DE19808691A1 - Hubarbeitsbühne und Verfahren zum Betrieb einer Hubarbeitsbühne - Google Patents
Hubarbeitsbühne und Verfahren zum Betrieb einer HubarbeitsbühneInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Hubarbeitsbühne gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Hubarbeitsbühne.
Die Erfindung betrifft insbesondere eine Hubarbeitsbühne zum Reinigen von
Oberflächen großflächiger Objekte mit einem körnigen Strahlmittel, mit einem
relativ zur Objektoberfläche bewegbaren Strahlkorb mit einer darin
angeordneten Strahldüse, mittels der ein gegen die Oberfläche des Objektes
gerichteter Strahl erzeugt wird. Eine derartige Hubarbeitsbühne ist aus der
DE 36 29 623 C2 bekannt. In dem Strahlkorb sind eine oder mehrere
Strahldüsen eines Sandstrahlgerätes, wie sie aus der AT E 151 678 T1 bekannt
sind, zur staubfreien Bestrahlung von Flächen untergebracht.
Die Hubarbeitsbühne umfaßt ein in der Regel motorisch angetriebenes
Fahrgestell, auf dem ein um eine senkrechte Achse drehbarer Oberwagen
angeordnet ist. Auf dem Oberwagen ist der um eine waagrechte Achse
schwenkbare Ausleger angeordnet. Der Ausleger ist teleskopartig verlängerbar
und weist an seinem dem Oberwagen abgewandten Ende eine Arbeitsplattform
oder einen Arbeitskorb, beispielsweise einen Strahlkorb, auf.
Für bestimmte Einsatzzwecke, beispielsweise für den Einsatz der
Hubarbeitsbühne als Strahlwerkzeug, wird der Arbeitskorb an die zu
bearbeitende Fläche angelegt. Aus arbeitsschutztechnischen, ökologischen und
ökonomischen Gründen muß der Arbeitskorb an der zu bearbeitenden Fläche
so anlegbar sein, daß er umfänglich dicht anliegt. Hierfür kommen
beispielsweise ein- oder zweireihige Bürstendichtungen, eine Vakuumdichtung
oder eine magnetkraftunterstützte Dichtung, wie aus der DE 29 04 093 A1
bekannt, in Betracht.
Bei den bekannten Hubarbeitsbühnen erfolgt das Anlegen bzw. Anpressen des
Strahlkorbes an die zu bearbeitende Fläche über ein Schwenkmoment des
Oberwagens, der um die senkrechte Achse gegenüber dem Fahrgestell
verschwenkbar ist. Dies hat den Nachteil, daß die Anlegekraft nicht genau
einstellbar und regulierbar ist, weil durch die Schwenkbewegung die gesamte
Masse des Oberwagens, des Auslegers und des Arbeitskorbes verschwenkt
werden muß. Dadurch ist die geforderte Dichtheit zwischen Arbeitskorb und
zu bearbeitender Fläche oder die erforderliche Standsicherheit der
Hubarbeitsbühne nicht gewährleistet. Darüber hinaus lassen sich mit den
bekannten Hubarbeitsbühnen Bearbeitungsvorgänge an empfindlichen
Oberflächen, wie beispielsweise das Reinigen oder das Lackieren von
Flugzeugflächen, nicht durchführen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Hubarbeitsbühne zur
Bearbeitung von Flächen bereitzustellen, mit der die Anlegekraft mit hoher
Konstanz einstellbar und kontrollierbar ist. Darüber hinaus liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb einer derartigen
Hubarbeitsbühne bereitzustellen.
Die Aufgaben werden durch die im Anspruch 1 offenbarte Vorrichtung und
durch das im Anspruch 9 offenbarte Verfahren gelöst. Besondere
Ausführungsarten der Erfindung sind in den Unteransprüchen offenbart.
Bei der erfindungsgemäßen Hubarbeitsbühne sind die Mittel zum Bereitstellen
einer Anlegekraft zum Anlegen des Arbeitskorbes an der Arbeitsfläche am
arbeitskorbnahen Ende des Auslegers angebracht. Dadurch kann vorteilhaft
das Anlegen des Arbeitskorbes an die zu bearbeitende Fläche mittels einer
eigenständigen Steuerung bzw. Regelung und mit konstanter Kraft erfolgen.
Als Mittel zum Bereitstellen der Anlegekraft kommt neben einem
Druckluftzylinder auch ein hydraulisches Element, eine Feder mit einer
vergleichsweise geringen Federkonstante oder ähnliches in Betracht.
Das hydraulische Element kann allein oder in Zusammenwirkung mit einem
hydraulischen Druckspeicher betrieben werden. In jedem Fall muß
das hydraulische Element mit einem konstanten und vergleichsweise geringen
Druck beaufschlagbar sein.
Seitliches Strahlen, bei dem die Strahlfläche einen Winkel von etwa 90° mit
der Stellfläche der Hubarbeitsbühne einschließt, wird durch Ansteuern der in
der Regel hydraulischen oder elektrischen Drehbewegung des Oberwagens
gegenüber dem Fahrgestell durchgeführt. Ein Überkopfstrahlen, bei dem
die Strahlfläche ungefähr parallel zur Grundfläche der Hubarbeitsbühne
ausgerichtet ist, wird durch Ansteuern der Bewegung "Ausleger auf/ab"
durchgeführt. In beiden Arbeitspositionen übernehmen die Mittel zum
Bereitstellen der Anlegekraft die Einstellung der vorgewählten konstanten
Anlegekraft.
Wird gemäß Anspruch 2 ein Druckluftzylinder zum Bereitstellen der
Anlegekraft verwendet, so hat dies den Vorteil, daß durch die Kompressibilität
der Druckluft die Anlegekraft präzise eingesteuert und nachgeregelt werden
kann, vorteilhafterweise unter Verwendung eines Druckregelventils. Die sich
beim Verfahren des Arbeitskorbes entlang der zu bearbeitenden Fläche
ergebenden Abstandsänderungen werden über den Hub des Druckluftzylinders
ausgeglichen.
Bei einer besonderen Ausführungsart der Erfindung gemäß Anspruch 3 ist von
Vorteil, daß die Verschwenkbarkeit des Arbeitskorbes gegenüber dem Ausleger
um eine horizontale Achse und um eine vertikale Achse nicht nur sowohl
seitliches Strahlen als auch Überkopfstrahlen erlaubt, sondern es können auch
Abstandsänderungen beim Verfahren des Arbeitskorbes entlang der zu
bearbeitenden Fläche dadurch ausgeglichen werden.
Bei einer besonderen Ausführungsart der Erfindung gemäß Anspruch 4 können
zusätzlich zu den Mitteln zum Bereitstellen einer Anlegekraft noch
pneumatische, hydraulische oder elektrische Antriebsmittel, die mittels
Endschalter entlang des Hubes des Druckluftzylinders steuerbar sind
vorgesehen sein, die ein Nachsteuern der Anlegebewegung des Arbeitskorbes
ermöglichen. Die Antriebsmittel sind vorzugsweise am arbeitskorbnahen Ende
des Auslegers angeordnet. Die Anlegebewegung kann bei dieser Ausführungsart
zweistufig erfolgen, wobei die pneumatischen, hydraulischen oder elektrischen
Antriebsmittel eine Voreinstellung vornehmen, und die zweite Stufe bestehend
aus dem Druckluftzylinder die eigentliche Anlegekraft bereitstellt. Dadurch
wird ein großer Hubweg des Arbeitskorbes erreicht, bei gleichzeitig präziser
Einstellung und Nachregelung der Anlegekraft. Die pneumatischen,
hydraulischen oder elektrischen Antriebsmittel können durch einen Endschalter
am Ende des Hubweges des Druckluftzylinders aktiviert werden und den
Druckluftzylinder bis zu einer mittigen Position des Hubweges des
Druckluftzylinders oder bis zur entgegengesetzten Endposition des
Druckluftzylinders verfahren.
Gemäß Anspruch 5 weisen die pneumatischen oder hydraulischen
Antriebsmittel mindestens einen doppelt wirkenden Zylinder auf. Dadurch kann
vorteilhafterweise ein großer Verfahrweg mit geringem Aufwand erreicht
werden.
Gemäß Anspruch 6 ist der Arbeitskorb mittels einer kardanischen Aufhängung
an dem Ausleger angebracht. Dadurch wird vorteilhafterweise eine stets
parallele Anlage des Arbeitskorbes an der zu bearbeitenden Fläche
gewährleistet. Die kardanische Aufhängung kann beispielsweise durch eine
gabelförmige Lagerung des Arbeitskorbes zur Bereitstellung eines ersten
rotatorischen Freiheitsgrades und durch eine Kegelrollenlagerung zur
Bereitstellung eines zweiten rotatorischen Freiheitsgrades realisiert sein.
Durch geeignetes Anbringen von Grenzschaltern um die beiden Achsen der
kardanischen Aufhängung kann bei Erreichen eines vorgegebenen
Schwenkwinkels des Arbeitskorbes zur Gabel bzw. zur Achse des
Kegelrollenlagers der Arbeitskorb mittels der pneumatischen, hydraulischen
oder elektrischen Antriebsmittel wieder in eine Grundstellung geschwenkt
werden. Als Grundstellung kann dabei beispielsweise die Stellung des
Arbeitskorbes gelten, bei der sich eine günstige Führung der
Versorgungsschläuche und -leitungen zum Arbeitskorb, beispielsweise zu
einem Strahl- oder Spritzwerkzeug, ergibt.
Gemäß Anspruch 7 ist der Arbeitskorb ein mit einem Strahlwerkzeug
ausgerüsteter Strahlkorb. Entsprechende Strahlwerkzeuge dienen beispielsweise
der Reinigung von Schiffsrümpfen, insbesondere der Reinigung von
Schweißverbindungen an Schiffsrümpfen. Ein solches Strahlwerkzeug kann
auch dem Entfernen von Lackanstrichen oder sonstigen Beschichtungen von
Flugzeugen dienen.
Gemäß Anspruch 8 weist der Strahlkorb neben einer Zuführung für das
Strahlmittel zwei um etwa 90° versetzt angeordnete Abläufe auf. Dadurch ist
ein reibungsloser Ablauf der durch den Bearbeitungsvorgang entstandenen
Abfallstoffe sowohl beim seitlichen Strahlen als auch beim Überkopfstrahlen
gewährleistet.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb einer Hubarbeitsbühne
gemäß Anspruch 9 wird der Arbeitskorb zunächst an die zu bearbeitende
Fläche angelegt, entlang der Fläche bewegt, und dabei werden die sich durch
das Bewegen des Arbeitskorbes ergebenden Änderungen des Abstandes
zwischen dem Arbeitskorb und der Fläche durch die Mittel zum Bereitstellen
der Anlegekraft ausgeglichen. Dadurch ist ein präzises Einstellen und
Nachregeln der Anlegekraft möglich. Vorzugsweise wird die Anlegekraft durch
einen Druckluftzylinder bereitgestellt. Sobald der Druckluftzylinder das Ende
seines Verfahrweges erreicht, und ein entsprechender Endschalter an einem
Ende des Hubes des Druckluftzylinders betätigt wird, wird
die Anlegebewegung durch pneumatische, hydraulische oder elektrische
Antriebsmittel gemäß Anspruch 10 nachgesteuert.
Die Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich auch aus
der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf
die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel im einzelnen beschrieben wird.
Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten
Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination
erfindungswesentlich sein.
Fig. 1 zeigt eine Hubarbeitsbühne mit Strahlkorb beim seitlichen
Strahlen,
Fig. 2 zeigt eine Hubarbeitsbühne mit Strahlkorb beim
Überkopfstrahlen,
Fig. 3 zeigt einen Strahlkorb beim seitlichen Strahlen,
Fig. 4 zeigt einen Strahlkorb beim Überkopfstrahlen, und
Fig. 5 zeigt eine Aufsicht auf den Strahlkorb beim Überkopfstrahlen
von der zu bearbeitenden Fläche aus.
Die Fig. 1 zeigt eine Hubarbeitsbühne mit Strahlkorb beim seitlichen Strahlen.
Die Hubarbeitsbühne 100 besitzt ein motorisch angetriebenes Fahrgestell 101
und einen darauf um eine senkrechte Achse 102 drehbaren Oberwagen 103.
Auf dem Oberwagen 103 ist ein um eine waagerechte Achse schwenkbarer
Ausleger 104 angeordnet. Zwischen dem Oberwagen 103 und dem Ausleger
104 wirkt unter anderem ein hydraulisches Element 136. Der Ausleger 104 ist
teleskopartig verlängerbar und weist an seinem dem Oberwagen 103
abgewandten Ende einen Strahlkorb 105 auf. Die Strahlfläche liegt bei dem
dargestellten seitlichen Strahlen in einer Ebene, die mit der Stellfläche 106 der
Hubarbeitsbühne 100 einen Winkel von ungefähr 90° bildet. Dargestellt ist
weiterhin die Gabel 107 der kardanischen Aufhängung des Strahlkorbes 105
sowie erste hydraulische Antriebsmittel 108, die sowohl einem Nachsteuern der
Anlagebewegung des Strahlkorbes dienen als auch einer Schwenkbewegung
des Strahlkorbes um eine horizontale Achse dienen. Das dargestellte seitliche
Strahlen kann beispielsweise an zu bearbeitenden Flächen vorgenommen
werden, die mit der Stellfläche 106 der Hubarbeitsbühne 100 einen Winkel
zwischen 45° und 90° einschließen.
Die Fig. 2 zeigt eine Hubarbeitsbühne mit einem Strahlkorb beim
Überkopfstrahlen. Dargestellt ist neben dem kegelförmigen Strahlkorb 205,
der Gabel 207 in Seitenansicht und dem ersten hydraulischen Antriebsmittel
208 ein weiteres hydraulisches Antriebsmittel 209, welches ebenfalls,
wie das erste hydraulische Antriebsmittel 208, sowohl einer Schwenkbewegung
des Strahlkorbes 205 um eine horizontale Achse als auch einem Nachsteuern
der Anlegebewegung des Strahlkorbes 205 dienen kann. Beide hydraulische
Antriebsmittel 208, 209 sind als doppeltwirkende hydraulische Zylinder
ausgeführt. Alternativ zu dieser Ausführungsform kommen auch
doppeltwirkende pneumatische Zylinder in Betracht. Das Überkopfstrahlen
wird beispielsweise dann vorgesehen, wenn die zu bearbeitende Fläche mit der
Stellfläche der Hubarbeitsbühne einen Winkel von 0° bis 45° einschließt.
Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Strahlkorb weist eine Masse von etwa
500 kg auf. Der kegelförmige, zur bearbeitenden Fläche hin offene Strahlkorb
weist typischerweise einen Durchmesser von 1 m auf. Eingesetzt werden
derartige Strahlkörbe beispielsweise zum Entrosten oder Vorbehandeln von
Schiffen. Als Strahlgut dient beispielsweise Sand oder Stahlkies. Ein weiterer
möglicher Anwendungszweck dieser Strahlkörbe ist das Vorbehandeln von
Schiffsrümpfen vor dem Lackieren.
Die Fig. 3 zeigt den Strahlkorb beim seitlichen Strahlen. Der Strahlkorb 305
liegt über Rollen 310 an der zu bearbeitenden Fläche 311 an.
Eine umfängliche, mehrreihige Bürstendichtung 312 sorgt dafür, daß
das Strahlen in einem geschlossenen Raum erfolgt und insbesondere weder
Strahlgut noch Abfallstoffe des Bearbeitungsvorganges nach außen dringen.
Der Strahlkorb 305 weist eine Zuführung 313 für das Strahlgut auf sowie zwei,
um etwa 90° versetzt an der Strahlglocke 305 angebrachte Abläufe 314.
Der Strahlkorb 305 ist um eine erste horizontale Achse 315 an der Gabel 307
verschwenkbar aufgehängt. Die Gabel 307 ist an einer Kegelrollenlagerung 316
um eine erste nahezu vertikale Achse 316' schwenkbar aufgehängt. Die Gabel
307 und die Kegelrollenlagerung 31 6 realisieren die kardanische Aufhängung
des Strahlkorbes 305 an dem strahlkorbnahen Ende des Auslegers 304.
Die Kegelrollenlagerung 316 ist über ein Kniestück mit dem Kolben 317 des
Druckluftzylinders 318 verbunden. Die Lagerung des Kolbens 317 des
Druckluftzylinders 318 erfolgt auf Rollen 319. An dem Kolben 317 ist
weiterhin eine Nocke 320 angebracht, welche die Endschalter 321 bzw. den
Mittenschalter 322 betätigt, die auf dem ersten Schenkel 323 des ersten
Auslegers 324 angebracht sind. Der Druckluftzylinder 318 ist mit diesem ersten
Schenkel 323 fest verbunden. Der erste Ausleger 324 ist über einen zweiten
Schenkel 325 um eine zweite horizontale Achse 326 gegenüber einem zweiten
Ausleger 328 schwenkbar. Die Schwenkbewegung wird von einem ersten
doppeltwirkenden pneumatischen oder hydraulischen Zylinder 327 bewirkt,
der mit dem ersten Schenkel 323 des ersten Auslegers 324 und dem zweiten
Ausleger 328 verbunden ist.
Der zweite Ausleger 328 ist um eine zweite vertikale Achse 329 mittels eines
hydraulischen Drehmotors bzw. eines Schwenkzylinders 330 schwenkbar.
Der hydraulische Schwenkzylinder 330 ist fest mit einem ersten Schenkel 331
eines Hebels 332 verbunden. Dieser Hebel 332 ist um eine dritte horizontale
Achse 333 gegenüber dem strahlkorbnahen Ende des Auslegers 304
verschwenkbar. Die Schwenkbewegung wird durch einen zweiten
doppeltwirkenden pneumatischen oder hydraulischen Zylinder 334 bewirkt.
Dieser zweite doppeltwirkende Zylinder 334 ist einerseits mit dem Ausleger
304 verbunden und andererseits mit dem zweiten Schenkel 335 des Hebels
332 verbunden. Dieser zweite doppeltwirkende Zylinder 334 kann in
hydraulischer Ausführung zusätzlich oder allein auch als Nehmerzylinder durch
einen einerseits mit dem Ausleger 304 und andererseits mit dem Oberwagen
103 verbundenen Geberzylinder 136 so bewegt werden, daß auch beim
Schwenken des Auslegers 304 gegenüber dem Oberwagen 103 um seine
waagrechte Achse die vertikale Achse 329 weitgehend ihre vertikale
Ausrichtung beibehält.
Das in der Fig. 3 gezeigte Ausführungsbeispiel weist eine Überbestimmung
hinsichtlich der Schwenkbewegungen auf. So ist beispielsweise
die Schwenkbewegung des ersten Auslegers 324 um die zweite horizontale
Achse 326 sowohl durch den ersten doppeltwirkenden Zylinder 327 als auch
durch den zweiten doppeltwirkenden Zylinder 334 erzielbar. Diese
Überbestimmung hinsichtlich der Schwenkbewegungen erlaubt größere
Freiheitsgrade bei dem Nachführen des Strahlkorbes an der zu bearbeitenden
Fläche.
Kommt es zu Abstandsänderungen zwischen dem Ausleger und der zu
bearbeitenden Fläche, so werden diese durch den Druckluftzylinder 318
ausgeglichen. Dieser Druckluftzylinder 318 ist über ein nicht dargestelltes
Druckregelventil mit einem einstellbaren, konstanten Luftdruck beaufschlagbar.
Der Ausgleich der Abstandsänderung durch den Druckluftzylinder 318 erfolgt
solange, bis die Nocke 320 mit einem der Endschalter 321 zusammenwirkt.
Ein entsprechend generiertes Steuersignal aktiviert einen der doppeltwirkenden
Zylinder 327, 334 oder eine Nachführbewegung durch das Ein-/Ausfahren des
Auslegers 101 oder durch eine Drehbewegung des Oberwagens 103
gegenüber dem Fahrgestell 101. Das Nachsteuern kann dabei solange
geschehen, bis entweder die Nocke 320 mit dem Endschalter 321 am
gegenüberliegenden Ende des Hubes des Druckluftzylinders 318
zusammenwirkt oder solange, bis die Nocke 320 mit dem Mittenschalter 322
zusammenwirkt.
In analoger Weise kann durch Anbringen von Endschaltern um die beiden
Achsen der kardanischen Aufhängung 315, 316' der Strahlkorb 305 bei
Erreichen eines vorgegebenen Schwenkwinkels des Strahlkorbes 305 zur Gabel
307 (bzw. zur Achse der Kegelrollenlagerung 316') mittels des
Schwenkzylinders 330, der doppeltwirkenden Zylinder 327, 334 oder mittels
der teleskopförmigen Auslegerbewegung bzw. der Drehbewegung des
Oberwagens 103 gegenüber dem Fahrgestell 101 wieder in eine Grundstellung
geschwenkt werden.
Die Fig. 4 zeigt den Strahlkorb beim Überkopfstrahlen. Der wesentliche
Unterschied gegenüber der Arbeitsweise nach Fig. 3 besteht im Ausfahren des
ersten doppeltwirkenden Zylinders 427. Außerdem werden beim
Überkopfstrahlen die durch die Bearbeitung entstehenden Abfallstoffe im
wesentlichen über den Ablauf 414 von der Strahlglocke 405 abgeführt.
Die weitere Funktionsweise, insbesondere das Ausgleichen von
Abstandsänderungen zwischen der Strahlglocke 405 und der zu bearbeitenden
Fläche 411, erfolgt in analoger Weise zu der Funktionsweise, wie sie bezüglich
der Fig. 3 beschrieben ist.
Die Fig. 5 zeigt die Aufsicht auf den Strahlkorb beim Überkopfstrahlen von der
zu bearbeitenden Fläche aus. Dargestellt ist nochmals die kardanische
Aufhängung des Strahlkorbes 505 mittels der Gabel 507 und der
Kegelrollenlagerung 516. Die Rollen 510 garantieren eine reibungsarme
Führung des Strahlkorbes 305 an der zu bearbeitenden Fläche 411.
Die ringförmig verlaufende, mehrreihige Bürstendichtung 512 sorgt für eine
zuverlässige Abdichtung des Strahlraumes gegenüber der Umwelt.
Über die Öffnung 513 wird das Strahlgut zugeführt und über die Abläufe 514
wird das bei der Bearbeitung entstehende Material vom Strahlkorb 505
abgeführt.
Claims (10)
1. Hubarbeitsbühne (100) mit einem an einem Ausleger (304) angebrachten
Arbeitskorb (305), der an einer zu bearbeitenden Fläche (311) anlegbar
ist, und mit Mitteln (318, 327, 334) zum Bereitstellen einer Anlegekraft
zum Anlegen des Arbeitskorbes (305) an der zu bearbeitenden Fläche
(311), dadurch gekennzeichnet,
daß diese Mittel (318, 327, 334) am arbeitskorbnahen Ende des Auslegers
(304) angebracht sind.
2. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mittel (318, 327, 334) zum Bereitstellen der Anlegekraft einen
Druckluft- oder Hydraulikzylinder (318) aufweisen, der über ein
Druckregelventil mit einem konstanten, einstellbaren Druck
beaufschlagbar ist.
3. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Arbeitskorb (305) gegenüber dem arbeitskorbnahen Ende des
Auslegers (304) um eine vertikale Achse (316', 329) und um eine
horizontale Achse (315, 326, 333) schwenkbar ist.
4. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß pneumatische, hydraulische oder elektrische Antriebsmittel (327, 330,
334) für ein Nachsteuern der Anlagebewegung des Arbeitskorbes (305)
vorgesehen sind, wobei die pneumatischen, hydraulischen oder
elektrischen Antriebsmittel (327, 330, 334) mittels Endschalter (321, 322)
entlang des Hubes des Druckluftzylinders steuerbar sind.
5. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die pneumatischen oder hydraulischen Antriebsmittel (327, 330, 334)
mindestens einen doppeltwirkenden pneumatischen oder hydraulischen
Zylinder (327, 334) aufweisen.
6. Hubarbeitsbühne nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet,
daß der Arbeitskorb (305) mittels einer kardanischen Aufhängung (307,
316) an dem Ausleger (304) angebracht ist.
7. Hubarbeitsbühne nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet,
daß der Arbeitskorb ein mit einem Strahlwerkzeug ausgerüsteter
Strahlkorb (305) ist.
8. Hubarbeitsbühne nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Strahlkorb (305) eine Zuführung (313) für das Strahlmittel
aufweist und zwei um etwa 900 versetzt angeordnete Abläufe (314)
aufweist.
9. Verfahren zum Betrieb einer Hubarbeitsbühne (100) nach einem der
Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch die Schritte:
Anlegen des Arbeitskorbes (305) an der zu bearbeitenden Fläche (311),
Bewegen des Arbeitskorbes (305) entlang der Fläche (311), und
Ausgleichen der sich durch das Bewegen des Arbeitskorbes (305) ergebenden Änderungen des Abstandes zwischen dem Arbeitskorb (305) und der Fläche (311) durch die Mittel (318, 327, 334) zum Bereitstellen der Anlegekraft.
Anlegen des Arbeitskorbes (305) an der zu bearbeitenden Fläche (311),
Bewegen des Arbeitskorbes (305) entlang der Fläche (311), und
Ausgleichen der sich durch das Bewegen des Arbeitskorbes (305) ergebenden Änderungen des Abstandes zwischen dem Arbeitskorb (305) und der Fläche (311) durch die Mittel (318, 327, 334) zum Bereitstellen der Anlegekraft.
10. Verfahren nach Anspruch 9 zum Betrieb einer Hubarbeitsbühne (100)
nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch den Schritt:
Nachsteuern der Anlagebewegung, wenn der Endschalter (321) an einem Ende des Hubes des Druckluftzylinders (318) betätigt wird, so lange bis ein Schalter (322) in der Mitte des Hubes des Druckluftzylinders (318) betätigt wird oder solange bis ein Endschalter (321) am gegenüberliegenden Ende des Hubes des Druckluftzylinders (318) betätigt wird.
Nachsteuern der Anlagebewegung, wenn der Endschalter (321) an einem Ende des Hubes des Druckluftzylinders (318) betätigt wird, so lange bis ein Schalter (322) in der Mitte des Hubes des Druckluftzylinders (318) betätigt wird oder solange bis ein Endschalter (321) am gegenüberliegenden Ende des Hubes des Druckluftzylinders (318) betätigt wird.
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|---|---|---|---|
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|---|---|---|---|
| DE19808691A DE19808691A1 (de) | 1998-03-03 | 1998-03-03 | Hubarbeitsbühne und Verfahren zum Betrieb einer Hubarbeitsbühne |
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| DE19808691A Withdrawn DE19808691A1 (de) | 1998-03-03 | 1998-03-03 | Hubarbeitsbühne und Verfahren zum Betrieb einer Hubarbeitsbühne |
| DE59900829T Expired - Lifetime DE59900829D1 (de) | 1998-03-03 | 1999-03-02 | Vorrichtung zum bearbeiten einer fläche, insbesondere hubarbeitsbühne, und verfahren zum betrieb einer solchen vorrichtung |
Family Applications After (1)
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