DE19810725A1 - Gebäudekühlung ohne Kälteerzeugung - Google Patents
Gebäudekühlung ohne KälteerzeugungInfo
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Abstract
Der Hauptzweck der Erfindung besteht darin, Gebäude künftig mit wesentlich geringerem Energieverbrauch kühlen zu können. Für diesen Anwendungsfall soll die Kühle des Erdreiches ausgenutzt werden, indem z. B. Wasser zwischen diesem und dem Gebäuse zirkuliert wird. Die Kälte braucht also nicht erst erzeugt zu werden, was den Hauptunterschied zu allen bisherigen Kühlvarianten darstellt. DOLLAR A Der grundlegende Aufbau läßt sich anhand einer Wärmepumpenheizung beschreiben, bei der im Kühlungsfall das Wasser des Erdkreislaufes direkt durch den Heizkreislauf gefördert wird. DOLLAR A Der Hauptvorteil liegt in der Minimierung der Anschaffungs- und Betriebskosten bei hoher Anlagenstandzeit. DOLLAR A Der Nachteil liegt darin, daß sich bei hoher Luftfeuchte Kondenswasser am kalten Heizkörper niederschlagen könnte. Aufgrund der hohen Kostenersparnis bei ebenfalls hoher Umweltfreundlichkeit könnte diese Erfindung in jedem Gebäude für mehr Behaglichkeit sorgen.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung bzw. Anlage ent
sprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Zur Kühlung von Gebäuden bzw. -teilen werden heute in er
ster Linie Wärmepumpen verwendet. Sie arbeiten meist nach
dem Prinzip, daß der Kompressor die Kälte erzeugt und ein
Lüfter sie dann in den zu kühlenden Raum transportiert.
Einige Anlagen erhitzen dabei zusätzlich Brauchwasser.
Der Hauptnachteil aller bisher genutzten Möglichkeiten,
Kälte zu erzeugen, besteht eben darin, daß die Kälte erst
erzeugt wird, obwohl sie schon vorhanden ist.
Nachteile: Energieverbrauch, Geräuschpegel, Größe und Ko
sten dieser Anlagen, Eingriff in Gebäudestatik und -archi
tektur durch Luftschächte.
Vorteil der Erfindung: kaum Energieverbrauch, geräuschlose
Kühlung, geringe Errichtungskosten, Platzeinsparung, keine
Luftschächte, im Idealfall Kombination mit Gebäudeheizung
und/oder deren Regelkreis möglich.
Lösung der Aufgabe: um effektiv Gebäude zu kühlen, wird die
im Erdreich vorhandene Kälte mittels Leitungen, Wärmespei
chermedium und Transportmittel in die Gebäude gefördert.
Vorteile der Erfindung:
- a) Einsparung von ( Elektro-)Energie mit den Folgevorteilen Ressourcenschonung, Umweltentlastung, Betriebskostenmini mierung
- b) Verringerung der Errichtungskosten
- c) geräuschlose Funktion
- d) Einsparung von Platz
- e) weitere Verminderung der Errichtungskosten ist durch die Kombination von Heizung und Kühlung möglich
- f) auch die gemeinsame Temperaturregelung von Heizung und Kühlung ist möglich
- g) es ist möglich, aber nicht zwingend notwendig, für Hei zung und Kühlung dieselben Wärmetauscher zu verwenden
- h) Verbesserung der Innenansicht des Raumes durch Wegfall großer Bauteile und Schächte
- i) keine Zugluft, kein kalter Luftstrom
- j) mehrere Möglichkeiten der Regelung des Kühlvorganges
- k) kaum Verschleiß, dadurch weitere Betriebskostenreduzie rung
- l) hohe Standzeit bzw. Lebensdauer der Anlage.
Die Anlage besteht aus einem Erdwärmetauscher (8), im ein
fachsten Falle aus im Erdreich verlegten Rohrschlangen,
aber auch Tiefenbohrungen und andere Variationen sind
möglich.
Von diesem Erdwärmetauscher laufen zwei Leitungen zum Ge
bäude, wobei an eine, eventuell auch an beide, die Umwälz
pumpe (6) angeschlossen ist. Es ist auch möglich, mehrere
Leitungen zu verlegen.
Besteht die Heizung dieses Gebäudes aus einer Wärmepumpe
mit Erdkreislauf, wird im Idealfall derselbe Wärmetauscher
auch für die Kühlung verwendet. Es werden z. B. zwei T-Stücke
gesetzt, und die Wärmepumpe und die Gebäudekühlung daran
angeschlossen (an den Erdwärmetauscher (8)).
Die Umschaltung zwischen Wärmepumpe und Gebäudekühlung ge
schieht im Schema durch die Umwälzpumpen (5), (6) und (7)
sowie den Dreiwegehahn (4). Auch mechanische Absperrvor
richtungen und/oder Magnetventile könnten diese Aufgabe
übernehmen.
Besteht die Heizung des Gebäudes nicht aus einer Wärmepumpe,
so speist der Erdkreislauf nur die Gebäudekühlung.
Besteht die Gebäudekühlung aus denselben Gebäudewärmetau
schern (2) wie die Gebäudeheizung, so ist auch kein extra
Kreislauf notwendig. Die Einspeisung der Kühlung in die Ge
bäudeheizung geschieht z. B. durch die Umwälzpumpen (5), (6)
und (7) sowie durch einen Dreiwegehahn (4) mit Endschalter,
der als mindestens einpoliger Umschalter ausgelegt sein
sollte und die jeweiligen Endstellungen "Kühlen", im Schema
dargestellt, oder "Heizen", an die Steuerung meldet, das
heißt, der Hahn muß sich in einer Endstellung befinden.
Auch andere Endschalterformen sind möglich. Auch die Zahl
der Umwälzpumpen könnte zugunsten von Absperreinrichtungen
reduziert werden.
Wird für die Kühlung jedoch ein eigener Kreislauf mit eige
nen Gebäudewärmetauschern geschaffen, so entfällt auch die
Möglichkeit der Einspeisung.
Als Wärmetauscher können Heizkörper verwendet werden. Diese
sollten sich im Raum oben befinden, wenn nur gekühlt wird,
unten befinden, wenn nur geheizt wird, und sie sollten im
Raum von oben bis unten reichen, wenn geheizt oder gekühlt
wird. Möglich ist auch, die Wärmetauscher (2) in die Wände
mit der oben beschriebenen Anordnung einzulassen. Wird Fuß
bodenheizung verwendet, so installiert man die Heizung im
Fußboden und die Kühlung im Fußboden des Raumes darüber,
der dann allerdings keine Wärmeisolierung zur selben Decke
haben dürfte, oder man bringt die Kühlung in die Decke ein
oder an der Decke an.
Wird die Raumluft jedoch mit Hilfe von Lüftern zirkuliert,
so können die Gebäudewärmetauscher (2) beliebig im Raum po
sitioniert werden.
Die Regelung funktioniert im einfachsten Fall durch eine
Sollwertvorgabe und eine Istwerterfassung, deren Vergleich
und Auswertung der dabei auftretenden Differenz. Diese
Differenz wird einer Auswerteeinheit zugeschickt, die sie
in Richtung und Größe analysiert und Heizung oder Kühlung
in entsprechender Intensität auslöst.
Die Regelung für Heizung und Kühlung kann gemeinsam, teil
weise gemeinsam oder vollständig getrennt erfolgen.
Wird ein separater Kreislauf verlegt, so besteht die Mög
lichkeit, nur einige Räume mit der Kühlung auszustatten,
z. B. Räume mit Fenstern nach Süd, Wohn- und Schlafräume
und/oder Räume im Dachgeschoß.
Es ist auch möglich, die Luft außerhalb des zu kühlenden
Raumes abzukühlen und sie dann über Schächte oder andere
Luftleitungen zuzuführen und die erwärmte Luft wieder
abzuführen.
Das kalte Wärmespeichermedium, im Idealfalle Wasser, kann
mit nahezu konstanter Temperatur in die Kühlung eingespeist
werden oder man variiert dessen Temperatur durch einen By
paß, Mischer oder andere Vorrichtungen, etwa im Bereich
+5 . . . +20°C.
Es ist auch möglich, auf den Kreislauf des Wassers zu ver
zichten und es nach Passieren des Gebäudewärmetauschers (2)
nicht mehr zu verwenden, d. h. ablaufen zu lassen. Dies ist
mit Trinkwasser zwar möglich, aber sicher kostspielig. Gün
stiger ist sicher die Nutzung von Brunnenwasser oder anderen
Quellen. Diese Variante kann jedoch nur als Notlösung be
trachtet werden, es sei denn, das Wasser wird weiterhin nach
Passieren des Gebäudewärmetauschers als Trink- bzw. Brauch
wasser genutzt. Der Gebäudewärmetauscher (2) hätte hier die
Zusatzfunktion eines Wasservorerwärmers.
Die Dimensionierung von Kühlfläche und -leistung sollte nach
den gleichen Kriterien wie bei der Wärmepumpenheizung erfol
gen, d. h. 1-1,2 grd Abweichung der Außentemperatur sollte
eine Temperaturänderung des Wärmespeichermediums von 1 grd
nach sich ziehen.
Die Dimensionierung des Erdwärmetauschers (8) sollte der
notwendigen Kühlfläche entsprechen, im Maximalfall sollte
sie so groß wie der Wärmetauscher der Heizung gewählt werden.
Bei hohen Außentemperaturen wird der Dreiwegehahn (4) auf
"Kühlen" gestellt oder andere Umstellmöglichkeiten ge
tätigt. Wurden Magnetventile oder Umwälzpumpen als Umstell
einheit installiert, so erledigt die automatische Steuerung
die Umschaltung.
Steigt nun die Zimmertemperatur über einen kritischen Wert,
wird die Kühlung durch Zuschalten der Umwälzpumpe (6) in
Betrieb genommen. Zur Variation der Kühlung gibt es folgen
de Möglichkeiten:
- - Umwälzpumpe (6) ist in ihrer Drehzahl variabel
- - Umwälzpumpe (6) erhält eine variable Kurzschlußstrecke (9)
- - es wird ein Bypaß bzw. Mischer installiert, der die Tem peratur des Kaltwassers variiert
- - Umwälzpumpe (6) arbeitet im Intervallbetrieb
- - Umwälzpumpe (6) arbeitet ständig, wobei jeder Raum durch sein eigenes Thermostatventil geregelt wird
All diese Maßnahmen können einzeln oder auch miteinander
kombiniert verwirklicht werden. Sie können noch ergänzt
werden durch eine Zeitschaltuhr, da die größte Hitze tags
über auftritt, oder je nach Anwesenheit der Personen ge
kühlt werden soll.
Auf dem Bild ist eine Wärmepumpenheizung dargestellt, die
auch über die Möglichkeit der Kühlung verfügt.
Die Umschaltung zwischen "Heizen" und "Kühlen" ge
schieht mit einem Dreiwegehahn, die Förderleistung der Um
wälzpumpe "Kühlen" geschieht mit einer variablen Kurz
schlußstrecke.
Folgende weitere Anlagenteile wurden eingezeichnet:
1 Wärmepumpe, auf die Darstellung des Brauchwasser-Kreis laufes wurde verzichtet, da dieser hier nicht von Bedeutung ist
2 Gebäudewärmetauscher bzw. Heizkörper zum Heizen oder Kühlen
3 Regelventil des Heizkörpers, hier wird ein kombi niertes Ventil zum Heizen und Kühlen verwendet
4 Dreiwegehahn für die Umschaltung zwischen "Heizen" und "Kühlen", im Bild ist die Betriebsart "Kühlen"-dargestellt. Auf "Heizen" wird umgestellt, indem man den Hahn um 90° nach links (gegen den Uhrzeigersinn) dreht
5 Umwälzpumpe für die Betriebsart "Heizen"
6 Umwälzpumpe für die Betriebsart "Kühlen"
Umwälzpumpe 5 und 6 können nie gemeinsam betrieben werden
7 Umwälzpumpe für den Erdkreislauf, auch Solepumpe genannt
8 Erdkreislauf, dieser gewährleistet Kühlung, Heizung und Brauchwassererwärmung.
1 Wärmepumpe, auf die Darstellung des Brauchwasser-Kreis laufes wurde verzichtet, da dieser hier nicht von Bedeutung ist
2 Gebäudewärmetauscher bzw. Heizkörper zum Heizen oder Kühlen
3 Regelventil des Heizkörpers, hier wird ein kombi niertes Ventil zum Heizen und Kühlen verwendet
4 Dreiwegehahn für die Umschaltung zwischen "Heizen" und "Kühlen", im Bild ist die Betriebsart "Kühlen"-dargestellt. Auf "Heizen" wird umgestellt, indem man den Hahn um 90° nach links (gegen den Uhrzeigersinn) dreht
5 Umwälzpumpe für die Betriebsart "Heizen"
6 Umwälzpumpe für die Betriebsart "Kühlen"
Umwälzpumpe 5 und 6 können nie gemeinsam betrieben werden
7 Umwälzpumpe für den Erdkreislauf, auch Solepumpe genannt
8 Erdkreislauf, dieser gewährleistet Kühlung, Heizung und Brauchwassererwärmung.
Claims (9)
1. Anlage zur Förderung eines Wärmespeichermediums vom Erd
reich (8) zum zu kühlenden Gebäude (2),
dadurch gekennzeichnet, daß es in einem geschlossenen
Kreislauf zirkuliert wird, d. h. vom Gebäudewärmetauscher
(2) in den Erdwärmetauscher (8) wieder zurückfließt,
- - daß es zur Kühlung dieselben Gebäudewärmetauscher (2) wie für die Heizung verwendet, die dann zu modifizieren wären,
- - daß es für die Kühlung dieselbe Regelung verwendet wie für die Heizung, die dann zu modifizieren wäre,
- - daß Heizkörper (2), an der Wand befestigt und über bestimm te Maße verfügend, zum Einsatz kommen,
- - daß die Gebäudeheizung durch eine Wärmepumpe (1) geleistet wird,
- - daß der Erdwärmetauscher aus im Erdreich verlegten Rohr schlangen (8) besteht,
- - daß kalte bzw. heiße Luft in dem Raum erzeugt werden, wo sie benötigt werden,
- - daß die Temperatur des Wärmespeichermediums durch einen Bypaß oder Mischer variiert wird.
2. Anlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Wärmespeichermedium nach
Durchfluß durch den Gebäudewärmetauscher nicht weiter ver
wendet wird, d. h. der Kreislauf offen ist.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß für die Kühlung ein separater
Kreislauf und separate Gebäudewärmetauscher (2) geschaffen
werden.
4. Anlage nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß für die Kühlung ein extra Re
gelkreis installiert wird, der vom Heizregelkreis ganz
oder teilweise getrennt wird.
5. Anlage nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gebäudewärmetauscher (2)
in der Wand bzw. im Fußboden bzw. in der Decke befestigt
werden.
6. Anlage nach Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gebäude über eine beliebi
ge andere Heizungsart verfügt, z. B. Öl-, Gas-, Kohle-, Holz
feuerung, Fernwärmeanschluß bzw. Elektro- oder Solar
heizung.
7. Anlage nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Erdwärmetauscher (8) nicht
aus Rohrschlangen besteht, sondern z. B. durch Tiefenboh
rung oder -schuß hergestellt wurde oder jegliche andere
Form aufweist.
8. Anlage nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die kalte bzw. warme Luft
von außen dem Raum zugeführt wird.
9. Anlage nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des Wärmespei
chermediums nicht gezielt variiert werden kann.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19810725A DE19810725A1 (de) | 1998-03-12 | 1998-03-12 | Gebäudekühlung ohne Kälteerzeugung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19810725A DE19810725A1 (de) | 1998-03-12 | 1998-03-12 | Gebäudekühlung ohne Kälteerzeugung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19810725A1 true DE19810725A1 (de) | 1999-09-16 |
Family
ID=7860629
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19810725A Withdrawn DE19810725A1 (de) | 1998-03-12 | 1998-03-12 | Gebäudekühlung ohne Kälteerzeugung |
Country Status (1)
| Country | Link |
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