DE19827781C2 - Lenkeinrichtung für ein Fahrzeug - Google Patents
Lenkeinrichtung für ein FahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Lenkeinrichtung für ein
Fahrzeug, insbesondere für eine selbstfahrende Arbeits
maschine, mit einem Lenkantrieb, der durch eine Lenk
einheit angesteuert ist.
Bei selbstfahrenden Arbeitsmaschinen, beispielsweise
bei Gabelstaplern, die in Lagergebäuden eingesetzt wer
den, müssen im Laufe eines Arbeitstages oder einer Ar
beitsschicht relativ viele Lenkvorgänge vorgenommen
werden, bei denen der Fahrer oder die Bedienungsperson
eine Richtungsänderung durch Betätigung eines Lenkhand
rades bewirkt. Das Lenkhandrad kann direkt oder indi
rekt auf den Lenkantrieb, beispielsweise einen hydrau
lischen Motor, wirken.
Um der Bedienungsperson die Arbeit zu erleichtern, ist
man in der Vergangenheit von den aus normalen Kraft
fahrzeugen bekannten Lenkhandrädern übergegangen zu so
genannten "Mini-Lenkrädern". Hierbei ist man von der
Überlegung ausgegangen, daß es für die Bedienungsperson
wesentlich kräftesparender ist, wenn sie die Lenkbewe
gungen nur mit Hilfe eines Armes und dort hauptsächlich
mit dem Unterarmbereich und der Hand ausführen kann.
Aufgrund der geringen Größe des Mini-Lenkrades ist die
notwendige Bewegung wesentlich kürzer.
Es hat sich allerdings her umgestellt, daß auch ein Mi
ni-Lenkrad nur eine begrenzte Verbesserung der Arbeits
bedingungen bildet. Die aufzuwendende Kraft für die Be
wegungen der Bedienungsperson wird zwar geringer. Al
lerdings treten vermehrt Schäden in Ellbogen und Unter
arm auf, wenn die Anzahl der Bewegungen 10 bis 20 mal
pro Minute überschreitet. Mit derart wenigen Bewegungen
läßt sich der Arbeitsalltag aber bei Gabelstaplern
praktisch nicht bewältigen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Lenkung
für die Bedienungsperson weniger belastend zu gestal
ten.
Diese Aufgabe wird bei einer Lenkeinrichtung der ein
gangs genannten Art dadurch gelöst, daß die Lenkeinheit
anstelle eines Lenkhandrades eine Tastatur aufweist.
Zur Betätigung der Tastatur ist im allgemeinen nur die
Bewegung von Fingern erforderlich. Unterarm und Ellbo
gen können bei dieser Betätigung ruhen. Man hat heraus
gefunden, daß Bewegungen in Ellbogen und Unterarm nur
10 bis 20 mal pro Minute ausgeführt werden dürfen, be
vor eine Gefahr von Schäden besteht. Dagegen können
Finger bis zu 200 Bewegungen pro Minute ausführen, ohne
daß Schäden auftreten. Wenn man sich vor Augen hält,
daß beispielsweise bei Gabelstaplern in Lagergebäuden
ein typisches Bewegungsmuster daraus besteht, daß der
Fahrer eine Palette holen, einrangieren und absetzen
muß, wobei vielfach Richtungsänderungen des Gabelstap
lers um etwa 90° erforderlich sind, und eine Rich
tungsänderung um 90° drei bis fünf Umdrehungen des Mi
nilenkrades erfordert, kann man sich vorstellen, daß
durch den Ersatz des Lenkhandrades durch eine Tastatur
zwar nicht die Anzahl der notwendigen Bewegungen ver
mindert wird, diese jedoch vom Ellbogen/Unterarmbereich
auf den Fingerbereich übertragen werden können.
Die Verwendung von tastaturbetätigten Lenkeinheiten im
Fahrzeugbereich an sich ist bekannt. So zeigt
US 5 035 439 eine Steuereinheit, mit der die Hinterrä
der eines Sattelzugaufliegers gewichtsentlastet und
dann ausgelenkt werden können, um enge Kurven meistern
zu können. Diese Lenkeinheit wird jedoch nur zu den
speziellen Zwecken eingesetzt. Ansonsten wird die Zug
maschine über ein normales Lenkhandrad gelenkt.
EP 0 479 735 A1 zeigt ein Elektroauto, dessen Heckklap
pe ebenfalls mit einer Tastatur versehen ist, mit deren
Hilfe das Fahrzeug im Kriechgang bewegt werden kann.
Normalerweise wird das Fahrzeug mit einem Lenkhandrad
gesteuert, wie ein normaler Pkw auch. Zum Einparken
kann der Fahrer allerdings das Fahrzug verlassen und
mit der zusätzlichen Tastatur am Heck das Fahrzeug auch
in enge Parklücken hineinfahren.
Vorzugsweise weist die Tastatur mindestens zwei rich
tungsbestimmende Tasten auf. Die Betätigung einer Taste
bewirkt beispielsweise eine Auslenkung des Lenkantriebs
nach links. Die andere Taste führt zu einer entspre
chenden Bewegung nach rechts. Dies entspricht am ehe
sten dem Gefühl eines Fahrers, so daß die Tastatur auch
vom Empfinden her das Lenkhandrad ersetzen kann.
Vorzugsweise weist die Tastatur Ruhetasten auf, die ei
ne vorbestimmte Kraft zur Betätigung benötigen. Die Ru
hetasten können durchaus durch die richtungsbestimmenden
Tasten gebildet sein. Sie ermöglichen, daß der Fahrer
oder die Bedienungsperson die Hand oder zumindest die
Finger während der normalen Fahrt auf den Tasten ruhen
lassen kann, ohne daß die Tasten betätigt werden. Die
vorbestimmte Kraft, die zur Betätigung erforderlich
ist, ist also größer als die Gewichtskraft der Finger
beziehungsweise die Gewichtskraft der Hand der Bedie
nungsperson. Erst wenn der Fahrer eine Richtungsände
rung des Fahrzeugs bewirken kann, drückt er bewußt die
entsprechende Taste nieder, wodurch die entsprechende
Lenkbewegung ausgelöst wird. Zum Auslösen der Lenkbewe
gung ist also keine Bewegung der Finger zu den Tasten
hin mehr erforderlich. Diese Finger können vielmehr am
bestimmungsgemäßen Ort verbleiben und sich ausruhen.
Dies erhöht weiter den Komfort der Lenkeinheit.
In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung
kann die Tastatur druckempfindliche Tasten aufweisen,
deren Ausgangssignal von einem auf sie einwirkenden
Druck abhängt. Beispielsweise kann das Ausgangssignal
um so größer sein, je stärker die Tasten gedrückt wer
den. Je größer das Ausgangssignal ist, desto größer
kann beispielsweise die Winkelgeschwindigkeit sein, mit
der der Lenkantrieb das zu lenkende Rad bewegt.
In einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Tastatur
einen Totmannsknopf auf. Ein derartiger Totmannsknopf
muß vom Fahrer beispielsweise periodisch betätigt wer
den um anzuzeigen, daß der Fahrer noch die Kontrolle
über das Fahrzeug hat. Wenn diese Betätigung unter
bleibt, ertönt ein Warnsignal, und das Fahrzeug wird
dann inaktiviert, d. h. das Fahrzeug bleibt stehen. Dies
ist ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt, der bei einem
Lenkhandrad nur schwer zu realisieren ist, weil die Be
dienungsperson in der Regel nicht an einer definierten
Stelle am Lenkhandrad angreift.
Vorzugsweise weist mindestens eine Taste der Tastatur
eine Erkennungseinheit für mindestens ein personenspe
zifisches Merkmal, insbesondere einen Fingerabdruck,
auf. Damit kann nicht nur eine Diebstahlsicherung rea
lisiert werden. Es können auch einige fahrer- oder per
sonenabhängige Parameter direkt und ohne eine zusätzli
che Tätigkeit der Bedienungsperson in die Lenkeinheit
eingegeben werden. In dem Augenblick, in dem die Erken
nungseinheit eine bestimmte Bedienungsperson erkennt,
kann sie das für die bestimmte Bedienungsperson vorge
sehene Programm aktivierten. Im einfachsten Fall kann
sie beispielsweise von einer rechtshändigen Bedienung
auf eine linkshändige Bedienung oder umgekehrt umschal
ten. Es ist aber auch möglich, daß jede Bedienungsper
son ein bevorzugtes Fahrmuster hat, das mit einfachen
Tastendruckkombinationen aktiviert werden kann, wobei
sich die einzelnen Fahrmuster von Person zu Person un
terscheiden können.
Vorzugsweise weist die Tastatur einen Griffbereich mit
einer Rückmeldeeinrichtung auf. Der Griffbereich dient
zum Abstützen der Hand der Bedienungsperson. Im Betrieb
ist also davon auszugehen, daß die Hand der Bedienungs
person am oder auf dem Griffbereich liegt. Wenn man nun
mit Hilfe der Rückmeldeeinrichtung die Möglichkeit hat,
der Bedienungsperson etwas "mitzuteilen", dann kann man
hier eine auf den Menschen wirkende Rückkopplung be
reitstellen. Beispielsweise kann mit Hilfe der Rück
meldeeinrichtung angezeigt werden, wenn sich das gelenk
te Rad in einer Endposition befindet oder die zulässige
Lenkgeschwendigkeit, gegebenenfalls auch fahrzeugge
schwindigkeitsabhängig, überschritten wird.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist hier
bei vorgesehen, daß die Rückmeldeeinrichtung eine Vi
brationserzeugungseinrichtung und/oder eine Tempe
riereinrichtung aufweist. Eine Vibrationserzeugungsein
richtung versetzt den Griffbereich in leichte, aber für
den Fahrer merkbare Schwingungen. Die Schwingungsampli
tude oder die Frequenz kann gegebenenfalls noch verän
dert werden, um unterschiedliche Gefahren- oder Grenz
situationen anzuzeigen. Auch mit einer Temperierein
richtung läßt sich ein derartiges Signal ausgeben. Wenn
der Griffbereich um wenige Grade abgekühlt oder erwärmt
wird, bekommt der Fahrer ein deutliches Signal für ein
bestimmtes Betriebsverhalten.
Vorzugsweise ist die Tastatur in einem Gehäuse angeord
net, das einen BUS-Anschluß aufweist. In diesem Fall
kann beispielsweise im Gehäuse eine Steuerelektronik
vorhanden sein, die die Betätigung der Tasten ermittelt
und gegebenenfalls analysiert und auswertet. In diesem
Fall werden über die BUS-Anordnung, beispielsweise ei
nen CAN-BUS, Signale an den Lenkantrieb weitergegeben,
der einen entsprechenden BUS-Anschluß aufweist. Bei
Verwendung eines hydraulischen Lenkantriebes kann man
dann den BUS auch zur direkten Aktivierung eines Pro
portionalventils verwenden. Umgekehrt kann der BUS auch
zur Rückmeldung dienen und beispielsweise die Rückmel
deeinrichtung betätigen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Tastatur mit
einem Funktionsgenerator verbunden, der in Abhängigkeit
von einer Tastenbetätigung eine Zeit- und/oder bewe
gungsabhängige Ansteuerung des Lenkantriebes bewirkt.
Im einfachsten Fall wird der Lenkantrieb so lange in
eine Richtung betätigt, wie die entsprechende Rich
tungstaste gedrückt wird. Beim Loslassen der Taste ver
bleibt das gelenkte Rad in der gewünschten Position.
Man kann aber beispielsweise mit Hilfe des Funktionsge
nerators eine Rückstellerleichterung dahingehend bewir
ken, daß das gelenkte Rad in die Neutral- oder Gerade
aus-Position zurückgestellt wird, wenn beide Tasten der
Tastatur gleichzeitig gedrückt werden. In diesem Fall
kann es sogar ausreichen, wenn beide Tasten gleichzei
tig oder nahezu gleichzeitig gedrückt und dann losge
lassen werden. Natürlich kann man auch beide Tasten
gleichzeitig gedrückt halten, um das gelenkte Rad wie
der in die Geradeaus-Position zu bringen. Wenn das Rad
die Geradeaus-Position erreicht hat, dann wird die Dre
hung des gelenkten Rades unabhängig davon, ob die Ta
sten noch gedrückt sind, unterbrochen. Man kann auch
vorsehen, daß die Lenkgeschwindigkeit mit zunehmender
Tastendruckdauer erhöht wird oder daß die Lenkgeschwin
digkeit am Anfang hoch und später klein oder umgekehrt
ist. Man kann die Lenkgeschwindigkeit, d. h. die Ge
schwindigkeit der Winkelbewegung des gelenkten Rades,
auch an die Geschwindigkeit und/oder die Beladung des
Fahrzeugs anpassen. Für alle diese Funktionen ist der
Funktionsgenerator ein wertvolles Hilfsmittel.
Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der Funktionsgene
rator einen Eingang mit einem Zeitdiskriminator auf
weist, der bei der Betätigung einer Taste ein Zeitfen
ster öffnet, in dem eine weitere Tastenbetätigung eine
abweichende Aussteuerung des Lenkantriebes bewirkt. Mit
diesem Zeitdiskriminator erhöht sich die Zahl der In
formationen, die mit der Tastatur an die Lenkantriebe
übertragen werden kann. Vergleichbar ist dies bei
spielsweise mit der Maus eines Personalcomputers (PC).
Man kann mit einer Taste der Maus sowohl einfachklicken
als auch doppelklicken, was unterschiedliche Reaktionen
des PC zur Folge haben kann. In gleicher Weise kann man
beispielsweise durch einen Doppelklick auf eine Rich
tungstaste bewirken, daß das Rad in die entsprechende
Richtung in die Endposition gelenkt wird, ohne daß die
Ausgangsposition des gelenkten Rades eine Rolle spielt.
Man kann mit einem Doppelklick auch ein
"Präzisionslenken" einleiten, bei dem sich das gelenkte
Rad mit einer verminderten Lenkgeschwindigkeit bewegt.
Man kann mit Hilfe des Doppelklicks auch eine andere
Endposition anfahren als mit Hilfe eines Einfachklicks.
Vorzugsweise ist das Reaktionsverhalten der Lenkeinheit
programmierbar.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von bevorzugten
Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung
näher beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht von wesentlichen
Komponenten einer Lenkeinrichtung,
Fig. 2 eine Lenkeinheit und
Fig. 3 verschiedene Funktionsverläufe für die Win
kelgeschwindigkeit über der Zeit.
Fig. 1 zeigt eine Lenkeinrichtung 1 im Ausschnitt. Am
Fahrgestell 2 eines nicht näher dargestellten Fahr
zeugs, beispielsweise eines Gabelstaplers mit drei Rä
dern, ist ein gelenktes Rad 3 so gelagert, daß seine
Winkelausrichtung verändert werden kann. Dargestellt
ist eine Neutralstellung oder Geradeaus-Position, bei
der das Rad von hinten sichtbar ist.
Zum Verstellen des Rades 3 ist ein Lenkantrieb 4, im
vorliegenden Fall ein hydraulischer Motor, vorgesehen,
der über eine Kette 5 oder einen entsprechenden Riemen
trieb mit dem Rad 3 verbunden ist. Der Lenkantrieb 4
weist ein Ventil 6 auf, beispielsweise ein richtungsab
hängig angesteuertes Proportionalventil, das die Ver
sorgung des Lenkantriebs 4 mit Hydraulikflüssigkeit re
gelt. Natürlich kann der Lenkantrieb auch mit einem an
deren Motor, beispielsweise mit einem Elektromotor, der
von einem Frequenzumrichter gespeist werden kann, ver
sehen sein. Die für den elektrischen Motor erforderli
che Steuereinrichtung kann gegebenenfalls direkt von
der Tastatur angesteuert werden.
Der Lenkantrieb 4, genauer gesagt, sein Ventil 6, ist
über eine BUS-Leitung 7, beispielsweise ein CAN-BUS,
mit einer Lenkeinheit 8 verbunden, die in Fig. 2 näher
dargestellt ist. Die Lenkeinheit 8 ersetzt ein sonst
vorgesehenes Lenkhandrad oder Mini-Lenkhandrad. Außer
der Lenkeinheit 8 sind keine weiteren Möglichkeiten zum
Ansteuern des Lenkantriebs 4 vorhanden.
Die Lenkeinheit 8 weist zwei Richtungstasten 9, 10 in
einem Gehäuse 11 auf. Hierbei ist die linke Rich
tungstaste 9 dafür vorgesehen, das Rad 3 nach links zu
lenken, während die rechte Richtungstaste 10 dafür vor
gesehen ist, das Rad 3 nach rechts zu lenken.
Die Richtungstasten 9, 10 sind als Ruhetasten ausgebil
det. Eine Bedienungsperson kann ihre Hand auf eine Ru
hefläche 12 ablegen, beispielsweise mit dem Handteller.
Hierbei liegen die Finger auf den Richtungstasten 9, 10
auf. Zum Betätigen der Richtungstasten 9, 10 ist aber
eine Kraft erforderlich, die über die Gewichtskraft der
Finger hinausgeht. Gegebenenfalls kann die zum Betäti
gen erforderliche Kraft verstellt werden. Diese Ver
stellung kann gegebenenfalls sogar automatisch erfol
gen.
Hierzu ist in der rechten Richtungstaste 10 eine Fin
gerabdruckerkennungseinheit 13 angeordnet, die bei ei
ner rechtshändigen Bedienungsperson den Fingerabdruck
des Mittelfingers ermittelt und identifiziert. Anhand
dieses Fingerabdrucks kann dann die Lenkeinheit 8 ver
schiedene personenbezogene Programme einstellen, bei
spielsweise die notwendige Betätigungskraft der Rich
tungstasten 9, 10, oder ein von der entsprechenden Per
son gewünschtes Lenkverhalten. Anstelle einer Fingerab
druckserkennungseinheit kann die Richtungstaste 10 auch
einen Sensor aufweisen, der die Hautfeuchtigkeit oder
die Hauttemperatur der Bedienungsperson ermittelt, wenn
diese zu einer ausreichenden Unterscheidung von mehre
ren Bedienungspersonen beiträgt. Im Grunde genommen
sind aber alle Sensoren denkbar, die eine zuverlässige
Unterscheidung von verschiedenen Personen erlauben.
Das Gehäuse 11 der Lenkeinheit 8 weist ferner zwei
Rückmeldeeinrichtungen auf. Eine davon ist in Fig. 1
dargestellt als Vibrationsantrieb 14, der das Gehäuse
11 in Schwingungen versetzen kann, beispielsweise dann,
wenn sich das Rad 3 in einer Endposition befindet. Eine
weitere Rückmeldeeinrichtung ist in Form eines Blechs
15 vorgesehen, auf dem der Handteller der Bedienungs
person aufliegt. Die Temperatur dieses Blechs 15 kann
geringfügig verändert werden, beispielsweise mit Hilfe
eines elektrischen Widerstandes beheizt werden. Die
hierfür notwendige Temperaturerhöhung kann relativ
klein sein, d. h. einige wenige °C. Auch mit einer der
artigen Rückmeldeeinrichtung kann man dem Fahrer oder
Bedienungsperson einen bestimmten Zustand oder eine be
stimmte Stellung der gelenkten Räder signalisieren. Na
türlich können die Vibrationserzeugungseinrichtung 14
und Temperiereinrichtung 15 gemeinsam verwendet werden.
Am Gehäuse 11 ist schließlich noch ein Totmannsknopf 16
angeordnet, der bei einem Rechtshänder vom rechten Dau
men bedient wird, wenn die Hand der Bedienungsperson
auf der Ruhefläche 12 liegt.
Man kann nun verschiedene Bedingungen vorgeben, wie der
Totmannsknopf 16 bedient werden muß. Beispielsweise
kann man vorschreiben, daß er periodisch eingedrückt
werden muß. Unterbleibt diese Bewegung, dann wird das
Fahrzeug stillgesetzt.
Mit der dargestellten Lenkeinheit 8 lassen sich nun
verschiedene Lenkprogramme realisieren.
Fig. 3a zeigt eine erste Möglichkeit. Wenn eine der
beiden Richtungstasten 9, 10 gedrückt wird, dann bewegt
sich das Rad 3 mit konstanter Winkelgeschwindigkeit so
lange, wie die entsprechende Richtungstaste gedrückt
ist. Wenn die Richtungstaste losgelassen wird, hört die
Winkelbewegung des Rades 3 auf. Mit Hilfe der anderen
Richtungstaste kann das Rad wieder in seine Neutral
stellung zurückgebracht werden. Es ist aber auch mög
lich, beide Richtungstasten 9, 10 gleichzeitig zu drüc
ken, um die Rückstellung des Rades 3 in seine Neutral-
oder Geradeaus-Position zu bewirken.
Fig. 3b zeigt, daß die Winkelgeschwindigkeit, mit der
das Rad 3 ausgelenkt wird, mit zunehmender Zeit, in der
die Richtungstaste 9, 10 gedrückt wird, ansteigt. Mit
anderen Worten wird das Rad 3 am Anfang des Tasten
drucks nur sehr langsam ausgelenkt, während es bei län
ger anhaltendem Tastendruck immer schneller bewegt
wird. Der Doppelpfeil zeigt an, daß die Steigung verän
dert werden kann. Die Steigung läßt sich beispielsweise
personenabhängig festlegen.
Fig. 3c zeigt zwei verschiedene Möglichkeiten. Die obe
re Kurve stellt eine Auslenkung des Rades 3 dar, die zu
Beginn eines Tastendrucks relativ schnell, d. h. mit ei
ner hohen Geschwindigkeit v erfolgt, während sie bei
länger anhaltendem Tastendruck mit einer kleineren
Steigung ansteigt. Die untere Kurve stellt den umge
kehrten Betriebsfall dar, d. h. die Auslenkgeschwindig
keit des Rades 3 ist am Anfang klein und steigt dann
sehr schnell an.
Fig. 3d zeigt, daß die Auslenkgeschwindigkeit zunächst
langsam ansteigt und ab einem gewissen Zeitpunkt t1 mit
einer stärkeren Geschwindigkeit ansteigt. Die Doppel
pfeile zeigen an, daß die jeweiligen Steigungen verän
dert werden können.
Fig. 3e zeigt, daß die Geschwindigkeit zunächst an
steigt und dann ab einem Zeitpunkt t2 konstant bleibt.
Man kann die Richtungstasten 9, 10 aber nicht nur dazu
verwenden, mit einem einfachen Tastendruck eine Lenkbe
wegung des Rades 3 zu initiieren oder beizubehalten.
Man kann jede Richtungstaste 9, 10 auch doppelt drüc
ken, wie beim Doppelklick einer PC-Maus. In diesem Fall
kann das Rad beispielsweise in die entsprechende Endpo
sition fahren, und zwar unabhängig davon, in welcher
Winkelposition es sich zuvor befunden hat. Wenn man
beide Tasten gleichzeitig drückt, wird das Rad in die
Neutralstellung gefahren. Durch die Möglichkeit des
Doppelklicks werden die Befehle, die man über die Ta
sten 9, 10 an die Lenkeinheit 8 übermittelt kann, ver
vielfacht.
Claims (11)
1. Lenkeinrichtung für ein Fahrzeug, insbesondere für
eine selbstfahrende Arbeitsmaschine, mit einem Lenk
antrieb, der durch eine Lenkeinheit angesteuert
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Lenkeinheit
(8) anstelle eines Lenkhandrades eine Tastatur (9)
aufweist.
2. Lenkeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Tastatur mindestens zwei rich
tungsbestimmende Tasten (9, 10) aufweist.
3. Lenkeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Tastatur Ruhetasten aufweist,
die eine vorbestimmte Kraft zur Betätigung benöti
gen.
4. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tastatur (9, 10)
druckempfindliche Tasten aufweist, deren Ausgangs
signal von einem auf sie einwirkenden Druck ab
hängt.
5. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tastatur einen Tot
mannsknopf (16) aufweist.
6. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Taste
(10) der Tastatur eine Erkennungseinheit (13) für
mindestens ein personenspezifisches Merkmal, insbe
sondere einen Fingerabdruck, aufweist.
7. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tastatur (9, 10)
einen Griffbereich (12) mit einer Rückmeldeeinrich
tung (14, 15) aufweist.
8. Lenkeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Rückmeldeeinrichtung (14, 15) ei
ne Vibrationserzeugungseinrichtung und/oder eine
Temperiereinrichtung aufweist.
9. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tastatur (9, 10) in
einem Gehäuse (11) angeordnet ist, das einen BUS-
Anschluß (7) aufweist.
10. Lenkeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tastatur (9, 10)
mit einem Funktionsgenerator verbunden ist, der in
Abhängigkeit von einer Tastenbetätigung eine Zeit-
und/oder bewegungsabhängige Ansteuerung des Lenkan
triebes (4) bewirkt.
11. Lenkeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Funktionsgenerator einen Eingang
mit einem Zeitdiskriminator aufweist, der bei der
Betätigung einer Taste (9, 10) ein Zeitfenster öff
net, indem eine weitere Tastenbetätigung eine ab
weichende Aussteuerung des Lenkantriebes (4) be
wirkt.
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