dem zweiten Fest
elektrolytkörper 10 zugeordnet beziehungsweise in
nerhalb des Festelektrolytkörpers 10 angeordnet und
liegt vorzugsweise unterhalb des Referenzgasraums
23. Die Heizung H beziehungsweise die Heizwendel
liegt vorzugsweise parallel und in einem Abstand zu
den Elektroden 7, 8, 11 und 12, wobei sich die Hei
zung H beziehungsweise die Heizwendel vorzugsweise
unterhalb der ringförmigen Elektroden befindet. Das
heißt, die Heizung H erstreckt sich nicht über die
gesamte Breite und die gesamte Länge des Meßfühlers
1.
Die Heizung H ist über eine Energieversorgungsein
richtung mit einer Heizspannung UH versorgt, so daß
der Meßfühler 1 auf seine Betriebstemperatur ge
bracht werden kann, bei der die Festelektrolytkör
per 6 und 10 durch Ionenleitung elektrisch leitend
werden.
Fig. 2 zeigt einen Schnitt entlang der Linie A-A
in Fig. 1, wobei die Schutzschicht 21 beim Ausfüh
rungsbeispiel gemäß Fig. 2 nicht vorgesehen ist.
Die Teildarstellung gemäß Fig. 2 zeigt die Elek
trodenzuleitung 7A der ersten Elektrode 7. Es ist
ersichtlich, daß die Elektrodenzuleitung 7A nicht
unmittelbar auf der Fläche 22 des ersten Festelek
trolytkörpers 6 angebracht ist, sondern auf einer
elektrisch isolierenden Schicht 24. Diese im fol
genden als Isolierschicht 24 bezeichnete Schicht
ist vorzugsweise durch zwei Teilschichten 25 und 26
gebildet, wobei die Teilschicht 26 die Seiten und
die Oberseite der Elektrodenzuleitung 7A um
schließt. Mithin ist die Elektrodenzuleitung 7A von
der elektrisch isolierenden Schicht 24 allseitig
umgeben. Die Breite der Isolierschicht 24 muß nicht
so bemessen sein, daß sie sich über die gesamte
Breite des Meßfühlers 1 erstreckt.
Fig. 3 zeigt in einem weiteren Ausführungsbeispiel
ebenfalls einen Schnitt durch die Elektrodenzulei
tung 7A entlang der Linie A-A in Fig. 1. Die Iso
lierschicht 24, die die Elektrodenzuleitung 7A um
gibt, ist hier an ihren Seiten und der Oberseite
mit einer Schutzschicht 27 versehen, die Teil der
Schutzschicht 21 sein kann beziehungsweise im Be
reich der ringförmigen Elektrode 7 in diese Schutz
schicht 21 übergeht. Es ist also nicht erforder
lich, daß sich im Bereich der Elektrodenzuleitung
7A die Schutzschicht 27 über die gesamte Breite des
Meßfühlers 1 erstreckt. Die Schutzschicht 27 dient
insbesondere als Verschleißschutz für die elek
trisch isolierende Schicht 24. Diese Schicht 27
verhindert also, daß im Meßgasraum 19 enthaltene
chemisch aggressive Bestandteile die Elektrodenzu
leitung 7A zerstören oder beschädigen.
In Fig. 4a ist die Elektrodenzuleitung 8A der
zweiten und dritten Elektrode 8 und 11 wiedergege
ben. Es ist auch hier dargestellt, daß sich die
Elektrodenzuleitung 8A in die Teilzuleitungen 8B
und 8C aufteilt. Der Elektrodenzuleitung 8A sowie
der Teilzuleitung 8B für die zweite auch als innere
Pumpelektrode bezeichneten Elektrode 8 ist eine
elektrisch isolierende Isolierschicht 24 über eine
Teillänge T zugeordnet. Die Isolierschicht 24 er
streckt sich von der ringförmigen zweiten Elektrode
8 vorzugsweise nicht über die gesamte Länge des
Festelektrolytkörpers beziehungsweise des Meßfüh
lers 1, sondern liegt lediglich in einem "heißen
Bereich" des Meßfühlers 1 vor, der aufgrund der von
der Heizung H bereitgestellten Wärme eine Tempera
tur aufweist, die vorzugsweise höher als circa
300°C liegt. Die Isolierschicht 24 muß sich also
nicht über die gesamte Länge der Elektrodenzulei
tung 8A erstrecken.
Fig. 4b zeigt gegenüber Fig. 4a ein abgewandeltes
Ausführungsbeispiel, so daß gleiche Teile mit den
selben Bezugszeichen versehen sind. Der Unterschied
besteht darin, daß in Fig. 4b auch die Teilzulei
tung 8C für die dritte Elektrode 11 (Nernstelek
trode) die erfindungsgemäße Isolierschicht 24 auf
weist.
Fig. 5 zeigt einen Schnitt entlang der Linie V-V
in Fig. 4a. Hier sind nochmals die Teilzuleitungen
8B und 8C im Schnitt dargestellt. Hier wird deut
lich erkennbar, daß die Isolierschicht 24 die Teil
zuleitung 8B vollständig umschließt, wobei die Iso
lierschicht 24 auch hier vorzugsweise durch zwei
Teilschichten 25 und 26 gebildet ist.
Fig. 6 zeigt entlang der Linie VI-VI in Fig. 4b
eine Schnittansicht der Teilzuleitungen 8B und 8C,
wobei die Teilzuleitung 8B wie in Fig. 5 von der
erfindungsgemäßen Isolierschicht 24 umgeben ist.
Außerdem ist die Teilzuleitung 8C mit der Isolier
schicht 24 ausgestattet, wobei in einer Ausfüh
rungsvariante dargestellt ist, daß die Isolier
schicht 24 der Teilzuleitung 8C nicht zweigeteilt,
sondern einstückig ausgeführt ist.
Fig. 7 zeigt entlang der Linie VII-VII in Fig. 4b
die Elektrodenzuleitung 8A in Schnittansicht, wobei
auch die Isolierschicht 24 wiedergegeben ist. Diese
umschließt die Elektrodenzuleitung 8A vollständig
und ist hier als einstückige Isolierschicht 24 aus
gebildet. Es ist jedoch auch möglich, hier eine
zweigeteilte Isolierschicht vorzusehen.
Aus den Fig. 5 bis 7 ist noch ersichtlich, daß
die Festelektrolytkörper 6 und 10 durch aufeinan
derliegende Schichten beziehungsweise Folien gebil
det werden, damit die Isolierschichten 24 sowie die
Elektroden und Elektrodenzuleitungen quasi aufein
andergestapelt bereitgestellt werden können, so daß
sie in einem nachfolgenden Sinterprozeß zum Meßfüh
ler 1 zusammengesetzt werden.
Es hat sich herausgestellt, daß es besonders vor
teilhaft ist, wenn die Zuleitung 7A der ersten
Elektrode 7 die erfindungsgemäße Isolierschicht 24
aufweist. Es ist nicht erforderlich, daß sich diese
Isolierschicht 24 über die gesamte Länge der Elek
trodenzuleitung 7A erstreckt. Auch hier kann vorge
sehen sein, daß sich die Isolierschicht 24 ledig
lich über die Teillänge T (Fig. 4) erstreckt, also
in dem Bereich, in dem die Festelektrolytkörper
elektrisch leitend sind. Sofern sich also die Iso
lierschicht 24 lediglich über die Teillänge T er
streckt, ist es dennoch möglich, daß die Schutz
schicht 27 die gesamte Länge der Elektrodenzulei
tung 7A abdeckt. Das heißt, ein Teilbereich der
Schutzschicht 27 liegt auf der Isolierschicht 24
auf; der andere Teil der Schutzschicht 27 ist di
rekt auf der Elektrodenzuleitung 7A angebracht be
ziehungsweise umgibt die Elektrodenzuleitung.
Die Isolierschicht 24 kann sowohl porös als auch
dichtsinternd ausgeführt sein und besteht vorzugs
weise aus Aluminiumoxid (Al2O3) oder weist Alumini
umoxid auf. Sofern eine poröse Isolierschicht 24
vorgesehen ist, ist vorzugsweise zwischen der po
rösen Isolierschicht 24 und dem/den Festelektrolyt
körper(n) 6 und 10 eine gasdichte Barriere (nicht
dargestellt) vorgesehen, damit die Elektrodenzulei
tungen nicht dem Meßgas ausgesetzt sind.
Die erfindungsgemäße Isolierschicht 24 verhindert,
daß die an den Elektroden 7 und 8 vorliegende Pump
spannung UP in die Sensorspannung beziehungsweise
Nernstspannung UN eingekoppelt wird. Es wird also
eine resistive Entkopplung bereitgestellt, die zu
dem in besonders vorteilhafter Weise die sogenannte
Lambda=1-Welligkeit der Nernstspannung UN redu
ziert.
Claims (13)
1. Elektrochemischer Meßfühler zum Bestimmen einer
Gaskonzentration eines Meßgases mit einem elektro
chemischen Element, umfassend eine elektrochemische
Pumpzelle, die einen ersten Festelektrolytkörper,
eine erste und zweite Elektrode und einen über eine
Gaszutrittsöffnung mit einem Meßgasraum verbundenen
Gasraum aufweist, in dem eine der beiden Elektroden
angeordnet ist, und umfassend eine elektrochemische
Sensorzelle, die eine dritte Elektrode, einen zwei
ten Festelektrolytkörper und einen Referenzgasraum
aufweist, in dem eine vierte Elektrode angeordnet
ist, wobei die Elektroden der Pump- und Sensorzelle
eine Elektrodenzuleitung aufweisen, und wobei je
weils zwischen einer der Elektrodenzuleitungen der
ersten und zweiten Elektrode und dem zugehörigen
Festelektrolytkörper eine elektrisch isolierende
Schicht zumindest bereichsweise vorgesehen ist, da
durch gekennzeichnet, daß die elektrisch isolie
rende Schicht (24) die Elektrodenzuleitungen
(7A, 8A) der ersten, zweiten und/oder dritten Elek
trode (7, 8, 11) allseitig zumindest über eine Teil
länge (T) der Elektrodenzuleitung (7A, 8A) umgibt.
2. Elektrochemischer Meßfühler nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß die zweite und dritte
Elektrode (8, 11) eine gemeinsame Elektrodenzulei
tung (8A) aufweisen, die sich vorzugsweise kurz vor
den Elektroden (8, 11) in Teilzuleitungen (8B, 8C)
aufteilt.
3. Elektrochemischer Meßfühler nach Anspruch 2, da
durch gekennzeichnet, daß die elektrisch isolie
rende Schicht (24) die eine oder beide Teilzulei
tungen (8B, 8C) umgibt.
4. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
dem Meßfühler (1) eine Heizung (H) zugeordnet ist.
5. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Teillänge (T), über die sich die elektrisch
isolierende Schicht (24) erstreckt, von der - in
Längsrichtung des elektrochemischen Meßfühlers (1)
gesehen - Temperaturverteilung abhängt.
6. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Schicht (24) über den - in Längsrichtung
des Meßfühlers (1) gesehen - Bereich der Elektroden
zuleitung (7A, 8A) erstreckt, in dem aufgrund der
über die Heizung (H) zugeführten Wärme die Fest
elektrolytkörper (6, 10) elektrisch leitend sind.
7. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die der Elektrodenzuleitung (7A) der ersten Elek
trode (7) zugeordnete Isolierschicht (24) von einer
Schutzschicht (27) abgedeckt ist.
8. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Schutzschicht (27) auch über die keine
elektrisch isolierende Schicht (24) aufweisenden
Bereiche der Elektrodenzuleitung (7A) der ersten
Elektrode (7) erstreckt.
9. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schicht (24) porös oder dichtsinternd ist.
10. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schicht (24) aus Aluminiumoxid (Al2O3) besteht
oder Aluminiumoxid (Al2O3) aufweist.
11. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der An
sprüche 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schutzschicht (27) aus Zirkonoxid (ZrO2) besteht.
12. Elektrochemischer Meßfühler nach einem der vor
hergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
bei Verwendung einer porösen Isolierschicht (24)
zwischen dieser und dem/den Festelektrolytkörper(n)
(6, 10) eine gasdichte Barriere vorgesehen ist.
13. Verwendung des elektrochemischen Meßfühlers
nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12 zur
Bestimmung des Lambda-Wertes von Gasgemischen in
Brennkraftmaschinen.
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| DE1998137515 DE19837515B4 (de) | 1998-08-19 | 1998-08-19 | Elektrochemischer Meßfühler |
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