DE19832906C1 - Kapazitiver Drehratensensor - Google Patents
Kapazitiver DrehratensensorInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen kapazitiven Drehratensensor bestehend aus einer federnd gelagerten spiegelsymmetrisch ausgebildeten seismischen Masse an der kammartig Elektroden befestigt sind und mindestens zwei Gruppen von spiegelsymmetrisch angeordneten kammartigen Gegenelektroden. DOLLAR A Aufgabe der Erfindung ist es, den Drehratensensor so auszugestalten, daß er eine möglichst gute Temperaturkompensation aufweist. DOLLAR A Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß Gegenelektroden jeweils an einem Träger befestigt sind und zwischen die an der seismischen Masse befestigten Elektroden eingreifen, wobei der Träger der Gegenelektroden allein im Bereich der der Symmetrieachse am nächsten liegenden Punkte auf einem Keramikträger befestigt sind.
Description
Die Erfindung betrifft einen kapazitiven Drehratensensor, bei
dem eine durch Aktoren angetriebene seismische Masse mit Elek
troden gegen feste Gegenelektroden schwingen kann.
Der Unterschied zwischen einem Tachogenerator und einem Drehra
tensensor liegt darin, daß ein Drehratensensor die absolute
Drehgeschwindigkeit mißt, während ein Tachometer zusätzlich mit
einem Bezugssystem bekannter Drehgeschwindigkeit verbunden sein
muß und eine dazu relative Drehgeschwindigkeit mißt. Schwin
gungs-Drehratensensoren nutzen den Einfluß des Coriolis-Effekts
auf schwingende massebehaftete Strukturen zur Messung der Dreh
geschwindigkeit aus. Der Einfluß des Coriolis-Effektes tritt in
Form von Inertialkräften auf die schwingenden massebehaften
Strukturen in Erscheinung. Zur Detektion der durch die Inertial
kräfte hervorgerufenen Wirkung sind geeignete Sensoren am
Drehratensensor angebracht oder integriert. Es sind verschiedene
Schwingungs- Drehratensensoren aus der Literatur oder als Proto
typen bekannt, die nach dem beschriebenen Prinzip arbeiten.
Ein kapazitiver Drehratensensor besteht prinzipiell aus einer
seismischen Masse, die eine Elektrode in einem elektrischen Kon
densatorsystem bildet und mindestens einer Gegenelektrode, wobei
die seismische Masse über Aktoren in lineare Bewegungen ver
setzt wird. Wird der Sensor nun gedreht, so wird die seismische
Masse auf Grund der Coriolis-Kraft abgelenkt. Diese Lageände
rung ändert die elektrische Kapazität des Systems und ist damit
ein Maß für die Drehrate.
Ein solcher kapazitiven Drehratensensor ist aus der DE 44 28 405
A1 bekannt.
Dieser Sensor hat aufgrund von unterschiedlichen Substrat- und
Sensormaterialien eine höhere Temperaturabhängigkeit als ein
Sensor, welcher nur aus einem Material besteht. Somit ist für
solche Sensoren eine gute Temperaturkompensation besonders wich
tig.
Aus J. Bernstein et al., A Micromachined Comb- Drive Tuning Fork
Rate Gyroscope, Proceedings IEEE Catalog Number 93CH3265-6,
S. 143-148 ist ein Gyrometer (Drehratensensor) aus Silizium be
kannt, welches mit mikromechanischen Fertigungsmethoden herge
stellt wird. Zwei gegeneinander in 1-Richtung des Substrates
harmonisch oszillierende flächig ausgedehnte Massen lenken sich
bei einer Drehung um die 2-Achse des Substrates in Richtung von
dessen 3-Achse jeweils entgegengesetzt aus. Die Auslenkungen in
3-Richtung sind der Oszillationsgeschwindigkeit und der Drehge
schwindigkeit direkt proportional und werden kapazitiv detek
tiert.
Die festen Elektroden befinden sich jeweils auf dem Silizium-
Substrat und die beiden beweglichen Elektroden befinden sich an
der Unterseite der beiden flächig ausgebildeten oszillierenden
Massen. Sollen Drehgeschwindigkeiten weit unter 1°/sec gemessen
werden, dann ist die durch Coriolis-Kräfte hervorgerufene Aus
lenkung der beweglichen Elektroden erheblich kleiner (mehrere
Zehnerpotenzen) als die Auslenkung, die durch die Anregungs
schwingung verursacht wird. Es resultiert daraus verursacht
durch Fertigungstoleranzen ohne Vorhandensein einer Drehge
schwindigkeit eine unerwünschte Restschwingung der beweglichen
Elektroden senkrecht zum Substrat. Diese Restschwingung verur
sacht ein relativ zu den kleinsten zu messenden Drehgeschwindig
keiten hohes elektrisches Restsignal, welches sich nach der
Signalaufbereitung als Offset bemerkbar macht. Verändern sich
durch eine Temperaturveränderung die Schwingungsparameter des
Gyrometers, so wird ein daraus resultierender sich ändernder
Offset zu einem nicht korrigierbaren Meßfehler.
Des weiteren ist aus der DE 42 28 795 A1 ein Drehratensensor be
kannt, bei welchem auf einem senkrecht zur Substratebene schwin
genden Schwinger ein zusätzlicher Beschleunigungsaufnehmer ange
ordnet ist. Die Schwingungen von Schwinger und Beschleunigungs
sensor liegen nicht in einer Ebene. Der Hybridaufbau dieses Sen
sors erfordert eine kostenintensive serielle Fertigung von
schwingender Struktur und Coriolis-Detektion.
In vielen Anwendungsgebieten wird von den Sensoren verlangt, daß
sie über eine große Temperaturspanne einsetzbar sind (z. B. im
Automobilbau von -30° bis 50°C) und zudem möglichst temperatu
runabhängig Meßwerte liefern.
Den größten Einfluß auf die Temperaturabhängigkeit des Beschleu
nigungssensors haben die unterschiedlichen Wärmeausdehungskoef
fizienten von dem Substratmaterial Keramik (αKe = 8.1 . 10-6/K) und
dem Aufbaumaterial galvanisiertes Nickel (αNi = 13.3 . 10-6/K).
Aufgabe der Erfindung ist es, einen kapazitiven Drehratensensor
so auszugestalten, daß er eine möglichst gute Temperaturkompen
sation aufweist.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs
1. Die Unteransprüche beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung.
Der erfindungsgemäße kapazitiven Drehratensensor hat folgende
besonderen Vorteile:
Die Temperaturkompensation wurde dadurch weiter verbessert, daß
die gegeneinander beweglichen Massen nur in der unmittelbaren
Nähe oder auf der Mittelachse mit Hilfe von Halteblöcken auf dem
Substrat gehaltert sind.
Die Elektroden wurden kammartig gestaltet. Damit lassen sich
größere Kapazitäten pro Grundflächeneinheit verwirklichen.
Die massiveren Konstruktionsteile des Sensors wurden durch Ver
strebungen ersetzt (Fachwerk), was sich positiv auf die Prozeß
sicherheit des Sensors auswirkt.
Der Drehratensensor besteht aus einem temperaturkompensierten
Beschleunigungssensor, der von einem Rahmen getragen wird. Der
Rahmen ist über Federn auf dem Substrat befestigt. Über Aktoren
wird der Rahmen und damit auch der Beschleunigungssensor zum
Schwingen angeregt. Der Beschleunigungssensor erfährt somit eine
sinusförmige Geschwindigkeit v, somit wirkt auf die seismische
Masse bei Einwirkung einer Drehbewegung die Coriolis-Kraft Fc,
die der Beschleunigungssensor detektieren kann. Ein gleich ge
bauter Beschleunigungssensor wird zur Kompensation von linear
Beschleunigungen eingesetzt. Wird die Eigenfrequenz des Drehra
tensensors nur durch konstruktive Maßnahmen (Federkonstante,
Massenänderung durch Fachwerk) hoch genug gelegt, so ist die
störende Wirkung der Linearbeschleunigung vernachlässigbar.
Überlagert sich der Coriolis-Kraft eine in y-Richtung gerichtete
Linearbeschleunigung, so wird diese auch von dem Beschleuni
gungssensor registriert. Das Differenzsignal zwischen Drehraten
sensor und Beschleunigungssensor enthält das reine Corio
lissignal.
Die Aktoren bestehen aus zwei elektrostatischen Linearantrieben.
Die Schwingfeder besteht aus einer meandrierten Feder. Die Feder
des Detektors ist ein einfacher Biegebalken. Die Halteblöcke
sind rechteckige Flächen, die direkt mit dem Substrat verbunden
sind. An den Halteblöcken befinden sich Ausleger, an denen die
Schwingfedern befestigt sind.
Dies gewährleistet, daß die linke und rechte Einspannungen der
Schwingfedern bei einer Temperaturänderung sich nicht einseitig
verschiebt und dadurch die Feder unter Spannung setzt. Dies
würde die Eigenfrequenz der Schwingmode verändern.
Der Aktor besteht zum einen aus einer Gegenelektrode, die in der
Substratmitte befestigt ist. Entlang des massiven Arms der Ge
genelektrode sind die Fingerelektroden befestigt. Diese greifen
in die Fingerelektroden des Aktorarms, der gleichzeitig einen
Teil des Rahmens darstellt.
Der Detektor weißt vier Gegenelektroden auf, die symmetrisch zur
x-Achse angebracht sind (Vermeidung von Drehmomenten der Lagere
gelung). Ihre Halteblöcke befinden sich in der Nähe der
Substratmitte. Die Finger der linken Gegenelektroden liegen
bzgl. der Finger der seismischen Masse auf der Außenseite, die
der rechten Gegenelektrode auf der innen Seite.
Der Rahmen hat keine Funktion, gewährleistet aber eine ähnliche
Materialdichte wie beim Drehratensensor. Durch die gleiche
Breite des Drehratensensors und des Beschleunigungssensor, wie
der gleichen Materialdichte läßt sich eine gleichmäßigere Galva
nik erreichen. D. h., die Höhe und damit auch die Kapazitäten der
Sensoren stimmen besser überein. Letztlich bietet der Rahmen
doch einen gewissen Vorteil. Die Haftung wird durch den zweiten
Halteblock wesentlich verbessert, da so bei einem Stoß senkrecht
zur Substratebene das auf den rechten Halteblock wirkende
Drehmoment drastisch reduziert wird.
Die Rahmen der Sensoren sind sehr breit, was im Herstellungspro
zeß einige Probleme bereitet. Durch einen verstrebten Rahmen
können diese Probleme beseitigt werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbei
spiels mit Hilfe der Figuren näher erläutert. Dabei zeigt die
Fig. 1 eine vereinfachte schematische Darstellung des kapaziti
ven Drehratensensor und Fig. 2 ein vergrößertes maßstäbliches
Ausführungsbeispiel.
Eine auf den Sensor wirkende Kraft sorgt für eine Auslenkung der
seismischen Masse gegen Gegenelektroden. Diese Auslenkung der
seismischen Masse wird mit Hilfe eines kapazitiven Detektors be
stimmt und die Auslenkung mit Hilfe einer an die Elektroden an
gelegten Spannung kompensiert. Dabei ist die Größe der Kompensa
tionsspannung ein Maß für die einwirkende Kraft.
Der rechte Teil der Fig. 1 zeigt einen schematischen Beschleu
nigungssensor von oben. Das darunter liegende Keramiksubstrat
ist nicht dargestellt. Die dargestellten Teile bestehen aus
Nickel. Andere Metalle wie Kupfer und Nickel-Kobaltlegierungen
sind ebenfalls möglich. Durch die Wahl des Metalls (Elastizi
tätsmodul) kann zusätzlich die Schwingungsfrequenz verändert
werden. Der Rahmen 2 wird mit Hilfe der beiden Halteblöcke 1 auf
der Symmetrieachse auf dem Substrat gehaltert. Über die beiden
Blattfedern 3 ist die seismische Masse 4 mit diesem Rahmen 2
verbunden. Durch die Ausbildung der Blattfedern 3 kann die
seismische Masse 4 nur parallel zur Zeichenebene schwingen. Die
seismische Masse 4 hat zwei rechteckige Ausnehmungen, an deren
Rändern Elektroden 10 angebracht sind und in denen vier
längliche Träger 5, 6, 7 und 8 für Gegenelektroden 11 angeordnet
sind. Dabei greifen die jeweils kammartig angeordneten Elektro
den 10 und Gegenelektroden 11 derart ineinander, daß sie Konden
satoren bilden. Die Träger sind nur in unmittelbarer Nähe der
Symmetrieachse mit Hilfe der Halteblöcke 9 auf dem Substrat be
festigt.
Da sich die Halteblöcke 1 des Rahmens 2 auf dieser Symmetrie
achse befinden, werden die Federn 3 bei Temperaturänderungen
durch den Rahmen 2 nicht verspannt. Die Elektroden sind bezüglich
der Längsachsen der Träger 5 bis 8 jeweils spiegelsymmetrisch
angeordnet. Dadurch wird die Temperaturabhängigkeit der Kapazi
täten in x-Richtung kompensiert. Die Elektroden 10, 11 sind
spiegelsymmetrisch zur globalen Symmetrieachse (durch die beiden
Halteblöcke 1) angeordnet und zwar derart, daß sich die Ka
pazitäten bei diagonal gegenüberliegenden Trägern bei einer
Auslenkung in y-Richtung gleichsinnig ändern. Dadurch wird er
reicht, daß sich die entsprechenden Kapazitäten bei direkt ge
genüber liegenden Trägern bei einer Auslenkung in y- Richtung
gegensinnig ändern. Die beiden sich diagonal gegenüberliegenden
Träger sind jeweils leitend mit einander verbunden (hier nicht
dargestellt). Dadurch wird bei Kompensation der Auslenkung der
seismischen Masse durch Anlegen einer Spannung kein zusätzliches
Drehmoment erzeugt. Der Abstand zwischen einer Elektrode und
ihren beiden unmittelbar benachbarten Gegenelektroden (und
umgekehrt) ist mit d1 und d2 bezeichnet. Durch geeignete Wahl
dieses Abstandsverhältnisses kann die Empfindlichkeit des Be
schleunigungssensors optimiert werden. Das Abstandsverhältnis
liegt üblicherweise zwischen 0,2 und 0,6. Der Abstand d ist in
der Größenordnung von einigen µm. Anstelle des Rahmens 2 mit den
zwei Halteblöcken 1 genügt auch ein Halteblock 1 mit einem Hal
tebalken (rechter Teil des Rahmens 2).
Der linke Teil der Fig. 1 zeigt einen schematischen Drehraten
sensor von oben. Das darunter liegende Keramiksubstrat ist nicht
dargestellt. Der mittlere Teil des Rahmens 2 ist identisch mit
dem des Beschleunigungssensors rechts. Er enthält die gleichen
funktionellen Bauteile. Der Rahmen ist jedoch oben und unten
nach beiden Seiten verlängert, sodaß links und rechts des inne
ren Rahmens zwei weitere Ausnehmungen entstehen. Die Halteblöcke
1 sind nach außen verlagert. Der innere Teil des Rahmens 2 ist
über 4 Schwingfedern mit zwei Tragwerksbalken, die über die
Haftblöcke 1 auf dem Substrat befestigt sind, verbunden. In den
beiden äußeren Ausnehmungen des Rahmens 2 sind zwei Aktoren 13
mit den dazugehörigen Elektroden 14, die fest mit dem Substrat
verbunden sind, angeordnet. Die Elektroden 14 sind alternierend
am Rahmen 2 und am Aktor 13 befestigt und greifen kammartig und
äquidistant ineinander. Diese Aktoren 13 dienen dem
Linearantrieb des Drehratensensors.
Bei der maßstäblichen Darstellung des Drehratensensors von Fig.
2 ist rechts der Beschleunigungssensor (Kantenlänge 2,9 × 3,5
mm) dargestellt. Alle tragenden Elemente (Träger 5 bis 8, Rahmen
2 und seismische Masse 4) sind als Fachwerk ausgebildet.
Im linken Teil des Rahmens 2 fehlen die Verstrebungen. Dies soll
dem oberen und unteren Teil des Rahmens 2 bei einer Temperatu
ränderung die Möglichkeit geben sich auszudehnen oder zusammen
zuziehen ohne dabei die Einspannung der Blattfedern 3 am rechten
Teil des Rahmens 2 nach außen zu verschieben und somit das Meß
signal zu verfälschen. Die geringere Steifigkeit des linken Rah
menteils läßt diesen nachgeben und somit die Längenänderung auf
fangen.
Der eigentliche Drehratensensor ist links in Fig. 2 dargestellt.
Hier ist der gesamte Rahmen 2, die seismische Masse 4. Die Trä
ger 5, 6, 7 und 8 und die Aktoren 13 als Fachwerk ausgebildet.
Die vergrößerten Ausschnitte über dem Drehratensensor zeigen
links einen Anschlag 12 und rechts das Ineinandergreifen von
Elektroden 10 und Gegenelektroden 11. Die Anschläge begrenzen
den Ausschlag der seismischen Masse 4 und verhindern so die Be
schädigung der Elektroden 10 und 11.
Das LIGA-Verfahren mit Opferschicht, wie es z. B. in der DE-OS
37 27 142 beschrieben ist eignet sich gut zur Herstellung des
Beschleunigungssensors und des Drehratensensors.
Das Tragwerk (Träger 5 bis 8, Rahmen 2 und seismische Masse 4)
ist bis zu 250 µm breit. Beim Ätzen der Opferschicht muß nun die
Ätze die ganze Breite des Tragwerks unterätzen. Ist die Ätze
einmal unter das Tragwerk vorgedrungen, so wird die verbrauchte
Ätze nur durch Diffusion gegen neue Ätze ausgetauscht. Das Un
terätzen des Tragwerks läuft daher sehr langsam ab. Zusätzlich
setzen die geomterischen Randbedinungen des Sensors die Ätzge
schwindigkeit weiter herab. Das Tragwerk steht nicht frei auf
dem Substrat, sondern ist teilweise von anderen Sensorteilen
eingerahmt, die somit den freien Zufluß der Ätze weiter hindern.
Die Erfahrung beim Beschleunigungssensor gemäß DE-OS 37 27 142
zeigt, daß das Freiätzen unter diesen Bedingungen bis zu sechs
Stunden betragen kann.
Daher wurden durch die Ausbildung des Tragwerks als Fachwerk die
zu unterätzenden Strecken möglichst klein gehalten.
Dieses wurde durch das Ersetzen der massiven Balken im Tragwerk
durch Fachwerkbalken erreicht. So ließ sich die maximal zu un
terätzende Strecke auf 50 µm herabsetzen. Zusätzlich wird der
Weg für die Ätze zum Boden des Substrats durch die vielen großen
Öffnungen wesentlich erleichtert. Damit läßt sich die Ätzzeit
von sechs Stunden auf ca. 30 min reduzieren, und somit das Haf
tungsprobleme sehr entschärfen.
Durch das Fachwerk nimmt die Steifigkeit des Balken etwas ab.
Mit Hilfe von FEM-Berechnungen wurde die Breite des Fachwerkbal
kens so angepaßt, daß die ursprüngliche Steifigkeit eines massi
ven 250 µm Balkens wieder erreicht wird.
Als weiterer positiver Nebeneffekt sinkt die Masse der Trag
werks. Somit konnte die Federsteifigkeit der Schwingfeder herab
gesetzt werden, was zu kleineren Zugspannungen an den Federn
führt. Dies läßt größere Schwingungsamplituden der seismischen
Masse zu, was zu einer Erhöhung der Auflösung um ca. 10% führt.
Der elektrische Kontakt der Gegenelektroden wird durch Goldlei
terbahnen nach außen geführt. Dabei laufen diese zwangsweise
auch unter der seismischen Masse durch und verursachen so para
sitäre Kapazitäten, die die elektrische Auswertung der Meßsi
gnale erschweren. Durch das Fachwerk ist die Fläche des Trag
werks des Detektors zur darunter verlaufenden Leiterbahn ver
kleinert worden. Damit ist deren parasitäre Kapazität linear zur
Flächenabnahme gesunken.
Bei der LIGA-Technik sind wegen des hohen Aspektverhältnisses
größere Kapazitäten als in Silizium-Technik möglich.
Als Substratmaterial läßt sich Keramik verwenden. Dies bildet
mit dem darüber liegenden Nickelelementen keine parasitäre Kapa
zitäten aus. In der Silizium-Technik wird meist auch Silizium
als Substrat verwendet. Da Silizium ein Halbleiter ist, bildet
es mit dem darüber liegenden Silizumteilen eine parasitäre Ka
pazität, die sich ungünstig auf die elektronische Regelung und
Auswertung des Sensors auswirkt.
Der Sensor wird in Lageregelung betrieben. D. h., daß die Steu
erelektronik jeder registrierten Auslenkung der seismischen
Masse durch Spannungsänderungen an den Gegenelektroden entgegen
wirkt. Die Auslenkung der seismische Masse wird durch die Elek
tronik quasi auf null gehalten. Dies ist notwendig, da sonst die
seismische Masse, wegen der gefederten Aufhängung, nach einer
Auslenkung ungedämpft weiter schwingen würde.
1
Halteblöcke für den Rahmen
2
Rahmen
3
Blattfedern
4
Seismische Masse
5
Träger für Gegenelektroden
6
Träger für Gegenelektroden
7
Träger für Gegenelektroden
8
Träger für Gegenelektroden
9
Halteblöcke für die Träger
5
,
6
,
7
, und
8
10
Elektroden
11
Gegenelektroden
12
Anschläge
13
Aktoren
14
Aktorenelektroden
15
Schwingfedern
Claims (6)
1. Kapazitiver Drehratensensor bestehend aus
- a) einer federnd gelagerten spiegelsymmetrisch ausgebildeten seismischen Masse (4), an der kammartig Elektroden (10) be festigt sind,
- b) mindestens zwei Gruppen von spiegelsymmetrisch angeordne ten kammartigen Gegenelektroden (11), die jeweils an einem Träger (5, 7) befestigt sind und zwischen die an der seismischen Masse (4) befestigten Elektroden (10) eingrei fen, wobei die Träger (5, 7) der Gegenelektroden (11) al lein im Bereich der der Symmetrieachse am nächsten liegen den Punkte (9) auf einem Keramikträger befestigt sind,
- c) einem Rahmen (2), an dem über zwei Blattfedern (3) die seismische Masse (4) befestigt ist,
- d) zwei Aktoren (13) zur Schwingungsanregung des Rahmens (2),
- e) mindestens zwei Haltepunkten (1) auf dem Keramikträger zur Befestigung des Rahmens (2)
- f) und im Rahmen (2) integrierten Schwingfedern (15).
2. Kapazitiver Drehratensensor nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch breitere Trageelemente, wobei die seismische Masse (4)
und alle breiteren Trageelemente als Fachwerk ausgebildet
sind.
3. Kapazitiver Drehratensensor nach Anspruch 1 oder 2, gekenn
zeichnet durch weitere kammartige Elektroden (10) an der
seismischen Masse (4) und zwei weitere Gruppen von spiegel
symmetrisch angeordneten kammartigen Gegenelektroden (11),
die jeweils an einem Träger (6, 8) befestigt sind und zwi
schen die an der seismischen Masse (4) befestigten Elektroden
(10) eingreifen, wobei die Träger (6, 8) der Gegenelektroden
(11) allein im Bereich der der Symmetrieachse am nächsten
liegenden Punkte (9) auf dem Keramikträger befestigt sind und
wobei die zusätzlichen Elektroden so angeordnet sind, daß bei
thermischer Ausdehnung zu jedem Elektroden-Gegenelektroden
paar, bei dem sich der Elektrodenabstand vergrößert, genau ein
entsprechendes Paar gehört, bei dem sich der Elektrodenab
stand verkleinert.
4. Kapazitiver Drehratensensor nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenelektroden (11) spiegel
symmetrisch zur Längsachse der Träger (5, 6, 7, 8) angeordnet
sind.
5. Kapazitiver Drehratensensor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch Anschläge (12) zur Beschränkung der Aus
lenkung der seismischen Masse (4).
6. Kapazitiver Drehratensensor nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Keramikträger ein kapazi
tiver Beschleunigungssensor angebracht ist, bestehend aus ei
ner spiegelsymmetrisch ausgebildeten seismischen Masse (4), an
der kammartig Elektroden (10) befestigt sind, und mindestens
zwei Gruppen von spiegelsymmetrisch angeordneten kammartigen
Gegenelektroden (11), die jeweils an einem Träger (5, 7) be
festigt sind und zwischen die an der seismischen Masse (4)
befestigten Elektroden (10) eingreifen, wobei die Gegenelek
troden starr (11) und die seismische Masse (4) über zwei
Blattfedern (3) über einen Rahmen (2) an einem Keramikträger
befestigt sind, wobei die Träger (5, 7)der Gegenelektroden
(11) allein im Bereich der der Symmetrieachse am nächsten
liegenden Punkte befestigt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998132906 DE19832906C1 (de) | 1998-07-22 | 1998-07-22 | Kapazitiver Drehratensensor |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998132906 DE19832906C1 (de) | 1998-07-22 | 1998-07-22 | Kapazitiver Drehratensensor |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family
ID=7874882
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1998132906 Expired - Fee Related DE19832906C1 (de) | 1998-07-22 | 1998-07-22 | Kapazitiver Drehratensensor |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE19832906C1 (de) |
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1998
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