DE19825800A1 - Fossilbeheizter Dampferzeuger - Google Patents
Fossilbeheizter DampferzeugerInfo
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Abstract
Ein Dampferzeuger (2) mit einer Brennkammer (4) für fossilen Brennstoff (B), dem heizgasseitig über einen Horitontalgaszug (6) ein Vertikalgaszug (8) nachgeschaltet ist, soll einen besonders geringen Herstellungs- und Montageaufwand aufweisen. Hierzu weist die Brennkammer (4) eine Anzahl von Brennern (30) auf, die in der Höhe des Horizontalgaszugs (6) angeordnet sind.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Dampferzeuger mit einer
Brennkammer für fossilen Brennstoff, der heizgasseitig über
einen Horizontalgaszug ein Vertikalgaszug nachgeschaltet ist.
Der Einsatz eines Dampferzeugers dient üblicherweise dazu,
ein in einem Verdampferkreislauf geführtes Strömungsmedium,
beispielsweise ein Wasser-Wasser/Dampf-Gemisch, zu verdamp
fen. Hierzu weist der Dampferzeuger Verdampferrohre auf, de
ren Beheizung zu einer Verdampfung des darin geführten Strö
mungsmediums führt.
Dampferzeuger werden üblicherweise mit einer Brennkammer in
stehender Bauweise ausgeführt. Dies bedeutet, daß die Brenn
kammer für eine Durchströmung des beheizenden Mediums oder
Heizgases in annähernd vertikaler Richtung ausgelegt ist.
Heizgasseitig kann der Brennkammer dabei ein Horizontalgaszug
nachgeschaltet sein, wobei beim Übergang von der Brennkammer
in den Horizontalgaszug eine Umlenkung des Heizgasstromes in
eine annähernd horizontale Strömungsrichtung erfolgt. Diese
stehende Bauweise der Brennkammer erfordert jedoch aufgrund
der temperaturbedingten Längenänderungen der Brennkammer ein
Gerüst, an dem die Brennkammer aufgehängt wird. Dies bedingt
einen erheblichen technischen Aufwand bei der Herstellung und
Montage des Dampferzeugers, der um so größer ist, je größer
die Bauhöhe des Dampferzeugers ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen fossilbeheiz
ten Dampferzeuger der oben genannten Art anzugeben, der einen
besonders geringen Herstellungs- und Montageaufwand erfor
dert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem die Brenn
kammer eine Anzahl von Brennern aufweist, die in der Höhe des
Horizontalgaszuges angeordnet sind.
Die Erfindung geht von der Überlegung aus, daß ein mit beson
ders geringem Herstellungs- und Montageaufwand erstellbarer
Dampferzeuger eine mit einfachen Mitteln ausführbare Halte
konstruktion aufweisen sollte. Ein mit vergleichsweise gerin
gem technischem Aufwand zu erstellendes Gerüst für die Auf
hängung der Brennkammer kann dabei einhergehen mit einer be
sonders geringen Bauhöhe des Dampferzeugers. Eine besonders
geringe Bauhöhe des Dampferzeugers ist erzielbar, indem die
Brennkammer in liegender Bauweise ausgeführt ist. Hierzu sind
die Brenner in der Höhe des Horizontalgaszugs in der Brenn
kammerwand angeordnet. Somit wird die Brennkammer beim Be
trieb des Dampferzeugers in annähernd horizontaler Richtung
von dem Heizgas durchströmt.
Vorteilhafterweise sind die Brenner an der Stirnseite der
Brennkammer angeordnet, also an derjenigen Seitenwand der
Brennkammer, die der Abströmöffnung zum Horizontalgaszug ge
genüberliegt. Ein derartig ausgebildeter Dampferzeuger ist
auf besonders einfache Weise an die Ausbrandlänge des Brenn
stoffs anpaßbar. Unter Ausbrandlänge des Brennstoffs ist da
bei die Rauchgasgeschwindigkeit in horizontaler Richtung bei
einer bestimmten mittleren Rauchgastemperatur multipliziert
mit der Ausbrandzeit tA des Brennstoffs zu verstehen. Die für
den jeweiligen Dampferzeuger maximale Ausbrandlänge ergibt
sich dabei beim Vollastbetrieb des Dampferzeugers. Die Aus
brandzeit tA wiederum ist die Zeit, die beispielsweise ein
Kohlenstaubkorn mittlerer Größe benötigt, um bei einer be
stimmten mittleren Rauchgastemperatur vollständig auszubren
nen.
Um Materialschäden und eine unerwünschte Verschmutzung des
Horizontalgaszuges, beispielsweise aufgrund von Ascheansatz,
besonders gering zu halten, ist die durch den Abstand von der
Stirnseite zum Eintrittsbereich des Horizontalgaszuges defi
nierte Länge der Brennkammer vorteilhafterweise mindestens
gleich der Ausbrandlänge des Brennstoffs beim Vollastbetrieb
des Dampferzeugers.
Die Länge L (angegeben in m) der Brennkammer ist in einer
vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung als Funktion des
BMCR-Wertes W (angegeben in kg/s) der Brennkammer, der Aus
brandzeit tA (angegeben in s) des Brennstoffs und der Aus
trittstemperatur TBRK (angegeben in °C) des Arbeitsmediums aus
der Brennkammer gewählt. BMCR steht für Boiler maximum
continious rating und BMCR-Wert ist der international übli
cherweise verwendete Begriff für die höchste Dauerleistung
eines Dampferzeugers. Diese entspricht auch der Auslegungs
leistung, also der Leistung bei Vollastbetrieb des Dampfer
zeugers. Dabei gilt bei gegebenem BMCR-Wert W für die Länge L
der Brennkammer näherungsweise der größere Wert der Funktio
nen:
L (W, tA) = (C1 + C2.W).tA und
L (W, TBRK) = (C3.TBRK + C4)W + C5(TBRK)2 + C6.TBRK + C7 mit
C1 = 8 m/s und
C2 = 0,0057 m/kg und
C3 = -1,905.10-4 (m.s)/(kg°C) und
C4 = 0,2857 (s.m)/kg und
C5 = 3.10-4 m/(°C)2 und
C6 = -0,8421 m/°C und
C7 = 603,4125 m.
L (W, TBRK) = (C3.TBRK + C4)W + C5(TBRK)2 + C6.TBRK + C7 mit
C1 = 8 m/s und
C2 = 0,0057 m/kg und
C3 = -1,905.10-4 (m.s)/(kg°C) und
C4 = 0,2857 (s.m)/kg und
C5 = 3.10-4 m/(°C)2 und
C6 = -0,8421 m/°C und
C7 = 603,4125 m.
Unter "näherungsweise" ist hierbei eine zulässige Abweichung
vom durch die jeweilige Funktion definierten Wert um
+20%/-10% zu verstehen.
Die Seitenwände der Brennkammer, des Horizontalgaszuges
und/oder des Vertikalgaszuges sind vorteilhafterweise aus
gasdicht miteinander verschweißten, vertikal angeordneten,
jeweils parallel mit Strömungsmedium beaufschlagbaren Ver
dampfer- bzw. Dampferzeugerrohren gebildet.
Benachbarte Verdampfer- bzw. Dampferzeugerrohre sind vorteil
hafterweise über Metallbänder, sogenannte Flossen, gasdicht
miteinander verschweißt. Die Flossenbreite beeinflußt den
Wärmeeintrag in die Dampferzeugerrohre. Daher ist die Flos
senbreite vorzugsweise abhängig von der Position der jeweili
gen Verdampfer- bzw. Dampferzeugerrohre im Dampferzeuger an
ein vorgebbares Temperaturprofil angepaßt. Als Temperaturpro
fil kann dabei ein aus Erfahrungswerten ermitteltes typisches
Temperaturprofil oder auch eine grobe Abschätzung, wie bei
spielsweise ein Stufenprofil, vorgegeben sein. Durch die ge
eignet gewählten Flossenbreiten ist auch bei stark inhomoge
ner Beheizung verschiedener Verdampfer- bzw. Dampferzeuger
rohre ein Wärmeeintrag in alle Verdampfer- bzw. Dampferzeu
gerrohre derart erreichbar, daß Temperaturunterschiede am
Auslaß der Verdampfer- bzw. Dampferzeugerrohre besonders ge
ring gehalten sind. Auf diese Weise sind vorzeitige Material
ermüdungen zuverlässig verhindert. Dadurch weist der Dampfer
zeuger eine besonders lange Lebensdauer auf.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
ist der Durchmesser der Verdampferrohre der Brennkammer ab
hängig von der jeweiligen Position der Verdampferrohre in der
Brennkammer gewählt. Auf diese Weise sind die Verdampferrohre
in der Brennkammer an ein vorgebbares Temperaturprofil anpaß
bar. Dadurch sind besonders zuverlässig Temperaturunterschie
de am Auslaß der Verdampferrohre der Brennkammer gering ge
halten.
Vorteilhafterweise ist den Verdampferrohren der Brennkammer
für das Strömungsmedium ein gemeinsames Eintrittssammler-Sy
stem vorgeschaltet und ein gemeinsames Austrittssammler-Sy
stem nachgeschaltet. Ein in dieser Ausgestaltung ausgeführter
Dampferzeuger ermöglicht einen zuverlässigen Druckausgleich
zwischen den parallel geschalteten Verdampferrohren und somit
eine besonders gleichmäßige Durchströmung derselben.
Die Verdampferrohre der Stirnseite der Brennkammer sind vor
teilhafterweise den Verdampferrohren der Seitenwände der
Brennkammer strömungsmediumsseitig vorgeschaltet. Dadurch ist
eine besonders günstige Ausnutzung der Wärme der Brenner ge
währleistet.
In dem Horizontalgaszug sind vorteilhafterweise eine Anzahl
von Überhitzerheizflächen angeordnet, die annähernd senkrecht
zur Hauptströmungsrichtung des Heizgases angeordnet und deren
Rohre für eine Durchströmung des Strömungsmediums parallel
geschaltet sind. Diese in hängender Bauweise angeordneten,
auch als Schottheizflächen bezeichneten, Überhitzerheizflä
chen werden überwiegend konvektiv beheizt und sind strömungs
mediumsseitig den Verdampferrohren der Brennkammer nachge
schaltet. Hierdurch ist eine besonders günstige Ausnutzung
der Brennerwärme gewährleistet.
Vorteilhafterweise weist der Vertikalgaszug eine Anzahl von
Konvektionsheizflächen auf, die aus annähernd senkrecht zur
Hauptströmungsrichtung des Heizgases angeordneten Rohren ge
bildet sind. Diese Rohre sind für eine Durchströmung des
Strömungsmediums parallel geschaltet. Auch diese Konvektions
heizflächen werden überwiegend konvektiv beheizt.
Um weiterhin eine besonders vollständige Ausnutzung der Wärme
des Heizgases zu gewährleisten, weist der Vertikalgaszug vor
teilhafterweise einen Economizer oder Hochdruckvorwärmer auf.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbeson
dere darin, daß durch die Anordnung der Brenner in Höhe des
Horizontalgaszugs eine besonders niedrige Bauhöhe des Dampf
erzeugers erreichbar ist. Damit ermöglicht auch die Einbin
dung des Dampferzeugers in eine Dampfturbinenanlage besonders
kurze Verbindungsrohre von dem Dampferzeuger zu der Dampftur
bine. Durch die Auslegung der Brennkammer für eine Durchströ
mung des Heizgases in annähernd horizontaler Richtung ist so
mit eine besonders kompakte Bauweise des Dampferzeugers gege
ben. Dabei ist die Länge der Brennkammer so ausgelegt, daß
eine besonders günstige Ausnutzung der Wärme des fossilen
Brennstoffs gewährleistet ist.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer
Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
Fig. 1 schematisch einen fossil beheizten Dampferzeuger in
Zweizugbauart in Seitenansicht und
Fig. 2 ein Koordinatensystem mit den Kurven K1 bis K6.
Einander entsprechende Teile sind in beiden Figuren mit den
gleichen Bezugszeichen versehen.
Der fossil beheizte Dampferzeuger 2 gemäß Fig. 1 ist in lie
gender Bauweise und vorteilhafterweise als Durchlaufdampfer
zeuger ausgeführt. Er umfaßt eine Brennkammer 4, der heiz
gasseitig über einen Horizontalgaszug 6 ein Vertikalgaszug 8
nachgeschaltet ist. Die Seitenwände 10a der Brennkammer 4
sind aus gasdicht miteinander verschweißten, vertikal ange
ordneten, parallel mit Strömungsmedium S beaufschlagbaren
Verdampferrohren 11 gebildet. Zusätzlich können auch die Sei
tenwände 10b des Horizontalgaszuges 6 bzw. 10c des Vertikal
gaszuges 8 aus gasdicht miteinander verschweißten, vertikal
angeordneten Dampferzeugerrohren 12a bzw. 12b gebildet sein.
In diesem Fall sind die Dampferzeugerrohre 12a, 12b ebenfalls
jeweils parallel mit Strömungsmedium S beaufschlagbar.
Benachbarte Verdampfer- bzw. Dampferzeugerrohre 11, 12a, 12b
sind in nicht näher dargestellter Weise über Flossen gasdicht
miteinander verschweißt. Durch eine geeignete Wahl der Flos
senbreite kann nämlich die Beheizung der Verdampfer- bzw.
Dampferzeugerrohre 11, 12a, 12b beeinflußt werden. Daher ist
die jeweilige Flossenbreite an ein vorgebbares Temperaturpro
fil angepaßt, das von der Position der jeweiligen Verdampfer- bzw.
Dampferzeugerrohre 11, 12a, 12b im Dampferzeuger ab
hängt. Das Temperaturprofil kann dabei ein aus Erfahrungswer
ten ermitteltes typisches Temperaturprofil oder auch eine
grobe Abschätzung sein. Dadurch sind Temperaturunterschiede
am Auslaß der Verdampfer- bzw. Dampferzeugerrohre 11, 12a,
12b auch bei stark unterschiedlicher Beheizung der Verdamp
fer- bzw. Dampferzeugerrohre 11, 12a, 12b besonders gering
gehalten. Auf diese Weise sind Materialermüdungen zuverlässig
verhindert, was eine lange Lebensdauer des Dampferzeugers ge
währleistet.
Der Durchmesser der Verdampferrohre 11 der Brennkammer 4 ist
abhängig von der jeweiligen Position der Verdampferrohre 11
in der Brennkammer 4 gewählt. Auf diese Weise ist der Dampf
erzeuger 2 zusätzlich an die unterschiedlich starke Beheizung
der Verdampferrohre 11 angepaßt. Diese Auslegung der Verdamp
ferrohre 11 der Brennkammer 4 gewährleistet besonders zuver
lässig, daß Temperaturunterschiede am Auslaß der Verdampfer
rohre 11 besonders gering gehalten sind.
Den Verdampferrohren 11 der Brennkammer 4 ist strömungsmedi
umsseitig ein Eintrittssammler-System 16 für Strömungsmedium
S vorgeschaltet und ein Austrittssammler-System 18 nachge
schaltet. Dadurch ist ein Druckausgleich der parallel ge
schalteten Verdampferrohre 11 möglich, der eine gleichmäßige
Durchströmung derselben bewirkt.
Um eine besonders gute Ausnutzung der Verbrennungswärme des
fossilen Brennstoffs B zu erreichen, sind die Verdampfer
rohre 11 der Stirnseite 14 der Brennkammer 4 den Verdampfer
rohren 11 der Seitenwände 10a der Brennkammer 4 strömungsme
diumsseitig vorgeschaltet.
Der Horizontalgaszug 6 weist eine Anzahl von als Schottheiz
flächen ausgebildeten Überhitzerheizflächen 22 auf, die in
hängender Bauweise annähernd senkrecht zur Hauptströmungs
richtung 24 des Heizgases H angeordnet und deren Rohre für
eine Durchströmung des Strömungsmediums S parallel geschaltet
sind. Die Überhitzerheizflächen 22 werden überwiegend konvek
tiv beheizt und sind strömungsmediumsseitig den Verdampfer
rohren 11 der Brennkammer 4 nachgeschaltet.
Der Vertikalgaszug 8 weist eine Anzahl von überwiegend kon
vektiv beheizbaren Konvektionsheizflächen 26 auf, die aus an
nähernd senkrecht zur Hauptströmungsrichtung des Heizgases
angeordneten Rohren gebildet sind. Diese Rohre sind für eine
Durchströmung des Strömungsmediums parallel geschaltet. Au
ßerdem ist in dem Vertikalgaszug 8 ein Hochdruckvorwärmer
oder Economizer 28 angeordnet. Ausgangsseitig mündet der Ver
tikalgaszug 8 in einen nicht näher dargestellten Rauchgas- bzw.
Wärmetauscher und von dort über einen Staubfilter in ei
nen Kamin.
Der Dampferzeuger 2 ist in horizontaler Bauweise mit beson
ders niedriger Bauhöhe ausgeführt und somit mit besonders ge
ringem Herstellungs- und Montageaufwand errichtbar. Hierzu
weist die Brennkammer 4 des Dampferzeugers 2 eine Anzahl von
Brennern 30 für fossilen Brennstoff B auf, die an der Stirn
seite 14 der Brennkammer 4 in der Höhe des Horizontalgaszuges
6 angeordnet sind.
Damit der fossile Brennstoff B zur Erzielung eines besonders
hohen Wirkungsgrads besonders vollständig ausbrennt und Mate
rialschäden der heizgasseitig gesehen ersten Überhitzerheiz
fläche des Horizontalgaszuges 6 und eine Verschmutzung der
selben, beispielsweise durch Ascheeintrag, besonders zuver
lässig verhindert sind, ist die Länge L der Brennkammer 4
derart gewählt, daß sie die Ausbrandlänge des Brennstoffs B
beim Vollastbetrieb des Dampferzeugers 2 übersteigt. Die
Länge L ist dabei der Abstand von der Stirnseite 14 der
Brennkammer 4 zum Eintrittsbereich 32 des Horizontalgas
zugs 6. Die Ausbrandlänge des Brennstoffs B ist dabei defi
niert als die Heizgasgeschwindigkeit in horizontaler Richtung
bei einer bestimmten mittleren Rauchgastemperatur multipli
ziert mit der Ausbrandzeit tA des Brennstoffs B. Die für den
jeweiligen Dampferzeuger maximale Ausbrandlänge ergibt sich
beim Vollastbetrieb des Dampferzeugers. Die Ausbrandzeit tA
des Brennstoffs B wiederum ist die Zeit, die beispielsweise
ein Kohlenstaubkorn mittlerer Größe zum vollständigen Aus
brennen bei einer bestimmten mittleren Rauchgastemperatur be
nötigt.
Um eine besonders günstige Ausnutzung der Verbrennungswärme
des fossilen Brennstoffs B zu gewährleisten, ist die Länge L
(angegeben in m) der Brennkammer 4 in Abhängigkeit von der
Austrittstemperatur des Arbeitsmediums aus der Brennkam
mer 4 TBRK (angegeben in °C), der Ausbrandzeit tA (angegeben
in s) des Brennstoffs B und dem BMCR-Wert W (angegeben in
kg/s) der Brennkammer 4 geeignet gewählt. Dabei steht BMCR
für Boiler maximum continious rating. Der BMCR-Wert W ist ein
international üblicherweise verwendeter Begriff für die höch
ste Dauerleistung eines Dampferzeugers. Diese entspricht auch
der Auslegungsleistung, also der Leistung bei Vollastbetrieb
des Dampferzeugers. Dabei bestimmt sich die Länge L der
Brennkammer 4 näherungsweise über die Funktionen
L (W, tA) = (C1 + C2.W).tA (1)
L (W, TBRK) = (C3.TBRK + C4)W + C5(TBRK)2 + C6.TBRK + C7 (2)
mit
C1 = 8 m/s und
C2 = 0,0057 m/kg und
C3 = -1,905.10-4 (m.s)/(kg°C) und
C4 = 0,2857 (s.m)/kg und
C5 = 3.10-4 m/(°C)2 und
C6 = -0,8421 m/°C und
C7 = 603,4125 m.
L (W, TBRK) = (C3.TBRK + C4)W + C5(TBRK)2 + C6.TBRK + C7 (2)
mit
C1 = 8 m/s und
C2 = 0,0057 m/kg und
C3 = -1,905.10-4 (m.s)/(kg°C) und
C4 = 0,2857 (s.m)/kg und
C5 = 3.10-4 m/(°C)2 und
C6 = -0,8421 m/°C und
C7 = 603,4125 m.
Näherungsweise ist hierbei als eine zulässige Abweichung um
+20%/-10% vom durch die jeweilige Funktion definierten Wert
zu verstehen. Dabei gilt stets bei einem beliebig aber festen
BMCR-Wert der Brennkammer 4 der größere Wert der Werte L der
Länge L der Brennkammer 4.
Als Beispiel für eine Berechnung der Länge L der Brennkam
mer 4 in Abhängigkeit vom BMCR-Wert W sind in das Koordina
tensystem gemäß Fig. 2 sechs Kurven K1 bis K6 eingezeichnet.
Dabei sind den Kurven jeweils folgende Parameter zugeordnet:
K1: tA = 3 s gemäß (1),
K2: tA = 2,5 s gemäß (1),
K3: tA = 2 s gemäß (1),
K4: tBRK = 1200°C gemäß (2),
K5: tBRK = 1300°C gemäß (2) und
K6: tBRK = 1400°C gemäß (2).
K2: tA = 2,5 s gemäß (1),
K3: tA = 2 s gemäß (1),
K4: tBRK = 1200°C gemäß (2),
K5: tBRK = 1300°C gemäß (2) und
K6: tBRK = 1400°C gemäß (2).
Zur Bestimmung der Länge L der Brennkammer 4 sind somit bei
spielsweise für eine Ausbrandzeit tA = 3 s und eine Austritts
temperatur TBRK = 1200°C des Arbeitsmediums aus der Brennkam
mer 4 die Kurven K1 und K4 heranzuziehen. Daraus ergibt sich
bei einem vorgegebenen BMCR-Wert W der Brennkammer 4
von W = 80 kg/s eine Länge von L = 29 m gemäß K4,
von W = 160 kg/s eine Länge von L = 34 m gemäß K4,
von W = 560 kg/s eine Länge von L = 57 m gemäß K4.
von W = 160 kg/s eine Länge von L = 34 m gemäß K4,
von W = 560 kg/s eine Länge von L = 57 m gemäß K4.
Für die Ausbrandzeit tA = 2,5 s und die Austrittstemperatur
des Arbeitsmediums aus der Brennkammer TBRK = 1300°C sind bei
spielsweise die Kurven K2 und K5 heranzuziehen. Daraus ergibt
sich bei einem vorgegebenen BMCR-Wert W der Brennkammer 4
von W = 80 kg/s eine Länge von L = 21 m gemäß K2,
von W = 180 kg/s eine Länge von L = 23 m gemäß K2 und K5,
von W = 560 kg/s eine Länge von L = 37 m gemäß K5.
von W = 180 kg/s eine Länge von L = 23 m gemäß K2 und K5,
von W = 560 kg/s eine Länge von L = 37 m gemäß K5.
Der Ausbrandzeit tA = 2 s und der Austrittstemperatur des Ar
beitsmediums aus der Brennkammer tBRK = 1400°C sind beispiels
weise die Kurven K3 und K6 zugeordnet. Daraus ergibt sich bei
einem vorgegebenen BMCR-Wert W der Brennkammer 4
von W = 80 kg/s eine Länge von L = 18 m gemäß K31
von W = 465 kg/s eine Länge von L = 21 m gemäß K3 und K6,
von W = 560 kg/s eine Länge von L = 23 m gemäß K6.
von W = 465 kg/s eine Länge von L = 21 m gemäß K3 und K6,
von W = 560 kg/s eine Länge von L = 23 m gemäß K6.
Beim Betrieb des Dampferzeugers 2 wird den Brennern 30 fossi
ler Brennstoff B zugeführt. Die Flammen F der Brenner 30 sind
dabei horizontal ausgerichtet. Durch die Bauweise der Brenn
kammer 4 wird eine Strömung des bei der Verbrennung entste
henden Heizgases H in annähernd horizontaler Hauptströmungs
richtung 24 erzeugt. Dieses gelangt über den Horizontalgaszug
6 in den annähernd zum Boden hin ausgerichteten Vertikalgas
zug 8 und verläßt diesen in Richtung des nicht näher darge
stellten Kamins.
In den Economizer 28 eintretendes Strömungsmedium S gelangt
über die in dem Vertikalgaszug 8 angeordneten Konvektions
heizflächen in das Eintrittssammler-System 16 der Brennkammer
4 des Dampferzeugers 2. In den vertikal angeordneten, gas
dicht miteinander verschweißten Verdampferrohren 11 der
Brennkammer 4 des Dampferzeugers 2 findet die Verdampfung und
gegebenenfalls eine teilweise Überhitzung des Strömungsmedi
ums S statt. Der dabei entstehende Dampf bzw. ein Wasser-
Dampf-Gemisch wird in dem Austrittssammler-System 18 für
Strömungsmedium S gesammelt. Von dort gelangt der Dampf bzw.
das Wasser-Dampf-Gemisch in die Wände des Horizontalgaszuges
6 und des Vertikalgaszuges 8 und von dort wiederum in die
Überhitzerheizflächen 22 des Horizontalgaszuges 6. In den
Überhitzerheizflächen 22 erfolgt eine weitere Überhitzung des
Dampfs, der anschließend einer Nutzung, beispielsweise dem
Antrieb einer Dampfturbine, zugeführt wird.
Durch die besonders geringe Bauhöhe und kompakte Bauweise des
Dampferzeugers 2 ist ein besonders geringer Herstellungs- und
Montageaufwand desselben gewährleistet. Ein mit vergleichs
weise geringem technischen Aufwand erstellbares Gerüst ist
insbesondere durch die in Höhe des Horizontalgaszuges ange
ordneten Brenner 30 der Brennkammer 4 gewährleistet, die eine
Durchströmung der Brennkammer 4 in annähernd horizontaler
Hauptströmungsrichtung 24 des Heizgases H bewirken. Dabei ist
durch eine Wahl der Länge L der Brennkammer 4 in Abhängigkeit
vom BMCR-Wert W der Brennkammer 4 sichergestellt, daß die
Verbrennungswärme des fossilen Brennstoffs B besonders zuver
lässig ausgenutzt wird. Bei einer Dampfturbinenanlage mit dem
eine derart geringe Bauhöhe aufweisenden Dampferzeuger 2 kön
nen außerdem die Verbindungsrohre von dem Dampferzeuger zu
der Dampfturbine in besonders kurzer Weise ausgelegt sein.
Claims (13)
1. Dampferzeuger (2) mit einer Brennkammer (4) für fossilen
Brennstoff (B), der heizgasseitig über einen Horizontalgas
zug (6) ein Vertikalgaszug (8) nachgeschaltet ist, wobei die
Brennkammer (4) eine Anzahl von Brennern (30) aufweist, die
in der Höhe des Horizontalgaszuges (6) angeordnet sind.
2. Dampferzeuger (2) nach Anspruch 1,
bei dem die Brenner (30) an der Stirnseite (14) der Brennkam
mer (4) angeordnet sind.
3. Dampferzeuger (2) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die
durch den Abstand von der Stirnseite (14) der Brennkammer (4)
zum Eintrittsbereich (32) des Horizontalgaszugs (6) defi
nierte Länge (L) der Brennkammer (4) mindestens gleich der
Ausbrandlänge des Brennstoffs (B) beim Vollastbetrieb des
Dampferzeugers (2) ist.
4. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem
die Länge (L) der Brennkammer (4) als Funktion des BMCR-
Werts (W) der Brennkammer (4), der Ausbrandzeit (tA) der
Brenner (30) und/oder der Austrittstemperatur (TBRK) des Ar
beitsmediums aus der Brennkammer (4) näherungsweise gemäß den
Gleichungen
L (W, tA) = (C1 + C2.W).tA und
L (W, TBRK) = (C3.TBRK + C4)W + C5(TBRK)2 + C6.TBRK + C7
mit
C1 = 8 m/s und
C2 = 0,0057 m/kg und
C3 = -1,905.10-4 (m.s)/(kg°C) und C4 = 0,2857 (s.m)/kg und
C5 = 3.10-4 m/(°C)2 und
C6 = -0,8421 m/°C und
C7 = 603,4125 m
gewählt ist, wobei für einen BMCR-Wert (W) der Brennkam mer (4) der jeweils größere Wert der Länge (L) der Brennkam mer (4) gilt.
L (W, tA) = (C1 + C2.W).tA und
L (W, TBRK) = (C3.TBRK + C4)W + C5(TBRK)2 + C6.TBRK + C7
mit
C1 = 8 m/s und
C2 = 0,0057 m/kg und
C3 = -1,905.10-4 (m.s)/(kg°C) und C4 = 0,2857 (s.m)/kg und
C5 = 3.10-4 m/(°C)2 und
C6 = -0,8421 m/°C und
C7 = 603,4125 m
gewählt ist, wobei für einen BMCR-Wert (W) der Brennkam mer (4) der jeweils größere Wert der Länge (L) der Brennkam mer (4) gilt.
5. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei
dem die Seitenwände (10a) der Brennkammer (4) aus gasdicht
miteinander verschweißten, vertikal angeordneten, parallel
mit Strömungsmedium (S) beaufschlagbaren Verdampferrohren
(11) gebildet sind.
6. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei
dem die Seitenwände (10b) des Horizontalgaszuges (6) aus gas
dicht miteinander verschweißten, vertikal angeordneten, par
allel mit Strömungsmedium (S) beaufschlagbaren Dampferzeuger
rohren (12a) gebildet sind.
7. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei
dem die Seitenwände (10c) des Vertikalgaszuges (8) aus gas
dicht miteinander verschweißten, vertikal angeordneten, par
allel mit Strömungsmedium (S) beaufschlagbaren Dampferzeuger
rohren (12b) gebildet sind.
8. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei
dem benachbarte Verdampfer- bzw. Dampferzeugerrohre (11, 12a,
12b) über Flossen gasdicht miteinander verschweißt sind, wo
bei die Flossenbreite abhängig von der jeweiligen Position
der Verdampfer- bzw. Dampferzeugerrohre (11, 12a, 12b) in der
Brennkammer (4), des Horizontalgaszugs (6) und/oder des Ver
tikalgaszugs (8) gewählt ist.
9. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei
dem der Durchmesser der Verdampferrohre (11) der Brennkam
mer (4) abhängig von der jeweiligen Position der Verdampfer
rohre (11) in der Brennkammer (4) gewählt ist.
10. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei
dem den der Brennkammer (4) zugeordneten Verdampferrohren (11)
strömungsmediumsseitig ein gemeinsames Eintrittssammler-
System (16) für Strömungsmedium (S) vorgeschaltet und ein ge
meinsames Austrittssammler-System (18) nachgeschaltet ist.
11. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei
dem die Verdampferrohre (11) der Stirnseite (14) der Brenn
kammer (4) strömungsmediumsseitig den Verdampferrohren (11)
der Seitenwände (10a) der Brennkammer (4) vorgeschaltet sind.
12. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei
dem in dem Horizontalgaszug (6) eine Anzahl von Überhitzer
heizflächen (22) in hängender Bauweise angeordnet ist.
13. Dampferzeuger (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei
dem in dem Vertikalgaszug (8) eine Anzahl von Konvektions
heizflächen (26) angeordnet ist.
Priority Applications (12)
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|---|---|---|---|
| DE1998125800 DE19825800A1 (de) | 1998-06-10 | 1998-06-10 | Fossilbeheizter Dampferzeuger |
| RU2001101488/06A RU2208739C2 (ru) | 1998-06-10 | 1999-05-26 | Прямоточный парогенератор, работающий на ископаемом топливе |
| DE59900551T DE59900551D1 (de) | 1998-06-10 | 1999-05-26 | Fossilbeheizter dampferzeuger |
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|---|---|
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19901430C2 (de) * | 1999-01-18 | 2002-10-10 | Siemens Ag | Fossilbeheizter Dampferzeuger |
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| US3043279A (en) * | 1954-06-18 | 1962-07-10 | Svenska Maskinverken Ab | Steam boiler plant |
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| DE4227457A1 (de) * | 1992-08-19 | 1994-02-24 | Siemens Ag | Dampferzeuger |
| DE4431185A1 (de) * | 1994-09-01 | 1996-03-07 | Siemens Ag | Durchlaufdampferzeuger |
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1998
- 1998-06-10 DE DE1998125800 patent/DE19825800A1/de not_active Ceased
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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