DE19823740A1 - Auftragsverfahren und -vorrichtung für eine Papier- oder Kartonbahn - Google Patents
Auftragsverfahren und -vorrichtung für eine Papier- oder KartonbahnInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Streichmediums auf eine laufende Materialbahn aus Papier oder Karton in einem Hybridformer und eine Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums auf eine laufende Materialbahn aus Papier oder Karton mit einer Naßpartie, einer Pressenpartie und einer Trockenpartie, wobei das Verfahren folgende Verfahrensschritte aufweist: DOLLAR A 1.1. in der Naßpartie einer Papier- oder Kartonmaschine wird auf einem ersten Sieb eine noch nasse Materialbahn gebildet, DOLLAR A 1.2. nach einer anfänglichen Entwässerung durch das erste Sieb wird ein Streichmedium auf die nicht siebbedeckte Seite der Materialbahn aufgebracht, DOLLAR A 1.3. anschließend wird ein zweites Sieb auf die bestrichene Seite der Materialbahn aufgelegt und DOLLAR A 1.4. die Materialbahn auch durch das zweite Sieb entwässert. DOLLAR A Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß vor dem zweiten Sieb mindestens eine Auftragsvorrichtung vorgesehen ist, die mindestens ein Streichmedium auf die offene Oberfläche der Materialbahn aufträgt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen
Auftragsmediums auf eine laufende, noch nasse
Materialbahn aus Papier oder Karton.
Aus dem nächstliegenden Stand der Technik, der
Deutschen Offenlegungsschrift DE-OS 19 42 384, ist eine
Auftragsvorrichtung bekannt, bei welcher das
Auftragsmedium auf eine zwischen zwei Sieben
befindliche, noch nasse Materialbahn aufgebracht wird.
Ferner sind Saugvorrichtungen vorgesehen, welche der
noch nassen Materialbahn Feuchtigkeit entziehen, die
aber auch als Stützelemente im Bereich des Aufbringens
des Auftragsmediums für die Materialbahn dienen. Der
Auftrag des Auftragsmediums auf die Materialbahn
erfolgt hierbei durch das Sieb hindurch. Es ist zwar
für den spezifischen Gesamtenergieverbrauch, bei der
Herstellung der Papierbahn, günstig das Auftragsmedium
auf die noch nasse Materialbahn aufzubringen, jedoch
entsteht durch das Aufbringen des Mediums durch das
Sieb eine starke Verschmutzung des Siebes mit
Auftragsmedium, was zu intensiven Reinigungsvorgängen
führt. Hierdurch wird die zunächst günstig erscheinende
Energiebilanz wieder verschlechtert und es entsteht
auch ein entsprechend hoher konstruktiver Aufwand. Im
übrigen wird durch diese Reinigungsvorgänge auch eine
starke Umweltbelastung hervorgerufen, beziehungsweise
sind zusätzlich aufwendige Maßnahmen notwendig, um die
Umweltbelastung in Grenzen zu halten. Ein weiterer
Nachteil dieser Art des Aufbringens eines
Auftragsmediums auf eine noch nasse Materialbahn liegt
darin, daß das Eindringen des Auftragsmediums in die
Materialbahn aufgrund der Netzstruktur des Siebes
ungleichmäßig erfolgt, da durch die Netzstruktur des
Siebes jeweils Teile der Materialbahn durch Fäden
bedeckt sind, während andere Teilbereiche durch die
offenen Maschen des Siebes direkt mit dem
Auftragsmedium in Kontakt geraten.
Eine weitere ähnliche Auftragsvorrichtung im Naßbereich
einer Papiermaschine ist aus der US-Patentschrift
4,793,899 bekannt. Diese Schrift beschreibt eine
Auftragsvorrichtung, bei der eine Materialbahn an eine
mit Auftragsmedium benetzte Walze mit Hilfe eines
Siebes herangeführt wird. Die Materialbahn umschlingt
die Walze zu einem wesentlichen Teil, während im
Bereich des Umschlingungswinkels der Walze ein Sieb von
der Materialbahn abgehoben wird und ein zweites Sieb im
Bereich der Umschlingung an die Materialbahn
herangeführt wird.
Diese Art der Aufbringung eines Auftragsmediums auf die
Materialbahn hat zwar den Vorteil, daß die Aufbringung
direkt auf die Materialbahn erfolgt, jedoch ergeben
sich bei diesem relativ langen Kontakt der Materialbahn
mit der großen Auftragswalze Probleme beim Ablösen der
Papierbahn, die letztendlich doch wieder zu
Ungleichmäßigkeiten des Auftrags führen können.
Es ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen
Auftragsmediums auf eine laufende, noch nasse
Materialbahn aus Papier oder Karton bereitzustellen,
welche die Nachteile des Standes der Technik vermeidet
und gleichzeitig jedoch in der Gesamtenergiebilanz bei
der Papierherstellung die Vorteile des Aufbringens
eines Auftragsmediums im Naßbereich der Papiermaschine
zu erhält.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des ersten
Verfahrensanspruches, beziehungsweise durch die
Merkmale des ersten Vorrichtungsanspruches gelöst.
Demgemäß schlägt die Erfindung ein Verfahren zum
Auftragen eines flüssigen oder pastösen Streichmediums
auf eine laufende Materialbahn aus Papier oder Karton
in einem Hybridformer vor, bei dem in der Naßpartie
einer Papier- oder Kartonmaschine auf einem ersten Sieb
eine noch nasse Materialbahn gebildet und nach einer
anfänglichen Entwässerung durch das erste Sieb ein
Streichmedium auf die nicht siebbedeckte Seite der
Materialbahn aufgebracht wird. Anschließend wird ein
zweites Sieb auf die bestrichene Seite der Materialbahn
aufgelegt und die Materialbahn auch durch das zweite
Sieb entwässert. Mit diesem Verfahren wird die
Verschmutzung des Siebes wesentlich verringert und die
Gleichmäßigkeit des Auftrags wesentlich verbessert.
Gleichzeitig kann gegenüber einem Auftrag durch das
Sieb auch ein wesentlich dünnflüssigeres Auftragsmedium
verwendet werden, da anschließend eine Entwässerung
durch das nach dem Auftrag aufgelegte Sieb stattfindet.
Ein weiterer Vorteil wird dadurch erreicht, daß die
anschließende Entwässerung der Bahn auf der
Auftragsseite dazu führt, daß die Verteilung des
Auftragsmediums in z-Richtung nicht verschmiert,
sondern ein steiles Verteilungsprofil erzeugt.
Eine Weiterbildung dieses Verfahrens sieht vor
anschließend das erste Sieb abzunehmen und auf der
zweiten Seite der Materialbahn ein Streichmedium
aufzubringen. Mit dieser Maßnahme können die beiden
Seiten der Materialbahn mit einem gleichen oder auch
einem unterschiedlichen Medium beauftragt werden, so
daß sich in gewünschter Weise gleich oder
unterschiedliche Oberflächeneigenschaften ergeben.
Weiterhin kann nach diesem zweiten Auftrag des
Streichmediums auf die zweite Seite der Materialbahn
ein weiteres Sieb auf die neu bestrichene Seite der
Materialbahn aufgelegt werden und gegebenenfalls eine
weitere Entwässerung auch durch das weitere Sieb
stattfinden.
Besonders vorteilhaft und schonend für die noch nasse
und empfindliche Materialbahn ist es, wenn das
Auftragen von Auftragsmedium auf mindestens einer der
Seiten mit Hilfe eines Sprühverfahrens oder durch einen
Filmapplikator oder Extruder ausgeführt wird, bei
diesen Verfahren nur geringe Scherkräfte entstehen.
Außerdem kann es von Vorteil sein, wenn die
Auftragsmedien beider Seiten eine unterschiedliche
Zusammensetzung aufweisen und/oder nacheinander auf
einer Seite der Materialbahn Auftragsmedien mit
unterschiedlichen Inhaltsstoffen aufgetragen werden.
Für eine optimale Gleichmäßigkeit der Verteilung des
Auftragsmediums kann auch vorgesehen werden die
Materialbahn beim Auftrag von einem Stützelement, das
auch ein Saugkasten sein kann, zu stützten.
Als vorteilhaftes Auftragsmedium kann beispielsweise
füllstoffhaltige Applikationsfarbe und/oder
füllstofffreie Applikationsfarbe und/oder ein
Pigmentslurry verwendet werden.
Entsprechend zum oben dargestellten Verfahren wird
erfindungsgemäß eine Papiermaschine mit einer
Vorrichtung zum Auftragen eines flüssigen oder pastösen
Auftragsmediums auf eine laufende Materialbahn aus
Papier oder Karton mit einer Naßpartie, einer
Pressenpartie und einer Trockenpartie, vorgeschlagen,
wobei in der Naßpartie mindestens ein erstes, eine
Stoffsuspension aufnehmendes und die Materialbahn
bildendes Sieb und im weiteren Verlauf ein zweites
Sieb, das sich auf die gebildete Materialbahn auflegt
und dessen Schlaufe Entwässerungselemente enthält,
vorgesehen sind. Mindestens eine Auftragsvorrichtung
befindet sich erfindungsgemäß vor dem zweiten Sieb,
wobei diese mindestens ein Streichmedium auf die offene
Oberfläche der Materialbahn aufträgt.
In einer Weiterbildung der Papiermaschine wird
vorgeschlagen, daß anschließend das erste Sieb von der
Materialbahn weggeführt wird und mindestens eine
weitere Auftragsvorrichtung für die jetzt freie
Oberfläche der Materialbahn vorgesehen ist. Hierbei
kann weiterhin nach der zweiten Auftragsvorrichtung ein
weiteres Sieb vorgesehen werden, das an die
Materialbahn herangeführt wird, wobei sich in dieser
Siebschlaufe weitere Entwässerungselemente befinden
können. Die Vorteile des mit dieser Ausgestaltung
möglichen Verfahrens sind oben zum entsprechenden
Verfahrensanspruch geschildert worden.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Papiermaschine
zur möglichst schonenden Beaufschlagung der noch nassen
Materialbahn bestehen darin, daß mindestens eine der
Auftragsvorrichtungen als Sprühvorrichtung und/oder als
Filmapplikator oder ein Extruder ausgebildet ist.
Für eine Verbesserung der Gleichmäßigkeit des
Auftragens auf die Oberfläche der Materialbahn über die
gesamte Maschinenbreite ist es vorteilhaft im Bereich
mindestens einer Auftragsvorrichtung auf der
siebberührten Seite der Materialbahn mindestens ein
Stützelement vorzusehen. Beispielsweise kann es sich
hierdurch um eine Stützwalze, einen Gleitschuh oder
auch einen Saugkasten handeln.
Vorteilhaft kann auch sein die Papiermaschine
anschließend an die mindestens eine Auftragsvorrichtung
mit eine Abnahmevorrichtung für überschüssiges
Streichmedium auszustatten. Auch hierdurch wird eine
weitere Verschmutzung nachfolgender Siebe und deren
notwendige Reinigung vom Auftragsmedium vermieden.
Als Auftragsmedium kann vorteilhaft ein Pigmentslurry
oder ein sonstiges pigmenthaltiges Auftragsmedium, aber
auch ein pigmentfreies Auftragsmedium vorgesehen
werden.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindungen sind in den
Unteransprüchen zum ersten Verfahrensanspruch,
beziehungsweise zum ersten Vorrichtungsanspruch und in
den nachfolgenden Figurenbeschreibungen dargestellt.
Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und
nachstehend noch zu erläuternden Merkmale der Erfindung
nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination,
sondern auch in anderen Kombinationen oder in
Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die
Zeichnungen.
Die Erfindung soll nachfolgend, anhand der Zeichnungen,
näher erläutert werden.
Es zeigen:
Fig. 1 Hybridformer mit Auftragsvorrichtung;
Fig. 2 Hybridformer mit beidseitigen
Auftragsvorrichtungen und beidseitigen
Entwässerung;
Fig. 3 Hybridformer mit beidseitigen
Auftragsvorrichtungen und beidseitigen
Entwässerung mit dazwischenliegender Wendung
des bahntragenden Siebes.
Fig. 1 zeigt den Naßteil einer erfindungsgemäßen
Papiermaschine mit einem Stoffauflauf 1 von dem eine
Stoffsuspension auf ein untenliegendes Sieb 10, welches
über eine Walze 6 dem Stoffauflauf zugeführt wird,
aufgelegt wird. Im Anschluß an die Walze 6 sind auf der
Unterseite des Siebes 10 drei Saugkästen 7 angebracht,
die für eine erste Entwässerung der Stoffsuspension
sorgen. In diesem Bereich bildet sich eine noch nasse
Fasermatte, die Materialbahn. Am Ende der Saugkästen 7
ist auf der vom Sieb nicht bedeckten Seite der
Materialbahn 3 eine Auftragsvorrichtung 5 vorgesehen,
die ein Auftragsmedium 4 auf die freie Oberfläche der
Materialbahn aufgibt. Dies kann beispielsweise durch
eine Sprühvorrichtung, einen Extruder oder ähnliches
geschehen. Auf alle Fälle ist es vorteilhaft, wenn eine
Auftragsvorrichtung gewählt wird, die die Struktur der
noch nassen Materialbahn in diesem Bereich sehr
schonend behandelt. Im Anschluß an die
Auftragsvorrichtung 5 ist ein Obersieb 2 vorgesehen,
welches über eine Vielzahl von Walzen umgelenkt wird
und sich von oben, im Bereich eines in der Siebschlaufe
liegenden Entwässerungskastens 8, auf die frisch
beschichtete Materialbahn 3 auflegt. Im Bereich des
Entwässerungskastens 8 wird die Materialbahn 3 in
Richtung des frisch aufliegenden Auftragsmediums 4
entwässert. Durch diese Art der Entwässerung in
z-Richtung des Auftragsmediums wird dafür gesorgt, daß
das Auftragsmedium nicht zu weit in die Materialbahn
eindringt und somit eine sehr gut abgegrenzte Schicht
an Auftragsmedium entsteht. Am Ende des
Entwässerungskastens 8 ist auf der gegenüberliegenden
Seite ein Trennsauger 9 vorgesehen, der für eine
problemlose Ablösung des Siebes 2 von der Materialbahn
mit der darauf befindlichen Schicht Auftragsmedium
sorgt. Zur Unterstützung kann in diesem Bereich auch
noch vorgesehen werden, das eine der Kammern des
Entwässerungselementes mit Druckluft beaufschlagt wird,
so daß ein einfaches Lösen der Materialbahn 3 vom Sieb
2 gewährleistet ist.
Eine weitergehende Ausführung der erfindungsgemäßen
Papiermaschine ist in der Fig. 2 dargestellt. Diese
zeigt ebenfalls einen Stoffauflauf 1 der
Stoffsuspension auf ein Langsieb 10, das um eine Walze
6 umgelenkt wird, aufbringt. Wie in der Fig. 1 sind
auch hier im Anschluß an die Walze 6 auf der Siebseite
Saugkästen 7 vorgesehen, die für eine erste
Entwässerung der Stoffsuspensionsschicht und eine
Bildung einer Materialbahn 3 sorgen. Im Anschluß an die
Saugkästen 7 ist auf der freien Materialbahnseite
wiederum eine Auftragsvorrichtung 5 vorgesehen, die ein
Auftragsmedium 4 auf die noch nasse Oberfläche der
Materialbahn aufträgt. Anschließend folgt ein Bereich,
in dem ein zweites Sieb 2, gestützt von Umlenkwalzen,
eine Siebschlaufe bildet, die auf die frisch
beschichtete Oberfläche der Materialbahn 2 aufliegt und
im Bereich der aufliegenden Materialbahn über einen
Entwässerungskasten 8 verfügt, durch den die Bahn
weiter entwässert wird. Wie in der Fig. 1 ist auch
hier am Ende des Entwässerungskastens ein Trennsauger
vorgesehen, der ein problemloses Abheben des Siebes 2
von der Materialbahn sicherstellt. Im Anschluß hieran
wird ein weiteres Sieb 11 auf die Materialbahn 3
aufgelegt, woraufhin das untere Sieb 10 im Anschluß
daran von der Materialbahn 3, unterstützt von einem
Trennsauger 18, abgenommen wird. Auf der nun
freiliegenden, nicht beschichteten Seite der
Materialbahn 3 ist eine weitere Auftragsvorrichtung 15
dargestellt, auf die das Auftragsmedium 16, welches
entweder mit dem Auftragsmedium 4 identisch sein kann
oder auch eine andere Zusammensetzung aufweisen kann,
aufgetragen wird. Im Anschluß an den Auftrag des
zweiten Auftragsmediums 16 folgt wiederum das
Heranführen eines neuen Siebes 12 an die frisch
beschichtete Materialbahnoberfläche. Durch das neu
aufgelegte Sieb 12 wird durch den Entwässerungskasten
13 eine Entwässerung in z-Richtung, durch die neu
aufgetragene Schicht von Auftragsmedium hindurch,
durchgeführt. Im Bereich des Abhebens des Siebes 12
kann auch hier gegebenenfalls ein Trennsauger und/oder
auf der Gegenseite ein Überdruckkasten vorgesehen
werden.
In der Fig. 3 ist eine schematische Darstellung einer
weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Papiermaschine mit zwei Auftragsvorrichtungen
dargestellt. Es ist wiederum ein Stoffauflauf 1
gezeigt, der seine Stoffsuspension auf ein erstes Sieb
10 aufgibt, wobei nach einer Entwässerungsstrecke auf
der freien Oberfläche der Materialbahn durch eine
Auftragsvorrichtung 5 das Auftragsmedium 4 aufgetragen
wird. Hierauf folgend wird ein Sieb 2 an die frisch
beschichtete Materialbahnoberfläche herangeführt und
die Materialbahn über einen Entwässerungskasten 8
entwässert. Im Gegensatz zu den beiden vorgenannten
Beispielen der Fig. 1 und 2 bleibt jetzt jedoch die
beschichtete Materialbahn auf der Oberfläche des Siebes
2 liegen und wird über zwei Umlenkwalzen um 180°
gewendet, so daß die noch nicht beschichtete Oberfläche
der Materialbahn oben zu liegen kommt. Nachdem die
Materialbahn gewendet wurde, ist in diesem Beispiel
eine weitere Entwässerung durch zwei Saugkästen 14
vorgesehen, denen eine zweite Auftragsvorrichtung 15
folgt, die ein zweites Auftragsmedium 16 auf die bis
jetzt noch nicht beschichtete Materialbahnoberfläche
aufträgt. Zur Sicherung einer möglichst gleichmäßigen
Beaufschlagen in diesem Bereich und auch zur Vermeidung
unerwünschter Flatterbewegungen ist im Bereich der
Auftragsvorrichtung 15 ein Stützelement vorgesehen,
welches in dem vorliegenden Beispiel als Stützwalze 17
ausgeführt ist. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit,
als Stützelement einen Saugkasten oder einen Gleitschuh
vorzusehen. Im Anschluß an den Auftrag des zweiten
Auftragsmediums auf die Materialbahnoberfläche folgt
wiederum das Heranführen eines weiteren Siebes 12 auf
die beschichtete Oberfläche der Materialbahn und eine
Entwässerung in Richtung der neu beschichteten
Oberfläche durch einen in der Siebschlaufe des Siebes
12 befindlichen Entwässerungskasten 13. Nach der
Entwässerung wird das Sieb 12 wieder von der
Bahnoberfläche abgehoben und die Bahn zur weiteren
Bearbeitung in der Papiermaschine weitergeführt.
Im Ergebnis wird durch die Erfindung und insbesondere
durch die oben beschriebenen Beispiele erreicht, daß
die Gesamtenergiebilanz bei der Papierherstellung einen
vorteilhaft niedrigen Wert erhält und gleichzeitig die
Nachteile des Standes der Technik, insbesondere die
starke Verschmutzung und der Abdruck des Siebmusters
auf der Bahn reduziert werden.
1
Stoffauflauf
2
Sieb
3
Stoffsuspension/Materialbahn
4
Auftragsmedium
5
Auftragsvorrichtung
6
Walze
7
Saugkästen
8
Entwässerungskästen
9
Trennsauger
10
Sieb
11
Sieb
12
Sieb
13
Entwässerungskästen
14
Saugkästen
15
Auftragsvorrichtung
16
Auftragsmedium
17
Stützelement
18
Trennsauger
Claims (18)
1. Verfahren zum Auftragen eines flüssigen oder
pastösen Streichmediums auf eine laufende
Materialbahn aus Papier oder Karton in einem
Hybridformer mit folgenden Schritten:
- 1.1 in der Naßpartie einer Papier- oder Kartonmaschine wird auf einem ersten Sieb eine noch nasse Materialbahn gebildet,
- 1.2 nach einer anfänglichen Entwässerung durch das erste Sieb wird ein Streichmedium auf die nicht siebbedeckte Seite der Materialbahn aufgebracht,
- 1.3 anschließend wird ein zweites Sieb auf die bestrichene Seite der Materialbahn aufgelegt und
- 1.4 die Materialbahn auch durch das zweite Sieb entwässert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß anschließend das erste Sieb abgenommen wird und
auf der zweiten Seite der Materialbahn ein
Streichmedium aufgebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß nach dem zweiten Auftrag des Streichmediums auf
die zweite Seite der Materialbahn ein weiteres Sieb
auf die neu bestrichene Seite der Materialbahn
aufgelegt wird und gegebenenfalls eine weitere
Entwässerung auch durch das weitere Sieb
stattfindet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Auftragen auf mindestens
einer der Seiten durch ein Sprühverfahren
ausgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Auftragen auf mindestens
einer der Seiten durch einen Filmapplikator oder
Extruder ausgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2-6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auftragsmedien beider
Seiten eine unterschiedliche Zusammensetzung
aufweisen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Materialbahn beim Auftrag
von einem Stützelement gestützt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch
gekennzeichnet, daß als mindestens ein
Auftragsmedium füllstoffhaltige Applikationsfarbe
verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch
gekennzeichnet, daß als mindestens ein
Auftragsmedium füllstofffreie Applikationsfarbe
verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch
gekennzeichnet, daß als mindestens ein
Auftragsmedium ein Pigmentslurry verwendet wird.
11. Papiermaschine mit einer Vorrichtung zum Auftragen
eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums auf
eine laufende Materialbahn aus Papier oder Karton
mit einer Naßpartie, einer Pressenpartie und einer
Trockenpartie, wobei
- 11.1 in der Naßpartie mindestens ein erstes, eine Stoffsuspension aufnehmendes und die Materialbahn bildendes Sieb und
- 11.2 im weiteren Verlauf ein zweites Sieb, das sich auf die gebildete Materialbahn auflegt und dessen Schlaufe Entwässerungselemente enthält, vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß
- 11.3 vor dem zweiten Sieb mindestens eine Auftragsvorrichtung vorgesehen ist, die mindestens ein Streichmedium auf die offene Oberfläche der Materialbahn aufträgt.
12. Papiermaschine mit einer Vorrichtung nach Anspruch
11, dadurch gekennzeichnet, daß anschließend das
erste Sieb von der Materialbahn weggeführt wird und
mindestens eine weitere Auftragsvorrichtung für die
jetzt freien Oberfläche der Materialbahn vorgesehen
ist.
13. Papiermaschine mit einer Vorrichtung nach Anspruch
12, dadurch gekennzeichnet, daß nach der zweiten
Auftragsvorrichtung ein weiteres Sieb vorgesehen
ist, das an die Materialbahn herangeführt wird und
diese Siebschlaufe weitere Entwässerungselemente
enthält.
14. Papiermaschine mit einer Vorrichtung nach einem der
Ansprüche 11-13, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens eine Auftragsvorrichtung eine
Sprühvorrichtung ist.
15. Papiermaschine mit einer Vorrichtung nach einem der
Ansprüche 11-14, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens eine Auftragsvorrichtung ein
Filmapplikator oder ein Extruder ist.
16. Papiermaschine mit einer Vorrichtung nach einem der
Ansprüche 11-15, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich mindestens einer Auftragsvorrichtung auf
der siebberührten Seite der Materialbahn mindestens
ein, gegebenenfalls als Saugkasten ausgebildetes,
Stützelement vorgesehen ist.
17. Papiermaschine mit einer Vorrichtung nach einem der
Ansprüche 11-16, dadurch gekennzeichnet, daß
anschließend an mindestens eine Auftragsvorrichtung
eine Abnahmevorrichtung für überschüssiges
Streichmedium vorgesehen ist.
18. Papiermaschine mit einer Vorrichtung nach einem der
Ansprüche 11-17, dadurch gekennzeichnet, daß als
Auftragsmedium Pigmentslurry oder ein sonstiges
pigmenthaltiges Auftragsmedium vorgesehen ist.
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Publications (1)
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Country Status (1)
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| DE (1) | DE19823740A1 (de) |
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