DE19814906A1 - Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigem Material - Google Patents
Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigem MaterialInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigem Material mit zwei jeweils mit eigenem Drehantrieb versehenen Wickelwellen, die innerhalb ihrer Stuhlung abwechselnd im Kreislauf von einer Wechselvorrichtung in eine von dieser entfernte Entnahmeposition und umgekehrt bewegt werden, dabei von der Wechselvorrichtung eine oder mehrere pallele Materialbahnen aufnehmen und zu (einem) Wickel(n) formen und die erzeugten Wickel in der Entnahmeposition einer geeigneten Transportvorrichtung übergeben, wobei die Seitenwände (4, 5) der Stuhlung (3) je eine senkrecht zur Bewegungsrichtung der Wickelwellen (9, 10) in den Außenraum der Stuhlung (3) ragende Traverse (7, 8) mit einer darauf einschließlich ihres Drehantriebs (11, 12) in ihrer Längsrichtung verfahrbaren Wickelwelle (9, 10) tragen, die unabhängig voneinander an ihrer Seitenwand (4, 5) parallel zur Bewegungsvorrichtung der Wickelwellen (9, 10) derart verfahrbar sind, daß die Wickelwellen (9, 10) stets parallel und bei gleicher Entfernung zur Wechselvorrichtung (43) auch auf gleicher Höhe liegen, wobei jede Wickelwelle (9, 10) auf ihrer Traverse (7, 8) zwischen einer den der Wickelbildung dienenden Raum (6) vollständig freigegeben und einer ihn vollständig durchquerenden Position verfahrbar ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum kontinuierlichen
Wickeln von bahnförmigem Material gemäß den Merkmalen des Ober
begriffs des Patentanspruchs 1.
Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE 42 32 363 C2
bekannt. Dort sind zwei Wickelwellen mit ihren Drehantrieben
verfahrbar an einer Wendescheibe festgelegt, wobei der Fahrweg
durch einen vorgegebenen Durchmesser definiert ist, auf dem
jede Wickelwelle senkrecht zu ihrer Längsachse jeweils von ei
ner festgelegten Position vordem Rand der Wendescheibe bis in
deren Zentrum und umgekehrt verfahrbar ist, und zwar üblicher
weise, wenn dieser Durchmesser in einer horizontalen Ebene
liegt. Die eine Wickelwelle liegt beim Start eines Wickelzyklus
an einer Wechselvorrichtung bekannter Art an, um den Anfang der
aufzuwickelnden einen oder mehreren parallelen Materialbahn(en)
aufzunehmen, wobei sie sich relativ zur Wendescheibe an einem
der deren Rand nächstliegenden Punkte des Durchmessers befin
det, während sich die andere Wickelwelle gleichzeitig am ande
ren äußersten Punkt ihres möglichen Fahrweges in der Entnahme
position für einen oder mehrere parallel fertiggestellte Wickel
aufhält. Die erste Wickelwelle fährt dann mit zunehmendem
Durchmesser des Wickels in Richtung auf das Zentrum der Wickel
welle, in das sie sich jedenfalls stets nach Fertigstellung ei
nes Wickels - unabhängig von dessen endgültigem Umfang, der al
lerdings stets kleiner als derjenige der Wendescheibe sein
muß - bewegt. Dann wird die Wendescheibe um 180° gedreht, womit die
zweite, inzwischen von ihrem zuvor erzeugten Wickel befreite
und mit einer neuen - gegebenenfalls mit Klebstoff versehenen - Wickel
hülse bestückte Wickelwelle in die unmittelbare Nachbar
schaft der Wechselvorrichtung gebracht wird, um nach dem Durch
trennen der Materialbahn(en) mit einer Querschneidvorrichtung
den Anfang dieser Materialbahn(en) als Start für einen weiteren
Wickelzyklus aufzunehmen. Die freien Enden der Wickelwellen
werden während ihrer horizontalen Bewegungen von Halteschlit
ten, die an der der Wendescheibe gegenüberliegenden Wand der
Stuhlung unabhängig voneinander und ohne gegenseitige Behinde
rung synchron und parallel mit der jeweiligen Wickelwellenbewe
gung auf dem Durchmesser der Wendescheibe verfahrbar sind, bzw.
im Bereich der Entnahmeposition von einem abklappbaren Ausleger
unterstützt. Die Entnahme fertiggestellter Wickel erfolgt mit
einem Hubwagen, der die Wickel zunächst unterstützt und dann
einschließlich der Wickelhülse von der jeweiligen Wickelwelle
abzieht, die anschließend mit einer neuen Wickelhülse versehbar
ist.
Die vorgenannte Vorrichtung ist zwar einerseits sehr kompakt
und weist einen wesentlich geringeren mechanischen Aufwand auf
als beispielsweise eine gattungsgleiche Vorrichtung gemäß der
EP 0 243 748 A2, doch ist der Aufwand, einerseits die Kontinui
tät des Wickelvorgangs mittels einer oder mehrerer Wendeschei
ben und andererseits einen synchronen Bewegungsablauf beider
Enden der Wickelwelle von der Wechselvorrichtung zur Entnahme
position sicherzustellen, immer noch erheblich. Beim vorstehend
im Detail erläuterten Stand der Technik ist zwar der Aufwand an
mechanischen Synchronisationseinrichtungen gegenüber dem vor
hergehenden Stand der Technik verringert worden, doch ist dafür
der Einsatz an elektrischen Komponenten erheblich angewachsen,
wobei die Verwendung von auf Wendescheiben installierten Elek
tromotoren, beispielsweise in Form von Synchronmotoren, in je
dem Falle eine Energieversorgung über teure und aufwendige
Drehdurchführungen, beispielsweise Schleifringkörper, verlangt - sei
es für die Energieversorgung selbst oder auch nur für die
Übertragung der Steuersignale mittels eines Lichtleiterbusses.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
zumindest für Fälle, in denen keine extremen räumlichen Ein
schränkungen gegeben sind, eine Vorrichtung zum kontinuierli
chen Wickeln von bahnförmigen Materialien zur Verfügung zu
stellen, die mit einem minimalen Aufwand an mechanischen und
elektrischen Komponenten und mit einem minimalen Energiever
brauch betreibbar ist, ohne daß dabei Einbußen an Effektivität
hinzunehmen wären.
Die Erfindung löst diese Aufgabe mit Hilfe der Gesamtheit der
Merkmale des Patentanspruchs 1.
Dabei erweist es sich als besonders vorteilhaft, daß die Stuh
lung an ihren parallel zur Bewegungsrichtung der Wickelwellen
zwischen Wechselvorrichtung und Entnahmeposition verlaufenden
und hier den zur Wickelbildung dienenden Raum begrenzenden
Seitenwänden mit je einer Traverse versehen ist, die senkrecht
zur vorgenannten Bewegungsrichtung der Wickelwellen in den Au
ßenraum der Stuhlung weist und eine auf ihr in ihrer Längsrich
tung verfahrbare Wickelwelle einschließlich deren Drehantrieb
trägt, wobei die Traversen unabhängig voneinander an der jewei
ligen Seitenwand parallel zur Bewegungsrichtung der Wickelwel
len zwischen Wechselvorrichtung und Entnahmeposition hin und
her verfahrbar und gegeneinander so ausgerichtet sind, daß die
von ihnen getragenen Wickelwellen stets parallel zueinander und
bei gleicher Entfernung zur Wechselvorrichtung auch stets auf
gleicher Höhe angeordnet sind, und jede Wickelwelle auf ihrer
Traverse zwischen einer den der Wickelbildung dienenden Raum
vollständig freigebenden und einer diesen Raum vollständig
durchquerenden Position verfahrbar ist, weil eine solche
Anordnung gegenüber dem Stand der Technik zwar möglicherweise
eine etwas größere Standfläche benötigt, dafür jedoch außer den
Drehantrieben für die Wickelwellen nur linear wirksame Antriebe
geringer Zahl erfordert, so daß in jedem Fall auf aufwendige
Drehdurchführungen und/oder Schleifringkörper verzichtet werden
kann. Darüber hinaus gestattet die vorliegende Vorrichtung,
außer bei der - allerdings verhältnismäßig langsamen - Ver
schiebewegung der Wickelwellen von der Wechselvorrichtung
zur Entnahmeposition nur geringe Massen, nämlich nur die leeren
Wickelwellen einschließlich ihrer Drehantriebe und
gegebenenfalls zusätzlich die Traversen, bewegen zu müssen, was
einerseits die notwendige Leistung der entsprechenden An
triebseinheiten - seien sie elektrischer, elektromagnetischer,
hydraulischer oder pneumatischer Art - deutlich vermindert und
andererseits einen wesentlich schnelleren Bewegungsablauf der
Umsetzung der Wickelwellen gestattet. Das gilt auch für die
Entnahme von Wickeln, bei der die Wickelwelle nach dem Unter
fahren des Wickels durch einen Hubwagen oder ein entsprechend
geeignetes Transportmittel auf einfache Weise aus dem Wickel
einschließlich der Wickelhülse herausziehbar und nach dem Ent
fernen des Wickels in der Verlängerung der Verbindung von Wech
selvorrichtung und Entnahmeposition in ebenfalls einfacher
Weise mit einer neuen Wickelhülse versehbar ist. Die vorgenann
ten Vorteile gelten insbesondere auch dann, wenn die Wickelwel
len stets in einer gemeinsamen Ebene liegen, oder wenn darüber
hinaus die Ebene eine horizontale Ebene ist.
Vorteilhaft ist auch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung, bei der das freie Ende jeder Wickelwelle von einer
von der der jeweils tragenden Traverse gegenüberliegenden Sei
tenwand gehaltenen und geführten, parallel zur und synchron mit
der Traverse verfahrbaren Abstützvorrichtung unterstützt wird,
die so ausbildet ist, daß sie bei ihren Bewegungen an der
Seitenwand in keinem Fall mit der nicht mit ihr zusammen
wirkenden Wickelwelle kollidiert, weil damit einerseits eine
wesentliche Stabilisierung der gesamten Wickelvorrichtung ge
genüber Schwingungen der im vorliegenden Fall nur einseitig ar
retierten Wickelwellen und andererseits ein störungsfreier Be
trieb der Wickelvorrichtung beim gegenseitigen Verfahren der
Wickelwellen erreicht wird, was insbesondere dann sicherge
stellt wird, wenn die Abstützvorrichtungen als Greifer ausge
bildet sind, die stets unterhalb der Wickelwellen verfahren
werden und mit nach oben ein- und ausfahrbaren Fingern versehen
sind, die das jeweilige freie Ende der Wickelwellen zumindest
auf dessen unterem halben Umfang einschließen.
Als sehr vorteilhaft erweist sich auch eine Weiterbildung der
in Rede stehenden Vorrichtung, bei der die Abstützvorrichtungen
mit der jeweils zugehörigen - gegenüberliegenden - Traverse me
chanisch gekoppelt sind, weil sich dies beispielsweise mit zwei
an vorgegebener Stelle an einen gemeinsamen Motor- und Getrie
beblock angekoppelten Spindelantrieben in besonders einfacher
und kostengünstiger Weise realisieren läßt. Selbstverständlich
ist hier auch jede andere gleichwirkende Maßnahme durchführbar,
und zwar sowohl hinsichtlich des Antriebs selbst, der z. B.
elektrisch, elektromagnetisch, hydraulisch, pneumatisch oder
mittels Verbrennung betreibbar sein kann, als auch bezüglich
der Kraftübertragung auf die Traversen und die jeweils zugehö
rigen Abstützvorrichtungen inklusive deren Kopplung, z. B. mit
tels Hydraulik- oder Pneumatikzylindern, gemeinsam gesteuerten
Elektromotoren oder - wie bereits erwähnt - mechanischen Spin
delantrieben.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Wic
kelvorrichtung werden durch die Gegenstände der Unteransprüche
7 bis 9 gegeben.
Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Wickelvorrich
tung in schematischer Darstellung.
Fig. 2 Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Wickelvorrichtung
in schematischer Darstellung zum Zeitpunkt des Starts
eines Wickelzyklus.
Fig. 3 Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Wickelvorrichtung
in schematischer Darstellung während eines gegenüber
dem Zustand der Fig. 2 späteren Zeitpunkts.
Fig. 4 Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Wickelvorrichtung
in schematischer Darstellung zum Zeitpunkt der Vorbe
reitung des Wechsels der Materialbahnaufnahme von ei
ner Wickelwelle auf die nächste.
Fig. 5 Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Wickelvorrichtung
in schematischer Darstellung zum Zeitpunkt der Über
nahme des Wickelvorgangs durch die zweite Wickel
welle.
Fig. 6 Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Wickelvorrichtung
in schematischer Darstellung nach dem Start eines
weiteren Wickelzyklus.
Die Fig. 1 zeigt die Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Vor
richtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigen Mate
rialien, beispielsweise Papier, Folien, Platten und Verbund
flachmaterialien, in schematischer Darstellung zu einem belie
bigen Zeitpunkt eines Wickelzyklus. Dabei weist die Wickelvor
richtung 1 neben einer hier nicht explizit dargestellten Wech
selvorrichtung bekannter Art und einer hier ebenfalls nicht ex
plizit dargestellten Entnahmestation ebenfalls bekannter Art
eine am Boden des Standorts 2 verankerte Stuhlung 3 mit zur
Verbindungslinie zwischen Wechselvorrichtung und Entnahmesta
tion parallelen Seitenwänden 4, 5 auf, die je eine vom Raum für
die Wickelbildung 6 senkrecht zur Verbindungslinie zwischen
Wechselvorrichtung und Entnahmestation wegweisende Traverse 7,
8 halten und tragen. Diese Traversen 7, 8 tragen ihrerseits je
eine Wickelwelle 9, 10 einschließlich deren jeweils zugehöriger
Drehantriebe 11, 12.
Die Traversen 7, 8 sind mittels hier nicht dargestellter Line
arantriebe bekannter Art, beispielsweise in Form von Spindelan
trieben, an den Seitenwänden 4, 5 parallel zur Verbindungslinie
zwischen Wechselvorrichtung und Entnahmestation verfahrbar, wo
bei hier - allerdings ohne Beschränkung der Allgemeinheit - vor
ausgesetzt ist, daß die Traversen 7, 8 so angeordnet sind,
daß sie sich stets in einer gemeinsamen horizontalen Ebene be
finden. Die vorliegende Erfindung ist allerdings auch dann re
alisierbar, wenn die Traversen 7, 8 innerhalb einer in
Fahrtrichtung positiv oder negativ geneigten Ebene oder auch
auf einer gekrümmten oder nicht zu stark abknickenden Fläche
verfahren würden, vorausgesetzt, die von ihnen getragenen Wic
kelwellen 9, 10 sind stets parallel zueinander ausgerichtet und
befinden sich bei gleichem Abstand von der Wechselvorrichtung
auf jeweils gleicher Höhe. Der mögliche Fahrweg der Traversen
7, 8 ist dabei so festgelegt, daß jede der Wickelwellen 9, 10
sowohl die Anlage an die Wechselvorrichtung als auch die Ent
nahmeposition in der Entnahmestation erreichen kann. Die Mög
lichkeiten der sowohl vorwärts als auch rückwärts gerichteten
Verfahrung der Traversen 7, 8 sind durch die symbolischen
Pfeilspitzen 13, 14 bzw. durch die symbolischen Pfeilenden 15,
16 kenntlich gemacht. Die Traversen 7, 8 müssen im allgemeinen
Fall selbstverständlich nicht - wie hier dargestellt - allein
von den Seitenwänden 4, 5 gehalten werden, sondern können bei
Bedarf im Außenraum der Stuhlung 3 auch mit hier nicht explizit
gezeigten Gleit- oder Rolleinrichtungen bekannter Art versehen
sein, die sie gegen den Boden des Standorts 2 abstützen und ge
gebenenfalls auch mit den erforderlichen Linearantrieben für
die Verfahrung der Traversen 7, 8 parallel zur Verbindungslinie
zwischen Wechselvorrichtung 43 und Entnahmeposition 44 verbun
den sind.
Die Wickelwellen 9, 10 können einschließlich ihrer Drehantriebe
ihrerseits auf den Traversen 7, 8 mittels weiterer hier nicht
explizit dargestellter Linearantriebe bekannter Art derart ver
fahren werden, daß sie einmal den Raum für die Wickelbildung 6
gänzlich freigeben oder ihn vollständig durchqueren. Die Mög
lichkeit dieser Bewegungen ist durch die symbolischen Doppel
pfeile 17, 18 angedeutet.
Zur Unterstützung der freien Enden 19, 20 der Wickelwellen 9,
10 während der Aufnahme eines Wickels 39 und dessen Transport
von der Wechselvorrichtung zur Entnahmestation tragen die Sei
tenwände 4, 5 auf ihren dem Raum für die Wickelbildung 6 zuge
wandten Innenseiten 21, 22 Abstützvorrichtungen 23, 24, die an
den Seitenwänden 4, 5 parallel zu und synchron mit der jeweils
an der anderen Seitenwand 5, 4 angeschlagenen Traverse 8, 7
parallel zur Verbindungslinie zwischen Wechselvorrichtung und
Entnahmestation verfahrbar und so ausgebildet sind, daß sie bei
der Begegnung mit der nicht von ihnen selbst zu stützenden Wic
kelwelle 9, 10 nicht mit dieser kollidieren. Im dargestellten
Fall ist dies dadurch sichergestellt, daß die
Abstützvorrichtungen 23, 24 als jeweils unterhalb der Wickel
wellen 9, 10 verfahrbare Greifer 25, 26 mit nach oben aus- und
einfahrbaren Fingern 27, 28, 29, 30 ausgebildet sind, wobei
letztere das jeweilige freie Ende 19, 20 der zugehörigen Wic
kelwelle 9, 10 auf jeden Fall auf deren unterem halben Umfang
einschließen. Selbstverständlich kann auch hier jede gleichwir
kende Maßnahme zum Einsatz kommen, beispielsweise durch gegen
eine ausreichende Federkraft wegdrückbare Vorsprünge konstanter
Länge oder mechanisch oder elektrisch bzw. elektromagnetisch
entriegelbare und dann gegen eine Haltekraft wegdrückbare
Greifelemente. Die Bewegungsmöglichkeiten der Greifer 25, 26
und ihrer Finger 27, 28, 29, 30 sind - soweit es die synchrone
Verfahrbarkeit mit den - jeweils gegenüberliegenden - Traversen
7, 8 betrifft - durch die symbolischen Pfeilspitzen 31, 32 bzw.
symbolischen Pfeilenden 33, 34 und bezüglich des Ein- und Aus
fahrens der Finger 27, 28, 29, 30 durch die symbolischen Dop
pelpfeile 35, 36 gekennzeichnet.
Die Symmetrie der vorliegenden Anordnung gestattet im übrigen
vorteilhafterweise, die Rotationsrichtung für die Bildung der
Wickel 39 je nach Bedarf entweder für Rechts- oder für Links
drehung einzurichten, was durch den Doppelpfeil 40 symbolisiert
wird.
Die Fig. 2 zeigt eine Aufsicht auf die Wickelvorrichtung 1 der
Fig. 1 zum Zeitpunkt des Starts eines Wickelzyklus. Die bereits
in Fig. 1 verwendeten Bezugszeichen kennzeichnen dabei bereits
dort gezeigte identische Elemente. Die Wickelwelle 9 ist hier
auf der Traverse 7 in ihre Arbeitsstellung verfahren und hat
gerade den Anfang einer Materialbahn 49 zwecks Wickelbildung
aufgenommen. Ihre Stellung in der Startposition ist durch den
symbolischen Punkt 41 gekennzeichnet. Die Rotationsrichtung ist
hier eindeutig durch den symbolischen Pfeil 42 - allerdings
ohne Beschränkung der Allgemeinheit - festgelegt. Außerdem ist
hier eine nur schematisch angedeutete Wechselvorrichtung 43 an
sich bekannter Art dargestellt. Die folgende Bewegung der Wic
kelwelle 9 und des zugehörigen Greifers 26 in Richtung auf die
durch den symbolischen Punkt 44 gekennzeichnete Entnahmeposi
tion (hier als Vorwärtsfahrt definiert) ist durch die symboli
schen Pfeile 45 und 51 angegeben.
Die Wickelwelle 10 ist - nachdem der Wickel 39 von einer ge
eigneten - hier nicht explizit dargestellten - Transportvor
richtung bekannter Art aufgenommen worden ist - auf der Tra
verse 8 derart verfahren worden, daß sie den Raum für die Wic
kelbildung 6 gänzlich freigibt und sich nun synchron mit dem
zugehörigen Greifer 25 in Richtung auf die Wechselvorrichtung
43 (hier als Rückwärtsfahrt definiert) bewegen wird - wie durch
die symbolischen Pfeile 46, 47 angezeigt wird.
Die Fig. 3 zeigt bei Verwendung gleicher Bezugszeichen für
identische Elemente aus den Fig. 1 und 2 die Wickelvorrichtung
1 der Fig. 2 zu einem späteren Zeitpunkt eines Wickelzyklus, in
dem sich die Wickelwelle 9 mit dem Wickel 39 der Entnahmesta
tion nähert, während sich die Wickelwelle 10 synchron mit dem
Greifer 25 zwischenzeitlich in die auf der Höhe der in Fig. 2
mittels des Punktes 41 gekennzeichneten Startposition gelegene,
durch den symbolischen Punkt 48 charakterisierte Warteposition
für den Start eines neuen Wickelzyklus begeben hat.
Die Fig. 4 und 5 zeigen unter Verwendung gleicher Bezugszeichen
für bereits vorher gezeigte identische Elemente den weiteren
zeitlichen Ablauf eines Wickelzyklus in Fortsetzung der Dar
stellungen in den Fig. 2 und 3, wobei sich jetzt einerseits die
Wickelwelle 9 der durch den symbolischen Punkt 44 (vgl. Fig. 2)
gekennzeichneten Entnahmeposition nähert und andererseits die
Wickelwelle 10 aus der durch den symbolischen Punkt 48 (vgl.
Fig. 3) gekennzeichneten Warteposition in die durch den symbo
lischen Punkt 41 (vgl. Fig. 2) gekennzeichnete Startposition in
unmittelbarer Nachbarschaft der Wechselvorrichtung 43 gebracht
wird. Nach dem Einbringen der Wickelwelle 10 in die Startposi
tion ist die Materialbahn 49 in bekannter Art mittels einer
Querschneidvorrichtung an der Wechselvorrichtung 43 in einen
vor- und einen nachlaufenden Abschnitt getrennt worden, wobei
das Ende des vorlaufenden Abschnitts als Wickelende auf den
Wickel 39 aufgezogen und der Anfang des nachlaufenden Ab
schnitts als Start eines neuen Wickelzyklus auf die Wickelwelle
10 übernommen wurde. Die Wickelwelle 9 wird dann nach dem Un
terfahren des fertiggestellten Wickels 39 durch eine hier nicht
explizit dargestellte Transportvorrichtung bekannter Art gemäß
dem symbolischen Pfeil 50 in die den Raum für die Wickelbildung
6 gänzlich freigebende Ruhestellung auf ihrer zugehörigen Tra
verse 7 verfahren.
Die Fig. 6 zeigt unter Verwendung bereits bekannter Bezugszei
chen die Anordnung der Fig. 2 bis 5 im Zustand der Anfangsphase
des nächsten Wickelzyklus nach dem automatischen und material
verlustfreien Wechsel des Aufgebens der Materialbahn 49 von der
Wickelwelle 9 auf die Wickelwelle 10. Die Wickelwelle 9 wird
nunmehr gemäß den symbolischen Pfeilen 46, 47 in die auch hier
durch den symbolischen Punkt 48 markierte Warteposition für den
nächsten Wickelwellen-Wechsel verfahren.
Selbstverständlich bezieht sich das vorliegende Patentbegehren
nicht allein auf die im Detail dargestellten und/oder beschrie
benen Ausführungsformen der vorgenannten Wickelvorrichtung,
sondern auf alle möglichen Weiterbildungen, die von dem Schutz
umfang des Patentanspruchs 1 erfaßt werden.
1
Wickelvorrichtung
2
Boden des Standorts
3
Stuhlung
4
,
5
Seitenwände der Stuhlung
6
Raum für die Wickelbildung
7
,
8
Traversen
9
,
10
Wickelwellen
11
,
12
Drehantriebe
13
,
14
symbolische Pfeilspitzen für Traversenfahrt vor
wärts
15
,
16
symbolische Pfeilenden für Traversenfahrt rück
wärts
17
,
18
symbolische Doppelpfeile für die Wickelwellen
verfahrung auf einer Traverse
19
,
20
freie Enden der Wickelwellen
21
,
22
Innenseiten der Seitenwände
23
,
24
Abstützvorrichtungen
25
,
26
Greifer
27
,
28
,
29
,
30
aus- und einfahrbare Finger
31
,
32
symbolische Pfeilspitzen für Greiferfahrt vor
wärts
33
,
34
symbolische Pfeilenden für Greiferfahrt rückwärts
35
,
36
symbolische Doppelpfeile für Fingerbewegung
39
Wickel
40
symbolischer Doppelpfeil für mögliche Rotations
richtung
41
symbolischer Punkt für Startposition
42
symbolischer Pfeil für eindeutige Rotationsrich
tung
43
Wechselvorrichtung
44
symbolischer Punkt für Entnahmeposition
45
,
51
symbolische Pfeile für Vorwärtsfahrt einer Wic
kelwellen mit zugehörigem Greifer
46
,
47
symbolische Pfeile für Rückwärtsfahrt einer Wic
kelwelle mit zugehörigem Greifer
48
symbolischer Punkt für Warteposition
49
Materialbahn
50
symbolischer Pfeil für Wickelwellenfahrt in Ruhe
stellung auf einer Traverse
Claims (9)
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigem
Material mit zwei jeweils mit einem eigenen Drehantrieb
versehenen Wickelwellen, die derart an einer entsprechen
den Stuhlung angeordnet sind, daß jeweils eine der Wickel
wellen innerhalb der Stuhlung eine oder mehrere parallele
Materialbahnen von einer relativ zur Stuhlung ortsfesten
Wechselvorrichtung aufnimmt und zu (einem) Wickel(n)
formt, wobei sie einschließlich ihres Drehantriebes mit
tels geeigneter Antriebselemente und Führungen aus der un
mittelbaren Nachbarschaft der Wechselvorrichtung in eine
von dieser entfernte Entnahmeposition bewegt wird, und die
jeweils andere Wickelwelle währenddessen ihre(n) zuvor er
zeugten Wickel in der Entnahmeposition an eine geeignete
Transportvorrichtung abgibt und anschließend mittels wei
terer Antriebselemente und Führungen in die Nachbarschaft
der Wechselvorrichtung zurückgeführt wird, um nach Fertig
stellung des/r aktuellen Wickel(s) den Anfang der jetzt
abgetrennten Materialbahn(en) für eine weitere Wickelbil
dung aufzunehmen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stuhlung (3) an ihren parallel zur Bewegungsrich
tung der Wickelwellen (9, 10) zwischen Wechselvorrichtung
(43) und Entnahmeposition (44) verlaufenden und hier den
zur Wickelbildung dienenden Raum (6) begrenzenden Seiten
wänden (4, 5) mit je einer Traverse (7, 8) versehen ist, die
senkrecht zur vorgenannten Bewegungsrichtung der Wickel
wellen (9, 10) in den Außenraum der Stuhlung (3) weist und
eine auf ihr in ihrer Längsrichtung verfahrbare Wickel
welle (9, 10) einschließlich deren Drehantrieb (11, 12)
trägt, wobei die Traversen (7, 8) unabhängig voneinander an
der jeweiligen Seitenwand (4, 5) parallel zur Bewe
gungsrichtung der Wickelwellen (9, 10) zwischen Wechselvor
richtung (43) und Entnahmeposition (44) hin und her ver
fahrbar und gegeneinander so ausgerichtet sind, daß die
von ihnen getragenen Wickelwellen (9, 10) stets parallel
zueinander und bei gleicher Entfernung zur Wechselvorrich
tung (43) auch stets auf gleicher Höhe angeordnet sind,
und jede Wickelwelle (9, 10) auf ihrer Traverse (7, 8) zwi
schen einer den der Wickelbildung dienenden Raum (6) voll
ständig freigebenden und einer diesen Raum (6) vollständig
durchquerenden Position verfahrbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wickelwellen (9, 10) stets in einer gemeinsamen
Ebene liegen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ebene eine horizontale Ebene ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das freie Ende (19, 20) jeder Wickelwelle (9, 10) von
einer von der der jeweils tragenden Traverse (7, 8) gegen
überliegenden Seitenwand (5, 4) gehaltenen und geführten,
parallel zur und synchron mit der Traverse (7, 8) verfahr
baren Abstützvorrichtung (24, 23) unterstützt wird, die so
ausbildet ist, daß sie bei ihren Bewegungen an der Seiten
wand (4, 5) in keinem Fall mit der nicht mit ihr zusammen
wirkenden Wickelwelle (9, 10) kollidiert.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstützvorrichtungen (23,24) als Greifer (25, 26)
ausgebildet sind, die stets unterhalb der Wickelwellen
(9, 10) verfahren werden und mit nach oben ein- und aus
fahrbaren Fingern (27-30) versehen sind, die das jeweilige
freie Ende (19, 20) der Wickelwellen (9, 10) zumindest auf
dessen unterem halben Umfang einschließen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstützvorrichtungen (23, 24) mit der jeweils zuge
hörigen - gegenüberliegenden - Traverse (8, 7) mechanisch
gekoppelt sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstützvorrichtungen (23, 24) an der dem Wickel
(39) zugewandten Innenseite (21, 22) der jeweiligen
Seitenwand (4, 5) verfahren werden.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Traversen (7, 8) im Außenraum der Stuhlung (3) mit
einer gegen den Boden des Standorts (2) abstützenden
Gleit- oder Rolleinrichtung versehen sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleit- oder Rolleinrichtung mit einem steuerbaren
Linearantrieb gekoppelt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998114906 DE19814906B4 (de) | 1998-04-02 | 1998-04-02 | Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigem Material |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998114906 DE19814906B4 (de) | 1998-04-02 | 1998-04-02 | Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigem Material |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19814906A1 true DE19814906A1 (de) | 1999-10-07 |
| DE19814906B4 DE19814906B4 (de) | 2004-03-04 |
Family
ID=7863440
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998114906 Expired - Lifetime DE19814906B4 (de) | 1998-04-02 | 1998-04-02 | Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von bahnförmigem Material |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19814906B4 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19960000A1 (de) * | 1999-12-13 | 2001-07-05 | Voith Sulzer Papiertech Patent | Rollenwickelvorrichtung, insbesondere für eine Rollenschneidmaschine |
| US10494214B2 (en) | 2015-03-23 | 2019-12-03 | Jensen Denmark A/S | Wind-up apparatus for a web material |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN105151859B (zh) * | 2015-08-25 | 2018-02-02 | 山西南娄新瑞科技有限公司 | 非晶带材高速连续卷取装置 |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3645252C2 (de) * | 1986-04-28 | 1995-02-09 | Windmoeller & Hoelscher | Vorrichtung zum Wickeln von mehreren durch Längsschneiden einer breiten Materialbahn gebildeten schmalen Materialbahnen zu Vorratsrollen |
| FR2693444B1 (fr) * | 1992-07-08 | 1994-09-16 | Shimizu Machinery Co Ltd | Dispositif enrouleur de papier toilette. |
| DE4232363C2 (de) * | 1992-09-26 | 1995-11-30 | Kloeckner Er We Pa Gmbh | Vorrichtung zum kontinuierlichen Wickeln von Materialbahnen |
| DE4304469A1 (de) * | 1993-02-15 | 1994-08-18 | Erwin Cichon | Wickelvorrichtung mit Rollenwechseleinrichtung für aufzuwickelndes bandförmiges Wickelgut |
-
1998
- 1998-04-02 DE DE1998114906 patent/DE19814906B4/de not_active Expired - Lifetime
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US10494214B2 (en) | 2015-03-23 | 2019-12-03 | Jensen Denmark A/S | Wind-up apparatus for a web material |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19814906B4 (de) | 2004-03-04 |
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