DE19836389C1 - Bohrvorrichtung mit Doppelschlagsystem - Google Patents
Bohrvorrichtung mit DoppelschlagsystemInfo
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Abstract
Eine Bohrvorrichtung mit miteinander verschraubten Außenrohren (2) und miteinander verschraubten Innenrohren (3), die über ein Drehwerk (4) bzw. ein Drehschlagwerk (7) antreibbar sind, wobei das Außenrohr (2) an ein das Drehwerk (4) beidseitig überragendes Einsteckende (5) ankoppelbar und über ein dem Innenrohr (3) zugeordnetes und mit diesem in Längsrichtung verschiebbar angeordnetes Schlagteil (8) beaufschlagbar herausgebildet ist, kann im Dauerbetrieb eingesetzt werden, wenn dem Einsteckende (5) drehschlagwerksseitig ein Ausgleichsring (10) zugeordnet ist, der eine unter der des Rohrmaterials und/oder des Schlagteils (8) liegende Härte und/oder eine dem angrenzenden Endstück (11) des Einsteckendes (5) angepasste und auftretende Kräfte ausgleichende Form und/oder Oberfläche (21, 22) aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Bohrvorrichtung mit miteinander verschraubten Au
ßenrohren und miteinander verschraubten Innenrohren, die über ein Drehwerk bzw. ein
Drehschlagwerk antreibbar sind, wobei das Außenrohr an ein das Drehwerk beidseitig
überragendes Einsteckende ankoppelbar und über ein dem Innenrohr zugeordnetes und
mit diesem in Längsrichtung verschiebbar angeordnetes Schlagteil beaufschlagbar aus
gebildet ist.
Derartige Bohrvorrichtungen werden im Spezialtiefbau, in der Stein- und der
Erden- und in der Bauindustrie eingesetzt. Sie dienen dazu, in mehr oder weniger har
tes Gebirge Bohrlöcher einzubringen, in die dann ein Anker eingeschoben und festge
legt wird, um beispielsweise auf diese Art und Weise das Gebirge bzw. den Baugrund
zu verfestigen. Diese Bohrvorrichtungen werden mit einem Außenrohrstrang und einem
Innenrohrstrang eingesetzt, wobei die einzelnen Außenrohre und Innenrohre jeweils mit
Gewinde ausgerüstet und von daher miteinander zu verschrauben sind. Während durch
das hohle Innenrohr Spülflüssigkeit von einem Spülkopf aus bis zu den Bohrkronen
geführt wird, wird die mit Bohrklein angereicherte Spülflüssigkeit dann über den Zwi
schenraum zwischen Außenrohr und Innenrohr wieder zum Tage gehoben. Das Innen
rohr ist in aller Regel über ein Drehschlagwerk beaufschlagt, während das Außenrohr
nur über ein Drehwerk angetrieben wird. Insbesondere bei härterem Gestein kann dies
zu Problemen führen. Aus diesem Grund wird gemäß DE 35 03 893 C1 vorgesehen,
dass der Drehschlagantrieb für das Innengestänge gleichzeitig ausgenutzt wird, um
auch das rückwärtige Ende des Außengestänges entsprechend zu beaufschlagen. Hierzu
wird das Innengestänge mit einem Ringkragen ausgerüstet, um so gleichzeitig auch das
Außengestänge durch Schläge mitzubeaufschlagen. Das Schlagwerk kann mit dem Ring
kragen in Längsrichtung zurückgezogen werden, um auf diese Art und Weise die Bohr
vorrichtung auch nur mit drehendem Außenrohr betreiben zu können. Aufgrund beste
hender Probleme ist nach einer Ausbildung gemäß DE 35 03 893 C1 vorgesehen, die
Stirnseite des Ringkragens und das Ende des Außenrohres mit Verzahnungen zu verse
hen, um so eine drehfeste Kopplung von Außengestänge und Innengestänge zu errei
chen. Aber auch diese Verzahnung führte nur zu weiteren Problemen und zu einem so
hohen Verschleiß des Ringkragens und auch gegebenenfalls des Endstückes des Außen
rohres, so dass ein längerer Betrieb derartiger Bohrvorrichtungen nicht möglich ist.
Dabei muss berücksichtigt werden, dass der auf das Endstück des Außenrohres auf
schlagende Ringkranz ja gleichzeitig mit dem Innenrohr zusammen auch noch gedreht
wird. Die beiden Drehwerke werden über die Verzahnung zwangsweise miteinander
verbunden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Bohrvorrichtung so auszu
bilden, dass auch das Außenrohr mit der gleichen Vorrichtung langfristig dreh- oder
drehschlagbeaufschlagt und -betrieben werden kann.
Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass dem Einsteckende
drehschlagwerksseitig ein Ausgleichsring zugeordnet ist, der eine unter der des Rohr
materials und/oder des Schlagteils liegende Härte und/oder eine dem angrenzenden
Endstück des Einsteckendes angepaßt und auftretende Kräfte ausgleichende Form
und/oder Oberfläche aufweist.
Mit dem Schlagteil ist der Ringkranz gemeint, der bei der
DE 35 03 893 C1 das Endstück des Einsteckendes beaufschlagt. Bei der vorliegenden Lösung
wird nun zwischen die beiden aufeinander schlagenden Teile, d. h. das Endstück des
Einsteckendes, und das Schlagteil ein Ausgleichsring gesetzt, der sowohl bezüglich des
drehenden Schlagteils als auch des schlagenden Schlagteils für einen Ausgleich sorgt,
so dass weder das Schlagteil noch das Einsteckende frühzeitig überlastet oder beschä
digt werden können. Durch den Ausgleichsring selbst und seine geschickte Ausbildung
und Materialwahl ist dabei nicht nur erreicht, dass, wenn überhaupt, der Ausgleichsring
verschleißt, sondern ein solcher Verschleiß in aller Regel erst gar nicht auftritt, weil
der Ausgleichsring für eine gleichmäßige Weiterleitung der auftretenden Kräfte, d. h.
Schläge, Sorge trägt. Dies gilt nämlich durch die besondere Formgebung, d. h. die
Oberfläche bzw. die gesamte Form des Ausgleichsrings wie auch durch das Material,
so dass in aller Regel gesonderte Wartungen nicht notwendig sind, unabhängig davon,
ob die Bohrvorrichtung mit einem drehenden oder drehenden und schlagenden Außen
rohr betrieben wird. Aber selbst dann, wenn aufgrund irgendwelcher extremer Bela
stungen eine Überlastung auftritt, ist es lediglich erforderlich, den Ausgleichsring als
solchen auszutauschen, wenn sich entsprechende Schäden zeigen sollten.
Bei einer zweckmäßigen Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der
Ausgleichsring einseitig eine räumlich gekrümmte, mit dem angrenzenden Endstück des
Einsteckendes korrespondierende Oberfläche aufweist. Damit erfolgt eine Zentrierung
des Ausgleichsrings einerseits und des Einsteckendes andererseits, ohne dass es einer
genauen Führung dieser beiden Teile bedarf. Gleichzeitig sorgt ein derartiger Aus
gleichsring und ein entsprechend ausgebildetes Einsteckende dafür, dass die auch even
tuell nicht genau zentrisch auftreffenden Kräfte doch genau zentrisch auf bzw. in das
Außenrohr weitergeleitet werden. Damit ist die erwähnte Sicherung des auf Ausgleich
ausgelegten Ausgleichsringes sichergestellt.
Als besonders zweckmäßig sieht die Erfindung vor, dass der Ausgleichsring
beidseitig eine räumlich gekrümmte, mit dem angrenzenden Endstück des Einsteckendes
korrespondierende Oberfläche aufweist, wobei es sich versteht, dass das Einsteckende
einerseits und das Schlagteil andererseits ebenfalls eine entsprechend gekrümmte Ober
fläche aufweisen, die entsprechend umgekehrt ausgebildet sind. Der Ausgleichsring
liegt vorzugsweise mit seiner gekrümmten Oberfläche oder besser gesagt mit seinen
gekrümmten Oberflächen einerseits im entsprechend gemuldet ausgeführten Einstecken
de bzw. im gemuldet ausgeführten Schlagteil. Schon die Beschreibung verdeutlicht,
dass auf diese Art und Weise der Ausgleichsring immer in einer optimalen Lage gehal
ten werden kann, ohne dass es dafür irgendwelcher weiteren Steuermechanismen oder
Regelmechanismen bedarf.
Der Ausgleichsring soll dem Einsteckende zugeordnet werden, was den Vorteil
hat, dass beim Zurückziehen des Schlagwerkes mit dem Schlagteil der als loses Bauteil
ausgebildete Ausgleichsring am Einsteckende verbleiben kann. Um hier ein Verrut
schen, Verkanten o. Ä. zu verhindern, sieht die Erfindung vor, dass das Einsteckende
von einem die Drehwerksmotoren tragenden Gehäuse den Ausgleichsring miteinfassend
ausgebildet ist. Besonders zweckmäßig und einfach ist das Gehäuse mit entsprechenden
Vorsprüngen versehen, die den entsprechend groß ausgebildeten Ausgleichsring fixie
ren, während das Schlagteil einen entsprechend geringeren Durchmesser aufweist und
von daher in das Gehäuse entsprechend so eingeführt werden kann, dass es beim Dreh
schlagbetrieb auf dem Ausgleichsring bzw. der entsprechenden Oberfläche aufliegt.
Weiter vorn ist bereits darauf hingewiesen worden, dass bei dem beschriebenen
Drehschlagbetrieb für das Außenrohr das dem Innenrohr bzw. dem Drehschlagwerk
zugeordnete Schlagteil gleichzeitig gedreht wird, weil es ja mit dem Innenrohr verbun
den ist oder sogar mit diesem eine Baueinheit bildet. Um hier nun auf der ansonsten
glatten Oberfläche Schäden zu vermeiden, die ansonsten ja durch das Bohrwasser auch
auftreten können, ist gemäß der Erfindung vorgesehen, dass im Gehäuse auf die ge
krümmte Oberfläche des Ausgleichsrings gerichtete Schmierbohrungen vorgesehen sind.
In diese Schmierbohrungen kann entweder in regelmäßigen Abständen, beispielsweise
bei Aufnahme des Betriebes, oder aber auch je nachdem bei Bedarf, Schmierfett o. Ä.
eingeführt werden, um so das Aufeinandergleiten der beiden Oberflächen des Aus
gleichsringes auf dem Einsteckende bzw. dem Schlagteil sicherzustellen.
Um das beim Aufeinandergleiten beiseitegedrückte Fett aufnehmen zu können
und insbesondere um bei der Montage das Innenrohr einfach und zweckmäßig durch
den Ausgleichsring hindurchschieben zu können, ist vorgesehen, dass der Ausgleichs
ring eine über dem Durchmesser des Innenrohrs liegende Mittenbohrung aufweist.
Diese Mittenbohrung kann zweckmäßig sogar mit Schrägen versehen sein, um so eine
Beschädigung in diesem Bereich durch das Aufschlagen des Schlagteils zu vermeiden.
Vorzugsweise ist dementsprechend auch die Kante im Bereich des auftreffenden Schlag
teils abgeschrägt, während auf der gegenüberliegenden Seite der Mittenbohrung eine
entsprechende Schräge fehlen kann.
Einerseits um eine zweckmäßige Führung des Ausgleichsringes im Gehäuse zu
ermöglichen und andererseits um letztlich bis in den Endbereich ein Hin- und Herschie
ben des Ausgleichsringes auf den Flächen des Einsteckendes und des Schlagteiles zu
ermöglichen, ist vorgesehen, dass die Außenränder des Ausgleichsringes abgerundet
ausgebildet sind. Es ergibt sich somit ein bezüglich der Kanten rundum abgerundeter
Ausgleichsring, der sich damit zweckmäßig zwischen den Flächen des Einsteckendes
bzw. des Schlagteils gut lagern und beeinflussen läßt.
Das Schlagteil ist vom Prinzip her Bestandteil des Innenrohres, wird dement
sprechend vom Drehschlagwerk beeinflusst und kann die Schlagenergie auch auf das
Außengestänge weitergeben. Um Umrüstungen zu erleichtern und um auch die Installa
tion zu optimieren, sieht die Erfindung vor, dass das Schlagteil als Schlagmuffe ausge
bildet ist, die mit dem Einsteckende des Drehschlagwerkes lösbar verbunden ist. Dieses
Einsteckende weist entsprechende Gewinde auf, so dass die zwischengefügte Schlag
muffe bei Bedarf ausgetauscht werden kann, so dass dann auch das Drehschlagwerk
und das Drehwerk dichter beieinander liegen, wenn nämlich das Außenrohr lediglich
drehend beaufschlagt wird. Schnelle Umrüstungen sind auf diese Art und Weise mög
lich, insbesondere aber kann so bei Bedarf die Schlagmuffe auch einmal ausgetauscht,
durch eine größere oder kleinere ersetzt oder auch nur einfach ausgetauscht werden.
Der Ausgleichsring wird durch die Schlagmuffe beaufschlagt, wobei die ent
sprechenden Kräfte optimal übertragen werden können, wenn gemäß der Erfindung der
Ausgleichsring einen mit dem Kopf der Schlagmuffe bzw. dem Einsteckende korre
spondierenden oder größeren Außendurchmesser aufweist. Der größere Durchmesser ist
dann vorteilhaft, wenn der Ausgleichsring im Gehäuse durch entsprechend ausgebildete
Nasen bzw. Vorsprünge mitfixiert werden soll; ansonsten würde ein gleich großer Aus
gleichsring ausreichen.
Drehwerk und Drehschlagwerk werden zusammen in Längsrichtung verschoben,
um so das jeweils angeschlossene Außen- und Innenrohr mit dem jeweiligen Strang
zusammen ins Bohrloch einzuschieben oder besser gesagt einzuschlagen. Um nun auch
einen getrennten Betrieb zu ermöglichen, sieht die Erfindung vor, dass die Schlagmuffe
zusammen mit dem Drehschlagwerk in dessen Längsrichtung unabhängig vom Dreh
werk des Außenrohres verschiebbar ausgebildet ist. Das Drehschlagwerk mit der
Schlagmuffe wird somit vom Außenrohr abgezogen, so dass dieses dann nur noch dre
hend beaufschlagt wird, während das Innenrohr nach wie vor drehschlagend beauf
schlagt wird, um so den notwendigen Bohrfortschritt zu sichern. Da das Außenrohr
aber nur einen relativ begrenzt dicken Mantel schneiden muss, reicht bei weicherem
Gebirge eine drehende Beaufschlagung, so dass zur Schonung des Gestänges letztlich
dann die Schlagmuffe von dem Ausgleichsring und dem Einsteckende abgezogen wer
den kann.
Verletzungen der Bohrmannschaft können vermieden werden, indem die Schlag
muffe hundeknochenförmig geformt und mit einem trichterförmigen Schutzmantel aus
gerüstet ist, der am dem Ausgleichsring abgewandten Ende festgelegt und das Gehäuse
im Bereich des Ausgleichringes im Abstand mit abdeckend ausgebildet ist. Ein solcher
Schutzmantel besteht zweckmäßigerweise aus flexiblem Material, beispielsweise aus
Hartgummi oder Kunststoff. Er deckt den Schlagbereich ab, d. h. den Bereich, wo die
Schlagmuffe auf den Ausgleichsring auftrifft. Ist die Schlagmuffe vom Ausgleichsring
abgezogen, reicht eine entsprechend "kürzere" Ausbildung des Schutzmantels, so dass
dieser zweckmäßigerweise am Innenrohr oder genauer gesagt an der Schlagmuffe fest
gelegt ist und sich mit dieser bewegt. Befindet sich die Schlagmuffe auf dem Aus
gleichsring und beeinflusst auf diese Weise das Außengestänge bzw. das Einsteckende,
so befindet sich der Schutzmantel dicht am entsprechenden Vorsprung des Gehäuses, so
dass auch bei unbedachter Handhabung die Bohrmannschaft sich nicht gefährden kann
bzw. nicht gefährdet ist. Bei Bedarf, beispielsweise auch bei entsprechender Überprü
fung der Schlagmuffe, kann dieser Schutzmantel entfernt werden, weil er zweckmäßi
gerweise nur über eine Art Pressring an der hunderknochenförmigen Schlagmuffe fest
gelegt ist.
Weiter vorne ist darauf hingewiesen worden, dass der Ausgleichsring sowohl
bezüglich der Gesamtform wie auch bezüglich des Materials so ausgebildet ist, dass er
als Ausgleichsring "wirken" kann. Das Material ist so eingestellt, dass es einerseits die
Schläge der Schlagmuffe sicher auf das Einsteckende und damit auch das Außenrohr
überträgt, andererseits aber dieses Einsteckende so schützt, dass es durch die Schläge
nicht beschädigt werden kann. Sowohl die Formgebung wie das Material sorgen weiter
dafür, dass auch nicht genau mittig auftreffende Schläge so weit ausgeglichen werden,
dass es nicht zu Beschädigungen an den entsprechenden Bauteilen kommen kann, wobei
die drehende Schlagmuffe quasi durch den Ausgleichsring zentriert wird. Dabei kann
dieser Ausgleichsring sowohl nach Außen gebogen oder gekrümmt sein wie auch nach
Innen, nur müssen die Flächen des Ausgleichsringes und des Einsteckringes bzw. der
Schlagmuffe entsprechend korrespondierende Formen aufweisen. Ergänzend sieht die
Erfindung dann vor, dass der Ausgleichsring aus einem vom Material des Einstecken
des und der Schlagmuffe sowohl bezüglich Härte wie auch Wärmeleitfähigkeit abwei
chendes Material gefertigt ist, wobei die Zähigkeit höher ist, dass die ihnen zugedachte
Aufgabe sicher erfüllt wird.
Ein besonders für den Einsatz geeignetes Material ist Bronze, wobei es sich
vorzugsweise um geschmiedete Bronze handelt. Diese geschmiedete Bronze ergibt einen
Ausgleichsring mit optimalen Eigenschaften. Sowohl bezüglich der Härte und Zähigkeit
wie auch weiterer Eigenschaften kann er die zwischen Schlagmuffe und Einsteckende
auftretenden Kräfte aufnehmen, ohne dass Schäden an ihm auftreten.
Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass eine Bohrvorrich
tung geschaffen ist, die zweckmäßigerweise sowohl einen Betrieb mit drehendem Au
ßengestänge wie drehendschlagendem Außengestänge ermöglicht. Dabei sorgt das
Drehschlagwerk des Innengestänges bzw. Innenrohres, wie schon bekannt, dafür, dass
das Außenrohr gleichzeitig auch schlagend beauftragt wird. Zwischen die einzelnen
Bauteile, d. h. zwischen die Schlagmuffe einerseits und das Ende des Einsteckendes
und damit des Außenrohres, ist ein Ausgleichsring gesetzt, der in jeder Beziehung für
einen Ausgleich sorgt und gleichzeitig auch dafür, dass die vom Drehschlagwerk kom
menden Schläge sicher bei Bedarf auf das Außenrohr übertragen werden. Der Aus
gleichsring sorgt weiter dafür, dass sowohl bezüglich der Wärme wie auch der auf
treffenden Energieüberlastungen des Einsteckendes insbesondere aber auch der Schlag
muffe nicht auftreten können. Eine zwangsweise Zentrierung und ein sicheres Über
tragen der Kräfte wird durch die besondere Formgebung des Ausgleichsringes abgesi
chert. Insgesamt gesehen ist damit eine Bohrvorrichtung geschaffen, die hohe Stand
zeiten erreichen lässt und die vorteilhafterweise einen solchen Dauerbetrieb auch dann
ermöglicht, wenn mit Hilfe einer derartigen Bohrvorrichtung Bohrungen durch sehr
hartes Gestein getrieben werden sollen, weil nun auch auf Dauer das Außenrohr dreh
schlagend beaufschlagt und betrieben werden kann.
Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevor
zugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen
dargestellt ist. Es zeigen
Fig. 1 eine Gesamtansicht einer Bohrvorrichtung mit
Doppelschlagwerk in Seitenansicht,
Fig. 2 einen Ausschnitt im Bereich des Ausgleichs
ringes und
Fig. 3 einen Ausgleichsring im Schnitt.
Eine Bohrvorrichtung 1 für Doppelgestänge zeigt Fig. 1 in Seitenansicht. Das
Außenrohr ist mit 2 bezeichnet, das im Durchmesser kleinere Innenrohr mit 3. Wäh
rend das Außenrohr 2 über das Drehwerk 4 drehend beaufschlagt wird, wobei hier auf
die Darstellung von Einzelheiten verzichtet werden kann, sorgen die Drehwerksmotoren
6 des Drehschlagwerkes 7 zusammen mit der Schlageinrichtung dafür, dass das Innen
rohr 3 drehschlagend beaufschlagt wird.
Fig. 1 zeigt eigentlich das Ende des Außenrohres 2 bildende Einsteckende 5, das
endseitig mit einem Doppelgewinde 14 ausgerüstet ist.
Das Drehwerk 4 und das Drehschlagwerk 7 können gemeinsam auf einem hier
nur angedeuteten Schlitten in Längsrichtung verschoben werden, um so dafür zu sor
gen, dass der gesamte Bohrstrang ins Gebirge bzw. in den Baurand eingetrieben wird.
Der Schlitten ist zweigeteilt. Die Teile werden über einen Hydraulikzylinder verbun
den, um das Durchschlagwerk vom Drehwerk abzuziehen.
Soll das Außenrohr 2 bzw. das Einsteckende 5 gleichzeitig nicht nur drehend
über das Drehwerk 4, sondern auch schlagend beaufschlagt werden, was beispielsweise
erforderlich Wird, wenn das Doppelgestänge in das Gebirge bzw. das Gestein einge
bohrt wird. Soll nun aufgrund zunehmender Härte des Gesteins oder des Gebirges auch
das Schlagteil 8 akiviert werden, um das Außenrohr 2 nicht nur über das Drehwerk 4,
sondern auch über das Schlagteil 8 und damit schlagend zu beeinflussen, so wird das
Schlagteil 8 in Richtung Gehäuse 9 über den Hydraulikzylinder vorgeschoben und so
weit geschoben, bis es auf den hier nur angedeuteten Ausgleichsring 10 auftrifft. Dann
wird über das Innengestänge oder besser das Innenrohr 3 gleichzeitig auch Schlagener
gie auf das Außenrohr 2 übertragen. Näheres wird anhand der Fig. 2 erläutert.
Ähnlich wie im Drehwerk 4 befindet sich auch im Drehschlagwerk 7 ein Ein
steckende 16, also ein Teilrohr, das über die Drehwerksmotoren 6' und das hier nicht
weiter bezeichnete schlagende Teil beeinflusst wird. Die entsprechenden Kräfte werden
direkt vom Einsteckende 16 auf das Innenrohr 3 übertragen. Gezeigt ist in Fig. 1 auch
noch der Spülkopf 13, über den das Spülmittel in den Innenkanal 20 des Innenrohres 3
eingeführt wird, und zwar auch bei sich drehendem Innenrohr 3.
Fig. 2 zeigt noch einmal den Spülkopf 13, der auf dem Innenrohr 3 sitzt, und
das Schlagteil 8, das hier als Schlagmuffe 15 ausgebildet ist. Diese Schlagmuffe 15
wirkt über den Ausgleichsring 10 auf das Endstück 11 des Einsteckendes 5 ein und
damit auf das Außenrohr 2. Das Innenrohr 3 ist über ein hier nicht dargestelltes Ge
winde mit der Schlagmuffe 15 verschraubt. Der Kopf 17 der Schlagmuffe 15 wirkt
direkt auf den Ausgleichsring 10 ein, wobei die drehende Bewegung der Schlagmuffe
15 eine Beeinflussung des Ausgleichsringes 10 nicht beeinträchtigt, zumal über die
Schmierbohrungen 12 in den Bereich des Ausgleichsringes 10 Schmierfett eingepresst
werden kann.
Erkennbar ist der Innenkanal 20, über den das Spülmittel in Richtung hier nicht
dargestellte Bohrkrone gefördert wird.
Der Kopf 17 der Schlagmuffe 15 und der Endbereich des Gehäuses 19 mit dem
entsprechend gelagerte Ausgleichsring 10 werden über einen Schutzmantel 18 abgedeckt
und abgesichert, der am von dem Ausgleichsring 10 abgewandten Ende 19 der Schlag
muffe 15 festgelegt ist, so dass er sich mit der Schlagmuffe 15 gemeinsam hin- und
herschiebt, aber immer dafür Sorge trägt, dass insbesondere beim aktivierten Schlag
betrieb der Bereich des Ausgleichsringes 10 abgedeckt ist.
Fig. 3 zeigt einen Ausgleichsring 10 im Schnitt, wobei die Oberflächen 21, 22
auf beiden Seiten des Ausgleichsringes 10 hier gerade verlaufen. Nach den Erläuterun
gen in der Beschreibung sind diese Oberflächen 21, 22 vorzugsweise räumlich ge
krümmt ausgebildet, um so u a. eine Selbstzentrierung der Schlagmuffe 15 beim
Schlagbetrieb und eine große Oberfläche (Auflagefläche) zu erreichen.
Die Mittenbohrung 23 ist größer als der Außendurchmesser des Innenrohres 3,
was anhand der Fig. 2 auch deutlich wird, so dass ein Einführen des Innenrohres er
leichtert ist, gleichzeitig aber auch eine Beeinflussung des Ausgleichsringes 10 durch
das Innenrohr oder umgekehrt ausgeschlossen ist.
Die Außenränder 24, 25 sind abgerundet, wie Fig. 3 verdeutlicht, wobei auch
die Innenränder 26 entsprechende Abrundungen oder Abschrägungen aufweisen können.
Der Ausgleichsring 10 besteht aus entsprechend abgestimmt zähem Material,
wobei die Oberflächen 21, 22 auch soweit geglättet sein können, dass zusätzlich mit
oder gegebenenfalls sogar ohne Schmiermittel ein immer gleichmäßiger Betrieb der sich
drehenden Schlagmuffe 15 möglich ist. Hierbei ist es durchaus denkbar, dass auch die
entsprechend zugewandte Fläche der Schlagmuffe 15 geglättet ist, und auch die korre
spondierende Oberfläche des Einsteckendes 5.
Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden,
werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.
Claims (14)
1. Bohrvorrichtung mit miteinander verschraubten Außenrohren (2) und
miteinander verschraubten Innenrohren (3), die über ein Drehwerk (4) bzw. ein Dreh
schlagwerk (7) antreibbar sind, wobei das Außenrohr (2) an ein das Drehwerk (4) beid
seitig überragendes Einsteckende (5) ankoppelbar und über ein dem Innenrohr (3) zu
geordnetes und mit diesem in Längsrichtung verschiebbar angeordnetes Schlagteil (8)
beaufschlagbar herausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Einsteckende (5) drehschlagwerksseitig ein Ausgleichsring (10) zugeordnet
ist, der eine unter der des Rohrmaterials und/oder des Schlagteils (8) liegende Härte
und/oder eine dem angrenzenden Endstück (11) des Einsteckendes (5) angepaßt und
auftretende Kräfte ausgleichende Form und/oder Oberfläche (21; 22) aufweist.
2. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichsring (10) einseitig eine räumlich gekrümmte, mit dem angrenzenden
Endstück (11) des Einsteckendes (5) korrespondierende Oberfläche (21) aufweist.
3. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichsring (10) beidseitig eine räumlich gekrümmte, mit dem angrenzen
den Endstück (11) des Einsteckendes (5) korrespondierende Oberfläche (21; 22) auf
weist.
4. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Einsteckende (5) von einem die Drehwerksmotoren (6) tragenden Gehäuse (9)
den Ausgleichsring (10) mit einfassend ausgebildet ist.
5. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Gehäuse (9) auf die gekrümmte Oberfläche (21, 22) des Ausgleichsrings (10)
gerichtete Schmierbohrungen (12) vorgesehen sind.
6. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichsring (10) eine über dem Durchmesser des Innenrohrs (3) liegende
Mittenbohrung (23) aufweist.
7. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Außenränder (24, 25) des Ausgleichsringes (10) abgerundet ausgebildet sind.
8. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schlagteil (8) als Schlagmuffe (15) ausgebildet ist, die mit dem Einsteckende
(16) des Drehschlagwerkes (7) lösbar verbunden ist.
9. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichsring (10) einen mit dem Kopf (17) der Schlagmuffe (15) bzw. dem
Einsteckende (5) korrespondierenden oder größeren Außendurchmesser aufweist.
10. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schlagmuffe (15) zusammen mit dem Drehschlagwerk (7) in dessen Längs
richtung unabhängig vom Drehwerk (4) des Außenrohres (2) verschiebbar ausgebildet
ist.
11. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schlagmuffe (15) hundeknochenförmig geformt und mit einem trichterförmigen
Schutzmantel (18) ausgerüstet ist, der am dem Ausgleichsring abgewandten Ende (19)
festgelegt und das Gehäuse (9) im Bereich des Ausgleichsringes (10) im Abstand mit
abdeckend ausgebildet ist.
12. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichsring (10) aus einem vom Material des Einsteckendes (5) und der
Schlagmuffe (15) sowohl bezüglich Härte wie auch Wärmeleitfähigkeit abweichendem
Material gefertigt ist, wobei die Zähigkeit höher ist.
13. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichsring (10) aus Bronze besteht.
14. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ausgleichsring (10) aus Bronze besteht, die zur Verbesserung der Zähigkeit
geschmiedet ist.
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