DE19815743A1 - Mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit einer Walzenschieber-Anordnung - Google Patents
Mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit einer Walzenschieber-AnordnungInfo
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- F02D—CONTROLLING COMBUSTION ENGINES
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine mehrzylindrische Brennkraftmaschine mit einer Walzenschieber-Anordnung für die Füllungssteuerung, mit einem in einem die Zylinder-Ansaugkanäle aufweisenden Schiebergehäuse verdrehbar gelagerten kreiszylindrischen Walzenschieber, dessen senkrecht zur Walzenschieber-Drehachse verlaufende Durchtrittspassagen durch Verdrehen des Walzenschiebers mit den Ansaugkanälen in oder außer Überdeckung bringbar sind. Erfindungsgemäß ist im Schiebergehäuse zusätzlich ein Drehschieber vorgesehen, der einem Leerlauf-Luftkanalsystem für die Leerlauf-Luftregelung der Brennkraftmaschine zugeordnet ist. Bevorzugt ist der Drehschieber koaxial zum Walzenschieber angeordnet und letzterer hinsichtlich seiner Verdrehbewegung an dem Drehschieber angekoppelt oder ankoppelbar, so daß ein gemeinsames Betätigungsorgan für den Walzenschieber und den Drehschieber vorgesehen ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit einer Wal
zenschieber-Anordnung für die Füllungssteuerung, mit einem in einem die
Zylinder-Ansaugkanäle aufweisenden Schiebergehäuse verdrehbar gela
gerten kreiszylindrischen Walzenschieber, dessen senkrecht zur Walzen
schieber-Drehachse verlaufende Durchtrittspassagen durch Verdrehen des
Walzenschiebers mit den Ansaugkanälen in oder außer Überdeckung bring
bar sind.
Zur Leistungssteuerung bzw. Füllungssteuerung von quantitätsgesteuerten
Brennkraftmaschinen, d. h. von Ottomotoren, werden neben im Ansaugtrakt
der Brennkraftmaschine vorgesehenen Drosselklappen auch dem Fachmann
grundsätzlich bekannte Walzenschieber verwendet. Diese kommen insbe
sondere bei Brennkraftmaschinen mit hoher spezifischer Leistung, so z. B.
bei Rennmotoren zum Einsatz, da ein vollständig geöffneter Walzenschieber
im Gegensatz zu einer vollständig geöffneten Drosselklappe praktisch kei
nen meßbaren Strömungswiderstand darstellt.
Eine Eigenheit der bisherigen üblichen Walzenschieber liegt darin, daß sie
im vollständig geschlossenen Zustand, d. h. wenn die Durchtrittspassage des
Walzenschiebers mit dem zugeordneten Zylinder-Ansaugkanal im Schieber
gehäuse vollständig außer Deckung gebracht ist, aufgrund der relativ großen
Spaltmaße zwischen dem Walzenschieber und dem Schiebergehäuse immer
noch eine gewisse Brennkraftmaschinen-Ansaugluftmenge passieren las
sen. Dieser über die Spalte zwischen dem Schiebergehäuse und dem Wal
zenschieber passierende Ansaugluftstrom ermöglicht der Brennkraftmaschi
ne nicht nur einen Betrieb mit normaler, sondern teilweise sogar überhöhter
Leerlauf-Drehzahl. Aus diesem Grunde sind an den bislang bekannten
Brennkraftmaschinen mit Walzenschiebern als Füllungssteuerorganen keine
eigenständigen Steuer- oder Regelsysteme für die Leerlauf-Luftmenge der
Brennkraftmaschine eingesetzt worden, wie sie an mit Drosselklappen als
Füllungssteuerorgane ausgestatteten Brennkraftmaschinen heute allgemein
üblich sind.
In der Erkenntnis, daß eine an sich übliche Leerlauf-Luftregelung auch an
einer quantitätsgesteuerten Brennkraftmaschine mit einem Walzenschieber
zur Füllungssteuerung wünschenswert und erforderlich wäre, wenn bspw.
die Spaltmaße am Walzenschieber reduziert und/oder die Mantelfläche des
Walzenschiebers mit einem geeigneten Dichtmaterial beschichtet werden
würde, hat sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe gestellt, eine beson
ders vorteilhafte Ausbildung einer derartigen Leerlauf-Luftregelung an einer
mehrzylindrigen Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
aufzuzeigen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist gekennzeichnet durch einen im Schieberge
häuse vorgesehenen und einem Leerlauf-Luftkanalsystem zugeordneten
Drehschieber für die Leerlauf-Luftregelung der Brennkraftmaschine. Vorteil
hafte Aus- und Weiterbildungen sind Inhalt der Unteransprüche.
Näher erläutert wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungs
beispieles, wobei in der beigefügten einzigen Figur lediglich prinzipiell eine
mehrzylindrige Brennkraftmaschine mit einer erfindungsgemäßen Walzen
schieber-Anordnung dargestellt ist.
Mit der Bezugsziffer 1 ist eine hier vierzylindrige Brennkraftmaschine be
zeichnet, die neben einem üblichen Abgaskrümmer 2 den einzelnen Zylin
dern 3 zugeordnete Ansaugkanäle 4 aufweist, die von einem Ansaugluftver
teiler 5 mit Ansaugluft für die Brennkraftmaschine 1 versorgt werden. Als
nicht näher bezeichnete vom Ansaugluftverteiler 5 abzweigende Saugrohre
münden die einzelnen Ansaugkanäle 4 dabei in einem sog. Schiebergehäu
se 6 und verlaufen voneinander getrennt durch dieses hindurch zur Brenn
kraftmaschine 1 bzw. zum Zylinderkopf derselben und führen innerhalb des
selben dann zu den einzelnen Zylindern 3.
Im Schiebergehäuse 6 ist ein Walzenschieber 7 um seine Drehachse 8 ver
drehbar gelagert. Der kreiszylindrische Walzenschieber 7 (dessen Zylinder
achse ist gleich der Drehachse 8) besitzt vier senkrecht zur Walzenschie
ber-Drehachse 8 verlaufende Durchtrittspassagen 9, die durch Verdrehen des
Walzenschiebers 7 jeweils mit den im Schiebergehäuse 6 verlaufenden An
saugkanälen 4 in bzw. außer Überdeckung bringbar sind. Die Durchtrittspas
sagen 9 können somit positionsabhängig einen Teil der vor (in der Zeich
nung oberhalb) und hinter (in der Zeichnung unterhalb) des Walzenschiebers
7 im Schiebergehäuse 6 verlaufenden Ansaugkanäle 4 bilden oder auch
nicht bilden. In der gezeigten Position des Walzenschiebers 7 übt dieser wie
ersichtlich keinerlei Drosselfunktion aus, so daß die Brennkraftmaschine
dann mit Vollast betrieben wird; wird hingegen der Walzenschieber 7 ausge
hend von der gezeigten Position um 900 gedreht, so ist jeder Ansaugkanal 4
durch den Walzenschieber 7 im wesentlichen gesperrt; ferner sind selbstver
ständliche beliebige Zwischenpositionen des Walzenschiebers 7 zwischen
diesen beiden Extrempositionen möglich.
Sind durch den Walzenschieber 7 die Ansaugkanäle im wesentlichen voll
ständig versperrt, so muß den Zylindern 3 der Brennkraftmaschine 1 die für
ihren Leerlaufbetrieb erforderliche Luftmenge unter Umgehung des Walzen
schiebers 7 zugeführt werden. Hierfür ist im Schiebergehäuse 6 ein Leerlauf-Luft
kanalsystem 10 vorgesehen, dem ein Drehschieber 11 für die Leerlauf-Luft
regelung der Brennkraftmaschine 1 zugeordnet ist. Dieses Leerlauf-Luft
kanalsystem 10 besteht aus einem im Schiebergehäuse 6 verlaufenden
und von außerhalb desselben, nämlich vom Ansaugluftverteiler 5 versorgten
Leerlauf-Luftkanal 10a, für den der Drehschieber 11 ein einstellbares Dros
selorgan bildet, und der sich stromab des Drehschiebers 11 in in den einzel
nen Ansaugkanälen 4 mündende Teilkanäle 10b verzweigt.
Indem das Leerlauf-Luftkanalsystem 10 inclusive des zugehörigen Regelor
ganes in Form des Drehschiebers 11 im Schiebergehäuse 6 vorgesehen ist,
wird der Bauaufwand sowie der benötigte Bauraum so gering als möglich
gehalten. Inbesondere sind für die Leerlaufluftregelung der mehrzylindrigen
Brennkraftmaschine 1 keine weiteren aufwendigen Luftleitungen, Leitungs
verbindungen und dgl. erforderlich. Dies erhöht auch die Funktionssicherheit.
Schließlich kann beim Montageprozess das vorgefertigte Schiebergehäuse 6
inclusive des Füllungssteuersystemes (nämlich dem Walzenschieber 7) so
wie des Leerlaufregelsystemes (nämlich dem Leerlauf-Luftkanalsystem 10
mit dem Drehschieber 11) als vorgefertigte Vormontageeinheit einfach an die
Brennkraftmaschine 1 bzw. an den Zylinderkopf derselben angeflanscht
werden.
Bevorzugt ist der Drehschieber 11 koaxial zum Walzenschieber 7 angeord
net, so daß für eine Verdrehbewegung des Walzenschiebers 7 sowie des
Drehschiebers 11 ein einziges Betätigungsorgan 12 vorgesehen sein kann.
Bei diesem Betätigungsorgan 12 kann es sich bspw. um einen elektrischen
Stellmotor handeln, dessen Abtriebsachse mit den Drehachsen 8 des Wal
zenschiebers 7 und des Drehschiebers 11 zusammenfällt. Dieser Stellmotor
bzw. dieses Betätigungsorgan 12 kann die koaxial und hintereinander ange
ordneten Drehschieber 11 und Walzenschieber 7 dann gemeinsam verdre
hen bzw. wie gewünscht positionieren, wenn der Walzenschieber 7 hinsicht
lich seiner Verdrehbewegung an den Drehschieber 11 angekoppelt oder an
koppelbar ist. Dies ist durch ein zwischen dem Drehschieber 11 und dem
Walzenschieber 7 koaxial zur Drehachse 8 angeordnetes, nicht näher dar
gestelltes Kupplungselement 13 realisierbar.
Bei diesem Kupplungselement 13 kann es sich bspw. um eine einfache me
chanische unlösbare Kupplung handeln, die dann eine starre Koppelung
zwischen dem Drehschieber 11 und dem Walzenschieber 7 bewirkt. Dies hat
zur Folge, daß bei geschlossenem Walzenschieber 7 das Betätigungsorgan
12 durch entsprechende Ansteuerung die Leerlaufregelung der Brennkraft
maschine 1 übernimmt und hierzu den Drehschieber 11 geeignet positio
niert, wobei dafür Sorge zu tragen ist, daß im Zuge dieser Leerlaufregelung
der Walzenschieber 7 nicht in seine teilweise Offenposition gelangt. Das
gleiche Betätigungsorgan 12 verdreht und öffnet auch den Walzenschieber 7
in gewünschter Weise, wenn die Brennkraftmaschine 1 mit Teillast oder
Vollast betrieben werden soll. Dabei ist dafür Sorge zu tragen, daß der
Drehschieber 11 über dem gesamten Verdrehwinkelbereich des Walzen
schiebers 7 freigängig ist.
Alternativ kann es sich bei dem Kupplungselement 13 jedoch auch um eine
Mitnehmerkupplung (bspw. als Klauenkupplung ausgebildet) handeln, so
daß - ausgehend von einer geschlossenen Position des Walzenschiebers 7 - zu
nächst nur der Drehschieber 11 mit dem Betätigungsorgan 12 verbunden
ist und somit von diesem verdreht wird, und daß bei einem größeren Ver
drehwinkel dieses Drehschiebers 11 im Öffnungssinne des Walzenschiebers
7 der letztgenannte über die Mitnehmerkupplung bzw. das Kupplungsele
ment 13 mitgenommen und somit de facto in Öffnungsrichtung hin verdreht
wird.
Selbstverständlich ist es jedoch auch möglich, für den Walzenschieber 7 so
wie für den Drehschieber 11 jeweils ein separates Betätigungsorgan für die
jeweilige Verdrehbewegung vorzusehen, daneben können noch eine Viel
zahl weiterer Details insbesondere konstruktiver Art abweichend vom ge
zeigten Ausführungsbeispiel gestaltet sein, ohne den Inhalt der Patentan
sprüche zu verlassen. Stets erhält man eine Walzenschieber-Anordnung an
einer mehrzylindrigen Brennkraftmaschine, welche nicht nur die bekannten
Vorteile eines Walzenschiebers zur Füllungssteuerung einer Brennkraftma
schine bezüglich spezifischer Motorleistung nutzbar macht, sondern unter
funktional besonders vorteilhafter Weise zusätzlich eine
Leerlauf-Füllungsregelung ermöglicht.
1
Brennkraftmaschine
2
Abgaskrümmer
3
Zylinder
4
Ansaugkanal
5
Ansaugluftverteiler
6
Schiebergehäuse
7
Walzenschieber
8
Drehachse
9
Durchtrittspassage
10
Leerlauf-Luftkanalsystem
10
a Leerlauf-Luftkanal
10
b Teilkanal
11
Drehschieber
12
Betätigungsorgan
13
Kupplungselement
Claims (5)
1. Mehrzylindrige Brennkraftmaschine (1) mit einer Walzen
schieber-Anordnung für die Füllungssteuerung, mit einem in einem die
Zylinder-Ansaugkanäle (4) aufweisenden Schiebergehäuse (6) verdrehbar ge
lagerten kreiszylindrischen Walzenschieber (7), dessen senkrecht zur
Walzenschieber-Drehachse (8) verlaufende Durchtrittspassagen (9)
durch Verdrehen des Walzenschiebers (7) mit den Ansaugkanälen (4)
in oder außer Überdeckung bringbar sind,
gekennzeichnet durch einen im Schiebergehäuse (6) vorgesehenen
und einem Leerlauf-Luftkanalsystem (10) zugeordneten Drehschieber
(11) für die Leerlauf-Luftregelung der Brennkraftmaschine (1).
2. Mehrzylindrige Brennkraftmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Drehschieber (11) koaxial zum
Walzenschieber (7) angeordnet ist.
3. Mehrzylindrige Brennkraftmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Walzenschieber (7) hinsichtlich sei
ner Verdrehbewegung an den Drehschieber (11) angekoppelt oder
ankoppelbar ist.
4. Mehrzylindrige Brennkraftmaschine nach einem der vorangegangenen
Ansprüche,
gekennzeichnet durch ein gemeinsames Betätigungsorgan (12) für
den Walzenschieber (7) und den Drehschieber (11).
5. Mehrzylindrige Brennkraftmaschine nach einem der vorangegangenen
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Leerlauf-Luftkanalsystem (10) aus
einem im Schiebergehäuse (6) verlaufenden und von außerhalb des
selben versorgten Leerlauf-Luftkanal (10a) besteht, für den der Dreh
schieber (11) ein einstellbares Drosselorgan bildet, und der sich
stromab des Drehschiebers (11) in in den einzelnen Ansaugkanälen
(4) mündende Teilkanäle (10b) verzweigt.
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