DE19818425A1 - Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte Mikrodissektion - Google Patents
Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte MikrodissektionInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Handhabung von
Proben für die membrangestützte Mikrodissektion sowie dafür
optimierte Konstruktionsvorschläge.
Die membrangestützte Mikrodissektion wurde 1992 erstmals vom
Anmelder beschrieben und in weiteren Arbeiten präzisiert (1-3).
Die Vorteile des Verfahrens sind in (3) beschrieben. Das
Verfahren beruht darauf, daß die zu dissezierenden Objekte nicht
direkt auf den Objektträger aufgebracht werden, sondern auf eine
Trägermembran (Stand der Technik, Abb. 1). Diese
Trägermembran erleichtert die Mikrodissektion in mehrfacher
Weise: Erstens bleiben Beschaffenheit und Gestalt (histologische
oder zytologische Integrität) des Dissektates erhalten, was die
Qualität der Dissektion leicht überprüf- und dokumentierbar
macht. Zweitens erleichtert die Trägermembran den Transfer des
Dissektates ohne Beschädigung desselben in ein Reaktionsgefäß
für die folgende Analyse. Drittens kann die Trägermembran als
Substitut des Deckgläschens dienen und verbessert so die
optische Qualität des mikroskopischen Bildes und verhindert die
Verunreinigung des zu dissezierenden Objektes von außen. Die Art
der Mikrodissektion spielt dabei keine Rolle; sie kann sowohl
manuell als auch mittels elektromagnetischer Strahlen, zum
Beispiel ultravioletten Laserstrahlen (4,5), geschehen. Die
Trägermembran kann mittels ultravioletter Strahlung desinfiziert
werden (3, Abb. 1, 10).
Bezüglich der optimalen Dicke der Membran besteht ein
Zielkonflikt: Einerseits läßt sich die Membran umso besser
schneiden und beeinträchtigt die optische Qualität umso weniger,
je dünner sie ist, vorzugsweise dünner als 5 Mikrometer. Auf der
anderen Seite lassen sich sehr dünne Membranen schlecht
handhaben, da sie schlecht sichtbar sind, Falten werfen,
einreißen und Ähnliches mehr.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Handhabung von
Proben für die membrangestützte Mikrodissektion, wobei die
Trägermembran von einem Rahmen gehalten wird (Abb. 2), sowie
dafür optimierte Konstruktionsvorschläge.
Dadurch bleibt die Trägermembran immer plan und gestreckt, und
sie kann einfach erkannt und transportiert und positioniert
werden. Zudem ist sie von beiden Seiten zugleich zugänglich und
kann von beiden Seiten bearbeitet werden.
Die Trägermembran kann dann auch durch beidseitige Bestrahlung
(zum Beispiel mit ultraviolettem Licht) in einem Schritt auf
beiden Seiten dekontaminiert werden, selbst wenn sie nicht
durchlässig für ultraviolettes Licht ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß das in diesem Fall an einer Seite freiliegende zu
dissezierende Objekt in einem weiteren Schritt mit mit einer
zweiten, ähnlich gebauten passenden Membran-/Rahmenkonstruktion
eingedeckt wird (Abb. 2a und 2b). Welche der beiden Membranen
dem Objektiv zugewandt werden soll, muß von der jeweiligen
Anwendung abhängen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß die zum Eindecken benutzte Membran, in ihrer Dicke
und Brechungsindex unter Berücksichtigung des Eindeckmittels auf
das Objektiv abgestimmt wird. Dadurch können ohne wesentlichen
Verlust an optischer Qualität solche Objektive verwendet werden,
die für die Verwendung handelsüblicher Deckgläschen und
Eindeckmedien vorgesehen sind.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß sich die Maße der Membran-/Rahmenkonstruktionen an
den Maßen von Standardobjektträgern (zum Beispiel 26 × 76 mm)
orientieren, wodurch sie in handelsüblichen Präparatekästen
aufbewahrt und transportiert werden können.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß Rahmen und Unterlage, beziehungsweise die Rahmen für
Trägermembran und die Rahmen für die Deckmembran so geformt oder
mit Ausstülpungen versehen sind, daß sie ineinander einrasten,
beziehungsweise verschiebefest miteinander verbunden werden.
Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn Rahmen auf einer
planen Unterlage (zum Beispiel Objektträger, Abb. 3)
befestigt werden sollen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß die beiden Rahmen, beziehungsweise Membranen durch
einen Abstandhalter in einem definierten Abstand voneinander
gehalten werden. Dieser Abstandhalter kann als weiterer Rahmen,
aber auch anders gestaltet sein. Der definierte Abstand zwischen
den Membranen kann auch durch eine geeignete Konstruktion der
Rahmen erreicht werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß der Rahmen derart gestaltet ist, daß die
Trägermembran mit dem Rahmen nicht verschweißt oder verklebt
wird, sondern in den Rahmen auswechselbar eingespannt wird. Dann
kann derselbe Rahmen mehrfach mit Membran bespannt und somit
mehrfach verwendet werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß die Membran-/Rahmenkonstruktion zur Dekontamination
mit elektromagnetischer Strahlung anderer Wellenlänge als
ultraviolettes Licht, zum Beispiel Gammastrahlung oder mit
Partikeln, zum Beispiel Elektronen bestrahlt wird.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht
darin, daß die Rahmen so gestaltet sind, daß die Membran nicht
plan ausgespannt ist, sondern definierte Formen im Raum
einnimmt. Damit können auch nicht-planare Objekte an ihrer
Oberfläche von Membran bedeckt werden.
1. Wieland I, Böhm M, Bogatz S (1992): Isolation of DNA
sequences deleted in lung cancer by genomic difference cloning.
Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA
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2. Böhm M, Wieland I, Totzeck B (1993): Detection of tumor-specific homozygous deletions in human biopsies by polymerase chain reaction. Cancer Genetics and Cytogenetics 65: 83-87.
3. Böhm M, Wieland I (1997) Analysis of tumour-specific alterations in native specimens by PCR: How to procure the tumour cells!, International Journal of Oncology 10: 131-139.
4. Böhm M, Wieland I, Schütze K, Rübben H (1997) Microbeam-MOMeNT: Non-contact microdissection of membrane-mounted native tissue, Am J Pathol 151: 63-67.
5. Deutsches Patentamt, Offenlegungsschrift DE 196 03 996 A1.
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5. Deutsches Patentamt, Offenlegungsschrift DE 196 03 996 A1.
In Abb. 1 wird eine Trägermembran 2 für die Mikrodissektion
(24 × 60) mm auf einen Standardobjektträger aus Glas 4 (26 × 76
mm) aufgebracht und mit einem Tropfen Gefrierkleber 6 oder einem
anderen wasserlöslichen Kleister an einer Ecke 8 des
Objektträgers 4 fixiert. Dargestellt ist ferner eine oberhalb
des Objektträgers 4 angeordnete Strahlungsquelle für
ultraviolettes Licht 10 mit 254 nm Wellenlänge, mit der die
Membran bestrahlt wird.
In Abb. 2b wird eine Trägermembranmembran 2 für die
Mikrodissektion (26 × 76 mm) auf einen Rahmen 12 (26 × 76 mm,
Rahmenprofil 2 × 2 mm) aufgebracht und darauf fixiert. Die
Trägermembran 2 besteht aus Polyester, Polyethylen oder
Polykarbonat von weniger als 5 µm Dicke.
Auf der Trägermembranmembran 2, beziehungsweise dem Rahmen 12 ist
ein Abstandhalter 14 (20 × 70 mm, Rahmenprofil 2 mm × 10 µm) zur
Abstandhaltung zwischen Trägermembran und Deckmembran
angebracht.
Dargestellt sind ferner oberhalb 10 und unterhalb 11 der
Membran-/Rahmenkonstruktionen angeordnete Strahlungsquellen für
ultraviolettes Licht mit 254 nm Wellenlänge.
In Abb. 2a wird eine Deckmembran 3 (20 × 70 mm) auf einen
Rahmen 13 (20 × 70 mm, Rahmenprofil 2 × 2 mm) aufgebracht und
darauf fixiert. Die Deckmembran 3 besteht aus Polyester,
Polyethylen oder Polykarbonat von mehr als 30 µm Dicke. Die
Membran- und Rahmengröße ist so gewählt, daß die Deckmembran 3
auf Rahmen 13 in die Aussparung des Rahmens 12 der Trägermembran
2 aus Abb. 2b paßt. Die Abb. 2a und 2b sind als
Explosionszeichnung zu verstehen, wobei die ultravioletten
Strahlungsquellen 10 und 11 vor dem Zusammenstecken entfernt
werden müßten.
In Abb. 3a ist der Rahmen 12 der Trägermembran mit
Rastverbindern 20 versehen, die in entsprechende Aussparungen 21
des Objektträgers 5 passen. Alternativ ist der Rahmen 12 der
Trägermembran in Abb. 3b mit Rastverbindern 22 versehen,
die den Objektträger 4 umgreifen, so daß im Objektträger 4
entsprechende Aussparungen nicht erforderlich sind.
Claims (20)
1. Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die
membrangestützte Mikrodissektion, dadurch gekennzeichnet, daß
die Trägermembran von einem Trägerrahmen gehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Trägermembran dünner als 5 Mikrometer ist.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Trägermembran aus einem ultraviolettes Licht
absorbierenden Polymer besteht.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie am Rahmen
permanent fixiert ist.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen derart
gestaltet ist, daß die Trägermembran in den Rahmen auswechselbar
eingespannt werden kann.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Trägermem
bran-/Rahmenkonstruktion eine zweite Deckmembran-/Rahmenkonstruktion
aufgesetzt wird und das zu mikrodissezierende Objekt zwischen
beiden Membranen zu liegen kommt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranen der
Membran-/Rahmenkonstruktion(en) in ihrer Dicke und
Zusammensetzung auf das Eindeckmedium und die Optik des zur
Betrachtung verwendeten Mikroskops derart abgestimmt sind, daß
sich eine optimale optische Qualität ergibt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Membran der
Deckmembran-/Rahmenkonstruktion dicker als 10 µm ist.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein definierter Abstand
zwischen Träger- und Deckmembran durch einen Abstandhalter
erreicht wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckmembran aus einem
durchsichtigen Polymer besteht.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein definierter Abstand
zwischen Träger- und Deckmembran durch eine entsprechende
Gestaltung der beiden Rahmen erreicht wird.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägermembran dem
Objektiv zugewandt ist.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckmembran dem
Objektiv zugewandt ist.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mem
bran-/Rahmenkonstruktionen in ihren Abmessungen so gehalten sind, daß
sie in Standardaufbewahrungs- und -transportgefäßen Platz
finden.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen Ausstülpungen
und/oder Aussparungen besitzen, mit denen sie ineinander oder in
entsprechend gestaltete plane Unterlagen (Objektträger)
einrasten.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Objektträger
Ausstülpungen und/oder Aussparungen besitzen, in die
entsprechend gestaltete Rahmen passen.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Rahmen so gestaltet
sind, daß die Membranen nicht planar ausgespannt sind, sondern
im Raum definierte Formen annehmen.
18. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Membranen nicht
teilweise durchlässig für ultraviolettes Licht sind.
19. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mem
bran-/Rahmenkonstruktionen mit nicht-ultravioletten
elektromagnetischen Strahlen bestrahlt werden.
20. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mem
bran-/Rahmenkonstruktionen mit Partikeln bestrahlt werden.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29823783U DE29823783U1 (de) | 1997-10-18 | 1998-04-25 | Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte Mikrodissektion |
| DE19818425A DE19818425A1 (de) | 1997-10-18 | 1998-04-25 | Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte Mikrodissektion |
| AT98119604T ATE246349T1 (de) | 1997-10-18 | 1998-10-16 | Vorrichtung zur handhabung von proben für die membrangestützte mikrodissektion |
| DE59809151T DE59809151D1 (de) | 1997-10-18 | 1998-10-16 | Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte Mikrodissektion |
| EP98119604A EP0926480B9 (de) | 1997-10-18 | 1998-10-16 | Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte Mikrodissektion |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19746178 | 1997-10-18 | ||
| DE19818425A DE19818425A1 (de) | 1997-10-18 | 1998-04-25 | Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte Mikrodissektion |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19818425A1 true DE19818425A1 (de) | 1999-07-15 |
Family
ID=7845987
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19818425A Ceased DE19818425A1 (de) | 1997-10-18 | 1998-04-25 | Vorrichtung zur Handhabung von Proben für die membrangestützte Mikrodissektion |
Country Status (1)
| Country | Link |
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