DE19820601A1 - Mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit innerer Gemischbildung - Google Patents
Mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit innerer GemischbildungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit innerer Gemischbildung,
mit zwei zu jeweils einem Einlaßventil führenden, drallerzeugend ausgeführten Einlaßkanälen
pro Zylinder, wobei der erste Einlaßkanal vorzugsweise als Tangentialkanal und der zweite
Einlaßkanal als Spiralkanal ausgebildet ist und beide Einlaßkanäle von auf einer Seite des
Zylinderkopfes angeordnete Flanschflächen ausgehen, und wobei die Ventilachsen der Ein
laßventile etwa parallel zueinander ausgebildet sind.
Aus der DE 19 06 443 A ist eine Brennkraftmaschine mit zwei drallerzeugenden Einlaßkanä
len pro Zylinder bekannt, welche von einer gemeinsamen seitlichen Flanschebene ausgehen.
Dies hat den Nachteil, daß für drallerzeugende Kanäle bei gewissen Verhältnissen von Ven
tilposition und Flanschlage Zwänge entstehen, die eine optimale Auslegung der Kanäle hin
sichtlich Drall und Durchfluß verhindern. Unter der Voraussetzung, daß die Verbindung der
Ventilmitten parallel zur Motorlängsachse ist, wird es für diese, eine sehr einfache Ventil
steuerung erlaubende Anordnung sehr schwierig, drallerzeugende Kanäle mit optimalem
Durchfluß zu realisieren.
Es wird dabei einer der Kanäle sowohl als Tangential- oder Spiralkanal optimal den ge
wünschten Drall der Zylinderladung erzeugen. Um die für den zweiten Einlaßkanal günstigste
Position zu finden, ist für einen Spiralkanal ein bestimmter Winkel α, der zwischen der die
Ventil- und Zylindermitte verbindenden Geraden einerseits sowie der die Ventilmitte und ei
nen ersten Spiralquerschnitt verbindenden Geraden andererseits liegt, einzuhalten.
Der durch Messung gefundene Verlauf der Drallzahl Dz in Abhängigkeit vom Winkel α läßt
das Maximum der Drallzahl Dz bei etwa 180° erkennen, so daß dieser Winkel praktisch anzu
streben ist, um optimale Drallwerte zu erreichen.
Aus konstruktiven Gründen ergeben sich dadurch verschiedene Probleme. Ist nämlich der
Zulaufteil des ersten Kanales kurz und strömungsgünstig, so ergibt sich für die Spiralenlage
des zweiten Kanales ein Winkel α von etwa 270°. In diesen Bereich weist die Drallzahl Dz in
Abhängigkeit vom Winkel α jedoch ein Minimum auf. Die Wirkung dieses Kanales ist daher
durch niedrigen Drall und geringeren Durchfluß drastisch verschlechtert.
Bei der aus der DE 19 06 443 A bekannten Anordnung, bei der die Spirale des ersten Kanales
eine optimale Lage von α=180° aufweist, muß der Kanalzulaufteil des zweiten Kanales stark
gekrümmt werden. Eine beliebige Vergrößerung des Krümmungsradius des Kanalzulaufteiles
ist wegen Überschneidung mit dem zum Nachbarzylinder führenden Kanal nicht möglich. Es
kommt in diesem stark gekrümmten Zulaufteil zu Strömungsablösungen, die die Vorteile der
guten Spiralenlage zunichte machen.
Brennkraftmaschinen, bei denen jeweils die Flanschfläche des Einlaßkanales sowohl zur Mo
torlängsebene als auch zur Zylinderkopfebene geneigt ist, sind aus den Veröffentlichungen
US 5 379 729 A, DE 42 08 725 A1, FR 1 225 060 A, EP 0 062 143 A2 und EP 0 431 866 A1
bekannt. Der Einlaßkanal ist dabei aber nicht als Spiralkanal ausgeführt, so daß relativ große
konstruktive Freiheiten bestehen. Bei Brennkraftmaschinen mit einem Tangentialkanal und
einem Spiralkanal ist es weitaus schwieriger eine Anordnung zu finden, welche einerseits eine
optische Strömungsgestaltung ermöglicht und andererseits bauliche und konstruktive Nach
teile für angrenzende Bauteilen vermeidet.
So ist aus der EP 0 527 122 B1 eine Brennkraftmaschine der eingangs genannten Art mit einer
Kanalanordnung bekannt, die bei einer Ventilanordnung mehr oder weniger parallel zur Mo
torachse eine optimale Drallerzeugung erlaubt. Dies wird dadurch erreicht, daß der zweite
Einlaßkanal so ausgeführt ist, daß zumindest an einer Stelle die Kanalmittellinie etwa in
Richtung der Zylinderachse liegt, wobei der zweite Einlaßkanal von einer in Motorlängsrich
tung liegenden Flanschebene ausgeht, die etwa normal zur Zylinderachse angeordnet ist. Die
se Anordnung erlaubt zwar eine optimale Strömungsgestaltung, hat allerdings den Nachteil,
daß die Flanschfläche des zweiten Einlaßkanales im Bereich der Zylinderkopfdeckfläche an
geordnet ist, wodurch sich bei der Saugrohrgestaltung konstruktive Probleme ergeben.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu vermeiden und eine Kanalanordnung zu
schaffen, die trotz einer Ventilanordnung mehr oder weniger parallel zur Motorachse eine
optimale Drallerzeugung erlaubt und eine seitliche Zuführung der Einlaßkanäle ermöglicht.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die Flanschfläche des zweiten Einlaßkanales
sowohl zur Zylinderkopfdichtebene als auch zur durch die Zylinderachsen aufgespannten
Motorlängsebene geneigt ist und daß der zweite Einlaßkanal eine durch zumindest eine Zylin
derkopfschraubenachse im Bereich zwischen zwei benachbarten Zylindern verlaufende Mo
torquerebene schneidet. Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, daß die Flanschfläche des zwei
ten Einlaßkanales mit der Motorlängsebene einen Winkel zwischen 30° und 80°, vorzugs
weise einen Winkel zwischen 40° und 70°, besonders vorzugsweise einen Winkel zwischen
50° und 60° einschließt. Der zweite Einlaßkanal wird dabei schraubenförmig um die Zylin
derkopfschraube herumgeführt. Dadurch, daß der zweite Einlaßkanal dabei von der geneigten
Flanschfläche ausgeht, ergibt sich ein größtmöglicher Krümmungsradius der Kanalmittellinie,
so daß Strömungsablösungen in jedem Fall vermieden werden können. Durch beide Maßnah
men zusammen, nämlich geneigte Anordnung der Flanschfläche und Zuführung des Einlaß
kanales von einem Bereich des Nachbarzylinders, läßt sich ein viel größerer Krüm
mungsradius erzielen, als durch jede einzelne Maßnahme allein betrachtet.
Infolge der damit erreichten Freizügigkeit bei der Anordnung der drallerzeugenden Kanäle
können optimale Verhältnisse bezüglich Drall und Strömung bei seitlicher Zuführung der
Einlaßkanäle erreicht werden.
In einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, daß die Flanschflä
che des ersten und des zweiten Einlaßkanales in einer gemeinsamen Flanschebene liegen. Da
durch kann ein einfaches, trotzdem günstiges und raumsparendes Einlaßröhrenwerk konzipiert
werden.
Sehr vorteilhaft ist es, wenn die Einlaßkanäle von Bereichen der Flanschfläche ausgehen, wel
che sich - im Grundriß betrachtet - außerhalb der Zylinder befinden. Dies ermöglicht es, Ein
laßkanäle und Nockenwellenanordnung unabhängig voneinander und ohne Eingehen eines
Zielkonfliktes festzulegen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den Verlauf der Drallzahl Dz in Abhängigkeit von einem Bezugswinkel α,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 4,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 4 und
Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel eines Zylinderkopfes gemäß der Erfindung in Draufsicht.
In Fig. 1 ist die gemessene Drallzahl Dz in Abhängigkeit vom Winkel α dargestellt. Dabei ist
der über der Zylinderbohrung 22 angeordnete Ventilmittelpunkt im Bereich der Mündung in
den Brennraum mit 1 bezeichnet. Der Winkel α wird gebildet von der den Ventilmittelpunkt
1 und den Zylindermittelpunkt 2 verbindenden Geraden 21 einerseits, sowie dem vom Ven
tilmittelpunkt 1 ausgehenden Radius 20, der die Lage des ersten Spiralquerschnittes 3 festlegt,
andererseits. Man kann das Maximum 4 der Drallzahl Dz bei einem Winkel α von knapp über
180° erkennen.
In den Fig. 2 und 3, welche Kanallängsschnitte durch die Einlaßkanäle 9 und 10 zeigen, sind
die Achsen der Einlaßventile mit 5 und jene der Auslaßventile mit 6 bezeichnet. Sowohl der
als Tangentialkanal ausgebildete erste Einlaßkanal 9, als auch der als Spiralkanal ausgebildete
zweite Einlaßkanal 10 gehen von in einer gemeinsamen Flanschebene 12 liegende Flanschflä
chen 12a, 12b auf der der Auslaßseite gegenüberliegenden Seite des Zylinderkopfes 11 aus.
Die Flanschfläche 12b ist dabei sowohl zur durch die Zylinderachsen 7 aufgespannten Mo
torlängsebene 8, als auch zur Zylinderkopfdichtebene 18 geneigt angeordnet. Die Flanschflä
che 12b schließt dabei mit der Motorlängsebene 7 bzw. einer parallelen Ebene 7a im Ausfüh
rungsbeispiel einen Winkel β von etwa 50° bis 60° ein. Mit γ ist ein Bezugswinkel zwischen
der Flanschebene 12 und einer durch die Ventilachsen 5 aufgespannten, im Beispiel zur Mo
torlängsebene 8 leicht geneigten Ventilachsenebene 5a bzw. einer dazu parallelen Ebene 5b
bezeichnet. Der als Spiralkanal ausgebildete zweite Einlaßkanal 10 ist im Bereich des Nach
barzylinders so angeordnet, daß der Einlaßkanal 10 eine durch die Zylinderkopfschrau
benachse 13 gelegte Motorquerebene 13a, welche etwa normal auf die Kurbelwellenachse
verläuft, schneidet. Der zweite Einlaßkanal 10 ist dabei um eine Zylinderkopfschraubenboh
rung 14 herumgeführt. In Kombination mit der geneigten Flanschfläche 12b wird erreicht, daß
die Strömungsmittellinie 10a des zweiten Einlaßkanales einen relativ großen Krümmungsra
dius beschreibt und der Einlaßkanal 10 in einem zum Erreichen einer optimalen Drallzahl Dz
maßgeblichen Winkel α von ca. 180° in die Einlaßspirale 10b einmündet. Die Strömungslinie
des ersten Einlaßkanales ist mit 9a bezeichnet.
Mit 6a ist die Lage der Auslaßkanalmündungen, mit 5a die Lage der Einlaßkanalmündungen
in den Brennraum angedeutet.
Alternativ zu dem als Tangentialkanal ausgelegten ersten Einlaßkanal 9 kann dieser auch als
Neutral- oder Spiralkanal gestaltet sein.
Claims (5)
1. Mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit innerer Gemischbildung, mit zwei zu jeweils
einem Einlaßventil führenden, drallerzeugend ausgeführten Einlaßkanälen (9, 10) pro
Zylinder (22), wobei der erste Einlaßkanal (9) vorzugsweise als Tangentialkanal und der
zweite Einlaßkanal (10) als Spiralkanal ausgebildet ist und beide Einlaßkanäle (9, 10)
von auf einer Seite des Zylinderkopfes (11) angeordneten Flanschflächen (12a, 12b)
ausgehen, und wobei die Ventilachsen (5) der Einlaßventile etwa parallel zueinander
ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet daß die Flanschfläche (12b) des zweiten
Einlaßkanales (10) sowohl zur Zylinderkopfdichtebene (18) als auch zur durch die Zy
linderachsen (7) aufgespannten Motorlängsebene (8) geneigt ist und daß der zweite
Einlaßkanal (10) eine durch zumindest eine Zylinderkopfschraubenachse (13) im Be
reich zwischen zwei benachbarten Zylindern (22) verlaufende Motorquerebene (13a)
schneidet.
2. Brennkraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flanschflä
che (12b) des zweiten Einlaßkanales (10) mit der Motorlängsebene (8) einen Winkel (β)
zwischen 30° und 80°, vorzugsweise einen Winkel (β) zwischen 40° und 70°, besonders
vorzugsweise einen Winkel (β) zwischen 50° und 60° einschließt.
3. Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Flanschflächen (12a, 12b) des ersten und zweiten Einlaßkanales (9, 10) in einer gemein
samen Flanschebene (12) liegen.
4. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Einlaßkanäle (9, 10) von Bereichen der Flanschfläche (12b) ausgehen, welche sich - im
Grundriß betrachtet - außerhalb der Zylinder (22) befinden.
5. Brennkraftmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Flanschfläche (12b) des zweiten Einlaßkanales (10) zu einer durch die Einlaßven
tilachsen (5) aufgespannten Ebene (5a) einen Winkel (γ) zwischen 40° und 80°, vor
zugsweise zwischen 50° und 70°, besonders vorzugsweise einen Winkel (γ) von etwa
60° einschließen.
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