DE19825023C2 - Verfahren und Anordnung zum Bestimmen der Motordrehzahl eines Kraftfahrzeugs - Google Patents
Verfahren und Anordnung zum Bestimmen der Motordrehzahl eines KraftfahrzeugsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen der Motor
drehzahl eines Kraftfahrzeugs sowie eine entsprechende Anord
nung.
Ein wesentlicher Bestandteil von Tests, z. B. Abgastests, an
Kraftfahrzeugmotoren ist die Bestimmung der Motordrehzahl.
Dies geschieht bisher beispielsweise mit Hilfe von induktiven
oder optischen Drehzahlgebern an der Kurbelwelle oder piezo
elektrischen Sensoren an den Einspritzleitungen. Die Plazie
rung solcher Sensoren wird jedoch durch die zunehmend kompak
tere Bauweise von Motoren bzw. deren Kapselung erschwert oder
sogar unmöglich gemacht.
Für fremdgezündete Ottomotoren ist es z. B. aus der
EP 0 315 357 A1 bekannt, die Drehzahl aus der Frequenz der
Zündimpulse zu bestimmen, die als Störimpulse in dem Bordnetz
des Kraftfahrzeugs erscheinen und somit über die Bordnetz
spannung erfaßbar sind; dabei muß jedoch die Zylinderzahl des
Motors bekannt sein.
Ein sowohl für Ottomotoren als auch für selbstzündende
Dieselmotoren geeignetes und aus der DE 26 48 382 A1 be
kanntes Verfahren sieht vor, die Drehzahl aus der Frequenz
der von der Lichtmaschine erzeugten Wechselspannung zu be
stimmen, wozu die Restwelligkeit der Bordnetzspannung erfaßt
wird. Voraussetzung hierfür ist jedoch, daß sowohl die Zy
linderzahl des Motors als auch die Übersetzung zwischen dem
Motor und der Lichtmaschine bekannt sind.
In diesem Zusammenhang wird in der EP 0 408 877 B1 vor
geschlagen, das Übersetzungsverhältnis zwischen Motor und
Lichtmaschine dadurch zu ermitteln, daß neben dem Frequenz
anteil der von der Lichtmaschine herrührenden Restwelligkeit
der Bordnetzspannung ein weiterer, niederfrequenterer Fre
quenzanteil ermittelt wird, der durch die diskontinuierliche
Arbeitsweise des Motors, insbesondere des Dieselmotors im
Leerlauf, verursacht wird. Das Verhältnis beider Frequenz
anteile entspricht dabei dem gesuchten Übersetzungsverhält
nis. Auch hier ist für die weitere Bestimmung der Motor
drehzahl aus der Restwelligkeit der Bordnetzspannung und dem
ermittelten Übersetzungsverhältnis zusätzlich noch die Kennt
nis der Zylinderzahl des Motors erforderlich.
Entsprechendes gilt auch für das aus der DE 44 31 720 C1
bekannte Verfahren, bei dem statt des durch die diskonti
nuierliche Arbeitsweise des Motors verursachten Frequenz
anteils in der Bordnetzspannung die Motor- oder Auspuff
geräusche herangezogen werden, um damit die weitere Bestim
mung der Motordrehzahl aus der Frequenz der von der Licht
maschine erzeugten Wechselspannung zu kalibrieren. Die
Wechselspannung kann dabei an der Lichtmaschine selbst, aus
der Bordnetzspannung oder über das magnetische Streufeld der
Lichtmaschine erfaßt werden.
Eine neue Entwicklung im Bereich der Kraftfahrzeugtechnik ist
der Einsatz von fahrzeugeigenen Diagnosesystemen, sogenannte
On-Board-Diagnostic (OBD) Systems, mit denen Neuwagen in den
USA seit 1996 und in der Europäischen Union ab dem Jahr 2000
ausgestattet sein müssen. Diese Diagnosesysteme erfassen mit
Hilfe geeigneter Sensoren wesentliche Betriebsgrößen des
Motors sowie dessen Abgaswerte und detektieren durch Ver
gleich dieser Größen mit vorgegebenen Richtgrößen Fehlfunk
tionen des Motors. Neben der Anzeige dieser Fehlfunktionen
ist vorgesehen, die zu ihrer Identifizierung und Reparatur
erforderlichen Informationen über eine Diagnoseschnittstelle
bereitzustellen. Hierzu gehören auch die Drehzahlwerte des
Motors. Es ist jedoch davon auszugehen, daß auch in Zukunft
diese Drehzahlwerte mit einer vergleichsweise langsamen
Datenübertragungsgeschwindigkeit an der Diagnoseschnittstelle
bereitgestellt werden, so daß sie für eine Drehzahlmessung
bei schnellen Drehzahländerungen nicht geeignet sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache und
genaue Drehzahlbestimmung an Motoren von Kraftfahrzeugen zu
ermöglichen, ohne daß hierzu fahrzeugspezifische Hersteller
informationen, wie z. B. die Zylinderzahl des Motors, er
forderlich sind.
Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe durch das in Anspruch 1
angegebene Verfahren bzw. die in Anspruch 4 angegebene Anord
nung gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
und der erfindungsgemäßen Anordnung sind in den Unteransprü
chen angegeben.
Das Diagnosesystem des Kraftfahrzeugs stellt also über die
Diagnoseschnittstelle Drehzahlwerte des Motors bereit. Par
allel dazu wird eine drehzahlproportionale Meßgröße, bei
spielsweise die Frequenz der von der Lichtmaschine erzeugten
Wechselspannung oder die Frequenz der Motorgeräusche, er
zeugt. Mit dem Verhältnis zwischen einem der bereitgestellten
Drehzahlwerte und einem bei gleicher Motordrehzahl, d. h.
zeitgleich oder bei konstanter Motordrehzahl, ermittelten
Wert der Meßgröße wird ein Proportionalitätsfaktor bestimmt,
mit dem für die weitere Drehzahlbestimmung die Meßgröße
multipliziert wird, um so die Motordrehzahl zu erhalten. Die
Bestimmung des Proportionalitätsfaktors ist zeitunkritisch,
so daß es auf die Datenübertragungsgeschwindigkeit, mit der
die Diagnoseschnittstelle die Drehzahlwerte bereitstellt,
nicht ankommt. Demgegenüber folgt die drehzahlabhängige Meß
größe unmittelbar den Änderungen der Motordrehzahl, so daß
die Bestimmung der Motordrehzahl aus der Meßgröße auch bei
schnellen Drehzahländerungen, wie z. B. der Beschleunigung
eines Dieselmotors im Rahmen eines Abgastests, mit hoher
Genauigkeit erfolgt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß
für die Kalibrierung der Drehzahlmessung mit Hilfe der dreh
zahlproportionalen Meßgröße keine weiteren, fahrzeugspezi
fischen Informationen, wie z. B. die Zylinderzahl des Motors,
erforderlich sind.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird im folgenden auf
die Figuren der Zeichnung Bezug genommen; im einzelnen zei
gen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Anordnung mit einem in einem Kraftfahrzeug enthalte
nen Diagnosesystem und einer daran angeschlossenen
und in einem Abgastester integrierten Auswerte
einrichtung,
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel für die Auswerteeinrichtung,
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungs
gemäßen Anordnung und
Fig. 4 ein Beispiel für den Verlauf der Motordrehzahl bei
einem Diesel-Abgastest.
Fig. 1 zeigt ein Kraftfahrzeug 1, hier mit einem Diesel
motor 2, das ein fahrzeugeigenes Diagnosesystem 3 aufweist.
Das Diagnosesystem 3 erfaßt mit Hilfe von hier nicht ge
zeigten Sensoren wesentliche Betriebsgrößen des Motors 2,
darunter auch dessen Motordrehzahl, und wertet diese Größen
im Sinne der Erkennung von Fehlfunktionen des Motors 2 aus.
Zur Identifizierung von Fehlfunktionen und deren Reparatur
erforderliche Informationen, darunter auch die Werte der
Motordrehzahl, werden von dem Diagnosesystem 3 an einer
Diagnoseschnittstelle 4 bereitgestellt. An der Diagnose
schnittstelle 4 ist außerdem die Bordnetzspannung U des
Kraftfahrzeuges 1 abgreifbar. Die Bordnetzspannung U weist
eine Restwelligkeit aus, die von der Drehzahl und Polpaarzahl
der das Bordnetz speisenden, hier nicht gezeigten Licht
maschine abhängig ist; die Drehzahl der Lichtmaschine ist
wiederum von der Motordrehzahl und der Übersetzung zwischen
dem Motor 2 und der Lichtmaschine abhängig.
Das Kraftfahrzeug 1 wird einem Abgastest unterzogen, wozu
seine Abgase über eine Entnahmeleitung 5 einem Abgastester 6
zugeführt und in diesem analysiert werden. Die Abgasanalyse
erfolgt in Abhängigkeit von der Motordrehzahl, die parallel
zur Erfassung der Abgase in einer Auswerteeinrichtung 7 des
Abgastesters 6 bestimmt wird. Die Auswerteeinrichtung 7 ist
über zwei Leitungen 8 und 9 an der Diagnoseschnittstelle 4
angeschlossen, von der sie über die Leitung 8 die Drehzahl
werte und über die Leitung 9 die Bordnetzspannung U zugeführt
bekommt.
Fig. 2 zeigt ein Beispiel für den Aufbau der Auswerte
einrichtung 7, die eine Signalaufbereitungseinrichtung 10
sowie zwei Recheneinheiten 11 und 12 enthält. Die Signal
aufbereitungseinrichtung 10 ermittelt die Frequenz der Rest
welligkeit der ihr über die Leitung 9 zugeführten Bordnetz
spannung U. Die Recheneinheit 11 berechnet das Verhältnis
zwischen einem ihr von der Diagnoseschnittstelle 4 zugeführ
ten Drehzahlwert und dem bei gleicher Motordrehzahl in der
Signalaufbereitungseinrichtung 10 berechneten Frequenzwert.
Bei gleicher Motordrehzahl bedeutet hier, daß der Drehzahl
wert auf der Leitung 8 und der in der Signalaufbereitungs
einrichtung 10 ermittelte Frequenzwert gleichzeitig auftreten
oder daß bei einer Zeitverschiebung zwischen dem Auftreten
dieser beiden Werte die Motordrehzahl innerhalb dieser Zeit
verschiebung konstant bleibt. Das in der Recheneinheit 11
berechnete Verhältnis wird bis zu seiner erneuten Berechnung
in Form eines Proportionalitätsfaktors zwischengespeichert,
der der zweiten Recheneinheit 12 zugeführt wird. Während des
Abgastests wird in der Signalaufbereitungseinrichtung 10
laufend die Frequenz des Wechselspannungsanteils der Bord
netzspannung berechnet und der Recheneinheit 12 zugeführt. In
dieser werden die ihr zugeführten Frequenzwerte mit dem von
der Recheneinheit 11 gelieferten Proportionalitätsfaktor
multipliziert, so daß an einem Ausgang 13 der Recheneinheit
12 die tatsächliche Motordrehzahl zur Verfügung steht.
Das in Fig. 3 dargestellte Ausführungsbeispiel der erfin
dungsgemäßen Anordnung unterscheidet sich von dem Ausfüh
rungsbeispiel nach Fig. 1 dadurch, daß der Auswerteeinrich
tung 7 anstelle der Bordnetzspannung U eine andere zu der
Motordrehzahl proportionale Meßgröße über eine Leitung 9'
zugeführt wird. Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
handelt es sich dabei um die Motorgeräusche, die mittels
eines Geräuschsensors 14 im Motorraum aufgenommen werden.
Darüber hinaus kommen auch andere Meßgrößen in Betracht,
soweit sie zur Motordrehzahl proportional sind.
Fig. 4 zeigt ein Beispiel für den Verlauf der Motordrehzahl
n über die Zeit t bei einem Diesel-Abgastest. Von einer sta
bilen Drehzahl aus, z. B. der Leerlaufdrehzahl n1, wird der
Motor 2 bis zur Abregeldrehzahl n2 frei beschleunigt, wobei
der Motor 2 seine eigene Trägheit als Last zu bewältigen hat.
Während der Beschleunigungszeit tB, die größenordnungsmäßig
etwa nur eine Sekunde beträgt, wird laufend die Motordrehzahl
n als Produkt der drehzahlproportionalen Meßgröße auf der
Leitung 9 bzw. 9' und des Proportionalitätsfaktors bestimmt.
Der Proportionalitätsfaktor wird zuvor während des Leerlaufs
des Motors 2 als Verhältnis zwischen dem Leerlauf-Drehzahl
wert auf der Leitung 8 und dem Wert der Meßgröße bestimmt.
Die Bestimmung des Proportionalitätsfaktors ist wegen der
dafür zur Verfügung stehenden längeren Zeit und der Konstanz
der Leerlaufdrehzahl n1 zeitunkritisch, so daß keine besonde
ren Anforderungen bezüglich der Datenübertragungsgeschwindig
keit bestehen, mit der die Diagnoseschnittstelle 4 die Dreh
zahlwerte bereitstellt.
Claims (5)
1. Verfahren zum Bestimmen der Motordrehzahl eines Kraft
fahrzeugs (1), das ein die Motordrehzahl erfassendes und die
zugehörigen Drehzahlwerte an einer Diagnoseschnittstelle (4)
bereitstellendes kraftfahrzeugeigenes Diagnosesystem (3) aufweist, wobei an dem
Kraftfahrzeug (1) eine zur Motordrehzahl proportionale Meß
größe erfaßt wird, wobei ferner ein Proportionalitätsfaktor
ermittelt wird, der dem Verhältnis zwischen einem an der
Diagnoseschnittstelle (4) bereitgestellten Drehzahlwert und
dem Wert der bei gleicher Motordrehzahl erfaßten Meßgröße
entspricht, und wobei im weiteren die Motordrehzahl aus der
Meßgröße und dem Proportionalitätsfaktor bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Meßgröße zumindest eine der folgenden Größen erfaßt
wird:
- - die Frequenz der von der Lichtmaschine des Kraftfahrzeugs (1) erzeugten Wechselspannung,
- - die Frequenz des Wechselspannungsanteils der Bordnetz spannung des Kraftfahrzeugs (1),
- - die Frequenz des elektromagnetischen Streufeldes der Lichtmaschine,
- - die Frequenz der mechanischen Vibration des Motors (2),
- - die Frequenz des Motorgeräuschs,
- - die Frequenz der Motorabgase.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Proportionalitätsfaktor bei Leerlauf
drehzahl des Motors (2) ermittelt wird.
4. Anordnung zum Bestimmen der Motordrehzahl eines Kraft
fahrzeuges (1) mit einem kraftfahrzeugeigenen Diagnosesystem
(3), das die Motordrehzahl erfaßt und die zugehörigen Dreh
zahlwerte an einer Diagnoseschnittstelle (4) bereitstellt,
mit einer Einrichtung (14), die an dem Kraftfahrzeug (1) eine
zur Motordrehzahl proportionale Meßgröße erfaßt, und mit
einer Auswerteeinrichtung (7), die an der Diagnoseschnitt
stelle (4) des Diagnosesystems (3) sowie der die Meßgröße
erfassenden Einrichtung (14) angeschlossen ist und eine erste
Recheneinheit (11) und eine zweite Recheneinheit (12) ent
hält, wobei die erste Recheneinheit (11) einen Proportionali
tätsfaktor ermittelt, der dem Verhältnis zwischen einem von
der Diagnoseschnittstelle (4) bereitgestellten Drehzahlwert
und einem Wert der bei gleicher Motordrehzahl erfaßten Meß
größe entspricht, und wobei die zweite Recheneinheit (12) die
Motordrehzahl aus der Meßgröße und dem Proportionalitäts
faktor bestimmt.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einrichtung zur Erfassung der Meßgröße zumindest
einen der folgenden Sensoren aufweist:
- - ein an der Lichtmaschine des Kraftfahrzeugs (1) ange schlossener Spannungsfühler,
- - ein an dem Bordnetz des Kraftfahrzeugs (1) angeschlossener Spannungsfühler,
- - ein im Bereich der Lichtmaschine angeordneter Sensor für elektromagnetische Felder,
- - ein im Bereich des Motors angebrachter Vibrationssensor,
- - ein im Bereich des Kraftfahrzeugs (1) angeordneter Ge räuschsensor (14),
- - ein im Bereich des Auspuffs des Kraftfahrzeugs angeord neter Geräusch- oder Drucksensor.
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| DE1998125023 DE19825023C2 (de) | 1998-06-04 | 1998-06-04 | Verfahren und Anordnung zum Bestimmen der Motordrehzahl eines Kraftfahrzeugs |
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| DE1998125023 DE19825023C2 (de) | 1998-06-04 | 1998-06-04 | Verfahren und Anordnung zum Bestimmen der Motordrehzahl eines Kraftfahrzeugs |
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