DE19822819A1 - Verfahren zur Herstellung eines Fahrradreifens - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines FahrradreifensInfo
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Abstract
Bei dem Verfahren zur Herstellung eines Fahrradreifens (1) wird in einem ersten Schritt ein Schaumstoffkern (2) hergestellt. In einem zweiten Schritt wird dieser Schaumstoffkern (2) in einen Reifenmantel (3) eingebracht. In einem dritten Schritt wird der Mantel (3) mit dem Kern (2) auf die Felge (4) aufgezogen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Fahrradreifens, einem nach diesem Verfahren hergestellten
Reifenkern und ein Fahrrad-Rad.
Herkömmlicherweise haben Fahrradreifen einen luftgefüllten
Schlauch und darüber einen Mantel bzw. eine Decke. Derartige
Reifen haben den Nachteil, daß bei einer Beschädigung des
Mantels und des innenliegenden Schlauchs durch z. B. Scherben
oder Nägel die Luft aus dem Schlauch entweicht und der Reifen
"platt" wird. Ein Weiterfahren mit dem Fahrrad ist dann nicht
mehr möglich. Der Reifen muß an Ort und Stelle ausgetauscht
oder geflickt werden.
Für schwierige Arbeitsbereiche, z. B. bei Flugzeugtransport
vorrichtungen, Landmaschinen, etc. sind aus der
DE-OS 30 32 150 pannenfreie Reifen bekannt, bei denen sich
anstelle des luftgefüllten Schlauchs ein Polyurethan als
Füllmaterial zwischen dem Reifenmantel und der Felge befindet.
Dieses wird als flüssiges Prepolymer in das Innere eines auf
eine Felge gezogenen Reifens gespritzt. Das Prepolymer
reagiert dann im Reifenhohlraum aus, so daß eine geeignete
Härte erhalten wird. Dieses Verfahren ist relativ teuer und
aufwendig. Eine Demontage des Reifens mit einer Entfernung des
Füllmaterials aus dem Reifenmantel ist in der Regel nicht
möglich ohne den Mantel zu beschädigen.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Alternative zu
diesem bekannten Stand der Technik zu schaffen, und einen
Fahrradreifen zu schaffen, welcher pannensicher ist und auf
einfache und billige Weise hergestellt und im Bedarfsfall auch
repariert werden kann.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß dem vorliegenden
Anspruch 1 gelöst.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst der
Schaumstoffkern getrennt vom Mantel und von der Felge
hergestellt. Der Schaumstoffkern kann daher, wie ein bei einem
normalen Fahrradreifen üblicher Schlauch, über den
Fahrradhandel vertrieben werden. Das Einlegen des
Schaumstoffkerns in den Reifenmantel kann problemlos
durchgeführt werden. Ebenso kann der Mantel mit dem darin
befindlichen Kern mit den üblichen Werkzeugen auf die Felge
aufgezogen werden. Eine verfahrenstechnische Anlage, mit der
das Schaumstoffmaterial in nicht ausgehärteter Form in den
Reifen eingespritzt wird, ist nicht erforderlich. Ebenso ist
es auch nicht erforderlich, an der Felge spezielle Ventile
etc. anzusetzen. Es kann daher auch jeder beliebige
Fahrradreifen mit einem derartigen Schaumstoffkern anstelle
eines luftgefüllten Schlauchs versehen werden und somit
erfindungsgemäß umgerüstet werden.
Die Unteransprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen und
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Es ist besonders kostengünstig und einfach, wenn zur
Herstellung des Schaumstoffkerns zunächst ein Schaumstoff-
Strangmaterial erzeugt wird und von diesem ein
Schaumstoffabschnitt mit einer entsprechend dem Umfang des
Fahrrad-Rades angepaßten Länge abgelängt wird und dieser
Schaumstoffabschnitt dann in den Reifenmantel eingelegt wird.
Prinzipiell kann das Schaumstoff-Strangmaterial auch in einer
größeren Länge beim Fahrradhandel bereit gehalten werden und
erst beim Verkauf auf die jeweilige Größe bzw. Länge abgelängt
werden. Diese Vorgehensweise vermindert die
Lagerhaltungskosten.
Zur Stabilisierung des Schaumstoffkerns innerhalb des Mantels
ist es vorteilhaft, wenn der Schaumstoffabschnitt vor dem
Einlegen in den Reifenmantel zu einem Ring zusammengebogen
wird und die beiden Enden des Schaumstoffabschnitts
miteinander verbunden werden, z. B. miteinander verklebt oder
verschweißt werden. Selbstverständlich kann der Kern auch ohne
vorheriges Verbiegen zu einem Ring und einem Verbinden der
Enden lose in den Mantel eingelegt werden.
Der Schaumstoffkern weist vorzugsweise einen im wesentlichen
kreisförmigen Querschnitt mit einem sich radial nach außen
erstreckenden, im zusammengebauten Zustand des Reifens in der
Felge befindlichen Lagerabschnitt auf. Durch diesen
Querschnitt ist dafür gesorgt, daß der Reifenkern den gesamten
Innenquerschnitt zwischen Mantel und Felge gleichmäßig
ausfüllt und der Mantel mit dem Kern stabil auf der Felge
aufliegt.
Der Durchmesser des Reifenkerns ist etwas größer gewählt als
der Innendurchmesser des Mantels, so daß der Reifenkern unter
Spannung im Mantel angeordnet ist, d. h. von allen Seiten
zusammengepreßt wird, um so die nötige Federung bzw. Härte zu
erzeugen.
Der Schaumstoff ist vorzugsweise ein PE-Schaumstoff,
insbesondere ein RG-45-PE-Schaumstoff.
Dieses Material ist wärmeresistent. Es nimmt nur ca. 1 Vol%
Wasser auf und weist ein relativ geringes Gewicht auf, so daß
ein derart bestücktes Rad ungefähr das gleiche Trägheitsmoment
aufweist wie ein luftbereiftes Rad. Die Rohdichte des
Materials beträgt 45 ± 5 kg/m3. Ebenso ist der Rollwiderstand
analog dem luftbereiften Rad. Auch erzielt dieses Material den
gleichen Federeffekt wie ein luftgefüllter Fahrradschlauch.
Der Schaumstoff hat den weiteren Vorteil, daß er immer wieder
verwendbar ist, auch wenn der Fahrradreifenmantel wegen
Verschleiß gewechselt werden muß. Letztendlich kann das
Material aber auch vollständig, z. B. über das Duale System,
entsorgt und einem Recycling zugeführt werden.
Die Erfindung wird im folgenden unter Hinweis auf die
beigefügten Zeichnungen anhand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es stellen dar:
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Fahrrad-Rad mit einer
Felge und einem Reifenmantel und einem darin
befindlichen Reifenkern,
Fig. 2 eine Sprengzeichnung des Fahrrad-Rads gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht eines Schaumstoff-Strangs vor der
Unterteilung in Schaumstoffabschnitte,
Fig. 4 eine Seitenansicht eines fertigen Reifenkerns aus
einem der Schaumstoffabschnitte des Schaumstoff-
Strangmaterials gemäß Fig. 3.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung des
Fahrradreifens (1) wird in einem ersten Schritt ein
Schaumstoffkern (2) hergestellt. Dies geschieht dadurch, daß
zunächst ein endloses Schaumstoff-Strangmaterial (5) erzeugt
wird. Dieses Schaumstoff-Strangmaterial (5) wird in mehrere
Schaumstoffabschnitte (6) unterteilt (s. Fig. 3). Die Länge
der Schaumstoffabschnitte (6) wird entsprechend dem Umfang des
Fahrrad-Rades gewählt. Z. B. wird für ein 26er Tourenrad mit
einem Durchmesser von 66,04 cm ein Schaumstoffabschnitt (6)
mit einer Länge von 193,3 cm abgelängt. Dieser Schaumstoff-
Abschnitt (6) wird dann zu einem Ring (8) zusammengebogen. Die
beiden Enden (7) des Schaumstoffabschnitts (6) werden
anschließend durch Wärmeeinwirkung bis zum Schmelzpunkt
erhitzt, so daß der Ring (8) mit dem eigenen Material
zusammengeschweißt wird.
Der Schaumstoffkern (2) bzw. das Schaumstoff-Strangmaterial
(5) hat einen im wesentlichen kreisförmigen Querschnitt mit
einem sich radial nach außen erstreckenden Lagerabschnitt (9),
auf welchem der Kern (2) im zusammengebauten Zustand des
Reifens (1) in der Felge (4) gelagert ist (s. Fig. 2). Bei
einem 26er Mountain-Bike-Fahrrad werden für den Querschnitt z. B.
folgende Maße gewählt: Durchmesser 53 mm, Breite des
Lagerabschnitts 25 mm, Höhe des Lagerabschnitts ( = radiale
Erstreckung des Lagerabschnitts) 15 mm und Höhe des gesamten
Schaumstoffkerns von der Unterseite des Lagerabschnitts bis
zum oberen Scheitelpunkt des Kerns 65 mm. Diese Maße sind Maße
im entspannten, nicht eingebauten Zustand des Kerns. Der
Durchmesser des entspannten Kerns (2) ist ca. 3 mm größer als
der Innendurchmesser des Mantels (3).
Im zusammengebauten Zustand ist der Reifenkern zwischen dem
Reifenmantel (3) und der Felge (4) zusammengedrückt, so daß er
einer allseitigen Spannung unterliegt und den gesamten
Innenquerschnitt gut ausfüllt.
Vorzugsweise wird als Schaumstoff ein RG-45-PE-Schaumstoff
gewählt. Bei einem 26er-Tourenrad mit den oben angegebenen Maßen
hat ein Schaumstoffkern aus diesem Material ein Gesamtgewicht von
140 Gramm bei einer Füllmenge von 3,07 Litern. Das hier als
bevorzugtes Beispiel genannte RG-45-PE-Material weist folgende
Eigenschaften auf:
Claims (12)
1. Verfahren zur Herstellung eines Fahrradreifens (1), bei
welchem in einem ersten Schritt ein Schaumstoffkern (2)
hergestellt wird und in einem zweiten Schritt dieser
Schaumstoffkern (2) in einen Reifenmantel (3) eingebracht wird
und in einem dritten Schritt der Mantel (3) mit dem Kern (2)
auf die Felge (4) aufgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Herstellung des Schaumstoffkerns (2) zunächst ein
Schaumstoff-Strangmaterial (5) erzeugt wird und von diesem ein
Schaumstoffabschnitt (6) mit einer entsprechend dem Umfang des
Fahrrad-Rades angepaßten Länge abgelängt wird und dieser
Schaumstoffabschnitt (6) dann in den Reifenmantel (3)
eingelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schaumstoffabschnitt (6) vor dem Einlegen in den
Reifenmantel (3) zu einem Ring (8) zusammengebogen wird und
die beiden Enden (7) des Schaumstoffabschnitts (6) miteinander
verbunden werden.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schaumstoffkern (2) einen im
wesentlichen kreisförmigen Querschnitt mit einem sich radial
nach außen erstreckenden, im zusammengebauten Zustand des
Reifens (1) auf/in der Felge (4) befindlichen Lagerabschnitt
(9) aufweist.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schaumstoff ein PE-Schaumstoff ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der PE-Schaumstoff ein RG 45 PE-Schaumstoff ist.
7. Reifenkern (2) für einen Fahrradreifen (1), bestehend aus
PE-Schaumstoff.
8. Reifenkern (2) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der PE-Schaumstoff RG 45-Schaumstoff ist.
9. Reifenkern (2) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch
gekennzeichnet, daß derselbe nach einem Verfahren nach einem
der Ansprüche 1 bis 6 hergestellt ist.
10. Fahrrad-Rad mit einer Felge (4) und einem Reifenmantel
(3), dadurch gekennzeichnet, daß derselbe einen Reifenkern (2)
gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9 aufweist.
11. Fahrrad-Rad nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Reifenkern (2) den gesamten Innenquerschnitt zwischen
Mantel (3) und Felge (4) ausfüllt.
12. Fahrrad-Rad nach Anspruch 10 und 11, dadurch
gekennzeichnet, daß der Reifenkern (2) unter Spannung im
Mantel (3) angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19822819A DE19822819A1 (de) | 1998-05-20 | 1998-05-20 | Verfahren zur Herstellung eines Fahrradreifens |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19822819A DE19822819A1 (de) | 1998-05-20 | 1998-05-20 | Verfahren zur Herstellung eines Fahrradreifens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19822819A1 true DE19822819A1 (de) | 1999-11-25 |
Family
ID=7868525
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19822819A Withdrawn DE19822819A1 (de) | 1998-05-20 | 1998-05-20 | Verfahren zur Herstellung eines Fahrradreifens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19822819A1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE202008013807U1 (de) | 2008-12-02 | 2009-02-19 | Continental Aktiengesellschaft | Schlauchloser Fahrzeugluftreifen |
| EP2172348A3 (de) * | 2008-10-06 | 2010-09-15 | Kabushikigaisha Katazen | Pannensicherer Reifenschlauch, pannensicherer Reifen und Verfahren zum Montieren eines Reifenschlauchs in einen Reifen |
| ES2431740R1 (es) * | 2012-05-25 | 2014-03-06 | Diceltro Garraf S.L. | Espuma polimérica para el relleno de neumáticos de bicicletas de montaña con forma toroida que permite mantener la presion y prevenir los pinchazos |
| CN109397989A (zh) * | 2017-08-16 | 2019-03-01 | 张定玮 | 发泡填充式车轮及其制造方法 |
| GB2580989A (en) * | 2019-01-30 | 2020-08-05 | Wonderland Switzerland Ag | Process for making a wheel assembly for a lightweight vehicle |
-
1998
- 1998-05-20 DE DE19822819A patent/DE19822819A1/de not_active Withdrawn
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| GB2580989B (en) * | 2019-01-30 | 2022-10-12 | Wonderland Switzerland Ag | Process for making a wheel assembly for a lightweight vehicle |
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