DE19817290A1 - Längswälzlager - Google Patents
LängswälzlagerInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Längswälzlager, bestehend aus einer Außenhülse und einem in der Bohrung der Außenhülse angeordneten dünnwandigen Innenrohr sowie zwischen der Außenhülse und dem Innenrohr in am Umfang verteilten längsverlaufenden Rillen oder dgl. angeordneten Wälzkörpern. Um hohe Tragfähigkeit, Übertragbarkeit großer Drehmomente und hohe Biegefestigkeit zu erreichen, besteht das Innenrohr (3) aus einem sternförmigen, in Umfangsrichtung gewellten Rohr, dessen durch die Wellen gebildeten längsverlaufenden und radial nach außen offenen Rillen (5) die Laufbahnen für die Wälzkörper (4) bilden oder tragen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Längswälzlager, bestehend aus einer Außenhülse und
einem in der Bohrung der Außenhülse angeordneten dünnwandigen Innenrohr sowie
zwischen der Außenhülse und dem Innenrohr in am Umfang verteilten
längsverlaufenden Rillen oder dgl. angeordneten Wälzkörpern.
Solche Längswälzlager werden für die unterschiedlichsten Anwendungen
eingesetzt. Sie sollen in begrenzten Hubwegen in Längsrichtung zueinander
verschiebbare Maschinenteile reibungsarm und genau führen und müssen dabei
auch große Kräfte aus allen Richtungen, Momente und sogar Drehmomente
übertragen.
Es sind Längswälzlager bekannt, die aus massiven Teilen bestehen, die nicht nur
schwer von Gewicht, sondern auch nur mit großem fertigungstechnischen Aufwand
zu fertigen, also sehr teuer sind und meist keine Drehmomente übertragen können.
Aus der FR 1 278 851 sind Teleskopführungen mit einem im Querschnitt
quadratischen Außenrohr und einem runden Innenrohr bekannt, wobei die
Wälzkörper in zwei diagonal gegenüberliegenden Ecken des Außenrohrs geführt
sind. Im zylindrischen Innenrohr sind flache, im Querschnitt kreisbogen- oder
prismenförmig ausgebildete Nuten eingearbeitet, die die Laufbahnen für die Kugeln
bilden. Diese Nuten schwächen den Querschnitt des Rohres, so daß dieses bekannte
Lager nicht sehr tragfähig und formstabil ist. Mit dieser Losung sind darüber hinaus
nur geringe Drehmomente übertragbar.
Weiterhin sind mehreckige Teleskoprohre bekannt, die aus einem dünnwandigen
Innenrohr und ebenfalls dünnwandigem Außenrohr - beide mit rechteckigem
Querschnitt - gefertigt werden, zwischen denen Wälzkörper angeordnet sind. Das
Innenrohr weist an den Ecken Einziehungen auf, wobei in mindestens zwei
diametral gegenüberliegenden Einziehungen Kugeln gelagert sind, die sich an zwei
Punkten an den Innenflächen des Außenrohrs abstützen (DE-GM 19 19 240).
Diese bekannten Wälzlager, die für höhenverstellbare Tische zur Anwendung
gelangen sollen, sind einmal nicht form- und biegesteif genug und weisen nur eine
geringe Tragfähigkeit auf. Sie sind nicht für hochbelastete Anwendungen, wie z. B.
in Auflaufbremsen für Anhänger oder dgl., wo hohe Kräfte und Momente auftreten
geeignet. Auch sind diese bekannten Ausführungen nicht spielfrei herzustellen.
Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Längswälzlager der
eingangs genannten Art mit hoher Tragfähigkeit - auch hinsichtlich Drehmomente -
und Biegesteifheit einfach und kostengünstig herzustellen, wobei ohne großen
Aufwand - je nach Wunsch - Spielfreiheit oder Vorspannung erreicht werden kann.
Gelöst wird diese Aufgabe nach der Erfindung dadurch, daß das Innenrohr aus
einem sternförmigen in Umfangsrichtung gewellten Rohr gefertigt wird, dessen
durch die Wellen gebildete längsverlaufende und radial nach außen offene Rillen
die Laufbahnen für die Wälzkörper bilden.
Durch die sternförmige und in Umfangsrichtung gewellte Form des Rohres wird in
einfacher Weise ein trotz geringer Wandstärke formstabiles und biegesteifes
Lagerteil von hoher Tragfähigkeit geschaffen, das kostengünstig hergestellt werden
kann. Die Seitenwände der Rillen bilden die Laufbahnen, ohne daß diese besonders
bearbeitet, d. h. zum Beispiel geschliffen, werden müssen.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung werden die Seitenwände jeder Rille
V-förmig und senkrecht aufeinanderstehend ausgebildet, so daß eine Art Prisma
entsteht, wobei sich die Wälzkörper, z. B. Kugeln, im Zweipunktkontakt abstützen.
Auch das trägt zur Erhöhung der Tragfähigkeit sowie zur Übertragbarkeit großer
Drehmomente bei.
Die Rillen im Innenrohr werden nach einem weiteren Merkmal der Erfindung
jeweils paarweise diametral gegenüberliegend angeordnet. Das hat den Vorteil, daß
die Laufbahnen der benachbarten Rillenpaare, bezogen auf die Mittelachse des
Lagers, auf unterschiedlichen Durchmessern angeordnet werden können, wobei die
Abweichungen der Durchmesser nach weiteren Merkmalen der Erfindung in der
Größenordnung von 0,1 bis 0,5 mm, vorzugsweise bei 0,2 mm liegen.
Wenn nun, was in manchen Fällen ausreichend ist, nur in einem diametral
gegenüberliegenden Paar von Rillen Wälzkörper angeordnet werden, kann je nach
Herstellungstoleranzen der Teile und insbesondere der Rillen im Innenrohr und auch
in der Außenhülse bei gleichem Durchmesser der Wälzkörper ein gewünschtes
Radialspiel im Lager oder sogar Spielfreiheit oder Vorspannung erzeugt werden.
Um diese Möglichkeiten besser nutzen zu können, wird nach einem weiteren
Merkmal der Erfindung vorgeschlagen, die paarweise gegenüberliegenden Rillen im
Innenrohr und/oder in der Außenhülse durch geeignete Markierungen zu
kennzeichnen.
Schließlich ist es nach einem weiteren Merkmal der Erfindung möglich, in die
längsverlaufenden Rillen des Innenrohres und/oder der Außenhülse gehärtete
Laufbahnplatten einzulegen. Diese z. B. aus gehärtetem Stahlblech gefertigten
Laufbahnplatten können der Form der Rillen angepaßt, d. h. z. B. V-förmig gebogen
sein. Durch diese Maßnahme wird die Tragfähigkeit erhöht, wenn z. B. Innenrohr
und/oder Außenhülse aus weicheren Werkstoffen, wie Stahlblech oder Aluminium
oder sonstigen Leichtmetall-Legierungen gefertigt sind. Vorzugsweise werden
Innenrohr- und/oder Außenhülse aus Aluminium-Strangpreßprofilen gefertigt.
Als Wälzkörper können, wie erwähnt Kugeln, oder z. B. kreuzweise angeordnete
Zylinderrollen verwendet werden.
Die Außenhülse kann massiv, z. B. aus einer Leichtmetall-Legierungen, oder ebenso
wie das Innenrohr aus Stahlblech hergestellt werden. Die radial nach innen offenen
Rillen in der Außenhülse, die die Laufbahnen bilden, können durch spanabhebende
oder spanlose Bearbeitung erzeugt werden. Wie bereits erwähnt, können gehärtete
Stahlbleche zur Bildung der Laufbahnen eingelegt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung soll nachstehend anhand eines
Ausführungsbeispiels näher beschrieben werden.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt und
Fig. 2 einen Längsschnitt längs der Linie A-A durch ein erfindungsgemäßes
Längswälzlager und
Fig. 3 einen Querschnitt durch die Innenhülse der Längswälzlagers nach Fig.
1 und 2 und
Fig. 4 eine schematische Darstellung der Laufbahnen im Innenrohr auf
unterschiedlichen Durchmessern.
Das Längswälzlager nach der Erfindung besteht aus einer Außenhülse 1, einem in
der Bohrung 2 der Außenhülse 1 angeordneten Innenrohr 3 sowie zwischen der
Außenhülse 1 und dem Innenrohr 3 angeordneten Wälzkörpern, z. B. Kugeln 4.
Das Innenrohr 3 ist, wie insbesondere aus Fig. 1 und 3 ersichtlich ist, aus einem im
Querschnitt sternförmigen, in Umfangsrichtung gewellten Rohr gebildet, dessen
durch die Wellen gebildeten, längsverlaufenden und radial nach außen offenen, am
Umfang verteilten Rillen 5 zur Aufnahme der die Laufbahnen 6 und 7 für die
Wälzkörper 4 bildenden Laufbahnplatten 8 mit V-förmigem Querschnitt dienen.
Diese Laufbahnplatten 8 stützen sich auf den senkrecht aufeinander stehenden
Seitenwänden 9 und 10 jeder Rille 5 ab. Die Außenhülse 1 ist in der Bohrung 2
ebenfalls mit längsverlaufenden Rillen 11 versehen, die V-förmig und prismatisch
ausgebildet sind und ebenfalls V-förmig ausgebildete Laufbahnplatten 12 mit den
Laufbahnen 13 und 14 für die Kugeln 4 aufnehmen können.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich sind bei diesem Ausführungsbeispiel nur in zwei
diametral gegenüberliegenden Rillen 5 bzw. 11 Laufbahnplatten 8 bzw. 12 und
Wälzkörper 4 angeordnet. Diese Anordnung reicht in der Regel aus.
Wie oben beschrieben, ist es zur Schaffung eines bestimmten Lagerspiels sinnvoll,
die Laufbannen der in Umfangsrichtung benachbarten Rillen im Innenrohr auf
verschiedenen Durchmessern anzuordnen und die Laufbahnen auszuwählen, die den
gewünschten Wert ergeben. Dies ist in Fig. 4 dargestellt, wobei zur Vereinfachung
auf die Laufbahnplatten 8 verzichtet wurde und die Kugeln 4 unmittelbar auf den
Seitenwänden 9 und 10 anliegen.
Aufgrund der prismenförmigen Anordnung der Seitenwände 9 und 10 berühren die
Kugeln 4 in den Rillen 5 die Seitenwände 9 und 10 in den Punkten 15 und 16. Diese
Punkte 15 und 16 liegen auf dem Durchmesser D1. In den benachbarten Rillen 5'
sind die Seitenwände 9' und 10' geringfügig so verändert, daß die Berührungspunkte
15' und 16' auf einem Durchmesser D2 zu liegen kommen, der etwa 0,2 mm größer
ist. Um das Messen dieser Unterschiede zu erleichtern, ist es sinnvoll, zwei Kugeln
4 in die Rillen 5 bzw. 5' einzulegen und dann den Hüllkreisdurchmesser DH bzw.
DH' zu bestimmen.
Beim nächsten Paar benachbarter Rillen 5'' können - was aus Gründen der
Übersichtlichkeit in der Fig. 4 nicht mehr dargestellt ist - die Seitenwände noch
einmal so verändert werden, daß die Berührungspunkte der Kugeln mit den
Seitenwänden auf einem noch einmal um 0,2 mm größeren Durchmesser als D2
liegen. Damit sind in einem Längswälzlager mit sechs am Umfang verteilten Rillen
5, 5' und 5'' bei gleichbleibenden Rillen 11 in der Außenhülse 1 drei
Variationsmöglichkeiten für das Radialspiel oder für Vorspannung gegeben.
Um die richtige Lage der Rillen mit den unterschiedlichen Durchmessern zu
kennzeichnen, können an geeigneten Stellen besondere Markierungen, wie Kerben,
Farbsymbole oder dgl. angebracht werden (nicht gezeichnet). Bei Verwendung von Aluminium-Strangpreßprofilen können längsverlaufende Rillen als Markierungen mit eingepreßt oder eingezogen werden.
Farbsymbole oder dgl. angebracht werden (nicht gezeichnet). Bei Verwendung von Aluminium-Strangpreßprofilen können längsverlaufende Rillen als Markierungen mit eingepreßt oder eingezogen werden.
Claims (9)
1. Längswälzlager, bestehend aus einer Außenhülse und einem in der Bohrung
der Außenhülse angeordneten dünnwandigen Innenrohr sowie zwischen der
Außenhülse und dem Innenrohr in am Umfang verteilten längsverlaufenden
Rillen oder dgl. angeordneten Wälzkörpern, dadurch gekennzeichnet, daß das
Innenrohr (3) aus einem sternförmigen, in Umfangsrichtung gewellten Rohr
besteht, dessen durch die Wellen gebildeten längsverlaufenden und radial nach
außen offenen Rillen (5) die Laufbahnen für die Wälzkörper (4) bilden oder
tragen.
2. Längswälzlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die
Laufbahnen (6, 7) bildenden oder tragenden Seitenwände (9, 10) jeder Rille
(5) V-förmig und senkrecht aufeinander stehend ausgebildet sind.
3. Längswälzlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rillen (5) im Innenrohr (3) jeweils paarweise diametral gegenüberliegend
angeordnet sind.
4. Längswälzlager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß nur in einem
diametral gegenüberliegenden Paar von Rillen (5) Wälzkörper (4) angeordnet
sind.
5. Längswälzlager nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Laufbahnen (6, 7) der in Umfangsrichtung benachbarten Rillen (5, 5', 5'') im
Innenrohr (3) und/oder in der Außenhülse (1) bezogen auf die Mittelachse des
Lagers auf unterschiedlichen Durchmessern (D1, D2, Dn) liegen.
6. Längswälzlager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abweichungen der Durchmesser (D1, D2, Dn) in der Größenordnung von 0,1
bis 0,5 mm liegen.
7. Längswälzlager nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abweichungen der Durchmesser (D1, D2, Dn) 0,2 mm betragen.
8. Längswälzlager nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils paarweise diametral gegenüberliegenden Rillen (5, 11) im
Innenrohr (3) und/oder in der Außenhülse (1) durch geeignete Markierungen
gekennzeichnet sind.
9. Längswälzlager nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß in den längsverlaufenden Rillen (5) des Innenrohres (3) und/oder in den
Rillen (11) der Außenhülse (1) gehärtete Laufbahnplatten (8, 12) eingelegt
sind.
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