DE19823298A1 - Sprühfähige Zusammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion sowie deren Verwendung, insbesondere zur Abwehr von Mardern - Google Patents
Sprühfähige Zusammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion sowie deren Verwendung, insbesondere zur Abwehr von MardernInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine sprühfähige Zusammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion, dadurch gekennzeichnet, daß sie im wesentlichen Wasser, pflanzliche Öle und/oder Wachse und wenigstens einen Bitterstoff umfaßt.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine sprühfähige Zusammen
setzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion, welche wenig
stens einen Bitterstoff umfaßt und zur Abwehr von Mardern im
Motorraum von Automobilen verwendet werden kann.
Steinmarder, welcher zu den sogenannten Kulturfolgern zählen,
verursachen Jahr für Jahr erhebliche Schäden an Automobilen
oder Kraftfahrzeugen, indem sie ihre Kunststoff- und Gummitei
le annagen oder zerbeißen. Dabei machen sie weder vor Schaum
stoffverkleidungen der Geräuschkapsel, Zündkabeln und Wasser
schläuchen, noch vor Bremsflüssigkeitsschläuchen Halt. Die an
gerichteten Schäden sind nicht nur kostspielig, sondern für
den Fahrzeugbenutzer unter Umständen sogar lebensgefährlich.
Es wurden zahlreiche Versuche unternommen, die Steinmarder von
ihrer ungewöhnlichen Beißlust abzuhalten bzw. sie von Fahrzeu
gen fernzuhalten. Im Handel werden bzw. wurden dazu Geräte an
geboten, welche akustische und/oder optische Signale aussen
den, welche den Marder verscheuchen sollen. Vermutlich der an
zahlreichen Verhaltensstudien am Steinmarder konstatierte aus
geprägte Spieltrieb und deren große angeborene Neugier verhin
dern wenigstens die anhaltende Wirksamkeit dieser Methoden.
Sie gewöhnen sich sehr rasch an solche Signale und ignorieren
sie.
Ferner sind Mittel auf dem Markt erhältlich, die entweder ge
ruchs- oder geschmacksintensiv sind und mit denen die Gummi- und
Kunststoffteile im Motorraum bestrichen werden sollen. Im
Gebrauch dieser Mittel hat sich jedoch herausgestellt, daß ih
re Wirkung rasch nachläßt, da sie aufgrund der relativ hohen
Temperaturen im Motorraum rasch verflüchtigen oder zerstört
werden.
Ferner wurde ein elektrisches System auf Weidezaunbasis ent
wickelt, wonach ein Marder, der versucht in den Motorraum ein
zudringen, durch einen leichten Stromschlag erschreckt und
vertrieben wird. Obwohl diese Methode wirksam sein kann, um
die Marder von einem Fahrzeug fernzuhalten, kann sie andere
Probleme mit sich bringen. Beispielsweise kann es zu einer
Korrosion infolge von auftretenden Kriechströmen kommen. Da
das System im Bodenbereich des Motorraumes angebracht werden
muß, ist es nicht vor Schlägen und dergleichen geschützt und
kann so unter Umständen leicht zerstört werden.
Derzeit gibt es somit kein Mittel zur sicheren Abwehr von Mar
dern, das allen aufgezeigten Problemen gerecht wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demnach die Probleme
des Standes der Technik zu lösen, insbesondere ein Marderab
wehrmittel zur Verfügung zu stellen, das im Einsatz sicher und
umweltfreundlich ist und das das Leben des Marders schützt.
Erfindungsgemäß wird dazu eine neuartige Zusammensetzung zur
Verfügung gestellt, mit welcher der Motorraum eines Kraftfahr
zeuges, insbesondere die darin enthaltenen Kunststoff- und
Gummiteile besprüht werden, wobei die Zusammensetzung zugleich
pflegenden als auch marderabwehrenden Charakter hat. Gegen
stand der vorliegenden Erfindung ist also eine sprühfähige Zu
sammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion, welche
sich dadurch auszeichnet, daß sie im wesentlichen Wasser,
pflanzliche Öle und/oder Wachse und wenigstens einen Bitter
stoff bzw. ein Extrakt eines Bitterstoffes umfaßt.
Der große Vorteil der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ist,
daß sie sich leicht aus handelsüblichen bzw. natürlichen Pro
dukten herstellen läßt, welche weder einzeln noch in Kombina
tion miteinander weder für die Umwelt noch für Tiere oder Men
schen toxisch ist. Selbst der Bitterstoff, welcher den Marder
von seiner Beißtätigkeit abhalten wird, ist ein natürliches
Produkt und im Handel in Form seines Extraktes oder einer
Tinktur erhältlich.
Vorzugsweise weist die erfindungsgemäße Zusammensetzung etwa
70% bis 90% Wasser, 20% bis 6% pflanzliche Öle und/oder
Wachse und 10% bis 4% Bitterstoff bzw. Bitterstoffe auf.
Dieses Zusammensetzungsverhältnis garantiert eine gute Sprüh
fähigkeit der Zusammensetzung aufgrund ihrer noch wasserähnli
chen Konsistenz. Die Öl- und Wachsanteile sind in ausreichen
dem Maße in diesem Zusammensetzungsverhältnis emulgierbar.
Es wird dabei bevorzugt, daß das Verhältnis Öl : Wachs etwa 3 : 1
beträgt, da Wachse an sich bei Raumtemperatur fest sind und
aufgrund ihres chemischen Aufbaues wenig in Wasser aber durch
aus in Öl löslich sind.
Eine insbesonders bevorzugte Zusammensetzung der vorliegenden
Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß sie etwa 86% Wasser,
6% pflanzliches Öl, 2% pflanzliche Wachse und 6% Bitter
stoff bzw. Bitterstoffe umfaßt. Das tatsächliche prozentuale
Verhältnis der Komponenten zueinander ist mit ± 5% unkritisch.
Obwohl es im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt wird
aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes natürliche Pflanzen
öle einzusetzen, sind dazu auch naturidentische oder syntheti
sche Produkte denkbar, so lange sie den erwähnten Anforderun
gen entsprechen. Bevorzugt werden die natürlichen Pflanzenöle
aus Raps-, Lein-, Soja-, Sonnenblumen-, Ricinusöl oder der
gleichen ausgewählt. Es kann auch eine Mischung aus zwei oder
mehr der herkömmlichen Pflanzenöle eingesetzt werden. Die
Pflanzenöle können verseift sein.
Das pflanzliche Wachs, das man erfindungsgemäß für die Zusam
mensetzung einsetzt, kann aus Candelilla-, Carnauba-, Japan-,
Espartogras-, Kork-, Guaruma-, Zuckerrohr-, Montanwachs oder
dergleichen Wachse ausgewählt werden. Möglich ist es auch, ei
ne Mischung aus zwei oder mehr dieser natürlichen Wachse ein
zusetzen.
Überraschend hat sich herausgestellt, daß der Zusatz eines
isoprenoiden Bitterstoffes wie Wermut, Engelswurz, Löwenzahn
oder dergleichen die Marder von ihrer Beißtätigkeit an Kunst
stoff- bzw. Gummiteilen im Motorraum eines Fahrzeuges abhält.
Besonders geeignete Zusammensetzungen ergeben sich, wenn die
Zusammensetzung als Bitterstoff wenigstens Wermutextrakt in
der beanspruchten Menge umfaßt.
Diese Bitterstoffe sind weder für Mensch und Tier noch für die
Umwelt toxisch. Durch die Art der Zusammensetzung, welche sich
nach dem natürlichen Verdampfen des Wassers wie ein Film über
die behandelten Teile zieht, zeigt sie eine lang anhaltende
Wirkung zur Abwehr von Mardern, da der Bitterstoff in dem
Öl/Wachs-Film aufgenommen ist. Zugleich bietet sie für die be
handelten Teile einen Schutz vor anderen schädlichen Einflüs
sen, zum Beispiel dem Verspröden infolge von aggressivem
Spritzwasser oder den Temperaturen im Motorraum.
Diese Wirkung kann erfindungsgemäß weiter erhöht werden, indem
die Zusammensetzung weitere Additive, wie Korrosionsschutzmit
tel, Konservierungsmittel und dergleichen enthält. Gegebenen
falls können zur Verbesserung der Sprühfähigkeit Lösungsver
mittler zugesetzt werden.
Demzufolge ist Gegenstand der Erfindung auch die Verwendung
der vorstehend erläuterten Zusammensetzung zum Aussprühen des
Motorraumes von Automobilen, insbesondere zum Besprühen von
darin enthaltenen Kunststoff- bzw. Gummiteilen zur Abwehr von
Mardern und gegebenenfalls zur Konservierung der genannten
Teile.
Im folgenden wird anhand eines spezifischen Beispieles, daß
den Umfang der Erfindung jedoch nicht beschränken soll, die
erfindungsgemäße Zusammensetzung und deren Verwendung be
schrieben.
Es wird eine Zusammensetzung im folgenden Verhältnis herge
stellt:
Vor dem Einsprühen mit der obigen Zusammensetzung wird der Mo
torraum gründlich mit einem handelsüblichen Kaltreiniger auf
Kohlenwasserstoff- bzw. Wasserbasis zur Motorwäsche gereinigt.
Dabei muß lediglich darauf geachtet werden, daß sämtliche Öl- und
Fettverschmutzungen sowie mögliche Reste des Kaltreinigers
entfernt werden. Danach wird die oben angegebene Zusammenset
zung mittels einer handbetätigbaren handelsüblichen Spritzfla
sche mit einem Sprühkopf im gesamten Motorraum, insbesondere
auf den Kunststoff- und Gummiteilen gleichmäßig versprüht.
Im Langzeittest hat sich gezeigt, daß die Behandlung maximal
zweimal im Jahr erfolgen muß, damit eine wirksame Abwehr vor
Mardern sichergestellt bleibt. Überraschender Weise wird
gleichzeitig eine wirksame Konservierung der Motorraumteile
erfüllt.
Claims (12)
1. Sprühfähige Zusammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-
Emulsion, dadurch gekennzeichnet, daß sie im wesentlichen
Wasser, pflanzliche Öle und/oder Wachse und wenigstens ei
nen Bitterstoff umfaßt.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sie etwa
70% bis 90% Wasser,
20% bis 6% pflanzliche Öle und/oder Wachse und
10% bis 4% Bitterstoff bzw. Bitterstoffe
umfaßt.
70% bis 90% Wasser,
20% bis 6% pflanzliche Öle und/oder Wachse und
10% bis 4% Bitterstoff bzw. Bitterstoffe
umfaßt.
3. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verhältnis Öl : Wachs etwa 3 : 1 be
trägt.
4. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß sie etwa
86% Wasser,
6% pflanzliches Öl,
2% pflanzliches Wachs,
6% Bitterstoff bzw. Bitterstoffe
umfaßt.
86% Wasser,
6% pflanzliches Öl,
2% pflanzliches Wachs,
6% Bitterstoff bzw. Bitterstoffe
umfaßt.
5. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß sie herkömmliche, natürliche Pflanzen
öle, wie Raps-, Lein-, Soja-, Sonnenblumen-, Ricinusöl oder
dergleichen umfaßt.
6. Zusammensetzung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine Mischung aus zwei oder mehr der herkömmlichen
Pflanzenöle umfaßt.
7. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß sie herkömmliche, natürliche Wachse,
wie Candelilla-, Carnauba-, Japan-, Espartogras-, Kork-,
Guaruma-, Zuckerrohr-, Montanwachs oder dergleichen umfaßt.
8. Zusammensetzung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine Mischung aus zwei oder mehr der natürlichen
Wachse umfaßt.
9. Zusammensetzung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß sie einen isoprenoiden Bitterstoff, wie Wermut, Engels
wurz, Löwenzahn und dergleichen umfaßt.
10. Zusammensetzung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß sie als Bitterstoff wenigstens ein Wermutextrakt um
faßt.
11. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß sie weitere Additive, wie Korrosions
schutzmittel, Konservierungsmittel, sowie gegebenenfalls
Lösungsvermittler umfaßt.
12. Verwendung der Zusammensetzung nach einem der vorhergehen
den Ansprüche zum Aussprühen des Motorraumes von Fahrzeu
gen, insbesondere zum Besprühen von darin enthaltenen
Kunststoff- bzw. Gummiteilen, insbesondere zur Abwehr von
Mardern.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998123298 DE19823298A1 (de) | 1998-05-25 | 1998-05-25 | Sprühfähige Zusammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion sowie deren Verwendung, insbesondere zur Abwehr von Mardern |
| AT36499U AT3551U1 (de) | 1998-05-25 | 1999-05-25 | Sprühfähige zusammensetzung auf basis einer öl in wasser-emulsion sowie deren verwendung, insbesondere zur abwehr von mardern |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998123298 DE19823298A1 (de) | 1998-05-25 | 1998-05-25 | Sprühfähige Zusammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion sowie deren Verwendung, insbesondere zur Abwehr von Mardern |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19823298A1 true DE19823298A1 (de) | 1999-12-02 |
Family
ID=7868840
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998123298 Withdrawn DE19823298A1 (de) | 1998-05-25 | 1998-05-25 | Sprühfähige Zusammensetzung auf Basis einer Öl in Wasser-Emulsion sowie deren Verwendung, insbesondere zur Abwehr von Mardern |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT3551U1 (de) |
| DE (1) | DE19823298A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102005006600A1 (de) * | 2005-02-11 | 2006-08-24 | Andreas Buchmann | Material zur Ummantelung von Kabeln, Schläuchen oder Rohren |
| EP3682740A1 (de) * | 2019-01-16 | 2020-07-22 | Alexander Popp | Antimikrobielle und antioxidative sowie mikrobizide zusammensetzung und deren verwendung |
| EP4141306A1 (de) * | 2021-08-25 | 2023-03-01 | ContiTech Techno-Chemie GmbH | Schlauch, insbesondere für kraftfahrzeuge |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1985005009A1 (en) * | 1984-05-07 | 1985-11-21 | Southwest Research Institute | Stable olfactory repellent composition, resultant articles and method of repelling pests using said composition |
| DE19629330A1 (de) * | 1996-07-20 | 1998-01-22 | Klaus Froehlich | Schutzmittel |
-
1998
- 1998-05-25 DE DE1998123298 patent/DE19823298A1/de not_active Withdrawn
-
1999
- 1999-05-25 AT AT36499U patent/AT3551U1/de not_active IP Right Cessation
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT3551U1 (de) | 2000-05-25 |
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Legal Events
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