DE19826277A1 - Gießen von Stahlband - Google Patents
Gießen von StahlbandInfo
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Description
Die Erfindung betrifft das Gießen von Stahlband.
Bekannt ist das Gießen von Metallband durch Strang
gießen in einer Doppelwalzengießmaschine. Bei diesem Verfahren
wird schmelzflüssiges Metall zwischen einem Paar gegenläufig
rotierender, horizontaler Gießwalzen eingebracht, die gekühlt
werden, so daß auf den sich bewegenden Walzenoberflächen Me
tallschalen erstarren und an dem dazwischenliegenden Walzen
spalt zusammengeführt werden, um ein erstarrtes Bandprodukt zu
erzeugen, das von dem Spalt zwischen den Walzen nach unten
ausgetragen wird. Der Begriff "Walzenspalt" wird hier ver
wendet, um den allgemeinen Bereich zu bezeichnen, in dem die
Walzen einander am nächsten kommen. Das schmelzflüssige Metall
kann aus einer Gießpfanne in ein kleineres Gefäß gegossen wer
den, aus dem es durch eine oberhalb des Walzenspalts angeord
nete Metallabgabedüse fließt, die es in den Spalt zwischen den
Walzen lenkt, und auf diese Weise einen Gießtümpel aus
schmelzflüssigem Metall bildet, der auf den Gießflächen der
Walzen unmittelbar über dem Walzenspalt aufliegt und sich über
die Länge des Walzenspalts erstreckt. Dieser Gießtümpel ist
gewöhnlich zwischen Seitenplatten oder -dämmen eingeschlossen,
die in gleitendem Eingriff mit den Walzenendflächen gehalten
werden, so daß sie die beiden Enden des Gießtümpels gegen Aus
fließen eindämmen; allerdings sind auch andere Einrichtungen
vorgeschlagen worden, wie z. B. elektromagnetische Barrieren.
Das Doppelwalzengießen ist zwar mit einigem Erfolg auf
Nichteisenmetalle angewandt worden, die beim Abkühlen rasch
erstarren, aber bei der Anwendung des Verfahrens auf das Gie
ßen von Eisenmetallen sind Probleme aufgetreten. Ein besonde
res Problem, auf das man beim Gießen von aluminiumberuhigtem
Stahl in einer Doppelwalzengießmaschine stößt, ist die Neigung
von schmelzflüssigem Stahl zur Bildung von festen Einschlüs
sen, insbesondere von Einschlüssen, die Aluminate enthalten.
Solche Einschlüsse können die Oberflächengüte des Bandes be
einflussen und außerdem dazu neigen, kleine Gießkanäle im Me
tallabgabesystem zu verstopfen. Dies hat zur Verwendung von
mangan-/siliciumberuhigtem Stahl als Alternative geführt, wie
z. B. in unserer NZ-A-270 147 beschrieben. Solche silicium
manganberuhigten Stähle haben einen wesentlich höheren Sauer
stoffgehalt als aluminiumberuhigte Stähle, und dies führt zu
Problemen bei Gießmaschinen, in denen die aus kohlenstoffhal
tigem feuerfestem Material geformte Abgabedüse in den Gießtüm
pel eintaucht, wobei der Tümpel durch Kohlenmonoxidblasen ge
stört wird, die durch Reaktionen zwischen Kohlenstoff in der
untergetauchten- Abgabedüse und sauerstoffhaltigen Verbindungen
im schmelzflüssigen Metall des Gießtümpels entstehen. Eine
solche Störung führt zur Entstehung einzelner Wellen im Gieß
tümpel, die im Gußband ihren Niederschlag als Vertiefungen in
der Bandoberfläche finden. Diese Defekte werden gewöhnlich als
Meniskusmarken bezeichnet. Außerdem verstärkt sich die Kohlen
stoffauslaugung aus dem feuerfesten Material der Metallabgabe
düse.
Silicium-/manganberuhigte Stähle haben einen Sauer
stoffgehalt im Bereich von 50-155 ppm bei typischen Gießtempe
raturen in der Größenordnung von 1600-1700°C, während der Sau
erstoffgehalt von aluminiumberuhigten Stählen im allgemeinen
kleiner als 10 ppm ist, und das Kohlenstoffauslaugungsproblem
ist von großer Bedeutung, wenn man versucht, silicium-mangan
beruhigten Stahl zu gießen.
Unsere Internationale Patentanmeldung PCT/AU96/00 244
beschreibt einen Vorschlag, dieses Problem durch kontrollierte
Zugabe von Schwefel zu der silicium-manganberuhigten Stahl
schmelze zumindest in der Anfangsphase eines Gießvorgangs an
zugehen. Die kontrollierte Zugabe von Schwefel zum Stahl er
höht jedoch die Komplexität des Verfahrens und führt zur Er
zeugung von Stahl mit hohem Schwefelgehalt, der unter Umstän
den nicht allgemein für alle Märkte akzeptierbar ist. Durch
die vorliegende Erfindung wird das Problem in Angriff genom
men, indem statt der chemischen Zusammensetzung der Stahl
schmelze diejenige des Feuerfestmaterials der Abgabedüse modi
fiziert wird.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum Stranggießen von
Stahlband bereitgestellt, bei dem durch eine untergetauchte
Metallabgabedüse zur Bildung eines Gießtümpels aus schmelz
flüssigem Metall, der unmittelbar oberhalb des Walzenspalts
auf den Gießflächen der Walzen aufliegt, schmelzflüssiges Me
tall in den Spalt zwischen einem Paar paralleler Gießwalzen
eingebracht wird und die Gießwalzen in Drehung versetzt wer
den, um ein erstarrtes Stahlband aus dem Walzenspalt nach un
ten abzugeben, wobei der untere Teil der Abgabedüse in den
Gießtümpel eintaucht und die Abgabedüse aus einem Feuerfestma
terial besteht, das Kohlenstoff und eine erhebliche Menge ei
ner oder mehrerer schwefelhaltiger Verbindungen enthält.
Die Erfindung stellt außerdem eine Vorrichtung zum Gie
ßen von Metallband bereit, welche aufweist: ein Paar paralle
ler Gießwalzen, zwischen denen ein Walzenspalt ausgebildet
ist, eine langgestreckte Abgabedüse, die oberhalb des Spalts
angeordnet ist und sich entlang dem Spalt zwischen den Gieß
walzen erstreckt, zur Abgabe von schmelzflüssigem Metall in
den Walzenspalt, um einen Gießtümpel aus schmelzflüssigem Me
tall zu bilden, der oberhalb des Walzenspalts auf den Gießflä
chen der Walzen aufliegt, und Einrichtungen zum Drehen der
Walzen, um ein erstarrtes Band zu erzeugen, das vom Spalt aus
nach unten läuft, wobei die Abgabedüse aus einem Feuerfestma
terial besteht, das Kohlenstoff und eine erhebliche Menge ei
ner oder mehrerer schwefelhaltiger chemischer Verbindungen
enthält.
Vorzugsweise dissoziiert die bzw. jede der chemischen
Verbindungen nicht bei Temperaturen unter 1100°C.
Die oder jede der Verbindungen kann ein Metallsulfid
oder Metallsulfat sein. Genauer gesagt, das Feuerfestmaterial
der Düse kann eine erhebliche Menge Molybdändisulfid (MoS2),
Magnesiumsulfid (MgS) oder Calciumsulfat (CaSO4) oder eine
Kombination aus zwei oder mehreren dieser Verbindungen enthal
ten.
Insbesondere kann das Feuerfestmaterial 0,25 bis 1
Gew.-% MoS2 enthalten. Alternativ kann es 0,5 bis 2 Gew.-%
CaSO4 oder MgS enthalten.
Das Feuerfestmaterial der Düse kann hauptsächlich aus
Tonerdegraphit bestehen. Typischerweise kann es etwa 58%
Al2O3, 32% Kohlenstoff und 5% ZrO2 aufweisen.
Die Erfindung erstreckt sich außerdem auf eine feuerfe
ste Düse zur Abgabe von schmelzflüssigem Metall in eine Dop
pelwalzengießmaschine, wobei die Düse einen feuerfesten Körper
aufweist, der einen oben offenen Trog zur Aufnahme von
schmelzflüssigem Metall und Metallabgabekanäle für den Durch
fluß von Metall vom Boden des Trogs und aus der Düse heraus
bildet, wobei der feuerfeste Körper aus einem Feuerfestmateri
al besteht, das Kohlenstoff und eine erhebliche Menge einer
oder mehrerer schwefelhaltiger chemischer Verbindungen ent
hält.
Zur ausführlicheren Erläuterung der Erfindung wird
nachstehend ein bestimmtes Verfahren und eine bestimmte Vor
richtung anhand der beigefügten Zeichnungen näher beschrieben.
Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Doppelwalzenbandgießmaschine, die gemäß der
vorliegenden Erfindung konstruiert ist und arbeitet;
Fig. 2 einen senkrechten Schnitt durch wichtige Teile
der in Fig. 1 dargestellten Gießmaschine einschließlich einer
erfindungsgemäß konstruierten Metallabgabedüse;
Fig. 3 einen weiteren senkrechten Schnitt durch wichti
ge Teile der Gießmaschine, wobei der Schnitt quer zu dem
Schnitt von Fig. 2 ausgeführt ist;
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht des Abgabedüsenab
schnitts; und
Fig. 5 eine umgedrehte perspektivische Ansicht des Dü
senabschnitts.
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
Die abgebildete Gießmaschine weist einen Hauptmaschi
nenrahmen 11 auf, der auf dem Hallenboden 12 steht. Der Rahmen
11 trägt einen Gießwalzenwagen 13, der zwischen einer Montage
station 14 und einer Gießstation 15 horizontal verschiebbar
ist. Der Wagen 13 trägt ein Paar parallele Gießwalzen 16, de
nen während eines Gießvorgangs aus einer Gießpfanne 17 über
einen Verteiler 18 und eine Metallabgabedüse 19 schmelzflüssi
ges Metall zugeführt wird. Die Gießwalzen 16 sind wasserge
kühlt, so daß auf den sich bewegenden Walzenoberflächen Scha
len erstarren und an dem dazwischenliegenden Walzenspalt zu
sammengeführt werden, um am Spaltauslaß ein erstarrtes Band
produkt 20 zu erzeugen. Dieses Produkt wird einer normalen
Wickelmaschine 21 zugeführt und kann anschließend zu einer
zweiten Wickelmaschine 22 transportiert werden. Auf dem Ma
schinenrahmen ist angrenzend an die Gießstation ein Aufnahme
gefäß 23 montiert, und mittels einer Überlaufrinne 24 am Ver
teiler kann schmelzflüssiges Metall in dieses Aufnahmegefäß
umgeleitet werden.
Der Walzenwagen 13 weist einen Wagenrahmen 31 auf, der
durch Räder 32 auf Schienen 33 montiert ist, die sich längs
eines Teils des Hauptmaschinenrahmens 11 erstrecken, wodurch
der Walzenwagen 13 als Ganzes zur Bewegung entlang den Schie
nen 33 montiert ist. Der Wagenrahmen 31 trägt ein Paar Walzen
gestelle 34, in denen die Walzen 16 drehbar montiert sind. Der
Wagen 13 ist entlang den Schienen 33 durch Betätigung einer
doppeltwirkenden hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit 39 ver
schiebbar, die zwischen einem Antriebsarm 40 am Walzenwagen
und dem Hauptmaschinenrahmen angeschlossen ist, so daß sie be
tätigt werden kann, um den Walzenwagen zwischen der Montage
station 14 und der Gießstation 15 und umgekehrt zu bewegen.
Die Gießwalzen 16 werden von einem Elektromotor und ei
nem Getriebe, die am Walzenrahmen 31 montiert sind, über An
triebswellen 41 in gegenläufige Rotation versetzt. Die Walzen
16 weisen Umfangs- bzw. Mantelwände aus Kupfer, in denen eine
Reihe in Längsrichtung verlaufender und in Umfangsrichtung be
abstandeter Wasserkühlungskanäle ausgebildet sind, die durch
die Walzenenden aus Wasserzuflußkanälen in den Walzenantriebs
wellen 41, welche durch Drehdurchführungen 43 mit Wasserzu
flußschläuchen 42 verbunden sind, mit Kühlwasser gespeist wer
den. Die Walzen können typischerweise einen Durchmesser von
etwa 500 mm und eine Länge bis zu 2 m aufweisen, um ein Band
produkt mit einer Breite bis zu 2 m zu erzeugen.
Die Gießpfanne 17 ist von gänzlich herkömmlicher Kon
struktion und wird durch einen Bügel 45 von einem Deckenkran
getragen, durch den sie von einer Schmelzenaufnahmestation aus
in Position gebracht werden kann. Die Gießpfanne ist mit einer
Stopfenstange 46 versehen, die durch einen Stellzylinder betä
tigt werden kann, um schmelzflüssiges Metall aus der Gießpfan
ne durch eine Auslaßdüse 47 und eine feuerfeste Ummantelung 48
in den Verteiler 18 fließen zu lassen.
Der Verteiler 18 ist als breite Schale aus Feuerfestma
terial, wie z. B. hochtonerdehaltigem Feuerfestbeton mit Op
ferfutter, ausgebildet. Eine Seite des Verteilers nimmt
schmelzflüssiges Metall aus der Gießpfanne auf und ist mit dem
obenerwähnten Überlauf 24 versehen. Die andere Seite des Ver
teilers ist mit einer Reihe in Längsrichtung beabstandeter Me
tallauslaßöffnungen 52 versehen. Der untere Teil des Vertei
lers trägt Montagestützen 53 zum Befestigen des Verteilers auf
dem Walzenwagenrahmen 31 und ist mit Öffnungen zur Aufnahme
von Teilungsstiften 54 am Wagenrahmen versehen, um den Vertei
ler genau in Stellung zu bringen.
Die Abgabedüse 19 ist in Form von zwei identischen
Halbsegmenten ausgebildet, die aus Tonerdegraphit-Feuerfestma
terial bestehen und in Stoßverbindung gehalten werden, um die
vollständige Düse zu bilden. Die Fig. 4 und 5 zeigen die
Konstruktion der Düsensegmente 19A, die auf dem Walzenwagen
rahmen von einer Montagestütze 60 getragen werden, wobei die
oberen Teile der Düsensegmente mit nach außen ragenden Seiten
flanschen 55 ausgebildet sind, die auf dieser Montagestütze
angeordnet sind.
Jedes Düsenhalbsegment hat eine im allgemeinen trogför
mige Gestalt, so daß die Düse 19 einen nach oben offenen Ein
laßtrog 61 zur Aufnahme von schmelzflüssigem Metall bildet,
das aus den Öffnungen 52 des Verteilers nach unten fließt. Der
Trog 61 ist zwischen Düsenseitenwänden 62 und Stirnwänden 70
ausgebildet und kann zwischen seinen Enden als durch die bei
den flachen Stirnwände 80 der Düsensegmente unterteilt angese
hen werden, die in der fertigen Düse aneinander gelegt werden.
Der Boden des Trogs ist durch einen Horizontalboden 63 ge
schlossen, der an abgeschrägten Bodenkanten 81 mit den
Trogseitenwänden 62 zusammenstößt. Die Düse ist an diesen Bo
denkanten mit einer Reihe von seitlichen Öffnungen in Form von
in Längsrichtung beabstandeten, länglichen Schlitzen 64 vorge
sehen, die in regelmäßigen Längsabständen entlang der Düse an
geordnet sind. Die Schlitze 64 sind so angeordnet, daß sie für
den Ausfluß von geschmolzenem Metall aus dem Trog im allgemei
nen in Höhe des Trogbodens 63 sorgen.
Die äußeren Enden der Düsensegmente sind mit Abschluß
gebilden versehen, die allgemein mit 87 bezeichnet werden und
sich über die Düsenstirnwand 70 hinaus nach außen erstrecken
und mit Metalldurchflußkanälen versehen sind, um getrennte
Flüsse des schmelzflüssigen Metalls zu den "Tripelpunkt"-Be
reichen des Gießtümpels zu lenken, d. h. zu den Bereichen
des Gießtümpels, wo die beiden Walzen und die seitlichen Dämm
platten zusammenstoßen. Der Zweck des Umlenkens von schmelz
flüssigem Metall in diese Bereiche besteht darin, die Bildung
von "Ansätzen" bzw. Schlackenkrusten infolge vorzeitiger Er
starrung von Metall in diesen Bereichen zu verhindern.
Aus den Auslaßöffnungen 52 des Verteilers fällt
schmelzflüssiges Metall in einer Reihe von frei fallenden
senkrechten Strömen 65 in den Bodenabschnitt des Düsentroges
61. Das schmelzflüssige Metall fließt aus diesem Behälter
durch die seitlichen Öffnungen 64 aus und bildet einen Gieß
tümpel 68, der oberhalb des Walzanspalts 69 zwischen den Gieß
walzen 16 aufliegt. Der Gießtümpel wird an den Enden der Wal
zen 16 durch ein Paar seitliche Verschlußplatten 56 einge
schlossen, die an die Enden 57 der Walzen angedrückt werden.
Die seitlichen Verschlußplatten 56 bestehen aus starkem Feuer
festmaterial, z. B. Bornitrid. Sie sind in Plattenhaltern 82
montiert, die durch Betätigung eines Paares von Hydraulikzy
lindereinheiten 83 beweglich sind, um die Seitenplatten in
Eingriff mit den Enden der Gießwalzen zu bringen und Ver
schlüsse für den Gießtümpel aus schmelzflüssigem Metall zu
bilden.
Beim Gießvorgang wird der Metallfluß so gesteuert, daß
der Gießtümpel auf einer solchen Höhe gehalten wird, daß das
untere Ende der Abgabedüse 19 in dem Gießtümpel untergetaucht
ist und die beiden Reihen von horizontal beabstandeten Sei
tenöffnungen 64 der Abgabedüse unmittelbar unterhalb der Gieß
tümpeloberfläche angeordnet sind. Das schmelzflüssige Metall
fließt durch die Öffnungen 64 in zwei seitlich nach außen ge
richteten Strahlströmen in allgemeiner Nähe der Gießtümpe
loberfläche und trifft auf die Kühlflächen der Walzen in un
mittelbarer Nähe der Tümpeloberfläche auf. Dadurch wird die
Temperatur des schmelzflüssigen Metalls maximiert, das in die
Meniskusbereiche des Tümpels abgegeben wird, und es hat sich
gezeigt, daß dadurch die Bildung von Rissen und Meniskusmarken
an der Schmelzbandoberfläche wesentlich verringert wird.
Die dargestellte Vorrichtung kann so betrieben werden,
daß ein Gießtümpel hergestellt wird, der auf eine Höhe über
dem Boden der Abgabedüse ansteigt, so daß die Gießtümpelober
fläche oberhalb des Düsentrogbodens und etwa auf der gleichen
Höhe wie das Metall innerhalb des Troges liegt. Unter diesen
Bedingungen ist es möglich, stabile Tümpelbedingungen zu er
halten, und wenn die Auslaßschlitze in ausreichendem Maße nach
unten abgewinkelt sind, ist es möglich, eine ruhige Tümpe
loberfläche zu erhalten.
Die Metallabgabedüse 19 besteht hauptsächlich aus Ton
erdegraphit. Typischerweise kann sie Anteile in der Größenord
nung von 58% Al2O3, 32% Kohlenstoff und 5% Zirkoniumdioxid
ZrO2 aufweisen. Gemäß der vorliegenden Erfindung enthält das
Feuerfestmaterial der Düse auch eine erhebliche Menge einer
schwefelhaltigen chemischen Verbindung. Genauer gesagt, es
kann 0,25 bis 1 Gew.-% MoS2 enthalten. Alternativ kann es 0,5
bis 2 Gew.-% CaSO4 oder MgS enthalten. Es ist festgestellt
worden, daß ohne Einschluß solcher schwefelhaltiger Verbindun
gen in dem Feuerfestmaterial der hohe Sauerstoffgehalt des si
licium-manganberuhigten Stahls das Auslaugen von Kohlenstoff
aus den Feuerfestmaterialien verursacht und Kohlenmonoxidbla
sen in dem Gießtümpel erzeugt, was zu Meniskusmarken führt.
Genauer gesagt, Eisen(II)-oxid oder andere Oxide in der
Schlacke reagieren mit Kohlenstoff zu Kohlenmonoxid und Eisen
bzw. anderen Metallen. Die Gegenwart von Schwefel in dem Feu
erfestmaterial beseitigt dieses Problem weitgehend.
Es sind eine Reihe von Mechanismen vorgeschlagen wor
den, von denen einer besagt, daß Schwefel stark oberflächenak
tiv ist und - gegenüber der Bildung von Eisen(II)-oxid - be
vorzugt mit Eisen in der Schmelze zu Eisen(II)-sulfid rea
giert. Diese Reaktion erzeugt Sauerstoff, der in dem Stahl ge
löst bleibt und nicht ohne weiteres mit Kohlenstoff in dem
Feuerfestmaterial reagieren kann. Außerdem ist festgestellt
worden, daß der Einschluß von schwefelhaltigen Verbindungen in
dem Feuerfestmaterial die Benetzungseigenschaften der Düse ver
ändert. Präzise gesagt, die Benetzbarkeit der Düse durch die
Stahlschmelze wird sehr stark reduziert, wodurch sich die Ein
wirkung der sauerstoffhaltigen Verbindungen in der Stahl
schmelze auf den Kohlenstoff im Feuerfestmaterial verringert.
Die feuerfesten Abgabedüsensegmente können durch kaltes
isostatisches Pressen des gewählten feuerfesten Ausgangsge
mischs in Pulverform und anschließendes Brennen des Preßlings
bei einer Temperatur in der Größenordnung von 1000°C in redu
zierender Atmosphäre geformt werden, z. B. in einem Ofen, der
Koks enthält, oder in einem verschlossenen Kanister. Bei die
sem Herstellungsverfahren kann in dem Feuerfestmaterial kein
freier Schwefel verwendet werden, da er bei der Brenntempera
tur sublimieren würde, und es können auch keine Verbindungen
verwendet werden, die bei Temperaturen unterhalb 1100°C disso
ziieren könnten. Bevorzugt wird die Verwendung von MoS2,
CaSO4 oder MgS, da diese Verbindungen bei Temperaturen unter
halb 1100°C stabil bleiben und nicht dissoziieren. Die oben
angegebenen bevorzugten Anteile dieser Verbindungen sind so
gewählt, daß sie genügend Schwefel liefern, um die Reaktion
zwischen Sauerstoff in der Schmelze und Kohlenstoff im Feuer
festmaterial zu hemmen, ohne die Festigkeit und die feuerfe
sten Eigenschaften des entstehenden Materials wesentlich zu
beeinträchtigen.
Claims (23)
1. Verfahren zum Stranggießen von Stahlband mit den
folgenden Schritten:
Einbringen von schmelzflüssigem Metall zwischen einem Paar gekühlter Gießwalzen (16) durch eine langgestreckte Me tallabgabedüse (19), die oberhalb des Spalts (69) zwischen den Walzen (16) angeordnet ist und sich entlang dem Spalt er streckt, zur Ausbildung eines Gießtümpels (68) aus geschmolze nem Metall, der oberhalb des Spalts (69) aufliegt und an den Enden des Spalts durch den Tümpel einschließende Endverschlüs se (56) eingeschlossen wird, und
Drehen der Walzen (16), um ein erstarrtes Band (20) zu gießen, das aus dem Spalt (69) nach unten ausgetragen wird;
dadurch gekennzeichnet, daß der untere Teil der Abgabe düse (19) in den Gießtümpel eintaucht und daß die Abgabedüse aus einem Feuerfestmaterial besteht, das Kohlenstoff und eine erhebliche Menge einer oder mehrerer schwefelhaltiger chemi scher Verbindungen enthält.
Einbringen von schmelzflüssigem Metall zwischen einem Paar gekühlter Gießwalzen (16) durch eine langgestreckte Me tallabgabedüse (19), die oberhalb des Spalts (69) zwischen den Walzen (16) angeordnet ist und sich entlang dem Spalt er streckt, zur Ausbildung eines Gießtümpels (68) aus geschmolze nem Metall, der oberhalb des Spalts (69) aufliegt und an den Enden des Spalts durch den Tümpel einschließende Endverschlüs se (56) eingeschlossen wird, und
Drehen der Walzen (16), um ein erstarrtes Band (20) zu gießen, das aus dem Spalt (69) nach unten ausgetragen wird;
dadurch gekennzeichnet, daß der untere Teil der Abgabe düse (19) in den Gießtümpel eintaucht und daß die Abgabedüse aus einem Feuerfestmaterial besteht, das Kohlenstoff und eine erhebliche Menge einer oder mehrerer schwefelhaltiger chemi scher Verbindungen enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, ferner dadurch gekenn
zeichnet, daß die oder jede der chemischen Verbindungen bei
Temperaturen unterhalb 1100°C nicht dissoziiert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, ferner
dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede der Verbindungen ein
Metallsulfid oder ein Metallsulfat ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, ferner dadurch gekenn
zeichnet, daß das Feuerfestmaterial der Düse eine erhebliche
Menge Molybdändisulfid (MoS2), Magnesiumsulfid (MgS) oder
Calciumsulfat (CaSO4) oder eine Kombination aus zwei oder meh
reren dieser Verbindungen enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 4, ferner dadurch gekenn
zeichnet, daß das Feuerfestmaterial 0,25 bis 1 Gew.-% MoS2
enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 4, ferner dadurch gekenn
zeichnet, daß das Feuerfestmaterial 0,5 bis 2 Gew.-% CaSO4
oder MgS enthält.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, ferner
dadurch gekennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial der Düse
hauptsächlich aus Tonerdegraphit besteht.
8. Verfahren nach Anspruch 7, ferner dadurch gekenn
zeichnet, daß das Feuerfestmaterial etwa 58% Al2O3, 32% Koh
lenstoff und 5% ZrO2 aufweist.
9. Vorrichtung zum Gießen von Metallband mit einem Paar
paralleler Gießwalzen (16), zwischen denen ein Walzenspalt
(69) ausgebildet ist, einer langgestreckten Abgabedüse (19),
die oberhalb des Spalts (69) zwischen den Gießwalzen (16) an
geordnet ist und sich längs des Spalts (69) erstreckt, zur Ab
gabe von schmelzflüssigem Metall in den Spalt (69), um einen
Gießtümpel (68) aus geschmolzenem Metall zu bilden, der auf
den Gießflächen der Walzen (16) oberhalb des Spalts (69) auf
liegt, und Einrichtungen zum Drehen der Walzen, um ein er
starrtes Band (20) zu erzeugen, das aus dem Spalt nach unten
läuft, wobei der untere Teil der Abgabedüse (19) in den Gieß
tümpel (68) eintaucht und die Abgabedüse (19) aus einem Feuer
festmaterial geformt wird, das Kohlenstoff und eine erhebliche
Menge einer oder mehrerer schwefelhaltiger chemischer Verbin
dungen enthält.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, ferner dadurch gekenn
zeichnet, daß die oder jede der chemischen Verbindungen bei
Temperaturen unterhalb 1100°C nicht dissoziiert.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder Anspruch 10, fer
ner dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede der Verbindungen
ein Metallsulfid oder ein Metallsulfat ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, ferner dadurch ge
kennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial der Düse eine erhebli
che Menge Molybdändisulfid (MoS2), Magnesiumsulfid (MgS) oder
Calciumsulfat (CaSO4) oder eine Kombination aus zwei oder meh
reren dieser Verbindungen enthält.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, ferner dadurch ge
kennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial 0,25 bis 1 Gew.-% MoS2
enthält.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
ferner dadurch gekennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial der
Düse hauptsächlich aus Tonerdegraphit besteht.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, ferner dadurch ge
kennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial etwa 58% Al2O3, 32%
Kohlenstoff und 5% ZrO2 aufweist.
16. Feuerfeste Düse (19) zur Abgabe von schmelzflüssi
gem Metall in eine Doppelwalzenbandgießmaschine, die einen
feuerfesten Körper aufweist, der einen oben offenen Trog (61)
zur Aufnahme von schmelzflüssigem Metall und Metallabgabekanä
le (64) für den Ausfluß von Metall vom Boden des Trogs (61)
aus der Düse (69) bildet, dadurch gekennzeichnet, daß der feu
erfeste Körper -aus einem Feuerfestmaterial besteht, das Koh
lenstoff und eine erhebliche Menge einer oder mehrerer schwe
felhaltiger chemischer Verbindungen enthält.
17. Feuerfeste Düse nach Anspruch 16, ferner dadurch
gekennzeichnet, daß die oder jede der chemischen Verbindungen
bei Temperaturen unterhalb 1100°C nicht dissoziiert.
18. Feuerfeste Düse nach Anspruch 16 oder Anspruch 17,
ferner dadurch gekennzeichnet, daß die oder jede der Verbin
dungen ein Metallsulfid oder ein Metallsulfat ist.
19. Feuerfeste Düse nach Anspruch 18, ferner dadurch
gekennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial der Düse eine erheb
liche Menge Molybdändisulfid (MoS2), Magnesiumsulfid (MgS)
oder Calciumsulfat (CaSO4) oder eine Kombination aus zwei oder
mehreren dieser Verbindungen enthält.
20. Feuerfeste Düse nach Anspruch 19, ferner dadurch
gekennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial 0,25 bis 1 Gew.-%
MoS2 enthält.
21. Feuerfeste Düse nach Anspruch 19, ferner dadurch
gekennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial 0,5 bis 2 Gew.-%
CaSO4 oder MgS enthält.
22. Feuerfeste Düse nach einem der Ansprüche 16 bis 21,
ferner dadurch gekennzeichnete daß das Feuerfestmaterial der
Düse hauptsächlich aus Tonerdegraphit besteht.
23. Feuerfeste Düse nach Anspruch 22, ferner dadurch
gekennzeichnet, daß das Feuerfestmaterial etwa 58% Al2O3, 32%
Kohlenstoff 5% und ZrO2 aufweist.
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