DE19832325A1 - Verfahren zum Herstellen von Außenhautteilen - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von AußenhautteilenInfo
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Abstract
Um für Kleinserien Außenhautteile für Fahrzeuge aus faserverstärkten Kunststoffen, beispielsweise Motorradkotflügel oder andere Verkleidungsteile, herzustellen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, nur die zur Herstellung eines Bauteils jeweilig notwendige Harz-/Härtemischung zu mischen, wobei der Härter vorgewärmt ist und dann nur diese Menge zu injizieren. Damit können sehr dünnwandige Bauteile in bester optischer Qualität schnell und kostengünstig hergestellt werden.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren der im Oberbegriff des ersten
Anspruchs angegebenen Art.
Bei der Herstellung von Kleinserien oder Sonderserien für Außenhautteile
von Fahrzeugen, insbesondere von Motorrädern, ist es bekannt, laminierte
Kohlefaserteile von Hand in einer offenen Form herzustellen. Die Stabilität
des Außenhautteiles wird nach der Trocknung/Aushärtung von Harz und
Härte erreicht.
Die so hergestellten Außenhautteile weisen eine hohe Steifigkeit bei gerin
gem Eigengewicht auf. Nachteilig hierbei ist jedoch, daß sie eine geringe
Zähigkeit besitzen und deshalb bei einem Unfall des Fahrzeugs leicht zer
splittern, was zusätzliche Verletzungen der am Unfall beteiligten Personen
herrufen kann. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß aufgrund der Hand
arbeit nur wenig Bauteile hergestellt werden können, die zudem teuer sind.
Daneben ist allgemein das Injektionsverfahren für die Herstellung von Bau
teilen aus faserverstärkten Kunststoffen bekannt (z. B. Kunststof
fe/Synthetiks, 1993, Heft 10, Seite 40 bis 45). Mit diesem Verfahren können
Außenhautteile für Fahrzeuge in Kleinserie hergestellt werden, die preis
werter und qualitativ hochwertiger als die im Handverfahren hergestellten
Bauteile sind. Nachteilig hierbei ist es jedoch, daß sie eine Mindestwandstär
ke von < 3 mm aufweisen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Injektionsverfahren vorzu
schlagen, mit dem Außenhautteile für Fahrzeuge aus faserverstärkten
Kunststoffen in Kleinserie mit einer hohen Oberflächenqualität hergestellt
werden können, die zudem eine geringe Wandstärke aufweisen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des ersten An
spruchs gelöst. Durch die Verwendung eines erwärmten Härters, d. h. eines
Härters, der auf über Raumtemperatur auf beispielsweise ca. 40° erwärmt
ist, wird die Harz-/Härtermischung dünnflüssig genug, um Bauteilwandstär
ken zu erreichen, die deutlich unter den bisherigen Wandstärken liegen, bei
spielsweise im Bereich von 1 mm oder weniger. Hierzu ist es wesentlich, den
Formhohlraum aufsteigend von unten nach oben vom Harz durchströmen zu
lassen.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt dann, daß durch die Proportionierung
der Harz- und Härteranteile vor dem Mischen keine sonst beim Injektions
verfahren notwendige Einlaufstrecke benötigt wird, die vor jedem Injektions
vorgang mit einem Lösungsmittel gereinigt werden muß. Somit wird Lö
sungsmittel und Arbeitszeit gespart, was zu einer deutlichen Reduktion der
Herstellungskosten führt.
Die Weiterbildung nach Anspruch 2 hat den Vorteil, daß die Außenseite des
erfindungsgemäß hergestellten Bauteils nicht noch zusätzlich lackiert werden
muß. Sie besitzt bereits Endqualität. Lediglich muß ggf. ein Poliervorgang
nachgeschaltet werden.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 3 wird eine Erhöhung der Steifigkeit
des Bauteils erreicht. Trotz der Verwendung zweier Matten, nämlich der fa
serverstärkten Kunststoffmatte und einer Verstärkungsmatte, können mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren Bauteilwandstärken im Bereich von 1
mm erzielt werden. Diese Bauteile besitzen eine hohe Festigkeit und eine
hohe Elastizität bei einer hohen Splittersicherheit. Versuche haben gezeigt,
daß Motorradkotflügel, hergestellt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren,
trotz massiver Verformung nicht zu einem Splitterbruch neigen.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 4 wird auf einfache Weise sicherge
stellt, daß beide Matten gleichmäßig von der Harz-/Härtermischung durch
tränkt werden. Gleichzeitig wird dadurch sichergestellt, daß ein minimaler
Verbrauch an Harz-/Härtermischung gewährleistet wird. So können bei
spielsweise Motorradkotflügel mit dem erfindungsgemäßen Verfahren mit nur
einem Überlauf am Formhohlraum hergestellt werden. Die so "verlorene"
Harz-/Härtermischung ist somit sehr gering.
Die Ansprüche 5 bis 7 beschreiben bevorzugt Materialien für die faserver
stärkte Kunststoffmatte und die Verstärkungsmatte.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 6 können mit dem erfindungsgemä
ßen Verfahren dekorativ hochwertige Außenhautteile hergestellt werden, bei
denen aufgrund der Verwendung eines klaren Oberflächenlackes in der
Form die Struktur der kohlefaserverstärkten Kunststoffmatte sichtbar ist. Der
Faserverlauf der Kohlefasern sowie der farbig abgesetzten Glasfaserfäden
bleibt mit dem erfindungsgemäßen Verfahren vollkommen parallel, so daß
die so produzierten Bauteile eine hohe optische Qualität besitzen.
Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand der Herstellung
eines Motorradkotflügels näher erläutert.
Die hierzu verwendete Form besteht aus zwei Formwerkzeughälften, die
entsprechend der Kontur des Kotflügels ausgebildet sind. Als erstes wird der
Oberflächenlack auf die Formwerkzeughälfte, die die Bauteilaußenseite bil
det, aufgespritzt. Da die Formwerkzeuge beheizt sind, trocknet er schnell
und bildet eine leicht klebrige Oberfläche.
Hierauf wird die zugeschnittene kohlefaserverstärkte Kunststoffmatte mit den
farbig abgesetzten Glasfaserfäden eingelegt. Aufgrund der leicht klebrigen
Lackoberfläche, haftet sie in der Formwerkzeughälfte ohne zusätzliche
Hilfsmittel.
Anschließend wird die glasfaserverstärkte Kunststoffmatte aufgelegt und mit
Hilfe von Klebstoffstreifen befestigt. Diese Klebstoffstreifen sind so angeord
net, daß sie für die Harz-/Härtermischung Strömungsleitelemente bilden,
damit sichergestellt ist, daß beide Matten vollständig mit der Harz-/Härter
mischung durchtränkt werden.
Nach dem Einlegen und Befestigen der glasfaserverstärkten Kunststoffmatte
wird die Form geschlossen.
Anschließend wird in einer Kartusche die für die Herstellung dieses Kotflü
gels benötigte Harz- und Härtermenge gemischt, wobei der Härter auf ober
halb Raumtemperatur erwärmt ist.
Nach dem Durchmischen von Harz und Härter wird die Kartusche direkt an
den Einlauf des Formwerkzeuges angesetzt und die Harz-/Härtermischung
an der tiefsten Stelle in das Formwerkzeug injiziert.
Aufgrund der Injizierung der Harz-/Härtermischung an der tiefsten Stelle des
Formwerkzeuges, der im Formwerkzeug vorhandenen Strömungsleitele
mente und dem an der höchsten Stelle der Form, diametral dem Einlaß ge
genüber angeordnete Harzüberlauf wird in kürzester Zeit eine vollständige
Durchtränkung der beiden Kunststoffmatten erreicht.
Nach dem Aushärten der Harz-/Härtermischung kann das Formwerkzeug
geöffnet werden und das Bauteil entnommen werden. Es muß dann nur
noch an seinen Rändern entsprechend der Kontur des späteren Bauteils
beschnitten werden.
Claims (7)
1. Verfahren zum Herstellen von Außenhautteilen für Fahrzeuge aus faser
verstärkten Kunststoffen, bei dem eine faserverstärkte Kunststoffmatte in ein
geöffnetes Formwerkzeug eingelegt und nach dem Schließen des Form
werkzeuges mit einer Harz/Härter-Mischung getränkt und nach dem Aus
härten aus dem Formwerkzeug entnommen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die für die Herstellung jeweils eines Außen
hautteils benötigte Harz/Härter-Mischung mit einem erwärmten Härter her
gestellt und dann von der tiefsten Stelle des Formwerkzeuges aufsteigend in
den Formhohlraum injiziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Einlegen der faserverstärkten Kunst
stoffmatte in das Formwerkzeug ein Oberflächenlack (Gelcoat) auf die die
Außenseite des Außenhautteils bildende Formhälfte aufgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß auf die eingelegte faserverstärkte Kunststoff
matte eine Verstärkungsmatte aufgelegt und an dem Formwerkzeug befe
stigt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigung für die Verstärkungsmatte
gleichzeitig als Strömungsleitelement für die injizierte Harz/Härter-Mischung
dient.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß als faserverstärkte Kunststoffmatte eine koh
lefaserverstärkte Kunststoffmatte (CFK) verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die CFK-Matte eingewebte, farbig abgesetzte
Glasfaserfäden besitzt.
7. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß als Verstärkungsmatte eine glasfaserver
stärkte Kunststoffmatte verwendet wird.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998132325 DE19832325A1 (de) | 1998-07-17 | 1998-07-17 | Verfahren zum Herstellen von Außenhautteilen |
| DE59907775T DE59907775D1 (de) | 1998-07-17 | 1999-07-02 | Verfahren zum Herstellen von Aussenhautteilen |
| EP99112680A EP0972629B1 (de) | 1998-07-17 | 1999-07-02 | Verfahren zum Herstellen von Aussenhautteilen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998132325 DE19832325A1 (de) | 1998-07-17 | 1998-07-17 | Verfahren zum Herstellen von Außenhautteilen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19832325A1 true DE19832325A1 (de) | 2000-01-20 |
Family
ID=7874503
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998132325 Withdrawn DE19832325A1 (de) | 1998-07-17 | 1998-07-17 | Verfahren zum Herstellen von Außenhautteilen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19832325A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102007029468A1 (de) * | 2007-06-26 | 2009-01-02 | Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft | Faserverstärktes Kunststoffbauteil und Verfahren zu dessen Herstellung |
| DE102008007879A1 (de) * | 2008-02-06 | 2009-08-13 | Edag Gmbh & Co. Kgaa | Carbonfaserverbundbauteil |
-
1998
- 1998-07-17 DE DE1998132325 patent/DE19832325A1/de not_active Withdrawn
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| DE102008007879B4 (de) * | 2008-02-06 | 2009-11-26 | Edag Gmbh & Co. Kgaa | Carbonfaserverbundbauteil |
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