DE19808222A1 - Faser-Bragg-Gitter Drucksensor mit integrierbarem Faser-Bragg-Gitter Temperatursensor - Google Patents
Faser-Bragg-Gitter Drucksensor mit integrierbarem Faser-Bragg-Gitter TemperatursensorInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der faseroptischen Druck- und Tem
peraturmessung. Sie geht aus von einem faseroptischen Sensor nach dem Ober
begriff des Anspruchs 1.
Bei der Erdölförderung müssen Bohrlöcher hinsichtlich Druck und Temperatur
überwacht werden. Im Bohrloch können die Flüssigkeitsdrücke bis zu 100 MPa
(1000 bar) und die Temperaturen bis zu über 200°C betragen. Zur Druckmes
sung bis zu ca. 170°C werden häufig elektrische Sensoren eingesetzt, wie
z. B.
Piezowiderstände, piezoelektrische Elemente, kapazitive Sonden oder Kristall
resonatoren. Bekannt ist auch die Verwendung optischer Drucksensoren, die
sich durch gute Hochtemperaturtauglichkeit, Korrosionsbeständigkeit und elek
tromagnetische Störunempfindlichkeit auszeichnen. Beispiele hierfür sind me
chanische Resonatoren, die optisch aktiviert und optisch ausgelesen werden,
elastooptische Sensoren, optische Sensoren mit druckempfindlicher Membran
oder Fabry-Perot Resonatoren.
Ein optischer Sensor mit Faser-Bragg-Gittern zur Messung von Materialdeh
nungen ist z. B. aus dem U. S. Pat. No. 4,761,073 bekannt. Ein Brechungsin
dexgitter, welches durch UV-Licht in eine Monomodefaser eingeschrieben ist,
wirkt als Reflektor oder Transmissionsfilter mit einer charakteristischen Bragg-
Wellenlänge λB. Durch longitudinale Faserdehnungen werden Gitterperiode
und Brechungsindex geändert und die Bragg-Wellenlänge λB verschoben. Die
Ausgangssignale sind wellenlängenkodiert und unabhängig von der empfange
nen Lichtleistung. Serielles Multiplexen mehrerer Dehnungssensoren ist sehr
einfach realisierbar, indem entlang einer Sensorfaser mehrere Bragg-Gitter
mit unterschiedlichen Reflexionswellenlängen eingeschrieben sind, deren Signa
le spektral getrennt werden können. Es wird vorgeschlagen, Signalstörungen
aufgrund thermischer Gitterdehnungen mit Hilfe superponierter Gitter unter
schiedlicher Reflexionswellenlängen zu eliminieren. Bekanntermaßen ist Mul
tiplexen statt durch wellenlängenselektive auch durch zeitaufgelöste Messungen
mit einer gepulsten Lichtquelle möglich. Zur Überwachung von Körperdeforma
tionen ist die Sensorfaser typischerweise an der Oberfläche des Körpers befes
tigt oder im Körper eingebettet. Der Meßbereich ist bei Dehnungsmessungen
mit Bragg-Gittern durch die Faserbruchgrenze eingeschränkt.
Faser-Bragg-Gitter Sensoren zur Messung isotroper Drücke von Flüssigkeiten
werden in dem Artikel von M. G. Xu et al., "Optical In-Fibre Grating High
Pressure Sensor", Electronics Letters 29 (4), 398-399 (1993), vorgestellt. Die
Sensorfaser wird mit dem Bragg-Gitter in ein Hochdruckgefäß eingebracht
und unmittelbar dem hydrostatischen Druck eines Fluids ausgesetzt. Die iso
trope Druckempfindlichkeit ist jedoch für Bragg-Gitter in Glasfasern außer
ordentlich niedrig; die spezifische Braggwellenlängenverschiebung beträgt bei
1550 nm typischerweise nur 0,0003 nm/100 kPa. Zudem ist es wegen der gro
ßen Temperaturempfindlichkeit von typischerweise 0,01 nm/°C erforderlich,
Temperatureffekte zu kompensieren.
In dem U. S. Pat. No. 5,469,520 wird eine Apparatur zur longitudinalen Kom
pression optischer Fasern beschrieben. Die Sensorfaser wird mit den Faser-
Bragg-Gittern in mehrere zylinderförmige Ferrule und zwei endseitige Röhr
chen eingefädelt und die Ferrule und Röhrchen in einer Nut zwischen zwei mit
einander verschraubbaren Metallblöcken gelagert. Die Ferrule sind in der Nut
seitlich verschiebbar, ein Röhrchen ist mit den Metallblöcken verbunden und
das andere auf einem fahrbaren Schlitten befestigt. Durch Verschieben des
Schlittens wird die Faser auf den freien Strecken zwischen den Röhrchen, insbe
sondere zwischen den Ferrulen, zusammengepreßt und zugleich durch die Nut
ein seitliches Ausweichen verhindert. Wegen der ca. 20fach größeren Druck- als
Dehnungsbelastbarkeit von Glasfasern ("fused silica fibers") ist ein sehr großer
Druckmeßbereich realisierbar.
Das U. S. Pat. No. 5,042,898 offenbart eine Vorrichtung zur Temperaturstabili
sierung von Faser-Bragg-Gittern. Das Faser-Bragg-Gitter ist über einen
Spalt zwischen zwei Trägern mit unterschiedlichen thermischen Ausdehnungs
koeffizienten gespannt. Die Träger sind an einem gemeinsamen Abstützungs
punkt miteinander über ein Abstandsgewinde verschraubt, mit welchem die
Spaltbreite bzw. Faservorspannung bzw. Bragg-Wellenlänge einstellbar ist.
Die differentielle Faserdehnung zwischen den Faserhalterungen ist genau so
dimensioniert, daß die thermisch induzierten Änderungen der Braggwellenlän
ge kompensierbar sind. Dies wird durch die Wahl der Trägermaterialien und der
Abstände zwischen dem Abstützungspunkt und den Faserhalterungen erreicht.
In einer auf Druck beanspruchbaren Ausführungsform ist im Spalt eine Glas
kapillare zur Aufnahme des Faser-Bragg-Gitters vorgesehen. Zur Tempera
turkompensation sind die Trägermaterialien sowie die Länge, der Innen- und
der Außendurchmesser der Glaskapillare aufeinander abzustimmen. Ein sol
cherart temperaturstabilisiertes Faser-Bragg-Gitter ist als Wellenlängen
standard, zur Stabilisierung der Emissionswellenlänge von Laserdioden oder als
Wellenlängenfilter in faseroptischen Sensoren einsetzbar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Faser-Bragg-Gitter Druck
sensor anzugeben, welcher zur wellenlängenkodierten Messung isotroper Drüc
ke in Flüssigkeiten oder Gasen geeignet ist und sich durch einen kompakten,
für hohe Drücke auslegbaren Transducer auszeichnet. Diese Aufgabe wird er
findungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Kern der Erfindung ist es nämlich, einen faseroptischen Transducer anzugeben,
in dem eine Drucksensorfaser mit einem Faser-Bragg-Gitter mittels Faserhal
terungen an Trägern befestigt ist und mindestens ein Träger mit einem Druck
körper zur Umsetzung eines allseitigen Drucks eines Mediums in eine longitu
dinale Dehnung der Drucksensorfaser ausgerüstet ist.
Ein erstes Ausführungsbeispiel zeigt ein Druckübertragungselement (=Trans
ducer) mit einem druckbelasteten Innenzylinder und einem unbelasteten Auß
enzylinder, die in einem Gehäuse angeordnet sind, deren differentielle Druck
dehnung auf eine Sensorfaser übertragen wird und deren differentielle Tempe
raturdehnung die Bragg-Wellenlänge der Sensorfaser stabilisiert.
Ein zweites Ausführungsbeispiel betrifft Varianten des Transducers, bei denen
der Außenzylinder zugleich Gehäuse ist und auf Druck beansprucht wird und
bei denen die Sensorfaser auch auf Kompression belastbar ist.
Ein drittes Ausführungsbeispiel stellt einen Transducer mit von innen druckbe
lastetem Ringzylinder und kraftübertragenden Mittenzylindern zur beidseitigen
Dehnung der Sensorfaser dar.
Ein viertes Ausführungsbeispiel stellt einen Transducer mit von außen druck
belastetem Stützzylinder und entgegengesetzt druckbelasteten Mittenzylindern
zur beidseitigen Druckentlastung der Sensorfaser dar.
Weitere Ausführungsbeispiele betreffen Faserhalterungen und Ferrule zur Fi
xierung und Vorspannung der Drucksensorfaser im Transducer.
Ein anderes Ausführungsbeispiel stellt eine serielle, reflexive Multiplexanord
nung mehrerer Faser-Bragg-Gitter-Drucksensoren mit unterschiedlichen
Bragg-Wellenlängen dar, die über eine gemeinsame Breitbandlichtquelle ge
spiesen und wellenlängenselektiv detektiert werden.
Zusätzliche Ausführungsbeispiele ergeben sich durch Kombination erfindungs
wesentlicher Merkmale und aus den abhängigen Ansprüchen.
Ein wichtiger Vorteil des erfindungsgemäßen Faser-Bragg-Gitter-Drucksen
sors besteht darin, daß mit dem wellenlängenkodierten Drucksignal eine hohe
Meßgenauigkeit, ein großer Druckmeßbereich bis zu 100 MPa und eine große
Meßdistanz zwischen passivem Sensorkopf und aktiver Optik und Elektronik
realisierbar sind.
Ein weiterer Vorteil des Faser-Bragg-Gitter-Drucksensors besteht darin,
daß die Temperaturempfindlichkeit durch einen differentiellen Aufbau des
Transducers weitgehend zurückgedrängt und dadurch die Zuverlässigkeit
(quasi)statischer Druckmessungen deutlich verbessert werden können.
Sehr vorteilhaft an dem Faser-Bragg-Gitter Drucksensor ist schließlich auch
die einfache Kombinierbarkeit mit einem Faser-Bragg-Gitter Temperatursen
sor, die einfache Multiplexierbarkeit mehrerer kombinierter Druck- und Tempe
ratursensoren und insgesamt die hervorragende Eignung für den Einsatz unter
hohen Drücken, hohen Temperaturen und starker Korrosion insbesondere in
Erdölbohrlöchern.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
Es zeigen für einen faseroptischen temperaturkompensierten Drucksensor mit
integriertem Temperatursensor:
Fig. 1a, 1b ein mechanisches Druckübertragungselement (=Transducer) mit
druckbelastetem Innenzylinder und unbelastetem Außenzylinder
zur differentiellen Dehnung der Sensorfaser;
Fig. 2a, 2b einen Transducer mit entgegengesetzt druckbelastetem Innen- und
Außenzylinder zur Druckentlastung (2a) oder zur Kompression
(2b) der Sensorfaser;
Fig. 3a einen Transducer mit von innen druckbelastetem Hohlzylinder und
kraftübertragenden Mittenzylindern zur beidseitigen Dehnung der
Sensorfaser;
Fig. 3b einen Transducer mit von außen druckbelastetem Hohlzylinder
und entgegengesetzt druckbelasteten Mittenzylindern zur beidsei
tigen Druckentlastung der Sensorfaser;
Fig. 4a-4e Faserhalterungen und Ferrule: (4a) eine angespleißte Glaskapilla
re, (4b) eine Glaslot-Verbindung, (4c) ein Klemmferrul, (4d) eine
eingespleißte Faser mit dickem Cladding; und (4e) eine Befesti
gung der Ferrule am Transducer;
Fig. 5 eine Reflexionsanordnung mehrerer wellenlängenmultiplexierter
Druck- und Temperatursensoren.
In den Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Die Fig. 1a, 1b zeigen schematisch im Querschnitt eine erste Ausführungsform
des Sensors 1 oder Druckübertragungselementes (=Transducers) 1. Der Trans
ducer 1 enthält eine optische Faser 2, die zwei Abschnitte mit einer Drucksen
sorfaser 3 und einer optionalen Temperatursensorfaser 19 mit je einem einge
schriebenen Faser-Bragg-Gitter 4, 20 aufweist. Die Drucksensorfaser 3 ist
zwischen zwei Faser- oder Ferrulhalterungen 6a, 6b gehaltert und vorgespannt.
Die Halterungen 6a, 6b sind über Endplatten 8a, 8b mit Trägern 5a, 5b fest
verbunden, so daß deren druck- und temperaturinduzierte Dehnungen auf die
Drucksensorfaser 3 übertragbar sind.
Ein erster Träger 5a umfaßt als Mess- oder Druckzylinder 7a einen durch In
nendruck dehnbaren Innenzylinder 7a, der eine Öffnung 18 in einer Transducer-
Wand 14 und einen Hohlraum 9 mit einer Stempelfläche 8a aufweist. Die Öff
nung 18 dient zur Druckaufnahme von einem Medium 11, der Hohlraum 9 zur
Druckübertragung mittels eines Fluids 10 und die Stempelfläche 8a zur Druck
abgabe an eine Faserhalterung 6a. Bei dem Fluid 10 handelt es sich normaler
weise um das Medium 11 selber. Bei allen Transducerausführung (Fig. 1a-3b)
kann die Öffnung 18 klein gewählt und eventuell mit einem Druckausgleichs
element 29, z. B. einer Membran oder einem Faltenbalg, ausgerüstet sein und
als vorzugsweise wenig kompressibles Fluid 10 ein Silikonöl o. ä. vorgesehen
sein. Der Innenzylinder 7a ist mit der Wand 14 im Bereich der Öffnung 18
druckdicht verbunden. Das druckisolierte Gehäuseinnere 21 ist günstigerweise
mit einem Niederdruckgas, z. B. trockenem Stickstoff bei wenigen 100 mbar, ge
füllt. Dadurch ist ein hinreichender Wärmeübergang zwischen dem Medium 11
oder Transducer 1 und dem temperaturempfindlichen Faser-Bragg-Gitter 20
gewährleistet und zugleich der Einfluß temperaturbedingter Gasdruckände
rungen im Gehäuseinneren klein gehalten. In weniger anspruchsvollen Anwen
dungen kann auch eine Befüllung mit Normaldruck oder Vakuum genügen. Ein
zweiter Träger 5b umfaßt einen vom Umgebungsmedium 11 abgeschirmten
und daher unbelastbaren Referenzzylinder oder Außenzylinder 7b, der nicht
mit dem Fluid 10 in Berührung steht. Die Zylinder 7a, 7b sind an der Transdu
cer-Wand 14 befestigt und in einem Transducer-Gehäuse 12 gekapselt. Das
Gehäuse 12 besteht vorzugsweise aus einem Gehäusezylinder 13 mit Wänden
14, 15, in die druckdichte Faserdurchführungen 16, 17 eingelassen sind. Zur
Terminierung von Faserkabeln außen an den Wänden 14, 15 können nicht dar
gestellte Klemmen o. ä. vorgesehen sein.
Die Druck- und Temperaturempfindlichkeit eines Sensors 1 gemäß Fig. 1a, 1b
kann durch eine erfindungsgemäße Dimensionierung des Transducers 1 ange
paßt und insbesondere optimiert werden. Die druckinduzierte Dehnung ΔL1 des
Innenzylinders 7a mit Länge L1, Innenradius Ri, Außenradius Ra und Young'
schem Elastizitätsmodul E beträgt bei einem Druck p des zu messenden Medi
ums 11
ΔL1 = (p/E).Ri 2.L1/(Ra 2-Ri 2) (G1).
Die Länge L2 des Außenzylinders 7b bleibt unverändert, so daß die Drucksen
sorfaser 3 der Länge 1 eine Dehnung
Δl = ΔL1 (G2)
erfährt. Glasfasern ("fused silica fibers") zeigen für relative Dehnungen Δl/l bis
zu ca. 0,01 ein linear elastisches, hysteresefreies Verhalten. In diesem Bereich
ist auch die Verschiebung der Bragg-Wellenlänge proportional zur Dehnung.
Andererseits ist der lineare Elastizitätsbereich für Stahl als typisches Material
für einen Innenzylinder 7a auf relative Dehnungen ΔL1/L1 ≦ 0,001 beschränkt.
Für einen großen Druckmeßbereich mit hoher Auflösung sollen daher die Deh
nungsgrenze Δl/l ≦ 0,01 der Drucksensorfaser 3 voll ausgeschöpft sein, d. h. die
Beziehung
pmax.L1/l = 0,01.E.(Ra 2-Ri 2)/Ri 2 (G3)
mit pmax = Maximaldruck gelten, und die Dehnungsgrenze ΔL1/L1 ≦ 0,001 des
Innenzylinders 7a oder Transducers 1 eingehalten sein. Hierzu ein quantitatives
Beispiel: pmax = 100 MPa, E = 1,96.1011 Pa, Ra = 4 mm, Ri = 2,8 mm. Dann ist
das Längenverhältnis von Innenzylinder 7a zu Drucksensorfaser 3 oder das Deh
nungsübersetzungsverhältnis L1/l = 20 zu wählen, beispielsweise 1 = 15 mm und
L1 = 30 cm. Für die gegebenen Parameter beträgt die Deformation des Innenzy
linders 7a longitudinal 0,5.10-3 und tangential
ΔLt/Lt = 2.(p/E).Ra 2/(Ra 2-Ri 2) = 1,5.10-3 (G4)
und bleibt damit im elastischen Bereich.
Die Erfindung betrifft auch eine Kompensation thermisch induzierter Bragg -
Wellenlängenverschiebungen der Drucksensorfaser 3 durch eine entgegen
gesetzte differentielle thermische Ausdehnung der Zylinder 7a, 7b. Im einfach
sten Fall gemäß Fig. 1a werden die Zylinder 7a, 7b aus zwei Materialien mit
unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten α1 und α2 gewählt.
Die Dimensionierung der Zylinderlängen L1 und L2 erfolgt wie in dem eingangs
erwähnten U. S. Pat. No. 5,042,898. Die relativen Bragg-Wellenlängenver
schiebungen durch Temperatur (ΔλB)T/λB und durch temperaturinduzierte Fa
serdehnung (ΔλB)ε/λB sollen einander kompensieren, d. h. entgegengesetzt
gleich groß sein
(ΔλB)T/λB =-(ΔλB)ε/λB (G5)
Hieraus ergibt sich mit Hilfe der Gleichungen
(ΔλB)T/λB = 6,67.10-6 °C-1, (G6)
(ΔλB)ε/λB = 0,78.ΔεT und (G7)
ΔεT = [(α1.L1-α2.L2-αf.l)/l].ΔT (G8)
wobei αf = 0,5.10-6 °C-1 = thermische Ausdehnung der Drucksensorfaser 3, die
Dimensionierungsvorschrift für die Zylinder 7a, 7b
(α2.L2-α1.L1)/l = 8,0.10-6 °C-1 (G9)
wobei l = L1-L2. Unter der Annahme 1 = 15 mm, L1 = 30 cm und somit
L2 = 28,5 cm findet man für α1 = 12,4.10-6 °C-1 den erforderlichen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten des Außenzylinders 7b zu α2 = 13,5. 10-6 °C-1. Ins
besondere muß die Faserdehnung ΔεT mit zunehmender Temperatur und bei
konstantem Druck abnehmen. Die Vorspannung soll daher so groß gewählt
sein, daß die Drucksensorfaser 3 auch bei den höchsten Betriebstemperaturen
und verschwindendem Druck noch unter mechanischer Spannung steht.
Dieser Transducer 1 zeichnet sich durch eine hohe mechanische Stabilität, gerin
ge Temperaturempfindlichkeit und einfache Herstellbarkeit aus. Vorzugsweise
bestehen die Zylinder 7a, 7b aus rostfreiem Stahl. Geeignete Transducermateria
lien sollen neben linearen thermischen Ausdehnungskoeffizienten gemäß Glei
chung (G9) auch eine geringe Nichtlinearität der thermischen Ausdehnung und
eine hohe Korrosionsbeständigkeit aufweisen. Diese Anforderungen sind beson
ders wichtig bei Sensoren für Ölbohrlöchern, da ein großer Temperaturbereich
(0°C-230°C) abgedeckt werden muß und extrem starke Korrosionsgefahr be
steht. Somit ist die Auswahl an Stählen auf wenige, extrem korrosionsbeständige
Sorten eingeschränkt und in vielen Fällen ist die passive Temperaturkompensa
tion nicht oder nur unvollständig durchführbar.
In Fig. 1b ist eine Variante des Transducers 1 angegeben, welche auch bei ein
geschränkter Materialauswahl eine vollständige Temperaturkompensation er
laubt. Die erfindungsgemäße Idee besteht darin, einen oder beide Zylinder 7a,
7b aus zwei oder mehreren Segmenten mit wählbarer Länge und unterschiedli
chen thermischen Ausdehnungskoeffizienten zusammenzusetzen und auf diese
Weise die differentielle Ausdehnung der Zylinder 7a, 7b maßzuschneidern. Ins
besondere ist der Innenzylinder 7a wie zuvor einstückig und der Außenzylinder
7b zweistückig ausgelegt. Das Segment 22 bestehe beispielsweise aus dem glei
chen Stahltyp wie der Innenzylinder 7a. Es habe eine Länge L2' und den Aus
dehnungskoeffizienten α1. Das Segment 23 bestehe aus einem anderen Stahltyp,
habe eine Länge L2'' und einen Ausdehnungskoeffizienten α2. In diesem Fall gel
ten neu die Beziehungen
(α2.L2''-α1.(L2'' + l)/l = 8,0.10-6 °C-1, (G10)
L2 = L2' + L2''. (G11).
Für eine vollständige Temperaturkompensation sollen also bei gegebenen Aus
dehnungskoeffizienten α1, α2 und Drucksensorfaserlänge l die Segmentlängen
L2'', L2' des Außenzylinders 7b gemäß den Gleichungen (G10), (G11) gewählt
sein, wobei die Innenzylinderlänge L1 = l + L2 ist. Bevorzugt ist eine Nickel-Ba
sislegierung (z. B. "Hastealloy C-22" der Firma Hynes International mit α1 =
12,4.10-6 °C-1) mit einem Chrom-Nickelstahl (z. B. "AISI 304" mit α2 = 17,0.
10-6 °C-1) kombinierbar. Im obigen Beispiel mit 1 = 15 mm und L1 = 30 cm sind
dann L2' = 6,65 cm und L2'' = 21,85 cm zu wählen.
Vorzugsweise ist in den Fig. 1a und 1b und allgemein bei allen offenbarten
Transducern 1 eine Temperatursensorfaser 19 mit einem nicht vorgespannten
Faser-Bragg-Gitter 20 vorgesehen. Die Temperaturinformation, die aus der
temperaturinduzierten Bragg-Wellenlängenverschiebung gewonnen wird,
kann außer zur Überwachung der Umgebungstemperatur auch zur elektroni
schen Kompensation einer Resttemperaturabhängigkeit der Druckmessung die
nen.
Fig. 2a zeigt eine Ausführungsform des Transducers 1 ohne Kapselung 12. Der
Transducer 1 ist ganz analog wie zuvor aufgebaut, wobei jedoch der Außenzy
linder 7b zugleich als Gehäuse 12 fungiert. Sowohl der Innenzylinder 7a als
auch der Außenzylinder 7b besitzen Stempelflächen 8a und 8b, die auf entge
gengesetzten Druck von außen beanspruchbar sind. Das Volumen 21 zwischen
den Zylindern 7a, 7b ist druckdicht verschlossen und wie zuvor vorzugsweise
mit Niederdruckgas gefüllt. Die Faser 2 erstreckt sich entlang der Achse der
konzentrischen Zylinder 7a, 7b und bildet wiederum eine Drucksensorfaser 3
und insbesondere eine Temperatursensorfaser 19 mit den zugehörigen Faser -
Bragg-Gittern 4, 20. Die Faserhalterungen 6a, 6b für die Drucksensorfaser 3
sind im Zentrum der Stempelflächen 8a, 8b befestigt und können zugleich als
druckdichte Faserdurchführungen 16, 17 ausgeführt sein. Die Faservorspan
nung ist groß genug gewählt, um den gewünschten Druck- und Temperaturbe
reich abzudecken. Bevorzugt ist die Temperatursensorfaser 19 vor dem Medium
11 durch eine Kapillare 24 geschützt, die durch Verstrebungen 25 gehaltert und
am äußeren Ende mit nicht dargestellten Faserkabel-Klemmen ausgestattet
sein kann.
Dieser Transducer 1 zeichnet sich dadurch aus, daß die entgegengesetzte
Druckdehnung der Stempelflächen 8a, 8b eine beidseitige Druckentlastung der
Sensorfaser 3 und damit bei unveränderten Zylinderdimensionen, insbesondere
bei konstanten Verhältnissen von Innen- zu Außenradien, eine doppelte Druck
empfindlichkeit bewirkt. Alternativ ist die gleiche Bragg-Wellenlängenver
schiebung pro Druck bei halber Länge L2 des Transducers 1 erreichbar. Dar
überhinaus kann der Durchmesser des Transducers 1 ohne Gehäuse 12 sehr
klein gewählt sein, was für den Einsatz in Bohrlöchern von großer Bedeutung
ist. Zudem ist bei Transducern 1 nach Fig. 2a oder 2b eine Temperaturkompen
sation durch eine maßgeschneiderte differentielle Ausdehnung der Zylinder 7a,
7b gemäss Fig. 1a oder 1b erzielbar.
Fig. 2b stellt eine Variante zu Fig. 2a dar, bei welcher die Drucksensorfaser 3
auf Kompression belastbar ist. Für diesen Zweck ist im Gehäuseinneren 21 ein
vorzugsweise zylindrischer Block 26 mit einer Bohrung 27 angeordnet, der zur
Aufnahme der Drucksensorfaser 3 mit dem Faser-Bragg-Gitter 4 dient. Der
Bohrlochdurchmesser ist etwas größer als der Faserdurchmesser gewählt, so
daß die Faser longitudinal verschiebbar ist, jedoch unter Kompression nicht
seitlich ausweichen kann. Wegen der großen Druckfestigkeit der Faser 3 sind
ein sehr großer Meßbereich und ein hohes Auflösungsvermögen realisierbar.
Grundsätzlich kann jede Ausführungsform des erfindungsgemäßen Transdu
cers 1, bei welcher die Sensorfaser 3 druckentlastet wird (Fig. 2a, 2b, 3b) oder
unter Vorkompression gesetzt werden kann (Fig. 1a, 1b, 3a), mit einer solchen
Kompressionsanordnung 26, 27 ausgerüstet sein.
Fig. 3a stellt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Transducers 1 dar. Die
zwei Träger 5a, 5b zur Befestigung der Faserhalterungen 6a, 6b sind hier zu ei
nem gemeinsamen Hohl- oder Ringzylinder 7c zusammengefügt und stützen
sich gegeneinander ab. Somit umfassen die Träger 5a, 5b als Druckzylinder 7c
den durch Innendruck dehnbaren Ringzylinder 7c sowie separate Halterungen
28a, 28b, insbesondere symmetrisch angeordnete Mittenzylinder 28a, 28b, über
welche die Faserhalterungen 6a, 6b mit dem Ringzylinder 7c in Wirkverbindung
stehen. Insbesondere weist der Ringzylinder 7c einen Hohlraum 9 mit einer
Öffnung 18 seitlich in der Zylinderaußenwand und endseitigen Stempelflächen
8a, 8b in Form ringförmiger Zylinderdeckel 8a, 8b auf. Der Ringzylinder 7c ist
mit dem Gehäusezylinder 13 im Bereich der Öffnung 18 druckdicht verbunden
und über Positionierungselemente 30 im Transducer-Gehäuse 12 gelagert. Das
Gehäuseinnere 21 außerhalb des Ringzylinders 7c ist vorzugsweise mit einem
Niederdruckgas gefüllt. Alternativ kann ein Gas oder Luft z. B. unter Normal
druck oder Vakuum vorgesehen sein. Die optische Faser 2 erstreckt sich entlang
der Achse des Ringzylinders 7c und ist im Bereich der Drucksensorfaser 3 zwi
schen den Faserhalterungen 6a, 6b gespannt. Mit Vorteil ist eine nicht vorge
spannte Temperatursensorfaser 19 mit einem Faser-Bragg-Gitter 20 in einem
Mittenzylinder 28a untergebracht. Wie zuvor sind druckdichte Faserdurchfüh
rungen 16, 17 in den Gehäusewänden 14, 15 vorgesehen.
Diese Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, daß beide Träger 5a; 5b ei
nen gemeinsamen Druckkörper 7c haben. Die durch Innendruck verursachte
Längenänderung des Ringzylinders 7c wird von den starren Mittenzylindern
28a, 28b in eine (absolut) gleichgroße Längenänderung der Drucksensorfaser 3
umgesetzt. Die Innen- und Außenwand des Ringzylinders 7c erfahren gleich
große Dehnungen, wenn die Zylinderdeckel 8a, 8b hinreichend steif sind. Dar
überhinaus ist eine symmetrische Belastung des Ringzylinders 7c durch eine
geeignete Wahl der Wandstärken realisierbar.
Zur Kompensation temperaturinduzierter Bragg-Wellenlängenverschiebungen
stehen nun die Längen und Ausdehnungskoeffizienten des Ringzylinders 7c (L1,
α1) und der Mittenzylinder 28a (L2', α1) und 28b (L2'', α2) als Parameter zur Ver
fügung. Selbstredend können die Mittenzylinder 28a, 28b auch jeweils aus
Segmenten mit unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten α1 und α2 zusam
mengesetzt sein, wobei L2' bzw. L2'' die Gesamtlängen der Mittenzylinder-Seg
mente mit α1 bzw. α2 bezeichnen. Die thermische Dehnung der Mittenzylinder
28a, 28b bewirkt die erwünschte Entlastung der Faser 3 mit zunehmender
Temperatur und wirkt der thermischen Dehnung des Ringzylinders 7c entge
gen. Daher gelten für die Temperaturkompensation wiederum die erfindungs
gemäßen Gleichungen G10 und G11 und für den Spezialfall, daß beide Mitten
zylinder 28a, 28b den gleichen Ausdehnungskoeffizient α2 haben, Gleichung G9.
In dieser Ausführungsform ist die Druckempfindlichkeit im Vergleich zu Fig.
1a, 1b halbiert, da der Öldruck den doppelwandigen Ringzylinder 7c strecken
muß. Die Vorspannung kann gleich wie bei Fig. 1a, 1b gewählt sein. Vorteilhaft
ist es, daß die Sensorfaser 3, 19 entlang der Transducerachse geführt ist und
keine Kapillare 24 oder ähnlichen Schutz gegen das Öl 11 benötigt.
Fig. 3b zeigt eine Variante des Transducers 1 aus Fig. 3a. Anstelle des Ringzy
linders 7c umfassen die Träger ein durch Außendruck komprimierbares Stütz
rohr 7d, insbesondere einen Hohl- oder Stützzylinder 7d, und durch Außendruck
dehnbare Mittenzylinder 28a, 28b. Insbesondere weist der Stützzylinder 7d end
seitig Stempelflächen 8a, 8b auf, die im Bereich der Achse nach innen versetzt
sind und dadurch die Mittenzylinder 28a, 28b bilden. Die Faserhalterungen 6a,
6b sind vorzugsweise an den Stempelflächen 8a, 8b der Mittenzylinder 28a, 28b
befestigt. Der Druckaustausch der Druckzylinder 7d, 28a, 28b mit dem Medium
11 erfolgt wie zuvor über eine Öffnung 18, die gegebenenfalls mit einer Membran
29 o. ä. geschützt ist. Der druckdicht geschlossene Stützzylinder 7d ist nun im
Innern 21 vorzugsweise mit Niederduckgas gefüllt und wieder über Positionie
rungselemente 30 im Gehäuse 12 gelagert. Die Anordnung der Fasern 2, 3, 19 ist
unverändert. Zum Schutz der Faser 2, 19 im Fluid 10 oder Medium 11 kann eine
Kapillare 24 vorgesehen sein. Unter Druck werden der Stützzylinder 7d kompri
miert, die Mittenzylinder 28a, 28b gedehnt und die Drucksensorfaser 3 durch die
Summe beider Deformationen entlastet. Wie in Fig. 2a ist die Faservorspannung
dem gewünschten Druck- und Temperaturbereich anzupassen und es kann eine
nicht dargestellte Kompressionsanordnung 26, 27 realisiert sein. Analog zu Fig.
1b können das Gehäuse 12 samt Positionierungselementen 30 entfallen. Für die
Temperaturkompensation gelten die gleichen Überlegungen wie bei dem Trans
ducer 1 nach Fig. 3a.
Ein Vorteil dieses Transducers 1 ist die im Vergleich zu Fig. 3a ca. vierfache
Druckempfindlichkeit. Diese folgt einerseits aus der gleichgerichteten Dehnung
der Zylinder 7d, 28a, 28b und andererseits aus der ungefähr doppelten Elastizität
des Stützzylinders 7d gegenüber einem gleich dimensionierten Ringzylinder 7c.
Zusammenfassend zeigen die Fig. 1-3 Ausführungsbeispiele eines faseropti
schen Sensors 1, der insbesondere zur Druck- und Temperaturmessung in Erdöl
bohrlöchern geeignet ist. Der Sensor 1 umfaßt einen Transducer 1 mit Faserhal
terungen 6a, 6b für eine Drucksensorfaser 3, die mindestens ein Faser-Bragg-
Gitter 4 aufweist, wobei die Faserhalterungen 6a, 6b an mindestens einem Trä
ger 5a, 5b montiert sind. Erfindungsgemäß umfaßt mindestens ein Träger 5a,
5b einen Druckkörper 7a-7d, 28a, 28b, welcher zur Umsetzung eines allseitigen
Drucks eines Umgebungsmediums 11 in eine longitudinale Dehnung oder Kom
pression der Drucksensorfaser 3 geeignet ist. Als Medium 11 kommen u. a. eine
Flüssigkeit, ein Gas, ein Flüssigkeits-Gas Gemisch oder feiner Sand in Frage.
Insbesondere ist der Druckkörper ein Druckzylinder 7a-7d, 28a, 28b und weist
einen Hohlraum 9 mit einer Öffnung 18 und einer Stempelfläche 8a, 8b auf, die
mit einer Faserhalterung 6a, 6b in Wirkverbindung steht. Bevorzugt umfaßt
der Transducer 1 eine druckisolierte Kammer 21, 24 mit druckdichten Faser
durchführungen 16, 17 für die Drucksensorfaser 3 und sind genau zwei Träger
(5a, 5b) vorgesehen, die aus Materialien mit unterschiedlichen thermischen
Ausdehnungskoeffizienten α1, α2 bestehen oder zusammengesetzt sind, wobei
eine differentielle thermische Ausdehnung zwischen den Trägern 5a, 5b einer
thermisch induzierten Verschiebung der Bragg-Wellenlänge λB der Drucksen
sorfaser 3 entgegenwirkt. Mit Vorteil ist die differentielle thermische Ausdeh
nung zwischen den beiden Trägern 5a, 5b, insbesondere den Zylindern 7a, 7b
oder den Mittenzylindern 28a, 28b, kontinuierlich wählbar, indem mindestens
einer der Träger 5a, 5b aus mindestens zwei Segmenten 22, 23 mit unterschied
lichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten α1, α2 und vorgebbaren Längen
L2', L2'' zusammengesetzt ist. Auch kann eine gemeinsame Sensorfaser 3, 19 so
wohl die Drucksensorfaser 3 als auch eine Temperatursensorfaser 19 mit einem
Faser-Bragg-Gitter 20 aufweisen. Schließlich sind auch Transducer 1 mit
vielfältigen anderen Formen und Anordnungen von Druckkörpern möglich,
durch welche Druckkörper isotroper Druck in longitudinale Dehnung oder Kom
pression der Drucksensorfaser 3 umgesetzt wird.
Allen Transducern 1 ist beim Einsatz in Ölbohrlöchern das Problem der Eindif
fusion von Gasen, insbesondere von Wasserstoff und Kohlenwasserstoffen, in
das Gehäuseinnere 21 oder in die Kapillare 24 gemeinsam. Es können hohe
Wasserstoff-Partialdrücke bis zu 20 bar auftreten. In den Fasern 3, 19 verur
sacht Wasserstoff optische Verluste, Brechungsindexänderungen und damit stö
rende Verschiebungen der Bragg-Wellenlänge λB. Ein erfindungsgemäßer
Schutz der Sensorfasern 3, 19 besteht darin, die nicht mit dem Öl 11 in Kontakt
stehenden Transducerflächen, insbesondere das Gehäuseinnere 21 und/oder die
Kapillare 24, vorzugsweise mit Gold zu beschichten.
Fig. 4 zeigt Ausführungsbeispiele zu Ferrulen 32. Die Verankerung der Druck
sensorfaser 3 in den Ferrulen 32 ist sehr kritisch, da die Genauigkeit und Lang
zeitstabilität des Sensors 1 durch Kriechen der Faser 3 beeinträchtigt wird. In
Fig. 4a ist die Faser 3 mit einer konzentrischen Glaskapillare verschmolzen, die
beispielsweise durch eine Klebung 33 in einem Ferrul 32 befestigtbar ist. Gege
benenfalls sind mehrere Glaskapillare übereinander gespleißt. In Fig. 4b ist die
Faser 3 durch Glaslot 34 mit dem Ferrul 32 verbunden. Das Ferrul 32 kann auch
an mindestens einer Seite offen sein, um einen kontrollierten, gleichmäßigen
Auftrag mit Glaslot 34 sicherzustellen. In Fig. 4c ist ein Klemmferrul 32 angege
ben, bei welchem ein Vollzylinder aus Weichmetall 35 durch Anpressen eines
Hohlzylinders aus Hartmetall 36 an der Faser 3 fixiert ist. Vorteilhafterweise ist
die Anpressung in der Ferrulmitte am stärksten, um einen nach außen abneh
menden longitudinalen Streß auf die Faser 3 zu erzielen. In Fig. 4d ist in die
Sensorfaser 3 ein Faserstück mit ähnlichem Durchmesser des Faserkerns 38a
und dickerer Faserhülle ("cladding") 38b über Spleiße 37 eingefügt, welches sehr
einfach in einem Ferrul 32 fixierbar ist. Eine andere, nicht dargestellte Lösung
besteht darin, die Drucksensorfaser 3 mit einem hochtemperaturstabilen Kleb
stoff, z. B. auf Polyimidbasis, in eine V-Nut zu kleben. Fig. 4e zeigt schließlich,
wie die vorzugsweise zylindrischen oder konischen Ferrule 32 in oder an Ferrul
halterungen 6a, 6b befestigtbar sind. Eine besonders platzsparende Lösung be
steht darin, die Faserhalter 6a, 6b selber mit einer Bohrung zur Aufnahme der
Faser 3 zu versehen oder sie als Ferrule 32 auszugestalten.
Fig. 5 zeigt einen Gesamtaufbau eines quasiverteilten Druck- und Temperatur
sensors 48. Beispielhaft ist eine Wellenlängen-Multiplexanordnung mit mehre
ren, seriell hintereinander geschalteten und in Reflexion betriebenen Transdu
cern 1 gezeigt. Die Transducer 1 haben unterschiedliche Bragg-Wellenlängen
λB (i) ihrer Faser-Bragg-Gitter zur Druckmessung 4 und Temperaturmessung
20. Die Transducer 1 stehen mit einer Breitbandlichtquelle 40 und einer Detekti
onseinheit 43 vorzugsweise über einen Faserkoppler 42 in optischer Verbindung.
Insbesondere sind Zuführungsfasern 41a-41d zur Überbrückung der optischen
Strecken zwischen der aktiven Sensoroptoelektronik 40, 43, 47 und den Transdu
cern 1 vorgesehen. Die Detektionseinheit 43 weist einen Wellenlängendemulti
plexer 44 und einen Detektor 45 auf, der typischerweise über eine elektrische
Signalleitung 46 mit einer Auswerteelektronik 47 verbunden ist. Der Wellenlän
gendemultiplexer 44 kann ein abstimmbares Spektralfilter, z. B. ein abstimm
bares Fabry-Perot Interferenzfilter oder ein abstimmbarer akustooptischer Mo
dulator, sein. Die Spektralbreite des Filters soll vergleichbar mit derjenigen der
Faser-Bragg-Gitter 4, 20 und vorzugsweise kleiner sein. Die Transducer 1
werden von der Photodiode 45 individuell detektiert, indem das Filter auf die
zugehörigen Bragg-Wellenlänge λB (i) durchgestimmt wird. Die Fasern 2, 3, 19,
41a-41d können von beliebigem Typus sein. Bevorzugt sind die Sensorfasern 3,
19 mit den Faser-Bragg-Gittern 4, 20 monomodig.
Als Breitbandlichtquelle 40 für die dargestellte serielle Wellenlängenmultiplex
anordnung 48 sind mit seltenen Erden dotierte Faserlaser, Lumineszenzdioden
("LED") und Superlumineszenzdioden ("SLD") besonders geeignet. Der spektrale
Emissionsbereich umfaßt die Bragg-Wellenlängen λB((1), . . . λB((2n) der n Trans
ducer 1 im gesamten Druck-und Temperatur-Abstimmbereich. Die individuel
len Abstimmbereiche sollen nichtüberlappend sein. Für große Faserstrecken
41a-41d im mehrere km-Bereich ist eine zentrale Wellenlänge von 1550 nm
für minimale Verluste vorteilhaft. Die typische spektrale Breite beträgt dann
± 25 nm. Es sei eine maximale Dehnung des temperaturkompensierten Druck
sensor Faser-Bragg-Gitters 4 von 0,005 und ein Temperaturbereich von
230°C angenommen. Die zugehörigen Abstimmbereiche betragen dann für die
Druckmessung 6 nm und die Temperaturmessung 2,3 nm. Mit Sicherheitsmar
gen benötigt ein Transducer 1 daher ein Wellenlängenfenster von ca. 10 nm und
die maximale Anzahl wellenlängenmultiplexierbarer Druck- und Temperatur
transducer 1 ist auf fünf beschränkt. Zur Erhöhung dieser Anzahl sind alterna
tiv oder ergänzend zum Wellenlängenmultiplexen andere Multiplexverfahren, z. B.
Zeitmultiplexen oder die Verwendung faseroptischer Schalter, möglich. Zu
dem sind auch parallele oder netzwerkartige Konfigurationen von reflexiv und/
oder transmissiv auszulesenden Transducern 1 auf einfache Weise realisierbar.
Insgesamt offenbart die Erfindung einen Faser-Bragg-Gitter-Sensor 1, 48
mit verschiedenen Transducern 1 zur Umsetzung des hydrostatischen Drucks
eines flüssigen oder gasförmigen Mediums 11 in eine longitudinale Faserdeh
nung oder Faserkompression. Temperaturkompensierte Transducer 1 mit stabi
ler Bragg-Wellenlänge λB sind dadurch realisierbar, daß eine geeignete Tem
peraturabhängigkeit der mechanischen Vorspannung der Drucksensorfaser 3
durch die Wahl der Materialien, Längen und Anordnungen der Faserhalter-
Träger 5a, 5b eingeführt wird. Ergänzend oder alternativ zur passiven Tempe
raturkompensation ist eine aktive Temperaturmessung mit einem zusätzlichen
Faser-Bragg-Gitter 20 und einer Drucksignalkorrektur möglich. Die Trans
ducer 1 sind für den Einsatz bei hohen Drücken und Temperaturen sehr geeig
net.
1
Faseroptischer Druck- und Temperatursensor (Transducer)
2
optische Faser
3
,
19
Sensorfaser(n)
3
Sensorfaserabschnitt, Drucksensorfaser
4
Faser-Bragg-Gitter (für Druckmessung)
5
a,
5
b Träger
6
a,
6
b Faserhafterungen, Ferrulhalterungen
7
a-
7
d Druckkörper, Druckzylinder
7
a Innenzylinder
7
b Referenzzylinder; Außenzylinder
7
c Ringzylinder
7
d Stützzylinder
8
a,
8
b Stempelflächen, Endplatten, Zylinderdeckel
9
Hohlraum
10
Fluid, Silikonöl; Medium
11
Medium
12
Transducer-Gehäuse
13
Gehäusezylinder
14
,
15
Transducer-Wand, Gehäusewand
16
,
17
druckdichte Faserdurchführungen
18
Öffnung
19
Sensorfaserabschnitt, Temperatursensorfaser
20
Faser-Bragg-Gitter (für Temperaturmessung)
21
Gehäuseinneres, Zylinderinneres, Niederdruckgas
22
,
23
Außenzylindersegmente
24
Kapillare
25
Verstrebung
26
Block
27
Bohrung
28
a,
28
b Halterungen, Mittenzylinder
29
Druckausgleichselement, Membran, Faltenbalg
30
Positionierungselemente
31
Glaskapillare (aufgeschmolzen)
32
Ferrule
33
Klebung
34
Glaslot
35
Weichmetall
36
Hartmetall
37
Spleiße
38
a Faserkern
38
b Faserhülle ("cladding")
39
Faserzwischenstück
40
Breitbandlichtquelle
41
a-
41
d Zuführungsfasern
42
Faserkoppler
43
Detektionseinheit
44
Wellenlängendemultiplexer, (abstimmbares) Spektralfilter
45
Detektor, Photodiode
46
Signalleitung
47
Auswerteelektronik
48
Gesamtsensor
l Länge der Drucksensorfaser
Δl Dehnung der Drucksensorfaser
L1
l Länge der Drucksensorfaser
Δl Dehnung der Drucksensorfaser
L1
Länge des Druckzylinders
L2
L2
Länge des Referenzzylinders
L2
L2
', L2
'' Teillängen des Referenzzylinders
ΔL1
ΔL1
Dehnung des Druckzylinders
Ri
Ri
Innenradius des Druckzylinders
Ra
Ra
Außenradius des Druckzylinders
E Young' scher Elastizitätsmodul des Druckzylinders
p Meßdruck
pmax
E Young' scher Elastizitätsmodul des Druckzylinders
p Meßdruck
pmax
maximaler Meßdruck
T Temperatur
α1
T Temperatur
α1
, α2
, αf
thermische Ausdehnungskoeffizienten
ΔεT
ΔεT
thermisch induzierte Faserdehnung
λB
λB
, λB (i)
Bragg-Wellenlänge
(ΔλB
(ΔλB
)T
, (ΔλB
)ε
Bragg-Wellenlängenverschiebungen
i, n Indizes
i, n Indizes
Claims (10)
1. Faseroptischer Sensor (1, 48), insbesondere geeignet zur Druck- und Tem
peraturmessung in Erdölbohrlöchern, umfassend einen Transducer (1) mit
Faserhalterungen (6a, 6b) für eine Drucksensorfaser (3), die mindestens
ein Faser-Bragg-Gitter (4) aufweist, wobei die Faserhalterungen (6a, 6b)
an mindestens einem Träger (5a, 5b) montiert sind, dadurch gekennzeich
net, daß mindestens ein Träger (5a, 5b) einen Druckkörper (7a-7d, 28a,
28b) zur Umsetzung eines allseitigen Drucks eines Mediums (11) in eine
longitudinale Dehnung oder Kompression der Drucksensorfaser (3) um
faßt.
2. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) der Transducer (1) eine druckisolierte Kammer (21, 24) mit druckdich ten Faserdurchführungen (16, 17) für die Drucksensorfaser (3) um faßt,
- b) genau zwei Träger (5a, 5b) vorgesehen sind, die aus Materialien mit unterschiedlichen thermischen Ausdehnungskoeffizienten (α1, α2) be stehen oder zusammengesetzt sind,
- c) eine differentielle thermische Ausdehnung zwischen den Trägern (5a, 5b) einer thermisch induzierten Verschiebung der Bragg-Wellen länge (λB) der Drucksensorfaser (3) entgegenwirkt und
- d) insbesondere mindestens einer der Träger (5a, 5b) aus mindestens zwei Segmenten (22, 23) mit unterschiedlichen thermischen Ausdeh nungskoeffizienten und vorgebbaren Längen zusammengesetzt ist.
3. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach einem der Ansprüche 1-2, dadurch ge
kennzeichnet, daß
- a) eine Sensorfaser (3, 19) sowohl die Drucksensorfaser (3) als auch eine Temperatursensorfaser (19) umfaßt und
- b) die Temperatursensorfaser (19) ein Faser-Bragg-Gitter (20) aufweist.
4. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch ge
kennzeichnet, daß
- a) der Druckkörper ein Druckzylinder (7a-7d, 28a, 28b) ist,
- b) der Druckzylinder (7a-7d) einen Hohlraum (9) mit einer Öffnung (18) und mindestens einer Stempelfläche (8a, 8b) aufweist und
- c) die Stempelfläche (8a, 8b) mit einer Faserhalterung (6a, 6b) in Wirk verbindung steht.
5. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) ein erster Träger (5a) als Druckzylinder einen durch Innendruck dehn baren Innenzylinder (7a) umfaßt,
- b) ein zweiter Träger (5b) einen von einem Umgebungsmedium (11) ab geschirmten Außenzylinder (7b) umfaßt,
- c) die Zylinder (7a, 7b) an einer Transducer-Wand (14) befestigt und in einem Transducer-Gehäuse (12) gekapselt sind.
6. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) ein erster Träger (5a) als Druckzylinder einen durch Innendruck dehn baren Innenzylinder (7a) umfaßt,
- b) ein zweiter Träger (5b) einen durch Außendruck komprimierbaren Außenzylinder (7b) umfaßt und
- c) die Zylinder (7a, 7b) an einer Transducer-Wand (14) befestigt sind.
7. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) die Träger (5a, 5b) als Druckzylinder einen durch Innendruck dehnba ren Ringzylinder (7c) umfassen,
- b) der Ringzylinder (7c) über Positionierungselemente (30) in einem Transducer-Gehäuse (12) gelagert ist und
- c) die Faserhalterungen (6a, 6b) über Mittenzylinder (28a, 28b) mit dem Ringzylinder (7c) in Wirkverbindung stehen.
8. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) die Träger (5a, 5b) einen durch Außendruck komprimierbaren Stütz zylinder (7d) und durch Außendruck dehnbare Mittenzylinder (28a, 28b) umfassen und
- b) die Faserhalterungen (6a, 6b) an den Stempelflächen (8a, 8b) der Mit tenzylinder (28a, 28b) befestigt sind.
9. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch ge
kennzeichnet, daß
- a) mehrere Transducer (1) unterschiedlicher Bragg-Wellenlänge (λB (i)) mit einer Breitbandlichtquelle (40) und einer Detektionseinheit (43) vorzugsweise über einen Faserkoppler (42) in optischer Verbindung stehen und
- b) die Detektionseinheit (43) einen Wellenlängendemultiplexer (44) und einen Detektor (45) aufweist, der mit einer Auswerteelektronik (47) verbunden ist.
10. Faseroptischer Sensor (1, 48) nach einem der Ansprüche 1-9, dadurch ge
kennzeichnet, daß
- a) zur Aufnahme der Drucksensorfaser (3) ein Block (26) mit einer Boh rung (27) vorgesehen ist,
- b) der Druckkörper (7a-7d, 28a, 28b) mit einem Fluid (10), insbesondere Silikonöl, gefüllt ist und
- c) die druckisolierte Kammer (21, 24) unter Niederdruckgas oder Vakuum steht.
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