DE19811787A1 - Kraftfahrzeug und Vibrationsminderungseinrichtung dafür - Google Patents
Kraftfahrzeug und Vibrationsminderungseinrichtung dafürInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit mindestens einer Längsträgereinrichtung (1) und mindestens einer an der Längsträgereinrichtung (1) angebrachten Querstruktureinrichtung (2), wobei zwischen der bzw. den Längsträgereinrichtung(en) (1) und der bzw. den Querstruktureinrichtung(en) (2) eine Vibrationsminderungseinrichtung (3) angeordnet ist, sowie eine entsprechende Vibrationsminderungseinrichtung (3). Die Vibrationsminderungseinrichtung (3) umfaßt erfindungsgemäß ein oder mehrere Piezoaktoren (3a). Die Erfindung ermöglicht beispielsweise die verbesserte Dämpfung oder Verhinderung der Übertragung von Vibrationsschwingungen und Dröhngeräuschen zwischen den Längsträgern (1a) und einem Frontenmodul (2a) eines Kraftfahrzeugs. Dadurch werden unter anderem geringe Spaltmaße zwischen dem Frontenmodul (2a) und der übrigen Karosserie des Fahrzeugs sowie eine verbesserte Lebensdauer der Komponenten des Frontenmoduls (2a) ermöglicht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit mindestens einer Längsträgereinrichtung und
mindestens einer an der bzw. den Längsträgereinrichtung(en) mittelbar oder unmittelbar
angebrachten Querstruktureinrichtung, wobei zwischen der bzw. den Längsträgereinrich
tungen(en) und der bzw. den Querstruktureinrichtung(en) mindestens eine Vibrationsminde
rungseinrichtung angeordnet ist, sowie eine Vibrationsminderungseinrichtung zur Minde
rung oder Vermeidung der Übertragung von Vibrationsschwingungen, die zwischen einer
oder mehreren Längsträgereinrichtung(en) und einer oder mehreren Querstruktureinrich
tung(en) eines Kraftfahrzeuges anbringbar ist.
Aus der DE 44 01 811 A1 ist ein Kraftfahrzeug sowie eine Vibrationsminderungseinrichtung
der eingangs genannten Art bekannt. Die Druckschrift zeigt ein Kraftfahrzeug mit wenig
stens zwei Längsträgern, auf denen ein Schwingungen erzeugendes Antriebsaggregat ge
lagert ist, und mit einem Querträger. Zur Reduzierung von Karosserievibrationsschwingun
gen und Dröhngeräuschen ist der Querträger über elastische Lagerelemente an den
Längsträgern befestigt. Die Lagerelemente sind aus einem gummielastischen Werkstoff
gehalten und sind in ihrer Hauptdämpfungsrichtung an den dominierenden Anregungen des
Antriebsaggregates orientiert.
Es besteht die Aufgabe, bei einem Kraftfahrzeug der eingangs genannten Art die Übertra
gung von Vibrationsschwingungen und Dröhngeräuschen zwischen der bzw. den Längsträ
gereinrichtung(en) und der bzw. den Querstruktureinrichtung(en) gegenüber dem Stand der
Technik weiter zu verbessern und eine Vibrationsminderungseinrichtung der eingangs ge
nannten Art mit verbesserter Wirkung zu schaffen.
Die Erfindung wird durch ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
durch eine Vibrationsminderungseinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst.
Die Unteransprüche betreffen jeweils vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
Durch die Verwendung von Piezoaktoren bei der Vibrationsminderungseinrichtung des
Kraftfahrzeuges werden Vibrationsschwingungen und Dröhngeräusche, die von der bzw.
den Querstruktureinrichtung(en) auf die Längsträgereinrichtung(en) und umgekehrt übertra
gen werden, deutlich wirksamer gedämpft als bei Verwendung eines elastischen Lagerele
ments aus einem gummielastischen Werkstoff. Es wird dadurch eine deutliche Erhöhung
des Fahrkomforts für die Fahrzeuginsassen, insbesondere für den Fahrzeugführer, erreicht,
da die Übertragung von Schwingungen über die Sitze und das Lenkrad verringert wird. Ne
ben der verbesserten Vibrationsdämpfung durch entsprechend angesteuerte Piezoaktoren
ergibt sich bei der Erfindung der weitere Vorteil, daß die Spaltmaße zwischen der bzw. den
Längsträgereinrichtung(en) und der bzw. den Querträgereinrichtung(en), die notwendig
sind, um die gegenseitige Beweglichkeit sicherzustellen, reduziert werden können, da aktiv
ansprechend geregelte Piezoaktoren Vibrationsschwingungen und Dröhngeräusche wir
kungsvoll abdämpfen und so geringere Freiräume zwischen den genannten Einrichtungen
möglich sind als bei Verwendung einer Vibrationsminderungseinrichtung aus einem gum
mielastischen Werkstoff. Die Verwendung von Piezoaktoren als Vibrationsminderungsein
richtungen im Kraftfahrzeugbau ist bisher lediglich im Hinblick auf die Lagerung von An
triebsaggregaten vorgeschlagen worden, vergleiche dazu die Druckschriften DE 38 21 368 C2
sowie DE 40 21 038 C2.
Die Querstruktureinrichtung kann vorteilhaft ein Frontendmodul oder ein Heckmodul eines
Kraftfahrzeuges sein. Insbesondere in dem Fall, daß die Querstruktureinrichtung ein Fron
tendmodul eines Kraftfahrzeuges ist, ergeben sich durch die Verwendung einer Vibrati
onsminderungseinrichtung mit Piezoaktoren mannigfache Vorteile gegenüber dem Stand
der Technik. Frontendmodule von Kraftfahrzeugen sind beispielsweise aus der DE 44 01 811 A1
sowie aus dem Artikel "FRONTEND: Das bessere Ende" in der Zeitschrift "mot",
22/1997, Seite 67 bekannt. Sie umfassen üblicherweise einen Stoßfängerquerträger, den
vorderen Stoßfänger, Motorkühler, Lüfter, Scheinwerfer, Leuchtweiteneinstellung und ge
gebenenfalls noch weitere Baueinheiten, die im allgemeinen an einer gemeinsamen Blech- oder
Kunststoffplatine als Montageträger anbracht sind. Durch den Einsatz von aktiv gere
gelten Piezoaktoren als Vibrationsminderungseinrichtung zwischen den Längsträgereinrich
tungen und dem Frontendmodul sind nicht nur geringere Spaltmaße zwischen dem Fron
tendmodul und der Fahrzeugkarosserie möglich, sondern es treten auch geringere Schwin
gungen an den Scheinwerfern auf, so daß das Scheinwerferlicht weniger in seiner Richtung
schwankt und dem Fahrer eine bessere Ausleuchtung der Verkehrssituation ermöglicht
wird. Darüber hinaus werden die Scheinwerfer, die Scheinwerferaufhängung, die Schein
werferkontaktierung, der Kühler und die Kühleranschlüsse sowie der Lüfter, die Lüftermon
tierung und die elektrischen Lüfteranschlüsse durch die verringerte Schwingung weniger
mechanisch belastet, was zu einer Erhöhung der Lebensdauer der aufgeführten Bauteile
führt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, das in
den beigefügten Zeichnungen illustriert ist. Die Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische Frontansicht eines Montageträgers eines Frontendmoduls
eines Kraftfahrzeuges;
Fig. 2 eine schematische Darstellung (als Explosionszeichnung) der Anbringung
des Frontendmoduls der Fig. 1 an den Längsträgereinrichtungen eines
Kraftfahrzeuges.
Die in der Fig. 1 in Frontansicht gezeigte Montageträger-Blechplatine 2b eines Frontend
moduls 2a eines Kraftfahrzeuges, die beispielsweise aus Stahl- oder Aluminiumblech oder
auch aus Kunststoff gefertigt sein kann, weist unter anderem zwei Aufnahmeöffnungen 7
für die Frontscheinwerfer sowie eine Aufnahmeöffnung 8 für den Kühlerlüfter und eine Öff
nung 8a für den Kühler 8a des Kraftfahrzeuges auf. Ferner besitzt das eine Querstruk
tureinrichtung 2 ausbildende Frontendmodul 2a auf seiner linken und auf seiner rechten
Seite in Anschraubbereichen 9 jeweils drei Schraubenlöcher 5.
In der Fig. 2 ist in einer Explosionsdarstellung gezeigt, wie das Frontendmodul 2a der Fig.
1 an den Längsträgern 1a eines (nicht dargestellten) Kraftfahrzeuges angebracht ist.
Den vorderen Endbereich der Längsträger 1a bildet jeweils ein leicht auswechselbares
(insbesondere angeschraubtes) Deformationselement 10. Die Längsträgereinrichtungen 1
ausbildenden Längsträger 1a besitzen an ihren frontseitigen Enden jeweils einen mit
Schraublöchern 4a versehenen Anschraubflansch 4. Zwischen den Anschraubflanschen 4
der Längsträger 1a und den zugeordneten Anschraubbereichen 9 des Frontendmoduls 2a
ist jeweils ein Zwischenkörper 3b angeordnet, der frontendseitig über Schraubinnengewinde
6a und frontendabgewandt über Schraubinnengewinde 11a verfügt. Mittels Schrauben 6
die durch die Schraubenlöcher 5 im Frontendmodul 2a hindurchgreifen und in die Schrau
binnengewinde 6a im Zwischenkörper 3b eingeschraubt sind, ist das Frontendmodul 2a mit
dem Zwischenkörper 3b verschraubt. Mittels entgegengesetzt gerichteter Schrauben 11, die
durch die Schraublöcher 4a im Anschraubflansch 4 hindurchgreifen und in die Schraubin
nengewinde 11a im Zwischenkörper 3b eingeschraubt sind, ist andererseits jeweils ein
Längsträger 1a mit einem Zwischenkörper 3b verschraubt. Der Zwischenkörper 3b ist aus
drei übereinanderliegenden Schichten aufgebaut, wobei sich die Schraubinnengewinde
jeweils in den Außenschichten befinden und Piezoaktoren 3a in der dazwischenliegenden,
inneren Schicht eingebaut sind.
Die Zwischenkörper 3b enthalten jeweils mehrere Piezoaktoren 3a. Die Piezoaktoren 3a in
den Zwischenkörpern 3b werden entsprechend geregelt aktiviert und wirken sodann als
Vibrationsminderungseinrichtung 3 zur Dämpfung der Übertragung von Vibrationsschwin
gungen zwischen dem Frontendmodul 2a und den Längsträgern 1a. Die Art und Weise der
Ansteuerung ist beispielsweise aus der DE 38 21 368 C2 und der DE 40 21 038 C2 sowie
den dort zitierten Druckschriften bekannt, sie wird daher nicht gesondert beschrieben.
Die Erfindung kann nicht nur vorteilhaft zur Dämpfung der Übertragung von Vibrations
schwingungen und Dröhngeräuschen zwischen einem Frontendmodul 2a und den Längs
trägern 1a eines Kraftfahrzeuges eingesetzt werden, sondern durch die Erfindung können
beispielsweise auch Vibrationsschwingungen und Dröhngeräusche zwischen den Längsträ
gern 1a und einem Heckmodul oder einem Front- oder Heckquerträger eines Kraftfahrzeu
ges wirkungsvoller gedämpft werden als nach dem Stand der Technik möglich.
1
Längsträgereinrichtung
1
a Längsträger
2
Querstruktureinrichtung
2
a Frontendmodul
2
b Montageträger (Blechplatine)
3
Vibrationsminderungseinrichtung
3
a Piezoaktor
3
b Zwischenkörper
4
Anschraubflansch
4
a Schraubloch
5
Schraubloch
6
Schraube
6
a Schraubinnengewinde
7
Leuchtenaufnahme
8
Lüfteraufnahmeöffnung
8
a Kühleröffnung
9
Anschraubbereich
10
Deformationselement
11
Schraube
11
a Schraubinnengewinde
Claims (13)
1. Kraftfahrzeug mit mindestens einer Längsträgereinrichtung (1) und mindestens einer
mittelbar oder unmittelbar an der bzw. den Längsträgereinrichtung(en) (1) angebrach
ten Querstruktureinrichtung (2), wobei zwischen der bzw. den Längsträgereinrich
tung(en) (1) und der bzw. den Querstruktureinrichtung(en) (2) mindestens eine Vibrati
onsminderungseinrichtung (3) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vibrationsminderungseinrichtung (3) einen oder mehrere Piezoaktoren (3a)
umfaßt.
2. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Querstruktureinrichtung (2) ein Frontendmodul (2a) umfaßt bzw. ist.
3. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Querstruktureinrichtung (2) einen Front- oder Heckquerträger umfaßt bzw. ein
Front- oder Heckquerträger ist.
4. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Querstruktureinrichtung (2) ein Heckmodul umfaßt bzw. ist.
5. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Längsträgereinrichtung (1) zwei Längsträger (1a) umfaßt.
6. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5
dadurch gekennzeichnet,
daß die Längsträgereinrichtung (1) mindestens ein Deformationselement (3) umfaßt.
7. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Querstruktureinrichtung(en) (2) mittelbar oder unmittelbar an die Längsträge
reinrichtung(en) (1) angeschraubt ist bzw. sind.
8. Kraftfahrzeug nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Längsträgereinrichtung(en) (1) über mindestens einen Anschraubflansch (4)
zur mittelbaren oder unmittelbaren Schraubverbindung mit der bzw. den Querstruk
tureinrichtung(en) (2) aufweist.
9. Kraftfahrzeug nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vibrationsminderungseinrichtung (3) als Zwischenkörper (3b) zwischen dem
Anschraubflansch (4) und der bzw. den Querstruktureinrichtungen (2) ausgebildet ist.
10. Kraftfahrzeug nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zwischenkörper (3b) auf der einen Seite über Verschraubungsanschlüsse
(Schraubinnengewinde 11a) für die Längsträgereinrichtung(en) (1) und auf der anderen
Seite über Verschraubungsanschlüsse (Schraubinnengewinde 6a) für die Querstruk
tureinrichtung(en) (2) verfügt.
11. Vibrationsminderungseinrichtung (3) zur Minderung oder Vermeidung der Übertragung
von Vibrationsschwingungen, die zwischen einer oder mehreren Längsträgereinrich
tung(en) (1) und einer oder mehreren Querstruktureinrichtungen(en) (2) eines Kraft
fahrzeuges anbringbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vibrationsminderungseinrichtung (3) einen oder mehrere Piezoaktoren (3a)
umfaßt.
12. Vibrationsminderungseinrichtung (3) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vibrationsminderungseinrichtung (3) als Zwischenkörper (3b) ausgebildet ist,
der zwischen einem Anschraubflansch (4) einer Längsträgereinrichtung (1) und einer
Querstruktureinrichtung (2) anbringbar ist.
13. Vibrationsminderungseinrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zwischenkörper (3b) auf der einen Seite über Verschraubungsanschlüsse
(Schraubinnengewinde 11a) für die Längsträgereinrichtung(en) (1) und auf der anderen
Seite über Verschraubungsanschlüsse (Schraubinnengewinde 6a) für die Querstruk
tureinrichtung(en) (2) verfügt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998111787 DE19811787A1 (de) | 1998-03-18 | 1998-03-18 | Kraftfahrzeug und Vibrationsminderungseinrichtung dafür |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998111787 DE19811787A1 (de) | 1998-03-18 | 1998-03-18 | Kraftfahrzeug und Vibrationsminderungseinrichtung dafür |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19811787A1 true DE19811787A1 (de) | 1999-09-23 |
Family
ID=7861351
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998111787 Withdrawn DE19811787A1 (de) | 1998-03-18 | 1998-03-18 | Kraftfahrzeug und Vibrationsminderungseinrichtung dafür |
Country Status (1)
| Country | Link |
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