DE19816354A1 - Ein neues Verfahren zur raschen und homogenen Mischung von Flüssigkeiten im kontinuierlichen Durchlaufbetrieb - Google Patents
Ein neues Verfahren zur raschen und homogenen Mischung von Flüssigkeiten im kontinuierlichen DurchlaufbetriebInfo
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Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
Mischer werden in vielen Bereichen der industriellen Technik eingesetzt, vorzugsweise in der
chemischen und pharmazeutischen Industrie in der Kunststoffverarbeitung der Biotechno
logie und bei Verbrennungsprozessen. Diese Mischer (oder Rührer) basieren entweder auf
strömungsmechanischen Mechanismen (Erzeugung von Scherbereichen z. B. durch Strah
len Nachläufe oder Scherschichten) oder auf mechanischen Verfahren (Tankmischer/ Rüh
rer oder statische Mischer). Nachteile sind eine verhältnismässig lange Zeit zum Erreichen
einer Vermischung von ausreichender Homogenität bei den strömungsmechanischen Ver
fahren bzw. ein hoher Leistungsbedarf bei mechanischen Mischern.
Es basiert auf einer Methode, bei dem die charakteristischen Instabilitäten einer Strömung aus
genutzt werden, um damit eine sehr rasche und homogene Vermischung bei äusserst gerin
gem Leistungsverbrauch zu erzielen.
Hierbei handelt es sich um ein kontinuierliches Verfahren. Der Mischraum besteht aus einer
oder mehreren Röhren, die in ihrem Einlauf durch eine zentrale Trennplatte in zwei Hälften
geteilt sind. Die zu mischenden Teilströme werden durch diese beiden Hälften dem
Mischraum zugeführt und kommen erst stromab von der Trennplatte in direkten Kontakt
miteinander.
Die Teilströme können parallel strömen oder unter einem Winkel zueinander.
Die Geschwindigkeiten der Teilströme können gleich oder verschieden sein.
Die Teilströme bzw. die Strömung im Mischraum können natürlich strömen oder angeregt
sein. Die aufgeprägte Beeinflussung (Anregung) kann aktiv (durch von aussen zugeführte
Energie) oder passiv (durch der Strömung selbst entzogene Energie) sein. Durch ange
passte Anregung erreicht man eine aussergewöhnlich rasche Vermischung der beiden Teil
ströme unmittelbar hinter der Trennplatte. Dieser Effekt wird u. U. noch verstärkt bei unter
schiedlichen Temperaturen oder Dichten der Teilströme.
Traditionell wird davon ausgegangen, dass nur hohe Turbulenzintensitäten zu intensiver
Vermischung führen. Diese hohen Intensitäten versucht man i.a. durch mechanische Rührer -
bei allerdings grossem mechanischem Energiebedarf - zu erreichen (Tankmischer) oder
durch Flüssigkeitsstrahlen.
Die dem Verfahren zugrundeliegende Strömung ist i.W. eine ebene Scherströmung
(Scherschicht oder Nachlauf) eingebettet in eine Grundströmung, der - bedingt durch die
Geometrie der Zuströmung und des Mischraumes - Dreidimensionalitäten in Form von
Längswirbeln überlagert sind. Der verstärkte Mischprozess wird zunächst durch die der
Scherströrnung hinter der Abströmkante innewohnende Strömungsinstabilität
(Induktionsinstabilität) initiiert. Durch diese werden extem zugeführte periodischen Störun
gen einer bestimmten Frequenz verstärkt und führen stromab von der Abströmkante zur
Ausbildung von zunächst normal zur Strömungsrichtung ausgerichteten Wirbeln gleicher
Periode (= Primärstrukturen). Die Dreidimensionalität der Grundströmung bewirkt nun einen
raschen Zerfall der Primärstrukturen, die Bildung von sehr feinen Zerfallsstrukturen und in
deren Folge schliesslich eine innige Vermischung der beiden Teilströme. Dabei zeigt sich,
dass gerade bei den in technischen Mischvorgängen oft niedrigen Reynoldszahlen - bedingt
durch die meist hohe Zähigkeit der zu mischenden Fluide - diese spezielle Strömungsform
eine hohe Frequenzselektivität aufweist, d. h. optimale Anfachung und damit Mischung nur
bei einer genau einzuhaltenden Frequenz der Anregung gewährleistet ist. Der beschriebene
Effekt tritt auch bei hohen Reynoldszahlen auf, dann aber offenbar mit geringerer Frequenz
selektivität.
Bild 1 zeigt die Versuchsanlage, an der das Phänomen studiert wurde. Sie zeichnet sich
durch grosse Einfachheit aus. Die periodische Störung lässt sich durch eine vibrierende Ab
strömzunge oder (i.a. einfacher zu realisieren) durch periodische Fluktuation der Teilströme,
z. B. über einen Kolben-/Membranmechanismus (im Experiment durch eine Lautsprecher-be
triebene Membran) oder einen zeitlich variablen Strömungswiderstand in einem der beiden
Teilströme, realisieren.
Die beiden Teilströme - deren einer mit Fluorescin angefärbt ist - treffen sich stromab von
der Trennplatte am Beginn der gemeinsamen Rohrstrecke, d. h. des Mischraumes. Die Strö
mung wird mit Hilfe eines aufgefächerten Laserstrahls durch die Fluoreszenz des Farbstof
fes (LIF) sichtbar gemacht.
Die in Bild 2 gezeigten Aufnahmen zeigen jeweils drei Lichtschnitte:
- - Strömungsquerschnitt bei x/D = 2 (D = Rohrdurchmesser = 4 cm),
- - Längsschnitt durch die x-y-Ebene, und,
- - Längsschnitt durch die x-z-Ebene.
Die einzelnen Bilder zeigen nun folgende Situationen:
- 2a: Beide Geschwindigkeiten sind gleich und relativ niedrig (ca. 4 cm/s). Die Mischung ist schwach und vergleichbar der in einer klassichen Rohrströmung.
- 2b: Strömung bei veränderten Einlaufbedingungen; hier: unterschiedliche Zulaufgeschwindigkeiten (2/4 cm/s). Die Mischung ist offenbar hinsichtlich der grossräumigen Strukturen geringfügig verbessert.
- 2c: Hier ist die die Strömung periodisch angeregt. Die Mischung ist nun von grundlegend anderer Qualität, wobei bereits nach zwei Rohrdurchmessern hinter der Trennplatte eine fast vollständige, offenbar bis in feinste Strukturen reichende Homogenisierung der beiden Teilströme über den gesamten Rohrquerschnitt ohne erkennbare Strukturen beobachtet wird.
Bild 3 zeigt eine Gegenüberstellung von Konzentrations-Zeitreihen bei unbeeinflusster
Mischung und bei Mischung nach dem neuen Verfahren. Bild 4 zeigt aus diesen Zeitreihen
ermittelte Konzentrations-Histogramme: bei der traditionellen Mischung der beiden
Teilströme liegen die zwar vermengten, aber in voller Konzentration im Gemenge noch
vorhandenen, d. h. unvermischten Spezies vor. Dies zeigt sich in den beiden ausgeprägten
und vollständig getrennten Histogramm-Verteilungen. Demgegenüber besitzt der mit dem
neuen Mischverfahren gewonnene Histogramm-Verlauf über dem gesamten
Strömungsquerschnitt nur ein einziges Maximum, d. h. die beiden Teilkomponenten sind
vollständig vermischt.
Vergleichbare Ergebnisse erhält man bei verschiedenen Geschwindigkeitsverhältnissen der
Teilströme innerhalb relativ weiter Grenzen.
Bei Verwendung mechanischer Mischer wird zum Erreichen einer guten Mischung viel
Energie verbraucht. Der Prozess ist ineffizient und kostspielig. Die Mischkammer kann zu
dem nur teilweise genutzt werden und arbeitet diskontinuierlich. Schliesslich besteht die Ge
fahr, dass sich Totbereiche ausbilden, in denen die Mischung mangelhaft ist. Dadurch wird
die Qualität des Produktes u. U. kritisch beeinträchtigt.
Bei biotechnischen Anwendungen kann mechanische Mischung leicht zu Zerstörung von
Zellen führen.
Bei diesem Verfahren werden moderne Erkenntnisse der Strömungskontrolle effektiv genutzt
und eingesetzt.
- - Die damit erreichte Wirkung und Effizienz ist deutlich höher als bei den her gebrachten Verfahren.
- - Die Mischkammer wird vollständig genutzt.
- - Da in der Strömung keine Rückströmgebiete auftreten, entstehen keine Totbereiche mit ungemischten Spezies.
- - Das Problem der Zellenzerstörung ist wesentlich verringert.
- - Der Mischeraufbau und damit seine Konstruktion sind vergleichsweise einfach.
- - Die Mischung erfolgt in kontinuierlichem Betrieb.
Claims (1)
- Verfahren zur raschen und homogenen Mischung zweier Flüssigkeiten im kontinuierlichen Durchlaufbetrieb basierend auf periodischer Anregung des für die spezielle Geometrie des Mischers charakteristischen Instabilitätsverhaltens der Trennschicht zwischen den beiden strömenden Flüssigkeiten. Aufgrund der speziellen Geometrie der Mischkammer und der dadurch bedingten Dreidimensionalität der Strömung existiert eine selektive Rezeptivität der instabilen Trennschicht zwischen den beiden Flüssigkeiten bei einer Frequenz, die von den Abmessungen der Mischkammer abhängt und deren Anregung zu einer kontinuierlichen, sehr homogenen Mischung über eine kurze Lauflänge führt.
Das Verfahren ist gekennzeichnet durch- 1. Eine gemeinsame Mischkammer, bestehend aus einem zylindrischen Rohr, in welches die beiden zu mischenden Flüssigkeiten separat einströmen und erst dort nach einer Trennplatte mit horizontaler Abströmkante zusammengeführt werden. Die Strömung erfolgt dabei zunächst zweidimensional und bildet - als Folge des Wandeinflusses des Mischrohres - charakteristische dreidimensionale Strukturen, die für die Funktion des Verfahrens grundlegend sind.
- 2. Die für die Mischung erforderliche Anregung. Diese erfolgt dadurch, dass der Strömungsgeschwindigkeit eines der beiden Teilströme (oder beiden Teilströmen) eine periodische Komponente der Art U = U0 (1 + a sin (ωt)) überlagert wird, wobei zur optimalen Anpassung an die Mischergeometrie sowohl die Fluktuationsamplitude a als auch die Frequenz ω in gewissen Grenzen einstellbar sein sollten. Die Aufprägung der periodischen Geschwindigkeitskomponente kann entweder durch eine Membran oder eine Kolbenpumpe in einer Vorkammer oder ein periodisch verstellbares Ventil in der Zuleitung eines Teilstromes erfolgen.
Priority Applications (2)
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Publications (1)
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ID=7864392
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Cited By (3)
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|---|---|---|---|---|
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Families Citing this family (1)
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