DE19836392A1 - Oberflächenbeschichtung, körnige Mischung zur Zufuhr zu einer Plasmabeschichtung und Oberflächenbeschichtungsverfahren - Google Patents
Oberflächenbeschichtung, körnige Mischung zur Zufuhr zu einer Plasmabeschichtung und OberflächenbeschichtungsverfahrenInfo
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Abstract
Um eine Oberflächenbeschichtung mit einer Hartmetallkörnung in einer Messing und/oder Kobalt umfassenden Matrix herzustellen, wird eine körnige Mischung mit einem Gehalt an einer Hartmetallkörnung sowie an Kobalt und/oder Messing einer Plasmabeschichtungsvorrichtung zugeführt und mittels derselben auf die Oberfläche aufgebracht.
Description
Die Erfindung betrifft eine Oberflächenbeschichtung, eine körnige
Mischung zur Zufuhr zu einer Plasmabeschichtung sowie ein Verfahren
zum Beschichten einer Oberfläche.
Es ist beispielsweise aus der DE 41 12 156 A1 eine Oberflächen
beschichtung bekannt, bei welcher Diamantpartikel in eine Matrix als
Nutzschicht eingelagert sind. Eine derartige Oberflächenbeschichtung wird
dadurch hergestellt, daß einem Plasmabrenner geeignete Pulver zugeführt
werden, die durch den Plasmabrenner auf ein Substrat aufgespitzt werden.
Um die Diamantpartikel bereitzustellen, werden dem Plasmabrenner als
Ausgangsmaterial kohlenstoffhaltiges Gas bzw. eine kohlenstoffhaltige
Flüssigkeit zugeführt. Darüber hinaus werden mit dem Pulver starke
Karbidbildner zugeführt, die in der Matrix Karbide aus überschüssigen
Kohlenstoff bilden. Die Beschichtung eignet sich unter anderen für ein
Beschichten von Werkzeugen, wie beispielsweise Schraubendreher, und
zeichnet sich durch hervorragende Verschleißeigenschaften aus.
Es ist Aufgabe vorliegender Erfindung, eine Oberflächenbeschichtung
bereitzustellen, die in kostengünstiger Weise herstellbar ist und ebenso
hervorragende Verschleißeigenschaften aufweist.
Als Lösung schlägt die Erfindung eine Oberflächenbeschichtung mit einer
Hartmetallkörnung in einer ein Bindemittel umfassenden Matrix vor.
Hierbei wird unter dem Begriff einer Hartmetallkörnung jede partikel
förmige Erscheinungsform von Hartmetall verstanden, welches aus einem
oder mehreren Hartstoffen, wie beispielsweise Wolfram-, Titan-, Chrom-,
Molybdän- und Tantalkarbit, mit einem Bindemetall, vorzugsweise der
Eisengruppe, wie Kobalt, Nickel und Eisen, besteht.
Die Hartmetallkörnung kann hierbei aus jeden bekannten Verfahren, wie
beispielsweise Sintern oder Gießen gewonnen werden. Insbesondere sind
auch recycelte Hartmetalle verwendbar.
Die erfindungsgemäße Oberflächenbeschichtung zeichnet sich dadurch aus,
daß sie mindestens zwei verschiedene Phasen aufweist. Die eine Phase
umfaßt Hartmetallkörner, während die zweite Phase vornehmlich
Bindemittel aufweist. Hierbei können in dem Bindemittel einzelne
Hartmetalle gelöst sein. Ebenso versteht es sich, daß die Hartmetallkörner
ansich noch das zu ihrer Bildung notwendige Bindemetall aufweisen.
Während erstere Phase somit vornehmlich einen körnig, hartmetallischen
Charakter aufweist, ist die zweite Phase dadurch erkennbar, daß sie die
Form eines erstarrten Bindemittels besitzt.
Eine derartige Oberflächenbeschichtung kann durch ein Beschichtungs
verfahren hergestellt werden, bei welchem mittels eines Plasma
beschichtungsverfahrens eine Hartmetallkörnung sowie ein Bindemittel auf
die Oberfläche aufgebracht werden.
Einerseits kann hierbei das notwendige Bindemittel zur Gänze aus der
zugeführten Hartmetallkörnung bereitgestellt werden. Hierzu kann
beispielsweise während des Beschichtungsvorganges ein Teilbereich der
zugeführten Hartmetallkörnung aufgeschmolzen und somit Bindemittel zur
Verfügung gestellt werden. Ebenso ist es möglich, das erfindungsgemäße
Bindemittel durch Aufschmelzen der beschichteten bzw. zu beschichtenden
Oberfläche zu gewinnen.
Die Eigenschaften der auf dieser Weise erzeugte Oberflächenbeschichtung
lassen sich verhältnismäßig einfach beherrschen, wenn der Plasma
beschichtungsvorrichtung neben der Hartmetallkörnung das Bindemittel in
Partikelform zugeführt wird. Insbesondere kann der Plasmabeschichtungs
vorrichtung eine körnige Mischung mit einem Gehalt an einer Hartmetall
körnung sowie an Bindemittelpartikeln zugeführt werden.
Bei all diesen Verfahren wird das Bindemittel während des Beschichtungs
vorganges zumindest teilweise verflüssigt, so daß die Hartmetallkörnung
ausreichend in dem Bindemittel eingebettet wird.
Andererseits kann die Hartmetallkörnung dem Beschichtungsvorgang derart
aufgegeben werden, daß sie nicht bzw. nicht zur Gänze aufschmilzt.
Hierbei können kleinere Hartmetallkörner sowie ein gewisser Oberflächen
randbereich in Schmelze übergehen und Bindemittel liefern. Dabei kann
durch geeignete Wahl der Verweilzeit sowie der Position, an welcher die
Hartmetallkörnung der Plasmabeschichtungsvorrichtung aufgegeben wird,
die Charakteristik der in der Oberflächenbeschichtung eingebetteten
Hartmetallkörnung beeinflußt werden. Die beschichtete bzw. die
unbeschichtete Oberfläche wird vorzugsweise nicht über 120° erhitzt, so
daß diese Oberfläche in ihrer ursprünglichen Härte erhalten bleibt. Diese
kann durch eine geeignete Kühlung, beispielsweise durch Kühldüsen,
gewährleistet werden.
Vorzugsweise umfaßt das Bindemittel ein Bindemetall. Dieses kann
insbesondere Messing bzw. Kobalt sein. Je nach verwendeter Hartmetall
körnung sind allerdings auch andere Mittel denkbar. Insbesondere können
dieses für die Hartmetallbildung verwendete Bindemittel sein.
Eine gute Einbettung der Hartmetallkörnung folgt, wenn die Summe der
Gehalte an Kobalt und Messing in den der Plasmabeschichtungsvorrichtung
zugeführten Materialien 14 Vol.-% nicht übersteigt. Besonders vorteilhaft
ist ein Wert von 12 Vol.-%.
Je nach verwendeten Hartmetall bzw. in Abhängigkeit von der Korngröße
der Hartmetallkörnung erweist sich ein Messinggehalt von unter 7 Vol.-%
als vorteilhaft, um eine ausreichend harte Oberflächenbeschichtung zu
erreichen.
Aus Kostengründen kann auch der Gehalt an Kobalt unter 7 Vol.-%
gewählt werden.
Sehr gute Materialeigenschaften lassen sich unter vertretbare Kosten
erreichen, wenn der Kobaltgehalt und der Messinggehalt in etwa gleich,
beispielsweise bei 6 Vol.-%, gewählt werden.
Die körnige Mischung bzw. die erfindungsgemäße Oberflächenbeschichtung
kann einen Wolframgehalt von 90 Vol.-% bis 80 Vol.-% vorzugsweise von
88 Vol.-% bis 87 Vol.-%, aufweisen. Dieser Wolframgehalt wird
vorteilhafterweise durch die Hartmetallkörnung bereitgestellt.
Die vorbeschriebenen Überlegungen betreffen neben der körnigen
Mischung auch die gebildete Oberflächenbeschichtung selbst. Diese weist,
wenn die genannten Stoffe in den vorbeschriebenen Mengen vorhanden
sind, die entsprechenden Eigenschaften auf.
Als Hartmetallkörnung kann gesintertes Hartmetall Verwendung finden.
Dieses schmiegt sich in überraschend guter Weise in das Bindemittel ein
und bildet auf dieser Weise eine verhältnismäßig harte
Oberflächenbeschichtung.
Insbesondere kann auch recyceltes Hartmetall Verwendung finden.
Hierdurch lassen sich die Gesamtkosten für die Oberflächenbeschichtung
reduzieren. Darüber hinaus ist ein derartiges Recycling auch in umwelt
technischer Hinsicht vorteilhaft.
Weist das verwendete Hartmetall einen Gehalt an Kobalt auf, so kann
zumindest ein Teil dieses Kobalts zur Bildung des Bindemittells genutzt
werden. Hierdurch reduzieren sich die Gesamtkosten für die Oberflächen
beschichtung, da ohnehin vorhandenes Kobalt verwendet wird. Diese
Kostenreduktion ist besonders bei recyceltem Hartmetall besonders
vorteilhaft.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders für die
Verwendung einer Hartmetallkörnung, bei welcher die Körnung kleiner
90 µm ist. Insbesondere eignet es sich für eine Körnung, die kleiner 45 µm
ist. Bei einer derartigen Körnung werden in der Oberflächenbeschichtung
ausreichend große Körner eingelagert, die eine hohe Verschleißfestigkeit
der Oberflächenbeschichtung garantieren. Dieses insbesondere im
Zusammenhang mit Temperaturen von max. 120°C, wie bereits vorstehend
beschrieben. Hierdurch läßt sich beispielsweise eine Oberflächen
beschichtung von 25 µm gewährleisten.
Eine gleichmäßige und einstellbare Beschichtungsgüte kann dadurch
gewährleistet werden, daß vor dem Beschichten der Kobaltgehalt der
Hartmetallkörnung ermittelt und dem Beschichtungsvorgang zusätzlich
Kobalt aufgegeben wird, um einen gewünschten Kobaltgehalt der
Beschichtung zu erreichen. Insbesondere der Kobaltgehalt des Bindemittels
läßt sich auf diese Weise einstellen. Es versteht sich, daß eine derartige
Vorgehensweise auch bei anderen Bindemittelmaterialien vorteilhaft ist.
Weitere Vorteile, Ziele und Eigenschaften einer erfindungsgemäßen
Oberflächenbeschichtung sowie eines erfindungsgemäßen Beschichtungs
verfahrens und einer entsprechenden körnigen Mischung werden anhand
des nachfolgend erläuterten Ausführungsbeispieles verdeutlicht.
Einer Plasmabeschichtungsvorrichtung wird eine körnige Mischung aus
einer Hartmetallkörnung und Messingpulver aufgegeben. Die
Hartmetallkörnung enthält 5,70% Kohlenstoff, 0,01% Schwefel, 0,07%
Nickel, 0,01% Eisen, 0,02% Titan, 0,04% Niob, 0,13% Tantal sowie
6,89% Kobalt in Wolfram. Diese Prozentangaben beziehen sich auf die
Gesamtmenge an Wolfram. Die Körnung ist zur Gänze kleiner 45 µm.
Das Messingpulver umfaßt 78,5% Kupfer und den Rest Zink bei etwa
0,2% Verunreinigungen. Eine Siebanalyse ergab das 0,5% des Pulvers
größer 160 µm und 55,05% größer 40 µm waren.
Der körnigen Mischung wurde Kobalt beigegeben, so daß die körnige
Mischung insgesamt 6% Kobalt, 6% Messing und als Rest die übrigen
Bestandteile der Hartmetallkörnung aufwies.
Diese körnige Mischung wurde einer Plasmabeschichtungsvorrichtung
aufgegeben.
Mit Hilfe der Plasmabeschichtungsvorrichtung wurde auf Schraubendreher-
Bits eine Oberflächenbeschichtung von exakt 25 µm aufgebracht, wobei
Material entsprechender Stärke zuvor von diesen Schraubendreher-Bits
entfernt wurde, so daß nach den Auftragen die notwendigen Dimensionen
der Schraubendreher-Bits eingehalten sind. Hierbei wurde darauf geachtet,
daß die Oberfläche der Schraubendreher-Bits nicht über 120°C erhitzt
wurde.
Das Verfahren ermöglicht es, eine Oberflächenbeschichtung mit einer Härte
von ca. 61 Rockwell bzw. 2000 Vickers zu erreichen.
Claims (18)
1. Oberflächenbeschichtung mit einer Hartmetallkörnung in einer ein
Bindemetall umfassenden Matrix.
2. Oberflächenbeschichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Bindemetall Messing und/oder Kobalt umfaßt.
3. Oberflächenbeschichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Summe der Gehalte an Kobalt und Messing 14 Vol.-% nicht
übersteigt.
4. Oberflächenbeschichtung nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet
durch einen Messinggehalt von unter 7 Vol.-%.
5. Oberflächenbeschichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
gekennzeichnet durch einen Kobaltgehalt von unter 7 Vol-%.
6. Körnige Mischung zur Zufuhr zu einer Plasmabeschichtung mit
einem Gehalt an einer Hartmetallkörnung sowie an
Bindemittelpartikeln.
7. Körnige Mischung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bindemittelpartikel Kobalt- und/oder Messingpartikel umfassen.
8. Körnige Mischung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Summe der Gehalte an Kobalt und Messing 14 Vol.-% nicht
übersteigt.
9. Körnige Mischung nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet durch
einen Messinggehalt von unter 7 Vol.-%.
10. Körnige Mischung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekenn
zeichnet durch einen Kobaltgehalt von unter 7 Vol.-%.
11. Körnige Mischung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hartmetallkörnung gesintertes,
vorzugsweise recyceltes, Hartmetall umfaßt.
12. Körnige Mischung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
das Hartmetall einen Gehalt an Kobalt aufweist.
13. Körnige Mischung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hartmetallkörnung eine Körnung kleiner
90 µm, vorzugsweise kleiner 45 µm, aufweist.
14. Verfahren zum Beschichten einer Oberfläche, bei welchem mittels
eines Plasmabeschichtungsverfahrens eine Hartmetallkörnung und ein
Bindemittel auf die Oberfläche aufgebracht werden.
15. Beschichtungsverfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß das Bindemittel während des Beschichtungsvorganges zumindest
teilweise verflüssigt wird.
16. Beschichtungsverfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hartmetallkörnung dem Beschichtungs
vorgang derart aufgegeben wird, daß sie nicht bzw. nicht zur Gänze
aufschmilzt.
17. Beschichtungsverfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche nicht über 120°C
erhitzt wird.
18. Beschichtungsverfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Beschichten ein Kobaltgehalt
der Hartmetallkörnung ermittelt und dem Beschichtungsvorgang
zusätzlich Kobalt aufgegeben wird, um einen gewünschten
Kobaltgehalt der Beschichtung zu erreichen.
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