DE19808186A1 - Schaltung zur Verbesserung des Kurzschlußverhaltens von IGBT-Bauteilen - Google Patents
Schaltung zur Verbesserung des Kurzschlußverhaltens von IGBT-BauteilenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltung zur Verbesserung
des Kurzschlußverhaltens von IGBT-Bauteilen (bipolare Transis
toren mit isoliertem Gate) der im Oberbegriff des Patentan
spruchs 1 genannten Art.
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf eine Schaltung zum
Schutz von IGBT-Bauteilen mit hohem Wirkungsgrad in einer
Motor-Steuergeräte-Schaltung.
Eine übliche Forderung von IGBT-Invertern für die Motorsteuerung
besteht darin, daß die IGBT-Bauteile in der Lage sein müssen,
Kurzschlüssen über Zeitperioden widerstehen zu können, die im
Bereich von 5 bis 10 µs liegen.
Die Fähigkeit eines IGBT-Bauteils, einem Kurzschluß für eine
vorgegebene Zeit standzuhalten, ist im wesentlichen durch die
Verstärkung im Kurzschlußzustand bestimmt.
Derzeit sind zwei grundlegende Arten von IGBT-Bauteilen allge
mein verfügbar, nämlich "kurzschlußfeste" Typen, die hauptsäch
lich für Motorsteueranwendungen ausgelegt sind, und Typen mit
hohem Wirkungsgrad, die für Anwendungen ausgelegt sind, bei
denen eine Kurzschlußfestigkeit nicht benötigt wird, beispiels
weise bei Schaltleistungs-Versorgungen. Es besteht von Natur
aus eine Abwägung zwischen diesen beiden Arten von Bauteilen.
Kurzschlußfeste IGBT-Bauteile (die typischerweise so ausgelegt
sind, daß sie Kurzschlüssen für bis zu 10 µs standhalten
können), sind von Natur aus weniger wirkungsvoll als einen hohen
Wirkungsgrad aufweisende IGBT-Bauteile, doch haben die letzteren
eine begrenztere Kurzschlußfestigkeit.
Wie dies durch die Kurven in Fig. 1 dargestellt ist, haben
IGBT-Bauteile der 4. Generation mit hohem Wirkungsgrad, die von
der Firma International Rectifier Corporation hergestellt
werden, ungefähr den doppelten Kurzschlußstrom, wie Typen, die
für eine Kurzschlußfestigkeit ausgelegt sind. Der größere
Kurzschlußstrom der einen hohen Wirkungsgrad aufweisenden Typen
beschränkt deren Kurzschlußfestigkeit auf weniger als die Hälfte
der Typen, die für Kurzschluß-Betrieb ausgelegt sind.
Es wäre für Hersteller von Halbleiter-Bauteilen wünschenswert,
die Herstellung von für eine Kurzschlußfestigkeit ausgelegten
Bauteilen zugunsten von lediglich Typen mit hohem Wirkungsgrad,
entfallen zu lassen.
Die möglichen Vorteile würden folgende sein:
- 1. Eine vereinfachte Herstellungslogistik, Lagerbestands kontrolle, usw., aufgrund der Herstellung eines grundlegenden Typs von IGBT-Bauteil mit hohem Wirkungsgrad, anstelle von zwei verschiedenen Typen, und
- 2. bessere Systemlösungen für Anwendungen, die eine Kurz schlußfestigkeit erfordern, bei gleichzeitig höherer Konstruk tions-Flexibilität und verbesserter Systemleistung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schaltung der
eingangs genannten Art zu schaffen, die die beschriebenen Nach
teile vermeidet und den Einsatz von einen hohen Wirkungsgrad
aufweisenden IGBT-Bauteilen selbst dann ermöglicht, wenn eine
Kurzschlußfestigkeit erforderlich ist.
Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß werden die oben genannten Ziele und Vorteile
dadurch gelöst, daß eine Schaltung zur Verbesserung der Kurz
schlußfestigkeit von einen hohen Wirkungsgrad aufweisenden
IGBT-Bauteilen in einer extrem einfachen, außerhalb des Halb
leiterplättchens angeordneten, Lösung geschaffen wird, die für
den Benutzer vollständig transparent ist.
Erfindungsgemäß wird bei verschiedenen Ausführungsformen der
Erfindung ein externer gemeinsamer Emitter-Widerstand einem eine
hohe Verstärkung aufweisenden IGBT-Bauteil vom Typ mit hohem
Wirkungsgrad hinzugefügt, um die Kurzschlußfestigkeit des
IGBT-Bauteils zu vergrößern.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von in der Zeichnung dar
gestellten Ausführungsbeispielen noch näher erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 die Kurzschlußeigenschaften von IGBT-Bauteilen
mit hohem Wirkungsgrad gegenüber IGBT-Bauteilen, die für das
Auftreten von Kurzschlüssen ausgelegt sind,
Fig. 2A und 2B die Auswirkung der Hinzufügung eines gemeinsamen
Emitter-Widerstandes auf den Kurzschlußstrom von IGBT-Bauteilen
mit hohem Wirkungsgrad, gemäß der vorliegenden Erfindung,
Fig. 3 die Kurzschlußfestigkeits-Dauer von 20 µs für
ein IGBT-Bauteil für eine Nennspannung von 1200 V von der
Größe 7 der 3. Generation, das mit einem gemeinsamen Emitter-
Widerstand von 20 mOhm versehen ist,
Fig. 4A die Verwendung eines vorhandenen Strommeß-
Reihenwiderstandes in dem gemeinsamen unteren Versorgungslei
tungskreis zur Schaffung eines gemeinsamen Emitterwiderstandes
zur Begrenzung des Kurzschlußstromes;
Fig. 4B die Verwendung von vorhandenen einzelnen
Vektor-Steuer-Reihenwiderständen in den unteren Strängen zur Erzielung
eines gemeinsamen Widerstandes zur Begrenzung des Kurzschluß
stromes,
Fig. 5 die Verwendung eines Niedrigspannungs-HEXFET
zum Schutz eines Hochspannungs-IGBT-Bauteils mit hohem Wirkungs
grad,
Fig. 6 die Tatsache, daß ein Erdfehlerstrom durch die
Eingangsleitungs-Impedanz fließt und daher eine langsame
Anstiegsgeschwindigkeit und eine begrenzte Amplitude hat,
Fig. 7 eine obere Fehlerdetektor-Konstruktion für lang
sames Ansprechen auf einen Leitungs-/Leitungs-Kurzschluß und
ein schnelles Ansprechverhalten für einen Kurzschluß, der sich
aus einer versehentlichen externen Verbindung eines Wechsel
spannungs-Ausgangsanschlusses mit dem negativen Versorgungs
leitungsanschluß ergibt,
Fig. 8 eine Schaltung zur Vermeidung eines Kurzschlus
ses, der sich aus einer versehentlichen externen Verbindung
eines Wechselspannungs-Ausgangsanschlusses mit dem negativen
Versorgungsleitungsanschluß ergibt, durch Feststellen eines
bereits vorliegenden Kurzschlusses und Sperren der
Gate-Treiberschaltung.
Ein Vergleich der Fig. 2A und 2B zeigt die Hinzufügung eines
externen, gemeinsamen Emitterwiderstandes R zu dem eine hohe
Verstärkung und einen hohen Wirkungsgrad aufweisenden Typ eines
IGBT-Bauteils gemäß der vorliegenden Erfindung. Im einzelnen
verringert die Hinzufügung des Widerstandes R gemäß Fig. 2B,
die effektive Verstärkung im Kurzschluß-Zustand aufgrund der
Spannung ISC × R, die direkt von der resultierenden
Gate-Emitter-Spannung abgezogen wird.
Das in Fig. 3 gezeigte Oszillogramm zeigt ein Beispiel, bei dem
eine gemeinsamer Emitter-Widerstand mit einem Widerstandswert
von 20 mΩ für ein IGBT-Bauteil von 1200 V der Größe 7 eine
Kurzschlußzeit von 20 µs bei 850 V ermöglicht, verglichen mit
einer Kurzschlußfestigkeits-Dauer von ungefähr 5 µs ohne den
Widerstand.
In vorteilhafter Weise ist unter normalen Betriebsbedingungen
die entlang des Widerstandes R abfallende Spannung klein, und
die Änderungswirkung auf die normale Gate-Emitter-Betriebs
spannung ist nahezu vernachlässigbar, wie die folgenden be
rechneten Abschätzungen zeigen:
- 1. Schaltung nach Fig. 2B mit einem 600 V IGBT-Bauteil der
Größe 4 der 4. Generation mit hohem Wirkungsgrad, das mit einem
gemeinsamen Emitter-Widerstand R mit einem Widerstandwert von
33 mΩ versehen ist:
Normaler Betriebs-Ausgangsstrom (3 hp) = 12 A eff
Normaler Betriebsstrom in R = 8,4 A eff
Normaler Betriebsverlust in R = 8,42 × 0,033
= 2,3 W.
Geschätzte Verluste in einem IGBT bei einem Ausgang von 12 A:
- 2. Schaltung nach Fig. 2B mit einem 1200 V IGBT-Bauteil der
Größe 4 und Generation 4 mit hohem Wirkungsgrad, das mit einem
gemeinsamen Emitter-Widerstand R von 66 mΩ versehen ist:
Normaler Betriebs-Ausgangsstrom = 6 A eff
Normaler Betriebsstrom in R = 4,2 A eff
Normaler Betriebsverlust in R = 4,22 × 0,066
= 1,15 W.
Geschätzte Verluste in einem IGBT bei 6 A Ausgang:
Die vorstehenden Berechnungen zeigen, daß die projizierten
Verluste in dem gemeinsamen Emitterwiderstand bei voller Last,
für einen IGBT mit einer Nennspannung von 600 V und hohem Wir
kungsgrad zwischen 13 und 17,5% der IGBT-Verluste für einen
gemeinsamen Emitterwiderstand liegen, der eine Kurzschlußzeit
von 10 µs ergibt. Dieser geschätzte zusätzliche Verlust in
dem Widerstand ist tatsächlich ungefähr gleich dem geschätzten
zusätzlichen Verlust für einen IGBT mit einer Nennspannung von
600 V, der für eine Kurzschlußzeit von 10 µs ausgelegt ist,
verglichen mit dem eines IGBT vom Typ mit hohem Wirkungsgrad.
Die geschätzten Verluste bei voller Last in dem gemeinsamen
Emitterwiderstand, der eine Kurzschlußfestigkeit von 10 µs bei
einem IGBT mit hohem Wirkungsgrad und einer Nennspannung von
1200 V ergibt, liegen zwischen 5 und 11% der IGBT-Verluste.
Von Bedeutung ist, daß diese zusätzlichen Verluste ungefähr
30% kleiner als der Verlust sind, der hinzukommen würde, wenn
ein IGBT für 1200 V Nennspannung mit einer Kurzschlußfestigkeit
von 10 µs anstelle eines Typs mit hohem Wirkungsgrad mit einem
gemeinsamen Emitterwiderstand verwendet würde.
Obwohl die Verwendung eines gemeinsamen Emitterwiderstandes ge
mäß der vorliegenden Erfindung wahrscheinlich keine wesentliche
Verringerung der Gesamtverluste gegenüber den Verlusten von
für das Auftreten von Kurzschlußzuständen ausgelegten Bauteilen
ergibt, ergibt die Erfindung bei Betrachtung auf der Bauteil
ebene tatsächlich verringerte Verluste auf der Systemebene
sowie andere Anwendungsvorteile zusätzlich zu den vorstehend
diskutierten Herstellungsvorteilen. Die Anwendungsvorteile sind
wie folgt:
- 1. Die Kurzschlußzeit kann auf den speziellen Wert zuge schnitten werden, der für eine spezielle Anwendung erforderlich ist, ohne daß die IGBT-Konstruktion geändert wird, und zwar durch einfaches Auswählen des Widerstandswertes des gemeinsamen Emitterwiderstandes. Je niedriger die erforderliche Kurzschluß zeit ist, desto niedriger kann der Widerstandswert sein, und damit die zusätzlichen Verluste.
- 2. Die zusätzlichen Verluste in dem gemeinsamen Emitter- Widerstand werden außerhalb des IGBT-Halbleiterplättchens in Wärme umgesetzt. Das IGBT-Bauteil bleibt ein Bauteil mit hohem Wirkungsgrad mit minimalen Verlusten, so daß eine größere Ausgangsleistung für eine vorgegebene IGBT-Halbleiterplättchen- Größe erreicht werden kann, als mit IGBT-Bauteilen, die für eine Kurzschlußfestigkeit ausgelegt sind, d. h. wenn Verlust leistung auftritt, ist es besser, diese Verlustleistung in einem Widerstand zu verbrauchen, als in dem IGBT-Bauteil.
- 3. Bei einem dreiphasigen Inverter für eine Motorsteuerung, kann ein gemeinsamer Emitterwiderstand für lediglich drei der sechs IGBT-Bauteile dem gesamten Inverter die erforderlichen Kurzschlußeigenschaften verleihen (beispielsweise 10 µs), wie dies weiter unten ausführlicher erläutert wird. Weiterhin kann ein einziger gemeinsamer Emitterwiderstand alle drei IGBT-Bauteile in dem unteren Abschnitt einer dreiphasigen Inverter- Schaltung versorgen. Der Gesamtverlust-Beitrag des gemeinsamen Emitterwiderstandes oder der -widerstände verringert die zusätzlichen Verluste des Gesamt-Inverters auf ungefähr 7,5%, verglichen mit zusätzlichen Verlusten von 15% für sechs IGBT-Bauteile bei einer Auslegung für Kurzschlußbelastung. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß es möglich ist, drei für Kurzschlußbelastungen ausgelegte IGBT-Bauteile und drei einen hohen Wirkungsgrad aufweisende IGBT-Bauteile ohne gemeinsame Emitterwiderstände zu verwenden, um eine Schaltung mit ungefähr den gleichen Gesamtverlusten zu erzielen. Eine derartige Schal tung würde jedoch zwei unterschiedliche Arten von IGBT-Bauteilen erfordern und würde daher das angegebene Ziel der Erfindung nicht erreichen, die Notwendigkeit für kurzschlußfeste IGBT-Bauteile entfallen zu lassen.
- 4. Wenn ein Ohm'scher Strommeß-Reihenwiderstand einen Teil des gesamten Leistungsstranges ist, wie dies normalerweise für Ansteuerungen bis zu einigen Kilowatt der Fall ist, so kann der Reihenwiderstand (oder die Widerstände) die Doppelfunktion eines gemeinsamen Emitterwiderstandes für eine Kurzschlußstrom-Begrenzung und der Lieferung von Rückführungs-Stromsignalen übernehmen. Dies ist in den Fig. 4A und 4B gezeigt. Die vorliegende Erfindung macht es daher möglich, einen hohen Wirkungsgrad aufweisende IGBT-Bauteile in vorhandenen Leistungs strängen einzusetzen, die einen einzelnen erdseitigen Reihen widerstand (oder einzelne "Vektor-Steuerungs"-Reihenwiderstände für die erdseitigen IGBT-Bauteile) einschließen, um eine Kurzschlußfestigkeit von 10 µs zu erzielen und um die Gesamt- Inverter-Verluste um ungefähr 15% für den gleichen Ausgangsstrom zu verringern.
Verschiedene Ausführungsformen der gemeinsamen Emitterwider
stands-Schaltung der vorliegenden Erfindung sind wie folgt:
- 1. Das bevorzugte Verfahren und die bevorzugte Schaltung besteht in der Verwendung eines vorhandenen Strommeß-Reihen widerstandes (oder von Reihenwiderständen), wenn derartige Reihenwiderstände bereits in dem Leistungsstrang vorhanden sind.
- 2. Eine alternative Ausführungsform besteht in der Ver wendung von Kontaktierungsdrähten mit dem gewünschten Wider stand.
- 3. Eine weitere Ausführungsform besteht in der Befestigung externer Dickfilm-Widerstände auf dem Substrat einer Leistungs strang-Leiterplatte.
- 4. Eine weitere Ausführungsform besteht in der Verwendung von Steckverbindungen von einer Leistungspegel-Schaltungsplatte zu einer getrennten Treiberschaltungsplatte mit dem gewünschten Widerstand.
- 5. Eine weitere Ausführungsform besteht in der Hinzufügung des gewünschten Widerstandes zu einer getrennten Treiber schaltungs-Leiterplatte.
Um geringere zusätzliche Verluste im Normalbetrieb und/oder
eine vergrößerte Kurzschluß-Zeit zu erzielen, kann ein nicht
linearer gemeinsamer Emitterwiderstand, mit einem niedrigen
Widerstandswert bei normalem Betriebsstrom und einem höheren
Wert bei Kurzschlußstrom in weiteren möglichen Ausführungs
formen der vorliegenden Erfindung bevorzugt werden. Ein
derartiger nicht-linearer Widerstand kann auf folgende Weise
realisiert werden:
- 1. Ein Polysilizium-Widerstand mit einem positiven Tempe raturkoeffizienten. Die durch den Kurzschlußstrom hervorgeru fene vergrößerte Temperatur würde einen höheren gemeinsamen Emitterwiderstand ergeben, wenn dies erforderlich ist, wodurch die Kurzschluß-Belastbarkeitszeit vergrößert würde. Der vergrößerte Widerstand bei einer höheren Betriebstemperatur würde weiterhin eine stärkere Begrenzung des Kurzschlußstromes ergeben, wenn der Fehler bei einer anfänglich hohen Betriebstemperatur auftritt.
- 2. Ein Bauteil mit einem Widerstand, der mit dem Strom an steigt, wie zum Beispiel ein Leistungs-MOSFET, beispielsweise ein 20 V-"HEXFET"-Leistungs-MOSFET, wie er von der Firma Inter national Rectifier Corporation hergestellt wird. Fig. 5 zeigt die Schaltungskonfiguration, bei der ein 20 V-HEXFET (beispiels weise ein HEXFET der Größe 1 und Generation 5) den gemeinsamen Emitter-Widerstand für ein einen hohen Wirkungsgrad aufweisen des IGBT-Bauteil (beispielsweise einen 600 V-IGBT mit hohem Wirkungsgrad der Größe 4 und Generation 4) bildet. Der Kurz schlußstrom des IGBT ist auf den des HEXFET beschränkt. Somit wird in dem Beispiel nach Fig. 5 dem einen hohen Wirkungsgrad aufweisenden IGBT-Bauteil eine Kurzschlußfestigkeitszeit von ungefähr 15 µs verliehen. Weil die Fläche des HEXFET-Halbleiter plättchens ungefähr 15% der Fläche des IGBT-Bauteils beträgt, trägt der zusätzliche HEXFET nicht zu wesentlichen zusätzlichen Kosten bei. Es sei bemerkt, daß es bei der in Fig. 5 gezeigten Konfiguration möglich ist, Ansteuerimpulse lediglich dem IGBT-Bauteil oder lediglich dem HEXFET zuzuführen, wobei lediglich eine feste Spannung von 15 V an die Gate-Elektrode des jeweils anderen Bauteils angelegt wird.
Wie dies weiter oben erwähnt wurde, kann ein einzelner gemein
samer Emitterwiderstand oder einzelne Emitterwiderstände aus
schließlich für die erdseitigen IGBT-Bauteile eines Drei-Phasen-
Inverters verwendet werden, um alle sechs IGBT-Bauteile gegen
einen Leitungs-/Leitungs-Ausgangs-Kurzschluß zu schützen.
Dies ergibt sich daraus, weil ein Leitungs-/Leitungs-Kurzschluß
strom durch einen erdseitigen und einen spannungsseitigen IGBT
in Serie fließt. Ein Leitungs-/Leitungs-Kurzschluß-Schutz für
das spannungsseitige IGBT-Bauteil wird damit durch die Strom
begrenzungswirkung des erdseitigen IGBT-Bauteils erzielt.
Die Verwendung von gemeinsamen Emitterwiderständen für ledig
lich die spannungsseitigen IGBT-Bauteile ergibt ebenfalls einen
vollständigen Schutz des Inverters gegen Leitungs-/Leitungs-
Kurzschlüsse. Wenn jedoch ein Reihenwiderstand oder Reihenwider
stände bereits in dem erdseitigen Teil der Schaltung vorhanden
sind, ist es einfacher und wirtschaftlicher, derartige vorhande
ne Bauteile als den gemeinsamen Emitterwiderstand zu verwenden.
Es sei darauf hingewiesen, daß bei bestimmten Arten von Fehlern
es möglich ist, daß ein Fehlerstrom lediglich durch die
spannungsseitigen IGBT-Bauteile fließt, wobei in diesem Fall die
erdseitigen IGBT-Bauteile nicht in der Lage sind, den Strom in
dem spannungsseitigen Schaltungsteil zu begrenzen. Zwei Arten
von Fehlern, die zu Kurzschlußströmen ausschließlich in den
spannungsseitigen IGBT-Bauteilen führen können, sind wie folgt:
Fehler vom Typ 1: Erdfehler am Ausgang des Inverters.
Fehler vom Typ 2: Versehentliche externe Verbindung, die zu einem Kurzschluß von einem Wechselspannungs-Aus gangsanschluß zu dem negativen Versorgungsleitungs- Anschluß N führt.
Fehler vom Typ 2: Versehentliche externe Verbindung, die zu einem Kurzschluß von einem Wechselspannungs-Aus gangsanschluß zu dem negativen Versorgungsleitungs- Anschluß N führt.
Beide dieser Arten von Fehlern können ohne Rückgriff auf
gemeinsame Emitterwiderstände für die spannungsseitigen
IGBT-Bauteile behandelt werden. Speziell können Fehler vom Typ 1
fast immer von IGBT-Bauteilen mit hohem Wirkungsgrad für eine
Zeitdauer von 10 µs oder mehr ohne zusätzliche Schutzein
richtungen aufgenommen werden. Wie dies in Fig. 6 gezeigt ist,
ist, weil der Pfad für den Erdfehlerstrom durch die Eingangs-
Leistungsversorgungs-Impedanz verläuft, die Anstiegsgeschwindig
keit und die mögliche Amplitude des Erdfehlerstroms sehr
stark durch die Impedanz der Wechselspannungs-Eingangsleitung
begrenzt. Der eine relativ niedrige Amplitude aufweisende
Erdfehlerstrom beschädigt IGBT-Bauteile mit einem hohen
Wirkungsgrad nicht innerhalb einer Abschaltperiode von 10 µs.
Fehler vom Typ 2 haben schwerwiegendere Folgen, weil der Fehler
strom von dem eine niedrige Impedanz aufweisenden Versorgungs
leitungs-Kondensator über die spannungsseitigen IGBT-Bauteile
zum negativen Versorgungsleitungs-Anschluß N fließt. Die Not
wendigkeit von gemeinsamen Emitterwiderständen für die
spannungsseitigen IGBT-Bauteile für diese Art von Fehler kann
durch folgende Maßnahmen vermieden werden:
- a) Der Zugang des Benutzers an den negativen Versorgungs leitungs-Anschluß N wird verhindert. Der Grund für die Schaffung eines externen Zuganges an die negative Versorgungsleitung N besteht darin, daß ein Verbindungspunkt für eine wahlweise verwendete externe Bremsschaltung geschaffen wird. Leistungs stränge, die einen internen Bremstransistor aufweisen, erfordern damit keinen von außen zugänglichen N-Anschluß. Es besteht immer noch die Möglichkeit, daß ein Benutzer eine Fehlverdrah tung eines Wechselspannungs-Anschlusses des Inverters mit dem Bremsanschluß herstellen könnte, doch ergibt dann das Brems- IGBT-Bauteil mit seinem eigenen Emitterwiderstand einen Kurz schlußschutz für die spannungsseitigen IGBT-Bauteile
- b) Der spannungsseitige Versorgungsleitungs-Stromdetektor kann so ausgelegt werden, daß zwischen Leitungs-/Leitungs- Fehlern und Fehlern vom Typ 2 unterschieden wird, wobei die letzteren zu einem wesentlich höheren Kurzschlußstrom aufgrund der höheren effektiven Verstärkung der spannungsseitigen IGBT-Bauteile führen, die keine gemeinsamen Emitterwiderstände haben. Beispielsweise kann die spannungsseitige Versorgungsleitung mit einer Widerstands-/Optokoppler-Schaltung versehen sein, die so ausgelegt ist, daß sie zwischen Leitungs-/Leitungs-Fehlern und den zu einem höheren Strom führenden Fehlern des Typs 2 unter scheidet. Die Widerstands-/Optokoppler-Detektorschaltung ist so ausgelegt, daß sie langsamer auf Leitungs-/Leitungs-Fehler anspricht, als die erdseitige Fehler-Detektorschaltung, so daß die letztere die Abschaltzeit für einen Leitungs-/Leitungs- Fehler kontrolliert.
Die spannungsseitige Detektorschaltung ist vorzugsweise so aus
gelegt, daß sie so schnell wie möglich auf die eine höhere
Amplitude aufweisenden Fehler des Typs 2 anspricht, so daß
sie den Inverter abschaltet und die spannungsseitigen
IGBT-Bauteile so schnell wie möglich schützt, beispielsweise inner
halb von 1 oder 2 µs.
Ein grundlegendes Schaltbild des spannungsseitigen Fehler
detektors ist in Fig. 7 gezeigt. Für einen Leitungs-/Leitungs-
Kurzschluß reicht die längs RS abfallende Spannung nicht
aus, damit eine Zener-Diode Z (oder irgendeine andere Art einer
Schwellenwert-Diode) leitet. Der Kondensator C lädt sich über
den Widerstand R1 auf. Die Zeitkonstante von R1 und C ist
derart, daß der Optokoppler während der Auslösezeit, die durch
die untere (nicht gezeigte) Detektorschaltung festgelegt ist,
kein Ausgangssignal liefert. Es sei bemerkt, daß gegebenen
falls keine Zener-Dioden mit einer ausreichend niedrigen
Schwellenwertspannung zur Verfügung stehen, wobei in diesem
Fall die Zener-Diode Z durch zwei oder drei in Serie geschal
tete Dioden, oder möglicherweise eine Leuchtdiode, ersetzt
werden kann, die einen Schwellenwert von ungefähr 2 V hat.
Für einen eine hohe Amplitude aufweisenden Fehler vom Typ 2
reicht die längs RS abfallende Spannung aus, damit die
Diode Z leitet. Der Kondensator c lädt sich nunmehr schnell
über den Widerstand R2 auf, der einen wesentlich niedrigeren
Widerstandswert als der Widerstand R1 hat. Der Optokoppler
liefert einen Auslöseimpuls innerhalb von 1 oder 2 µs, wodurch
die oberen IGBT-Bauteile geschützt werden. Die Auslösezeit
von 1 oder 2 µs ausschließlich für Fehler vom Typ 2 sollte
vollständig störungsfrei sein, wodurch "Fehlauslösungs"-
Probleme bei sehr kurzen Abschaltzeiten für diese Art von
Fehlern vermieden werden.
Für normale Pegel des Fehlerstromes hat die spannungsseitige
Auslöseschaltung tatsächlich eine größere Filterwirkung und
eine größere Störunempfindlichkeit, als die untere Auslöse
schaltung. Eine schnelle Auslösung kann lediglich durch einen
abnormal hohen Strom in dem oberen Reihenwiderstand eingeleitet
werden, der als solcher lediglich durch einen tatsächlichen
Fehler vom Typ 2 hervorgerufen werden kann.
- c) Es wird eine Schaltung hinzugefügt, die eine niedrige Impedanz zwischen irgendeinem Wechselspannungs-Ausgangsanschluß und dem negativen Versorgungsleitungs-Anschluß N feststellt, um das Auftreten eines Fehlers vom Typ 2 aufgrund einer Fehl verdrahtung zwischen den Anschlüssen festzustellen, bevor der Inverter mit Leistung versorgt wird. Wenn eine niedrige Impedanz von einem der Anschlüsse U, V oder W zum Anschluß N während der Leistungs-Einschaltperiode festgestellt wird, während der die Gate-Elektroden der IGBT-Bauteile noch gesperrt sind, wird die Sperrung der Treiberschaltung (und damit des Treibersignals an die Gate-Elektroden der IGBT-Bauteile) am Ende der Leistungs- Einschaltfolge aufrechterhalten, wodurch das Entstehen eines Fehlers vom Typ 2 verhindert wird. Eine grundlegende schaltungs mäßige Auslegung ist in Fig. 8 gezeigt.
Die vorliegende Erfindung ergibt in den verschiedenen vor
stehend beschriebenen Ausführungsformen eine Möglichkeit
zur Konzentrierung der Herstellung auf ausschließlich
IGBT-Bauteile mit hohem Wirkungsgrad, mit allen Folgen hinsichtlich
der Kosteneinsparungen, die sich hieraus ergeben.
Obwohl die vorliegende Erfindung bezüglich spezieller Ausfüh
rungsformen beschrieben wurde, sind vielfältige Abänderungen
und Modifikationen und andere Anwendungen für den Fachmann
ohne weiteres zu erkennen.
Claims (10)
1. Schutzschaltung zum Schutz eines einen hohen Wirkungs
grad aufweisenden IGBT-Bauteils in einer Motor-Steuergeräte-
Schaltung,
dadurch gekennzeichnet, daß ein gemeinsamer Emitterwiderstand
in Serie mit dem einen hohen Wirkungsgrad aufweisenden
IGBT-Bauteil vorgesehen ist, um die Kurzschlußfestigkeit des
IGBT-Bauteils zu vergrößern.
2. Schutzschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Motor-Steuergeräteschaltung
einen dreiphasigen Inverter für die Motorsteuerung mit sechs
einen hohen Wirkungsgrad aufweisenden IGBT-Bauteilen aufweist,
und daß jeweilige getrennte gemeinsame Emitterwiderstände in
Serie mit drei von den sechs IGBT-Bauteilen vorgesehen sind.
3. Schutzschaltung nach Anspruch 1,
bei der der gemeinsame Emitterwiderstand durch einen einzigen
Reihenwiderstand gebildet ist, der auf der erdseitigen Versor
gungsspannungsleitung der dreiphasigen Inverter-Motor-Steuer
geräteschaltung vorgesehen ist, und daß der gemeinsame Emitter
widerstand die Doppelfunktion der Schaffung eines gemeinsamen
Emitterwiderstandes zur Kurzschlußstrombegrenzung sowie der
Bildung eines Ohm'schen Strommeß-Reihenwiderstandes für eine
Stromsignal-Rückführung erfüllt.
4. Schutzschaltung nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der gemeinsame Emitter
widerstand Kontaktierungsdrähte mit dem gewünschten Widerstand
umfaßt.
5. Schutzschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltung eine Verbindungsein
richtung von einer Leistungsstrang-Leiterplatte zu einer
getrennten Treiber-Leiterplatte einschließt, und daß der
gemeinsame Emitterwiderstand: (i) auf der getrennten Treiber-
Leiterplatte angeordnet ist, (ii) einen Dickfilm-Widerstand
einschließt, der auf der Leistungsstrang-Leiterplatte ange
ordnet ist, oder (iii) die Verbindungseinrichtung mit einem
gewünschten Widerstand einschließt.
6. Schutzschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der gemeinsame Emitterwiderstand
durch einen nichtlinearen Widerstand gebildet ist, der einen
niedrigen Widerstandswert bei einem normalen Betriebsstrom
und einen höheren Widerstandswert bei einem Kurzschlußstrom
aufweist.
7. Schutzschaltung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der nichtlineare Widerstand durch
einen Leistungs-MOSFET-Transistor gebildet ist.
8. Schutzschaltung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dreiphasen-Inverter-Motorsteuer
geräteschaltung mit einen hohen Wirkungsgrad aufweisenden
IGBT-Bauteilen sowohl in dem spannungsseitigen als auch dem erd
seitigen Teil der Schaltung ausgebildet ist, und daß die
Schaltung weiterhin einen Stromdetektor zur Feststellung eines
Kurzschlusses zwischen einem Wechselspannungs-Ausgangsanschluß
und dem erdseitigen Versorgungsleitungsanschluß N auf dem
spannungsseitigen Teil der Steuergeräte-Schaltung aufweist.
9. Schutzschaltung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der Stromdetektor zur Feststellung
eines Kurzschlusses zwischen einem Wechselspannungs-Ausgangs
anschluß und dem erdseitigen Versorgungsleitungsanschluß eine
Schwellenwert-Diode einschließt, die eine relativ schnelle
Ladung eines Kondensators über einen Widerstand mit einem
relativ niedrigen Widerstandswert bei Vorhandensein eines
derartigen Fehlers ermöglicht, während sich eine relativ lang
same Aufladung über einen Widerstand mit einem relativ hohen
Widerstandswert bei Fehlen eines derartigen Fehlers ergibt.
10. Schutzschaltung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils getrennten Emitterwider
stände Vektorsteuerungs-Reihenwiderstände für die drei der
sechs IGBT-Bauteile auf dem erdseitigen Schaltungsteil des
Dreiphasen-Inverters umfassen, und daß die Motor-Steuergeräte
schaltung weiterhin einen Stromdetektor mit einer Vielzahl
von Vergleichern zur Feststellung einer niedrigen Impedanz
zwischen irgendeinem Wechselspannungs-Ausgangsanschluß der
dreiphasigen Inverterschaltung und einer erdseitigen Versor
gungsspannungsleitung umfaßt.
Applications Claiming Priority (1)
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