DE19827514A1 - Adaptive Subträgerselektion zur optimierten Übertragung eines Multiträger-Signals - Google Patents
Adaptive Subträgerselektion zur optimierten Übertragung eines Multiträger-SignalsInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Multiträgerübertragungsverfahren zum parallelen Übertragen von Informationen in Form eines Signals x(k) auf N Subkanälen über eine Übertragungsstrecke zwischen einem Sender und einem Empfänger, wobei in dem Empfänger für jeden Subkanal eine Übertragungsfunktion bestimmt wird, wobei ferner die N Subkanäle gemäß der jeweiligen Übertragungsfunktion in ihrer Eignung zur Informationsübertragung bewertet und die N¶u¶ besten Subkanäle für eine Informationsübertragung freigegeben und die übrigen N¶l¶ = N-N¶u¶ Subkanäle für eine Informationsübertragung gesperrt werden. Hierbei bestimmt der Empfänger ein jeweiliges Belegungsschema c¶u¶, welches die N¶u¶ Kanäle mit Informationen und die N¶l¶ Kanäle ohne Informationen spezifiziert, dadurch, daß Kanäle mit lediglich Rauschen den N¶l¶ unbelegten Kanälen und die Kanäle, auf denen ein Nutzsignal empfangen wird, den N¶u¶ belegten Kanälen zugeordnet werden.
Description
Die Erfindung betrifft Multiträgerübertragungsverfahren zum parallelen Übertra
gen von Informationen in Form eines Signals x(k) auf N Subkanälen über eine
Übertragungsstrecke zwischen einem Sender und einem Empfänger, wobei in
dem Empfänger für jeden Subkanal eine Übertragungsfunktion bestimmt wird,
wobei ferner die N Subkanäle gemäß der jeweiligen Übertragungsfunktion in
ihrer Eignung zur Informationsübertragung bewertet und die Nu besten Subka
näle für eine Informationsübertragung freigegeben und die übrigen Nl=N-Nu Sub
kanäle für eine Informationsübertragung gesperrt werden, gemäß dem Oberbe
griff das Anspruchs 1.
Bei breitbandigen digitalen Übertragungsverfahren sollen je nach Anforderung
und Umgebung Datenraten von 20 MBit/s bei 5.2 GHz bis zu 155 MBit/s bei 17.2
GHz innerhalb einer Zelle erreicht werden. Anwendung finden derartige Übertra
gungsverfahren bei sogn. "Indoor"-Umgebungen, wie beispielsweise drahtlose
lokale Netzwerke (WLAN = Wireless Locale Area Network). Hierbei kommunizie
ren einzelne Mobilstationen nicht direkt sondern nur über eine Basisstation mit
einander. Gemäß der Norm COST 231 ist eine Indoor-Umgebung durch
schwach zeitvariante Mobilfunkkanäle charakterisiert.
Als breitbandiges Übertragungsverfahren wird häufig ein sogn. OFDM-Verfahren
(OFDM = Orthogonal Frequency Division Multiplexing) benutzt. Dabei werden zu
übertragende Daten auf mehrere, beispielsweise N Subkanäle mit einem jeweili
gen Subträger bzw. einer Subträgerfrequenz verteilt und zeitgleich auf den im
Frequenzbereich verschobenen Subkanälen übertragen. Jede auf einem Subka
nal übertragene Informationseinheit wird als "Symbol" bezeichnet, so daß jedem
Symbol entsprechend der Aufteilung der zu übertragenden Gesamtdaten auf N
Subkanäle eine Symboldauer T zukommt und sich dementsprechend eine Fre
quenzverschiebung der einzelnen Subträger Δf, d. h. ein relativer Subträgerab
stand ergibt gemäß
In einem Multiträger- oder OFDM-Sender wird ein seriell eingehender Strom von
Daten, beispielsweise ein Bitstrom binärer Daten der Bitrate R, in einem Seriell-
Parallel-Wandler auf N Subkanäle mit einer jeweiligen Bitrate von R' = R/N verteilt,
wobei R eine Gesamtbreite des Übertragungssystems bezeichnet. Auf jedem
Subkanal erfolgt eine Codierung der binären Dateneinheiten in Form einer kom
plexen Signalraumzuordnung, so daß zu jedem Zeitpunkt N diskrete Signal
raumpunkte mit einer komplexen Amplitude s(i) existieren, wobei i den i-ten von
N Subkanälen bezeichnet und i = O . . . N-1 ist. Hierbei erfolgt eine lineare Modula
tion mit einer Stufigkeit M, wobei jeweils log2(M) Bits einen komplexen Wert s(i)
auf dem i-ten Subkanal generieren. Das komplexe Symbol s(i) kann dabei M
verschiedene Werte annehmen. Falls sich diese Werte nur im Betrag unter
scheiden spricht man von ASK-Modulation (amplitude shift keying), falls die Be
träge festliegen, beispielsweise 1, unterscheiden sich die komplexen Symbole
s(i) durch ihre jeweiligen Phasenwinkel und man spricht von PSK-Modulation
(phase shift keying). Man kann sich daher die Signalraumzuordnung anschaulich
als Amplitudenmodulation auf N unterschiedlichen Frequenzen vorstellen. Mittels
einer inversen diskreten Fourier-Transformation (IDFT) werden die komplexen
Symbole s(i) in die jeweilige Subkanallage verschoben. Mit anderen Worten er
folgt ein Übergang vom Frequenzraum in den Zeitraum.
Dies erfolgt auf jedem Subkanal und die einzelnen Subkanalsignale werden zu
einem sogenannten OFDM-Symbol x(k) im Zeitbereich aufsummiert. s(i) wird
auch als OFDM-Symbol im Frequenzbereich bezeichnet.
Hierbei steht die Variable k für die Zeit und ist auf einen Bereich von 0 bis N be
grenzt. Ein OFDM-Symbol hat normalerweise N Abtastwerte. Die Dauer eines
OFDM-Symbols beträgt T, weil auf jedem Subträger die Symboldauer T beträgt
und die Symbole auf den Subträgern gleichzeitig übertragen werden, wobei k
den mit Ta = T/N abgetasteten Zeitpunkten entspricht. In der Praxis wird die IDFT
numerisch in der Regel in Form einer inversen schnellen Fourier-Transformation
(IFFT) ausgeführt. Dies führt also zu einer Überlagerung von N komplexen
Schwingungen im Zeitbereich, wobei das OFDM-Symbol x(k) eine Dauer T hat.
Dieses komplexe Signal wird anschließend in eine reelle Bandpaßlage verscho
ben und zu einem OFDM-Empfänger übertragen. Dieser ist symmetrisch zum
OFDM-Sender aufgebaut. Nach Verschiebung des Bandpaßsignals in eine Ba
sislage wird die spektrale Trennung der N Subkanäle mittels einer DFT (Diskrete
Fourier-Transformation) bzw. numerisch mittels einer FFT (Fast Fourier-Trans
formation) durchgeführt. Durch entsprechende Filterung und Abtastung erhält
man die komplexen Signalräume auf jedem Subkanal.
Bei einer digitalen, drahtlosen Übertragung treten in Indoor-Umgebungen maxi
male Echolaufzeiten zwischen 50 ns und 150 ns auf. Erfolgt beispielsweise eine
zweistufige Übertragung (M = 2) mit einer Datenrate bei einer Singleträger-Über
tragung von 20MBit/s, so liegt eine Symboldauer T von 50 ns vor. Das bedeutet,
daß ein empfangenes Symbol von mehreren zuvor gesendeten Symbolen ge
stört wird. Hierbei spricht man von Intersymbolinterferenzen (ISI). Zur Vermei
dung dieser Intersymbolinterferenzen (ISI) findet eine zyklische Erweiterung des
OFDM-Symbols um eine Zeitdauer Tg statt, wobei diese zusätzliche Zeitspanne
als Schutzintervall oder Guardintervall bezeichnet wird. Das gesamte OFDM-
Symbol mit Schutzintervall hat somit eine Länge T+ = T+Tg. Wegen der höheren
bzw. längeren zeitlichen Dauer des OFDM-Symbols stellt sich auch auf den ein
zelnen Subträgern eine Symboldauer T+ ein, wobei der Anteil Tg als Totzeit auf
zufassen ist, da der Trägerabstand 1/T erhalten bleibt. Wenn die Guardzeit Tg
größer als die maximale Echolaufzeit des Kanals ist, läßt sich die vom Kanal
verursachte Intersymbolinterferenz durch Wegschneiden des zyklischen
Schutzintervalls im OFDM-Empfänger eliminieren.
Bei einer Datenübertragung mittels des Multiträgerverfahrens OFDM treten meh
rere Probleme auf. Aufgrund einer Mehrwegausbreitung kommt es beispiels
weise zu unterschiedlichen Fehlerraten auf den einzelnen Subträgern, so daß
sich die Gesamtfehlerrate aufgrund der hohen Fehleranfälligkeit weniger, stark
gestörter Unterträger verschlechtert. Aus der Arbeit "Analysen zur skalierbaren
OFDM-Übertragung für drahtlose, ATM-basierte Zugangssysteme" von A. Hin
richs, Bosch, Universität-Bremen, September 1997 ist es bekannt, durch Anwen
dung einer Kanalcodierung die Fehrlerrate eines OFDM-Systems in einer Mobil
funkumgebung zu verbessern. Der Artikel "Performance of an OFDM-TDMA Mo
bile Communication System" von H. Rohling und R. Grünheid (TU-Braun
schweig) erschienen in den Proceedings der IEEE VTC '96, S. 1589-1593 be
schreibt die Bestimmung einer Übertragungsfunktion der einzelnen Subträger,
wobei die Stufigkeit M der Modulation auf jedem Subträger an diese Übertra
gungsfunktion angepaßt wird. Dieses Verfahren wird auch als adaptive Modula
tion bezeichnet und im Extremfall werden dabei einzelne Subträger vollständig
ausgeblendet.
Ein weiteres Problem des Multiträgerverfahrens OFDM liegt in nichtlinearen Ver
stärkereigenschaften, welche aufgrund hoher Spitzenwerte des zu sendenden
OFDM-Symbols zu starken Störungen führen. Der Betrag des Signals x(k), also
|x(k)|, kann nämlich hohe Spitzenwerte annehmen, die zu unerwünschten Effek
ten bei Verwendung eines nichtlinearen Verstärkers führen. Bekannte Auswir
kungen sind u. a. beispielsweise eine unerwünschte Außerbandstrahlung
und/oder Intermodulationseffekte. Zur Beschreibung dieses Sachverhaltes ist ein
sogn. Crestfaktor C als Verhältnis zwischen einem Spitzenwert des OFDM-
Symbols x(k) und seinem Effektivwert definiert.
Hierbei ist
Zur Verbesserung einer Einhüllendenkonstanz mit entsprechender Reduktion der
Störungen bzw. des Crestfaktors sind folgende Verfahren bekannt:
Die Arbeit "Analysen zur skalierbaren OFDM-Übertragung für drahtlose, ATM-
basierte Zugangssysteme" von A. Hinrichs, Bosch, Universität-Bremen, Septem
ber 1997 schlägt zur Verbesserung der Einhüllendenkonstanz einen Einsatz
komplementärer Codes zur Kanalcodierung vor.
In dem zu OFDM-Fachgespräch '96 in Braunschweig veröffentlichten Artikel
"Reduzierung der durch Nichtlinearitäten hervorgerufenen Außerbandstrahlung
bei einem Mehrträgerverfahren" von M. Pauli und H.-P. Kuchenbecker ist ein
Verfahren beschrieben, bei dem durch Multiplikation mit Gaußfunktionen einzel
ne Spitzenwerte reduziert werden.
In dem zu OFDM-Fachgespräch '97 in Braunschweig veröffentlichten Artikel
"Reduktion von Nachbarkanalstörungen in OFDM-Funkübertragungssystemen"
von T. May und H. Rohling (TU Braunschweig) wird die Reduktion einzelner Spit
zenwerte durch die Überlagerung mit Korrekturfunktionen mit endlicher Band
breite (Si-Funktionen) vorgeschlagen.
Bei dem im Artikel "OFDM-Signals with low Crest-Factor" von M. Friese (Deut
sche Telekom) auf der IEEE Globecom '97 vorgeschlagenen Verfahren werden
zur Reduktion des Crestfaktors einzelne Subträger zu Blöcken zusammengefaßt
und mit einem komplexen Drehoperator versehen, d. h. mit einem komplexen
Faktor multipliziert. Diese komplexen Faktoren haben eine Amplitude 1 und er
zeugen eine Phasendrehung. Die Variation dieser Faktoren führt zu einer Crest
faktoroptimierung, die für jedes OFDM-Symbol iterativ durchgeführt wird.
Ein Mehrpfad-Übertragungskanal, wie bei einem OFDM-Verfahren, hat i. a. ein
frequenzselektives Verhalten, d. h. unterschiedliche Frequenzen werden in der
Regel unterschiedlich gut übertragen, so daß sich für jeden Subkanal einer fre
quenzabhängige Kanalübertragungsfunktion ergibt. Der Phasenverlauf ist eben
falls eine Funktion der Frequenz. Da man bei einem Multiträgerverfahren den zur
Verfügung stehenden Frequenzbereich (Gesamtbandbreite B) in N Teilkanäle
bzw. Subkanäle aufteilt, hat jeder Subkanal eine eigene Kanalübertragungsfunk
tion, die bei einem OFDM-Verfahren innerhalb jeden Subkanals als konstant an
genommen wird.
Bei dem OFDM-Multiträgersystem ist es möglich, die Amplitude der Kanalüber
tragungsfunktion auf jedem Subkanal zu schätzen, bzw. sie durch Interpolation
der Schätzwerte einiger Subkanäle zu bestimmen. Aufgrund einer Mehrwe
geausbreitung werden die unterschiedlichen Subkanäle unterschiedlich stark
gedämpft. Sendet man auf jedem Subkanal mit gleicher Leistung, kann im
OFDM-Empfänger eine Empfangene Leistung bzw. Amplitude bestimmt werden.
So ergibt sich eine Betragsübertragungsfunktion des Kanals in Form von N Ab
tastwerten im Frequenzbereich. Am OFDM-Empfänger wird mittels der Betrags
übertragungsfunktion für jeden Subkanal ein komplexer Wert bestimmt, dessen
Amplitude für eine Rangordnung der Subkanäle genutzt wird. So beutet bei
spielsweise ein hoher Amplitudenwert eine hohe Zuverlässigkeit. Diese Informa
tionen über die Subkanaleigenschaften werden zur Festlegung eines Belegungs
schemas genutzt, das festlegt, welche Subträger für die Informationsübertragung
zu belegen sind. Ein Belegungsschema ist beispielsweise ein Vektor c u, wobei
jedes der N Vektorelemente cu ∈ {0,1} ist.
Bei einer derartigen Selektion von Subträgern werden in einem ersten Schritt
anhand einer Schwellwertentscheidung nur diejenigen Subkanäle für die Daten
übertragung zugelassen, deren Subkanalübertragungsfunktion des Kanals un
terhalb einer festgelegten Schwelle liegt. Dabei ist die Anzahl der nutzbaren Ka
näle von der momentanen Kanalübertragungsfunktion abhängig.
In einem alternativen ersten Schritt wird davon ausgegangen, daß immer Nu von
N Subkanälen für die Übertragung benutzt werden. In diesem Fall ergibt sich aus
der Rangordnung der Subkanäle in Abhängigkeit von den ermittelten Amplitu
denwerten der Subkanalübertragungsfunktion ein Belegungsschema derart, daß
die Nl = N - Nu am stärksten gedämpften Subkanäle von der Informationsüber
tragung ausgeschlossen werden.
Die Auswahl der Subträger erfolgt dabei adaptiv, d. h. es findet eine Entschei
dung anhand der zu erwartenden Zuverlässigkeit der einzelnen Subkanäle je
nach momentaner Empfangssituation bzw. je nach momentaner Betragsübertra
gungsfunktion am OFDM-Empfänger mit laufender Anpassung statt. In einer
lndoor-Umgebung ändert sich der Subkanal bzw. die jeweilige Subkanalübertra
gungsfunktion nur sehr langsam, so daß eine geringe Adaptionsgeschwindigkeit
in der Regel ausreicht. Diese adaptive Subkanalselektion erfolgt am OFDM-
Empfänger, wobei durch eine bidirektionale Übertragung, beispielsweise auf
Protokollebene, die Information über die jeweilige Auswahl der Subkanäle eben
falls dem OFDM-Sender vorliegt.
Bei einem OFDM-System beeinflussen sich die einzelnen Subträger aufgrund
der oben erläuterten 181-Freiheit des Systems nicht untereinander. Störungen
benachbarte Subkanäle bezeichnet man als ACI. Dies bezeichnet man als "or
thogonal" bzw. die Subkanäle sind "orthogonal" zueinander (ACI-Freiheit). Auf
grund der Mehrwegeausbreitung des Mobilfunkkanals kommt es zu einer Über
lagerung mehrerer Signal am Empfänger. Durch unterschiedliche Laufzeiten und
Dämpfungen der einzelnen Signalpfade werden einige Frequenzen konstruktiv
und andere destruktiv überlagert. Da das Rauschen hingegen alle Frequenzen
gleichermaßen stört, kommt es zu unterschiedlich starken relativen Signalstö
rungen der einzelnen Subträger. Auf jedem Subkanal werden komplexe Symbole
übertragen. Diese werden im Sender aus einem Alphabet von M verschiedenen
komplexen Werten gebildet. Der Empfänger muß diese Werte auf jedem Subka
nal zurückgewinnen bzw. rekonstruieren. Gelingt dies aufgrund von Störungen
nicht, so spricht man von Symbolfehlentscheidungen. Durch die unterschiedli
chen oben erwähnten Signalstörungen kommt es bei der Rückgewinnung des
ursprünglichen digitalen Bitfolge am häufigsten auf den stärker gestörten Sub
trägern zu Symbolfehlentscheidungen. Bei Anwendung der oben erläuterten ad
aptiven Subträgerselektion werden alle Subträger nicht mit Information belegt,
welche unterhalb einer vorbestimmten Schwelle liegen. Dies erzielt zwar eine
deutlich geringere Gesamtfehlerwahrscheinlichkeit, es ergibt sich jedoch der
Nachteil, daß nur eine geringere Bitrate und eine geringere Bandbreite-Effizienz
erreichbar ist. Diese Faktoren begrenzen die Möglichkeit der Verbesserung der
Bitfehlerrate der OFDM-Übertragung erheblich.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbesserte Multiträgerübertra
gungsverfahren der obengenannten Art zur Verfügung zu stellen, wobei eine
verminderte Bitfehlerrate auf einfache Weise erreicht wird.
Diese Aufgabe wird durch ein Multiträgerübertragungsverfahren der o. g. Art mit
den in Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmalen gelöst.
Dazu ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Empfänger ein jeweiliges
Belegungsschema c u, welches die Nu Kanäle mit Informationen und die Nl Ka
näle ohne Informationen spezifiziert, dadurch bestimmt, daß Kanäle mit lediglich
Rauschen den Nl unbelegten Kanälen und die Kanäle, auf denen ein Nutzsignal
empfangen wird, den Nu belegten Kanälen zugeordnet werden.
Dies hat den Vorteil, daß eine zusätzliche Übertragung des Belegungsschemas
zwischen Sender und Empfänger nicht erforderlich ist.
Vorzugsweise Weitergestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen be
schrieben.
So ist es besonders bevorzugt, daß das Multiträgerübertragungsverfahren ein
OFDM-Verfahren (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) ist.
Zweckmäßigerweise ist der Übertragungsstrecke eine Funkstrecke, wie bei
spielsweise ein Mobilfunkkanal, oder ein Kabel, wie beispielsweise ein Breit
bandkabel.
Für eine optimale Bewertung von Subkanälen zur Eignung zur Übertragung von
Informationen wird in bevorzugter Weise aus der Übertragungsfunktion ein re
sultierender Amplitudenwert bestimmt.
Nachstehend wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher er
läutet Diese zeigt ein schematisches Blockschaltbild einer bevorzugten Ausfüh
rungsform eines erfindungsgemäßen Multiträgerübertragungssystems.
Die in der Figur dargestellte bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemä
ßen Multiträgerübertragungssystems 100 umfaßt einen OFDM-Sender 10, einen
OFDM-Empfänger 12 und einen dazwischen liegender Übertragungsweg 14.
Der OFDM-Sender 10 umfaßt in Datenstromrichtung gesehen (in der Figur oben
von links nach rechts) einen Dateneingang 16, an dem Daten, wie beispielsweise
Datenbits binärer Daten, seriell eingehen, einen Seriell-Parallel-Wandler 18, wel
cher eingehende Datenbits N Subträgern zuordnet, eine Signalraumzuordnungs
vorrichtung 20 mit einer Stufigkeit M, welche log2(M) Bits zu einem komplexen
Symbol s(i) generiert, eine Ausblendvorrichtung 22, welche gemäß einem nach
folgend erläuterten Belegungsschema c u in Form eines Vektors mit Vektorele
menten c1, c2, . . . ci . . . cN nicht für die Informationsübertragung verwendete Sub
kanäle ausblendet, eine erste Transformationsvorrichtung 24, welche die s(i)
aller Subkanäle in eine jeweilige Subkanallage verschiebt und zu einer Funktion
im Zeitbereich x(k) aufsummiert.
Zusätzlich ist am OFDM-Sender folgendes nach der ersten Transformationsvor
richtung 24 im Datenstromweg in Form einer Rückkoppelschleife angeordnet:
Ein Schwellwertentscheider 26, welcher in Abhängigkeit von |x(k)| und einem Schwellwert Sx eine Korrekturfunktion Δxr,soll(k) bestimmt, eine zweite Transfor mationsvorrichtung 28 welche in umgekehrter Weise bezüglich der ersten Transformationsvorrichtung 24 die Korrekturfunktion Δxr,soll(k) in eine Trägerbele gung Δsr,soll(i) transformiert, eine Ausblenvorrichtung 30, welche die Nu mit Infor mationen belegten Subkanäle ausblendet und so Funktionen Δsr,ist(i) für jeden i- ten Subkanal mittel des inversen Vektors cu erzeugen, Rückkoppelleitungen 32 für jeden Subkanal, welche in jeweilige Akkumulatoren 34 der N Subkanäle vor der ersten Transformationsvorrichtung 24 münden und Sr-1(i) mit Δsr,ist(i) für alle i, d. h. für alle jeweiligen Subkanäle, aufsummieren.
Ein Schwellwertentscheider 26, welcher in Abhängigkeit von |x(k)| und einem Schwellwert Sx eine Korrekturfunktion Δxr,soll(k) bestimmt, eine zweite Transfor mationsvorrichtung 28 welche in umgekehrter Weise bezüglich der ersten Transformationsvorrichtung 24 die Korrekturfunktion Δxr,soll(k) in eine Trägerbele gung Δsr,soll(i) transformiert, eine Ausblenvorrichtung 30, welche die Nu mit Infor mationen belegten Subkanäle ausblendet und so Funktionen Δsr,ist(i) für jeden i- ten Subkanal mittel des inversen Vektors cu erzeugen, Rückkoppelleitungen 32 für jeden Subkanal, welche in jeweilige Akkumulatoren 34 der N Subkanäle vor der ersten Transformationsvorrichtung 24 münden und Sr-1(i) mit Δsr,ist(i) für alle i, d. h. für alle jeweiligen Subkanäle, aufsummieren.
Nach dem ersten Durchlauf der Rückkoppelschleife wird in der ersten Transfor
mationsvorrichtung 24 dann entsprechend xr(k) = xr-1(k) + Δxr,ist(k) generiert
und über einen nochmaligen Durchlauf der Rückkoppelschleife oder ein Aussen
den von xr(k) entschieden. Bei einem nochmaligen Durchlauf wird r = r+1 gesetzt.
Die Aussendung erfolgt in den Kanal 40 über Leitung 36, eine Vorrichtung 38,
welche ein Guardintervall hinzufügt und eine Fensterung 41, bei der das Signal
mit einer Fensterfunktion derart multipliziert wird, daß sich günstigere spektrale
Eigenschaften ergeben. Im Übertragungsweg 14 ist mit N0 eine Störung symboli
siert.
Der Empfänger 12 ist bezüglich der Datenstromrichtung (in der Figur unten von
rechts nach links) umgekehrt symmetrisch aufgebaut und umfaßt eine Abtastvor
richtung 42, welche das vom Kanal 40 empfangene Signal (k), welches durch
den Kanal bezüglich des Signals x(k) abgeändert ist, abtastet, eine Vorrichtung
44, welche die entsprechenden Guardintervalle entfernt, eine dritte Transforma
tionsvorrichtung 46, welche das empfangene (k) zurück in den Frequenzraum,
d. h. in (i) rücktransformiert, eine Bit-Dekodiervorrichtung 48, welche für jeden
der N Subkanäle aus den jeweiligen (i) die entsprechenden Datenbits deko
diert, und einen Parallel-Seriell-Wandler 50, welcher schließlich den ursprüngli
chen seriellen Datenstrom wieder herstellt.
Der Empfänger umfaßt ferner in Datenstromrichtung gesehen nach der dritten
Transformationsvorrichtung 46 für jeden Subkanal eine Vorrichtung 52 zur Be
tragsschätzung eines jeden Subkanals. Deren Ausgangswerte werden in einem
Entscheider 54 zugeführt, welcher darüber entscheidet, welche Nu Subkanäle zur
Informationsübertragung benutzt werden und welche Nl = N-Nu Subkanäle für die
Informationsübertragung gesperrt werden. Hierzu generiert der Entscheider ein
Belegungsschema in Form eines Vektors c u, dessen N Vektorelemente den Wert
0 oder 1 annehmen. Ein Wert 1 im i-ten Vektorelement ci bedeutet dabei, daß
der i-te Subkanal zur Informationsübertragung freigegeben ist, wogegen ent
sprechend umgekehrt ein Wert 0 bedeutet, daß der i-te Kanal für die Informa
tionsübertragung gesperrt ist. Dieses Belegungsschema c u wird auf durch gestri
chelter Linien 56 symbolisierten Informationswegen an die Ausblendvorrichtun
gen 22 und 30 sowie an den Parallel-Seriell-Wandler 50 und den Seriell-Parallel-
Wandler 18 gegeben.
Nach der Seriell-Parallel-Wandlung in 18 erfolgt ein Mapping der zu übertragen
den Bits auf die zu nutzenden Subträger. Anschließend findet eine Signalraum
zuordnung in 20 statt, welche beispielsweise in Form einer differentiellen Modu
lation erfolgt. Hierbei werden mehrere Bits (nämlich log2(M)) auf jedem Subträger
einem komplexen Wert bzw. Symbol s(i) zugeordnet. Die Information steckt dann
in den komplexen Symbolen s(i) auf jedem Subkanal. Bei differenzieller Modula
tion steckt die Information in der Differenz entweder zweier benachbarter Sym
bole oder zweier zeitlich aufeinanderfolgender Symbole. Anschließend werden in
22 Nl Subträger gemäß dem Belegungsschema c u ausgeblendet und mit Hilfe
der IFFT ergibt sich in 24 das OFDM-Symbol x(k) im Zeitbereich. Per Schwell
wertentscheidung in 26 wird nun eine Korrekturfunktion gebildet, die nach
Durchführung der FFT in 28 und einem Ausblenden nach dem inversen Bele
gungsschema cu in 30 und anschließender IFFT in 24 möglichst gut approxi
miert werden kann. Nach Durchführung mehrerer Iterationen wird das Guard
intervall in 38 angehängt und die einzelnen Symbole werden mit einer Fenster
funktion (cos-roll-off) gewichtet.
Im Empfänger findet zunächst in 42 eine Abtastung statt, bevor das Guardinter
vall in 44 entfernt wird. Nach der Transformation in 46 in die jeweiligen Subträ
gerlagen, d. h. Zerlegung in spektrale Anteile mittels FFT, werden die komplexen
Symbole entsprechend der verwendeten Modulationsart dekodiert. Eine Schät
zung der Betragsübertragungsfunktion der einzelnen Subträger erfolgt in 52 par
allel und wird zur Aktualisierung des Subträger-Belegungsschemas c u herange
zogen.
Im folgenden wird ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Übertragungsverfah
rens näher erläutert, bei dem die Übertragungsstrecke beispielhaft ein Mobil
funkkanal ist. Dies ist jedoch nicht zwingend erfoderlich. Für die nachfolgenden
Betrachtungen sei angenommen, daß sich der jeweilige Mobilfunkkanal im we
sentlichen reziprok verhält. Dies bedeutet, daß sich ein zweitvarianter und fre
quenzselektiver Mobilfunkkanal im Up- und Downlink zum gleichen Zeitpunkt und
im gleichen Frequenzband auch im wesentlichen gleich verhält.
Zunächst erfolgt eine Schätzung der Kanalübertragungsfunktion. Dies erfolgt
beispielsweise für alle Nutzer in einer Mobilfunkzelie gleichzeitig, indem eine
sogn. Trainingssequenz von einer Basisstation an alle Mobilfunkstationen
(Broadcast-Betrieb) gesendet wird. Daraufhin schätzt jede Mobilfunkstation den
betrag des jeweiligen Mobilfunkkanals, wobei jeder Mobilfunkteilnehmer einen
anderen Übertragungskanal sieht. Dies erfolgt in den Blöcken 52. Anschließend
findet einen Auswahl der zu benutzenden Unterträger in Block 54 statt. Damit
liegt der Mobilfunkstation und auch dem zugehörigen Sender das Belegungs
schema c vor, bei der nächsten Uplink-Übertragung kann die Mobilfunkstation
dieses Belegungsschema bereits anwenden und Daten nur auf den dafür durch
das Belegungsschema c bestimmten Unterträgern übertragen. Der Empfänger in
der Basisstation kann nun anhand der Leistungsverteilung über die empfange
nen Unterträgersignale bestimmen, auf welchen Unterträgern Informationen ge
sendet vrurden und welche nicht belegt wurden, da auf den letzteren, abgesehen
von einer Rauschstörung, keine Leistung empfangen wird. Damit ist auch der
Sendeeinheit in der Basisstation das jeweilige Belegungsschema bekannt. Eine
weitere Signalübertragungsprozedur für das Belegungsschema ist somit nicht
erforderlich.
Die erfindungsgemäße adaptive Unterträgerbelegung erlaubt zusätzlich eine
Anpassung einer Datenrate an jeweilige Übertragungsbedingungen. Die Ge
samtdatenrate wird bei gleicher Bandbreite in Abhängigkeit von der Anzahl der
mit Informationen belegten Unterkanäle angepaßt. Bei hohem Signal-Rausch-
Verhältnis am Empfängereingang läßt sich die Anzahl der für die Informationen
nutzbaren Unterträger vergrößern, woraufhin die mögliche Datenrate linear mit
der Anzahl der mit Information belegten Unterträger ansteigt. Bei niedrigem Si
gnal-Rausch-Verhältnis am Empfängereingang kehrt sich dieser Zusammenhang
um. Es findet somit ein Austausch zwischen Übertragungsqualität und Übertra
gungsrate statt.
Claims (6)
1. Multiträgerübertragungsverfahren zum parallelen Übertragen von Infor
mationen in Form eines Signals x(k) auf N Subkanälen über eine Über
tragungsstrecke zwischen einem Sender und einem Empfänger, wobei in
dem Empfänger für jeden Subkanal eine Übertragungsfunktion bestimmt
wird, wobei ferner die N Subkanäle gemäß der jeweiligen Übertragungs
funktion in ihrer Eignung zur Informationsübertragung bewertet und die Nu
besten Subkanäle für eine Informationsübertragung freigegeben und die
übrigen Nl = N-Nu Subkanäle für eine Informationsübertragung gesperrt
werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Empfänger ein jeweiliges Belegungsschema c u, welches die Nu Ka
näle mit Informationen und die Nl Kanäle ohne Informationen spezifiziert,
dadurch bestimmt, daß Kanäle mit lediglich Rauschen den Nl unbelegten
Kanälen und die Kanäle, auf denen ein Nutzsignal empfangen wird, den
Nu belegten Kanälen zugeordnet werden.
2. Multiträgerübertragungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Multiträgerübertragungsverfahren ein OFDM-Verfahren (Orthogonal
Frequency Division Multiplexing) ist.
3. Multiträgerübertragungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Übertragungsstrecke eine Funkstrecke, wie beispielsweise ein Mo
bilfunkkanal, oder ein Kabel, wie beispielsweise ein Breitbandkabel, ist.
4. Multiträgerübertragungsverfahren nach einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
aus der Übertragungsfunktion ein resultierender Amplitudenwert bestimmt
wird.
5. Multiträgerübertragungsverfahren nach einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Übertragungsrate in Abhängigkeit von der Anzahl Nl verändert wird.
6. Multiträgerübertragungsverfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Übertragungsrate linear mit steigendem Nl erniedrigt und linear mit
sinkendem Nl erhöht wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998127514 DE19827514A1 (de) | 1998-06-23 | 1998-06-23 | Adaptive Subträgerselektion zur optimierten Übertragung eines Multiträger-Signals |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998127514 DE19827514A1 (de) | 1998-06-23 | 1998-06-23 | Adaptive Subträgerselektion zur optimierten Übertragung eines Multiträger-Signals |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19827514A1 true DE19827514A1 (de) | 1999-12-30 |
Family
ID=7871493
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998127514 Withdrawn DE19827514A1 (de) | 1998-06-23 | 1998-06-23 | Adaptive Subträgerselektion zur optimierten Übertragung eines Multiträger-Signals |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19827514A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2002059642A3 (en) * | 2000-12-15 | 2003-03-27 | Harris Corp | Adaptive fragmentation and frequency translation of continuous spectrum waveform to make use of discontinuous unoccupied segments of special regions |
| EP1528407A1 (de) * | 2003-10-31 | 2005-05-04 | Mitsubishi Electric Information Technology Centre Europe B.V. | Zerlegung eines breitbandigen Zufallssignals |
| US7366088B2 (en) | 2000-09-12 | 2008-04-29 | Siemens Aktiengesellschaft | Method and orthogonal frequency division multiplexing (OFDM) receiver for reducing the influence of harmonic interference on OFDM transmission systems |
| DE102007036828A1 (de) | 2007-08-03 | 2009-02-05 | Oliver Bartels | Funkgerät mit neuartigem CIFDM Modulationsverfahren |
-
1998
- 1998-06-23 DE DE1998127514 patent/DE19827514A1/de not_active Withdrawn
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|---|---|---|---|---|
| US7366088B2 (en) | 2000-09-12 | 2008-04-29 | Siemens Aktiengesellschaft | Method and orthogonal frequency division multiplexing (OFDM) receiver for reducing the influence of harmonic interference on OFDM transmission systems |
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| CN100348999C (zh) * | 2003-10-31 | 2007-11-14 | 三菱电机株式会社 | 信号分析 |
| US7515089B2 (en) | 2003-10-31 | 2009-04-07 | Mitsubishi Denki Kabushiki Kaisha | Signal analysis |
| DE102007036828A1 (de) | 2007-08-03 | 2009-02-05 | Oliver Bartels | Funkgerät mit neuartigem CIFDM Modulationsverfahren |
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