DE19809887A1 - Optisches Signalübertragungssystem - Google Patents
Optisches SignalübertragungssystemInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von der Gattung, wie im unabhängigen
Patentanspruch 1 wiedergegeben.
In faseroptischen Systemen, im speziellen
Nachrichtenübertragungssystemen, werden Schaltmatrizen
benötigt, die eine schaltbare Kopplung zwischen jedem
Eingangs- und jedem Ausgangswellenleiter erlauben. Ein
besonders wichtiger Einsatzbereich einer solchen
Schaltmatrix ist der optische Crossconnect, der die
Schaltmatrix mit optischen Verstärkern zur Pegelregene
rierung und/oder Transpondern zur Wellenlängenkonversion
und/oder WDM-Bausteinen zur Wellenlängentrennung und
-vereinigung kombiniert. In einem derartigen, komplexen
Crossconnect ist eine Maßnahme zur Pegelregelung unbedingt
erforderlich, die aus einem möglichst im Bereich der
Ausgangsfasern angebrachten Leistungsmesser (etwa durch
Auskopplung eines festen Bruchteils der in der
Ausgangsfaser geführten Lichtleistung in einen
Photodetektor) sowie einem oder mehreren Pegelstellern
besteht. Nur durch eine solche Pegelregelung kann bei einem
größeren photonischem Netzwerk die Übertragung der
Datenströme über mehrere kaskadierte Übertragungsstrecken
und Netzknoten mit der erforderlichen Qualität,
beispielsweise einer garantierten maximalen Fehlerrate,
sichergestellt werden.
Der Pegelsteller soll dabei mit elektrischen Größen (einer
Spannung oder einem Strom) steuerbar sein und mindestens
eine der Schaltgeschwindigkeit der Schaltmatrix
entsprechende Stellgeschwindigkeit aufweisen. Seine
minimale Einfügungsdämpfung soll gering, der Stellbereich
ausreichend sein für den Ausgleich der unterschiedlichen
Eingangspegel und unterschiedlichen Einfügungsdämpfungen
der im jeweils geschalteten Weg liegenden Komponenten, wozu
typischerweise 10 bis 20 dB erforderlich sind.
Im Folgenden wird auf den Stand der Technik zunächst für
optische Schalter und dann für optische Pegelsteller
eingegangen.
In faseroptischen Systemen, speziell
Nachrichtenübertragungssystemen, werden Schalter benötigt,
die den Weg des in Wellenleitern/Glasfasern geführten
Lichts umschalten können. Ein solcher Schalter hat
typischerweise einen oder mehrere Eingangswellenleiter und
einen oder mehrere Ausgangswellenleiter, die durch eine
Schaltmatrix miteinander verbunden werden. Die Schaltmatrix
bewirkt eine Kopplung von einem Eingangs- in jeweils einen
Ausgangswellenleiter (Proceedings ECIO'97, Stockholm,
Seiten 1a/JWA4-1 bis JWA4-6/15, Mats Gustavsson et al.:
"Network Requirements on Optical Switching Devices").
Meistens ist es dabei erwünscht, daß das Licht des
Eingangswellenleiters möglichst vollständig in den
selektierten Ausgangswellenleiter gekoppelt wird (hohe
Transmission = geringe Einfügungsdämpfung) und daß alle
anderen Ausgangswellenleiter allenfalls sehr geringe
Anteile des Lichts dieses Eingangswellenleiters führen
(niedriges Übersprechen = hohe Übersprechdämpfung). Das
soll in einem weiten Bereich der optischen Wellenlänge
erfüllbar sein, für Telekommunikationszwecke typischerweise
von 1,2 bis 1,6 µm. Übliche Anforderungen an eine in
Telekommunikationsnetzen eingesetzte optische Schaltmatrix
sind Einfügungsdämpfungen von < 5 bis < 10 dB und
Übersprechdämpfungen von < 30 bis < 60 dB.
Optische Schalter sind in einer Reihe von Technologien und
verschiedenen Schaltprinzipien realisiert.
Relaisartige Schalter verschieben eine Glasfaser vor einem
Array von gegenüberliegenden Glasfasern, so daß bei
präziser Ausrichtung jeweils eine Kopplung zwischen zwei
Fasern zustande kommt. Einfügungs- und Übersprechdämpfung
sind hervorragend, aber die Umschaltzeit ist relativ lang,
und der Fertigungsaufwand ist groß. Gleiches gilt für
solche Schalter, die das Licht jeder Glasfaser durch eine
Kollimationsoptik aufweiten und dann mit drehbaren oder
verschiebbaren Spiegeln, Prismen und/oder beweglichen
Linsen eine veränderbare optische Kopplung zwischen
verschiedenen Fasern herstellen.
Für integriert-optische Schalter, die vollständig mit
Wellenleitern arbeiten, sind mehrere Schaltprinzipien
bekannt.
Entweder wird das Licht einer Eingangsfaser mit einem
passiven Leistungsteiler auf mehrere Wege aufgeteilt und
danach in jeden Weg ein schaltbarer optischer Verstärker
eingefügt, der im ausgeschalteten Fall hohe Dämpfung
aufweist und im eingeschalteten Fall die Verluste bei der
Lichtaufteilung (aktiv) kompensiert. Solche Verstärker
können zusammen mit den passiven Leistungsteilern auf
Halbleiterbasis hergestellt werden (Halbleiter-Laser-
Verstärker, SLA). Der Verstärkungsprozeß (auf Grund
induzierter Emission) ist allerdings schmalbandig und daher
auf einen engen Wellenlängenbereich begrenzt. Außerdem
rauscht der optische Verstärker zusätzlich, verursacht bei
hohen Eingangsleistungen Verzerrungen, die typischen
Wellenleiter in Halbleitersubstraten sind in ihren
Eigenschaften polarisationsabhängig, und die Realisierung
für den interessierenden Wellenlängenbereich (1,2 bis 1,6
µm) muß auf sehr teuren InP-Halbleitern erfolgen.
Im Gegensatz dazu arbeiten rein passive integriert-optische
Wellenleiterschalter durch Modifikation der
Brechzahlverteilung im Bereich der Koppelstelle zweier
Wellenleiter. Dafür kommen entweder interferometrische
Strukturen in Frage, beispielsweise ein Mach-Zehnder-
Interferometer (MZI) mit zwei Ein- und zwei Ausgängen, bei
dem durch Veränderung der Brechzahl (Laufzeit, Phase) in
einem oder beiden Armen die Kopplung zwischen Ein- und
Ausgängen verändert werden kann (2×2-Schalter mit "bar"-
oder "cross"-Zustand), oder X- oder Y-Verzweigungen mit
einem so geringen Öffnungswinkel, daß eine
Brechzahlerhöhung auf der einen und/oder eine Absenkung auf
der anderen Seite ausreicht, das Licht definiert in einen
der beiden Ausgänge zu lenken. Letzterer Typ hat den
Vorteil, daß die Schaltfunktion über einen weiten Bereich
der Brechzahländerung gewährleistet ist (sog. digitaler
optischer Schalter, DOS), während beim MZI-Schalter die
Brechzahl sehr präzise verändert werden muß.
Als Mechanismus zur Brechzahländerung kommt eine
Temperaturveränderung in Frage (Proc. 21st Eur. Conf. on
Comm. (ECOC'95)- Brussels, Th.L.3.5, Seiten 1063 bis 1066,
R. Moosburger et al.: "A novel polymer digital optical
switch with high temperature stability"). Dafür muß das
Wellenleitermaterial einen hohen thermooptischen (TO)
Koeffizienten aufweisen; typischerweise kommen organische
Materialien (Polymer u. a. Kunststoffe) zum Einsatz. Die
Schaltzeit liegt im Bereich 1 ms, und das Schaltverhalten
ist unabhängig von der Lichtpolarisation. Statt dessen kann
auch der elektrooptische Effekt (EO) in bestimmten
Materialien ausgenutzt werden, der eine Brechzahländerung
unter Einfluß eines starken elektrischen Gleichfeldes
verursacht (Appl. Phys. Lett. 51 (16), 19 October 1987,
Seiten 1230 bis 1232, Y. Silberberg et al.: "Digital
optical switch"); hier ist die Schaltzeit sehr kurz (ps-
Zeitskala), aber der Effekt wirkt in Abhängigkeit von der
Lichtpolarisation unterschiedlich. Materialien mit hohem
elektrooptischem Effekt, beispielsweise LiNbO3, sind
darüberhinaus teuer.
Ein weiteres Schaltungsprinzip ist in thermooptischen
digitalen optischen Schaltern (TO-DOS) verwirklicht.
Hierfür werden gemäß dem Schnittbild der Fig. 3 in
Polymerschichten 3, 5, die beispielsweise auf einem
Siliziumsubstrat 2 aufgebracht sind, Wellenleiter 6
hergestellt. Eine Ausführungsform ist der Streifen
wellenleiter in einem Drei-Schicht-System; es sind aber
auch andere optische Konfigurationen denkbar. Oberhalb der
Wellenleiter 6, das heißt gegenüber dem als Wärmesenke
dienenden Si-Substrat 2, werden Heizleiter 7 in der Nähe
der Wellenleiter 6 hergestellt, die bei Stromfluß infolge
der entstehenden elektrischen Verlustleistung die
Temperatur im Bereich um die Wellenleiter 6 erhöhen und
dadurch die Materialbrechzahl absenken. Typische
Größenordnungen für die Brechzahldifferenz
Wellenleiterkern-Substrat sind 5 × 10-3, während der
thermooptische Koeffizient typischerweise bei 10-4 K-1
liegt. Insofern ist also eine Temperaturerhöhung von 50 K
im Wellenleiterkern ausreichend, um die Lichtführung
aufzuheben. Für die Umschaltung in einer sich allmählich
öffnenden Y-Verzweigung genügen bereits geringere
Temperaturdifferenzen zwischen den beiden
Wellenleiterausgängen in der Größenordnung von 20 K. Dabei
erfolgt die gewünschte Überkopplung des Lichts in einen der
Ausgänge um so vollständiger, je kleiner der Öffnungswinkel
der Y-Verzweigung ist - dadurch wächst aber die Baulänge
des Wellenleiterschalters. Da die zur Erzielung eines hohen
thermooptischen Koeffizienten verwendeten Kunststoff-
Materialien aber eine wenn auch geringe optische Absorption
aufweisen, führt eine vergrößerte Baulänge gleichzeitig zu
einer höheren Einfügungsdämpfung. Außerdem verursacht die
Y-Verzweigung selbst gegenüber einem einfachen geraden oder
gekrümmten Wellenleiter eine Zusatzdämpfung, da sich die
Aufteilung des Eingangswellenleiters in die Ausgänge im
Bereich des "Zwickels" des "Y" nicht perfekt realisieren
läßt. Die mit einem solchen TO-DOS praktisch erreichbare
Übersprechdämpfung liegt im Bereich von 20 bis 25 dB und
ist deshalb meistens nicht ausreichend. Daher werden häufig
für eine Schaltstufe zwei DOS-Schalter kaskadiert, um
dadurch die Übersprechdämpfung auf <40 dB zu erhöhen -
dieses Vorgehen erhöht aber wiederum die Einfügungsdämpfung
deutlich.
Neben dem 1×2-Y-TO-DOS sind auch 1×3-Schalter nach dem
gleichen Prinzip bekannt. Aus diesen Basiselementen können
durch Kaskadierung größere Schaltmatrizen, beispielsweise
4×4, 8×8 oder 1×16, aufgebaut werden.
In der parallelen Patentanmeldung "Optischer
Wellenleiterschalter" (Erfinder: Winfried Bernhard und
Wolf-Henning Rech) ist vorgeschlagen, bei einem optischen
Wellenleiterschalter mit als Y-Verzweigung ausgeführtem,
optischem Wellenleiter und daran angeordneten Einrichtungen
zur lokalen Beeinflussung der Brechzahl in den
Ausgangsarmen der Y-Verzweigung zusätzlich jeweils einen
die Brechzahl beeinflussender Modulator vorzusehen, der
jeweils so steuerbar ist, daß die in einem Ausgangsarm
durch eine der Einrichtungen erzielte, erhöhte
Durchgangsdämpfung durch eine erhöhte Modulatordämpfung
ergänzt wird.
Unter den integriert-optischen Schaltern sind die
thermooptischen Schalter am besten den Systemanforderungen
des optischen Crossconnect angepaßt.
Optische Pegelsteller sind zumeist als Glassubstrate mit
aufgedampften metallischen Reflexionsschichten realisiert,
wobei der Reflexionsgrad durch Variation der Schichtdicke
entlang einer Längen- oder Umfangskoordinate des
rechteckigen oder kreisförmigen Substrats verändert wird.
Dieser "Graukeil" wird dann in den Lichtweg eingefügt.
Durch Verschieben beziehungsweise Verdrehen kann der
Reflexionsgrad und damit die verbleibende Transmission
verändert werden. Mit einem elektrischen Antrieb mit
zusätzlichem Wegsensor ist eine definierte elektrische
Steuerung möglich. Um eine niedrige Grunddämpfung zu
gewährleisten, muß der optische Strahldurchmesser im
Bereich der eingefügten Dämpfungsplatte gegenüber dem der
Glasfaser erheblich aufgeweitet werden, so daß zusätzliche
Linsen oder linsenartige Medien zur Strahltransformation
eingebaut werden müssen. Alle diese Teile müssen präzise
gegeneinander justiert werden. Solche Pegelsteller finden
als präzise kalibrierte Dämpfungsglieder insbesondere in
der Lichtwellenleiter-Meßtechnik Anwendung, sind jedoch für
eine Anwendung im optischen Crossconnect zu aufwendig.
Eine andere Bauform des optischen Pegelstellers besteht aus
einem integriert-optischen Mach-Zehnder-Interferometer, das
bei Verstimmung einen Teil der Lichtleistung in das
Wellenleitersubstrat auskoppelt. Grundsätzlich wäre auch
eine als digitaler optischer Schalter ausgelegte,
thermooptisch abstimmbare symmetrische oder asymmetrische
Y-Verzweigung als variables Dämpfungsglied geeignet, wenn
sie im "analogen" Bereich in der Mitte zwischen den beiden
Endzuständen der Schaltkennlinie betrieben wird. Allerdings
ist diese Kennlinie sehr steil und teilweise
hysteresebehaftet, so daß die Eignung als Pegelsteller nur
eingeschränkt ist.
Schließlich kann die Auskopplung des Lichts auch ohne
zusätzliche Wellenleiterstruktur direkt in das Substrat
erfolgen, wenn der Brechzahlgradient so groß gemacht werden
kann, daß im Bereich des optischen Feldes in unmittelbarer
Nähe des Wellenleiterkerns eine Substratbrechzahl
eingestellt werden kann, die höher als die Kernbrechzahl
ist, und dadurch ein "Tunneln" eines Teils des geführten
Lichts in das Substrat ermöglicht wird. Ein solcher "Cut
off-Modulator" wurde - allerdings mit elektrooptischer
anstelle thermooptischer Abstimmung - in "A. Neyer, W.
Sohler, Appl. Phys. Lett. 35, 256-258 (1979)" beschrieben.
Kern der Erfindung ist die Kombination einer thermooptisch
gesteuerten Wellenleiter-Schaltmatrix mit einem
thermooptisch steuerbaren Pegelsteller auf einer
gemeinsamen integriert-optischen Schaltung.
Der besondere Vorteil der Erfindung resultiert aus der
Tatsache, daß in dem wichtigen Anwendungsfeld des optischen
Crossconnect Schaltmatrizen und Pegelsteller stets
gemeinsam benötigt werden, und daß die beiden Bauelemente
technologisch kompatibel realisiert werden können, wenn für
beide Bauelemente das jeweils besonders günstige
thermooptische Steuerprinzip angewendet wird.
Die Realisierung einer gemeinsamen integriert-optischen
Schaltung für eine Schaltmatrix (oder Teil-Schaltmatrix)
und einen oder mehrere Pegelsteller erfordert keinen
zusätzlichen Herstellaufwand, da die Prozeßschritte, sowie
deren Anzahl und Reihenfolge identisch gewählt werden
können. Die Integration erfordert lediglich einen Satz von
Lithographiemasken für die Herstellung der Wellenleiter und
Heizleiter, die beide Bauelemente in Kettenschaltung auf
einem gemeinsamen Substrat darstellen.
Aus der Integration resultieren nicht nur die bekannten
Vorteile einer Verringerung der Baugröße, die bei großen
Schaltmatrizen mit vielen Ein- und Ausgängen bedeutsam sein
kann, sowie die geringeren Herstellkosten, da alle
Prozeßschritte zur Herstellung nur einmal durchgeführt
werden müssen, nur einmal die aufwendige, hochpräzise
Ankopplung der Glasfasern an die integriert-optische
Schaltung erforderlich ist und nur ein gemeinsames Gehäuse
mit den erforderlichen elektrischen Kontakten benötigt
wird. Darüber hinaus bietet die Integration den zusätz
lichen Vorteil, daß die gesamte Einfügungsdämpfung der
Kettenschaltung aus Schaltmatrix und Pegelsteller bei
integriertem Aufbau niedriger ist als bei einem sonst
identischen Aufbau in zwei getrennten, durch Glasfasern
verbundenen Baugruppen nach dem Stand der Technik, da jede
Koppelstelle zwischen Glasfaser und integriert-optischer
Schaltung unvermeidliche Übergangsverluste verursacht.
Schließlich wird auch die Zuverlässigkeit des gesamten
Crossconnect erhöht, wenn er aus weniger Bauelementen und
Verbindungsstellen besteht.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und im Folgenden näher erläutert. Dabei sind
bei mehreren Figuren jeweils dieselben Bezugszeichen für im
wesentlichen gleiche Teile verwendet. Schematisch ist
gezeigt in
Fig. 1 ein schematischer Schnitt durch ein Bauelement
für allgemeine integriert-thermooptische
Funktionen,
Fig. 2 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Fig. 3 zeigt schematisch ein Beispiel eines Bauelements 1
für allgemeine integriert-thermooptische Funktionen im
Schnitt. Ein Substrat 2, beispielsweise aus Silizium oder
Glas, trägt mehrere Schichten eines optisch transparenten
Materials, von denen wenigstens eines einen hohen
thermooptischen Koeffizienten aufweist (das heißt, die
Brechzahl hängt stark von der Temperatur ab). Materialien
mit hohem thermooptischem Koeffizienten sind in der Regel
organische Materialien, beispielsweise Polymere. Es sind
Polymere mit hoher optischer Transparenz und hohem
thermooptischem Koeffizienten bekannt. Eine der Schichten
ist lateral strukturiert, wodurch bei geeignetem Aufbau
(Geometrie und Brechzahl) ein oder mehrere optische
Wellenleiter entstehen. Für die Erfindung ist es
unmaßgeblich, welcher Typ von Wellenleiter dazu verwendet
wird; in der Zeichnung ist ein Dreischichtsystem mit den
Schichten 3 bis 5 dargestellt, wobei die mittlere Schicht 4
in der Brechzahl höher liegt und damit Rippenwellenleiter 6
gebildet werden. In der Nähe dieser Wellenleiter 6 sind
außerdem Heizleiter 7 vorgesehen, die bei Stromfluß Wärme
und damit einen Temperatur- und einen Brechzahlgradienten
erzeugen können. Läßt man Strom durch den einen und/oder
anderen der Heizleiter fließen, kann das Brechzahlprofil in
der Umgebung eines oder mehrerer Wellenleiter verändert
werden, wodurch die Verteilung des optischen Feldes und die
effektive Brechzahl für das im Wellenleiter geführte Licht
beeinflußt werden können.
Fig. 2 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung in Aufsicht. Die skizzierte Schaltmatrix 10
besteht im Beispiel aus einem einfachen 2×1-
Wellenleiterschalter nach dem Prinzip des digitalen
optischen Schalters und erlaubt wahlweise die
Durchschaltung des Lichts aus einem der
Eingangswellenleiter 11 und 12 in einen
Zwischenwellenleiter 13. Dazu dienen die Heizleiter 14 und 15,
die abwechselnd betrieben werden, wobei bei einem
Material mit negativem thermooptischen Koeffizienten für
den Lichtweg 11-13 der Heizleiter 15, für den Lichtweg 12-13
der Heizleiter 14 mit Strom beschickt werden muß. Im
unmittelbaren Anschluß ist auf demselben Substrat ein
thermooptisch abstimmbares Mach-Zehnder-Interferometer 16
gezeichnet, das die Funktion des Pegelstellers übernimmt.
Ein Eingangsteiler 17 teilt das Licht des
Zwischenwellenleiters 13 auf zwei Wellenleiter 18 und 19
auf, die untereinander gleiche optische Länge aufweisen, so
daß sich deren Licht einem Ausgangskombinierer 20 wieder
phasengleich vereinigt und dem Ausgangswellenleiter 21 zu
geführt wird. Wird nun der Heizleiter 22 mit Strom
beschickt, verändert er die Brechzahl im Bereich des
Wellenleiters 19 und damit dessen optische Länge, während
der Wellenleiter 18 davon unbeeinflußt bleibt. Dadurch wird
das Interferometer verstimmt und - je nach Grad der
Verstimmung - ein variabler Anteil des Lichts am Aus
gangskombinierer 20 in die Schichten 3 bis 5 abgestrahlt,
so daß der im Ausgangswellenleiter 21 geführte Anteil des
Lichts entsprechend geringer ist und so der Ausgangs-
Lichtpegel verändert werden kann.
Eine andere Ausführungsform des Pegelstellers ist in Fig.
2 dargestellt. Hier mündet der Zwischenwellenleiter 13 über
einen einzigen Wellenleiter 23 in den Ausgangswellenleiter
21, wobei sich die Wellenleiter 13, 23 und 21 in den
Querabmessungen nicht notwendigerweise voneinander
unterscheiden. Der Wellenleiter 23 ist dadurch aus
gezeichnet, daß ihm benachbart der Heizleiter 24 liegt, die
bei erheblicher Temperaturerhöhung das Brechzahlprofil so
stark verändert, daß ein Teil des geführten Lichtes direkt
in die Schichten 3-5 ausgekoppelt wird (Cut-off-Modulator)
Der Anteil des ausgekoppelten Lichts kann auch dabei durch
den Heizleiterstrom kontinuierlich variiert werden.
Natürlich sind nach dem gleichen Verfahren auch größere
optische Schaltmatrizen als 2×1 mit einem oder mehreren
optischen Pegelstellern kombinierbar. Dabei können bei der
allgemeinen N×M-Schaltmatrix sinnvollerweise sowohl bis zu
N Pegelsteller am Eingang als auch bis zu M Pegelsteller am
Ausgang angeordnet sein.
Letztlich können die Ausführungsbeispiele nach den Fig.
2 und 3 auch mit umgekehrter Signalflußrichtung betrieben
werden, wenn der Wellenleiterschalter 11 bis 15 als
steuerbare Y-Verzweigung ausgeführt ist, eventuell mit
nachgeschaltetem, insbesondere auf demselben Substrat
integriertem, die Brechzahl thermooptisch beeinflussendem
Modulator, der so steuerbar ist, daß die in einem der
Ausgangsarme 11, 12 erzielte, erhöhte Durchgangsdämpfung
durch eine erhöhte Modulatordämpfung ergänzt wird.
Aus der Literatur (Appl. Phys. Lett. 35, Seiten 256 bis 258
(1979), A. Neyer, W. Sohler) ist eine elektrooptische
Modulatorschaltung bekannt, die durch Veränderung der
Brechzahl (EO) in einem in LiNbO3 hergestellten
Wellenleiter eine Ein-/Aus-Schaltfunktion realisiert. Dabei
wird das Brechzahlprofil des Wellenleiters so verändert,
daß das in diesem geführte Licht teilweise in das umgebende
Substrat ausgekoppelt wird. Mit diesem "Cut-off-Modulator"
läßt sich eine hohe Unterdrückung im Ausschaltfall
erreichen, wenn die Länge der brechzahlveränderten Zone
groß ist.
Claims (5)
1. Optisches Signalübertragungssystem mit einem
Übertragungsweg, der wenigstens einen optischen
Wellenleiterschalter und einen optischen Pegelsteller
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl der
Wellenleiterschalter (11 bis 15) als auch der Pegelsteller
(16 bis 24) thermooptisch gesteuert und auf einem
gemeinsamen Substrat als integrierte thermooptische
Schaltung ausgebildet sind.
2. Signalübertragungssystem nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Wellenleiterschalter (11 bis 15)
ein Umschalter ist.
3. Signalübertragungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Pegelsteller (16 bis 24) einem
Wellenleiterschalter (11 bis 15) nachgeschaltet ist, der
mehrere Eingänge (11, 12), aber nur einen Ausgang (13)
aufweist.
4. Signalübertragungssystem nach einem der Ansprüche 1 und
2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Pegelsteller (16 bis 24)
ein als thermooptischer Verzweiger ausgebildeter
Wellenleiterschalter (11 bis 15) nachgeschaltet ist, der
nur einen Eingang (13), aber mehrere Ausgänge (11, 12)
aufweist.
5. Signalübertragungssystem nach einem der vorangehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sein Übertragungsweg eingangsseitig die Eigenschaft
hat, im Betrieb den optischen Pegel zu ändern, und daß dem
Veränderungsbereich dieses Pegels der Stellbereich des
Pegelstellers (16 bis 24) angepaßt ist.
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Publications (1)
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|---|---|
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ID=7860109
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19809887A Withdrawn DE19809887A1 (de) | 1998-03-07 | 1998-03-07 | Optisches Signalübertragungssystem |
Country Status (4)
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