DE19808681A1 - Wärmeleitgasanalysator mit kurzer Einstellzeit - Google Patents
Wärmeleitgasanalysator mit kurzer EinstellzeitInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die vorteilhafte Weiterentwicklung von Wärme
leit-Gasanalysatoren. Diese Gasanalysatoren sind an sich bekannt
und werden von zahlreichen Analysegeräteherstellern gefertigt. Dabei
wird von der Erscheinung Gebrauch gemacht, daß sich Gase erheblich
in ihrer Wärmeleitfähigkeit unterscheiden und die Wärmeleitfähigkeit
eines Gasgemischs von den Gasanteilen abhängt, so daß durch Mes
sung der Wärmeleitfähigkeit des Gasgemischs bei bekannten Kompo
nenten auf die Zusammensetzung des Gemischs geschlossen werden
kann. Zwar ist die Methode nicht spezifisch und i.a. nur bei binären
bzw. quasibinären Gemischen anwendbar, doch ist sie sehr zuverläs
sig, preiswert und erlaubt eine kontinuierliche Messung. Diese Analyse
methode ist deshalb in der Prozeßmeßtechnik und bei der Rauchgas
analyse weit verbreitet, zudem können Wärmeleit-Gasanalysatoren
in Verbindung mit stofftrennenden Verfahren, wie der Gaschromato
grafie, für vielfältige Analysenaufgaben verwendet werden.
Kernstück des Analysators ist die Wärmeleitzelle, die üblicherweise
aus einem zylindrischen Hohlraum besteht, in dem sich ein koaxial
aufgespannter Draht, der elektrisch geheizt wird befindet. Anstelle
des linearen Drahtes sind Drahtwendeln gebräuchlich, die ebenfalls ko
axial zum umgebenden Zylinder angeordnet werden. Der elektrisch
geheizte Draht dient als Wärmequelle und befindet sich auf einer
merklich höheren Temperatur als die Zylinderwand, deren Temperatur
konstant gehalten wird. Der Hitzdraht ist vom Meßgas umgeben,
so daß die freigesetzte Wärme vom Draht über das Gas zur Zylinder
wand transportiert wird. Der schematische Aufbau der Wärmeleit
zelle ist in Abb. 1 dargestellt.
Betreibt man den Hitzdraht mit konstantem Strom, so ist die Tempe
ratur, auf die sich der Hitzdraht einstellt, um so höher, je niedriger
die Wärmeleitfähigkeit des umgebenden Gases ist und umgekehrt.
Die bisher bekannten Meßanordnungen arbeiten so, daß die Tempera
tur des Drahtes über die Messung des Drahtwiderstandes bestimmt
wird. Hierzu wird i.a. eine Wheatstonebrücke mit einer oder zwei
Zellen benutzt, die das Meßgas enthalten. Dabei ist es zweckmäßig,
eine weitere Zelle - bzw. zwei weitere Zellen - mit einem Vergleichs
gas zu füllen, wodurch sich Temperaturschwankungen der Zylinderwän
de kompensieren.
Die Drähte werden zur Vermeidung von Korrosion und katalytischer
Effekte häufig mit einem Glasüberzug versehen. Da die Drahtwider
stände bei linearen Drähten sehr gering sind, was hinsichtlich des
Meßfehlers nachteilhaft ist, werden die Drähte oftmals gewendelt.
Durch die Wendelung läßt sich ferner der Druckeinfluß vermindern,
was mit der Reduktion der Entmischung aufgrund von Thermodiffu
sion erklärt wurde. Bei größeren Durchmessern der Drahtwendel
kann diese aus Stabilitätsgründen nicht mehr freitragend sein, sondern
muß auf einen Wickelkörper aus geeigneten Material, z. B. Keramik,
aufgebracht werden.
Die Ummantelung der Drähte mit einen schlecht wärmeleitenden Ma
terial wie Glas sowie das Aufbringen auf einen Wickelkörper und
die damit verbundene Massenerhöhung des beheizten Teils wirken
sich nachteilig hinsichtlich des dynamischen Verhaltens des Gasanalysa
tors aus. Die Einstellzeiten werden z. T. drastisch erhöht, so daß
sich 90%-Zeiten von ca. 20 s bis zu mehreren Minuten ergeben kön
nen. Zu Erfassung schneller Konzentrationsänderungen sind solche
Analysatoren deshalb nicht geeignet. Zahlreiche Regelungsaufgaben,
Überwachungsaufgaben mit Sicherheitsfunktion sowie Messungen bei
Gasen, deren Zusammensetzung sich rasch ändert, wie z. B. Rauchgase,
erfordern Gasanalysatoren mit entsprechend kurzen Einstellzeiten.
Der der Erfindung zugrunde liegende Gasanalysator arbeitet nicht
mit einem konstanten Heizstrom und variabler Drahttemperatur, son
dern hat eine konstante Drahttemperatur bei variablem Heizstrom.
Um eine Konstanz der Drahttemperatur und damit des Drahtwiderstan
des zu erreichen, muß der Heizstrom bei Änderung der Gaszusammen
setzung und dadurch bedingter Änderung der Wärmeleitfähigkeit des
Gasgemischs entsprechend geregelt werden. Z.B. würde die Zunahme
der Wärmeleitfähigkeit bei konstantem Heizstrom zu einer Erniedri
gung der Drahttemperatur führen. Bei der hier beschriebenen Meß
anordnung wird jedoch durch ein Regelkreis der Heizstrom derart
erhöht, daß die Temperatur des Drahtes konstant bleibt.
Der herausragende Vorteil der erfindungsmäßigen Meßanordnung be
steht darin, daß die Zeiten für das Einstellen des thermischen Gleich
gewichts weitgehend entfallen und die Einstellzeit des Analysators
verglichen mit Einstellzeiten bei variabler Drahttemperatur drastisch
verkürzt wird. Ein solcher Analysator kann deshalb wesentlich weiter
reichende Meßaufgaben erfüllen als ein herkömmlicher.
In Abb. 2 ist der Meßaufbau schematisch unter Verwendung einer
einzelnen Meßzelle dargestellt. Die drei Festwiderstände werden so
festgelegt, daß ihr Widerstandswert mit dem des Hitzdrahtes bei
der maximal auftretenden Wärmeleitfähigkeit des Analysegases überein
stimmt, wobei hier der maximale Heizstrom IH,max fließt. Die Brüc
ke ist abgeglichen, und die Brückenausgangsspannung ist UD=0.
Ändert sich die Gaszusammensetzung und verringert sich hierdurch
die Wärmeleitfähigkeit des Analysegases, so hat der Hitzdraht die
Tendenz sich zu erwärmen und seinen Widerstand zu erhöhen. Dies
verursacht eine (geringfügige) Verstimmung der Brücke, so daß jetzt
die Brückenausgangsspannung ungleich null wird. Die Brückenausgangs
spannung gelangt auf den Eingang eines Reglers, der den Heizstrom
so weit reduziert, daß sich die ursprüngliche Temperatur und der
ursprüngliche Drahtwiderstand wieder einstellen, so daß die Brücke
jetzt erneut abgeglichen ist. Bei der minimalen Wärmeleitfähigkeit
fließt schließlich der minimale Heizstrom IH,min.
Der Zusammenhang zwischen Wärmeleitfähigkeit und Heizstrom ist
zwar nicht linear, doch besteht ein streng monotoner Zusammenhang,
so daß durch Messung des Heizstromes die Wärmeleitfähigkeit eindeu
tig ermittelt werden kann. Da im übrigen auch der Zusammenhang
zwischen der Gaskonzentration und der Wärmeleitfähigkeit i.a. nicht
linear ist, empfiehlt sich eine empirische Kalibrierung des Gasanaly
sators, wie sie auch bei herkömmlichen Geräten durchgeführt wird. Mit
einer Recheneinheit (analog oder digital) erfolgt die Umsetzung des
Stromsignals in ein Konzentrationssignal für das jeweilige Analysen
problem.
Eine Verdoppelung der Empfindlichkeit läßt sich erreichen, wenn
statt nur einer Meßzelle zwei Meßzellen verwendet werden, wie
in Abb. 3 gezeigt. Die Verwendung von zwei Hitzdrähten in einer
Halbbrücke hat nämlich die Verdoppelung der Brückenausgangsspannung
zufolge, so daß entsprechend kleinere Konzentrationsunterschiede
detektierbar werden. Allerdings ist die Zunahme der Empfindlich
keit wie bisher mit einem apparativen Mehraufwand verbunden.
Besondere Bedeutung hat die Schwankung der Temperatur der Meß
zellenwand TW. Da die Meßzelle(n) in einem thermostatisierten Block
eingearbeitet sind, ist TW näherungsweise konstant. Geringe Tempera
turschwankungen lassen sich jedoch mit einfachen Thermostaten nicht
vermeiden. Diese Temperaturschwankungen werden bei der herkömmli
chen Technik meist dadurch kompensiert, daß man den Zellen, die
mit Analysegas gefüllt sind, eine gleiche Anzahl Zellen beifügt, die
mit einem sog. Vergleichsgas gefüllt sind. Alle Zellenwände müssen
in gutem thermischen Kontakt stehen, so daß sich eine Kompensation
von Temperaturschwankungen der Wände ergibt. Bei der erfindungs
mäßigen Meßanordnung ist diese Kompensation nicht ohne weiteres
möglich, da Schwankungen der Wandtemperatur durch die Regelung
des Heizstromes mit berücksichtigt werden; d. h. sie machen sich als
Fehler bemerkbar. Zudem sind Kompensationsmaßnahmen durch Ver
gleichsgaszellen wegen der Nichtlinearität nicht zweckmäßig. Hier
wurde das Problem dadurch gelöst, daß ein Widerstandstemperatur
fühler Pt100 zur Erfassung der Temperatur des Blocks, in den die
Wärmeleitzellen eingearbeitet sind und der die Wände der Zellen
bildet, benutzt wird. Da dieser Block thermostatisiert ist, sind die
auftretenden Temperaturschwankungen gering, würden jedoch unkom
pensiert Meßfehler verursachen.
Sinkt z. B. die Blocktemperatur ab, so würde tendenziell auch die
Hitzdrahttemperatur sinken, und die Temperaturregelungseinrichtung
würde einen höheren Heizstrom liefern, um die Drahttemperatur
konstant zu halten. Dies würde allerdings eine höhere Wärmeleitfähig
keit des Analysegases vortäuschen, d. h. die Konzentrationsanzeige
wäre fehlerhaft. Zur Korrektur läßt sich das Signal der Blocktempera
tur heranziehen. In einer Recheneinheit wird die Abweichung der
Blocktemperatur berücksichtigt, und das Konzentrationssignal wird
entsprechend korrigiert. Die Korrekturwerte werden empirisch ermit
telt. Das Blockschema ist in den Abb. 2 und 3 dargestellt.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die erfindungsmäßige Konfigu
ration bei etwa gleichem apparativen Aufwand wie herkömmliche
Wärmeleit-Gasanalysatoren eine erheblich kürzere Einstellzeit hat
und damit für Meßaufgaben verwendet werden kann, bei denen es auf
schnellen Zugriff zu den Analysedaten ankommt.
Fundstelle:
D. Plesch, Dissertation, Karlsruhe 1973.
D. Plesch, Dissertation, Karlsruhe 1973.
Abb. 1 Schematische Darstellung der Wärmeleitzelle
1 Hitzdraht
2 Isolierkörper
3 Block
4 Analysegas
5 Elektrische Zuleitungen
6 Analysegaseingang
7 Analysegasausgang
8 Temperaturfühler Pt100
9 Durchführung (Isolator)
2 Isolierkörper
3 Block
4 Analysegas
5 Elektrische Zuleitungen
6 Analysegaseingang
7 Analysegasausgang
8 Temperaturfühler Pt100
9 Durchführung (Isolator)
Abb. 2 Blockschaltbild des Wärmeleit-Gasanalysator mit Viertelbrücke
1 Hitzdraht d. Wärmeleitzelle
8 Temperaturfühler Pt100 (TW)
10 Wärmeleitzelle
11-13 Festwiderstände
14 Regler für Heizstrom IH
15 Temperaturmeßbrücke (U(TW))
16 Amperemeter (Ausgang: U(IH)
17 Recheneinheit
18 Konzentrationsanzeige
19 Thermostat (TW)
UD Ausgangsspannung der Viertelbrücke
IH Heizstrom (IH,min, . . ., IH,max)
TW Wandtemperatur der Wärmeleitzelle
U(TW) Spannungssignal von TW
U(IH) Spannungssignal von IH
8 Temperaturfühler Pt100 (TW)
10 Wärmeleitzelle
11-13 Festwiderstände
14 Regler für Heizstrom IH
15 Temperaturmeßbrücke (U(TW))
16 Amperemeter (Ausgang: U(IH)
17 Recheneinheit
18 Konzentrationsanzeige
19 Thermostat (TW)
UD Ausgangsspannung der Viertelbrücke
IH Heizstrom (IH,min, . . ., IH,max)
TW Wandtemperatur der Wärmeleitzelle
U(TW) Spannungssignal von TW
U(IH) Spannungssignal von IH
Abb. 3 Blockschaltbild (teilweise) des Wärmeleit-Gasanalysators
mit Halbbrücke; d. h. mit zwei Wärmeleitzellen
8 Temperaturfühler Pt100
10 Wärmeleitzelle 1
11 Festwiderstand
13 Festwiderstand
16 Amperemeter mit Signalausgang
19 Thermostat (für beide Wärmeleitzellen)
20 Wärmeleitzelle 2
10 Wärmeleitzelle 1
11 Festwiderstand
13 Festwiderstand
16 Amperemeter mit Signalausgang
19 Thermostat (für beide Wärmeleitzellen)
20 Wärmeleitzelle 2
Claims (3)
1. Wärmeleit-Gasanalysator, der kontinuierlich die Zusammensetzung
binärer oder quasibinärer Gasgemische von der Art nach bekannten
Komponenten mißt, wobei ein elektrisch geheizter Draht, der auch
gewendelt oder mit einem isolierenden Überzug versehen sein kann,
innerhalb eines Hohlraumes angeordnet ist, wobei sich zwischen
Draht und Hohlraumwand das Analysegas befindet und die vom
Draht freigesetzte Wärme über die Gasstrecke zur vergleichsweise
kühlen Wand des Hohlraumes strömt, dadurch gekennzeichnet (die
Zahlen beziehen sich auf die Abb. 1 bis 3),
- - daß der Hitzdraht (1) auf einer konstanten Tem peratur gehalten wird, unabhängig von der Wärmeleitfähigkeit des Gasgemisches,
- - daß zur Aufrechterhaltung der Temperaturkonstanz des Hitzdrahtes ein Regler (14) benutzt wird, der den Heizstrom IH derart beeinflußt, daß eine zunehmende (bzw. abnehmende) Wärmeleitfähigkeit des Analysegases eine entsprechende Er höhung (bzw. Verminderung) des Heizstromes bewirkt, so daß die Temperatur des Hitzdrahtes konstant bleibt,
- - daß der Hitzdraht (1) zusammen mit den Festwiderstän den (11), (12) und (13) eine Wheatstonesche Viertelbrücke bildet, die aufgrund der Temperatur- und Widerstands-Kon stanz stets abgeglichen ist, wobei die Brückenausgangsspan nung UD als Regeldifferenz auf den Regler (14) wirkt und die Regelung so erfolgt, daß UD verschwindet.
2. Wärmeleit-Gasanalysator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- - daß anstelle einer einzelnen Wärmeleitzelle zwei Zellen (10) bzw. (20) Verwendung finden, die sich in einem gemeinsamen Thermostaten befinden und zusammen mit den Festwiderständen (11) und (13) eine Wheatstonesche Halbbrüc ke bilden, wodurch sich gegenüber der Anordnung nach 1 eine Verdoppelung der Empfindlichkeit ergibt.
3. Wärmeleit-Gasanalysator nach Anspruch 1 bzw. 2, dadurch gekenn
zeichnet,
- - daß die geringfügigen Schwankungen der an sich durch einen Thermostaten nahezu konstant gehaltenen Wandtempe ratur TW durch eine Temperaturmeßeinrichtung (8) und (15) ermittelt werden und das Temperatursignal einer Rechenein heit (17) zugeleitet und zur Korrektur des Konzentrations signals herangezogen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1998108681 DE19808681A1 (de) | 1998-03-02 | 1998-03-02 | Wärmeleitgasanalysator mit kurzer Einstellzeit |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19808681A1 true DE19808681A1 (de) | 1999-09-09 |
Family
ID=7859348
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1998108681 Withdrawn DE19808681A1 (de) | 1998-03-02 | 1998-03-02 | Wärmeleitgasanalysator mit kurzer Einstellzeit |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19808681A1 (de) |
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- 1998-03-02 DE DE1998108681 patent/DE19808681A1/de not_active Withdrawn
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
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