DE19828869A1 - Metallelektrode, Verfahren und Vorrichtung zu deren Herstellung - Google Patents
Metallelektrode, Verfahren und Vorrichtung zu deren HerstellungInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung einer aus mehreren unterschiedlichen Metallen oder Metallegierungen bestehenden Metallelektrode für Hartlöt- und Schweißanwendungen. Hierbei werden Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) in Anlage gebracht oder eng benachbart zueinander angeordnet und in ihrem Kontaktbereich in die Wärmezone (20) einer Wärmequelle (19) geführt, in welcher die Metallstäbe oder -drähte (12, 14) zumindest teilweise angeschmolzen und miteinander verbunden werden.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel
lung einer aus mindestens zwei unterschiedlichen Metallen oder
Metallegierungen bestehenden Metallelektrode.
Üblicherweise werden aus einer Metallegierung bestehende Metal
lelektroden für Verbindungstechniken wie z. B. Hartlöten,
Schweißen, Plasmaschweißen, Elektronenstrahlschweißen und
YIG-Schweißen eingesetzt. Die Herstellung von Metallegierungen ist
allerdings ein aufwendiger Prozeß.
Eine für eine bestimmte Anwendung - z. B. zum Schweißen - opti
mierte Metallzusammensetzung hat andererseits eventuell
schlechtere Verarbeitungseigenschaften hinsichtlich der Her
stellung und Legierungsbildung, was einen höheren Aufwand bei
der Herstellung der Elektroden selbst erfordert, falls die Her
stellung überhaupt möglich ist.
Es ist daher Ziel der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung
einer Metallelektrode zu schaffen, die in weiten Bereichen an
bestimmte Anwendungen adaptierbar und kostengünstig herstellbar
ist.
Erfindungsgemäß werden zumindest zwei Metalldrähte oder -stäbe
aus unterschiedlichen Metallen oder Metallegierungen verwendet
und an einer Verbindungsstelle zusammengeführt. An der Verbin
dungsstelle werden die Metalldrähte oder -stäbe durch eine lo
kal wirkende Wärmequelle wenigstens in ihrem Kontaktbereich an
der Verbindungsstelle angeschmolzen und so miteinander verbun
den.
Auf diese Weise können Metallelektroden mit gewünschten Be
standteilen aus Metalldrähten oder -stäben unterschiedlicher
Metalle oder Metallegierungen hergestellt werden. Es können so
mit für die Herstellung der Metallelektroden als Ausgangsmate
rial Metallstäbe oder Metalldrähte verwendet werden, die entwe
der kostengünstig zu beziehen oder herzustellen sind oder es
können Metallelektroden aus unterschiedlichen Metallen herge
stellt werden, die sich bislang nicht in den gewünschten Zusam
mensetzungen legieren ließen.
Die Metalldrähte oder -stäbe können entweder an dem Verbin
dungspunkt oder über eine größere oder ihre gesamte Länge an
einandergelegt werden, wobei die - möglichst punkt- oder lini
enförmig wirkende - Wärmequelle dann über den Verbindungsbe
reich zumindest teilweise geführt wird. Für eine optimale Hand
habung der Metallelektrode ist es wünschenswert, wenn die Me
tallstäbe oder -drähte im gesamten Kontaktbereich angeschmolzen
und miteinander verbunden sind.
Es ist theoretisch möglich, daß die Metalldrähte oder -stäbe
durch die Wärmequelle total aufgeschmolzen und so miteinander
legiert werden. Dies ist jedoch von der Verfahrensführung her
eher aufwendig und eventuell bei Vorhandensein unlegierbarer
Bestandteile in den Metalldrähten oder Metallstäben physika
lisch nicht möglich.
Als Wärmequelle werden vorzugsweise kontaktlose Energiequellen
wie z. B. Laser-, Elektronenstrahl-, Plasmastrahl-, Röntgen
strahl- oder Lichtgeneratoren verwendet. Diese Wärmequellen er
möglichen die Ausbildung einer lokal begrenzten Wärmezone, die
über den Kontaktbereich der Metalldrähte oder -stäbe geführt
werden kann.
Selbstverständlich muß nicht die Wärmequelle über die Verbin
dungsstelle gezogen werden, sondern es ist ebenso möglich, daß
die Metalldrähte oder -stäbe durch die von der Wärmequelle er
zeugte Wärmezone geführt werden.
Weiterhin lassen sich durch das erfindungsgemäße Verfahren
nicht nur zwei Stäbe oder Drähte aus unterschiedlichen Metallen
oder Metallegierungen miteinander verbinden, sondern, soweit es
technisch möglich ist, auch mehrere, z. B. drei, vier oder fünf
Stäbe. Die Zusammensetzung des schließlich erhaltenen Mehrkom
ponentendrahtes kann auch über die Stärke der miteinander zu
verbindenden Stäbe oder Drähte eingestellt werden. Der Durch
messer der Drähte kann so z. B. zwischen 0,01 mm und 2 mm, vor
zugsweise zwischen 0,1 mm und 0,6 mm variieren. Es ist klar,
daß sich die Zusammensetzung des Mehrkomponentendrahtes über
die Wahl der Drahtdurchmessers sehr genau und in weiten Grenzen
einstellen läßt.
Die Einstellung der Zusammensetzung erfolgt natürlich auch über
die Bestandteile der einzelnen miteinander zu verbindenden
Drähte.
Für die Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen
sich prinzipiell alle Vorrichtungen verwenden, die eine Rela
tivbewegung zumindest zweier Metalldrähte oder -stäbe relativ
zu einer Wärmequelle ermöglichen. Vorzugsweise enthält die Vor
richtung zumindest zwei Drahtzuführeinrichtungen in der Art von
Vorschubeinrichtungen, die in einem spitzen Winkel zueinander
angeordnet sind. Die Drahtzuführeinrichtungen sind derart aus
gebildet, daß sich die zugeführten Drähte an einem Verbindungs
punkt treffen, in welchem die Wärmezone der Wärmequelle liegt.
Nach dem Durchlaufen der Wärmezone wird der Mehrkomponenten
draht durch die Zuführeinrichtungen für die Einzeldrähte ein
fach weitergeschoben. Der fertig hergestellte Draht kann an
schließend geschnitten und/oder aufgerollt werden. Die Wärmezo
ne wird vorzugsweise durch kontaktlose Energiequellen, z. B. La
sergenerator erzeugt, der an einer Seite oder vorzugsweise an
beiden oder mehreren Seiten des Kontaktbereiches der Drähte an
geordnet ist/sind. Durch das Verschweißen von beiden Seiten
entsteht ein luftdichtes Gefüge zwischen den Drähten. Die Ver
bindung erfolgt vorzugsweise unter Vakuum oder Schutzgas um
Oxidationen zu vermeiden.
In einer alternativen Ausführungsform könnten auch zumindest
zwei Drähte nebeneinander auf einer Halterung angeordnet werden
und die Wärmequelle wird über den Kontaktbereich der beiden Me
tallstäbe oder Metalldrähte gezogen. Für eine kontinuierliche
Herstellung einer (Endlos-)Metallelektrode aus mehreren Kompo
nenten ist jedoch die erste Vorrichtung besser geeignet.
Beispiele für eine Zusammensetzung einer Zweikomponentenelek
trode sind:
97,9-99,3 Gew.-% Fe
0,3-0,9 Gew.-% C
0,1-0,3 Gew.-% Si
0,3-0,9 Gew.-% Mn
0,3-0,9 Gew.-% C
0,1-0,3 Gew.-% Si
0,3-0,9 Gew.-% Mn
47,6-88,45 Gew.-% Fe
0,05-0,4 Gew.-% C
5-25 Gew.-% Cr
5-20 Gew.-% Ni
1-5 Gew.-% Mo
0,5-2 Gew.-% Ti.
0,05-0,4 Gew.-% C
5-25 Gew.-% Cr
5-20 Gew.-% Ni
1-5 Gew.-% Mo
0,5-2 Gew.-% Ti.
Durch die Verbindung von Draht 1 und Draht 2 wird, z. B. mittels
der Vorrichtung in Fig. 1 eine Schweißelektrode gebildet. Die
Drähte haben einen identischen Durchmesser.
Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise anhand eines Aus
führungsbeispiels in Zusammenhang mit der schematischen Zeich
nung beschrieben. In dieser zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer Vorrichtung zur
Herstellung einer Mehrkomponenten-Metallelektrode mit
zwei Drahtzuführungen,
Fig. 2 Querschnittsdarstellung von zwei Zweikomponentenelek
troden.
Die Vorrichtung 10 enthält zwei rohrförmige Drahtzuführungen
12, 14, die in einem spitzen Winkel α relativ zueinander ge
neigt sind. Die Drahtzuführungen 12, 14 sind mit weiter nicht
dargestellten Drahtzuführeinrichtungen verbunden, die bezüglich
ihrer Zufuhrgeschwindigkeit synchronisiert sind, um die Her
stellung einer Endloselektrode zu ermöglichen. Die Drahtzu
führungen 12, 14 sind derart angeordnet, daß sich die aus ihnen
hinaustretenden Drähte 16, 18 an einem Verbindungsbereich 20
treffen. Dieser Bereich wird, vorzugsweise beidseitig, von ei
ner oder mehreren punktförmigen Wärmequellen 19 a,b, wie z. B.
einem Laser- oder einem Elektronenstrahlgenerator, beauf
schlagt, so daß die beiden Metalldrähte 16, 18 in dieser Zone
20 aufschmelzen und miteinander verbunden werden. Die miteinan
der verbundenen Metalldrähte werden hinter der Wärmezone 20 als
Mehrkomponenten-Elektrode 22 durch die nicht dargestellten
Drahtzuführeinrichtungen weitergeschoben. Die fertige Mehrkom
ponenten-Metallelektrode 22 kann dann geschnitten oder aufge
rollt werden. Diese Vorrichtung ist für eine kontinuierliche
Verfahrensführung geeignet und ermöglicht die effiziente, ko
stengünstige Herstellung von Metallelektroden aus mehreren Me
tallen oder Metallegierungen, sogar aus Metallen oder Metalle
gierungen, die üblicherweise nicht miteinander legierbar sind.
Bei Vorsehen mehrere Drahtzuführungen 12, 14 ist es auch mög
lich, mehr als zwei Metalldrähte zu einer Metallelektrode zu
verbinden.
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt von zwei Zweikomponenten-Me
tallelektroden bestehend aus zwei Drähten 16, 18. In Fig. 2a
haben beide Drähte den gleichen Durchmesser, weshalb eine Me
tallelektrode entsteht, die die Komponenten beider Drähte in
gleichen Anteilen enthält. Sehr gut zu sehen sind die beiden
Aufschmelzbereiche 24, 26 der beiden Drähte 16, 18, in welchen
lokal eine Verschmelzung der Drähte stattfindet. Diese Auf
schmelzbereiche stellen die Verbindung zwischen den Drähten
16, 18 der Elektrode sicher.
In Fig. 2b ist der Durchmesser des zweiten Drahtes 18 etwa dop
pelt so groß wie der des ersten Drahtes. Das Gewichts- oder Vo
lumen-Verhältnis der Komponenten des ersten Drahtes 16 zu den
Komponenten des zweiten Drahtes 18 beträgt somit etwa 1 : 4. Also
läßt sich neben der Zusammensetzung der Drähte auch deren
Durchmesser, d. h. die Drahtstärke zum Erzielen einer gewünsch
ten Zusammensetzung der Elektrode nutzen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung einer aus mehreren Metallen oder
Metallegierungen bestehenden Metallelektrode mit folgenden Ver
fahrensschritten:
Zusammenführen von zumindest zwei Metalldrähten oder -stä ben (12, 14) an einem Verbindungsbereich (20), an welchem die Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) in Kontakt kommen oder zumin dest sehr eng beabstandet sind;
Richten wenigstens einer Wärmequelle (19a, 19b) mit einer lokal begrenzten Wärmezone auf den Verbindungsbereich (20), so daß die Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) zumindest teilweise angeschmolzen werden.
Zusammenführen von zumindest zwei Metalldrähten oder -stä ben (12, 14) an einem Verbindungsbereich (20), an welchem die Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) in Kontakt kommen oder zumin dest sehr eng beabstandet sind;
Richten wenigstens einer Wärmequelle (19a, 19b) mit einer lokal begrenzten Wärmezone auf den Verbindungsbereich (20), so daß die Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) zumindest teilweise angeschmolzen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) relativ zum Verbin
dungsbereich (20) bewegt werden oder vice versa.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Metalldrähte (12, 14) in einem spitzen Winkel (α) zum
Verbindungsbereich (20) geführt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Metalldrähte oder -stäbe Eisen, Eisennickel, Eisen
kupferverbindungen verwendet werden.
5. Vorrichtung zur Herstellung einer aus mehreren Komponenten
bestehenden Metallelektrode (22), bestehend aus zumindest zwei
in einem spitzen Winkel (α) zueinander geneigten Drahtzuführun
gen (16, 18), die derart angeordnet sind, daß sich die zugeführ
ten Drähte an einem Verbindungsbereich (20) treffen;
es ist eine Wärmequelle (24) vorgesehen, die an dem Verbin dungsbereich (20) eine lokal begrenzte Wärmezone ausbildet, die die zugeführten Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) im Bereich ih rer Kontaktstelle zumindest anschmilzt.
es ist eine Wärmequelle (24) vorgesehen, die an dem Verbin dungsbereich (20) eine lokal begrenzte Wärmezone ausbildet, die die zugeführten Metalldrähte oder -stäbe (12, 14) im Bereich ih rer Kontaktstelle zumindest anschmilzt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmequelle (19) als Laser-, Elektronenstrahl-, Plas
mastrahl-, Röntgen- oder Lichterzeugungsvorrichtung ausgebildet
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere um den Verbindungsbereich angeordnete Wärmequellen
(19a, 19b) vorgesehen sind.
8. Metallelektrode bestehend aus mehreren unterschiedlichen
Metallen oder Metallegierungen, hergestellt nach einem Verfah
ren der Ansprüche 1 bis 4, und/oder auf einer Vorrichtung gemäß
einem der Ansprüche 5 oder 7.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1998128869 DE19828869A1 (de) | 1998-06-26 | 1998-06-26 | Metallelektrode, Verfahren und Vorrichtung zu deren Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
| DE19828869A1 true DE19828869A1 (de) | 1999-12-30 |
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| DE1998128869 Withdrawn DE19828869A1 (de) | 1998-06-26 | 1998-06-26 | Metallelektrode, Verfahren und Vorrichtung zu deren Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19828869A1 (de) |
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-
1998
- 1998-06-26 DE DE1998128869 patent/DE19828869A1/de not_active Withdrawn
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