DE19836701A1 - Verfahren zum Stillsetzen eines elektrischen Antriebsmotors und Bremsschaltung - Google Patents
Verfahren zum Stillsetzen eines elektrischen Antriebsmotors und BremsschaltungInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zum Stillsetzen eines elektrischen Antriebsmotors, insbesondere eines Antriebsmotors zum Antreiben einer Nutentrommel einer Spulstelle einer Spulmaschine, der zum Bremsen gegensinnig zu einem Nennstrom mit einem Bremsstrom beaufschlagt wird, wird vorgesehen, daß die momentane thermische Belastung des Antriebsmotors erfaßt und die Stärke des Bremsstroms abhängig von dieser thermischen Belastung des Antriebsmotors ausgewählt wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stillsetzen eines
elektrischen Antriebsmotors, insbesondere eines
Antriebsmotors zum Antreiben einer Nutentrommel einer
Spulstelle einer Spulmaschine, der zum Bremsen gegensinnig zu
einem Nennstrom mit einem Bremsstrom beaufschlagt wird,
dessen Stärke ein Mehrfaches des Nennstroms betragen kann,
und eine Bremsschaltung.
Bei vielen Anwendungen von elektrischen Antriebsmotoren wird
angestrebt, diese möglichst schnell zum Stillstand
abzubremsen. Bei Spulmaschinen beispielsweise, bei denen
jeweils ein elektrischer Antriebsmotor eine Nutentrommel
einer Spulstelle antreibt, wird angestrebt, den Antriebsmotor
bei Bedarf möglichst schnell abzubremsen, um die
Stillstandszeiten der betreffenden Spulstellen kurz und damit
den Wirkungsgrad der Spulmaschine hoch zu halten. An den
Spulstellen werden Spinnkopse zu großvolumigen Kreuzspulen
umgespult. Die Fäden werden dabei während des Umspulens auf
Fadenfehler hin überwacht. Wird ein Fadenfehler festgestellt,
so wird der Umspulvorgang unterbrochen, das Fadenstück mit
dem Fehler herausgeschnitten, eine Fadenverbindung zwischen
den verbleibenden Fadenstücken hergestellt und der
Spulvorgang wieder aufgenommen. Um dies in möglichst kurzer
Zeit durchzuführen, ist es auch notwendig, die Nutentrommel
möglichst schnell zum Stillstand zu bringen.
Um einen elektrischen Antriebsmotor elektrisch abzubremsen,
wird dieser gegensinnig zum Nennstrom mit einem Bremsstrom
beaufschlagt. Die Bremszeit ist dabei abhängig von der Größe
des Bremsstroms, die ein Mehrfaches des Nennstroms betragen
kann, ohne daß im Normalfall eine Beschädigung des
Antriebsmotors zu befürchten ist. Üblicherweise ist für
derartige Antriebsmotoren eine thermische
Überwachungseinrichtung vorgesehen, die eine thermische
Überlastung feststellt und dann den Betrieb des
Antriebsmotors unterbricht und damit verhindert, daß infolge
Überhitzung des Motors schwere Motorschäden auftreten.
Eine derartige thermische Überlastung kann auftreten, wenn
ein Antriebsmotor einer Nuttrommel mehrfach kurzzeitig
hintereinander gebremst und wieder beschleunigt wird.
Der Antriebsmotor wird dann mittels der
Temperaturüberwachungseinrichtung abgeschaltet und bleibt so
lange abgeschaltet, bis die Temperatur wieder unter den
eingestellten Sicherheitswert abgesunken ist. In der Regel
wird an der betreffenden Spulstelle außerdem Rotlicht
gesetzt, und damit angezeigt, daß an dieser Spulstelle eine
Störung besteht, die einen Eingriff des Bedienpersonals
erfordert. Dies führt zu Stillstandszeiten und damit zu nicht
unerheblichen Wirkungsgradverlusten der betroffenen
Vorrichtung oder Maschine.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und
eine Bremsschaltung der eingangs genannten Art zu schaffen,
bei der das von dem Antriebsmotor angetriebene Element oder
die zugehörige Maschine mit möglichst hohem Wirkungsgrad ar
beiten kann.
Diese Aufgabe wird bezüglich des Verfahrens dadurch gelöst,
daß ständig die momentane thermische Belastung des
Antriebsmotors erfaßt und die Stärke des Bremsstroms abhängig
von dieser thermischen Belastung des Antriebsmotors
ausgewählt wird.
Damit wird erreicht, daß bei jedem Einleiten eines
Bremsvorganges die Stärke des für den Bremsvorgang
geeigneten, das heißt, möglichst hohen Bremsstromes ermittelt
wird, so daß auch bei mehreren kurzzeitig hintereinander
wiederholten Bremsvorgängen jeweils mit einer die Bremszeit
minimierenden, maximalen Bremskraft gearbeitet werden kann,
ohne daß es zu einer Überlastung des Antriebsmotors kommt.
Abhängig von der momentanen thermischen Belastung des An
triebsmotors ergeben sich dann unterschiedliche
Bremszeiten, d. h. bei höherer thermischer Belastung höhere
Bremszeiten, ohne daß jedoch der Antriebsmotor in einen ein
Abschalten erforderlichen Temperaturbereich gelangt.
Um den apparativen Aufwand möglichst gering zu halten, wird
in Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß die momentane
thermische Belastung des Antriebsmotors aus der Strombeauf
schlagung des Antriebsmotors über der Zeit erfaßt wird. Auf
diese Weise läßt sich der meßtechnische oder apparative Auf
wand relativ gering halten.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß
abgestufte Werte für Bremsströme abgelegt sind, denen jeweils
ein Bereich einer thermischen Belastung zugeordnet ist. Für
eine praktische Realisierung reicht eine derart stufenweise
Festlegung des geeigneten Bremsstroms ohne weiteres aus.
Bezüglich einer Bremsschaltung wird die Aufgabe dadurch ge
löst, daß Mittel zum Erfassen der momentanen thermischen Be
lastung des Antriebsmotors und Mittel zum Auswählen des für
einen Bremsvorgang anzulegenden Bremsstroms in Abhängigkeit
von dieser thermischen Belastung vorgesehen sind.
In weiterer Ausgestaltung wird vorgesehen, daß Mittel zum
Zuordnen der erfaßten thermischen Belastung zu in einem Spei
cher abgelegten Werten thermischer Belastungen und Mittel zum
Aufrufen eines Bremsstroms mit einer für den zugeordneten
Wert vorgegeben Stärke vorgesehen sind.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind nachfolgend
anhand der in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer
Schaltungsanordnung, die eine Bremsschaltung für
einen Antriebsmotor einer Nutentrommel einer
Spulstelle einer Spulmaschine enthält,
Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Bremsschaltung.
Bei Spulmaschinen sind die einzelnen Spulstellen jeweils mit
einer Nutentrommel 10 ausgerüstet, die während des Umspulens
über Reibschluß eine relativ großvolumige Auflaufspule
antreibt. Während des Umspulprozesses verlegt die
Nutentrommel 10 einen von einem (nicht dargestellten)
Spinnkops abgezogenen Faden 12 derart in Querrichtung, daß
eine konische oder zylindrische Kreuzspule 11 gewickelt wird.
Die Nutentrommel 10 wird dabei mittels eines Elektromotors 13
angetrieben, der bei dem Ausführungsbeispiel ein elektronisch
kommutierter Servomotor ist. Die Schaltunganordnung mit der
Bremsschaltung nach der vorliegenden Erfindung eignet sich
jedoch prinzipiell für jede Art von elektrischem
Antriebsmotor.
Wenn ein aus dem Faden 12 herauszutrennender Fadenfehler
festgestellt wird, oder ein Fadenbruch auftritt, wird der
Spulvorgang sofort unterbrochen.
Das heißt, die Kreuzspule 11 wird von der Nutentrommel 10 ab
gehoben und mittels einer nicht dargestellten, jedoch an sich
bekannten, am Spulenrahmen angeordneten Spulenbremse in den
Stillstand gebremst. Die Nutentrommel 10, die eine nicht
unerhebliche Gewichtsträgheit aufweist, wird ebenfalls
gebremst, indem der zugehörige Antriebsmotor 13 mit
Bremsstrom beaufschlagt wird, der gegensinnig zur
Stromrichtung des während des normalen Spulbetriebes
anstehenden Nennstromes gerichtet ist.
Um ein möglichst schnelles Stillsetzen des Antriebsmotors 13
zu erhalten, wird ein Bremsstrom mit möglichst hoher Stärke
gewählt, die ein Mehrfaches der Stärke des Nennstroms
betragen kann. Die dabei kurzzeitig auftretende thermische
Belastung ist nicht so stark, daß sie zu einem Schaden an dem
Antriebsmotor 13 führen kann.
Wenn jedoch innerhalb einer kurzen Zeitspanne mehrere
Bremsungen durchgeführt werden müssen, kann die thermische
Belastung des Antriebsmotors 13 sehr hoch werden.
Üblicherweise sind derartige Antriebsmotoren daher mit einem
thermischen Überlastschutz versehen, der dafür sorgt, daß der
Antriebsmotor 13, wenn eine Sicherheitstemperatur erreicht
wird, abschaltet und nicht wieder eingeschaltet werden kann.
Ein mehrfaches Abbremsen der Nuttrommel 10 innerhalb kurzer
Zeit kann somit zu dem Ansprechen des thermischen
Überlastschutzes führen, so daß dann der Antriebsmotor 13 so
lange stillgesetzt ist, bis die Sicherheitstemperatur wieder
ausreichend weit unterschritten ist. In der Regel wird an der
betreffende Spulstelle außerdem Rotlicht gesetzt und damit
dem Bedienpersonal angezeigt, das ein Maschinenfehler vor
liegt. Während dieser dadurch entstehen Stillstandszeiten,
beispielsweise bei dem Ausführungsbeispiel einer Spulstelle,
die zu einem Wirkungsgradverlust der betreffenden Spulstelle
und damit der Spulmaschine führen.
Um diese durch thermische Überlastung beim Bremsen
verursachten Stillstandszeiten zu vermeiden, ist gemäß der
Erfindung vorgesehen, daß ständig die momentane thermische
Belastung des Antriebsmotors 13 erfaßt wird, und daß in
Abhängigkeit davon die Stärke des Bremsstromes für den
folgenden Bremsvorgang so ausgewählt wird, daß sichergestellt
ist, daß keine thermische Überlastung auftritt. Damit wird
zwar nicht bei jedem Bremsvorgang mit der kürzesten
theoretisch möglichen Bremszeit gebremst, jedoch erfolgt das
Bremsen mit der technisch zulässig kürzesten, eine thermische
Überlastung des Antriebsmotors 13 vermeidenden, Bremszeit.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 gibt ein
Spulstellenrechner 14 die Stromstärke und Stromrichtung vor,
mit welcher der Antriebsmotor 13 beaufschlagt wird. Damit
bestimmt der Spulstellenrechner 14 einerseits die Drehzahl
des Antriebsmotors 13 und andererseits, in Abhängigkeit vom
thermischen Belastungszustand des Antriebsmotors 13 dessen
Bremsverhalten. Der Spulstellenrechner 14 verarbeitet
Informationen eines (nicht dargestellten) Zentralrechners,
die ihm zum Beispiel über einen Maschinenbus 21 zugestellt
werden. Diese Informationen können beispielsweise die
Spulgeschwindigkeit oder die Drehzahl des Antriebsmotors 13
betreffen, ggf. auch um Bildstörungen zur Vermeidung von
Bildwickeln auf der Kreuzspule 11 zu erzielen.
Die Signale des Spulstellenrechners 14, die über eine Leitung
22 an eine Endstufe 15 gelangen, werden dort entsprechend
verarbeitet. Das heißt, die Endstufe 15 leitet den Strom
phasengerecht an die Wicklungen des Antriebsmotors 13 weiter.
Hierzu verwertet die Endstufe 15 auch Informationen
eines Rotorlagegebers 16.
Die an einem Polring 17 des Antriebsmotors 13 erfaßte Ist-
Geschwindigkeit oder Ist-Drehzahl des Antriebsmotors 13 wird
zur Drehzahlregelung an den Spulstellenrechner 14
zurückgemeldet.
Die erfaßte Ist-Geschwindigkeit des Antriebsmotors 13 kann
auch für weitere Funktionen an der Spulstelle
verwertet werden, sie kann beispielsweise zu einem Reiniger
geführt wird, der abhängig von der Ist-Geschwindigkeit die
Meßintervalle für das Überwachen des Fadens 12 festlegt.
Der Spulstellenrechner 14 verwertet auch die Information über
die momentane thermische Belastung des Antriebsmotors 13.
Wie in Fig. 1 angedeutet ist, kann hierzu dem Antriebsmotor 13
ein thermischer Sensor 18 zugeordnet sein, dessen Signal in
den Spulstellenrechner 14 eingegeben wird.
Der Spulstellenrechner 14 kann jedoch auch, wie in Fig 2
angedeutet, die momentane thermische Belastung des Antriebs
motors 13 errechnen, indem er die Strombeaufschlagung des
Antriebsmotors 13 über die Zeit erfaßt.
Der Spulstellenrechner 14 weist in diesem Fall einen
Integrator 20 sowie einen Speicher 19 auf. Im Speicher 19
sind dabei eine Vielzahl von Trommellastwertbereichen mit
ihren zugehörigen Bremswerten hinterlegt. Anhand dieser Daten
legt der Spulstellenrechner 14 dann für jeden Bremsvorgang
die Stärke des Bremsstroms, mit dem der Antriebsmotor 13
maximal beaufschlagt werden kann, derart fest, daß eine
möglichst kurze Bremszeit erzielt wird, jedoch der Bremsstrom
nicht zu einer unzulässigen thermischen Überlastung des
Antriebsmotors 13 führt.
Zweckmäßigerweise sind im Speicher 19 des Spulstellenrechners
14 eingegrenzte Bereiche für die momentane thermische
Belastung des Antriebsmotors 13 sowie die zugehörigen noch
zulässigen maximalen Stärken der Bremsströme abgelegt. Vor
dem Einleiten eines Bremsvorganges kann somit der
Spulstellenrechner 14 in einfacher Weise abfragen, in welchem
Bereich die momentane thermische Belastung liegt und dann den
Bremsstrom mit geeigneter Stärke vorgeben.
Claims (6)
1. Verfahren zum Stillsetzen eines elektrischen
Antriebsmotors, insbesondere eines Antriebsmotors zum
Antreiben einer Nutentrommel einer Spulstelle einer
Spulmaschine, der zum Bremsen gegensinnig zu einem
Nennstrom mit einer Bremsstrom beaufschlagt wird, dessen
Stärke ein Mehrfaches des Nennstroms betragen kann,
dadurch gekennzeichnet,
daß die momentane thermische Belastung des
Antriebsmotors erfaßt und die Stärke des Bremsstroms
abhängig von dieser thermischen Belastung des
Antriebsmotors ausgewählt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die momentane thermische Belastung des Antriebsmotors
aus der Strombeaufschlagung des Antriebsmotors über die
Zeit erfaßt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß abgestufte Werte für Bremsströme
abgelegt sind, denen jeweils ein Bereich einer
thermischen Belastung zugeordnet ist.
4. Bremsschaltung für einen elektrischen Antriebsmotor,
insbesondere für einen Antriebsmotor zum Antreiben einer
Nutentrommel einer Spulstelle einer Spulmaschine, die
den Antriebsmotor zum Bremsen gegensinnig zum Nennstrom
mit Bremsstrom beaufschlagt, dessen Stärke ein Mehrfa
ches des Nennstroms betragen kann,
dadurch gekennzeichnet,
daß Mittel (18) zum Erfassen der momentanen thermischen
Belastung des Antriebsmotors (13) und Mittel (14) zum
Auswählen des für einen Bremsvorgang anzulegenden
Bremsstroms in Abhängigkeit von dieser thermischen
Belastung vorgesehen sind.
5. Bremsschaltung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mittel (14) zum Auswählen Mittel zum Zuordnen
der erfaßten momentanen thermischen Belastung zu in
einem Speicher abgelegten Werten thermischer Belastungen
und Mittel zum Aufrufen eines Bremsstromes mit einer für
den zugeordneten Wert vorgegebener Stärke vorgesehen
sind.
6. Bremsschaltung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Werte von thermischen
Belastungen in Form von abgestuften Bereichen in dem
Speicher abgelegt sind, wobei zu jedem Bereich eine
Stärke des Bremsstroms vorgegeben ist.
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