DE19816953A1 - Anordnung zum Erzeugen von Schwenkbewegungen - Google Patents
Anordnung zum Erzeugen von SchwenkbewegungenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Erzeugen von Schwenkbewegungen an Abtriebselementen (3), bestehend aus einem Grundkörper (1), der an einer offenen Endfläche ein flexibles, folienartiges Element (2) aufweist, bei der in einem bestimmten Winkel zum Element (2) wenigstens ein Abtriebselement (3) angeordnet ist, so daß bei Einleiten einer Kraft F auf das Element (2) dieses abweichend von der Ausgangslage verformt wird und damit das (die) Abtriebselement(e) (3) geschwenkt wird (werden), und das Rückstellen durch Abstellen der Kraft F durch die Elastizität des Elementes (2) oder dem zusätzlichen Aufbringen einer der Kraft F entgegengesetzten Rückstellkraft erfolgt, wobei die Schwenkbewegungen direkt oder über weitere Übertragungsglieder als Abtriebsbewegung genutzt wird.
Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Erzeugen von Schwenkbewegungen und kann selbst
eine Baugruppe wie Greifer, Kupplungen oder Schalter bilden, Teil dieser Baugruppen sein, oder
als Antrieb dieser Baugruppen dienen.
Aus der Literatur zu mechanischen Getrieben des Maschinenbaus und der Feinwerktechnik z. B.:
- - W. Krause: Konstruktionselemente der Feinwerktechnik; Carl Hanser Verlag München-Wien;
- - S. Hesse: Greifer-Praxis; Vogel Buchverlag;
- - Taschenbuch Maschinenbau; Verlag Technik Berlin;
- - J. Vollmer: Getriebetechnik (Leitfaden). 3. Auflage Verlag Technik Berlin
sind eine Reihe von Getrieben bekannt, welche Schwenkbewegungen ermöglichen. Diese Getriebe
zeichnen sich im Allgemeinen durch den Zusammenbau von separaten Konstruktionselementen
wie Hebel, Gelenken etc. aus. Als nachteilig bei derartigen Mechanismen erweist sich, daß bei
einem hohen Miniaturisierungsgrad der Fertigungsaufwand für solche Getriebe stark ansteigt.
Weiterhin weisen die bekannten Anordnungen oft eine Vielzahl von Einzelteilen auf.
Aus der DE 44 06 771 A1 ist ein Greifer für Industrieroboter bekannt. Der Greifer besteht aus
zwei beweglichen Fingern, wobei die Bewegung der Finger durch Elemente aus
Formgedächtnislegierungen hervorgerufen wird. Nachteilig ist die Gestaltung der Greiffinger als
Einzelelemente, deren Befestigung und Lagerung sowie das Fehlen der Kopplung zwischen den
einzelnen Greiffingern zum Erreichen des Gleichlaufes.
Weitere Greifer mit Antrieben aus Formgedächtniselementen sind aus J. Hesselbach, R.
Pitschellis: Greifer für die Mikromontage bekannt.
In Feinwerkelemente/Führungen/Federelemente. VDI/VDE Richtlinie 2252, Blatt 9 wird die
Gestaltung und Dimensionierung von Festkörpergelenken und Spannbandlagern beschrieben.
Diese werden jedoch als separate Konstruktionselemente betrachtet und eignen sich nicht für
Anwendungen im Sinne der Erfindung.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Anordnung anzugeben, mit der eine
Schwenkbewegung auf mehrere Abtriebselemente erzeugt werden kann, die mit kleinem
notwendigen Bauraum und möglichst wenigen Bauteilen auskommt und dabei den Gleichlauf der
einzelnen Abtriebselemente gewährleistet.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit den im Anspruch 1 genannten Merkmalen gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich im Zusammenhang mit den
Unteransprüchen.
Wesentlich an der Erfindung ist, daß durch die Verwendung eines flexiblen, folienähnlichen
Elementes die Integration aller Mechanismenelemente in einen Funktionskörper möglich ist und
sich dieser somit gut für den Einsatz in Mikromechanismen eignet.
Die mit der Anordnung erzeugte Schwenkbewegung läßt sich auf verschiedene Weise zum
Beispiel in Greifern, Schaltern oder Kupplungen nutzen und eignet sich besonders in Kombination
mit Miniaturantrieben wie zum Beispiel Formgedächtnisantrieben, Mikromotoren oder
chemomechanischen Aktoren.
Vorteilhaft ist die Ausbildung von Grundkörper, flexiblem, folienartigem Element und
Abtriebselementen als eine stoffliche Einheit.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung als Greifer in Miniaturform ergibt sich aus Unteranspruch 3. Der
Grundkörper, das flexible Element und die Abtriebselemente sind zu einer Einheit
zusammengefaßt. Drei Abtriebselemente sind so auf dem flexiblen Element angeordnet, daß sie
bei Durchbiegung desselben eine Greifbewegung ausführen. Als Antrieb kann hierbei ein
Formgedächtniselement mit entsprechender Aufhängung (Unteranspruch 4) dienen, welches aus
einer Formgedächtnislegierung besteht und bei einer Temperaturänderung eine Formänderung
erfährt. Das Formgedächtniselement ist mit dem flexiblem Element so verbunden, daß dieses bei
Verkürzung des Formgedächtniselementes verformt wird und sich die als Greifbacken gestalteten
Abtriebselemente zum Zentrum hin Neigen, womit das Greifen von Teilen ermöglicht wird.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
Von Vorteil bei der Erfindung ist, daß durch die Verwendung des flexiblen, folienähnlichen
Elementes als Träger der Abtriebselemente, als Verbindungsglied zwischen dem Grundkörper und
den Abtriebselementen sowie als Bewegungsumformer und Kraftübertrager ein hoher Grad an
Funktionenintegration erreicht wird, wodurch eine starke Miniaturisierung und die oft notwendige
Zwangsführung der Abtriebselemente bei Minimierung der Bauteilanzahl auf einfache Art
realisiert werden kann. Weiterhin gewährleistet die Erfindung bei symmetrischer Anordnung der
Abtriebselemente und dem flexiblen, folienähnlichen Element zum Grundkörper den Gleichlauf
der Abtriebselemente.
Die Erfindung wird nachstehend an mehreren Ausführungsbeispielen erläutert. In den
Zeichnungen zeigen:
Fig. 1a eine Darstellung zur Veranschaulichung der Funktionsweise der Erfindung,
Fig. 1b eine Darstellung wie in Fig. 1a mit durchgebogenem flexiblen, folienartigem
Element,
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Anordnung mit Grundkörper und drei
Abtriebselementen,
Fig. 3 eine erfindungsgemäße Anordnung bei der der Grundkörper in einer Aufnahme
eingesetzt ist in Frontansicht,
Fig. 4 eine zu Fig. 3 gehörige Schnittdarstellung.
Fig. 1a und 1b dienen zur Veranschaulichung der Funktionsweise der Erfindung und stellen
zugleich eine stark vereinfachte Greifmechanik dar. Ein hohler Grundkörper 1 weist an einer
seiner offenen Endflächen ein flexibles, folienartiges Element 2 auf. Auf dem flexiblem,
folienartigen Element sind zwei Abtriebselemente 3 angebracht.
Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Anordnung mit Grundkörper 1 und drei Abtriebselementen 3
dessen Ausführung eine Greifmechanik darstellt. Als flexibles, folienähnliches Element 2 dient die
Deckschicht des zylinderförmigen Grundkörpers 1. Auf dem flexiblen, folienähnlichen Element 2
sind als Abtriebselemente 3 drei Greiffinger vorgesehen. Die Funktionselemente Grundkörper 1,
flexibles, folienähnliches Element 2, Abtriebselemente 3 in Fig. 1b stehen miteinander in
stofflichem Zusammenhang.
Übt man eine Kraft auf die zentrisch angeordnete Bohrung a im flexiblen, folienähnlichen Element
2 aus, so treten koaxiale Verformungen des flexiblen, folienähnlichen Element 2 um die Bohrung
a auf. Aufgrund dieser Verformungen bewegen sich Enden der Abtriebselemente 3 zum Zentrum
der Anordnung hin.
Fig. 3 und Fig. 4 zeigen die erfindungsgemäße Anordnung in einem Miniaturgreifer.
Antriebselement ist ein drahtförmiges Formgedächtniselement 5, welches sich bei Temperatur
erhöhung verkürzt. Das Formgedächtniselement 5 ist mittels Verbindungselementen 6 und einem
Justageelement 7 zwischen der Aufnahme 4 und dem flexiblen, folienähnlichen Element 2 so
eingespannt, daß sich letzteres beim Verkürzen des Formgedächtniselementes 5 durchbiegt und
sich die als Greiffinger genutzten Abtriebselemente 3 zum Zentrum der Anordnung hin neigen und
so ein Objekt greifen können. Als Unterstützung des Rückstellens des Formgedächtniselementes 5
ist eine Feder 8 vorgesehen, welche über ein Druckstück 9 die Rückstellkraft für das
Formgedächtniselement 5 zwischen dem Justageelement 7 und dem flexiblen, folienähnlichen
Element 2 erzeugt. Alle Bauteile sind in einer Aufnahme 4 montiert. Mit dem Justageelement 7
kann die über die Feder 8 erzeugte Kraft eingestellt werden. Eine Kappe 10 verschließt die
Aufnahme 4.
1
Grundkörper
2
flexibles, folienähnliches Element
3
Abtriebselemente
4
Aufnahme
5
Formgedächtniselement
6
Verbindungselement
7
Justageelement
8
Feder
9
Druckstück
10
Kappe
a Bohrung
b Materialschwächung
c Ausbruch
a Bohrung
b Materialschwächung
c Ausbruch
Claims (11)
1. Anordnung zum Erzeugen von Schwenkbewegungen an Abtriebselementen (3), bestehend aus
einem Grundkörper (1), der an einer offenen Endfläche ein flexibles, folienartiges Element (2)
aufweist, bei der in einem bestimmten Winkel zum Element (2) wenigstens ein Abtriebselement
(3) angeordnet ist, so daß bei Einleiten einer Kraft F auf das Element (2) dieses abweichend
von der Ausgangslage verformt wird und damit das (die) Abtriebselement(e) (3) geschwenkt
wird (werden), und das Rückstellen durch Abstellen der Kraft F durch die Elastizität des
Elementes (2) oder dem zusätzlichen Aufbringen einer der Kraft F entgegengesetzten
Rückstellkraft erfolgt, wobei die Schwenkbewegung direkt oder über weitere
Übertragungsglieder als Abtriebsbewegung genutzt wird.
2. Anordnung nach Anspruch 1, bei der der Grundkörper (1), das flexible, folienartige Element
(2) und das (die) Abtriebselement(e) (3) eine stoffliche Einheit bilden.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das flexible, folienähnliche
Element (2) und der Grundkörper (1) durch Bohrungen (b) und Ausbrüche (c) hinsichtlich
ihrer Funktionseigenschaften beeinflußt werden können.
4. Anordnung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) in einer
Aufnahme (4) befestigt ist und im Mittelpunkt des flexiblen, folienartigen Elementes ein
Formgedächtniselement (5) als Antrieb mittels eines Verbindungselementes (6) angebunden ist,
wobei das andere Ende des Formgedächtniselementes (5) mit der Aufnahme (4) verbunden ist.
5. Anordnung nach Anspruch 4, bei der das Verbindungselement (6) in der Bohrung (a) des
flexiblen, folienartigen Elementes (2) eingesetzt ist.
6. Anordnung nach Anspruch 4, bei der das Formgedächtniselement (5) ein Formgedächtnisdraht
ist, dessen eines Ende mittels Verbindungselement (6) am flexiblen, folienähnlichen Element (2)
befestigt ist und dessen anderes Ende über ein Verbindungselement (6) und ein Justageelement
(7) mit der Aufnahme (4) verbunden ist.
7. Anordnung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Rückbiegen des
flexiblen, folienähnlichen Elementes (2) durch eine Feder (8) unterstützt wird, welche über ein
Druckstück (9) eine Federkraft zwischen dem Justageelement (7) und dem flexiblen,
folienartigen Element erzeugt.
8. Anordnung nach Anspruch 4, 5 oder 6, bei der der Hub des Druckstückes (9) durch einen
Anschlag begrenzt ist.
9. Anordnung nach Anspruch 4, 5 oder 6, bei der die Verbindung des Formgedächtniselementes
(5) mit den Verbindungselementen (6) durch Klemmen hergestellt wird.
10. Anordnung nach Anspruch 4, 5 oder 6, bei der die Aufnahme (4) durch eine Kappe (10)
verschlossen sein kann.
11. Anordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebselemente (3)
durch Schwächung (b) des Materials biegsam gestaltet sind.
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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Family
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Family Applications (1)
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